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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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http://archive.org/details/verhandlungender3218zool 



Verhandlungen 



der kaiserlich-lLÖiiigUchen 

LIBRARY 



zGolügisch-botanischen Gesellschs i 



in Wien. pERiMENT c 

^ 1 1883 

UlNlVTrHsiTY J^t^ 
Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Jahrgang 1§9 3. 

XXXII. Band. — I. Halbjahr. 

( V*^rf^^'immlimg am 4. Jänner, 1. Februar, 1. März, 5. April, 3. Mai.) 
Mit 16 Tafeln. (T. I— XVI.) 



Wien, 1882. 

Im Ini&ude besorgt darch W. BraumUüer, k. k. Hof- uud ünmrfiltäiKhnchhänd 
Für das Aosland in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 

Druck von Adolf Holzhausen, 
k. k. Hof- und Üniversitäts-Buchdrucker ia Wien. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXII. Sitz.-Ber. A 



V 



Versammlung am 4. Jänner 1882. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Julius Wiesner. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

E ggerth Carl jun., Badebesitzer. Wien. . A. Rogenhofer, J. Erber. 
Frey-Gessner Emil, Museal-Custos. Genf C. v. Brunner, Professor Frey. 
Zwifl hofer Franz, Oberbuchhalter der böh- 
mischen Sparkassa Dr. 0. Nickerl, J. Pinger. 



Eingesendete Gegenstände : 

600 Phanerogamen von Herrn E. Witting. 
10 „ für das Herbar von Herrn F. M. Müllner. 

Se. Durchlaucht Fürst Colloredo-Mannsf eld hat als seinen 
Stellvertreter den Herrn A. Pelikan Freiherr von Plauenwald 
erwählt. — Der zweite Secretär Herr Dr. E. von Marenzeller 
hat seine Stelle niedergelegt; dem Scheidenden wird für sein acht- 
jähriges, erfolgreiches Wirken einstimmig der Dank der Anwesen- 
den votirt und eine Neuwahl ausgeschrieben. 

Ein von fünf Mitgliedern gezeichneter Antrag auf theilweise 
Statutenänderung wird dem Ausschusse zur Berathung und Bericht- 
erstattung zugewiesen. 

Herr Professor Dr. Csokor sprach über den im Schweine- 
magen parasitirenden Eingeweidewurm Cheiracanthiis gracilis Dies, 
und erläuterte seinen Vortrag durch eine reiche Suite von mikro- 
skopischen Präparaten und Zeichnungen. 



A* 



4 



Versammlung am 4. Jänner 1882. 



Herr Professor Dr. Reichardt legte die dritte Fortsetzung 
der Materialien zur Pilzkunde Krains von Professor W. Voss in 
Laibach vor (siehe Abhandlungen)^ und berichtete ferner unter 
Vorzeigung von Exemplaren über die interessanten Untersuchungen, 
welche Mattirolo an Cora 'pavonia Fr. anstellte, nach denen diese 
Flechte die Sporen nicht in Schläuchen, sondern auf Basidien 
bildet. 



Der Vorsitzende besprach in lichtvoller Darstellung das neueste 
Werk Darwin's: Die Bewegungserscheinungen im Pflanzenreiche 
im Vergleiche mit seiner dasselbe Thema behandelnden Arbeit. 



Der Secretär Custos Rogenhofer legte eine von Herrn 
Dr. Richard von Dräsche ausgeführte Revision der in der 
Nematoden-Sammlung des k. k. zoologischen Hofcabinetes befind- 
lichen Original-Exemplare Diesing's und Molin's vor: 

Die älteren Beschreibungen der Nematoden beschränken sich auf Angaben 
über die Grössen Verhältnisse und der mit schwachen Vergrösserungen erkennbaren 
Beschaffenheit des Mundes und des Hinterendes. Diese Merkmale sind aber bei der 
grossen Zahl der Arten und der Einförmigkeit der mikroskopischen Verhältnisse 
nicht ausreichend und man wäre nicht im Stande eine Art zu bestimmen, wenn 
nicht ihr Vorkommen in einem bestimmten Wirthe einen Fingerzeig geben würde. 
Man verfuhr nun gewöhnlich so, dass man nachschlug, welche Eingeweide- 
würmer in diesem oder jenem Thiere gefunden wurden und dann inner- 
halb dieses kleineren Kahmens die Auswahl traf. War der Wirth nicht ange- 
geben, so war die Bestimmung fast immer eine Unmöglichkeit. Erst in neuerer 
Zeit gelang es in Gefolge einer immer ausgiebigen Anwendung des Mikroskopes 
bei der Untersuchung niederer Thiere solche Merkmale aufzujSnden, die eine 
präcise Abgrenzung der Arten möglich machen. Es sind dies: die Beschaffen- 
heit der drei den Mund umgebenden Lippen und die Zahl, Grösse und Art der 
Gruppirung eigenthümlicher Papillen um die Geschlechtsöffnung und den After 
der männlichen Thiere. In diesem Sinne ergänzte Schneider die Beschrei- 
bungen einer grossen Zahl von Nematoden nach den Originalen Rudolphi's in 
der Berliner Sammlung, erläuterte die gefundenen Verhältnisse durch eine grosse 
Zahl von Abbildungen und begründete derart erst eine neue Wissenschaft. 
Während die Beschreibungen der Nematoden von Schneider ohne Kenntniss 
des Wirthes, in welchem die betreffenden Thiere leben, gänzlich werthlos und 
unbrauchbar sind, lässt sich jetzt der wissenschaftlich Untersuchende durch die 
Kenntniss des Wirthes gar nicht beeinflussen, diese ist in den Hintergrund 
gedrängt, und mit Recht; hingegen wird eine ganze Reihe, allerdings nur bei 



i 



Richard vou Drasch 



5 



einer grösseren Fertigkeit, zugänglicher, häufig sehr subtiler Kennzeichen auf- 
zusuchen und zu vergleichen sein. Es lag natürlich der Wunsch nahe, wie 
Schneider dies mit den Rudolph i' sehen Originalen der Berliner Sammlung 
gethan, auch die in Wien befindlichen Originale Diesing's und Molin's im 
modernen Sinne zu bearbeiten und diese Arbeit unterzog sich, auf Anregung 
Dr. Marenzeller 's, Herr Dr. Richard von Dräsche. 

Es wurden in der vorliegenden Arbeit zunächst die Familien der Oxyuridea, 
Ophiostomidea, Cheiracanthidea, Physalojpteridea und Asearidea vorgenommen 
und die sämmtlichen hieher gehörigen von Die sing oder Molin aufgestellten 
Arten, soweit sie in der Sammlung des Museums vorhanden waren, untersucht. 
Es sind 35 an der Zahl. Die erschöpfenden Beschreibungen werden durch 
95 Figuren auf 4 Doppeltafeln illustrirt. 

Es würde zuweit führen, die Ergebnisse in Detail anzuführen. Es sei nur 
bemerkt, dass die Stellung vieler Arten, in Folge der genauen Untersuchung, 
eine andere wurde und dass sich die ünhaltbarkeit zahlreicher von Diesing u. A. 
aufgestellten Gattungen herausstellte. 

Zum Schlüsse muss ich Ihnen noch die erfreuliche Mit- 
theilung machen^ dass der Herr Verfasser sich bereit erklärte, 
die Kosten der Lithographie und des Druckes der vier Doppel- 
tafeln für die ganze Auflage im beiläufigen Betrage von 250 fl. 
aus Eigenem zu bestreiten. 



Versammlung am 1. Februar 1882. 

Vorsitzender: Herr Präsident - Stellvertreter A. Pelikan 
Freiherr von Planenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Brosche Eduard, Beamter der böhmischen 

Sparkassa. Prag Dr. 0. Nickerl, P. Zwiflhofer. 

Czermak Wenzel, techn. Official am k. k. 

militär.-geogr. Institute. Wien .... F. Wachtl, E. Kreithner. 

Fruhwirth C. Möltern (Niederösterreich) . Dr. G. Beck, J.Kaufmann. 

Gebauer Julius, k. k. Kriegscommissär. Wien A. Eogenhofer, Dr. G. Beck. 

Helm Dr. Josef Ritter v., k. k. Hofrath. Wien Friedr, Göth, A. Eogenhofer. 

Helm Dr. Vinc. Ritter v., k. k. Miuisterialrath Friedr. Göth, R. Türk. 
Rossmanit Dr. Theodor Ritter v. , k. k. 

Generalsecretär der Börsekammer. Wien Dr. Ostermeyer, H. Braun. 



6 



Versammlung am 1. Februar 1882. 



Eiügesendete Gegenstände: 

450 Phanerogamen für Schulen von Herrn Dr. Ostermeyer. 
150 Dipteren von Herrn L. Prochaska. 
400 Lepidopteren von Herrn Handlif. 



Nach dem in der letzten Ausschusssitzung gefassten Beschlüsse 
wurde die Revision der Statuten gemäss des in der letzten Sitzung 
eingegebenen Antrages einem Comite von sieben Mitgliedern zu- 
gewiesen, welchem Antrage die Versammlung einstimmig beistimmt. 

Herr Dr. Günther Beck geht in der Ersatzwahl für den 
zweiten Secretär als fast einstimmig gewählt hervor. 



Herr Gustos v. Maren z eil er legte eine von Herrn Rudolph 
Bergh ausgeführte Arbeit: Beiträge zur Kenntniss der Aeolidia- 
den Vn und eine weitere von Dr. Richard v. Dräsche: Helmin- 
tologische Notizen vor. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Gustos Fuchs berichtete über die sogenannten Fucoideen 
des Wiener Sandsteins, für welche Herr Dr. Nathorst den Nach- 
weis lieferte, dass sie baumförmig verästelte, später mit Schlamm 
erfüllte Wurmspuren darstellen. 



Herr Dr. G. Nörner hielt im Anschlüsse an seine Unter- 
suchungen, die in dem nächsten Vierteljahresberichte des Wiener 
k. k. Thierarznei-Institutes erscheinen werden, einen Vortrag über 
die zweigekämmte Federspulmilbe (Syringophilus bipectinatus) der 
Hühner und erläuterte deren morphologischen und anatomischen 
Bau durch Demonstration von Tafeln und mikroskopischer Prä- 
parata. 

Herr Baron Felix v. Thümen besprach einige akustische 
Einwirkungen schwingender und tönender Telegraphendrähte auf 
Thiere, welche durch den Telegraphen-Director Nielsen in Nor- 
wegen beobachtet wurden. 



August von Pelzeln. 



7 



Der erste Secretär A. Rogenhofe r legte eine Arbeit von 
Herrn Professor Fr. Brauer: lieber Sympycna paedisca Ev. vor. 
(Siehe Abhandlungen.) 



Versammlung am 1. März 1882. 

Vorsitzender: Herr Custos August von Pelzeln. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Eichenfeld Dr. Michael Ritter von, k. k. 

Gerichtsadjunct Dr. F. Ostermeyer, Hugo Zukal. 

Kimakowicz Mauritius v. Herrmannstadt Ed. Reitter, M. Fuss. 

Siqueira M., Dr. med. Rio- Janeiro . . . Dr. Reichardt, A. Rogenhofer. 

Teixeira Carlos, Dr. med. Rio-Janeiro . . Prof. Dr. Reichardt, Dr. G. Beck. 



Eingesendete Gegenstände: 
Eine Partie Rosen für das Herbar von Herrn H. Braun. 



Herr Dr. C. Grobben hielt einen Vortrag: Ueber die 
Sporogonie oder die Fortpflanzung durch Keimkörner 
im Thierreiche, deren Betrachtung auf die Metazoen beschränkt 
wurde. 

Es zeigt sich, dass bei diesen die bisher unterschiedene ungeschlechtliche 
Fortpflanzung durch Keimkörner oder Sporen nicht aufrecht zu erhalten ist. 
Die Spore, deren Definition stets verschwommen und unklar war, hat sich als 
einfache Zelle herausgestellt, welche sich weder anatomisch, noch physiologisch 
von der Eizelle unterscheiden lässt. Dies gilt auch, wie in neuester Zeit gezeigt 
wurde, von den Sporen der Trematoden, aus denen sich die Cercarien in den 
Redien und Sporocysten entwickeln, weshalb auch der Entwicklungscyklus der 
Trematoden als Heterogonie und nicht als Generationswechsel erscheint. 

Die Spore ist als parthenogenetisch sich entwickelndes Ei aufzufassen und 
alle Fälle der Sporogonie fallen unter die Parthenogenese, weiters somit unter 
die geschlechtliche Fortpflanzung, zu welcher die Parthenogenese als einge- 
schlechtliche Fortpflanzung gehört. 

Die noch übrigen Gemmulae der Spongien dürften sich als befruchtete 
Wintereier herausstellen. 



8 



Versammlung am 1. März 1882. 



Prof. J. Mik berichtet über eine Arbeit von C. R. Osten- 
Sacken, betitelt: „An essay of comperative Chaetotaxy, or 
the arrangement of characteristic bristles of Diptera*^, 
wie folgt: 

Mir liegt eine Arbeit unseres verehrten Mitgliedes des Herrn Baron 
Osten-Sacken vor, welche in englischer Sprache in den Mittheilungen des 
Münchner Entomolog. Vereines, Jahrg. 1881 kürzlich erschienen ist, und ich 
glaube, dass ich der geehrten Versammlung nicht ungelegen komme, wenn ich 
über diese zunächst speciell dipterologisch -morphologische Arbeit referire, da 
sie einerseits für jeden Entomologen, dann aber auch für den Anhänger der 
Anpassungstheorie von grossem Interesse ist. Die Arbeit führt den Titel : 
„Versuch einer vergleichenden Chätotaxie, oder die Anordnung charakteristischer 
Borsten bei den Dipteren". Zur Erklärung dieses Titels füge ich hinzu, dass 
unter den zweiflügeligen Insecten eine grosse Zahl von Arten existirt, deren 
Körper mit einem gleichmässigen, bald längeren, bald kürzereu Tomente be- 
deckt ist, das manchmal auch mikroskopisch sein kann, dass es hinwieder 
Arten in noch grösserer Zahl gibt, welche ausser diesem gleichmässigen kürzeren 
Haarkleide einzelne längere, mitunter sehr starke Borsten besitzen. Es sind 
dies jene Borsten, welche man mit dem Terminus „Macrochäten" bezeichnet. 
Hiernach ist der Titel der Arbeit gerechtfertigt und könnte das Wort Chäto- 
taxie am besten mit „Anordnung der Macrochäten" übersetzt werden. Es ist 
jedenfalls merkwürdig, dass diese Macrochäten allen Gliedern einer Familie 
fast ausnahmslos eigen sind oder fast ausnahmslos fehlen, und dass sie, wenn 
sie vorhanden, eine gewisse Gesetzmässigkeit in ihrer Stellung und Anordnung 
aufweisen. Aber ebenso bemerkenswerth ist es, dass diese Gesetzmässigkeit den 
meisten Autoren entgangen ist, und dass sie dieselbe daher in ihren Art- und 
Gattungsdiagnosen gar nicht oder nur zufällig zur Gattung brachten. Am 
frühesten ist noch die Stellung der Macrochäten am Dipterenkopfe und -Abdomen 
berücksichtigt worden, jene am Thorax und an den Beinen ist fast gänzlich 
vernachlässigt geblieben. Zum ersten Male hat H. L o e w in einer Abhandlung 
über schlesische Helomyziden im Jahre 1859 die Macrochäten des Thorax für 
die Systematik der Gattungen und Arten benützt, ohne im Allgemeinen eigene 
Termini für die constant wiederkehrenden einzelnen Borsten zu gebrauchen; 
gute Dienste leistete ihm die Thoracalbeborstung auch bei der Charakterisirung 
der Ortaliden (Zeitschrift f. d. gesammte Naturw. 1868). Zunächst habe ich im 
Jahre 1873 bei Gelegenheit der Aufstellung eines neuen Dolichopodiden-Genus 
(Sphyrotarsus) in unseren Schriften auf die Wichtigkeit der Macrochäten auch 
bei dieser Familie aufmerksam gemacht, namentlich aber auf die Beborstung 
der Beine. Kowarz folgte meinen Auseinandersetzungen in seiner Monographie 
der Medeterus -Arten (in unseren Schriften, Jahrg. 1877). In meinen „Diptero- 
logischen Untersuchungen" (1878) habe ich bei Gelegenheit der Charakterisirung 
mehrerer Dolichopodiden- Genera bereits gewissermassen den Anfang zu einer 
vergleichenden Chätotaxie am Thorax und an den Beinen der Dipteren gegeben. 



,1. Sfik. 



indem ich hier bestimmte Termini für einige regelmässig wiederkehrende Borsten 
aufstellte, welche Benennungen, nebenbei gesagt von Osteu-Sacken auch in 
seiner Arbeit im Wesentlichen beibehalten wurden. Wie wichtig ich die Thoracal- 
beborstung der Dipteren für die Systematik und für die Feststellung der Arten 
halte, zeigte ich in meiner Schrift über das Präpariren der Dipteren (Verh. d. 
k. k. zool.-botau. Ges. 1880), in welcher ich besonders hervorhob , dass beim 
Spiessen der Dipteren vor Allem darauf Bedacht genommen werden muss, den 
Thoraxrückeu möglichst unversehrt zu erhalten. Damals habe ich auch die 
Ueberzeugung ausgesprochen, dass man die schwierige Gruppe der Anthomyzid'Mi 
erst dann wird gut kennen lernen, bis man die Thoracalbeborstuug dieser Thiere 
gehörig berücksichtigt haben wird. 

Als nächste Veranlassung zu seiner „Chätotaxie" gibt Osten-Sacken 
die Bearbeitung südostasiatischer Dipteren an, welche er kürzlich vollendete und 
welche in den Schriften der Berliner entom. Gesellsch. demnächst erscheinen 
wird. Osten-Sacken schreibt selbst: „Ich bin überzeugt, dass ich in dem 
Studium der borstentragenden Dipteren nicht mit Erfolg fortschreiten könnte, 
wenn ich nicht einen Versuch einer vergleichenden Chätotaxie anstellen würde/' 
Es war dem Verfasser der Chätotaxie vorzüglich darum zu thun, die Norm der 
Beborstung des Dipterenkörpers zu verfolgen und sie für seine Zwecke zurecht 
zu legen, und, ohne dass ich mich hier in eine Kritik der Arbeit einlassen 
möchte, muss ich sagen, dass ihm sein Vorhaben vollkommen gelungen ist. 
Auch muss ich erwähnen, dass wir in der vorliegenden Arbeit nicht etwa eine 
vergleichend anatomische Studie des wichtigsten borstentragenden Körpertheiles, 
nämlich des Thorax aller Insectenordnungen , suchen dürfen, da der Verffi--^'- 
ja nur die Dipteren im Auge hatte und es ihm nur zu thun war, einem be- 
sonderen Zwecke Genüge zu leisten. Osten-Sacken hielt sich bei der Deutung 
der Theile des Dipterenkörpers im Allgemeinen an die Nomenclatur Loew's 
(Monogr. N. Amer. Dipt. Vol. I); dort wo sie nicht ausreichte schuf er sich neue 
Namen, und man wird ihm keinen Vorwurf machen können, dass er schon vor- 
handene Benennungen anderer Autoren umging: er hat sich da nur als ein 
wahrlich geschickter Diplomat erwiesen, dass er jenen Hindernissen auszuweichen 
wusste, welche ihn viel zu weit von dem vorgesteckten Ziele, von der Bearbeitung 
seiner Exoten nämlich, abgelenkt hätten. Ist man denn bis heute eigentlich im 
Klaren, was Meso- und was Metathorax etc. der Dipteren sei? Diesen Zweifeln 
begegnete Osten-Sacken einfach durch eine zum Theile neue Terminologie, 
eine Terminologie, die sich Jeder leicht merken kann und die schon deshalb 
sich als brauchbar ergeben wird, weil sie ja der Verfasser selbst praktisch 
anwenden musste. Die Borsten erhielten gleichfalls eigene Namen, und wenn 
wir 25 neuen Ausdrücken für die Bezeichnung der Borsten begegnen, so darf 
uns das nicht abschrecken, tritt uns ja doch ein förmlicher Wald von Borsten 
an manchem Dipterenkörper entgegen, ich erinnere z. B. an gewisse Tachininen, 
und es ist das Verdienst Osten-Sacken's in dieses scheinbare Chaos Ord- 
nung gebracht zu haben. Jedem, der die Chätotaxie Osten-Sacken's auf- 
merksam durchstudirt hat, wird auch die scheinbar verworrenste Beborstung des 

Z. B. Ges. B. XXXIl Sitz.-Ber. B 



10 



Versammlung am 1. März 1882. 



i^ipnerenKorpers klar werden. Die Namen, welche der Verfasser gewählt, sind 
gewissermassen topographische; sie sind eben von jenen Körpertheilen herge- 
nommen, auf welchen die Borsten stehen. 

Osten-Sacken unterscheidet behorstete und borstenlose oder borsten- 
arme Fliegen (Diptera chaetophora und eremochaeta). Unter den Orthorhaphen 
bilden die Eremochaeta, unter den Cyclorhaphen die Chaetophora die Eegel. 
"Rovor sich der Verfasser zur eigentlichen Chätotaxie wendet, bespricht er die 
{Jedeutung der Macrochäten und bringt die An- oder Abwesenheit derselben mit 
and' ren Eigenschaften in harmonischen Zusammenhang. Weitläufiger hierüber 
spritht er sich in einem für die „Wiener entomolog. Zeitung" bestimmten, und 
laiv jetzt schon vorliegenden Manuscripte aus, woraus ich Folgendes kurz mit- 
ih ''en will: „Die vorwiegend borstenlosen Dipteren haben im männlichen Ge- 
:^l;;:chte meistentheils zusammenstossende Augen (Diptera holoptica) ; nun sind 
.;b' eremochaeta und holoptica vorwiegend Luftthiere (z. B. Syrphidae, Taba- 
'idv.ae, Bombylidae), welche sich hauptsächlich der Flügel bedienen, der Beine 
aber nur zur Ruhe. Die borstentragenden Dipteren hingegen, welche zugleich 
im männlichen Geschlechte meist nicht zusammenstossende Augen haben, be- 
dienen sich ihrer Beine ebensoviel, manche sogar mehr als ihrer Flügel (Musciden, 
Phoriden, Dolichopodiden, Asiliden). Das Fussvolk unter den Fliegen bedarf 
der Macrochäten zur Orientirung, weil es mit Gegenständen in nähere Berührung 
kommt; es klettert im Grase herum, läuft auf Blättern und Blumen, greift die Beute. 

Die Luftfliege hat einen weiteren Horizont und 
braucht die Augen, besonders das Männchen, 
um das andere Geschlecht zu erspähen." 

Zunächst stellt Osten-Sacken die 
Terminologie für die Theile des Thorax fest; 
sie bezieht sich besonders auf cyclorhaphe 
Dipteren , man wird sie aber auch mehr 
weniger auf die Orthorhaphen anwenden kön- 
nen. Ich habe zur leichteren Auffassung bei- 
stehende Figur entworfen ; sie stellt den etwas 
schematisirten Thorax einer Tetanocera, von 
der Seite gesehen, vor; die schraffirten Theile sind die Hüften, s das Schildchen, 
p der Prothorax. 

1. Theile des Thorax. 

A. Nähte (Suturae). 

1. Dorsopleuralnaht; ich möchte sie richtiger Sutura notopleuralis 
nennen. Sie verläuft von den Schultern zur Flügelwurzel und trennt den 
Rücken von den Pleuren (siehe Fig. 1 etc.). 

2. Sutura sternopleuralis, eine horizontale Naht, welche unterhalb und 
parallel der vorigen verläuft; sie trennt die Mesopleura von dem Mesosternum. 

3. Sutura mesopleuralis, geht von der Flügelwurzel abwärts, und trennt 
die Mesopleura von der Pteropleura. 




J, Mik. 



11 



ß. Tlieile der Pleuren (Thoraxseiten). 

a) Mesopleura, ein Qiierstück gelegen vor der Flügelwurzel und zwischen 
der Naht 1 und 2. 

b) Fteropleura, unter der Insertion des Flügels und hinter der Naht 3. 

c) Sternopleura, d. i. ein Stück des Mesosteruum, welches in Folge seiner 
Lage einen Theil der Thoraxseite ausmacht. Es liegt unter der Naht 2. 

d) Hypopleura, über den zwei hinteren Hüften. 

e) Metapleura, ein schwielenartiges Stück zwischen dem Metanotum (m), 
zwischen der Pteropleura (h), Flügelwurzel und dem Schwinger und über der 
Hypopleura (d). 

C. Bezeichuungen fttr andere Thoraxtheile. i) 

Der Schildchensteg (scutellar bridge),"^) eine kleine Leiste jederseits 
des Schildchens, welches das letztere mit dem Mesonotum verbindet. 

Die Präsutural -Depression, ein meist dreieckiger Eindruck, begrenzt 
von der Quernaht des Mesothorax (allgemeine Auffassung) und von der Noto- 
pleural-Sutur. 

Der Präalar- und Postalar-Callus, mehr oder weniger deutliche, 
beulenförmige Anschwellungen des Thoraxrückens, jene hinter der Quernaht und 
vor der Flügelwurzel, diese zwischen der Plügelwurzel und dem Schildchen 
gelegen. 

Die Supraalargrube (cavitas supraalaris), eine Grube am Mesothorax, 
knapp über der Flügelwurzel; längs des inneren Randes dieser Grube stehen 
charakteristische Borsten. Sie ist in einen vorderen und hinteren Theil durch 
ein kleines Bändchen (frenum alare) getheilt, welches gegen die Flügelwurzel 
zuläuft. 

II. Die Terminologie der Borsten. 

Der Verfasser schickt Folgendes voraus: Er ging bei dem Studium der 
Chätotaxie von jenen Familien aus, welche die einfachsten Verhältnisse der 
Beborstung aufweisen, so namentlich die Acalyptraten ; es lassen sich darauf 
complicirtere Fälle ohne Schwierigkeit zurückführen. — Seitliche Borsten am 
Kopfe und am Thorax werden so gezählt, dass man nur immer eine Seite der 
betreffenden Körpertheile in Betracht zieht, z. B. 2 Frontoorbitalborsten heisst, 
dass deren 2 auf jeder Seite des Kopfes stehen, dass also 4 solcher Borsten im 
Ganzen vorhanden sind. Mittelständige Borsten hingegen werden nach Paaren 
aufgezählt, z. B. ein inneres und ein äusseres Paar von Scheitelborsten. — Bei 
den Borsten des Abdomens bedarf es keiner besonderen Terminologie: Der Ver- 
fasser unterscheidet (mit Rondani) nur Marginal- und Discalborsten , welche 



Man wird diese Theile ganz gut an dem Thorax einer Sarcophaga oder eines Tabanus 
Btndiren können. 

*) Da Osten-Sacken keine lateinischen Termini gibt, könnte man diesen Theil jugum 
scutellare nennen. Die übrigen Termini ergeben sich aus den englischen Benennungen. 

B* 



12 



VerHammlung am 1. März 1882 



Benennungen sich auf die Stellung der Borsten nächst dem Hinterrande oder 
auf der Scheibe der Segmente beziehen. — In Bezug auf die Beborstung der 
Beine hält sich Osten-Sacken nach meiner (in den Dipterol. Untersuch. Wien 
1878, p. 3, nota) aufgestellten Eegel. — In den drei folgenden Abschnitten 
A, B, C wird nun die Beborstung des Kopfes und des Thorax abgehandelt. 

A. Die Borsten des Kopfes. 

Die Scheitelborsten (setae verticales) , und zwar ein äusseres und ein 
inneres Paar, mehr oder weniger hinter den oberen Innerecken der Augen ein- 
gefügt. Sie sind entweder aufrecht, oder das innere Paar convergirt, das äussere 
divergirt. Es sind die am constantesten vorkommenden Borsten. 

Das Postverticalpaar (setae postverticales) auf der Mitte des oberen 
Hinterkopftheiles. Sie sind oft klein, sehr deutlich sind sie bei Tetanocera. 

Das Ocellarpaar, immer divergirend und nach vorn gerichtet; fehlt 
zuweilen. 

Die Frontoorbitalborsten,^) an den Stirnseiten unmittelbar unter 
den Scheitelborsten. Manchmal fehlen sie; sonst sind nur jederseits eine oder 
zwei, und diese untereinanderstehend, vorhanden. Bei den Ortaliden stehen sie 
meist sehr hoch an der Stirn, bei Tetanocera, Sapromyza etc. reichen sie tiefer. 

Die unteren Frontoorbitalborsten nehmen den unteren Theil 
der Stirn (über den Fühlern) längs der Orbiten ein. Sie stehen gewöhnlich 
ausser der Linie der Frontoorbitalborsten , und zwar z. B. bei den Trypeten 
näher den Orbiten, bei den Scatophagen etwas weiter entfernt. 2) 

Die sogenannten Knebelborsten, richtiger Mundborsten (vibrissae), 
eine Borste jederseits am unteren Ende der Gesichtsleisten (faciälia), d. i. jener 
Vorsprünge, welche den Clypeus von den Wangen trennen. Oft ist diese Borste 
von einigen anderen, schwächeren oder kleineren begleitet. Sie fehlen z. B. den 
Trypetiden und Ortaliden. 

Die Facialb orste n, je eine Reihe, über der Vibrissa, auf den Gesichts- 
leisten bildend; besonders bei Tachinarien; bei Acalyptraten selten, so z. B. 
kommen sie bei Ephydriniden vor. 

Noch werden einige charakteristische Borsten namhaft gemacht, welche 
öfters nur gewissen Arten einer Gattung zukommen. 

Die Occipitoorbitalborste, bei einigen Ortaliden, eingefügt an der 
hinteren Augenorb ita (Schläfe); daselbst die Cilien der hinteren Orbiten 
(ciliae postoeulares) z. B. bei den Dolichopodiden, ähnliche Borsten bei den 
Asiliden und Calyptraten. Oefters sind sie stoppeiförmig. — Die Genalborsten 
(Wangenborsten) auf denWangen nahe der unteren Augenecke, z.B.loeiEchinomyia. 



^) Unter orbitae frontales versteht Osten-Sacken den Zwisclienraura zwischen der Stirn- 
strieme und den Augen. Er identificirl sie mit den Wangenscheitelplatten (Brauer, Die Zwei- 
flügler des kaiserl. Mus. in Wien, I. 1880), was aber nicht für alle Fälle angeht. 

2) Sehr leicht wird man bei den Trypetinen die beiden Arten Frontalborsten unter- 
scheiden können, wo die Wangenscheitelplatten, die Träger der Frontoorbitalboräten, chitinisirt sind. 

3; Vide p. 15, nota 1. 



J. Mik. 



13 



B. Borsten des Thoraxrttckens. 

Der Verfasser theilt den Thoraxrücken in drei Regionen : 
1. Die Dorsohumeral-Begion (I)*) an den Seiten von den Schultern 
bis zur Quernaht; 2. die Dorsoalar-Region (II) beiderseits zwischen der 
Quernaht und der Flügelwurzel; 3. die Dorsocentral-Region (III) der 
mittlere Theil des Thoraxrückens vom Vorderende des Mesothorax bis zum 
Schild chen. Die Grenzen dieser Theile sind theils durch Nähte, theils durch 
innere Muskelzüge begründet. 

I. Dorsohumeral-Region. 
Die Humeralborsten, auf der Humeralchwiele. 

Die Posthumeralborsten,2) meist zwei Borsten jederseits unmittelbar 
über der Notopleuralnaht zwischen dem Humeral- Gallus und der Flügel wurzel. 
(Sie bilden die äusserste Reihe von Borsten in der Region I.) 

Die Präsuturalborste, unmittelbar vor der Quernaht des Thorax 
über der Präsutural - Depression jederseits. Fehlt den Ortaliden, findet sich 
bei den meisten Trypetiden, Sapromyziden, Sciomyziden. Die Asiliden besitzen 
zwei bis mehr sehr charakteristische Präsuturalborsten. 

Die Acalyptera haben nach Ausspruch des Verfassers keine anderen 
Borsten in der I. Region. 

Die Intrahumeralborsten sind den Dipteris calyptratis eigen; es 
sind meist zwei, manchmal auch mehrere Borsten, welche zwischen der äusseren 
Dorsocentral-Borstenreihe (vide Region III.) einerseits und zwischen dem Humeral- 
Callus und der Präsutural-Depression anderseits eingefügt sind. 

II. Dorsoalar-Region. 

Die Supraalarborsten, gewöhnlich drei an der Zahl; die eine ist 
auf dem Postalar- Gallus (oft undeutlich bei den Ortaliden), sehr nahe dem 
Schildchensteg und gewöhnlich in einer Linie mit den Präscutellarborsten 
(conf. Region III.) inserirt; die zweite steht vor der ersten genau an der Spitze 
des Alar-Frenums; die dritte steht vor der zweiten an dem Rande des Vorder- 
theiles der Supraalargrube. Diese Borsten bilden keine gerade Reihe; ihre 
Basen bilden ein Dreieck. Eine vierte Supraalarborste findet sich charakteristisch 
bei den Ortalinen, einer Gruppe der Ortaliden; sie steht hinter der sogenannten 
Mesothoracal-Quernaht und über der hinteren Posthumeralborste. Die Diptera 
calyptrata haben öfters eine Reihe von mehr als drei Supraalarborsten. Auch 
bei den Asiliden bilden diese Borsten eine eigene Gruppe. 

Die Intraalarborsten finden sich bei den calyptraten Dipteren; sie 
bilden meist eine Längsreihe von 2—3 Borsten zwischen der Supraalargruppe 
und der äusseren Dorsocentral-Borstenreihe. 



») Vide in Figur: I, TI, III. 

*) Verschieden davon sind meine Posthumeralbörstchen (Mik, Verh. d. k. k. zool.-botan. 
Ges., Wien 1880, p. 350, Zeile 4 von oben. 



14 



Versammlung am 1. März 1882. 



III. Dorsocentral-Region. 

Die Dorsocentralborsten, zwei oder vier geordnete Reihen von 
Borsten auf dem Mittelfelde des Thoraxrückens. Bei den Ortaliden fehlen sie 
öfters. Das innere Reihenpaar bildet bei den Dolichopodiden die Acrostichal- 
börstchen (Mik). — Manchmal sind statt der Längsreihen dieser Borsten 
nur vier oder zwei in eine Querreihe gestellte Borsten vorhanden, welche vor 
dem Schildchen stehen und daher Präscutellar borsten genannt werden 
(z. B. bei Ortaliden, Tetanocera etc.); manchmal (bei Trypeta) ist nur ein 
Paar solcher Präscutellarborsten vorhanden, während ein zweites mehr vorn 
und weiter auseinanderstehend, die (fehlende) äussere Dorsalreihe repräsentirt. 
Die Präscutellarborsten sind immer zwischen den Scutellarstegen eingefügt. 
Unter Präscutellar reihen versteht Osten -Sacken zwei kurze Längs- 
reihen schwacher Borsten, welche öfters bei Asiliden vor dem Schildchen vor- 
kommen. 

C. Borsten der Thoraxseiten. 

Die Prothoracalborste („Borste über die Vorderhüfte" Lw.), je eine 
steife Borste am Prothorax. Die Ortalina (Lw.) besitzen dieselbe; ebenso 
Cordylura, während sie bei Scatophaga fehlt. Bei den Calyptraten finden sich 
meist mehrere Borsten daselbst. 

Die Mesopleuralborsten stehen auf den Mesopleuren in dem Winkel, 
welcher durch die horizontale Notopleural- und durch die verticale Mesopleural- 
naht gebildet wird. In der Gruppe der Ortalinen sind mehrere Borsten in 
eine Verticalreihe gestellt, bei Scatophaga finden sich zwei Borsten, bei Dryo- 
myza und Helomyza fehlen sie. Bei den Calyptraten bilden sie eine auf- 
fallende Reihe. 

Die Sternopleuralborsten auf den Sternopleuren. Bei den Orta- 
linen und Cephalinen (Lw.) steht eine solche Borste über den Mittelhüften, 
ebenso bei Scatophaga; bei Helomyza und JBlepharoptera eine oder zwei, bei 
Sapromyza zwei, bei Dryomyza drei, bei Platystominen keine. Bei einigen 
Anthomyinen drei (eine vordere, zwei hintere), bei einigen Dexien und Tachinen 
drei (zwei vordere und eine hintere), bei Sarcophaga drei (eine vordere, eine 
hintere und eine zwischen diesen). 

Die Pteropleuralborsten sind selten und meist schwer wahrzunehmen; 
Trypeta z. B. hat eine schwache Borste, eingefügt auf der Pteropleura unter der 
Flügelwurzel. 

Die Metapleuralborsten, besonders deutlich bei den Asiliden, wo 
sie eine fächerähnliche Reihe bilden. 

Die Hypopleuralborsten, kommen nur bei einigen calyptraten Dipteren 
vor, welche eine Reihe oder ein Büschel derselben aufweisen. 



Die Borste, welche gewöhnlich unmittelbar hinter dem Scutellar-Jugum vorkömmt, gehört 
zur Dorsoalar-Region, und zwar ist es die hinterste Borste der Supraalargruppe. 



J. Mik. 



15 



Zum Schlüsse wird die praktische Anwendung der Terminologie der 
Borsten an einigen Beispielen der wichtigsten grösseren Dipterengruppen oder 
-Familien gegeben. 

So wird für die Biptera acdlyptera als Beispiel Platyparea poeciloptera 
hervorgehoben; an dieser Art ist im Allgemeinen die Chätotaxie der Try- 
petinen, mit Ausschluss der Dacinen, repräsentirt. In dem Schema bedeuten 
die eingeklammerten arabischen Ziffern die Anzahl der Borsten, die römischen 
Zahlen die Regionen am Thoraxrücken. „Kopf: Scheitelborsten, das äussere 
Paar kürzer als das innere; das Postvertical- und Ocellarpaar von massiger 
Grösse; Frontoorbitalborsten schwach (2); untere Frontoorbitalborsten (3). — 
Thoraxrücken: I. Humerale (1), Posthumerale (2), Präsuturale (1). II. Supra- 
alare (3). III. Ein Präscutellarpaar; ein zweites Paar mehr vorn und weiter 
seitwärts stehend. — Pleura: Mesopleurale (2), Sternopleurale (1), Ptero- 
pleurale (1, sehr schwach). — Scutellum (4)." 

Im Gegensatz zu dieser ziemlich vollständigen Beborstung ist als Beispiel 
einer sehr unvollständigen: Psila fimetaria angeführt: „Kopf: Scheitelborsten, 
2 Paare von mittler Grösse; das Ocellarpaar sehr schwach; Postvertical- und 
Frontoorbitalborsten fehlend. — Thoraxrücken: I. Eine Präsuturale. II. Nur 
2 Supraalaren, die eine hintere fehlt. III. Ein Präscutellarpaar (alle anderen 
Dorsalborsten fehlen). — Pleurae ohne Borsten. — Scutellum: 2." 

Hierauf wird die Chätotaxie der Diptera cdlyptrata besprochen. Es würde 
mich zu weit führen, diese auch hier zu erörtern. Darnach folgen die Mjopiden 
und hierauf von den Orthorhaphen die Familien der Dolichopodiden, Asiliden, 
Empiden, Bombyliden und Thereuiden. 

Ich will hier zum leichteren Verständnisse des Gesagten und zum Ver- 
gleiche nur einige von diesen Familien hervorheben: 

DoUchopodidae. „Nur ein Paar (das äussere) von Scheitelborsteu; das 
Postverticalpaar ist so placirt, dass man es leicht für das innere Scheitelborsten- 
paar deuten könnte. Ocellarpaar sehr hoch am Scheitel, zwischen den Scheitel- 
borsten und sehr deutlich. Auf den hinteren Orbiten (Loew) stehen Cilien; ^) 
Humeralborsten (1) , posthumerale (2) , einige Intrahumeralen (I) , deutliche 
Supraalar- und Intraalarborsten (II). In der Dorsocentral-Region zwei äussere 
Reihen von Dorsocentralborsten; zwei (manchmal nur eine) Reihen von schwachen 
Börstchen repräsentiren die inneren Dorsocentralreihen, welche Professor Mik 
Acrostichalbörstchen genannt hat. An den Pleuren, bei DoUchopus, eine charakte- 
ristische Prothoracalborste." 2) 

Äsilidae. „Die Kopf borsten sind, der zahlreichen Haare wegen, undeut- 
lich. Ein Paar Ocellarborsten und ein anderes Paar, unmittelbar dahinter, 
sind zuweilen zu unterscheiden. Eine Reihe von Occipitoorbitalborsten (welche 
oft stoppelartig sind; sie sind mit den Cilien an den hinteren Orbiten bei den 

1) Sie werden sehr oft mit dem Namen Poetocular-Cilien bezeichnet. 
*) Bei Medeterus sind hier 2-6 übereinanderstehende Borstenhaare {prothoracis setae Koytz. 
Verh. d. k. k zool.-botan. Ges. 1877, p. 41). 



16 



Versammlung am 1. März 1882. 



Dolichopodiden homolog. Am Thorax eine (Leptogaster) oder mehrere Prä- 
suturalborsten (I) charakteristisch ; häufig Supraalarborsten am Postalar-Callus (II) ; 
und eine Zahl von Intraalarborsten (II). Oefters zwei Längsreihen von einigen 
kurzen Präscutellarborsten. An den Pleuren manchmal einige Mesopleural- 
borsteu (Laphria), welche oft schwer von den Haaren zu unterscheiden sind; 
dann eine charakteristische fächerartige Reihe') von Metapleuralborsten." 

Thereuidae. Bei den pelzhaarigen Thereua -Arten gestaltet sich die Be- 
obachtung der Borsten ebenso schwierig wie bei den behaarten Bombyliden; 
man muss daher kahlere Formen untersuchen. Es zeigt sieh da, dass sie die 
normalen Kopfborstenpaare nicht besitzen, ebenso fehlen Humeralborsten ; eine 
Reihe von drei bis vier (ich fand auch fünf) Borsten müssen als Posthumeral- 
borsten gedeutet werden. Ferner kommen zwei vordere Supraalarborsten (am 
Rande der vorderen Supraalargrube, und eine hintere (an der Postalarschwiele) ; 
ferner zwei Paare (manchmal ein Paar, wie auch ich mich überzeugt habe) von 
Präscutellarborsten, eines genau vor dem anderen; endlich vier Scutellarborsten. 

Ich glaube in vorstehenden Bemerkungen das Wesentlichste der für die 
Systematik der Dipteren sehr wichtigen Arbeit 2) Osten-Sacken's mitgetheilt 
zu haben, so dass diese Mittheilungen jenen meiner Pachcollegen nicht unwill- 
kommen sein werden, welche entweder die wenig verbreitete Schrift Osten- 
Sacken's nicht einsehen können oder welche der englischen Sprache nicht 
mächtig sind. 

Herr Professor Reichardt legte eine Arbeit von Dr. F. 
Arnold: Ueber die lichenologisclie Thätigkeit Wulfen 's vor. 
(Siehe Abhandlungen.) 

Herr H. Braun überreichte seinen in Gemeinschaft mit 
Herrn Dr. E. v. Halacsy ausgeführten: Nachtrag zur Flora von 
Nieder - Oesterreich, an welchem auch die Herren E. Hackel, 
Dr. G. Beck und J. Keller in der Bearbeitung einzelner Gruppen 
participiren. Wird von der Gesellschaft in Druck gelegt und zum 
Kostenpreise den Mitgliedern überlassen. 



Herr Dr. Franz Low theilt mit, dass es Herrn J. Li<jhten- 
stein in Montpellier gelungen ist, durch Zucht die Männchen von 
Acanthococcus aceris Sign., welche ungeflügelt sind, zu erhalten. 



^) Loew nennt diese Borstenreihe bei den Empiden z. B. : Haar schirm (vor den 
Schwingern). 

Nach des Autors eigener Bemerkung ist diese Arbeit nur ein „approximativer und keines- 
wegs exhaustativer" Entwurf. 



A.. Pelikan von Plauenwald. 



17 



Jahres -Versammlimg am 5. April 1882- 

Vorsitzender : Herr Präsident - Stellvertreter A. Pelikan 
Freiherr von Plauenwald. 



Neil eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 
Cogniaux Dr. A., Professor. Jodoigne bei ^ Herren 

Brüssel Dr. H. W. Reichardt, Dr. G. Beck. 

Heeg Moritz, Bankbeamter. Wien .... Dr. F. Ostermeyer, H. Zukal. 

Pälmai Emil, stud. agr. Wien Dr. G. Mayr, E. Platz. 

K. k. Gymnasial-Direction in Königgrätz . . Die Direction. 



Eingesendete Gegenstände: ^ 

500 Insecten für Schulen von Herrn Dr. G. Beck. 

1 Becherkoralle für das Museum von Herrn Dr. Lenk. 
20 Fascikel Pflanzen von dem Herrn Professor Dr. Reichardt als Leiter 
des k. k. botanischen Hofcabinetes. 

Conchylien für Schulen von Herrn J. Stussiner. 



Bericht des Präsidenten-Stellvertreters A. Pelikan von Planenwald: 

Hochgeehrte Herren! 

In Folge Verhinderung Seiner Durchlaucht unseres Herrn Präsidenten 
fällt mir die ehrende Aufgabe zu, die geehrte Jahres -Versammlung zu begrüssen 
und den Bericht über die Thätigkeit unserer Gesellschaft im abgelaufenen Jahre 
1881, dem einunddreissigsten seit ihrer Constituirung, vorzulegen. 

Ein Rückblick auf diesen langen Zeitraum wird Ihnen die Genugthuung 
gewähren, dass das vereinte Wirken unserer Mitglieder in Förderung des Zweckes 
der Gesellschaft von erfreulichen Erfolgen begleitet ist und dass auch das ab- 
gelaufene Jahr in dieser Beziehung seinen Vorgängern nicht nachsteht. 

Der XXXI. Band unserer Verhandlungen veröffentlicht auf 800 Seiten 
35 Abhandlungen zoologischen und botanischen Inhaltes, erläutert durch 22 Tafeln. 

Der Ausschuss hat weiters in Würdigung der grossen Verdienste unseres 
verstorbenen Mitgliedes J. Juratzka die Herausgabe seines wissenschaftlichen 
Nachlasses über die Moosflora der österreichisch-ungarischen Monarchie, gesichtet 
von den Mitgliedern Herrn J. Brei dl er und J. Förster, beschlossen und ist 
die Drucklegung dieses Werkes eben in der Ausführung. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Sitz.-Ber. C 



18 



Jahres-Versararalung am o. April 1882. 



Wie früher, wurden auch im abgelaufenen Jahre viele Lehranstalten mit 
Anschauungsmitteln betheilt und erhielt unsere Bibliothek einen nicht unbe- 
deutenden Zuwachs. 

Hierüber, so wie über die einzelnen Geschäftszweige und die befriedigenden 
Erfolge unserer Vermögensgebahrung werden Ihnen die beiden Secretäre und 
der Rechnungsführer Näheres berichten. 

Ihrer patriotischen Gesinnung und Anhänglichkeit an die Allerhöchste 
Dynastie hat die Gesellschaft aus Anlass der Vermälung Seiner kaiserlichen Hoheit 
des durchlauchtigsten Kronprinzen und Herrn Erzherzoges Rudolf durch üeber- 
reichung einer ehrfurchtsvollen Beglückwünschungs -Adresse Ausdruck gegeben. 

Der k. k. geographischen Gesellschaft wurde zur Feier ihres fünfund- 
zwanzigjährigen, erfolgreichen Bestehens die Beglückwünschung durch eine Depu- 
tation unserer Gesellschaft entgegengebracht. 

Zu unserem Leide wurde im verwichenen Jahre die namhafte Zahl von 
31 werther Collegen, darunter ausgezeichnete Zoologen und Botaniker, uns durch 
den Tod entrissen, und zwar von auswärtigen Mitgliedern: Professor Mich. 
Chevreul in Paris, der hervorragende Zoologe Dr. C. Giebel in Halle a. d. S., 
der Anthropologe Dr. Reinh. Hensel in Berlin, der gewiegte Kenner der Flora 
in den argentinischen Staaten Dr. Paul Lorentz in Cordoba, Dr. Ludwig 
Rabenhorst in Meissen, der ausgezeichnete Biologe Dr. W. Rosenhauer in 
Erlangen , der um die Systematik der Blattwespen hochverdiente Professor 
G. Zaddach in Königsberg, Julius Colbeau in Brüssel, Fürsterzbischof Dr. 
Heinr. Förster in Breslau; von inländischen Mitgliedern: der all verehrte 
Lehrer und Gönner vieler Jünger der Wissenschaft Geheimrath Dr. Rudolf 
Brestl, der um die Fauna Steiermarks hochverdiente G. Dorfmeister in 
Graz, Musealcustos Dr. Johann Karl in Buda-Pest und Paul Wagner eben- 
daselbst, welcher noch vor seinem Ableben der Gesellschaft wohlwollend ge- 
dachte; ferner: Dr. Ant. Bryck in Krakau, Dr. Rieh. Godeffroy in Wien, 
Blasius Klecak in Lesina, Joh. Kuzmic in Ragusa, Aug. Logier in Schlau 
und Paul Ritter v. Rescetar in Ragusa. 

Diese namhaften Verluste sind auch der Grund, dass sich die Zahl der Gesell- 
schaftsmitglieder um Weniges verminderte; sie beträgt mit Jahresschluss 1085. 

Ich muss hier auch das innige Bedauern berühren, welches sich im Kreise 
unserer Mitglieder aus Anlass des schmerzlichen Familienverlustes kundgegeben 
hat, von welchem unser allverehrter Herr Präsident so hart betroffen wurde. 

Ich glaube im Sinne der geehrten Versammlung vorzugehen, wenn ich 
Sie einlade, das Andenken an die Heimgegangenen durch Erheben von den 
Sitzen zu ehren. 

Ich halte mich auch Ihrer Zustimmung versichert, wenn ich unserem 
ersten Secretär Herrn Gustos A. Rogenhofer für seine der Gesellschaft ge- 
widmete, aufopfernde Mühewaltung, dem von unserem Bedauern begleitet aus 
seiner mit Hingebung versehenen Function als zweiter Secretär zurückgetretenen 
Herr Gustos Dr. Emil Edler v. Marenzelle r, dem Rechnungsführer Herrn 
J. Kaufmann für seine mühevolle Cassaführung und Allen, welche bei 



A. Rogenliofer, G ü n t Ii e i Beck 



19 



Instandhaltung unserer Sammlungen und der Bibliothek, so wie bei Betheilung 
der Lehranstalten mit Ansehauungsobjecten mitwirkten, den Dank ausspreche. 



Bericht des Seeredirs Herrn Alois Rogenliofer: 

Seit einer Reihe von Jahren habe ich die Ehre und angenehme Pflicht, 
über den fortdauernd günstigen Stand unserer Gesellschaft zu berichten, die 
sich einer stätigen, wohlwollenden Unterstützung von Seite hoher Gönner wie 
der Behörden erfreut, aber auch fernerhin auf die thatkräftige Förderung Ihrer 
Strebungen durch die Mitglieder zu rechnen sich erlaubt; wie weit die Ueber- 
zeugung von der Wichtigkeit der naturhistorischen Disciplinen in alle Kreise 
dringt, beweist uns, dass selbst die oberste Leitung der von uns neu besetzten 
Provinzen sich direkt an unsere Gesellschaft um Unterstützung der neu gegrün- 
deten Schulen mit Lehrmitteln wandte. 

Der vorliegende XXXI. Band, mit 22 Tafeln geschmückt, welcher einen 
mehr als doppelt so grossen Werth im Buchhandel repräsentirt , umfasst 
auf 57 Druckbogen im Ganzen 35 selbstständige Aufsätze von 20 Autoren, 
worunter an ausländischen Fachgenossen hervorzuheben sind die Herren: Rud. 
Bergh, Graf E. Keyserling, Ludw. Koch, A. B. Meyer, H. B. Möschler, 
C. R. V. Osten-Sacken, K. Prantl, H. Reinhard und 0. M. Reuter, 

Auch der grossmüthigen Unterstützung von Seite unseres geehrten Aus- 
schussrathes Herrn Ritter v. Dräsche sei mit innigstem Danke erwähnt, der 
sämmtliche Tafeln zu seinem Aufsatze der Gesellschaft zum Geschenke machte. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Günther Beck: 

Bezüglich der Sammlungen unserer Gesellschaft kann ich mit Freuden 
constatiren, dass dieselben auch im verflossenen Jahre von Seite zahlreicher 
Mitglieder vermehrt wurden, deren gütige Spenden theils dem Grundstocke ein- 
verleibt wurden, theils zur Vertheilung an Schulen gelangten. 

Zoologische Objecto wurden gespendet von den P. T. Herren: Otto 
Bohatsch, A. Burgerstein, Csokor, Handlir, Kaufmann, Kolazy, 
C. Kolbe, Kreithner, P. Low, Mik, Prochaska, Ressmann, Rogenhofer, 
Schieferer, Zareczny, und botanische von den P. T. Herren: Arnold, 
H. Braun, Glatz, Hirc, L. Keller, Fr. v. Liechtenstern, Mühlich, 
Pfihoda, Tauscher, Wiesbaur und von dem Herrn Professor Reichardt im 
Namen des k. k. botan. Hofcabiuetes. Allen diesen Herren sei der beste Dank der 
Gesellschaft ausgesprochen, sowie auch den Herren H. Braun, Dr. Ostermeyer, 
Witting und Zukal, welche für die Instandhaltung des Herbares und den Herren 
Kaufmann, Kolazy, Kreithner und v. Marenzeller, welche zur Ordnung der 
zoologischen Sammlungen Zeit und Mühe in aufopferndster Weise verwendeten. 

Dem Herrn Ausschussrathe Kolazy gebührt noch insbesondere der volle 
Dank der Gesellschaft für die Sorgfalt und Thätigkeit, welche er bei Vertheilung 
naturhistorischer Objecte an Schulen entwickelte. Nach dem freundlichst von 
ihm entworfenen Verzeichnisse zeigt sich folgendes Ergebniss: 

C* 



20 



Jahres -Versammlung am 5. April 1882. 



Ausweis 

über die Betheilung der Lehranstalten mit Naturalien. 

Im Jahre 1881 wurden zweiundzwanzig Lehranstalten mit 270 Wirbel- 
thieren, 5400 Insecten, 2309 Conchylien, 248 Krebsen, Strahlthieren und 
Würmern, 3524 Pflanzen, im Ganzen mit 11.751 zoologischen und botanischen 
Objecten betheilt. 



Ii 

1 
a 



oa 
o 


Name der Lehranstalt 


Ausgest. 
Wirbelthiere 


Wirbelthiere 
in Weingeist 


Insecten 


Conchylien 


Krebse, 
Strahlthiere, 
Würmer 


Pflanzen 


1 




— 


— 


560 


220 


2 


550 


2 


Währing: k. k. Staats-Unter-Realschule . . 


— 


— 


659 


340 


40 


268 


8 




— 


— 


587 


— 


— 


321 


4 


Wien : k. k. Thierarznei-Institut 


— 


— 


23 


— 


— 


— 


5 


Pribram: k. k. Lehrer-Bildungs- Anstalt . . . 






487 








6 




3 


28 


138 


90 


21 


200 


7 


Baden: niederösterr. Land.-Real-Gymnasium 






110 








8 


Mähr.-Ostrau: Landes-Unter-Bealschule . . 


_ 


— 




— 


— 


220 


9 


Wien: I. österr. Bau-Gewerkschule 


14 


26 


279 


270 


35 


140 


10 


Mähr.-Ostrau: Mädchen-Bürgerschule . . . 


6 


17 


283 


240 


17 


430 


11 


Wien: Communal -Volksschule für Knaben, 
















II., Gerhardgasse 7 


12 




171 


67 


3 


150 


12 


„ Communal -Volksschule für Knaben, 


















12 


18 


306 


112 


13 


200 


13 


„ Communal -Volksschule für Knaben, 
















VIII., Josefstädterstrasse 93 . . . 


11 


10 




4 


24 




14 


„ Communal -Volksschule für Mädchen, 
















X., Himbergerstrasse 64 






66 




17 




15 


St. Pölten: Erziehungs - Institut der engl. 


















2 




308 


1 


3 


200 


16 




6 




226 


125 


2 


130 


17 




7 


22 


206 


130 


16 


100 


18 


Josefstadt: deutsche Priv.-Volksschule . . . 




22 


221 


180 


19 


100 


19 




8 




180 


121 


2 


130 


20 


Rohle b. Mähr.-Aussee: Volksschule .... 


5 




219 


142 


4 


125 


21 


Währing: Volksschule, Antonigasse 4 . . . 


7 


14 


186 


155 


17 


160 


22 


Zwerndorf a. d. March : Volksschule .... 


2 


18 


185 


112 


13 


100 




Summe . . 


95 


175 


5400 


2309 


248 


3524 



Ausserdem, wurden an die genannten Lehranstalten 65 Bände Gesellschafts- 
schriften, 77 Separat -Abhandlungen und 309 Abbildungen naturhistorischen In- 
halts vertheilt. 

Ebenso müssen wir dem Herrn Ausschussrathe F. Bartsch die vollste 
Anerkennung und den Dank der Gesellschaft aussprechen für die der muster- 
haften Instandhaltung und Ordnung der Bibliothek zugewendete Mühe, sowie 
auch jenen Herren und Autoren, welche letztere durch Widmung von Werken 



J. Kaufmann. 



21 



und Separatabdrücken bedeutend vermehrten. Sie zählen über 30 und werden 
auf Seite 39 der Sitzungsberichte namentlich aufgeführt. 

Am Ende des Jahres 1881 stand die Gesellschaft mit 270 Redactionen 
periodischer Schriften in Tauschverbindung, was gegen das Vorjahr eine Ver- 
mehrung von acht Neuhinzugekommenen zeigt. Diese sind: 

Der Berliner entomologische Verein, die Gesellschaft der Naturforscher 
an der Universität Charkow, The Zoologist, Societe zoologique de France ä Paris, 
der Entomologische Verein in München, die Universität Christiania und die 
Museumsbibliothek in Bergen , endlich ,Jrmischia", Organ des botanischen 
Vereins für das nördliche Thüringen in Sondershausen. 

4 zoologische und 3 botanische periodische Druckschriften werden gegen- 
wärtig angekauft (siehe p. L). 

Bericht des Rechnungsführers Herrn J. Kaufmann. 



Einnahmen : 



Jahresbeiträge mit Einschluss der Eintrittstaxen und Mehrzah- 








lungen von zusammen fl. 280 .72 


fl. 


2.872 . 


.72 




V 


1.950 . 




Verkauf von Druckschriften und Druckersätze 




368. 


,28 


Interessen für Werthpapiere und für die bei der Ersten öster- 








reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge 




460. 


.66 






71. 


.18 


Sonstige Ersätze (dabei der Ersatz des Herrn Dr. Dräsche für 








Tafeln pr. fl. 83 . 72) 




85 


.22 




» 


240 




Summa . . 


fl. 


6.048 , 


.06 


und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahres 1880 ver- 








bliebenen Cassarestes sammt fl. 3.020 . — unantastbaren 








Vermögens von 


» 


4.788 


.89 


in Baarem und fl. 1.500 . — 








in Werthpapieren, im Ganzen fl. 1.500 . — 


fl. 


10.836 , 


.95 



Die Werthpapiere bestehen aus: 
2 siebenbürg. Grundentlastungs- Obligationen ä 100 fl., und 
1 Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Erzbischof 
Dr. Ld. Haynald. 

1 Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter von Kochel. 
1 Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandmayer. 
1 Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogen hof er. 

4 Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron von Königswarter. 
1 Rudolfslos zu 10 fl., Geschenk von Herrn Martin v. Damianitsch zum 

Andenken an seinen verstorbenen Sohn Rudolf (3 sind bereits gezogen). 
1 Clarylos zu 40 fl. und 

5 Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter von Kochel. 



22 



Jahres -Versammlung am 5. April 1882. 



Ausgaben : 



Besoldungen und Remunerationen fl. 725 . — 

Neujahrsgelder „ 79 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaf tslocali- 

täten, dann der diesbezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 194 . 15 
Herrichtung der Gesellschaftslocalitäten und neuer Kästen für das 

Herbar „170.50 

Herausgabe von Druckschriften: 

a) für den Druck des XXX. Bandes den 

Rest von fl. 150 . — 

l) für den Druck des XXXI. 

Bandes „ 2.354.— 

c) für Illustrationen . . . „ 962 . 06 fl. 3.316 . 06 „ 3.466 ."06 

Bücherankauf ~ . . . . . . . T"^ „ 306.72 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 114.58 

Erfordernisse für das Museum „ 41 . 16 

Kauzlei-Erfordernisse, Diplome und Drucksorten „ 163 . 10 

Porto- und Stempelauslagen „ 191 . 73 

Für die Adresse zur Vermälung Sr. kaiserl. und königl. Hoheit des 

Herrn Kronprinzen Rudolf „ 49.80 

Zusammen . . fl. 5.501 ; 80 



Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.500 . — in Werthpapieren und fl. 5.335 . 15 in Baarem, welch' letzterer zum 
grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl. 3.260 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 



Verzeicliniss 



jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche von der Zeit vom 6. April 1881 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 

a) Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200.— 
„ Sr. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 

Kronprinzen Rudolf „ 80.— 

„ Ihren k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen: 

Carl Ludwig „ 30.— 

Ludwig Victor „ 20. — 



J. Kaufmann. 



23 



Albrecht fl. 50 . — 

Josef „ 50.— 

Wilhelm „ 50.— 

Rainer « 50 . — 

Heinrich „ 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland „ 60 . — 

„ Sr. Majestät dem König von Baiern „ 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 800 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 600 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200 . — 



b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts. 

Für das Jahr 1879: 

Von den P. T. Herren: 
Schliephake Dr. K. 5 fl. 71 kr. 



Für das Jahr 1881: 



Colloredo-Mansf eld Fürst Josef zu, Durchlaucht 


fl. 


100. 




Lichtenstein Johann, reg. Fürst von und zu, Durchlaucht . . 


» 


25. 




Schwarzenberg Johann Adolf Fürst zu, Durchlaucht .... 




10. 


50 


Förster Dr. Heinrich, Erzbischof in Breslau 


n 


10. 






» 


10 




Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht 


n 


10. 








10, 






n 


10. 






» 


8 








6. 


15 






6 




Brunner von Wattenwyl C, Damianitsch Mart., Dräsche 









Dr. Richard Freiherr v., Drude Dr. Oscar, Erdinger Carl, 
Felder Dr. Caj. Freiherr v., Frivaldsky Johann v., Gall 
Ed. V., Goldschmidt Moriz Ritter v., Haider Dr. Johann, 
Hanf Blasius, Kün stier Gustav, Major Mauritius, Maren- 
zeller Dr. Emil v., Müller Florian, Mürle C, Reisinger 
Alexander, Schaub Robert Ritter v., Schleicher Wilhelm, 
Schlosser Dr. Joh. Ritter v. Klekowsky, Stadler Dr. Ant., 
Stur Dionys. Tief Wilh.. Wiesner Dr. Julius, je . . . . „ 5.— 



24 



Jahres -Versammlung am 5. April 1882. 



Für das Jahr 1882: 

Lichtenstein Johann, reg. Fürst von und zu, Durchlaucht . . . fl. 25 . — 

Schwarzenberg Johann Adolf Fürst zu, Durchlaucht „10.50 

Heidmann Alberik „10.— 

Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht . „ »10. — 

Pelikan von Plauenwald Anton »10. — 

Eothschild Albert Freiherr v »10- — 

Röder Victor von „9.36 

Berg Dr. Carl » 7 . — 

Lehr- und Erziehungs-Anstalt der englischen Fräulein in Burghausen „ 6 . — 

Arnold Fr „5.51 



Bachinger Aug., Bartsch Franz, BeckDr. Günther, Breitier J., 
Fekete Fidelius v., Förster J. B., Fuchs Theod., Gall Ed. v., 
Goldschmidt Mor. v., Gre dler Vinc, HalacsyDr. Eugen, 
Haller Dr. Carl, Hanf Blasius, Habich Otto, Hirner Josef, 
Kaufmann Josef, Kolazy Josef, Künstler Gust., Latzel 
Dr. Rob., Lindpointner Anton, Matz Maximilian, Meyer 
Dr. Adolf Bern., More A. G., Müllner Michael, Mürle Carl, 
Pelzein Aug. v., PokornyDr. Alois, ReichardtDr. H. W., 
Reuss Dr. Aug. Leop. Ritter v., Reisinger Alex., Rosen- 
thal Ludwig Ritter v., Rupertsberger Math., Schieder- 
mayer Dr. Carl, Schleicher Wilhelm, Schröckinger von 
Neudenberg, Schwab Adolf, Seoane Lopez Dr. Victor, 
Sohst C. G., Staufer Vincenz, Steindachner Dr. Fr., 
Tomek Dr. Josef, Türk Rudolf, Vogl Dr. August, Weiss- 
flog Eugen, je » 5 . — 

Als Rechnungs-Revisoren wurden ernannt die Herren Anton 
Heimerl und Moriz Pfihoda. 



Herr Dr. Franz Low übergab eine Revision der paläarkti- 
schen Psylloden. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. Th. Fuchs erläuterte in einem längeren Vortrage 
den Einfluss des Lichtes auf die bathy metrische Ver- 
theilung der Meeresorganismen. 

Der Vortragende spricht die Ansicht aus, dass die bathymetrische Ver- 
theilung der Meeresorganismen in erster Linie nicht, wie bisher allgemein an- 
genommen wurde, durch die Temperatur, sondern vielmehr durch das Licht 
bedingt werde und sucht diese seine Anschauung in einem längeren Vortrage 
an der Hand der erfahrungsmässigen Thatsachen zu begründen. 



Th. Puchs.-T^^r- 



25 



Würde die TiefenverbreituDg der Meeresorgauismen durch die Temperatur 
bedingt werden, so müsste dieselbe in verschiedenen Breiten eine ausserordentlich 
verschiedene sein; unter den Tropen müssten die Litoralthiere in grosse Tiefen 
hinabsteigen und in den arktischen Meeren müssten die Tiefseethiere bis in die 
Litoralregion heraufreichen. 

In Wirklichkeit trifft jedoch keine dieser beiden Voraussetzungen zu, die 
Tiefenverbreitung der Meeresorganismen zeigt vielmehr unter allen Breiten einen 
auffallenden, gleichmässigen Charakter, der sich in folgenden Punkten resu- 
miren lässt: 

1. Die grosse Mehrzahl der Seichtwasserthiere ist in ihrem normalen 
Vorkommen auf eine Tiefe von weniger als 30 Faden beschränkt. 

2. Der wichtigste Wendepunkt im Charakter der Fauna findet innerhalb 
der sogenannten Korallinenregion in einer Tiefe zwischen 40 und 50 Faden statt; 
so dass man die Gesammtheit der unterscheidbaren Tiefenzonen am zweck- 
mässigsten in zwei Gruppen bringen kann: 

a) eine Gruppe über dieser Linie (Litoralzone und Sublitoral- oder Lami- 
narienzone) ; 

b) eine Gruppe unter dieser Linie (Elitoral- und Tiefseezone). 

3. In einer Tiefe von 90 — 100 Faden zeigt die Fauna in allen Meeren 
und unter allen Breiten bereits den vollkommen ausgesprochenen Charakter 
der Tiefseefauna und treten hier bereits fast alle charakteristischen Typen der 
Tiefsee auf (Tiefseekorallen, Brachiopoden , Crinoiden, Echinothurien , Glas- 
schwämme, Tiefseemollusken, Gadoiden, Macruriden). 

4. Nulliporen, so wie die grosse Mehrzahl jener Litoral- und Sublitoral- 
thiere, welche über die normale Grenze von 50 Faden hinaus in grössere Tiefen 
steigen, erreichen die untere Tiefengrenze ihrer Verbreitung bei circa 150 Faden. 

5. Die reichste Entwickelung der Tiefseefauna findet sich unterhalb 200 
bis circa 600 Faden. 

In den arktischen Meeren findet allerdings ein leichtes allgemeines An- 
steigen der die einzelnen Zonen bezeichnenden Tiefencurven statt, und gibt es 
auch thatsächlich, namentlich unter den Crustaceen und Echinodermen, eine Anzahl 
von Arten, welche in wärmeren Meeren in der Tiefe, in den arktischen Meeren 
hingegen in der Sublitoral- und Litoralzone gefunden werden; die Anzahl der- 
selben ist jedoch bei Weitem nicht so gross als häufig angenommen wird und finden 
sich darunter auch keine ausgesprochene Tiefseetypen. Ausgesprochene Tiefsee- 
formen wie: Tiefseekorallen, Brachiopoden, Crinoiden, Echinothurien, Pourtalesien, 
Glasschwämme u. dgl. finden sich auch in den polaren Meeren, niemals in der 
Litoral- und Sublitoralregion, sondern immer erst in grösseren Tiefen. 

Im tropischen Theil des pacifischen Oceans zeigt das Wasser noch in 
einer Tiefe von 80 Faden eine constante Temperatur von 25° C. und bei 100 
Faden von 21° C. Die riff bildenden Korallen mit ihrer Fauna könnten daher, 
so weit sie von der Temperatur abhängen, bis nahezu 100 Faden vorkommen, 
gleichwohl ist es bekannt, dass sie ihre Hauptentwickelung ober 10 Faden 

Z. B. Ges. B. XXXII. Sitz.-Ber. D 



'26 



Jahres -Versammlung am 5. April 1882. 



erreichen, und dass sie tiefer als 20 Faden überhaupt nicht mehr lebend angetroffen 
werden. 

Die Meerespflanzen mit ihren charakteristischen Bewohnern gehen auf 
der ganzen Erde nirgends tiefer als 26—30 Faden, und beiläufig auf dieselbe 
Tiefe sind die Bänke von grossen Muscheln beschränkt, (Austernbänke, Perl- 
muschelbänke u. s. w.) 

In den arktischen Meeren findet sich die Tiefseefauna am Grund des 
Meeres bei einer Temperatur von —1 bis — 2° C. Eine Fauna von genau demselben 
Charakter, zum grössten Theil aus genau denselben Gattungen, ja selbst aus 
denselben Arten zusammengesetzt, findet sich in den britischen Meeren bei 
70 bis 80 C, auf dem Pourtalesplateau bei l^his 13° C, bei der Insel Barbados und 
im Mittelmeer bei ebenfalls 13° C, bei den Philippinen nach Semper bis 15*^ C. 
und bei der Insel Cebu nach Moseley in 100 Faden Tiefe sogar noch bei 21*^ C. 
Die Thiere, welche hier bei dieser subtropischen Temperatur gefunden wurden, 
sind, so weit sie bisher bekannt wurden, ausser einer Masse von echten Hexacti- 
nelliden noch: Sdlenia hastiger a, Äspidodiadema tonsum, Micropyga tuber- 
culatum, Asthenosoma pellucidum! 

Wenn wir nun sehen, dass die riffbildenden Korallen mit ihrer reichen 
Fauna bis höchstens 20 Faden Tiefe vorkommen, während sie die ihnen zu- 
sagende Temperatur bis nahezu 100 Faden Tiefe finden, wenn wir andererseits 
sehen, dass eine Tiefseefauna von ganz gleichartigem Charakter einmal bis — 2° C, 
das anderemal bis -\-21^ C. vorkommt, so geht hieraus wohl genügend hervor, 
dass das Auftreten dieser Faunen nicht durch die Temperatur bedingt sein kann. 

lieber das Eindringen des Lichtes in das Meerwasser liegen zwar noch 
keine sehr zahlreichen, aber doch hinreichende Beobachtungen vor, um uns den 
Charakter dieser Erscheinung kennen zu lehren. 

Lorenz machte in Quarnero derartige Beobachtungen, indem er unter- 
suchte bis zu welcher Tiefe man noch Spuren reflectirten Lichtes von dem 
weissen Kalkboden des Meeres an der Oberfläche beobachten könne, und erhielt 
auf diese Weise als Grenze für das Eindringen des Lichtes die Tiefe von 26 bis 
30 Faden. 

Nach demselben Princip gingen Secchi im Mittelmeere und Pourtales 
im Golf von Mexiko vor, mit dem Unterschiede jedoch, dass sie nicht den 
Meeresboden, sondern eine grosse weiss lakirte Scheibe beobachteten, die sie 
ins Meer hinabsenkten. Ersterer erhielt auf diese Weise als Lichtgrenze die 
Tiefe von 42, letzterer von 50 Faden. 

Nach den Beobachtungen von Forel im Genfer See kann man mittelst 
empfindlichen photographischen Papiers schwache Lichtmengen noch in viermal 
grösserer Tiefe nachweisen, als der Versuch mit der Scheibe anzeigt und würde 
daher nach dieser Methode die untere Lichtgrenze im Meer bei 168 bis 200 
Faden zu suchen sein. 

Es ist wohl wahrscheinlich, dass keine dieser gefundenen Tiefen die ab- 
solute Lichtgrenze bezeichnet, doch ist es gewiss, dass dieselben Grenzwerthe 
für gewisse lutensitätsgrade des Lichtes darstellen. 



Th. Fuchs. 



27 



Vergleicht man nun diese verschiedenen Lichtgrenzen mit den eingangs 
angeführten Grunderscheinungen in der bathymetrischen Vertheilung der Meeres- 
thiere, so findet man einen ganz auffallenden Parallelismus zwischen diesen 
beiden Gruppen von Erscheinungen, indem man sieht, dass den einzelnen 
Intensitätsgrenzen des Lichtes immer auch eine bestimmte Modification in der 
Fauna entspricht. 

Besonders auffallend ist die genaue Uebereinstimmung zwischen der 
nach der Scheibenmethode gefundenen Lichtgrenze (42 — 50 Faden) mit dem ein- 
gangs erwähnten wichtigsten Wendepunkt in der Tiefen Verbreitung der Meeres - 
tbiere. welcher zwischen der Sublitoral- und der Elitoralzone gelegen ist (40 bis 
50 Faden). 

Der massgebende Einfluss, welchen das Licht auf die Tiefenverbreitung 
der Organismen ausübt, scheint sich aus diesen Thatsachen mit hinreichender 
Evidenz zu ergeben. 

Die Litoralfauna ist die Fauna des Lichtes, die Tiefseefauna ist die 
Fauna der Finsterniss. 

Hiemit stimmt auch sehr gut die Thatsache überein, dass die Thiere der 
Litoralregion sich im Allgemeinen durch lebhafte und bunte Färbung, die Thiere 
der Tiefsee aber durch lebhaftes Leuchten auszeichnen. 

Wenn die Tiefseethiere ihrer Natur nach Thiere der Dunkelheit sind, so 
möchte man glauben, dass im Allgemeinen Tiefseethiere leichter in die litorale 
Kegion aufsteigen als umgekehrt Litoralthiere in die Tiefe gehen können. 

Litoralthiere, welche in die Tiefe gehen, kommen nämlich aus der Region 
des Lichtes in eine Region constanter Dunkelheit, während Tiefseethiere, welche 
aus ihrer dunklen Heimat in seichtes Wasser aufsteigen, auch hier zur Nacht- 
zeit die ihnen zusagende Dunkelheit finden und demnach nur eine nächtliche 
Lebensweise anzunehmen brauchen, um sich ihrem neuen Wohnort zu accom- 
modiren. 

Die Mehrzahl der pelagischen Thiere scheinen ihrer Natur nach eigentlich 
Tiefseethiere zu sein, welche nur des Nachts an die Oberfläche kommen. 

Auch die Cephalopoden sind ihrer Mehrzahl nach Tiefseethiere, in der 
Litoralregion aber Nachtthiere. 

Das beobachtete Ansteigen der einzelnen Tiefenzonen gegen die Pole, sowie 
das Vorkommen einzelner Tiefseethiere in den höheren Zonen der arktischen Meere 
lässt sich ebenfalls sehr gut aus diesem Gesichtspunkte erklären, da ja in den 
hohen Breiten die Sonne einen grossen Theil des Jahres unter dem Horizont 
verborgen bleibt und auch während ihres höchsten Standes sich verhältniss- 
mässig nur wenig über den Horizont erhebt, so dass die Sonnenstrahlen nie- 
mals so tief ins Meer eindringen können als bei dem mehr senkrechten Auffallen 
in niederen Breiten. Es ist daher vollkommen begreiflich, dass die Dunkelheit 
in den arktischen Meeren durchschnittlich in geringerer Tiefe beginnt als in 
den tropischen und die Thiere der Dunkelheit mithin auch in geringerer Tiefe 
vorkommen müssen. 

D* 



28 



Jahres -Versammlung am 5. April 1882. 



In den antarktischen Meeren wird dieses Verhältniss vielleicht noch 
durch die fast constante Bewölkung des Himmels verstärkt, und Hesse es sich 
dadurch verstehen, dass hier das Heraufreichen von Tiefseethieren in seichteres 
Wasser besonders auffallend ist. 

Wenn das Auftreten der Tiefseefauna im Wesentlichen durch die Dunkel- 
heit bedingt wird, so müsste man in dunkeln Höhlen auch in der Litoralregion 
eine Fauna vom Charakter der Tiefseefauna erwarten. 

Für das süsse Wasser ist eine solche Analogie zwischen Höhlen- und 
Tiefseefauna seit Langem bekannt und auch aus dem Meere liegen einige 
Beobachtungen vor, welche ein gleiches Verhalten anzuzeigen scheinen, doch sind 
in dieser Richtung entscheidende Beobachtungen wohl erst zu machen. 



Herr A. Heimerl machte auf das interessante Zusammen- 
vorkommen der Py^imula officinalis, elatior und acaulis auf Wiesen 
bei Hochstrass im Wiener Walde aufmerksam und bemerkte^ dass 
daselbst unter Einem auch deren Bastarte P. media Peterm. (elatior X 
officinalis) und P. digenea Kern, (acaulis X elatior) sich vorfinden, 
während die P. hrevistyla DC. (suhacaulis X officinalis) im Wiener 
Walde überall sich vorfindet, wo die zwei Stammeltern zusammen- 
treffen. 



Der Secretär Dr. G. Beck sprach über einige neue Pflanzen 
Oesterreichs. (Siehe Abhandlungen.) 



Der Secretär A. Rogenhofer legte ein von Dr. Richard 
von Dräsche eingesendetes Manuscript vor, betitelt: Oxycorynia, 
eine neue Synascidien-Gattung aus der Südsee. (Siehe Abhand- 
lungen.) 



Die neu entworfenen Statuten wurden den Mitgliedern zur 
Kenntnissnahme verabfolgt. 



A. Pelikan von Plauenwalrt 



29 



Versammlung am 3. Mai 1882. 

Vorsitzender: Herr Präsident - Stellvertreter A. Pelikan 
Freiherr von Plauenwald. 

Neu eingetretene Mitglieder : 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Bonetta Ferdinand, Universitäts - Professor. 

Agram Ant. Heimerl, Joh. Lencesch. 

Jurinac A. E., Professor. Warasdin . . . SpiridionBrusina, A.Rogenhofer. 

Nörner Dr. Carl. Wien Dr. J. Csokor, Dr. Leop. Förster. 

Wagner Franz Ritter von Kremsthal, stud. 

phil. Wien Prof. J. Böhm, A. Rogenhofer. 



Anschluss zuro Schriftentausche : 

Bulletin of the Torrey botanical club, New-York. 

Revue coleopterologique par C. van de Branden, Brüssel. 



Eingesendete Gegenstände: 

1 Partie Lepidopteren von Herrn A. Metzger. 

1 „ „ „ „ Vinc. Dorfmeister. 

7 Centurien Käfer von Herrn Freiherrn v. Pelikan. 



Herr Dr. Franz Low sprach über eine neue Schildlaus 
(Xylococcus filiferus) auf Tilia. (Siehe Abhandlungen.) 



Herr Dr. O. Stapf hielt einen längeren Vortrag über die 
„Krystalloide der Pflanzen". 



Der Secretär Dr. G. Beck machte auf das Erscheinen der 
vorzüglich gearbeiteten Monographie der europäischen Festuca- 
Arten von Professor E. Ha ekel aufmerksam. 



30 



Verisammlung am 3. Mai 1882. 



Der Secretär A. Rogenliofer legte eine Arbeit des Herrn 
A. V. Pelz ein: Ueber eine Sendung von Vögeln aus Borneo vor 
(siehe Abhandlungen) und demonstrirte den Frass des Sinoxylon 
muricatum an Wein stocken, die Herr C. Deschmann in Laibach 
eingesendet und welcher auch ausführlich über das schädliche Auf- 
treten des Käfers im heurigen April in Unterkrain berichtete; 
ferner besprach der Vortragende einen Aufsatz von Herrn August 
Wimm er: Ueber Tiefenvorkommen adriatischer Mollusken an den 
Küsten Istriens und Dalmatiens (siehe Abhandlungen) und legte 
die sehr fleissige Arbeit von Oberförster Fr. Wachtl vor: Die 
Weisstannen-Triebwickler. Wien 1882, mit 12 Tafeln zum Theil 
in Farbendruck und von vorzüglicher Ausführung. 



Zum Schlüsse wurden die abgeänderten Statuten vorgelesen 
und einstimmig angenommen. 



Abhandlungen. 



1 



Zur Charakteristik der Psylloden- Genera 
Aphalara und Rhinocola, 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 
(Mit Tafel XI.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. December 1881.) 

Es ist mir schon längst aufgefallen, dass sowohl in die Gattung Aphalara 
als in die Gattung Rhinocola in neuerer Zeit Arten eingereiht wurden, welche 
gegenüber den schon von früher her in denselben untergebrachten im Totalhabitus 
eine nicht unwesentliche Verschiedenheit zeigen. Ich unterzog daher alle hieher 
gehörenden Arten einer genauen Untersuchung und erlangte dadurch die Ueber- 
zeugung, dass die Gattungen Aphalara und Rhinocola in derjenigen Begrenzung, 
welche ihnen von Förster. und Flor gegeben wurde, heute nicht mehr haltbar 
sind, weil unter den seither aufgefundenen Arten sich viele befinden, welche 
streng genommen in keines dieser beiden Genera im Sinne der genannten 
Autoren eingereiht, meiner Ansicht nach aber auch nicht als Eepräsentanten 
neuer Genera aufgefasst werden können. Demzufolge erscheint es unerlässlich, 
dass diese zwei Genera von neuefn Gesichtspunkten aus begrenzt, und zu ihrer 
Unterscheidung andere Merkmale als die von Förster und Flor hiezu ge- 
wählten aufgesucht werden. 

Als Förster im Jahre 1848 (Verh. d. naturh. Ver. d. preuss. Eheini. 
5. Bd., p. 67—68) die Gattungen Aphalara und Rhinocola aufstellte, waren 
ihm nur wenige Arten bekannt, welche in diese eingereiht werden konnten, und 
da bei einigen dieser Arten ein deutliches Randmal in den Vorderflügeln (Ptero- 
stigma) vorhanden war, bei den anderen hingegen nicht, so benützte Förster 
dieses eine Merkmal zur Trennung derselben in obige zwei Genera und stellte 
die Arten mit Eandmal zu Rhinocola, die ohne ein solches dagegen zu Apha- 
lara. Flor, welcher im Jahre 1861 eine Zetterstedt'sche Chermes-Art 
(affmis) zu Aphalara und zwei neue Arten (speciosa und suhrubescens) zu 
Rhinocola stellte, fand bei seinen Untersuchungen, dass die damals bekannten 
Arten der Gattung Aphalara sich von jenen der Gattung Rhinocola auch noch 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 1 



2 



Franz Low. 



in Hinsicht anf die Form der Genitalplatte der Männchen wesentlich von ein- 
ander unterscheiden, und nahm dieses Merkmal deshalb in die Charakteristik 
der beiden in Eede stehenden Gattungen auf, um diese dadurch schärfer zu 
begrenzen. Die wesentlichsten Unterschiede, auf welche Flor die Trennung 
dieser Genera basirte, waren folgende: 

„Randmal fehlt (Genitalplatte der cf mit zwei langen, horizontalen, seit- 
lichen Fortsätzen) Aphalara," 

„Randmal breit und deutlich (Genitalplatte der cT einfach ohne Fort- 
sätze) Ithinocola," 

Diese Art und Weise der Unterscheidung leistete so lange vortrejffliche 
Dienste, als man bloss solche Arten kannte, bei denen die erwähnten Merkmale 
in der obigen Vereinigung vorhanden waren; sie lässt uns dagegen heute, wo 
wir bereits 28 hieher gehörende Arten kennen, völlig im Stiche, weil sich 
unter den neuen Arten viele befinden, welche Merkmale beider Genera an sich 
tragen. So hat z. B. eine von Puton bei Agde im südlichen Frankreich auf 
Tamarix entdeckte Art ein deutliches, ziemlich grosses Randmal in den Vorder- 
flügeln, besitzt aber im männlichen Geschlechte an der Genitalplatte zwei lange, 
horizontal nach hinten gerichtete Fortsätze und passt daher streng genommen 
im Flor'schen Sinne weder in die Gattung Aphalara noch in die Gattung 
Bhinoeola. Puton stellte sie in die letztere, weil er Anfangs nur das Weib- 
chen kannte, und nannte sie daher Bhin. tamaricis. Hätte er das Männchen 
zuerst aufgefunden, so würde er dasselbe, seiner langen Fortsätze an der Genital- 
platte wegen, wahrscheinlich als eine Aphalara -Art angesehen haben. Aehnlich 
verhält es sich mit den südrussischen Arten Aph. halimocnemis Beck., Leth. und 
unicolor Scott. Auch diese haben ein deutliches Randmal und zugleich die 
erwähnten Fortsätze. Anders hingegen ist es bei Rhin. turJcestanica F. Lw. 
Die Genitalplatte des dieser Art besitzt zwar keine langen Fortsätze, ist aber 
auch nicht so einfach, wie sie von Flor dem Genus Bhinoeola zugeschrieben 
wird, sondern an den Seiten sehr breit lappenförmig nach hinten erweitert 
(Siehe Verband, d. zool.-botan. Ges. 1880, Taf. VI, Fig. 2b). 

Es Hessen sich hier noch mehrere solche Beispiele als Beleg für das ein- 
gangs Gesagte anführen, doch erhellt schon aus den obigen zur Genüge, dass 
die Unterscheidung der Gattungen Aphalara und Bhinoeola nach den Merk- 
malen, auf welche Förster und Flor ihre Trennung basirten, heute bereits 
unmöglich geworden ist. 

Angesichts dieser Thatsache hatte ich Anfangs die Absicht, diese beiden 
Genera in ein einziges Genus zu vereinigen, da ich jedoch bemerkte, dass zwi- 
schen den von Förster und Flor in dem Genus Aphalara untergebrachten 
Arten und denjenigen, welche diese Autoren in dem Genus Bhinoeola vereinigt 
haben, eine wenn auch sehr geringe Verschiedenheit im Totalhabitus besteht, 
welche darin ihren Ausdruck findet, dass die ersteren im Ganzen ein wenig 
schlanker als die letzteren erscheinen, so habe ich von der beabsichtigten Ver- 
einigung der Aphalara- und Rhinocola -Arten in ein einziges Genus wieder Ab- 
stand genommen und mich bemüht Unterscheidungs-Merkmale an ihnen auf- 



Zur Charakteristik der Psyllodeu-Geuera Aphalara und Rhinocola. 



3 



zufiuden, welche das Auseiuauderhalteu der Genera Aphalara und Wiinocola 
überhaupt und in einer Weise möglich machen, dass auch die oben besprochenen, 
neuen Arten in dieselben richtig vertheilt werden können. Ich musste mich 
hiebei einzig und allein auf die Merkmale der Flügel beschränken, weil die 
übrigen Körpertheile der Aphalara- und Rhinocola -Arten keine hinreichenden 
Anhaltspunkte zur generischen Trennung dieser Arten bieten. 

In der folgenden Zusammenstelluug bringe ich nun alle jene Merkmale, 
welche mir als charakteristisch für die Unterscheidung der in Rede stehenden 
zwei Genera erscheinen, in übersichtlicher Weise zur Anschauung. 



Gen. Aphalara» 

Vorderflügel dünnhäutig, sehr 
fein punktirt , nicht quergerunzelt, 
entweder eiförmig, in der Spitzenhälfte 
am breitesten und am Ende breit ab- 
gerundet — oder eiförmig mit einer 
schwachen Neigung zur rhombischen 
Form und am Ende etwas schief von 
hinten nach vorn abgerundet. 

Das Pterostigma fehlt bei den 
meisten Arten; wenn eines vorhanden 
ist, dann ist der Radius kurz und an 
seinem Ende plötzlich zum Vorderrande 
gebogen. 

Der Radius mündet mehr oder 
weniger weit vor der Flügelspitze, aber 
dieser nicht näher als die vierte Zinke 
in den Vorderrand. Seine Spitze ist 
mehr oder weniger stark gegen den 
Vorderrand gebogen, auch dann, wenn 
er selbst eine Biegung nach hinten hat. 



Die vierte Zinke läuft bei den mei- 
sten Arten in die Flügelspitze, mündet 
aber auch bei einigen vor oder hinter der- 
selben in den Spitzenrand ; im letzteren 
Falle ist sie aber von der Flügelspitze 
nie weiter entfernt als der Radius. 



Gen. ItJiinocola, 

Vorderflügel ziemlich derb, mehr 
oder weniger querrunzelig, rhombisch 
und gleichbreit oder verkehrt eiförmig 
und in der Basalhälfte am breitesten 
— oder mehr häutig, eiförmig, in der 
Spitzenhälfte am breitesten, aber mit 
einer deutlichen Neigung zur rhombi- 
schen Form. 

Das Pterostigma vorhanden, 
manchmal nur klein und kurz drei- 
eckig, manchmal dagegen lang und 
breit. 

Der Radius mündet entweder 
direkt in die Flügelspitze oder sehr 
nahe vor derselben, dieser aber deutlich 
näher als die vierte Zinke in den 
Vorderrand. Er ist entweder ganz 
gerade oder an seinem Ende ein wenig 
nach hinten gebogen; seine äusserste 
Spitze ist aber nicht vorwärts ge- 
krümmt; seine Basis hat zuweilen eine 
kleine Ausbiegung nach hinten. 

Die vierte Zinke läuft bei keiner 
Art in die Flügelspitze, sondern mündet 
mehr oder weniger weit hinter der- 
selben in den Flügelrand und stets 
etwas weiter von ihr entfernt als der 
Radius. 



Unter den hier aufgeführten Merkmalen spielt, wie man sieht, das Rand- 
mal der Flügel nicht mehr jene Hauptrolle, welche ihm früher zugedacht war; 
sein Vorhandensein oder Fehlen ist aber dennoch bedingungsweise, das heisst 

1* 



4 



Franz Low. 



in Verbindung mit gewissen anderen Merkmalen für die Unterscheidung von 
Werth. Dagegen mussten die Merkmale der männlichen Genitalplatte, welche 
Flor zur Unterscheidung von Aphalara und Bhinocola in Anwendung brachte, 
ganz weggelassen werden, weil sie sich, wie die weiter oben angeführten Bei- 
spiele zeigen, als hierfür ungeeignet erwiesen haben. 

In Folge der im Vorstehenden durchgeführten Aenderung in der Charakte- 
ristik und Begrenzung der Gattungen Äjphdlara und Bhinocola müssen selbst- 
verständlich auch die in diesen Gattungen untergebracht gewesenen Arten nunmehr 
in einer anderen Weise als bisher auf die genannten zwei Genera vertheilt werden. 
In der hier folgenden Liste ist diese neue Vertheilung ersichtlich gemacht. 

Zum Genus Aphalara gehören jetzt: 



signata F. Lw. 
JaJcowleffii Scott. 
aliena F. Lw. 
lurida Scott. 
tamaricis Put. 

nebulosa Mink (nec. Zett.). 
pilosa Oschan. 
artemisiae Fstr. 

malachitica Dalb. 
maculosa F. Lw. 
nebulosa Zett. (nec Mink). 

radiata Scott. 

graminis Thoms. (nec L.) 
nervosa Fstr. 

subfasciata Fstr. 



subpunctata Fstr. 

pallida Leth. 
affinis Zett. 
calthae L. 

polygoni Fstr. 

ulicis Fstr. 
innoxia Fstr. 
exilis Web. et M. 

rumicis (Fall.) Boh. 
picta Zett. 

flavipennis Fstr. 

sonchi Fstr. 

alpigena M.-D. 



Zum Genus Rhinocola gehören jetzt 



FedtschenJcoi F. Lw. 
aceris L. 

abietis Hart. 
halimocnemis Leth. 
unicolor Scott. 
salsolae Leth. 
bicolor Scott. 



turkestanica F. Lw. 
ericae Curt. 

callunae Boh. 
succincta Heeg. 

? Targionii Licht. 
speciosa Flor. 
subrubescens Flor. 



Damit sich der Leser eine richtige Vorstellung von den charakteristischen 
Merkmalen der Flügel dieser beiden Genera machen kann, habe ich dieser Publi- 
kation eine Tafel beigegeben, auf welcher alle bekannten Flügelformen der 
Aphalara- und Rhinocola -Arten und die denselben eigenthümliche Nervation 
dargestellt sind. 

Wenn man diese Tafel aufmerksam betrachtet, so fällt es vor Allem auf, 
dass die auf der rechten Seite derselben abgebildeten Aphalara-Flügel im Ver- 
hältniss zu ihrer Breite länger und am Ende breiter abgerundet erscheinen, als die 



Zur Charakteristik der Psyllodeu-Geuera Aphalara und Uhinocola. 



5 



auf der linken Seite der Tafel dargestellten Rbinocola-Plügel, und dass sie einen 
ziemlich gleichmässig gebogenen Verderrand zeigen, während bei den Rhinocola- 
Flügeln der Vorderrand in der Regel an der Basis stark ausgebogen und in 
der Mitte nahezu gerade ist. A'ph. aliena F. Lw. (Fig. 9) und die ihr zunächst 
verwandten Arten, Aph. lurida Scott und JaJwiclefßi Scott, weichen wohl in 
Hinsicht auf die Form des Vorderrandes der Flügel von allen übrigen Aphalara- 
Arten ab und nähern sich hierin der Rhin, siiccincta Heeg. (Fig. 2); bei der Deter- 
minirung wird aber dennoch Niemand in Zweifel gerathen, welchem Genus er die 
eine oder andere dieser vier Arten zuzuzählen hat, weil bei der Rhin, succincta 
der Radius direkt in die Flügelspitze läuft, während er sich bei den drei Aphalara- 
Arten an seinem Ende plötzlich zum Vorderrande biegt und ziemlich weit vor 
der Flügelspitze in denselben mündet, und die vierte Zinke in die letztere geht. 

Aus der Tafel ist weiters zu ersehen, dass bei den Flügeln der Rhinocola- 
Arten die rhombische Form entweder deutlich ausgeprägt oder doch immer 
viel stärker angedeutet erscheint, als dies bei irgend einem der Aphalara-Flügel 
der Fall ist. Bei Aph. pilosa Osch. (Fig. 11) haben die Flügel wohl eine geringe 
Neigung zur rhombischen Form, da sie aber dünnhäutig sind, kein Randmal 
besitzen und sich überdies noch dadurch auszeichnen, dass bei ihnen die vierte 
Zinke in die Flügelspitze geht, so erkennt man sogleich, dass diese Art zum 
.Gen. Aphalara gehört. Die Form und Nervation des Flügels (Fig. 3), welche den 
zwei Arten Rhin, speciosa und subnibescens Flor eigenthümlich ist, weicht, wie 
man sieht, von derjenigen, welche die übrigen Rhinocola-Flügel zeigen, ziemlich 
stark ab ; dessenungeachtet kann darüber, welchem Genus diese zwei Arten 
angehören, kein Zweifel obwalten, weil sie ein sehr deutliches Randmal und 
einen ganz geraden Radius haben, welcher der Flügelspitze augenscheinlich 
näher als die vierte Zinke in den Flügelrand ausläuft. Das Gleiche ist auch 
bei Rhin, ericae Ort. der Fall, deren Flügel (Fig. 1) verkehrt eiförmig, das ist 
in der Basalhälfte etwas breiter, als in der Spitzenhälfte sind. Hingegen kann 
wieder der Flügel (Fig. 13) von Aph. calthae L , obgleich in ihm der Radius 
sehr nahe der Flügelspitze in den Rand mündet, nicht als ein Rhinocola-Flügel 
angesehen werden, weil alle seine übrigen Merkmale, wie die länglichovale Form, 
die breit abgerundete Spitze, die Dünnhäutigkeit, das Fehlen des Randmales und 
der Umstand, dass bei ihm die Radiusspitze von der Flügelspitze ebenso weit 
entfernt ist, als die Spitze der vierten Zinke, dagegen sprechen. 

Die Rhin, tamaricis Put., welche, wie aus der vorstehenden Liste zu 
ersehen, jetzt im Genus Aphalara untergebracht ist, musste in dieses Genus 
ihrer Flügel (Fig. 10) wegen gestellt werden, weil diese, obgleich sie ein deut- 
liches Randmal besitzen, bezüglich ihrer Form und Nervation den Flügeln der 
anderen Rhinocola- Arten viel zu ferne stehen, dagegen mit denen der Aphalara- 
Arten übereinstimmen. Das Umgekehrte ist bei den Arten Aph. unicolor, hali- 
mocnemifi, salsolae und bicolor, deren Flügel durch die beiden Figuren 4 und 6 
repräsentirt werden, der Fall. Diese vier Arten haben deutlich rhombische, 
ziemlich derbe Flügel mit Randmal und einen in die Flügelspitze laufenden 
Radius, also lauter solche Merkmale, welche sie als echte Rhinocolen kennzeichnen. 



6 Franz Low. Zur Charakteristik der Psylloden-Genera Aphalara und Rhinocola. 



Erklärung der Abbildungen. ^) 



Tafel XI. 
Form und Nervation der Vorderflügel 

Fig. 1 von Wiimcöla ericae Curt. 

•„ „ succincta Heeg. 

„ „ speciosa Flor. 

„ „ hicolor Scott. 

„ „ aceris L. 

„ „ halimocnemis Beck., Leth. 

„ „ FedtschenJcoi F. Lw. 
„ Aphalara signata F. Lw. 

„ „ aliena F. Lw. 

„ „ tamaricis Put. 

„ „ pilosa Oschan. 

„ „ artemisiae Fstr. 

„ „ calthae L. 

„ „ picta Zett. 





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» 


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n 


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» 


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n 


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» 


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» 


12 




13 


n 


14 



^) Alle Figuren sind sehr vergrössert. 



7 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 

VII. 1) 
Von Dr. Rudolph Bergh 

(Kopenliagen). 

(Mit Tafel I— VI.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 1. Februar 1882.) 
I. 

Aeolidiella Bgh. 

Äeolidiella Bgh. Beitr. z. Kenntn. der Aeolidiaden. II. 1. c. XXIV. 1874. 
p. 396—399. 

Forma corporis, rhinophoria, tentacula, papiUae et podarium ut in 
AeoUdiis (propriis). 

Margo masticatorius (ut in AeoUdiis propriis) applanatus, laevigatus. 
Radula dentihus uniseriatis, pectiniformihus, medio emarginatis. 

Die Gruppe unterscheidet sich von den echten Aeolidien wesentlich nur 
durch die mediane Ausrandung der kammf örmigen Zahnplatten und 
durch das Dasein von grossen Mund r Öhrendrüsen (Gl. ptyalinae). 

Von der Gattung sind bisher nur die untenstehenden Arten bekannt: 

1. Ae. Soemmeringii Bgh. 

M. mediterr. 

2. — occidentalis Bgh. 

M. AntiU. 

3. — glauca (A. et H.). 

M. atlant. or. 

4. — Alderi (Cocks). 

M. atlant. or, 

5. — sanguinea (Normann). Ann. mgz. n. h. 4 S. XX. 1877. p. 516.2) 

M. atlant. or. 



1) VI. siehe Band XXVIII d. Verhandl., S. 553. 
*) Die Ae. sanguinea Angas ist ein Janus. 



8 



Eudolph Bergh. 



Ae. Soemmeringii Bgh. 

„Äeolidia Soemmeringii F. S. Leuckart." — R. Bergh, Anatom. Bidr. 

til Kundsk. om Aeolidierne. Kgl. Danske Vidensk. Selsk. Skrifter. 

5 R. VII. 1864. p. 203-204. Tab. IC. 
Aeolidiella Soemmeringii F. S. Leuck. R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. 

d. Aeolidiaden. II. 1. c. XXIV. 1874. p. 397. 

Color clare et i-^ellucide roseiis, papillis cerussinus. 
Hah. M. mediterran. (Adriat. [ad Tergestem]). 

Taf. V. Fig. 1-5; Taf. VI. Fig. 1-3. 

In der Nähe von Cette fand F. S. Leuckart seiner Zeit (1827) eine 
Aeolidiade, die er dem Aeusseren (besonders den Farben des lebenden Thieres) 
nach beschrieb und nach Soemmering benannte. Sein Reisegefährte E sch- 
riebt schenkte dem Giessener Museum mehrere Exemplare, wie er meinte, 
eben dieser Art. Daselbst fand ich sie noch im Jahre 1858, erhielt von Prof. 
R. Leuckart eins derselben für genauere Untersuchung und beschrieb selbst- 
folglich diese Form unter dem vorgefundenen Namen Äeolidia Soemmeringii. 
Jetzt liegt aber unten eine Form vor, die mit jener von mir untersuchten wahr- 
scheinlich identisch ist, und die lebend ganz andere Farbentracht trägt als die 
von Leuckart beschriebene Form, die sich (s. Näheres unten) wohl jetzt mit der 
Ämphorina coerulea von Montagu identificiren lässt, wie diese jetzt (besonders 
durch Trinchese) bekannt ist. Jene Form, früher und jetzt wieder von mir 
untersucht, scheint sich nicht unter den von Verany „charakterisirten" Aeoli- 
diaden zu finden und wird hier wieder als Aeolidiella Soemmeringii mihi (nec 
F. S. Leuck.) behandelt. 

Den von Dr. Graeffe geschickten sparsamen Notizen zufolge ist die 
unten untersuchte Form die grösste der in der Adria von ihm beobachteten 
Aeolidiaden, eine Länge von 4—5 cm. erreichend. Die Farbe des lebenden 
Thieres ist, Graeffe zufolge, „leicht rosenroth, durchscheinend"; die Rücken- 
papillen „von bleiweisser Farbe glänzend"; die Augenflecken hinter den Rhino- 
phorien deutlich als schwarze Flecken. Die einfachen Rhinophorien, Tentakel und 
Fussfühler von fast übereinstimmender Länge, nicht lang; die Rückenpapillen 
„in etwa 14 Querreihen stehend". 

Die Art wurde in mehreren Exemplaren Dr. Graeffe im März 1879 von 
den Fischern von Chioggia gebracht, aus grösserer Tiefe heraufgefischt. 

Zwei in Alkohol bewahrte, ziemlich grosse Individuen wurden von 
mir genauer untersucht. Das grösste derselben hatte eine Länge von etwa 2 cm. 
bei einer Breite von 5 und einer Höhe von fast 4"3mm.; die Breite des Fusses 
bis etwa 5*5, die Länge des Schwanzes fast 5 mm., die Höhe der Papillen 
etwa 5, der Rhinophorien 2'5 und der Tentakel 2 mm., die Fussecken nicht 
viel kürzer als die letzteren. Das andere Individuum etwa 16 cm. lang, und 
die übrigen Maassverhältnisse relativ wie oben. — Die Farbe dieser Individuen 



Beiträge znr Kenntniss der Aeolidiaden. 



9 



durchgehends gelblichweiss. Die Eingeweide schimmerten hie und da undeut- 
lich hindurch. 

* Die Form, wie sonst bei den Aeolidiellen, etwas niedergedrückt. Der 
Aussenmund T-förmig, mit vortretender Oberlippe; die Tentakel und die 
Rhinophorien durch Contraction ziemlich stark geringelt. Die Stellung der 
Papillen konnte erst nacli sorgfältigem Abpflücken derselben eruirt werden. Sie 
standen auf 15—16 wenig vortretenden Leisten, die eine einfache oder eine 
nach innen einfache, nach aussen aber doppelte oder eine ganz doppelte Papille n- 
reihe trugen; die Leisten standen ganz vorne und ganz hinten sehr nahe 
hinter einander, sonst waren die Zwischenräume auch ziemlich eng und fast 
einander gleich. Vor der Gegend der Genitalpapille, ausserhalb der Rhino- 
phorien fanden sich zwei Leisten mit 7 — (rechts) 8 (links) und 10 — 14 Papillen, 
oberhalb der Genitalpapille eine dritte mit 12—14; es folgen jetzt drei Leisten 
mit je 11—13 Papillen, drei mit je 7 — 9, drei mit je 5 — 6, eine mit 4—4, und 
drei mit 2—3 und schliesslich eine mit 1 — 2. Die Papillen gestreckt-kegel- 
förmig oder fast cylindrisch und nur oben zugespitzt, nicht ganz leicht abfallend. 
Die Analpapille (Taf. VI. Fig. la) als eine abgestutzte, weissliche Papille sich 
an dem unteren Ende der kürzeren hinteren ^) Papillenreihe der fünften Leiste 
stützend. Die Nierenpore schien sich etwas weiter nach vorne zu öffnen. 
Die Körperseiten niedrig; die Genitalpapille wenig vortretend, mit drei 
OefFnungen. Der Fuss stark, mit starken, fühlerartig ausgezogenen Fussecken ; 
die starke Furche des Vorderrandes bis an die Spitze der letzteren fortgesetzt, 
die obere Lippe ein wenig ausgerandet; der Schwanz stark abgeplattet, zugespitzt. 
Beide Individuen wurden anatomisch untersucht. — DasPeritonäum farblos. 
Das Centrainervensystem ziemlich stark abgeplattet; es zeigte die 
cerebro-visceralen Ganglien von ovalem Umrisse, vorne breiter; die cerebrale 
Abtheilung grösser als die viscerale; die pedalen Ganglien ein wenig mehr als 
die Hälfte der Grösse der vorigen betragend, von rundlichem Umrisse. Die 
subcerebro-pediale Commissur stark, nicht sehr weit, aus der rechten Hälfte 
2 — 3 Nerven aussendend; die viscerale viel dünner und länger. Die Riechknoten 
nicht kurzstielig, stark, von ovalem Umrisse, die zwei gewöhnlichen Nerven 
nach oben aussendend. Die sessilen, fast kugelförmigen Gesichtsknoten kaum 
halb so gross wie die Augen; die Nu. optici, die etwa so lang wie der Durch- 
messer der Ganglien waren, an dem einen Individuum schwarz pigmentirt. Die 
buccalen Ganglien etwas kleiner als die Riechknoten, planconvex, von fast rund- 
lichem Umrisse, durch eine kurze Commissur verbunden, nach hinten einen, 
nach aussen einen anderen Nerven abgebend; die gastro-oesophagalen Ganglien 
nicht ganz kurzstielig, rundlich, fast kugelförmig oder mehr eiförmig, an den 
Aesten mitunter secundäre Ganglien. 

Die Augen gross, mit schwarzem Pigmente, gelber Linse. Die Ohr- 
blasen an gewöhnlicher Stelle, etwa so gross wie die Ganglia optica, eine 
nicht grosse Anzahl von nicht stark erhärteten Otokonien enthaltend. 



1) Diese letztere enthielt bald nur eine einzige, bald 4 Papillen. 
Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 



2 



10 



Rudolph Bergh, 



Um den Aussenmund ein starkes weissgelbliches Drüsenlager ge- 
wöhnlicher Art. Die Mundröhre wie gewöhnlich, ziemlich geräumig; iu den 
obersten Theil derselben, etwa in der Queraxe, mündet jederseits die Glandula 
ptyalina ein. Diese Mundröhrendrüsen waren (Tal V. Fig. 2) sehr kräftig, 
ausgerollt an Länge etwa 8 mm. messend, bei einem Durchmesser bis beiläufig 
6 mm.; die linke (Fig. 25) war weniger geschlungen und erstreckte sich 
weiter nach hinten längs des Fussrandes bis hinter der vorderen Genitalmasse; 
die rechte (Fig. 2 a) war (wegen der Ausmündung der vorderen Genitalmasse) 
mehr nach vorne zusammengeballt.^) Die Drüsen sind fast cylindrisch, nur 
wenig abgeplattet, unter einer starken Loupe ganz fein höckerig (Taf. V. Fig. 3), 
gelb, die Wände dick, und die Lichtung daher nicht weit; der Bau von dem 
der Speicheldrüsen verschieden; nach vorne verschmälern sich die Drüsen all- 
mälig und gehen jede schliesslich in den ganz dünnen, kurzen, weisslichen Aus- 
führungsgang (Fig. 2cc) über, der mit einfacher Oeffnung die Wand der Mund- 
röhre durchbohrt (vgl. Taf. I. Fig. Ibbl)). — Der Schlundkopf ziemlich stark, 
etwas zusammengedrückt, ziemlich hoch; die Länge etwa 2 mm. bei einer Höhe 
bis 1*2 und einer Breite bis 12 mm.; die Lippenscheibe senkrecht oval; die 
vordere Hälfte des Schlundkopfes schmäler an der oberen als an der unteren 
Seite; die Easpelscheide hinten an der oberen Seite ein wenig vorspringend; 
die Nebenmundhöhle gross. Die Mandibel stark, von horngelber Farbe, sehr 
abgepla.ttet ; die Schlosspartie stark, (an beiden Individuen) an dem linken Kiefer 
mit einfacher, an der rechten mit geklüfteter Crista connectiva;^) der Kaurand 
lang, eben, äusserst fein längsgestreift, durch feinste Querstreifung derselben 
entstand (Yergr. 750) mitunter das Aussehen einer Serrulirung allerfeinster Art 
(Taf. VL Fig. 2). Die Zunge ziemlich kurz, vorne gerundet; die hell horngelbe 
Raspel den oberen Rand und Vorderrand überziehend. In der Raspel 18—16 Zahn- 
platten; weiter nach hinten, unter dem schmalen Raspeldache und in der ganz 
kurzen Raspelscheide 2 — 3 entwickelte und zwei unentwickelte Zahnplatten, die 
Gesammtzahl derselben somit 22 — 21 betragend. Die Zahnplatten^) von ganz 
hell horngelber Farbe; die Breite der vordersten (Taf. V. Fig. 1) (ältesten) 012, 
der zwölften 0'2, der hintersten (jüngsten) fast 0-3 mm. betragend. Die Form 
der Platten die gewöhnliche; an der vordersten kamen zu jeder Seite der weit 
zurücktretenden, kurzen kräftigen medianen Spitze. an beiden Individuen 27—28, 
an der zwölften an dem einen 36, an dem anderen 40—42, und an dem hintersten 
an dem einen Individuum bis 42, an dem anderen bis 46 — 48 Dentikeln vor. 
Unregelmässigkeiten in der Denticulation und der Dentikel fehlten nicht, be- 
sonders nicht nach hinten. 

Die Speicheldrüsen weiss, kaum länger als der Schlundkopf, abge- 
plattet, stark lappig und ästig (Taf. V. Fig. 4aa); der Bau von der der Mund- 
röhrendrüsen verschieden; die Ausführungsgänge lang (Fig. 4b). 

Das Verliältniss war also ganz dasselbe wie bei den entsprechenden Organen der Spurillen. 

2) Das Verhältniss ist also wieder wie bei den Spurillen. 

3) Die Zahnplatten sind vom Verfasser schon früher (1. c. Taf. I C Fig. 7—11) dargestellt 
worden. Bei dem früher untersuchten Individuum kamen in Allem 27 Zahnplatten vor. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



11 



Die Speiseröhre kurz, weit, mit den gewöhnlichen Längsfalten; links 
am oberen Ende des Magens in denselben einmündend. Der Magen geräumig, 
etwa 4*5 mm. lang, bei einer Breite bis fast 2 mm., vorne breiter, am vorderen 
Ende links neben der Cardia den vordersten linken Gallengang und rechts 
neben dem Pylorus den rechten Gallengang aufnehmend. An der Innenseite 
des Magens ziemlich starke Längsfalten, von denen einige sich weiter nach 
hinten in den Magenbliudsack hinein und theilweise bis an das Ende desselben 
fortsetzen. Innerhalb der OefFnung des rechten Gallenganges entspringt von 
der oberen Wand der Darm, welcher (mit einer Länge von etwa 8 bei einem 
Durchmesser bis 0'75 mm.) nach hinten und unten und dann nach oben ver- 
läuft; von der Cardia ab und weiter durch fast die ^4 der Länge desselben 
verlief eine sehr starke, der Länge nach von einer Furche durchzogene Falte. 
Der Magenbliudsack (Hauptgallengang) ziemlich weit, weiter als der 
Darm, von jeder Seite, ziemlich symmetrisch, eine Reihe von (wenigstens 11 — 12) 
nicht ganz dünnwandigen , meistens wie geknickten Gallengängen (die mit 
Lebermasse belegt schienen) aufnehmend, eine meistens von jeder Papillenleiste. 
Die Leb er läppen der Papillen diese letzteren ganz ausfüllend, mit grob- 
höckeriger und kurzästiger Oberfläche und weiter Lichtung. In der Verdauungs- 
höhle unbestimmbare thierische Masse. Die Nesselsäcke bis etwa Ve der 
Länge der Papillen betragend, gestreckt -birnförmig; der hohle Yerbindungs- 
strang an den Leberlappen kurz. Die Cnidae zum grossen Theile in Cnido- 
cysten von einer Länge von meistens bis etwa 0'07 mm. eingekapselt; selbst 
stabförmig, eine sehr inconstante Länge bis beiläufig 054 mm. erreichend 
(Taf. V. Fig. 5). 

Das Pericardium ziemlich gross. Die Herzkammer bis 12 mm. lang. — 
Die Nierenspritze von fast rundlichem Umrisse, etwa 0'8 mm. lang, mit 
etwa 12 starken Längsfalten gewöhnlicher Art; in dem kurzen Urinleiter schienen 
niedrige Vegetationen vorzukommen. Die Niere, wie gewöhnlich, besonders 
stark um das Rectum entwickelt, daselbst mit sehr grossen und schönen 
Kolben. 

Die grosse, gelbe Zwitterdrüse 6*5 mm. lang bei einer Breite vorne 
bis 3-75 und einer Höhe bis 3'5 mm., vorne abgestutzt und ausgehöhlt, nach 
hinten zugespitzt mit gerundetem Ende; mit gewölbter Unterseite; die obere 
Seite mit einer breiten, nach hinten verschmälerten Furche, an d*eren Boden 
von ihrem hintersten Ende ab der starke und nach vorne allmälig dickere, von 
jeder Seite Aeste aus den Lappen empfangende Zwitterdrüsengang (unter- 
halb der Aorta post. und des Magenblindsackes) entblösst liegt. Die Drüse 
jederseits aus 6 — 7 breiten, unten in der Mittellinie zusammenstossenden, von 
vorne nach hinten zusammengedrückten Lappen gebildet, denen sich ganz 
hinten ein kleiner unpaarer anschliesst. Jeder Lappen aus einer nicht grossen 
Anzahl von Läppchen zusammengesetzt, die umbellat an einem gemeinschaft- 
lichen Ausführungsgange vereinigt sind. Die Läppchen aus einer umgekehrt 
kurz kegelförmigen, oben mitunter in 2 — 3 Theile getheilten Testicularpartie und 
aus mehreren runden Ovarialfollikeln bestehend, die nach dem breiten Ende 

2* 



12 



Rudolph Bergh. 



hin und an demselben befestigt sind; in jener (an beiden Individuen) kein 
reifer Samen, in diesen grosse oogene Zellen die Ausführungsgänge stark. — 
Die vordere Genitalmasse gross, etwa 4'5 mm. lang bei einer Breite bis 
etwsi 4*3 und einer Höhe bis beiläufig 3 mm. Der weissliche Zwitterdrüsengang 
gleich an dem Hinterende der Masse um seine halbe bis seine ganze Dicke 
stärker und damit die opak graugelbe Ampulle bildend, die mit ihren Win- 
dungen in die sattelartige Vertiefung der oberen Seite eingelagert war; aus- 
gerollt mass dieselbe 8 mm. bei einem Durchmesser bis etwa 0*7 mm. Der 
sehr weichwandige, cylindrische, wie die Ampulle etwa so dicke, gelblichweisse 
Samenleiter mit seinen langen Windungen (in beiden Individuen) an der 
rechten oberen Seite der Schleimdrüse aufgerollt (an der Eiweissdrüse ruhend) ; 
ausgerollt etwa 20 mm. messend; die Lichtuug ziemlich weit; das Epithelium 
der Wände bis 0"16 mm. dick. Nach vorne unbedeutend verschmälert geht der 
Samenleiter in den einen kurzen (kaum 2 mm. langen) Sack (Präputium) bil- 
denden Penis über, dessen Höhle von der oben vom Boden ausgehenden, etwa 
' 1'4 mm. langen, weisslichen, unbewaffneten, von der Fortsetzung des Samen- 
leiters durchzogenen, kurz kegelförmigen Glans fast ausgefüllt war. Die (Taf. VI, 
Fig. 3a) Samenblase klein, fast kugelförmig, von etwa 0*8 mm. Durchmesser, 
leer; ihr Gang etwa anderthalb Mal so lang (Fig. 3&c) wie die Blase. Die 
Schleimdrüse weiss, am oberen Eande rechts und links kalk weiss; breiter 
als lang; mit den Seitenpartien hinaufgebogen, an der inneren (linken) Seite der 
schwächeren rechten Seitenpartie die gelbliche oder dottergelbe Eiweissdrüse. 



II. 

Spurilla Bgh. 
Vgl. diese Beitr. IV. 1. c. XXVI. 1876. p. 758-761. 

Corpus nonnihil elongatum, non depressiim. Bhinophoria perfoUata 
Podarium antice angulis vix 2^'t'ominentibus. Series papülarum pro majore 
parte, praesertim anticae duplicatae. 

Margo masticatorius mandihulae limite anteriore serie denticulorum 
rtiinutissimorum praediius. — Dentes linguales uniseriati, pectiniformes, medio 
emarginati. 

Die vor langer Zeit (1864) von mir aufgestellten und später (1871, 1876) 
von mir nachuntersuchteu Spurillen, sind in neuerer Zeit (1878) wieder von 
Trinchese bearbeitet worden. 

Sie stimmen mit den Aeolidiellen in der eigenthümlichen Form der 
Zahnplatteu und in Beziehung auf die Mundröhrendrüsen, unterscheiden sich 
aber durch die fest anhängenden (Rücken-) Papillen, durch die (ganz feine) 
Denticulirung längs der vorderen Grenze des Kau ran des, besonders aber 
durch die geblätterten Rhinophorien. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



13 



Von der Gattung sind fernerhin nur die zwei Arten bekannt: 

1. Sp. neapolitana (d' Ch.). 

M. mediterr, 

2. — sargassicola (Kröyer). 

M. atlant. 

Im Juni 1879 schickte mir Dr. Krukenberg zur genauen Bestimmung 
die (in dem Golfe von Triest gefischte) Aeolidiade, an der er seine schönen 
toxicologisch-physiologischen Untersuchungen angestellt hat. Die Durchmuste- 
rung derselben erwies sie als die: 

Spur, neapolitana (d' Gh.). 

Simr. neapolitana (delle Chiaje). Trinchese, Anat. e fisiol. della Spur, 
neapolit. Mem. dell'accad. delle sc. delF Istituto di Bologna. 3 S. 
IX. 1878. p. 405-450. Tav. I— XII. 

Col07' corporis variahilis, carneus vel latericius vel griseus; dorso Stria 
mediana punctorum albidorum; podarium carneum, antice interdum roseum, 
postice latericium . Bhinophoria canariense - flava vel aimmtiaca vel latericia 
upice albo. Tentacula latericia apice roseo vel alba. Papillae griseae apice 
cretaeeo-albo vel coloris umbrini apice roseo, ut plurimum minute albide 
punctatae. 

Taf. I. Fig. 10-21. 

Nach meinen oben citirten Abhandlungen hat Trinchese, wie erwähnt, 
noch eine sehr eingehende Arbeit über diese Form geliefert, welche ich hier 
mit den Resultaten meiner jetzigen mehr zufälligen Untersuchung supplire. 

Die Farbe des Körpers war an den von Krukenberg untersuchten 
Individuen „röthlich fleischfarbig", welche sich an dem in Alkohol bewahrten 
Individuum in ein einfarbig Gelblichweiss geändert hatte. Die Länge des von 
mir hier untersuchten Individuums betrug etwa 15 mm. bei einer Breite des 
Fusses bis 5, einer Höhe der Ehinophorien und der Tentakel von 2 und 1*75 
und der Papillen bis 4 mm. 

Der Kopf wie von Trinchese und mir früher beschrieben; die Ehino- 
phorien mit etwa 20—25 Blättern. Die Beschaffenheit der Papillenkissen so 
wie die Anzahl der Papillenreihen des Eückens ist, Trinchese zufolge 
(1. c. p. 418), sehr variabel. Nach sorgfältigem Abpflücken der Papillen fand 
ich an jeder Seite 14 niedrige Papillenkissen, von denen nur die 4 — 5 etwas 
mehr hervortraten. Nur die ersten zwei Papillenkissen waren hufeisenartig 
verbunden, mit einfacher oder doppelter Papillenreihe, mit 12 (links) — 17 
(rechts) Papillen in dem vorderen, 8 — 5 in dem hinteren Beine. Alle die übrigen 
Kissen trugen dagegen nur eine einzelne Eeihe, und die Kissen waren oben 

1) Vgl. Krukenberg, toxicologische Unters, als experiment. Grundlage für eine Nerven- 
und Muskelphysiol. d. Evertebraten. — Vgl. pbysiol. Studien an den Küsten von Adria. 1879. 
p. 118 123. 



14 



Rudolph Bergh. 



gesondert;^) das zweite enthielt 9— 11, das dritte 10—6, das folgende 4— 8, das 
fünfte und sechste 9—8 und 5—9, die zwei folgenden 5—9 und 5—8, das 
neunte und zehnte 5—5 und 4—5, die zwei folgenden 5—4 und 2—3, und die 
zwei letzten jedes nur 2. Die Gesammtzahl der Papillen war somit etwa 189. 2) 
Die Anal Papille ein wenig hinter dem Mittelpunkte des Zwischenraumes 
zwischen der (rechten) vierten und fünften Eeihe etwas hervortretend ; 3) vor 
derselben die feine Nierenpore. Die Genitalöffnung unterhalb des Zwischen- 
raumes zwischen dem ersten und zweiten Papillenkissen. Die Fussecken wenig 
hervortretend, wenig zugespitzt; der Schwanz ziemlich kurz, zugespitzt. 

Das kleine Gangl. opticum so wie der kurze N. opticus ziemlich 
stark schwarz pigmentirt. Die ovalen buccalen Ganglien durch eine kurze 
Commissur verbunden; die ziemlich kurzstieligen gastro- oesophagalen etwas 
länglich oval, ihr längster Diam. etwa halb so lang wie der längste Durchschnitt 
der buccalen, in denselben eine sehr grosse und mehrere kleine Zellen. 

In den Otocysten sehr viele (wenigstens 200) kleine Otokonien.^) 

Die Gl and. ptyalinae weiss, dicker als sonst gesehen, besonders hinten 
(vgl. Trinchese 1. c. p. 446). — Der Schlundkopf etwa 2-25 mm. lang, 
die Höhe etwas geringer so wie noch etwas geringer die Breite. Die Man- 
dibel hell horngelb. Die von Trinchese (1. c. p. 409) erwähnte Articulation 
am Schlosse habe ich viel deutlicher bei dieser als bei anderen Aeolidiaden 
gesehen, also sicher constatiren können, dass die Crista connectiva an dem 
einen Kiefer einfach, an dem anderen doppelt ist und dass dieselben in einander 
greifen. Die kleineren sonst von Trinchese und mir am Rande des Kau- 
fortsatzes gesehenen Dentikel fehlten hier fast (waren abgenutzt) durch seine 
ganze Länge, — An der Zunge kamen 16 Zahnplatten vor; unter dem Raspel- 
dache und in der ganz kurzen Scheide noch 4 entwickelte und 2 unentwickelte ; 
die Gesammtzahl derselben somit 22 betragend.^) Die Zahnplatten sind sehr 
hell horngelb; an den vordersten wurden jederseits etwa 26, an den hintersten 
45 Dentikel gezählt. Die Breite der vordersten betrug etwa 0"18, der hintersten 
beiläufig 0*37 mm. 

Die Speicheldrüsen ziemlich klein, weiss, an dem Vorderende des 
Magens ruhend. 0) 

Die Speiseröhre ziemlich weit, etwa so lang wie der Schlundkopf. 
Der Magen und der Darm wie sonst. 



1) Trinchese sah die Anzahl der doppelreihigen Kissen als 5—6 (auf in Allem 13), aher 
auch als 8—9 (auf 10—11); ich sah bei meiner früheren Untersuchung 5 (von 9) doppelt. 
^) Trinchese zählte deren 165. 

3) Ich sah dieselbe bei dem früher untersuchten Individuum zwischen den Schenkeln der 
zweiten Papillengruppe ; und ganz ebenso Trinchese (1. c. p. 417). 

*) Meine frühere (1. c. p. 760), übrigens unsichere Angabe vom Vorkommen eines (einzelnen) 
Otolitheus ist also irrthümlich. 

5) Bei meiner früheren Untersuchung fand ich 17 Zahnplatten; Trinchese zufolge 
schwankt die Anzahl zwischen 17—28. 

«) In neuerer Zeit (Rendic. - dell'accad. — di Bologna. 1878—1879. p. 77) ist das 
Nierensystem von Trinchese untersucht worden. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiadeii. 



15 



Später habe ich noch imtersucht eine: 

Spurilla neapolitana (d' Ch.) var. 

Diese Form wurde von Dr. Graeffe in den Monaten Februar-März 1879 
bei Ebbe unter Steinen häufig am Strande bei Triest gefunden; meistens werden 
sie, ihm zufolge, dann paarweise gesehen; im Sommer und im Herbste sollen 
diese Thiere (wie die Aplysien), wenigstens von den Küstenstrecken, ganz ver- 
schwunden sein. 

Die Farbe des lebenden Thieres ist, den kurzen Notizen Graeffe's 
zufolge, »schmutzig- ockergelb, mit zahlreichen glänzenden grünlichen Punkten 
besäet, sowohl am Körper wie an den Papillen. Am Vorderrücken eine bräun- 
liche Färbung, so wie die Eingeweide auch hier bräunlich hindurchscheinen. ^) 
Die Thiere erreichen eine Länge von 4—4*5 cm. bei einer Breite bis gegen 
1 cm."') — „Die Körperform ist gestreckt; die schlanken Tentakel länger als 
die dickeren, geblätterten Ehinophorien ; die Papillen sehr zahlreich, etwas 
abgeplattet, convex an der einen, concav an der anderen Seite, mehr oder weniger 
den Rändern und den Flächen nach gebogen, mit hakenförmig- umgebogener 
Spitze." 

Von der Station von Triest habe ich ferner durch Graeffe fünf grosse, 
in Picrinsäure erhärtete und in Alkohol bewahrte Individuen zur genauen 
Untersuchung gehabt. — Die Länge des grössten derselben betrug 36 cm. 
bei einer Höhe des Körpers bis 8 und einer Breite bis 8 5 mm.; die Länge der 
Tentakel 6; die Höhe der Ehinophorien 4 und der Papillen bis 8*5 mm.; die 
Breite des Fusses vorne 7, sonst meistens 5*5 mm., die Länge des Schwanzes 
2'5 mm. Die anderen Individuen waren nur unbedeutend kleiner. Die Farbe 
jetzt durchgehends (gelblich-) weisslich; die Ehinophorien nur mehr graulich 
und die Spitze der Papillen mitunter mehr gelblich. 

An der Aussenseite der Tentakel eine deutliche Längsfurche; die 
Einophorien mit 25 — 30 dünnen, in Breite ungleichgrossen und mitunter 
alternirenden Blättern und starker Endpapille. ^) Die Papillen des Eückens 
lassen den mittleren Theil desselben bis gegen das Hinterende hin frei, ganz 
vorne war der nackte Theil breiter als der Papillenbesetzte. An dem grössten 

1) Trin diese. (1. c. p. 406—407) zufolge ist die Farte ziemlich variabel. An der oberen 
Seite gewöhnlich hübsch fleischfarbig, mitunter auch ziegelroth, selten grau; mit einem langen 
medianen Streifen von weissen Punkten, welcher mehrere (11) Erweiterungen zeigt. Die Fusssohle 
meistens fleischfarbig, mitunter vorne hell rosafarbig, hinten lebhaft ziegelfarbig. Die Tentakel 
sind unten ziegelroth, oben heller rosafarbig oder sie sind ganz ziegelroth mit weisser Spitze; 
die Rhinophorien sind canariengelb oder orangengelb (giallo ranciato) oder lebhaft ziegelroth mit 
weisser Spitze. Die Papillen sind besonders in Farbe variabel; bald hellgrau mit kreideweisser 
Spitze; bald dunkel umberfarbig mit rosafarbiger Spitze; bald unten canariengelb, oben bla'is 
rosafarbig; oft tragen sie in der Nähe der Spitze einen mennigfarbigen Fleck; an der äusseren, 
seltener an der inneren Seite findet sich eine Menge von weissen Punkten, besonders gegen die 
Spitze hin sehr zahlreich. Grüne Fleckchen werden nicht von Trinchese erwähnt. 

') Trinchese hat (1. c. p. 406) Individuen von einer Länge bis 7 cm. gesehen. 

') Trinchese scheint (1. c. Tav. VIII. Fig. 1) etwa 25 Blätter an der Keule anzugehen. 



16 



Rudolph Bergh. 



Individuum wurde das Verhältniss der Papillenkissen und der Papille n- 
reihen sehr genau untersucht. Das Verhältniss war an beiden Seiten fast 
ganz dasselbe. Die ersten 18 Kissen waren paarweise oben verbunden und 
bildeten somit 9 Hufeisen-Figuren, deren Beine an den vorderen 5 mehr ge- 
spreizt waren, an den letzteren 4 mehr parallel liefen und einander mehr 
genähert waren; die 4 letzten Papillenreihen fast kissenlos und schienen von 
einander gesondert Das mehr schräge vordere Bein der Hufeisen-Figuren war 
etwas länger als das mehr quergehende hintere; mitunter, besonders mehr nach 
vorne, berührte das hintere Bein eines Hufeisens das vordere des nächststehenden 
in der Art, dass die Hufeisen festonartig in einander überzugehen schienen. An 
den Beinen der Hufeisen waren die Papillen in einer unvollständig- doppelten 
Reihe gestellt, die Papillen derselben alternireud oder neben einander. Die 
Papillen in gewöhnlicher Weise nach oben an Grösse zunehmend, ausserhalb 
der grössten oder neben denselben kamen aber oft 1 — 3 kleinere vor. An dem 
unbeschädigten lebenden Thiere so wenig wie an dem todten lässt sich keine 
Spur von dieser eigenthümlichen Anordnung der Papillen entdecken; dieselbe 
tritt erst hervor, nachdem dieselben abgepflückt sind. An dem vordersten Huf- 
eisen kamen im Ganzen 24 (rechts) —25 (links) Papillen vor, an dem zweiten 
29—28, an dem dritten 26—24, an dem vierten 20, an dem fünften 18—17, an 
dem sechsten 14 — 16, an dem siebenten 13 — 12, an dem achten 10—12 und an 
dem neunten 9 — 8; in der zehnten Eeihe fanden sich 5, in der elften 3 — 4, 
in der zwölften 3—2 und in der dreizehnten 1 — 2. In Allem kamen also (an 
beiden Seiten) gegen 330 Papillen vor. Die Papillen fest anhängend, abge- 
plattet; Abnormitäten derselben, Verwachsungen, Theilungen und Knospen- 
bildungen waren nicht selten. Dicht an der Vereinigungsstelle der beiden Beine 
des zweiten Hufeisens fand sich die ziemlich niedrige, kegelförmige, abgestutzte 
Analpapille, und vorne am Grunde derselben die feine Nierenpore. Die 
Genitalpapille an dem unteren Ende des hinteren Beines des ersten Huf- 
eisens liegend; mit zwei vorne verschmelzenden Erhabenheiten, von denen die 
obere nur eine Oeffnung, die untere neben einander zwei Spalten zeigte. Der 
Vorderrand des Fusses gerundet, oder die Ecken wenigstens nur unbedeutend 
vorspringend. 

Die Eingeweide nur hie und da und sehr undeutlich hindurchschimmernd ; 
am Rücken mitunter die Herzkammer durch das nach oben meistens gewölbt 
vortretende Pericardium. — Zwei der Individuen wurden genauer untersucht. 

Weder die Ganglia optica noch die Nn. optici zeigten sich an diesen 
Individuen schwarz pigmentirt. 

Die Mundröhrendrüs en (Gland. ptjalinae) (Fig. 15Z>c) lang, ausge- 
streckt au Länge etwa 2*8 — 3 cm. messend, bei einem fast gleichmässigen 
Durchmesser von 0'8 — 1 mm.; entweder (links) nur in kurzen Schlingen (Fig. 15) 
verlaufend , dann fast bis an die Mitte der Länge der Zwitterdrüse reichend 
oder (rechts) (Fig. 15) mehr zusammengedrängt, nur bis an die Gegend der 
Genitalpapille reichend; fast cylindrisch (Fig. 16), in der vordersten Strecke 
nur unbedeutend schmächtiger ; das A^'orderende den hintersten Theil der Mund- 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



17 



röhre ausserhalb der Lippenscheibe und etwa in der Gegend unterhalb der Mitte 
der Länge der Mundspalte durchbohrend und an der Innenseite der Mundröhre 
daselbst mit einer gerundeten durchbohrten Papille vortretend (Fig. 15 a). Die 
Drüse ist (Fig. 17) eigenthümlich gebaut; besteht aus einem äusseren Lager 
von dicht neben einander stehenden, birn- oder fast kugelförmigen, helleren 
oder dunkleren Drüsenzellen mit grossem gelblichem Kerne mit Kernkörperchen ; 
innerhalb dieses Lagers folgt ein starkes circuläres Muskellager, an der Innen- 
seite von einem ziemlich hohen Epithele bekleidet; die Lichtung (Fig. 16) der 
Drüse weit, mit einem weissen Saft gefüllt, die eine Masse von ungleichgrossen, 
klaren, gelblichen, lichtbrechenden Tropfen zeigte, welche auch an die Wand 
reichlich klebten (Fig. 17). 

Der Schlundkopf etwa 5*5 mm. lang, bei einer Breite bis 35 und 
einer Höhe bis 4 mm., sonst wie früher von mir beschrieben. Die Mandibel 
wie oben; die doppelte Crista cronnectiva des linken (Fig. 11) und die einfache 
des rechten Kiefers (Fig. 10) sehr deutlich. Der Kaurand ganz fein längsstreifig, 
an der Vorderkante desselben eine ganz feine Denticulirung durch eine einzelne 
Reihe von äusserst kleinen, geraden oder gebogenen Dentikeln, die nur eine 
Höhe bis fast 0*0035 mm. erreichten; die Denticulirung war nur oben (Fig. 12) 
von dem Schosse ab eine kurze Strecke bewahrt, dann ganz abgenutzt und erst 
am hintersten Ende (Fig. 13) des Kaufortsatzes wieder erscheinend. — Die 
Zunge wie gewöhnlich kurz, stark, mit convexem und ziemlich dickem, ge- 
rundetem Vorderrande; in der sehr hell gelblichen Easpel kamen 26 — 21 Zahn- 
platten vor; weiter nach hinten in der kurzen und breiten, ganz abgeplatteten 
Raspelscheide nur 4 entwickelte und 2 unentwickelte Platten, die Gesammtzahl 
derselben somit 32 — 27 betragend. An den vordersten Zahnplatten kamen (jeder- 
seits) 53—54 und 46—48, an den hintersten 64—66 und 72—74 Dentikel vor. 
Die Zahnplatten der Zunge waren sehr oft beschädigt, und die Dentikel fehlten 
selbst an längerer Strecke öfter. 

Die Speicheldrüsen (Fig. 14) ziemlich klein, weiss, abgeplattet, lang- 
gestreckt, entweder gerade nach hinten längs des Magens verlaufend, aber frei 
liegend, oder geknickt und nach vorne geschlagen; an Länge mit dem Aus- 
führungsgange zusammen 4 — 7 mm. messend; sehr unregelmässig lappig. Der 
Ausführungsgang nicht ganz kurz, vor dem Ende mit einer kleinen ampullen- 
artigen Erweiterung (Fig. 14 a). 

Die Speiseröhre ganz kurz, mit Längsfalten. Der Magen weit; an 
der unteren Wand mit feinen reihegeordneten Knötchen bedeckt; an der oberen 
mit einer (schräggehenden) starken pennaten Falte mit ihrer Länge nach ge- 
furchter, sehr kräftiger Rhachis; die Rhachis der schönen Feder setzt sich noch 
eine lange Strecke längs der oberen Wand des (links von der Unterseite des 
Magens entspringenden) Darmes fort, welcher noch viele feine Längsfalten 
zeigt. Der Hauptgallengang (Magenblindsack) weiter als der Darm, an der 
Innenseite mit denen des Magens ähnlichen reihegeordneten Knötchen; von den 
Hufeisen und den hinteren Reihen im Ganzen jederseits etwa 9 — 11 Seiten- 
gänge aufnehmend. Die Leb er läppen (der Papillen) ringsum mit Knoten und, 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 3 



18 



Rudolph Bergh. 



mitunter nicht ganz kurzen und selbst geth eilten, Sprossen bedeckt. Die Nessel- 
säcke und der meistens ganz kurze Verbindungsgang mit dem Leberlappen 
wie gewöhnlich; die ovalen (Fig. 18) Cnidocysten und die ein wenig gebogenen, 
stabförmigen Nesselelemente (Fig. 19) wie gewöhnlich, bis etwa 0'037 mm. lang; 
kugelförmige Cnidae von einem Durchmesser bis beiläufig 008 mm. kamen 
viel seltener vor. 

Das Herz gross; die zusammengezogene gelbliche Kammer 2 mm. lang; 
die atrio-ventriculären und die Aortaklappen wie gewöhnlich. Das Arteriensystem, 
besonders die A. genitalis und die A. bulbi, in so weit sie verfolgt werden 
konnten, wie gewöhnlich; ebenso auch das Venensystem mit den Vv. branchiales. 
— Das Nierensystem wie gewöhnlich; die Verbindung desselben mit dem 
kurzen Urinleiter konnte fernerhin auch nicht eruirt werden. Die Nieren- 
spritze gelblichweiss, 1 mm. lang, von gewöhnlichem Baue. 

Die Zwitterdrüse gross, an den zwei Individuen an Länge 17 — 18'5 mm. 
messend, bei einer Breite vorne von 55 mm.; kegelförmig, das Vorderende 
nach unten und vorne etwas schrägend. Sie bestand aus zwei, an der oberen 
Seite durch den Hauptgallengang und durch die Aorta post. geschiedenen und 
verbundenen Hälften; jede derselben in der vorderen Hälfte oder noch weiter 
nach hinten aus zwei (theilweise mitunter drei), in der übrigen (hinteren) Strecke 
aus einer Reihe von Lappen gebildet; in Allem kamen in jeder Hälfte vorne 
7—10, dann 4—3 Lappen vor; der hinterste Theil der Zwitterdrüse wird noch 
von 1—2 unpaarigen Lappen gebildet. Die Oberfläche der Lappen ganz eben; 
der Nabel (mit der eintretenden Arterie und dem austretenden Ausführungs- 
gange) enger oder etwas weiter, weniger oder mehr tief. Jeder Lappen besteht 
innerhalb der dünnen bindegewebigen Kapsel aus einem corticalen Lager von 
Ovarialfollikeln, die sich mit langgestreckten Testicularlappen verbinden, die 
zum grössten Theile wieder paarweise verbunden den centralen Theil des Lappens 
bilden; die Testicularlappen werden nach den Hilus des Lappens schmächtiger 
und bilden durch Vereinigung allmälig den (gemeinschaftlichen) Ausführungs- 
gang. 

Die vordere Genitalmasse gross, 6—9 mm. lang bei einer Breite 
bis 7 — 6 und einer Höhe von 5 — 6 mm. Die von der Hinterseite oder von dem 
hinteren Eande der Masse in die Kluft der oberen Seite derselben eintretende 
Ampulle des Zwitterdrüsenganges opak gelblichweiss, in Windungen 
nach vorne gehend, ausgestreckt 12—14 mm. lang, bei einem Durchmesser 
von 1 — 1*2 mm. Der männliche Zweig ganz kurz, in den oben am Vorder- 
rande oder am Vorderende aufgerollten Samenleiter übergehend, der aus- 
gerollt eine Länge von etwa 15—17 mm., bei einem Durchmesser von durch- 
gehends 0-3— 0'4 mm. hatte. Derselbe ging ein wenig verdünnt (Fig. 21a) in 
den etwa 3-5—4 mm. langen, gestreckt birnförmigen (Fig. 21) Penis über, 



1) Im Gegensatze zu dem vou Trine he se (1. c. p. 422. Tav, V. Fig. 28 a) hei jüngeren 
Individuen gefundenen Verhältnissen zeigten die hintersten unpaaren Lappen dieser grossen In- 
dividuen ganz denselhen Bau wie die anderen Lappen. 



Beiträge zur Kenutuiss der Aeolidiadeu. 



19 



dessen Höhle zum grossen Theile von der kegelförmigen Glaus ausgefüllt war. 
Die an der rechten Seite der Ampulle liegende Spermatotheke (Fig. 20a) von 
Farbe wie die Ampulle, gerade oder zusammengebogen, wurstförmig, 4—6 mm. 
lang; der Ausführungsgang (Fig. 20h) etwas kürzer als die Samenblase, unten 
etwas erweitert (Vagina). Die den grössten Theil der vorderen Genitalmasse 
bildende Schleimdrüse von einem rechten kugelförmigen Theile (mit spiraligen 
Windungen) (Eiweissdrüse) und von einem grösseren linken zusammengedrückten, 
coucav-convexen Theile (mit der Länge nach gehenden Windungen) gebildet, welche 
unten durch ein abgeplattetes Zwischenstück verbunden sind, das sich an der 
(freien) Unterseite durch seine ebene Beschaifenheit auszeichnet; das Stück ist 
bohl und setzt sich in den kurzen äusseren Schleimdrüsengang fort. 

III. 

Berghia Trinchese. 

Bergliia Trinchese. Note zoologiche. Reudiconto delPaccad. delle sc. 
deir istituto di Bologna. 17 Maggio 1877. p. 7. 

Corpus elongatum, gracilius; rhinophoria perföliata, quasi moriformia, 
föliölis crenulatis margine nodulatis ; podarium antice angulis tentaculiformibus. 

Margo masticatorius mandihulae serie denticulorum minutissimorum 
praeditus. Dentes linguales pectinifortnes , medio emarginati. — Glandulae 
ptyalinae et penis (inermis) ut in Äeolidiellis et in Spurillis. 

Die Berghien wurden von Trinchese (1877) von den Spurillen ausge- 
schieden, denen sie ausserordentlich nahe stehen. Sie haben dieselben allgemeinen 
Formverhältnisse wie diese und dieselbe Lage der Analpapille, so wie auch die 
starken Mundröhrendrüsen. Die Rhinophorien sind aber, obgleich perfoliirt, 
von denen der Spurillen etwas abweichend, indem die Blätter der Keule der- 
selben zackig sind und die Zacken etwas verdickt, wodurch die Keule der 
Rhinophorien einen etwas moriformen Charakter erhält;^) die Fussecken 
scheinen stärker als in den Spurillen ausgezogen. Im inneren Baue, in der 
Beschaffenheit der Zahnplatten, der Glandulae ptyalinae und des Penis stimmen 
die Berghien und die Spurillen ganz überein. 

Die ersten Stadien der Entwicklung der befruchteten Eier der typischen 
Art sind durch Trinchese 2) beschrieben. 

Von der Gattung scheint bisher nur die untenstehende Art aus dem 
Mittelmeere bekannt: 



^) So ausgeprägt moriform wie diese Organe bei Costa (Annuario. IV. Tav. II. Fig. 4A) 
dargestellt sind, sind sie wohl nimmer. 

Rendiconto delle sessioni dell' accad. delle scienze deir istituto di Bologna. Anno accad. 
1878-1879. p. 72—76. 

S. Trinchese, I primi momenti dell'evoluz. nei moll. Accad. dei Lincei. CCLXXVII. 
1880. p. 31. 

3* 



20 



Rudolph Bergh. 



JB, coerulescens (Laurillard). 

Edlidia coemZescens Laurillard. Cuvier, le Regne animal. Nouv. (3^"*^) ^d. 

Moll. pl. 80 bis, Fig. 5. 
FlabelUna verrucicornis Costa. Annuario dal mus. zoolog. della R. univ. 

di Napoli. IV (1864). 1867. p. 35. Tay. II. Fig. 4, 4A, 4B. 
Phidiana coerulescens Trinchese. Mem. dell' accad. delle sc. di Bologna. 

3 S. V. 1874.1) p. 517—520. Tav. III. Fig. 1. 
Berghia coerulescens Trinchese, 1. c. 1877. p. 7. 

Color corporis supra lactescens, capite et cauda et papillis coerulescente 
lucens; rhinophoria hrunnescente rubra punctis vel nodulis albidis annulatim 
vel arcuatim dispositis ornata; frons figura ruhescente arcuata ornatus; pa- 
pillae (dorsales) apice citrinae et aurantiacae. 

Hab. M. mediterr. (Tergeste, Genova, Napoli). 

Taf. I. Fig. 1—9; Taf. II. Fig. 17. 

Die Eolidia coerulescens von Laurillard wird, wie von Trinchese 
angenommen, vielleicht oder wahrscheinlich diese Art darstellen; bei dem Fehlen 
des originalen Exemplars wird diese Art wenigstens in der Zukunft wohl den 
durch Trinchese hergestellten Namen tragen. Trotz einigen Abweichungen 
in der Farbenzeichnung wird das von A. Costa beschriebene und abgebildete 
Thier sicherlich hierhin gehören. Bei dem augenblicklichen Fehlen der Fort- 
setzung von dem schönen Atlas von Trinchese liegt bisher leider keine gute 
oder zuverlässige Zeichnung des Thieres vor. Wahrscheinlich variirt die Art 
in Farbenzeichnung nicht unbedeutend, die von Trinchese gelieferte Beschrei- 
bung weicht nicht wenig von der obenstehenden ab. 

Im October 1879 bekam ich, in Seewasser lebend und wohl bewahrt, 
durch Dr. Graeffe aus der Station in Triest ein Individuum dieser schönen 
Art. — Das Thier hatte, ganz ausgestreckt eine Länge von vollen 18 mm., 
von denen der Schwanz die 2*5 betrug, die Körperbreite war vorne bis 3 mm.; 
die Höhe der Rhinophorien war 3; die Länge der Tentakel 4, der Fussecken 
etwa 1*5, der Papillen bis 2*5 mm. Die Oberseite des Körpers mit sammt den 
Papillen war von milchweisslicher Farbe, am Kopfe und besonders an den 
Papillen und am Schwanzrücken stärker und mit starkem bläulichen Schimmer; 
die Rhinophorien an der Vorderseite von der Körperfarbe, sonst braunroth und 
mit weisslichen, in Ringen und Bogen gestellten Pünktchen bedeckt; vor den 
Rhinophorien, an der Stirne eine röthliche, gegen vorne offene, hufeisenförmige 
Figur; am Grunde der Rhinophorien schimmerten hinten die schwarzen Augen- 
punkte sehr deutlich hindurch. Die Papillen mit citrongelber Spitze, ganz oben 
ging die Farbe meistens in einen orangerothgelben Bogen oder Ring über. Die 



1) Trotz dem Titelblatte kann der Band erst 1875 erschienen seia. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



21 



Fusssohle mit den Fussecken mehr graulich - weisslich. — Die Eingeweide 
schimmerten nur undeutlich durch die Körperwände, der Schlundkopf weisslich, 
der Magen grau. 

Das Thier war in seinen Bewegungen nicht lebhaft; kriechend schien es 
seine Papillen in 10 Gruppen zu tragen. Das Thier erhielt sich noch durch 
12 Tagen lebend, aber an Grösse abnehmend; stiess in schwächerem Salzwasser 
(0 011) gebracht nicht seine Papillen sterbend ab. 

Das in Alkohol bewahrte Individuum war zu einer Länge von 9*5 mm. 
zusammengezogen, bei einer Höhe des Körpers bis 2*5 und einer Breite bis 
2'4 mm.; die Höhe der Khinophorien so wie der Papillen bis 1*8 mm.; die 
Breite des Fusses vorne bis 2*3 mm., die Länge des Schwanzes etwa 1*8 mm. 
Die Farbe durchgehends weisslich, die Papillen mit einem schönen schwefel- 
gelben breiten Gürtel unterhalb der Spitze. Im Genicke schimmerten die 
schwarzen Augen, vorne am Rücken das Herz hindurch. 

Die Form nicht sehr langgestreckt, etwas niedergedrückt. Der Kopf 
nicht ganz klein, mit quer- ovaler Mundspalte; die Tentakel ein wenig länger 
wie die Ehinophorien; diese letzteren kurzstielig, mit gegen 20 schrägen 
Blättern der Keule, welche am Rande rundzackig waren, und die Zacken ein 
wenig, aber unter der Loupe wenig auffallend, verdickt.^) Fast bis an den 
Schwanz waren nur die Seitentheile des Rückens von den Papillen reihen 
aufgenommen. In der ersten Gruppe, die viel grösser und besonders viel 
länger als die anderen waren, fanden sich, in etwa 12 Schrägreihen mit je 3 — 4 
Papillen, im Ganzen etwa 40—50 Papillen; der Grund der Papillengruppe kissen- 
artig erhoben, besonders in dem vorderen Theile. Dicht hinter dieser folgen 
zwei Reihen, die wenigstens an der rechten Seite hufeisenförmig (Fig. 1) ver- 
einigt sind. Dicht vor der vordersten die Nierenpore (Fig. lä). Im Bogen 
des Hufeisens findet sich hinten (Fig. Ih) die wenig vortretende A nalp apille. 
Dicht hinter diesen zwei Reihen folgen wieder zwei und auch mit ihrem Grunde 
etwas vortretenden Querreihen, jede wie die vorigen eine oder zwei Reihen von 
je 5 — 6 Papillen tragend. Durch einen kleinen Zwischenraum von diesen ge- 
schieden, folgen wieder zwei ganz ähnliche Reihen, und hinter diesen , dichter 
an einander etwa 18 Reihen, die vorderen mit meistens 5—6 (—8), die hinter- 
sten mit nur 3—2 Papillen. Die Papillen nicht leicht abfallend, ziemlich 
kurz und gedrungen, ziemlich cylindrisch, unten doch etwas enger, oben zuge- 
spitzt. Die Körperseiten ziemlich niedrig; die Genitalöffnung unterhalb 
des hinteren Theiles der ersten Papillengruppe. Der Fuss kräftig, mit starker 
Randfurche und starken Fussecken; der Schwanz nicht lang. 

Das Centralnerveusystem (Fig. 2) etwas abgeplattet; die cerebro- 
visceralen Ganglien (Fig. 2 a) ziemlich kurz, vorne breiter als hinten, die cere- 
brale Abtheilung etwas grösser als die viscerale; die (rundlich-) ovalen pedalen 
Ganglien (Fig. 2h b) etwas kleiner als die cerebralen; die gemeinschaftliche 
Commissur (Fig. 2 c) breit, ziemlich kurz. Die Riechknoten ziemlich kurzstielig, 



1) Die Darstellung bei Costa (1. c. Tav. II. Fig. 4a) scheint ziemlich übertrieben. 



22 



Rudolph Bergh. 



am Grunde der Rhinophorien, ziemlich gross (Fig. 2dd), von ovalem Umrisse, 
Die buccalen Ganglien kleiner (Fig. 2e) als die vorigen, von rundlichem Um- 
risse, durch eine ganz kurze Commissur verbunden; die gastro - oesophagalen 
Ganglien viel kleiner, rundlich (Fig. 2 ff). 

Die Augen (Fig. 2) ganz kurzstielig, mit schwarzem Pigmente, gelber 
Linse. Die Ohrblasen (Fig. 2) an gewöhnlicher Stelle, etwas niedergedrückt, 
mit etwa 100 Otokonien gewöhnlicher Art. 

Die Mundröhre wie gewöhnlich. Der Schlundkopf 2'5 mm. lang 
bei einer Höhe und Breite von etwa 2 mm., etwas zusammengedrückt, die 
Lippenscheibe oval, stark; der Schlundkopf hinten an der oberen Seite etwas 
eingesenkt, und die Raspelscheide nicht vorspringend. Die Mandibel (Fig. 3) 
hell horngelblich, von (länglich-) ovaler Form; an der Aussenseite eine Ein- 
senkung hinter dem Schlosse, die hinter dieser Einsenkung liegende Partie der 
Mandibeln etwas dicker; am Schlosse eine starke, auch an der Aussenseite vor- 
springende Crista connectiva (Fig. 3 a); der eigentliche (Fig. Sb) Kaufortsatz 
ziemlich lang (Fig. 17); der ganze Kaurand fast ganz bis an die Schlosspartie 
an der Innenseite fein schräge gestreift, und der Rand selbst dieser Streifung 
gemäss (Fig. 4) mit (wie es schien, einer einzelnen Reihe von) ganz niedrigen 
(nur bis zu etwa 0*0035 mm. hohen) Dentikeln besetzt. Die Nebenmundhöhle 
ziemlich weit. Die Zunge kräftig; an derselben 20 Zahnplatten, weiter nach 
hinten in der kurzen, abgeplatteten Raspelscheide noch 10 entwickelte und zwei 
unentwickelte Platten, die Gesammtzahl derselben somit 32. Die Zahnplatten 
von der von den Spurillen bekannten Form, sehr hell gelblich; die Breite der 
vordersten (Fig. 6) 0-28 mm., die der hintersten etwa 0"56 mm.; die Höhe sich 
bis zu 0"1 mm. erhebend; am Schneiderande kamen zu jeder Seite der Mittel- 
linie an den vordersten Platten etwa 45, an denen hinten an der Zunge (Fig. 5) 
beiläufig 50 und an den hintersten etwa 60 sehr spitze Dentikel vor; in der 
Mittellinie (Fig. 7) zwei kleinere Dentikel oder eine mediane kurze Spitze. 

Die Mund r Öhrendrüsen weisslich, langgestreckt, nicht ganz dünn, 
sich nach hinten längs der Unterseite der vorderen Genitalmasse und eine 
Strecke weiter unter der Zwitterdrüse erstreckend; die Ausführungsgänge nicht 
kurz, ihre Eiumündungsstelle konnte aber nicht bestimmt werden, schien aber 
dieselbe wie in den Spurillen. Der Bau (Fig. 8) der gewöhnliche. 

Die Speiseröhre kurz und weit, mit ziemlich starken Längsfalten der 
Innenseite. Der Magen etwas langgestreckt, jederseits einen starken Gallengang 
von der (ersten) grossen Papillengruppe aufnehmend. Der (weite) Hauptgallengang 
mit seinen Seitengängen, und der Darm wie gewöhnlich. Die Leb er läppen (der 
Papillen) an der Oberfläche ziemlich glatt, fast die Höhle ganz füllend, ihre Wand 
dünn. Die Nesselsäcke dem gelben Bande entsprechend, fast ein Drittel bis 
die volle Hälfte der Länge der Papillen betragend, mit bis etwa O'OS— Ol mm. 
langen, stabförmigen Cnidae (Fig. 9) gefüllt. 

Das Herz wie gewöhnlich, ebenso die weissliche, etwa 0-4 mm. lange 
Nierenspritze. Das Nierengewebe an der Oberfläche der Zwitterdrüse wie 
gewöhnlich. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



23 



Die lange, etwas abgeplattete, weissliche Zwitterdrüse aus zwei Reihen 
von hinter einander liegenden, scheibenförmigen, in der Mittellinie mitunter 
verschmelzenden oder in dem Aussenraude geklüfteten Lappen gebildet, die 
wieder aus kleineren zusammengesetzt sind. In den Läppchen keine reife 
Geschlechtselemente. Der dünne weissliche Zwitterdrüsen gang unten aus 
dem Vorderende der Zwitterdrüse hervortretend, an der Hinterseite der Schleim- 
drüse die Ampulle bildend, die nur etwa halb so lang wie der Zwitterdrüsen- 
gang selbst war, aber 2 — 3 mal so dick, von mehr opaker Farbe, von Samen 
strotzend. Die vordere Genitalmasse klein, querliegend, etwa doppelt so 
breit (von aussen nach innen) wie hoch und lang, die Breite etwa TS mm. 
betragend. Der weissliche Samengang in mehreren Biegungen verlaufend, 
etwa so lang wie der eigentliche Zwitterdrüsengang und nicht viel dicker, in 
den (zurückgezogenen) ziemlich kurzen, etwa 4 mm. langen, birnförmigen Penis 
übergehend, der unbewaffnet war. ^) Die fast kugelförmige Samenblase 
fast so gross wie der Penis, der Ausführungsgang etwas länger als die Blase. 
Die Schleimdrüse weisslich; die Eiweissdrüse ebenso, nur mehr undurch- 
sichtig. 

Später erhielt ich, in Alkohol bewahrt, wieder durch Dr. Graeffe ein 
anderes Individuum, wie es schien, derselben Art sammt Farbenzeichnung 
und Notizen. Die Trinchese von mir vorgelegte Zeichnung Graeffe's wurde 
von ihm als eine Varietät dieser Art aufgefasst. 

Die Länge desselben hatte im Leben fast 3 cm. betragen. 2) Die Farbe 
des Körpers mit dem Schwänze, der Fusseckeu und der Tentakeln durchsichtig 
weisslich; die Rhinophorien zinnoberroth, hinten am Grunde derselben schimmerten 
die Augen schwarz hindurch ; die Papillen blau mit einem breiten gelben Bande 
unterhalb der bläulichen Spitze. — Die Rhinophorien zeigten sich an der Figur 
fast so lang wie die Tentakel, die Fussecken kaum halb so lang; der Schwanz 
sehr lang und dünn, etwa Vs der ganzen Körperlänge betragend. 

In Farben- wie in Formverhältnissen stimmt das in Alkohol bewahrte 
Individuum ganz mit dem früher untersuchten. In der ersten langen Papillen- 
gruppe fanden sich 11 schräge Reihen mit je 5—6 und 4 Papillen. Hinter 
dieser kamen zwei Hufeisengruppen mit 4—5 Papillen vor, dann 10 isolirte 
Reihen von Papillen. Die Analpapille wie oben. 

Das Centrainervensystem, die Augen 3) und die Ohrblasen wie oben. — 
Die Mandibel ganz , wie oben. An der Zunge auch 20 Zahnplatten; weiter 
nach hinten 4 entwickelte und 2 unentwickelte, die Gesammtzahl derselben so- 
mit 26.^) Die Zahn platten wie oben; an denen hinten an der Zunge kamen 
jederseits aber nur 28 Dentikel vor, und die Anzahl stieg weiter nach hinten 
nur bis 32. 



^) An dem Grunde des Ppnis fand sich ein kleines rundliches Ganglion. 

Costa gibt die Länge zu 16 mm., Trinchese zu 2 cm. an. 
») Trinchese giht (1. c. 1874. p. 519. Tav. III. Fig. 1, 2r, r') kleine Gesichtsganglien an. 
*) Trinchese sah (1. c. 1877. p. 9) 25 Zungenzahnplatten ; die Zahl der Dentikel wird 
nicht besprochen. 



24 



Rudolpli Bergh, 



Die Zwitterdrüse und die vordere Genitalmasse schien sich wie oben zu 
verhalten. ^) 

Die Entwicklung der Eier scheint theilweise von Trinchese^) 
verfolgt. 

IV. 

Faeelina A. et H. 
Vgl. diese Beitr. V. 1. c. XXVII. 1877. p. 824—829. 

Corpus gracilius, elongatum; rhinophoria perföliata; podarium antice 
angulis tentaculatim productis. 

Margo masticatorius mandibulae serie denticulorum fortiorum armatus. 
Hadula paucidentata, dentibus uniseriatis, cuspidatis, denticulatis. 

Penis magnus, glande margine seriebus spinularum armata. 

Die von mir schon öfter untersuchten Facelinen unterscheiden sich von 
den Acanthopsolen und von den Rizzolien wesentlich durch ihre durchblätterte 
Rhinophorien. 

Diese Gruppe, wie sie jetzt formulirt ist, umfasst folgende Arten : 

1. Fac. coronata (Forb.). 
M. atlant. 



2. 


— Drummondi (Thomps.). 




M. atlant. 


3. 


— auriculata (Müller) Friele et Arm. Hansen. 




M. atlant. or. 


4. 


— JPanizzae (Ver.). 




M. mediterr. 


5. 


— argenteo-lineata (Costa). 




M. mediterr. 


6. 


— gigas (Costa). 




M. mediterr. 


7. 


— ? annulicornis (Otto). 




M. mediterr. 


8. 


— ? subrosacea (Eschsch.). 




M. pacific. 


9. 


— crassecomis (Eschsch.). 




M. pacific. 


10. 


— ? cyanella (Couth.). Gould, Explor. expedit. Moll. 1856. p. 306. 



pl. 25. Fig. 402. 
M. pacific. 



^) Trinchese scheint dieselben nicht untersucht zu haben. 

^) S. Trinchese, I primi momenti deir evoluzione nei molluschi. R. Accad. dei Lincei. 
3 S. Mein, della classe di sc. fis., matem. e natur. VII. 1879. p. 31. 



Beiträge zur Keuiitniss der At'olidiaden. 



25 



F. Dmimmondi (Thomps.)- 

Bergh, Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. IL Verli. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. in Wien. XXIV. 1874. p. 400—401; — IV. 1. c. XXVI. 
187G. p. 756—758, Taf. XI. Fig. 10, 11; - V. 1. c. XXVII. 1877. 
p. 829 Note, Taf. XII. Fig. 9, 10. 

G. 0. Sars, Moll. reg. arct. Norv. 1878. p. 364. Tab. XV. Fig. 9 a-e. 

Von der Art habe ich wieder ein Individuum untersucht, im August 1879 
bei Striib am Lillebelt (Kattegat) unter Algen (Laminarien) in einer Tiefe von 
etwa 10 Faden gefischt. Das lebende Thier war etwa 2 cm. lang; die Form- 
und Farbenverhältnisse wie von Meyer und Moebius (1. c. Taf. 1. Fig. 2) 
dargestellt. 

Das in Alkohol bewahrte Individuum hatte eine Länge von 15 mm.; 
die Papillen erreichten eine Höhe bis 4"5 mm. Die Papillen waren noch röth- 
lich; mit weisser Spitze. — Die Rhinophorien stark geringelt (kaum durch- 
blättert). Die zwei ersten, von einander und von den folgenden scharf ge- 
schiedenen Papillengruppen gross, mit 7 — 8 Papillenreihen ; hinter diesen folgten 
5—6 mehr oder weniger geschiedene Gruppen, von denen die ersten mehrreihig 
waren, die drei letzten einreihig (mit 2 — 4 Papillen). Die starke Analpapille 
(deren Lage im Ganzen etwas variabel scheint) im Rückenrande dicht hinter 
der zweiten Papillengruppe (rechter Seite) liegend. 

Das Centrainervensystem wie gewöhnlich; von der visceralen Com- 
missur gingen neben ihrer Mitte zwei Nerven (Nn. genitales) aus, von denen 
der grösste an seinem Ursprünge in der Commissur eine grössere Nervenzelle 
hatte. Die Riechknoten gross ; die buccalen Ganglien etwas kleiner, oval, durch 
eine Commissur verbunden, die die halbe Länge des Ganglions hatte. — Die 
Ohrblasen enthielten 60—80 Otokonien. — Der Schlundkopf etwa 3 mm. lang 
bei einer Breite bis 2 und einer Höhe bis 18 mm. Die stark gewölbten Man- 
dibeln hell horngelb, der Kaurand mit etwa 40 starken abgestutzten Zähnchen. 
Die Nebenmundhöhle war ziemlich gross. Die Zunge mit 4 Zahnplatten, vor 
denselben aber noch Spuren nach 7 abgefallenen Platten; weiter gegen hinten 
kamen noch 8 entwickelte und 2 jüngere Platten vor, die Gesammtzahl der- 
selben somit 14.') Die Platten waren hell horngelb; die Höhe der Platten der 
Zunge betrug 016, ihre Breite auch etwa 016 mm.; an jeder Seite des Schneide- 
randes 6 — 7 Dentikel. — Die vordere Genitalmasse etwa 3"5 mm. lang bei 
einer ähnlichen Höhe und einer Breite bis 1-5 mm. Die Ampulle des Zwitter- 
drüsenganges hell grünlich-gelblich, ein kleines Knaul von Windungen bildend, 
welche ausgerollt eine Länge von 7 mm. hatten. Der kurze dünne männliche 
Zweig der Ampulle in den ziemlich dünnwandigen, weissen Samenleiter 
übergehend, welcher ein wenig dicker als die Ampulle war und sich in grossen 

*) Bei den früher untersuchten 24 Individuen variirte die Anzahl der Platten von 14—30 ; 
die der Dentikel (jederseits) zwischen 5— G, hetrug aber bei einem einzelnen Individuum respective 
4, 8, 9, ja selbst 11—13. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 4 



26 



Rudolph Bergh. 



Buchten (die ausgerollt etwa 6 ram. massen) an den Penis hinabschlängelte. 
Dieser letztere gestreckt - sackförmig , etwas gebogen, etwa 3 mm. lang bei 
einem Durchmesser von r25 mm. Die Wand desselben (Präputium) mit circu- 
lären Falten der Innenseite ; die Höhle von der Glans fast ganz ausgefüllt. Diese 
Glans ist in der oberen Hälfte zusammengedrückt, biconvex; in der äusseren 
ein der Länge nach zusammengebogenes Blatt bildend, ^) mit einer einfachen 
Eeihe von Dornen längs der zusammengebogenen Eänder und des abgerundeten 
Endes. Die Dornen kegelförmig, bis 08 mm. hoch, mit einem gelblichen 
chitinisirten Ueberzuge. Der Samenleiter setzte sich median bis innerhalb des 
hakenbesetzten Endrandes an der ausgehöhlten Seite der Glans fort. Die Penis- 
drüse ein knopfartiges Organ 2) am Ende eines kräftigen muskulösen, längeren 
Ganges bildend; beide zusammen etwa 2 5 mm. lang, bedeutend dünner als der 
Penis ; von der Drüse ab erstreckte sich ein dünner Nerv bis an die Einmündung 
des Ganges in den Penis hinab; der Gang der Drüse sich in der Höhle des 
Präputiums, wie es schien, öffnend. Die Samenblase sackförmig, gebogen, 
etwa rs mm. lang, von ähnlicher Farbe wie die Ampulle des Zwitterdrüsen- 
ganges; ihr Gang etwa so lang wie die Blase selbst. 

V. 

Acanthopsole Trinchese. 

Äcanthopsole Trinchese. Intorno ai generi Hermaeina ed Acanthopsole. 
Mem. dell'accad. delle sc. del istituto di Bologna. Ser. III. T. V. 
1874. p. 6-8. Tav. Fig. 1—8. 

— Trinchese. Note zoologische. Kendic. dell' accad. delle sc. dell' 
istituto di Bologna. 17 Maggio 1877. p. 10—12. 

— Rendic. delP accad. di Bologna. 1878—1879. p. 51. 

— Trinchese. Aeolididae e fam. affini del Porto di Genova. Atlaute I. 
1877—1879. Tav. XXXIV, XXXV. 

— Trinchese. R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. der Aeolidiaden. V. 1. c. 
XXVII. 1877. p. 824. 

Corpus graciUus, elongatum. Bhinophoria annulata (vel simpUcia) ; 
tentacula longissima. Podarium antice anguUs tentaculatim prodiictis. 

Margo masticatorius mandibulae serie denticulorwn unica. Radula 
paucidentata ; dentihus uniseriatis cmpidatis, denticulatis. — Penis magnus 
.glande margine spinularum serie armata. 

Die Acanthopsolen wurden vor einigen Jahren (1874) von Trinchese 
von den Facelinen ausgeschieden, denen sie in den äusseren Formverhältnissen 
nahe stehen; seitden;i hat er in seinem Atlante (der Text ist noch nicht er- 
schienen) die anatomische Verhältnisse derselben näher beleuchtet. 

») Vgl. 1. c. II. 1874. Taf. X. Fig. 9 {Fae. [Acanthopsole ?J Janü [Ver.]). 
») Vgl. 1. c. V. 1877. Taf. XII. Fig. 10 d {Fac. Drummondi [Th.]). 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



27 



Die Acanthopsolen unterscheiden sich im Aeusseren von den Faceliueu 
hauptsächlich durch die geringelten (oder glatten) (aber nicht perfoliirten) 
Rhinophorien und die ausserordentlich langen Tentakel, im Inneren viel- 
leicht durch etwas andere Art der Bewaffnung des Penis. ^) 

Von der Gattung sind bisher nur ganz wenige Arten, und zwar aus dem 
Mittelmeere bekannt: 

1. Ac. rubrovittata (Costa). 

Aeol rubrovittata Costa. Annuar. III. 1866. p. 70. Tav. II. Fig. 2. 
Ac. rubrovittata (Costa). Trinchese, 1. c. 1879. 
M. mediterr. 
j 2. Ac, albida Bgh. n. sp. 
] M. mediterr. 

J 3. Ac. vicina Bgh. u. sp. 
\ M. mediterr. 

4. Ac* iMgiibHs (Graeffe) n. sp. 

M. mediterr. 

5. Ac. ?Janii (Ver.). 

Facelina Janii (Ver). R. Bergh, Beitr. zur Keuutn. der Aeoli- 
diaden. II. 1. c. XXIV. 1874. p. 404. 
M. mediterr. 

1. Ac, albida Bgh. u. sp. 

Color pelhicide albescens, tentaculis, rhinopJioriis et margine anteriori 
podarii albidus, cauda supra coerulescente albidus; lobi hepatici brunnescente- 
flavide pellucentes. 

Hab. M. adriatic. (ad Tergestem). 

Taf. UI. Fig. 1-8. 

Von dieser schönen Art erhielt ich durch Dr. Graeffe im October 1879 ein 
Individuum lebend, in Seewasser verschickt, welches sich noch fast 3 Wochen 



1) Diese Verschiedenheit im Baue des Penis war mir wenig wahrscheinlich ; ich bezweifelte 
daher im Ganzen die Haltbarkeit der Gattung Acanthopsole (Beitr. IV. 1. c. XXVI. 1876. 
p. 752), die aber wieder (1877, 1879) von Trinchese behauptet wurde. Die Acanthopsolen haben 
jedenfalls nicht perfoliirte, sondern nur geringelte Rhinophorien. Was aber die Unterschiede im 
Baue der Glans penis betrifft, muss ich vorläufig noch bekennen, dass ich hier an einen Irrthura 
von der Seite Trinchese's glaube. Trinchese erwähnt (Note. 1877. p. 11) gar nicht die Penis- 
drüso und ihren Gang, dagegen ist, ihm zufolge, „il pene terminato da un glande di forma sferica, 
il qnale non presenta la menoma traccia di spine;" am Grunde aber von diesem Penis soll sich 
„una lamina carnosa i cui margini liberi sono muniti di — eminenze coniche etc." finden; an 
erster Stelle handelt es sich wahrscheinlich um die Penisdrüse und ihren Ausführungsgang (vgl. 
Taf. II. Fig. 15), an letzterer von der Glans penis. Die von Trinchese (1. c. 1879. Tav. XXXV. 
Fig. 4) gelieferte Darstellung des Penis von Ac. ruhrovittaia scheint keine deutliche generische 
DiiFerenz von den Verhältnissen der Facelinen anzudeuten. 

4* 



28 



Rudolph Bergh. 



Jebend erhielt und sich durch "feeine schnellen und lebhaften Bewegungen aus- 
zeichnete. 

Die ganze Länge des lebenden Thieres betrug etwa 16 mm., von 
denen 6 auf den Schwanz kamen; die langen Tentakel gewöhnlich mehr als 
halb so lang (9 mm.) wie das ganze Thier, mitunter noch mehr ausgestreckt; 
die Rhinophorien etwa 6 mm. lang, die Papillen bis fast 8 mm., die Fussecken 
etwa so lang wie die Fussbreite oder etwa 2'3 mm. betragend. — Die Farbe 
des Körpers im Ganzen hell und durchscheinend graulichweiss, der Schwanz- 
rücken weiss mit schönem bläulichem Schimmer, welcher sich längs des innersten 
Theiles des Fusses fortsetzte; die Rhinophorien, die Tentakel und der Vorder- 
rand des Fusses weiss, die ersteren mit bläulichem Schimmer. Die Papillen 
mit mehr oder weniger starkem weissem Streifen längs des Vorderrandes, mit 
weisser Spitze und durchschimmerndem hell bräunlichgelbem Leberlappen; oben 
am Kopfe ein medianer weisser Längsstreifen. Im Genicke schimmerten die 
schwarzen Augen sehr stark hindurch, oben und an den Seiten des Kopfes der 
röthliche Schlundkopf, weiter gegen hinten der bräunlichgelbe Magen und der 
etwas dunklere Darm. 

Der schlanke Körper trug die schlanken, ungewöhnlich langen Papillen 
dem Anscheine nach in 5 Gruppen, von denen die erste viel grösser als die 
anderen waren. Die sich lebhaft schlängelnd bewegende Tentakel (Fig. Iah) sehr 
lang, peitschenförmig, während des Kriechens oft gegen hinten fast bis über 
die Schwanzwurzel hinaus gestreckt. Die Rhinophorien etwas dünner als die 
Tentakel, mit 6 Ringen, die an der Hinterseite besonders hervortreten (Fig. 2); 
sich sehr stark bewegend. Die Herzgegend etwas hervortretend. Die (Fig. Icc) 
starken Fussecken auch mit tiefer Furche, sehr beweglich; der Schwanz dünn 
und allmälig zugespitzt. 

Das in Alkohol bewahrte Thier hatte nur eine Länge von 6 mm.; 
die Fussecken betrugen an Länge etwa Vs der Tentakel, die beiläufig doppelt 
so lang wie die Rhinophorien waren; die Höhe der Papillen bis 3 mm., die 
Breite der Fusssohle bis etwa 0*8 mm. Die Farbe durchgehends weissgelblich ; 
im Genicke schimmerten die schwarzen Augenpunkte hindurch. 

Die (ziemlich stark zusammengezogenen) Rhinophorien zeigten eine 
viel grössere Anzahl von ringartigen Verdickungen (14 ~ 20) als im Leben, aber 
nur etwa die Hälfte davon waren stärker. Die zwei vorderen Papillengruppen 
nahmen jederseits etwa Vs der Breite des Rückens auf. Der Boden der ersten 
Gruppe ein wenig erhaben, an 4 schrägen Leisten je 3—4 Papillen, im Ganzen 
also 12—16 tragend. Die zweite Gruppe von der ersten durch einen weiteren 
Zwischenraum geschieden, auch ein Wenig erhaben, etwas gebogen, in zwei 
Reihen etwa je 5 Papillen tragend. Unterhalb der Mitte der rechten die wenig 
vortretende Analpapille. Dicht hinter der zweiten die dritte Gruppe, mit 
etwa 8—10 Papillen in drei Reihen. Dicht hinter dieser letzten Gruppe folgen 
dann dicht aneinander 2—3 Querreihen mit je 2—4 Papillen. Die dritte Gruppe 
und die Querreihen hinter derselben beider Seiten in der Mittellinie fast zusammen- 
stossend. Die grössten Papillen kamen in der Mitte der drei ersten Gruppen 



Beiträge zur Eenutniss der Aeolidiadeu. 



29 



vor, in welchen übrigens die äussersten und die hintersten Papillen die kleinsten 
waren. Die Papillen waren fast cylindrisch, oben etwas zugespitzt, ziemlich 
leicht abfallend. Der Kopf mit den Tentakeln wie gewöhnlich. Die Körper- 
seiten nicht niedrig; die GenitalöfFnung an gewöhnlicher Stelle, zusammen- 
gezogen. Der Fuss mit dem Schwänze wie oben erwähnt. 

Das Centrainervensystem stark abgeplattet; die cerebro - visceralen 
Ganglien kurz-nierenförmig, die cerebrale Abtheilung etwas grösser als die 
viscerale; die pedalen Ganglien etwas grösser als die cerebralen, die grössten 
Zellen (der visceralen Ganglien) einen Diam. bis 0*1 mm. erreichend; die Com- 
missuren von einander geschieden, nicht kurz. Die Riechknoten kugelförmig, 
im Grunde der Rhinophorien liegend. Die buccalen Ganglien ein wenig grösser 
wie die Riechknoten, von ovalem Umrisse, durch eine Commissur verbunden, 
die so laug wie der Längste Durchmesser des Ganglions war; die gastro- 
oesophagalen Ganglien kurzstielig, an der einen Seite des Nerven entwickelt, 
kaum \'q der Grösse der vorigen betragend. 

Die Augen ganz kurzstielig, mit schwarzem Pigmente, gelber Linse. 
Die Ohr blasen (Fig. 3) etwas kleiner als die Augen, von etwa 0"08 mm. Diam.; 
die Anzahl der (bis O'OU mm. langen) Otokonien nicht gross (gegen 30), die- 
selben waren von gewöhnlicher Art. 

Der Schlundkopf etwa 1'4 mm. lang, ein wenig länger als breit, ein 
wenig breiter als hoch; die Raspelscheide nur wenig am Hintereude vortretend. 
Die Mandibel gelblich, von gewöhnlicher Form; die Schlosspartie (Fig. 5) 
nicht stark; der Kaurand (Fig. 6) bis an die Spitze des ziemlich kurzen Kau- 
fortsatzes mit einer einzelnen Reihe von (gegen 30) Zacken, die eine Höhe bis 
fast 0*02 mm. erreichten. Die Zunge zusammengedrückt, stark; in der Raspel 
7 Zahnplatten (und an der Spitze der Zunge noch Eindrücke von 2 ausgefallenen), 
weiter nach hinten 5 entwickelte und 2 unentwickelte Platten, die Gesammt- 
zahl derselben somit 14 betragend. Die (Fig. 7) Platten von hell horngelber 
Farbe; die Höhe der vordersten etwa 0-04, der hintersten (entwickelten) fast 
0*08 mm.; die Form der Platten die gewöhnliche, fast an allen zeigte der 
Schneiderand 6—7 ziemlich starke Dentikel. 

Die Speiseröhre mit sehr starken Längsfalten. Der Magen und die 
Gallengänge waren wie gewöhnlich. Hinter der Mitte des Darmes schien 
sich ein kleines Divertikel (Fig. 8 a) zu finden. Die Leb er läppen der Papillen 
dieselben fast füllend, ziemlich grobknotig, die Oberfläche doch ziemlich glatt. 
Die Nesselsäcke gestreckt- birnförmig, gross, mit rundlichen Cnidae (Fig. 4) 
von einem Durchmesser bis etwa 013 mm. 

Das Pericardium gross, am Rücken vortretend; das Herz so wie die 
Nierenspritze wie gewöhnlich. 

Die Geschlechtsorgane gingen leider durch einen Unfall verloren. 

2. Ac, vicina Bgh. u. sp. 

Corpus fere decolor, peUucidum; caput cum tentacuUs pcdlide rosaceum ; 
rhinophoria rubescente hrunnea, apice alba; papillae dorsales apice albo, linea 



30 



Rudolph Bergh. 



axiali pellucente brunnescente-oUvacea ; dorsum caudae, margo posterior tenta- 
culorum et margo anterior iiapillarum coerulescente-argentea. 

Hab. M. adriatic. (ad Tergestem). 

Taf. II. Fig. 12—16; Taf. III. Fig. 9. 

Ein mir von Dr. Graeffe in der Mitte October 1879 nach Kopenhagen 
mit anderen Nudibrauchien geschicktes Individuum dieser Form langte voll- 
ständig munter hier an. 

Dieses Individuum hatte lebend ganz ausgestreckt eine Länge von 
4 cm., von denen der Schwanz dann die 17 mm. betrug; die Breite so wie die 
Höhe des Körpers mass bis 6 mm., die Breite des Fusses bis 8*5 mm. und die 
Fussecken (jederseits) noch dazu 3 mm.; die Höhe der Rhinophorieu betrug 
bis 6, die Länge der Tentakel bis 10, die der Papillen bis 9 mm. — Der Körper 
war durchscheinend weisslich oder eigentlich fast farblos, nur am Schwanz- 
rücken und am Grunde des Fussgebrämes hinten trat ein schwach bläulicher 
Silberschimmer auf. Die Farbe des Kopfes war hell rosenroth, besonders stark 
an dem Vorderende und an der Unterseite des Halses. Das Vorderende des 
Fusses schwach röthlich und die Farbe sich an den Grund der Fussecken 
hinaus fortsetzend, welche am Hinterrande einen ähnlichen Schimmer wie die 
Tentakel zeigten. Die Tentakel etwas stärker roth, mit hellem schwach bläulich 
silberschimmerndem Streifen längs der Rückenseite, die Rhinophorieu hell röthlich- 
braun mit (silbern-) kalkweisser Spitze und die oberen Ringe derselben in ähn- 
licher Weise gefärbt. Die Rückenpapillen sind sehr hell graulich durchschim- 
mernd oder eigentlich farblos, nur mit kalkweisser Spitze und einem bläulich 
silberuschimmernden Längsflecken an der Mitte des Vorderrandes; durch die 
ganze Länge der Papille schimmerte der dünne (bräunlich-) olivengrüne, oben 
oft mehr bräunliche oder braungelbliche Leberlappeu hindurch. Zwischen den 
Rhinophorieu und weiter fast bis an die Gegend des Herzsackes eine mediane 
Reihe von discreten länglichen weissen Fleckchen. Das Thier zeigte noch 
dazu die Eingeweide stark farbig hindurchschimmernd; am Kopfe überall den 
rothen Schlundkopf und die stärker rothe Speiseröhre, hinten und aussen am 
Grunde der Rhinophorien ferner die schwarzen Augen ; weiter gegen hinten den 
kurz- spindelförmigen chokolade-braungrauen Magen und längs der Rückenseite 
median den schmalen hellbraunen Hauptgallengang mit seinen (7) Seitenästen; 
an der Unterseite des Magens die unten weisse, oben und hinten rosenroth e 
Schleimdrüse , dann weiter nach hinten bis an das Ende des eigentlichen 
Körpers die langgestreckte, gelbweisse, weisspunktirte Zwitterdrüse und an 
der linken Seite der Schleimdrüse die grünlichweisse Ampulle des Zwitter- 
drüsenganges. 

Das elegante Thier war sehr lebhaft; in der hervorstehenden Pericardial- 
gegend zeigte das Herz 60—70 Pulsationen in der Minute. Kriechend schien 
es meistens die Papillen in 7 Gruppen zu tragen, von denen die erste viel 
grösser war. An den Rhinophorien schienen sich im Ganzen etwa 15 ganze 



Beiträge znr Kenntoiss der Aeolidiaden. 



31 



und halbe Ringen zu finden. — Als das Thier von dem adriatischen Meeres- 
wasser (0-035 %) später in das von der Nachbarschaft von Kopenhagen her- 
rührende (Oeresund; O'Oll %) gesetzt wurde, stoss es im Laufe von zwei Stunden 
einen grossen Tbeil, besonders der grösseren Papillen ab und starb langsam; 
wenn der Aussenmund sich öffnete, traten die rothen Eänder der Mandibel 
deutlich hervor. 

Das in Alkohol bewahrte Individuum hatte eine Länge von 2*5 cm. 
bei einer Höhe des Körpers bis 5 und einer Breite bis 5 mm.; die Breite des 
Fusses 4 mm., jede ausgezogene Fussecke noch 3, der Schwanz an Länge auch 
5 5 mm. messend; die Höhe der Rhinophorien 3, die Länge der Tentakel 5, die 
Höhe der Papillen bis 9 mm. Die Farbe durchgehends ganz weisslich; die 
grösseren Eingeweide, besonders an den Seiten und am Rücken, gelblichweiss 
durchschimmernd. 

Die Form Verhältnisse im Ganzen wie gewöhnlich. Der Kopf ziemlich 
klein, mit senkrechter Mundspalte; die Tentakel lang und kräftig; die (zu- 
sammengezogenen) Rhinophorien noch mit 15—16 ganzen (und halben) 
Ringen. Am Grunde derselben hinten schimmerten die schwarzen Augen un- 
deutlich hindurch. Die erste Papillengruppe mit C schrägen Reihen mit 
je 4 — 6 Papillen; von der vorigen durch einen grösseren Zwischenraum (in der 
Gegend des vortretenden Pericardiums) getrennt folgt die zweite Gruppe, die 
an der linken Seite 5 schräge Reihen mit je 3—4 Papillen enthielt, an der 
rechten erst 3 mit 3 — 4 Papillen und dann einen Bogen von etwa 5 Papillen, 
der von oben die ziemlich vortretende, nach oben gerichtete Analpapille 
umgibt. Dicht vor dieser Papillengruppe die rundliche Nierenpore. Es 
folgen jetzt 5 hufeisen- oder winkelförmige Gruppen mit 5—2 Papillen; ganz 
hinten an der Schwanzwurzel noch jederseits 1 — 2 kleinere Papillen. Die Papillen 
waren langgestreckt-kegelförmig, ganz oben zugespitzt; die grössten schienen 
in den zwei vorderen Gruppen, besonders der zweiten, vorzukommen. Die 
Körperseiten nicht niedrig; die zusammengezogene Genitalöffnung an ge- 
wöhnlicher Stelle. Der Vorderrand des Fusses mit starker Furche, die obere 
Lippe in der Mitte ausgerandet, die Furche bis an die Spitze der Ecken fort- 
gesetzt; an den Körperseiten trat der dünne Fussrand bis 1 mm. hervor; der 
Schwanz stark abgeplattet, am Grunde mit medianem Längskiele. 

DasCentralnerven System nicht sehr abgeplattet ; die cerebro-visceralen 
Ganglien nierenförmig, die viscerale Abtheilung kaum grösser als die cerebrale; 
die pedalen Ganglien rundlich- oval, ein Wenig grösser als die visceralen, das 
cerebro-pedale und viscero-pedale Connectiv etwas länger als gewöhnlich. Die 
(gesonderten) Commissuren nicht kurz. Die grüssten Nervenzellen (der visceralen 
Ganglien) erreichten einen Durchmesser bis 0*14 mm. Die Riechknoten kugel- 
förmig, zwei Nerven nach oben abgebend. Die buccalen Ganglien kleiner als 
die Riechknoten, von ovalem Umrisse, durch eine Commissur verbunden, die 
etwa die des grössten Diam. des Ganglions betrug; die gastro-oesophagalen 
Ganglien etwa V5 Grösse der vorigen betragend, rundlich, kurzstielig. 



32 



Rudolph Bergli. 



Die Augen mit schwarzem Pigmente, gelber Linse; der N. opticus kurz, 
ein äusseres Zellenlager um denselben konnte nicht entdeckt werden J) Die 
Ohr blasen an gewöhnlicher Stelle hinter und unter den Augen, ein wenig 
kleiner als diese, kaum 50 und zum grossen Theile nur wenig erhärtete Otoko- 
nien enthaltend. — Am Vorderrande des Fusses ein starkes Drüsenlager. 

Die (zurückgezogene) Mundröhre wie gewöhnlich, etwa 1 mm. lang. 
— Der Schlundkopf etwa 2*5 mm, lang bei einer Breite bis TS und einer 
Höhe bis 1'3 mm.; die Lippenscheibe oval; die durchschimmernde Nebenmund- 
höhle ziemlich klein; die ßaspelscheide nur wenig hinten hervortretend. Die 
hell horngelblichen Mandibel von gewöhnlichen Form Verhältnissen, die Schloss- 
partie ziemlich klein, mit starker Crista connectiva; der Kaurand mit gegen 
60 Dentikeln, die, in der Nähe des Schlosses klein, sich allmälig zu einer Höhe 
(Taf. II. Fig. 12) von etwa 035 mm. erheben; der eigentliche Kaufortsatz kurz. 
Die Zunge ziemlich kurz; in der Raspel 7 Zahnplatten; weiter nach hinten 
kamen deren 8 entwickelte und 2 nicht entwickelte vor; die Gesammtzahl der- 
selben somit 17. Die Zahn platten (Taf. IL Fig. 13; Taf. IIL Fig. 9) waren 
von ziemlich heller horngelber Farbe; die Höhe der vordersten betrug etwa O'l, 
die der hintersten der Zunge beiläufig 014 mm., die der jüngsten entwickelten 
0"18 mm. ; die Form die gewöhnliche, an dem Schneiderande jederseits 5 (—6) 
starke spitze Dentikel. 

Die Speicheldrüsen ziemlich kurz, weisslich; die Ausführungsgänge 
verhältnissmässig nicht kurz. — Die Speiseröhre, der Magen mit den Gallen- 
gängen der ersten Papillengruppe und der ziemlich enge, an der obei*en Seite 
der Zwitterdrüse verlaufende Hauptgallengang mit seinen 5 (oder 6) Aesten wie 
gewöhnlich. Der Darm dicht vor dem Pericardium rechts (hinter der Penis- 
drüse) verlaufend, vor der Nierenspritze bis über die Mitte der (rechten) Körper- 
seite hinabsteigend, dann schräge nach oben an die Analpapille hinaufsteigend; 
die Länge des ausgestreckten Darmes 9 mm., bei einem Durchmesser bis 0-6 mm.; 
die Innenseite durch ihre ganze Länge mit starken Längsfalten, unter denen 
eine besonders starke. In der Speiseröhre fand sich ein Ballen von unbestimm- 
barer thierischer Masse, sonst war die Verdauungshöhle leer. — Die Leber- 
lappen der Papillen cylindrisch, feinknotig, doch an der Oberfläche ziemlich 
eben, die Höhle jener bei weitem nicht ausfüllend. Der Nesselsack gestreckt- 
birnförmig, meistens V4 — Vs Länge der ganzen Papille betragend; der Ver- 
bindungsstrang mit dem Leberstamme ziemlich kurz; der Sack strotzte fast immer 
von freien Cnidae, denen der Äc. alhida ganz ähnlich und von ähnlicher Grösse. 

Das Pericardium und das Herz wie geAvöhnlich; die Kammer von etwa 
125 mm. Länge. Die Nierenspritze dicht oberhalb der Nierenpore liegend, 
fast melonenförmig, von etwa 0*5 mm. längstem Durchmesser, weisslich, mit 
etwa 10 starken pennaten Falten. Das Nierengewebe wie gewöhnlich. 

Die grosse Zwitter drüse weisslich, fast kegelförmig, etwa 12 mm. 
lang, vorne nach rechts und hinten schräge abgestutzt, hier etwa 4 mm. breit 



1) Vgl. Trinchese, 1. c. 1877. p. 12: 1. c. 1879. Tav. XXXV. Fig. 8c. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



33 



bei einer Höhe von 3 mm.; längs der oberen Seite verlief eine mediane seichte 
Furche für den Hauptgallengang, und durch von derselben hinabsteigende, ganz 
oberflächliche Furchen, deren oberster Theil den Quergallengängen entsprach, 
war die Drüse undeutlich in grosse, an der Oberfläche leicht gerundete Lappen 
getheilt. Die Drüse an der Oberfläche übrigens überall aus dicht stehenden, 
ganz kleinen, rundlichen oder durch Druck etwas kantigen Körnchen gebildet, 
die die peripherischen Ovarialfollikeln der kurzen, oben diese tragende Läppchen 
der Drüsen (Fig. 14) darstellten; in den Ovarialfollikeln grosse oogene Zellen, 
in '^em Basaltheile Zoospermien. — Der oben aus etwa der Mitte des Vorder- 
randes "der Drüse vortretende dünne, weissliche Zwitterdrüsengang plötzlich 
in die an der Unterseite der vorderen Genitalmasse liegende, grünlich gelblich- 
graue, zusammengebogene Ampulle schwellend, die ausgestreckt eine Länge 
von etwa 7 bei einem Durchmesser bis 0"8 mm. hatte. Die vordere Genital- 
masse gross, unregelmässig und gerundet-kubisch, fast 4 mm. lang bei einer 
Höhe bis 4 und einer Breite bis 5'5 mm.; an der schmäleren oberen Seite der 
Penis und die Penisdrüse; an der unteren links und hinten die Ampulle; an 
der hinteren die Windungen des starken Samenleiters. Der ganz dünne männliche 
Ast der Ampulle gleich in den starken, mehrere auf- und absteigende Biegungen 
machenden, weissen, fast cylindrischen Samenleiter übergehend (Fig. 15aa), 
der ausgestreckt eine Länge von etwa 1 cm. bei einem Durchmesser bis 1*1 mm. 
hatte, das obere Ende senkte sich etwas verdünnt in eine Vertiefung am Scheitel 
(Fig. 15) des Penis. Durch die ziemlich dicke, weiche Wand (Fig. Ib aa) 
schimmerten die Längsfalten derselben hindurch; die Lichtung der Höhle rundlich. 
Der (zurückgezogene) Penis sackförmig (Fig. 15&), etwa 5 mm. lang bei einem 
Durchmesser bis 2"2 mm., unten verschmälert. Innerhalb der ziemlich dünnen 
muskulösen Wand fand sich die mit abgestutztem Ende unten hervortretende 
(Fig. 15c) Glans, die längs der Mitte viel dicker war, gegen die Ränder ver- 
dünnt, und diese Seitentheile nach vorne über den Mitteltheil hin geschlagen; 
die Randpartie der Seitentheile war bis um das Vorderende des Organs herum 
an der einen (inneren) Seite mit einer (meistens einzelnen) Reihe von (gegen 100) 
oben schmutzig gelblich chitinisirten Kegeln (Fig. 16) besetzt, die nach ein- 
ander in kurzen, aber ungleichen Abständen folgten, und sich zu einer Höhe 
bis 0'07 mm. erhoben; mitunter standen zwei neben einander; durch den 
dickeren Mitteltheil konnte der Samenleiter bis an den unteren Rand verfolgt 
werden. Dicht neben dem unteren Ende des Penis mündet (Fig. 15) die etwas 
abgeplattete, weissliche Penisdrüse ein, die von einem Durchmesser von 2 mm. 
schief sich an das obere Ende ihres etwa 2 5 mm. langen dicken Ausführungs- 
ganges anschloss; in der Drüse eine kleine Höhle; die Wand des Ausführungs- 
ganges nicht dick, mit vorherrschender circulärer Muskulatur. Die Samen- 
blase gestreckt-birnförmig, von etwa 2 mm. Länge, weisslich, leer, neben der 
Eiweissdrüse liegend; der Ausführungsgang (Vagina) etwa halb Mal so lang. 
Die Schleimdrüse kaum die Hälfte der vorderen Genitalmasse betragend, 
weiss; die Eiweissdrüse mehr opak und gelblichweiss ; der Ausführungs- 
gang kurz. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 5 



34 



Eudolph Berg Ii. 



Ist die oben untersuchte Form eine eigene Art oder nur eine Varietät 
der vorigen? Fernere Unter sucliungen italienischer Forscher werden die Frage 
beantworten. Auch mit der Ac. riihrovittata ist sie (z. B. durch die mediane 
Reihe von Rückenfleckchen) verwandt. 

3. Ac, liiguhris (Graeffe). 
Äeolidia lugubris Gr. in schedulis. 

Cölor paginae superioris ater dlbo maculatus; tentacula atra albide 
punctata; rliinoplioria lutescente albida, atro maculata et annulata; papillae 
atrae, albide maculatae, apice albo; podarium pellucente-albeseens. 

Hab. M. adriaticum (ad Tergestem). 

Taf. VI. Fig. 12—18. 

Diese hübsche kleine Art mit ihrer so charakteristischen Trauerfarbe 
wurde von Graeffe (in einem Exemplare) im Frühjahre 1879 im Hafen von 
Triest auf Zostera kriechend aus einer Tiefe von einem Faden Wasser heraus- 
gefischt. 

Die Länge des lebenden schlanken Thieres hat, den Notizen und 
der colorirten Skizze Graeffe's zufolge, 2 cm. betragen. Die Rückenseite des 
Körpers schwarz- und weissgefleckt, die Unterseite (Fuss) farblos, durchsichtig. 
Die Rhinophorien vorherrschend weissgelblich mit schwarzer Ringelung und 
schwarzen Flecken; die Tentakel dunkelschwarz, mit vielen kleinen weissen 
Punkten; die (Rücken-) Papillen schwarz, weissgefleckt, mit weisser Spitze. 
— Die Rhinophorien, der Figur zufolge, nicht lang, kräftig, wie geringelt; die 
Tentakel zwei- bis dreimal so lang wie die vorigen, dünn, zugespitzt; die zurück- 
gebogenen Fussecken etwa halb so lang wie die Rhinophorien. Die langgestreckten, 
oben zugespitzten Rückenpapillen in etwa 6 — 7 Querreihen; der dünne Schwanz 
wenigstens Vs der Körperlänge betragend. 

Die Länge des Körpers betrug bei dem in Alkohol bewahrten Indi- 
viduum 13 cm. bei einer Höhe des Körpers bis fast 3 und einer Breite bis 
2*5 mm.; die Länge der Tentakel so wie etwa auch der Rhinophorien 2'5, die 
der Papillen 3'5 mm. ; die Breite der Fusssohle (vorne) 1'5, die Länge des Schwanzes 
3 mm. — Die Farbe oben so wie an den Körperseiten durchgehends dunkel 
schwarzgrau, hie und da etwas weissfleckig; am Rücken ein undeutlicher me- 
dianer Längsstreifen; die Tentakel so wie die Rhinophorien etwas heller, beson- 
ders die letzteren; die Papillen dunkel schwarzgrau, dicht weiss punktirt, mit 
weisser Spitze; die Fusssohle hell schmutziggelblich. 

Das ziemlich zusammengezogene und etwas erhärtete Individuum war von 
schlanker Körperform. Der Kopf mit senkrechtem T-förmigem Aussen- 
munde; die starken, sehr langen Tentakel widderhorn artig eingerollt; die 
Rhinophorien mit etwa 15 starken Ringen. Am Vorderrücken (hinter der 
ersten Papillengruppe) traten, wahrscheinlich nur durch zufällige Contraction 
im Todesmomente, die Rückenränder und ein medianer Längskamm ziemlich 



Beitrage zur Kenntniös der Aeolidiaden. 



35 



stark hervor. Die Papillen zeigten sich in 3 Gruppen and noch 4 Reihen 
geordnet. In der vordersten Gruppe kamen an der rechten Seite 5, an der 
linken 4 Reihen vor; in den respectiven Reihen 2—3, 3 — 3, 5 — 5, 6—6 und 
4 Papillen. Die zweite Gruppe war aus 2, in eine Hufeisen - Figur vereinigten 
Reihen gebildet mit je 5— G und 5—4 Papillen; an der linken Seite lag diese 
Gruppe weiter nach hinten als an der rechten. Oben, wo die zwei Papillen - 
reihen ineinander umbiegen, sich an eine Papille der hinteren Reihe fast 
stützend, die nach oben gerichtete kurz-kegelförmige Analpapille. Die dritte 
Gruppe von ähnlicher Art, die Reihen aber einander näher stehend mit respective 
5—5 und 2—3 Papillen. Es folgen jetzt ziemlich dicht hinter einander, aber 
wie es scheint, von einander gesondert 4 Reihen mit respective 3 — 3, 3—3, 2—3 
und 1—2 Papillen. Die Papillen nicht leicht abfallend, fast cylindrisch, 
oben etwas zugespitzt, nicht dick. Die Körperseiten ziemlich niedrig; unter 
dem hintersten Theile der vorderen (rechten) Papillengruppe die zusammen- 
gezogene Genitalöffnung. Der Fuss mit starken Fussecken, die fast so 
lang wie die Breite der Fusssohle waren; die Randfurche stark; der Schwanz 
mit Längskiele des Rückens. 

Die Eingeweide schimmerten nirgends hindurch. 

Das Centrainervensystem (Taf. VI. Fig. 12) zeigte die cerebro- 
visceralen Ganglien (Fig. 12a) von ovalem Umrisse, vorne doch ein wenig breiter 
als hinten; die obere Fläche ziemlich gewölbt, die untere weniger, fast flach; 
die zwei Abtheilungen undeutlich von einander geschieden, die vordere ein 
wenig grösser als die hintere. Die pedalen Ganglien (Fig. 12hb) von kurz- 
ovalem Umrisse, wenig abgeplattet, biconvex, wenigstens die Hälfte der Grösse 
der cerebro-visceralen betragend. Die Commissuren nicht lang, von einander 
mehr oder weniger geschieden; die subcerebrale (Fig. 12c) aus zwei Theilen 
bestehend, von denen die vordere viel dünner; die viscerale (Fig. 12d) länger, 
etwa von seiner Mitte (mit den gewöhnlichen eingeschlossenen Zellen) den 
N. genitalis abgebend. Die (Fig. 12 gg) Riechknoten (im Grunde der Rhino- 
phorien) ziemlich langstielig, sehr stark, nicht viel kleiner als die Fussknoten, 
fast kurz-birnförmig, am oberen Ende mit Andeutung einer Klüftung; die zwei 
gewöhnlichen Nerven abgebend. Die buccalen Ganglien (Fig. 12 ee) nur etwa 
halb so gross wie die Riechknoten, von fast rundlichem Umrisse, planconvex, 
durch eine Commissur verbunden, die länger als der längste Durchmesser der 
Ganglien ist; die gastro - oesophagalen Ganglien (Fig. 12/') kurzstielig, fast 
kugelrund, etwa Ve der Grösse der vorigen betragend. 

Der N. opticus etwa so lang wie das Auge, das (Fig. 12) gross war, 
von 014 mm. Diam., mit grosser gelber Linse, schwarzem Pigmente. Die Ohr- 
blase kaum halb so gross wie das Auge; wie es schien, mit einer kleinen 
Anzahl von nicht stark erhärteten Otokonien. 

Um den Aussenmund das gewöhnliche sehr starke Drüsenlager. — Der 
Schlundkopf stark, gedrungen, ziemlich hoch, etwa 2 mm. lang; von ziem- 
lich düsterer Farbe, wegen der düsterbraunen Kiefer und der graulichweisslichen 
Muskulatur; die Lippenscheibe oval, die Raspelscbeide hinten nur wenig vortretend. 

5* 



36 



Rudolph Bergh. 



Die Mandibel (Fig. 16) schmutzig horngelb, in situ aber wegen der schwarzen 
Wände der Mundhöhle viel dunkler aussehend; die Schlosspartie (Fig. 16a) 
ziemlich schwach, die Crista connectiva nicht stark; der Kaufortsatz ziemlich 
stark (Fig. 16b); der Kaurand vom Schlosse ab mit einer einzelnen Eeihe von 
(Fig. 17) starken, bis etwa 0*018 mm. hohen Dentikeln, die an dem Kaufortsatze 
schräge gestellt sind und wie mit einem kleinen Flügel versehen; an diesem 
letzteren (Kaufortsatze) zeigen sich auch innerhalb der Dentikeln mehrere (4—5) 
Eeihen von kleinen schmalen, am Rande gerundeten, der Länge nach gehenden 
(Fig. 17) Höckern. Die Zunge kurz, stark, am Vorderrande gerundet. Die 
(wegen des schwarzen Epithels) fast schwarze Raspel nur den oberen und 
vorderen Rand der Zunge bekleidend; in derselben 9 Zahnplatten; weiter nach 
hinten, unter dem Raspeldache und in der ziemlich langen Raspelscheide, 10 ent- 
wickelte und 2 nicht entwickelte Platten, die Gesammtzahl derselben somit 21. 
Die Zahnplatten (Fig. 13, 18) von schmutzig horngelber Farbe; die Höhe der 
vordersten etwa 0"06 mm., die der hintersten bis Ol mm. ; die Form die gewöhn- 
lichste, an jeder Seite der ziemlich starken Spitze 5—6, an den zwei ältesten 
4 spitze Dentikel. — Die Wände der Mundhöhle braunschwarz, so auch die 
hintere Wand der ziemlich weiten Nebenmundhöhle (Fig. 16). 

Die Speicheldrüsen nicht gross, ihre Ausführungsgänge lang (Fig. 12 M). 
— Die Speiseröhre von ähnlicher Farbe wie die Mundhöhle, mit den gewöhn- 
lichen Längsfalten. Der Magen, der starke Magenblindsack (Hauptgallengang) 
und der Darm von graugelblicher Farbe; der letztere 6 mm. lang, mit einer 
fast durch seine ganze Länge laufende gefurchte Falte und mehreren feineren 
Längsfältchen. — In der Verdauungshöhle, von den Nebenmundhöhlen ab bis 
in das Rectum nicht näher bestimmbare thierische Masse. — Die Leb er läppen 
die Höhle der Papillen fast ausfüllend, grobhöckerig- Die Nesselsäcke sehr 
klein, gestreckt-birnförmig; die Cnidae sehr klein, von einem längsten Durch- 
messer bis 0*007— 0*009 mm., theils kurz-stabförmig, theils rundlich. — Das 
Herz und die Nierenspritze wie gewöhnlich. 

Die Zwitterdrüse von gewöhnlicher Grösse, hinten zugespitzt, vorne 
abgestutzt und etwas ausgehöhlt (für die vordere Genitalmasse) ; aus zwei ziem- 
lich symmetrischen Seitenhälften zusammengesetzt, von denen jede wieder aus 
5 — 6 grösseren Lappen bestand, denen sich hinten ein unpaarer anschloss. Die 
Lappen wieder aus einer geringen Anzahl von traubenartig an einem gemein- 
schaftlichem Gange befestigten Läppchen bestehend, von denen jedes aus einer 
unteren dicken, rundlichen, graugelblichen Testicularpartie und einer oberen, 
meistens grösseren, zum grösseren oder kleineren Theile schwärzlichgrünen, aus 
meistens 2 — 3, mehr oder weniger verschmelzelnden Follikeln bestehenden Ovarial- 
partie zusammengesetzt; in jenen reifer Samen, in diesen grosse oogene Zellen. Der 
gemeinschaftliche Zwitterdrüsengang ziemlich stark, der Länge nach durch 
die Mitte der Drüse verlaufend, von allen Seiten eine aber nicht sehr grosse 
Anzahl von Aesten aufnehmend. Die vordere Genitalmasse ziemlich gross, 
von fast 2-5 mm. grösstem Durchmesser, fast kugelförmig, an der unteren Seite 
etwas abgeplattet. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges opak-graugelblich. 



Beiträge znr Eenntniss der Aeolidiaden. 



37 



korkzieherartig aufgerollt, ausgestreckt etwa 3 mm. lang bei einem Durchmesser 
bis 0-4 mm. Der (Fig. Hah) Samenleiter dunkel grünlichgrau, kräftig, etwa 
viermal so lang wie die Penisdrüse mit ihrem Gange, am Scheitel des starken, 
etwa 1'5 mm. langen, sackförmigen, graugelblichen Penis (Fig. 14c) einmündend. 
Wenn derselbe (Präputium) geöifnet wurde, lag die blatfcartige Glans zusammen- 
gebogen und zeigte die gewöhnliche lange Reihe von gelblichen Dornen von einer 
Höhe bis etwa 05 mm. Die graugelbliche Pe nisdrüse kugelförmig (Fig. 14); 
der dicke Gang von ähnlicher Farbe, unten in das Präputium einmündend (Fig. 14 d). 
Die Samenblase klein, birnförmig, von etwa 0'5 mm. grösstem Durchmesser, 
theilweise dunkel grünlichgrau; der Ausführungsgang nur wenig länger als die 
Blase, Die S c hie im drüse schmutzig graugelblich; die Eiweissdrüse dunkel 
grünlichgrau. 

VI. 

Rizzolia Trinchese. 

S. Trinchese, Rendic. delP accad. di Bologna. 1879—1880. p. 62. 

R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. der Japan. Nudibranchien. I. Verh. d. k. k. 
zool.-botan. Ges. in Wien. XXX. 1880. p. 156—160. 

Corpus gracilius, elongatum.; rhinopJioria simptlicia; tentacula elongata; 
papiUae (dorsales) non caducae, pedamentis Jmmüihus impo sitae; podarium 
antice angulis tentaculatim productis. 

Margo masticatorius mandihulae serie denticulorum grossiorum. Badula 
paucidentafa ; dentibus uniseriatis, cuspidatis, denticnlatis. 

Penis inermis. 

Die von Trinchese (1877) aufgestellten Rizzolien stehen in den allge- 
meinen Formverhältnissen den Facelinen nahe, unterscheiden sich aber besonders 
durch einfache (nicht durchblätterte) Rhinophorien und durch den un- 
bewaffneten Penis. 

Zu der Gnippe können mit Sicherheit nur die zwei folgenden Formen 
gezogen werden: 

1. B. peregrina (Gm.). 

M. mediterr. 

2. — modesta Bgh. 

M. japonic. 

Rizzolia peregi'ina (Gm.). 
Bizzolia peregrina (Gm.). Trinchese, Note zoologiche. Rendic. delP 
Accad. delle sc. delP Istituto di Bologna. 17 Maggio 1877. p. 1—6. 
Hab. M. adriatic. (ad Tergestem). 

Eine von Graeffe in einer farbigen Abbildung dargestellte Form wurde 
von Trinchese als dieser Art gehörend aufgefasst. Diese Form kommt, Graeffe 
zufolge, im Frühjahre (Februar) an Hydroidpolypen (Abelien, Eudendrien) krie- 
chend und von solchen lebend, im Hafen von Triest häufig vor. 



38 



Rudolph Bergh. 



Den Notizen Graeffe's zufolge erreicht diese Thierform eine Länge 
von 2 mm. Der Körper mit dem Schwänze war von Milchglas färbe, undurch- 
sichtig; die Rückenpapillen ziunober- oder ziegelroth, an ihrem oberen Theile 
blendendweiss punktirt und mit weisser Spitze; die Rhinophorien,i) die Tentakel 
und die Fussecken von der milchweissen Körperfarbe. Oben am Kopfe schim- 
mern zwei längliche carminrothe Flecken (Maudibel) hindurch. — Die Form 
langgestreckt; die Rhinophorien länger wie die Tentakel, die Fussecken kaum 
V4 der Länge der vorigen betragend; die Papillen im Ganzen ziemlich lang, 
in 4 grösseren und mehreren kleineren Querreihen gestellt; der sehr spitze, 
beinahe fadenförmig zulaufende Schwanz gegen V4 ^^r Körperlänge betragend. 

vn. 

Favorinus Gray. 

Vgl. diese Beitr. III. 1. c. XXV. 1875. p. 640-643; — V. 1. c. XXVII. 
1877. p. 822—823; — VL 1. c. XXVIIL 1878. p. 565-568. 

Corpus gracilius, elongatum. BhinopJioria infra apicem huTbo praedita. 
Podarium antice angulis tentaculatim productis. 

Margo masticatorius mandibulae seriehus denticulorum acutorum prae- 
ditus. Itadula uniseriata; dentes acie dentieulata cuspide elongata. 

Die Favorineu zeichnen sich vorzüglich durch die bulböse Anschwel- 
lung unterhalb der Spitze der Rhinophorien, ferner durch die lange 
Spitze der Zahnplatten aus. 

Von der Gruppe sind bisher nur folgende Arten bekannt: 

1. Fav. albus (A. et H.). 

M. atlant. or. 

2. — branchialis (0. Fr. Müller). 

M. atlant. or. 
8. — versicolor A. Costa. 

M. mediterr. 
4. — ? carneus (A. et H.). 

M. atlant. or. 

1. Favor* versicolor Costa. 
Favorinus versicolor A. Costa. Annuario del mus. zool. di Napoli. III. 
1866. p. 73 (41). Tav. II. Fig. 4-5. 
— — — R. B er gh, Beitr. zur Kenntu. d. Aeolidiaden. III. 1. c. XXV 
(1875). 1876. p. 641-643. Taf. XIV. Fig. 2-3; Taf. XV. Fig. 2-5. 
Color pellucente - albescens vel rubescens vel flavescens , linea dorsali 
mediana macularum albarum; rhinopJioria brunnea bulbo apicali albo; pa- 
pillae e hepate pellucente-luteae vel carneae. 
Hab. M. adriaticum (ad Tergestem). 



1) Vgl. aber hiemit die abweichende Beschreibung bei Trinchese (1. c. p. 4). 



Beiträge zar Kenntniss der Aeolidiaden. 



39 



Von dieser Form fand Dr. Graeffe im April 1879 im Hafen von Triest 
zwischen Seealgen mehrere ältere und jüngere (nur 1 — 2 mm. lange) Individuen. 

Die lebenden Thiere erreichten, Graeffe zufolge, eine Länge bis 1 cm. 
— Der Körper mit dem Schwänze und den Tentakeln, Graeffe zufolge, 
„durchwsichtig farblos; am Rücken eine Reihe hinter eiDander liegender weisser 
Flecken, der grösste derselben hinter den Rhinophorien stehend, kleinere hinter 
demselben bis au die Schwanzwurzel; die Rhinophorien bräunlich mit weisser 
Spitze; die Papillen ziegelroth mit mattweisslichem Ueberzuge, so dass die Farbe 
der menschlichen Hautfarbe gleicht". 

Die Tentakel und die Rhinophorien, einer (colorirten) Skizze Graeffe's 
zufolge, ziemlich kurz, kürzer wie die Papillen, die Fussecken noch etwas kürzer 
Die Rückenpapillen schienen in 9—10 Querreihen zu stehen, in den vordersten 
(6) wenigstens 10 Papillen; die Papillen länglich walzenförmig, oben zugespitzt. 

Ein mir in Alkohol von Dr. Graeffe geschicktes Individuum hatte 
eine Länge von 7 bei einer Breite sowie Höhe des Körpers von 2 mm., die 
Breite der Fusssohle bis l'o mm., die Fussfühler nicht viel kürzer als die 
Breite des Fusses, der Schwanz etwa V5 der Körperlänge betragend, die Papillen 
des Rückens bis 2*5 mm. hoch. Die Farbe durchgehends schmutzig hell- 
gelblich; im Genicke eine weissliche nach hinten offene V- Figur; am Rücken 
zahlreich zerstreute bräunliche Punkte und Gruppen von Punkten, besonders 
aber eine unterbrochene mediane Reihe von weisslichen Flecken, von denen 
eine grössere in der Gegend des Pericardiums auffällt; am Schwanzrücken eine 
mediane weisse Läugslinie; die Furche des Fussrandes weiss. 

Der Kopf mit halbmondförmigem Aussenmunde; die Oberlippe concav, 
die mehr wulstige Unterlippe mehr gerade, in der Mittellinie ausgerandet. Die 
zusammengezogenen Rhinophorien mit zahlreichen starken Ringsfalten , die 
Endanschwellung kaum deutlich. An dem Rücken 7 Papillengruppen; in 
der ersten zwei nach oben etwas convergirende schräge Reihen mit 4—5 und 
3— 4 Papillen; in der zweiten zwei ganz ähnliche Reihen mit 4 und 3 Papillen; 
zwischen den Beinen derselben, sich an den unteren Theil des hinteren stützend, 
die nach oben gerichtete, abgestutzte Analpapille, vor derselben die (weissliche) 
Nierenpore; in der dritten Gruppe in ähnlicher Weise 4 und 3 Papillen; in 
der vierten 3 und 3; es folgt jetzt an der linken Seite noch eine ähnliche 
Gruppe und dann dicht hinter einander 2 — 3 kurze Querreihen, jede mit zwei 
(einer kürzeren und einer längeren) Papillen. Die Papillen der vorderen Reihe 
jeder Gruppe oder wenigstens die grösseren derselben grösser als die der hinteren. 
Die Genitalöffnung unter dem hinteren Beine der ersten Papillengruppe. 
Die Randfurche des Vorderrandes des Fusses sehr stark. 

Die Eingeweide am Rücken und an den Seiten ziemlich deutlich durch- 
schimmernd. 

Das Centralnerven System^) zeigt wieder die cerebro-visceralen Ganglien 
von rundlich dreieckigem Umrisse, die cerebrale Abtheilung etwas grösser als 



Vgl. Taf. V. Fig. G (Favor. albus). 



40 



Rudolph Berg Ii. 



die viscerale; die von den vorigen schräge nach unten absteigenden pedalen 
Ganglien etwa so gross wie die visceralen , auch rundlich dreieckig. Die 
Commissuren fast vereinigt, ziemlich kurz. Die Riechknoten ziemlich kurzstielig, 
rundlich; die buccalen Ganglien ein wenig grösser als die vorigen, queroval, 
fast unmittelbar mit einander verbunden; die gastro-oesophagalen kurzstielig, 
rundlich, etwa der Grösse der vorigen betragend, an der einen Seite des 
Nerven entwickelt. 

Dicht hinter den Augen die ein wenig kleineren Ohrblasen, die nur 
sparsame Otokonien von gewöhnlicher Form und Art enthielten. 

Um den Aussenmund das gewöhnliche Drüsenlager. — Der Schlund- 
kopf von gewöhnlicher ziemlich hoher Form, die Raspelscheide nur unbedeutend 
an der Hinterseite vorspringend; die Lippenscheibe länglich. Die Mandibel 
von Form wie früher beschrieben; der Kaurand vom Schlosse ab mit (in Allem 
gegen etwa 120) starken hohen spitzen Dentikeln von einer Höhe bis bei- 
läufig 0'025 mm. besetzt und zwischen (oder ausserhalb) derselben noch 
kleinere, und innerhalb derselben noch (2—5) Reihen von viel kleineren. — 
Die Zunge ziemlich kurz, stark und vorne gerundet; in der Raspel 14 Zahn- 
platten, weiter nach hinten noch 5 entwickelte und 2 unentwickelte Platten ; 
die Gesammtzahl derselben somit 21. i) Die Platten hell horngelb; die Höhe 
der vordersten 0*04, der hintersten (jüngsten) 0"08 mm. betragend; die Anzahl 
der Streifchen und Dentikel am Grunde des langen spitzen Hakens meistens 6—8; 
mitunter waren Streif chen und Dentikel kaum sichtbar. — Die Speicheldrüsen 
weiss, nicht lang. 

Der Magen, der Magenblindsack (Hauptgallengang) und der Darm wie 
gewöhnlich. Die Leberlappen der Papillen dünnwandig, kurzästig. Die kleinen 
Nesselsäcke mit den gewöhnlichen Cnidae. — Das Herz und die Nierenspritze 
wie gewöhnlich. 

Die gelbliche Zwitterdrüse langgestreckt-kegelförmig, mit abgestutztem 
und (durch die vordere Genitalmasse) ausgehöhltem Vorderende; durch die ge- 
wöhnliche Längsfurche an der oberen Seite in zwei symmetrische Hälften getheilt, 
jede wieder aus etwa 5—6 grösseren Lappen gebildet, und ganz hinten ein un- 
paariger. Die Lappen aus Läppchen zusammengesetzt, die in gewöhnlicher 
Weise eine weissliche Testicularpartie zeigten, die an dem vom Ausführungsgange 
abgewendeten Ende mehrere Ovarialfollikel trug; in jener Samen, in diesen 
grosse oogene Zellen. — Die vordere Genitalmasse gerundet-subquadratisch, 
von etwa 16 mm. grösstem Durchmesser. Links an der Hinterseite derselben 
die opake, hell (grünlich-) gelbliche, zusam.mengebogene, ausgestreckt etwa 2 mm. 
messende, wurstförmige Ampulle des Zwitterdrüsenganges. Der Samenleiter 
kaum länger als die Ampulle, gelblichweiss , aber kräftig, zusammengebogen, 
mit einer kurzen Verengerung in den kurzen Penis übergehend, am Boden der 
Vorhaut die ziemlich kurze kegelförmige Glans. Die weissliche Samenblase 



1) Auch an den früher untersuchten Individuen betrug die Anzahl der Platten 21—22. 



I 



Beiträge zur Kenutniss der Aeolidiaden. 



41 



klein, der Ausführungsgang etwas länger als jene. Die Schleimdrüse weiss- 
lich, die Eiweissdrüse gelblich. 

2. Favor. albus Aid. et Hanc. 

R. Bergh, Beitr. V. 1. c. p. 822. Taf. XII. Fig. 6—8. 

G. 0. Sars, Moll. reg. arct Norv. 1878. p. 364. Tab. XVI. Fig. lOa-c. 

Color pellucente albus; rhinophoria fusca vel brunneseente rubra, bulbo 
apicali albo; papülae (dorsales) hepate pellucente fusco, interdum annulo sub- 
apicali fusco. 

Hab. M. adriat. (ad Tergestem). 

Taf. V. Fig. 6; Taf. VI. Fig. 4—11. 

Mehrere Individuen dieser Form wurden im April 1879 von Dr. Graeffe 
auf Algen im Hafen von Triest gefischt. 

Die leb enden Thiere hatten, Graeffe zufolge, eine Länge von 2 mm., 
und waren ziemlich lebhaft. Die Thiere waren, den Notizen und colorirten 
Skizzen Graeffe's zufolge, am Körper durchsichtig farblos; die Papillen gelb- 
lich wegen des durchschimmernden Leberstammes, unter der weissen Spitze ein 
brauner Fleck; die Ehinophorien braunroth bis auf die weisse Spitze. 

Die Form, der Skizze Graeffe's zufolge, langgestreckt, der Schwanz fast 
Ys der ganzen Körperlänge betragend ; die sehr zugespitzten Tentakel ein wenig 
länger als die Rhinophorien ; diese letzteren kräftiger als jene, unter der Spitze 
knopfförmig angeschwollen, „die Anschwellung bald durch Ausstrecken geringer, 
bald durch Einziehen der Spitze stärker", an ihrer Innenseite, Graeffe zu- 
folge, eine Rinne der Länge nach verlaufend; die Fussecken kaum halb so lang 
wie die Tentakel; die Rückenpapillen in 5 — 6 Querreihen, in jeder meistens 
10—13 Papillen. 

Ich habe zur genauen Untersuchung zwei in Alkohol bewahrte Indi- 
viduen gehabt. Die Länge derselben betrug 5*5 mm. bei einer Breite des 
Körpers bis 14 und einer Höhe bis 15 mm.; die Breite der Fusssohle 1 mm.; 
die Länge der Papillen 1 mm., die der Tentakel und der Rhinophorien 1'2 mm. 
Das andere Individuum unbedeutend kleiner. — Die Farbe durchgehends hell 
schmutziggelblich bräunlich mit helleren Rhinophorspitzen, die grösseren Papillen 
in der oberen Hälfte mitunter hell bräunlich. 

Die Eingeweide am Rücken und an den Seiten undeutlich hindurch- 
schimmernd. 

Die Form Verhältnisse wie gewöhnlich. Der Kopf zeigt den Aussen- 
mund ganz wie oben beschrieben. Die Rhinophorien mit sehr deutlicher 
Anschwellung unterhalb der Spitze; längs der hinteren (äusseren) Seite ver- 
läuft von oben bis unten eine schwache, aber deutlich vortretende Linie. Der 
Rücken mit sammt den Pa pillengruppen fast ganz wie in der vorigen Art. 
An dem einen Individuum vorne, ziemlich nahe hinter einander zwei nach 
oben convergirende Papillenreihen mit 8—8 (rechts) und 6—5 (links) Papillen; 

Z. B. Ges. Bd. XXXII. Abh. 6 



42 



Rudolph Bergh. 



nach einem Interval folgen dann dicht hinter einander zwei oben zusammen- 
stossende Reihen mit 7 — 7 und 6—7 Papillen, und oben im Winkel zwischen 
den Beinen des Hufeisens die wenig vortretende Analpapille; es folgt die 
dritte Doppelreihe von ganz ähnlicher Natur, mit 5 — 2 und 5 — 4 Papillen; 
danach folgen ziemlich nahe hinter einander drei isolirte Reihen mit 6—6, 
3 — 5 und 3 — 3 Papillen. An dem anderen untersuchten Individuum war das 
Verhältniss dasselbe, nur mit unwesentlichen Abweichungen in der Anzahl der 
Papillen. Die Genitalpapille unterhalb des hinteren Beines des ersten Huf- 
eisens. Der Fuss ganz wie in der vorigen Art. 

Das Centrainervensystem (Taf.V.Fig. 6) fast vollständig wie oben; die 
drei Commissuren gesondert, aber dicht (Fig. 6 c) an einander liegend. Die 
ziemlich kurzstieligen Riechknoten (Fig. 6ee) am Grunde der Rhinophorien, 
fast kugelförmig, mehr als doppelt so gross wie die buccalen Ganglien; die 
Nerven derselben konnten bis an die Rhinophorspitze verfolgt werden, ein stärkerer 
Ast ging an die bulböse Anschwellung ab. Die buccalen Ganglien (Fig. 6d) von 
ovalem Umrisse, durch eine kurze Commissur verbunden ; die gastro-oesophagalen 
(Fig. 6d) kurzstielig, etwa Vg der Grösse der vorigen betragend. 

Die Augen (Taf. V. Fig. 6) ziemlich gross, mit stark gelber Linse und 
schwarzem Pigmente ; an dem einen Individuum war der kurze rechte N. opticus 
so wie das Gangl. opticum stark schwarz pigmentirt. Die Ohrblasen schienen 
mehrere blasse (wenig erhärtete) Otokonien zu enthalten.^) Die besonders an 
der Spitze der Tentakel und der Rhinophorien starken Borstenhaare 
erreichten eine Höhe bis etwa 0'025 mm. ; ähnliche kamen an den Papillen des 
Rückens vor. 

Das Drüsenlager um den Aussenmund wie gewöhnlich. Der Schlund- 
kopf etwa 1 mm. lang, von ganz ähnlicher hoher Form wie in der vorigen 
Art; die Raspelscheide unten an der Hinterseite ein wenig oder sehr vortretend. 
Die Mandibel ganz wie in der vorigen Art; der Kaurand in ganz ähnlicher 
Weise von dem Schlosse ab bis an die Spitze des Kaufortsatzes (an den zwei 
Individuen) mit etwa 120—150 (bis etwa 0*025 mm.) hohen, spitzen (Taf.VI. Fig. 4 a) 
Dentikeln; zwischen (oder ausserhalb) derselben auch kleinere (Fig. 4h), und 
innerhalb derselben (Fig. 4 c) wieder (2 — 5) Reihen von viel kleineren spitzen 
(und gerundeten) Höckern. — Die Zunge von Form wie in der vorigen Art; 
in der Raspel 13—13 Zahnplatten, weiter nach hinten noch 6—7 entwickelte 
und 2 unentwickelte Reihen, die Gesammtzahl derselben somit 21 — 22.^) Die 
Platten fast ganz (Taf. VI. Fig. 5 — 7) wie in der vorigen Art, nur die Den- 
tikel noch schwächer; an den Seiten des langen, spitzen, etwas gerundeten 
Höckers bei starker Vergrösserung (800) mitunter schwache Spuren von der von 
mir früher (1. c. p. 823) erwähnten feinen Querstreifung, welche ganz unten am 
Grunde des Hakens meistens stärker auftrat und in die Bildung von (meistens 



*) Meine früher (1. c. p. 822) übrigens als unsicher hingestellte Angabe von einem einzelnen 
Otolithen ist also wahrscheinlich irrthümlich. 

') An den früher von mir untersuchten Individuen kamen 26—28 Platten vor. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



43 



4—9) feinsten Zäliuclieu überging; an einzelnen, besonders der älteren Zahn- 
platten war aber an dem einen Individuum keine Spur von Zälinelung (Fig. 7) 
und kaum Spuren von Streifung sichtbar, an dem anderen (Fig. 6) waren die 
Zähnchen stärker. 

Die Speiseröhre kurz. An der oberen so wie an der unteren Wand des 
Magens (in beiden Individuen) ein schönes fächerartiges Faltensystem (Fig. 8a); 
durch die grösste Länge des Darmes erstreckt sich eine der Länge nach ge- 
furchte Falte (Fig. Sh). — Der Inhalt der Verdauungshöhle unbestimmbare 
thierische Masse (worin auch eine Zahnplatte des Thieres). — Die Leb er läppen 
wie in der vorigen Art; so auch die kleinen Nesselsäcke, die ovalen freien 
und eingeschlossenen Cnidae (Fig. 9) eine Grösse bis 0-02 mm. erreichend. 

Die Zwitter drüse etwa wie in der vorigen Art, mit reifen Geschlechts- 
elementen. — Die vordere Genitalmasse etwa von ähnlichen Form- und 
Grössenverhältnissen wie in der vorigen Art. Die Ampulle des Zwitterdrüsen- 
ganges wie in der vorigen Art, ebenso der (Fig. 10 ab) kräftige Samenleiter so 
wie der Penis (Fig. 10c) mit der Glans (Fig. 10c, 11); die von Samen strotzende 
Samenblase ziemlich klein, ihr Ausführungsgang fast doppelt so lang wie 
diese; die Schleimdrüse weisslich, die (rechts liegende) Eiweissdrüse bräunlich. 

VIII. 

Galvina A. et H. 

S.Trinchese, Rendic. delPaccad. di Bologna. 1878—1879. p. 50. 

R. Bergh, Beitr. z. Kenntn. d. Aeolid. V. 1. c. XXVIL 1877. p. 830-836. 

Corpus minus elongatum, minus gracile; rhinophoria simplicia; papillae 
inflatae; podarium antice rotundatum. 

Margo masticatorius mandibulae serie denticulorum grossiorum. Badula 
triseriata; dentes mediani apice humili, dentes laterales non denticulati. 

Die schon vor langer Zeit (1855) von Alder und Hancock aufgestellten 
Galvinen sind schon im Aeusseren durch ihre wegen der theilweise grossen und 
mehr oder weniger wie aufgeblasenen Papillen etwas plumpere Form in 
Verbindung mit den einfachen Rhinophorien und dem gerundeten 
Vorderrand des Fusses meistens leicht kennbar. Sie tragen an der Zunge 
drei Reihen von Zahnplatten, und zwar nur glattrandige Seiten- 
platten; die Spitze der medianen Platten ist eigenthümlich geduckt. Die Com- 
bination von diesen Charakteren macht die Gattung von den anderen Aeolidiaden, 
die auch mit drei Reihen von Zahnplatten versehen sind (Coryphella, Fldbellina, 
Calma, 3Iadrella) leicht unterscheidbar. Es kommen starke Mundröhrendrüsen 
vor. Der unbewaffnete Penis der Galvinen ist (in etwas ähnlicher Weise wie 
bei den Facelinen und den Acanthopsolen) mit einer Penisdrüse verbunden. 

Von der Gattung, die bisher nicht in den tropischen Meeresgegenden 
gesehen wurde, sind die nachstehenden Arten mehr oder weniger gekannt: 

6* 



44 



Rudolph Bergh. 



1. 


Galv. 


exigua A. et H. 
M. atlant. sept. 


2. 





viridula Bgh. 
M. atlant. sept. 


3. 





amethystina A. et H. 
M. atlant. 


4. 





tricolor F. 
M. atlant. 


5. 





picta A. et H. 

M. atlant., mediterr. 


6. 





Farrani A. et H. 
M. atlant. 


7. 


— 


vittata A. et H. 
M. atlant. 


8. 





cingulata A. et H. 
M. atlant. 


9. 





flavescens Friele et Arm. Hansen. 
M. atlant. sept. 


10. 


— 


flava Trinchese. 
M. mediterr. 


11. 





fustifera (Lovän). 
M. atlant., mediterr. 


12. 




rupium (Möller). 
M. grönland. 


13. 




? ? adspersa (Nordm.). 
Pont. Eux. 



1. Galv. flava Trinchese. 

Galv. flava Trinchese. Aeolididae e fam. affini del Porto di Genova. 
Atlante I. 1877-1879. Tav. XXIX, XXXI. Fig. 9-14. 

Color dorsi flavus, regionis nuchalis albus : tentaculorum, rhinophoriorum 
et papillarum e brunneo luteseens vel latericms, apicibus papillarum albus; 
podarii e griseo clare rubescens. 

Hab. M. mediterr. (Genova, Tergeste). 

Taf. II. Fig. 1-11; Taf. HI. Fig. 13-14. 

Diese Form ist von Dr. Graeffe im Frühjahre 1879 (Februar— März) 
an Hydroidpolypenstöcken in Gesellschaft mit Galv. picta im Hafen von Triest 
sehr oft gefischt worden. Das ziemlich lebhafte Thier kriecht, den Notizen 
Graeffe's zufolge, gern an der Wasserfläche herum. Der Laich bildet eine 
in einem Plane ein wenig spiralig eingerollte weisse Schnur. 

Das lebende Thier erreicht, Graeffe zufolge, eine Länge von 
r5— 2 cm. Die Farbe ist, den Notizen Graeffe's zufolge, ein uniformes 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



45 



Gelb- oder Ziegelroth, der Körper dabei aber durchscheinend; die Spitze der 
Tentakel, der Rhinophorien und der Papillen heller. — Die Papillen, Graeffe 
zufolge, in etwa 8 Querreihen; der kräftige Schwanz etwa V4 der ganzen Körper- 
länge betragend. Die von mir Trinchese vorgelegte farbige Skizze Graeffe's 
wurde als diese Art deutlich darstellend erklärt. 

Durch Dr. Graeffe habe ich aus der Station von Triest 9 Individuen 
erhalten, die in absolutem Alkohol getödtet und in Alkohol bewahrt waren. — 
Das grösste dieser Individuen hatte eine Länge von 12 bei einer Breite des 
Körpers bis 3"5 und einer Höhe bis 35 mm.; die Breite des Fusses vorne 3, 
die Länge des Schwanzes 3 mm.; die Länge der Tentakel 3, die der Rhino- 
phorien 3*5 und die der Papillen 4 mm. Die Farbe durchgeheuds hellgelblich, 
etwas dunkler an den Papillen, und der obere Theil derselben ockergelb und 
die Spitze selbst weisslich. Die anderen Individuen waren ein wenig kleiner, 
stimmten sonst in Form- und Farbenverhältnissen. 

Die Form Verhältnisse wie gewöhnlich. Der Kopf nicht klein; der 
Aussenmund eine senkrechte oder T- förmige Spalte in der Mitte einer schalen- 
förmigen Vertiefung; die Tentakel etwas kürzer als die Rhinophorien; am 
Grunde der dicht an einander stehenden, etwas eingeschnürten Rhinophorien 
schimmerten die schwarzen Augenpunkte hindurch. Der eigentliche Rücken 
fast doppelt so breit wie die papillenbesetzten Seitentheile. Diese letzteren 
zeigten vorne dicht hinter einander drei Schrägreihen von Papillen, von denen 
die erste doppelt; in dieser letzteren 2 und 3 — 4 Papillen, in den folgenden 
zwei 5 und 5 — 6 Papillen. Hinter dieser Papillenreihengruppe folgt eine Schräg- 
reihe mit 6 — 7 Papillen, von denen die innerste wenigstens mehr als doppelt 
so hoch und dick wie die nebenstehende. Hinter dieser Reihe wieder eine 
ähnliche (sechste) mit 4—6 Papillen, von denen die innerste in ähnlicher Weise 
fast eben so gross wie die eben erwähnte. Dicht innerhalb dieser grossen 
Papille (der sechsten Reihe) (mitunter auch mehr nach innen) die (bis 0*4 mm.) 
vortretende Analpapille; etwas mehr nach vorne die feine Nierenpore. Es 
folgen jetzt zwei Reihen mit 5—4 und 4—3 Papillen, von denen die innerste 
wieder viel grösser; und schliesslich dicht hinter einander eine Reihe mit 3—2 
und endlich eine einzelne Papille.^) Die Papillen mehr oder weniger gestreckt 
birnförmig, nicht leicht abfallend, die grössten wie stark aufgeblasen, mit deutlich 
durchschimmerndem axialem Leberstamme, die Insertionsfacette derselben sehr 
schief. — Die Körperseiten ziemlich niedrig; die Genitalpapille dicht 
am Aussenende des hinteren Theiles der vorderen Papillenreihengruppe liegend, 
mitunter hufeisenförmig vortretend. Der Fuss kräftig, vorne etwas breiter, 
die gerundeten Fussecken wenig vortretend; der Vorderrand mit ziemlich starker 
Randfurche; der Schwanz nicht lang. 

Die Eingeweide schimmerten nur undeutlich an dem Rücken und an den 
Körperseiten hindurch. Das Pericardium mitunter gegen den Rücken stark 



•i) Die Darstellung in der Figur von Trinchese (1. c. Tav. XXIX. Fig. 2) ist zu schematisck, 
so wie die colossale Grösse der innersten Papillen nicht hervorgehoben. 



46 



Eudolph Bergh. 



vorgewölbt. - Fünf Individuen wurden an die anatomisclie Untersuchung ver- 
wendet. ^) 

Das Centrainervensystem (Fig. 1) nicht stark abgeplattet. Die plan- 
convexen cerebro-visceralen Ganglien (Fig. 1 a) kurz, ziemlich rundlich, fast ohne 
äusserlich deutliche Grenze zwischen ihren zwei Abtheilungen; die Nn. tenta- 
culares stark, an der Innenseite der Höhle der Tentakel verlaufend; starke 
Nerven treten an das Drüsenlager am Vorderrande des Fusses; die Nn. rhino- 
phoriales ziemlich kurz, die Eiechknoten (Fig. Icc) am Grunde der Rhino- 
phorien oval und zwei Nerven (einen für jede Seite des Rhinophors) nach oben 
abgebend. Die pedalen Ganglien (Fig. Ihb) etwas kleiner als die cerebro- 
visceralen, von ovalem Umrisse. Die (hintere) viscerale Commissur (Fig. Id) 
viel länger wie die subcerebrale und pediale (Fig. Ic), Die buccalen Ganglien 
(Fig. If) kleiner als die Riechknoten, von ovalem Umrisse; die (Fig. Igg) 
gastro - oesophagalen kurzstielig , rundlich , mehr als halb so gross wie die 
buccalen. 

Die Augen (Fig. 1) nicht ganz kurzstielig, mit braunschwarzem Pig- 
mente, ockergelber Linse. Meistens dicht hinter denselben (Fig. 1) die Ohr- 
blasen, die in Grösse nur etwas mehr als ein Drittel der Augen betrugen, 
mit einem kugelförmigen gelblichen Otolithen von einem Durchmesser von 
etwa 0'0125 mm. — Im Vorderrande des Fusses ein starkes Lager von sehr 
verschieden (bis etwa 0'4) langen, schönen, langhalsigen Drüschen (Fig. 4). 

Die (zurückgezogene) Mund röhre ziemlich kurz (etwa 0'6 mm. lang), 
ziemlich weit; der Aussenmund von einem starken Drüsenlager (mit den eben 
erwähnten ganz ähnlichen Drüschen) umgeben. Der Schlundkopf von ge- 
wöhnlicher Form; etwa 1*4 mm. lang bei einer Höhe von etwa 075 und einer 
Breite von beiläufig 1'2 mm.; die Lippenscheibe fast rundlich; die Raspel- 
scheide oben am Hinterende ein wenig vortretend ; die durchschimmernde 
Nebenmundhöhle ziemlich gross. Die (Fig. 5) Mandibel hell horngelb, von 
gewöhnlicher Form, etwas länglich; die Schlosspartie (Fig. 6a) ziemlich schwach, 
der Kaufortsatz (Fig. 5&) ziemlich kurz; der Kaurand mit einer einzelnen Reihe 
von (etwa 30) bis 0-02 mm. hohen Dentikeln (Fig. 6b). Die schmale lange 
Zunge fast durch die ganze Länge des langen Unterrandes so wie an dem 
kurzen Oberrande mit 16—18—19—23—25 Zahnplattenreihen besetzt; weiter 
nach hinten, unter dem Raspeldache und in der nicht kurzen Raspelscheide 
20—18—15-15—14 entwickelte und zwei unentwickelte Reihen. Die Gesammt- 
zahl derselben somit 38—38—36—40—41.2) Die medianen Zahnplatten von 
hell horngelber Farbe, die lateralen viel heller oder fast farblos; die Breite der 
vordersten (Fig. 8) 04 bei einer ähnlichen Höhe, und die Höhe weiter nach 
hinten nur ganz unbedeutend zunehmend; die Höhe der Seitenzahnplatten nur 



^) Die unten angegebenen Maasse bezielien sich auf das grösste vorliegende Individuum. 
2) Unten und ganz hinten an der Zungenwurzel fanden sich noch 2—4 abgefallene me- 
diane Platten. 

Von den 3 — 5 vordersten Reihen fehlten die Seiteuplatton , meistens an beiden Seiten. 
Ganz hinten noch Eindrücke von 2—5 ausgefallenen Reihen. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



47 



bis 0*04 mm. betragend. Die medianen Platten (Fig. 7«, 9) von gewöhnlicher 
Form, mit geduckter Spitze, und zu jeder Seite derselben 3—4 starke Dentikel. 
Die Seitenzahnplatten ') breit und kurz mit breiter, kurz lanzetförmiger Spitze 
(Fig. 7&, 10). 

Die schwach gelblichweissen, an der Oberfläche grob knotigen Speichel- 
drüsen langgestreckt, wenigstens doppelt so lang wie der Schlundkopf; die 
rechte länger, sich etwas schräge nach unten längs des Magens nach hinten 
unterhalb des Darmes erstreckend; die linke meistens fast ihrer ganzen Länge 
nach an den Magen angelöthet, meistens etwas breiter und kürzer. Die Aus- 
führungsgänge etwa — ^5 der Länge der Drüse betragend, mit schönem 
(wohlbewahrten) Flimmerepithel. — An dem Hinterende des Schlundkopfes, 
mitunter mehr an der Unterseite, seltener (und nur links) weiter nach hinten 
an der Seite der Schleimdrüse fanden sich neben einander zwei weissliche oder 
gelbliche Drüsen (Gland. ptyalinae), deren Ausführungsgänge in die Mund- 
röhre einzumünden schienen. Die Drüsen waren von einer Länge von etwa 
rs mm. bei einem Durchmesser bis etwa 0*5 mm., von mehr rundlichem oder 
mehr zusammengedrücktem Umrisse, aber an der Oberfläche überall von feinsten 
weichen Zweigchen sträubig. Die Drüsen (Fig. 2) bestanden aus mehreren zu- 
sammenhängenden Lappen, die vor der Mitte nach allen Seiten kürzere oder 
längere, einfache, knospentragende oder mehr oder weniger verzweigte Drüsen- 
röhre (mit weiter Lichtung [Fig. 3]) aussenden. 

Die Speiseröhre kurz, mit starken Längsfalten. Der Magen an der 
vorderen Genitalmasse ruhend, ziemlich gross, mit ziemlich starken durch- 
schimmernden Längsfalten; in die rechte Seite mündet ziemlich weit nach 
hinten kurz vor dem Pylorus der gegabelte Gallengang aus der langen ersten 
rechten Papillengruppe, und schräge gegenüber, etwas mehr nach hinten, dicht 
vor dem Hauptgallengange der aus der entsprechenden linken Gruppe. Der 
Hauptgallengang (Magenblindsack) sich nach hinten fast median längs der 
oberen Seite der Zwitterdrüse erstreckend, von jeder Seite, wie es schien, fünf 
schräge verlaufende Gallengänge aufnehmend. Der Darm vom Magen in einen 
grossen, nach oben offenen Bogen an die Analpapille aufsteigend. Der Inhalt 
der Verdauungshöhle war hauptsächlich aus Campanulariaceen gebildet, 
mit dazwischenliegenden Theilen von kleinen Crustaceen. — Die Leb er läppen 
der Papillen die Höhle der kleineren derselben zum grossen Theile füllend, in 
den grossen nur einen starken Axenstrang bildend; die Leberlappen an der 
Oberfläche ringsum grobknotig oder (besonders in den grösseren Papillen) wie 
mit Seitensprossen. 2) Der kleine Nesselsack durch einen kurzen Strang mit 
der Spitze des Leberlappens verbunden; die Cnidae kugel- oder zum grössten 
Theile stabförmig, ganz klein, ihr grösster Durchmesser 0005— O'OO? mm. 
betragend. 



1) Die Seitenzahnplatten scheinen bei Trinchese (1. c. Tav. XXXI. Fig. 12, 14) zu 
schmal gezeichnet. 

') Vgl. die Abbildung bei Trinchese (1. c. Tav. XXXI. Fig. 9). 



48 



Rudolph Bergh. 



Das Herz so wie die weissliche Nierenspritze wie gewöhnlicli. 

Die lange Zwitterdrüse sich von der Gegend dicht vor der Analpapille 
bis an die Schwanzwurzel erstreckend, nach hinten verschmälert, vorne abge- 
stutzt und etwas ausgehöhlt; von hauptsächlich hell dottergelber Farbe ; an der 
oberen Seite durch die mediane Längsfurche in zwei Hälften undeutlich ge- 
schieden, von denen jede mehrere (8—10) gerundete, doch von vorne nach 
hinten mehr oder weniger abgeplattete Lappen enthält. Die Lappen aus einer 
sehr starken weisslichen Testicularpartie bestehend, die in der centralen Gegend 
der äusseren und inneren oder vorderen und hinteren Seite in einer Strecke 
entblösst ist, sonst überall von den kleinen rundlichen oder birnförmigen, fast 
sessilen oder ganz kurzstieligen, gelben Ovarialfollikeln bedeckt. In den Ovarial- 
foUikeln grosse oogene Zellen, in dem Testiculartheile reife Zoospermien. Der 
aus etwa der Mitte der Zwitterdrüse hervortretende dünne, weissliche Zwitter- 
drüsengang an der Hinterseite der vorderen Genitalmasse gleich in seine Am- 
pulle schwellend. — Die vordere Genitalmasse ziemlich gross, etwa 3 mm. 
breit, bei einer Länge (von vorne nach hinten) von 2 und einer Höhe von 
1*75 mm.; die obere Seite concavirt, die untere, so wie die vordere und hintere 
convex; an der hinteren Seite nach unten und rechts die Ampulle, oberhalb 
derselben die Samenblase mit ihrem Gange, oberhalb des letzteren der dünnere 
weissliche Samengang und weiter nach rechts und oben der Penis und mehr 
nach innen die Penisdrüse; der ganze übrige grösste Theil von der Schleim- 
drüse gebildet. Die graulich-gelbliche, kräftige, ziemlich kurze Ampulle des 
Zwitter drüsenganges vor der Eiweissdrüse liegend, einfach zusammen- 
gebogen oder 2—3 starke Windungen bildend. Der ganz dünne Samen gang 
kaum so lang wie der zusammengebogene, gelbliche, cylindrische Penis, der 
an Länge 2'25 mm. bei einem Durchmesser von 0*3 mm. mass;^) bei zurück- 
gezogenem Organe zeigte sich die obere Hälfte desselben compact, der Gang 
von einem sehr hohen Epithele ausgekleidet, seine Lichtung rundlich. Die 
untere Hälfte dagegen (Präputium) (Fig. llaa) ist mehr dünnwandig, bei zurück- 
gezogenem Organe von der kegelförmigen, im Ga,nzen bis fast 1 mm. langen, 
nicht sehr steifen, weissen, von einer ganz dünnen Cuticula überzogenen Glans 
gefüllt (Fig. 11 ö), die mit der Spitze oft in das Vestibulum hineinragt; inner- 
halb des kräftigen muskulösen Lagers die Fortsetzung des Ganges mit seinem 
Epithele. Das appendiculäre, drüsenartige Organ des Penis auch 
gelblich, gestreckt- sackförmig, etwa 1'5 mm. lang, bei einem Durchmesser von 
fast 0"5 mm.; die Wand des Organs ziemlich dick, hauptsächlich von einem 
bis 25 mm. hohen Epithele gebildet; die Lichtung rundlich-viereckig. Der 
weissliche dünne Ausführungsgang nur halb so lang wie das Organ selbst, in 
den obersten Theil des Präputiums neben dem Grunde der Glans einmündend. 
Die Samenblase weisslich, von etwa 0'75 mm. Länge, kurz-sackförmig, von 
Samen strotzend; der Ausführungsgang doppelt so dick wie der Samengang, 
kürzer als die Samenblase, unten etwas oder stark erweitert die Vagina bildend, 



') An dem oberen Ende des Penis ein kleines Ganglion; an der Penisdrüse mehrere kleine. 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



49 



die an der Innenseite starke L.ängsfalten zeigte. Die Schleimdrüse weiss- 
lich,.den grössten Theil der vorderen Genitalmasse bildend, fast nur grobe und 
ziemlich lange Windungen zeigend; die Eiwoissdrüse mehr opak oder gelblich; 
der Schleimdrüsengang kurz. — Das Vestibulum genitale zeigt (halb vor- 
gestülpt) die durclibohrte Penispapille, dahinter die runde Vulva (Vagina) und 
hinten die spaltenartige Oeifnung des Schleiradrüsenganges, nach hinten meistens 
von einem fein-rundzackigen und querstreifigen Wulst begrenzt. 

2. Galv, picta Aid. et Hanc. 

Eolis (Galv.) picta A.etH. Monogr. partlll. 1846. fam. 3. pl. 33. Fig. 1—7. 
Galvina picta A. et H. Trinchese, 1. c. 1877—1879. Tav. XXVIII; 

Tav. XXIX. Fig. 1. 
Galvina picta A. et H. G. 0. Sars, Moll. reg. arct. Norv. 1878. p. 365. 

Tab. XVI. Fig. 5. 

Animal colore magnopere varidbili, vel clariori, vel öbscuriori. Color 
Primarius flavescens; dorso sicut lateribus ut plurimum maculis depulsus plus 
minusve confluentibus brunnescentibus, brunneis vel e rubro brunneis; pupillae 
simili modo maculatae, infra apicem albiduvi annulo indistincto rubescenti 
ornatae; tentacula et rhinophoria apiee albo. 

Hab. M. adriaticum (ad Tergestem). 

Taf. m. Fig. 10-11; Taf. IV. Fig. 1—3. 

Die von Graeffe beobachtete Form erreicht lebend eine Länge bis 
2— 2'5 cm.; sie zeigte sich in Farbentracht sehr variabel. Graeffe hat ganz 
helle, nur leicht bräunlichroth gefärbte Individuen, und alle Gradationen zwi- 
schen solchen und ganz dunkelbraunen, fast fleckenlosen gesehen. Charakte- 
ristisch scheint eine Reihe von grösseren dunklen Flecken an den Seiten des 
Körpers, wo sie öfter ein Zickzackband bilden. Eine von Graeffe gemachte 
Abbildung stellt ein dunkelbraunes Individuum mit zwei vom Genicke nach 
vorne und aussen divergirenden Bändern dar, ferner mit weisser Spitze der 
Tentakeln und der Rhinophorien, theilweise auch der Papillen, die sonst hell- 
bräunlich gefleckt sind, und mit weisser medianer Schwanzlinie. — Die von 
Trinchese dargestellten Formen weichen wieder etwas ab. 

Die Art kommt sehr häufig im Frühjahr (Februar — März) an Hydroid- 
polypen der Holzwerke des Hafens von Triest vor. Der Laich wird im Februar 
und März als ein eingerolltes, weisses Bändchen abgesetzt. Das sehr lebhafte 
Thier verliert ungemein leicht seine Papillen. 

Von der Station zu Triest habe ich durch Dr. Graeffe 35 schnell in 
absolutem Alkohol getödtete oder in Oberosmiumsäure (dann dadurch schwärz- 
lich rothbraun gefärbte) und in Alkohol gut bewahrte Individuen dieser 
Form zur genauen Untersuchung gehabt. Die Körperl änge des grössten 

Z. B. Gee. B. XXXII. Abh. 7 



50 



Rudolph ßergli. 



derselben betrug 12 mm. bei einer Höhe bis 3"75 und einer Breite bis 3 mm.; 
die Länge der Tentakel etwa 2, der Rhinophorien 3, der Papillen bis 5*5 mm. ; 
die Breite des Fusses vorne bis 2 25, die Länge des Schwanzes 2*5 mm. Die 
anderen Individuen waren nur unbedeutend kleiner und zeigten relativ ähnliche 
Grössenverhältnisse. — Die Farbe des Fusses so wie der Unterseite des Kopfes 
weisslich oder graulich; die Oberseite des Kopfes mit den Tentakeln und den 
Rhinophorien schwarzgrau mit weisslicher Spitze derselben; der Rücken mit 
grossen schwarzbraunen, öfter confluirenden, unregelmässigen Flecken bedeckt, 
mitunter fast ganz (heller oder tiefer) schwarzbraun. Die Papillen von weiss- 
licher Grundfarbe, welche aber mehr oder weniger von zahlreichen, kleinen, 
unregelmässigen, hellbräunlichen, hie und da zusammenfliessenden Fleckchen 
verdrängt war; die Spitze selbst weisslich oder röthlich, unterhalb derselben 
ein starker bräunlicher, röthlicher oder schwarzbrauner Ring. Die Körperseiten 
meistens fast durchgehends heller oder dunkler bräunlich, mitunter auch fleckig; 
der Rücken des Schwanzes einfärbig, von der Farbe des Rückens ; der Fussrand 
weisslich. 

Die Fo rm Verhältnisse wie gewöhnlich. Der Kopf wie in der vorigen 
Art, an der Unterseite meistens abgeplattet oder schalenartig vertieft. Der 
mittlere grösste Theil des Rückens nackt, an den gerundet schräge und bogen- 
förmig absteigenden engeren Seitentheilen desselben die Papillenreiheu. 
Yorne oberhalb der Genitalpapille und entsprechend an der anderen Seite eine 
kleine, aus 2—3 dicht an einander stehenden, kurzen Reihen bestehende Gruppe; 
in der ersten derselben fanden sich 1 — 3, in der zweiten 3 und in der dritten 
4—5 kleine Papillen. Hinter dieser Gruppe folgen jetzt in fast gleichen 
Abständen 5 Reihen und schliesslich dicht hinter einander 2. In der ersten 
dieser 7 Reihen 5 — 6 (selten 4) Papillen, in der folgenden 6—7 und in der 
dritten 5—7; dicht innerhalb der innersten Papille dieser letzteren Reihe die 
(fleckige) (bis 5 mm.) vortretende, am Rande fein rundzackige A nalpap ille; 
etwas weiter nach vorne die feine Nierenpore; in der vierten Reihe 5, in der 
fünften (3—) 4, in der sechsten 2—3 und in der siebenten (1—) 2 Papillen.') 
Die Papillen alle von rundlichem Umrisse, unten eingeschnürt, nach oben 
mehr oder weniger zugespitzt; die grossen wie stark aufgeblasen; die Papillen 
im Ganzen jetzt nicht sehr leicht abfallend. Die Papillen der vordersten Gruppe 
im Ganzen klein, besonders die der vordersten Reihe; von fast ähnlicher geringer 
Grösse waren etwa auch die der zwei hintersten Reihen; die innerste Papille 
der meisten Reihen auffallend grösser als die nebenstehende, und zwar meistens 
besonders die der ersten oder zweiten Reihe hinter dem Anus ; selten fand sich 
innerhalb dieser colossalen Papille eine etwas kleinere. Die eigentlichen Körper- 
seiten (unterhalb der Papillenreiheu) niedrig. Die Genitalpapille ganz 
wie in der vorigen Art; (die Glans) penis als ein weisser bis 1 mm, hoher Kegel 
an mehreren (4) Individuen hervorgestülpt. Der Fuss mit seinem Vorderrande 
und dem Schwänze auch wie in jener Art. 



1) So nach sehr genauer Untersuchung von 4 Individuen. 



Beiträge zur Eenntniss der Aeolidiaden. 



51 



Die Augen hinten am Grunde der Rhinophorien mitunter durchschim- 
mernd, sonst schimmerten die Eingeweide kaum irgendwo hindurch. — Zwei 
Individuen wurden an der anatomischen Untersuchung verwendet. 

Das Centrainervensystem fast ganz wie in der vorigen Art. Die 
Riechknoten vielleicht constant etwas mehr rundlich. — Die Augen mit hellerer 
Linse; die Ohrblasen ganz wie oben. Das Drüsenlager am Vorderrande des 
Fusses wie oben. 

Der Schlundkopf ganz wie oben; etwa 1*5 mm. lang bei einer Breite 
von r2 und einer Höhe von 0'75 mm.; die Raspelscheide hinten an der Ober- 
seite mit einer Papille vortretend. Die hell horngelben Mandibel in Form 
ganz wie oben; die Dentikel des Kauraudes kaum stärker, nicht so dicht an 
einander stehend, an der Spitze meistens feinzackig, auch in Anzahl etwa 30 
betragend. — Die Zunge von ähnlicher Form wie oben ; in der Raspel 
18 — 20 Zahnplatten, weiter nach hinten 18—21 entwickelte und 2 unentwickelte 
Reihen. Die Gesammtzahl derselben somit 38 — 43.^) Die medianen Zahn- 
platten von hell horngelber oder mehr citronengelber Farbe; "die lateralen 
fast farblos; die Grössenverhältnisse wie oben. Die medianen Platten (Fig. 10a) 
ein wenig schlanker als die der vorigen Art, mit, wie es fast schien, constant 
4 Dentikeln an jeder Seite der Spitze. Auch in der Form der Seitenzahnplatten 
(Fig. 10b) kein erheblicher Unterschied. 

Die weissen Speicheldrüsen ganz wie oben, nur vielleicht etwas 
grösser und an die Schleimdrüse angeheftet. 

Die Mund r Öhrendrüsen (Gland. ptyalinae) unter dem Schlundkopfe 
oder hinter demselben an dem vorderen Theile der Unterseite der vorderen Genital- 
masse dicht neben einander liegend, etwas abgeplattet, weiss; der Bau ganz 
wie oben; die Ausführungsgänge ziemlich lang, am Grunde der Mundröhre 
einmündend, am Ende etwas erweitert. 

Die Speiseröhre, der Magen, die Gallengänge und der Darm wie oben. 
Die Leb er läppen der Papillen fast ganz wie oben. Die Nesselsäcke klein, 
birnförmig; die Cnidae auch ganz klein, aber fast ausschliesslich stab förmig, 
meistens etwas gebogen (Fig. 11). 

Die weissliche Nierenspritze wie gewöhnlich, dicht innerhalb der 
Nierenpore in die Urinkammer einmündend; die Niere mit ihren schönen 
Kolben sehr stark entwickelt (Fig. 2). 

Die Zwitterdrüse wie in der vorigen Art; das Yorderende nach vorne 
und unten schief abfallend. Die Läppchen wie oben, an Querschnitten der 
Drüse meistens fünf in Anzahl; die OvarialfoUikeln im Ganzen etwas grösser 
und weniger zahlreich als in der Galv. flava; in denselben reife Geschlechts- 
elemente. — Die vordere Genitalmasse von vollständig ähnlichen Form- 
und Grössenverhältnissen wie in der vorigen Art. Die (kleinere) Ampulle des 
Zwitterdrüsenganges weisslich; die (kleinere) Samenblase mit ihrem Gange (und 



Hinter und unter der Raspel 2—3 lose liegende mediane Zahaplatten ; hinter der ältesten 
der Easpel noch Eindrücke von 2 — 3 ausgefallenen Reihen. 

7* 



52 



Rudolph Bergh. 



der weiten Vagina), der Samengang, der Penis und die Penisdrüse ganz wie 
(vgl. Taf. III. Fig. 12) oben; starke Muskelbänder hefteten sich an dem oberen 
Ende des Präputiums (vgl. Taf. III. Fig. 12 d). 

Der flache, bandförmige, der Kante nach spiralig oder in unregelmässigen 
Biegungen abgesetzte Laich ausgerollt (nach Untersuchung von vier Exemplaren) 
bis rS cm. lang bei einer Höhe bis 1-5 mm.; der Mitte der Länge nach dicker, 
gegen die scharfen, klaren, wie ein feines, am Rande meistens rundzackigem 
(Fig. 3) Gebräm vorstehenden Ränder abfallend; gelblichweiss, an den Rändern 
farblos.^) Die Eier lagen dicht gedrängt, ganz unregelmässig oder wie in un- 
regelmässigen Reihen. 

Galv. picta A. et H. var. pallida. 
Hab. M. adriatic. (ad Tergestem). 

Taf. III. Fig. 12. 

Diese Form kommt, Graeffe zufolge, im Frühjahre ziemlich häufig an 
den an den Holzwerken des Hafens von Triest sitzenden Hydroidpolypen vor, und 
zwar in Gesellschaft von der vorigen Form und von der Galv. flava. 

Ausgestreckt und kriechend misst das Thier, Graeffe zufolge, volle 2 cm. 
Die Farbe „des Körpers so wie der Papillen ist durchscheinend leicht gelblich- 
weiss mit weisslicher Spitze der letzteren; die Leberlappen schimmern bräunlich 
durch die Papillen; die Tentakel und die Rhinophorien farblos. — Die Rhino- 
phorien^) länger wie die Tentakel. Die Papillen sind keulenförmig, oben plötzlich 
zugespitzt." Mit dieser Beschreibung stimmt die von Graeffe gemachte colo- 
rirte Zeichnung. — „Die Thiere sind von ungemein rascher Bewegung und 
ungemein fragiler Natur; es ist deshalb äusserst schwierig die Thiere mit allen 
ihren anhängenden Papillen zu conserviren (nur bei rascher Tödtung in abso- 
lutem Alkohol einigermassen möglich); die Papillen stossen sie auch im Leben, 
wenn sie beunruhigt werden oder hungern, ab." 

Von dieser Form hat Dr. Graeffe aus der Station von Triest mir 
13 Individuen, in Alkohol bewahrt, geschickt, die an Grösse einigermassen 
übereinstimmten. Das grösste derselben hatte eine Länge von 15 bei einer 
Körperbreite bis 3*5 und einer Höhe bis 4'25 mm., die Länge der Tentakel 2, 
die der Rhinophorien 4 und der Papillen bis 8 mm.; die Breite des Fusses 
vorn 3'25, die Länge des Schwanzes 3 mm. Die Farbe durchgehends hell 
gelblichweiss, meistens ganz unisono, mitunter mit zerstreuten feinen graulichen 
Fleckchen am Rücken und noch feineren an den Papillen; unterhalb der weissen 
Spitze der Papillen ein verschwimmender röthlicher breiter Ring, der Fussrand 
weisslich. 

Die Form Verhältnisse ganz wie in der typischen Art. In Folge der 
Untersuchung von drei Individuen fand sich hinter der (vorderen) Papillen- 



Etwa wie oben ist auch, der Laich bei AI der und Hancock (1. c. Fig. 6, 7) dargestellt. 
2) Graeffe sah an einem Individuum das rechte Rhiuophor tiefgabelig. 



Beiträge lur Eeautniss der Aeolidiaden. 



53 



reihengruppe 7 — 8 schräge uud etwas gebogene Papillenreihen. Jene Papillen- 
reihengruppe enthielt drei Reihen mit je 2—4 Papillen. Die erste danach 
folgende Reihe zeigte 5 — ö, in der zweiten kamen 6 — 7 vor und in der dritten 

5— 6, innerhalb dieser letzteren die Analpapille, etwas mehr nach vorne die 
Nierenpore; in der vierten Reihe 4 — 5, so auch in der fünften, in der sechsten 
3 und in der siebenten so wie in der achten 2. In einem Individuum ragte der 
hervorgestülpte weisse Penis ftist 1*5 mm. nach vorne und unten hervor. Der 
Fuss wie oben. — Zwei Individuen wurden anatomisch untersucht. 

Das Centrainervensystem ganz wie oben; die cerebro - pedaleu und 
viscero-pedalen Connective sehr deutlich. Die Augen und die Ohrblasen ebenso 
ganz wie oben. Das Drüseulager am Vorderrande des Fusses und am Aussen- 
munde wie oben. 

Der Schlundkopf ganz wie oben, etwa 2 mm. lang. Die Mandibel 
von hell horngelber Farbe, mit sammt dem Kaurande wie oben. In der hell 
horngelben Raspel der Zunge 24—23 Zahnplattenreihen, weiter nach hinten 
18 — 18 entwickelte uud 2 unentwickelte Reihen; die Gesammtzahl derselben 
somit 44—43. Hinter der Spitze der Raspel fanden sich auch hier Spuren von 
1-2 abgefallenen medianen Zahnplatten, uud die 4 — 5 vordersten Reihen der 
Raspel waren nur durch die medianen Platten repräsentirt, so wie die vordersten 
Seitenzahnplatten im Ganzen stark beschädigt. Die medianen Zahn platten 
kaum relativ kleiner als in den vorigen Formen, hell (citronen-) horngelb, mit 
constant 4 Dentikeln jederseits. Die lateralen Platten kaum mit breiterem 
Hacken. 

Die weissen Gland. salivales so wie die weisslichen Gland. ptyalinae 
wie oben. — Die Speiseröhre, der Magen, die Gallengänge uud der Darm wie 
oben. Die Leb er läppen der Papilleu ganz wie oben; ausnahmsweise kamen' 
besonders in den grössten Papillen, solche vor, die fast ganz ohne Zweige oder 
Sprossen waren. Die Nesselsäcke auch ganz klein, in den grössten Papillen 
nur bis gegen etwa 0"5 mm. messend; auch die Cnidae von derselben winzigen 
Art. — Das Herz, die weissliche kurz birnförmige Nierenspritze und die ürin- 
kammer wie oben. 

Die Zwitterdrüse ganz wie oben; es kamen hinter einander wohl 

6— 8 Lappen in jeder Hälfte derselben vor. Die vordere Genitalmasse ganz 
wie oben; die Ampulle des Zwitterdrüsenganges opak, graulich; die kleine 
Samenblase mit ihrem kurzen Gange und die weite, an der Innenseite faltenreiche 
Vagina auch wie oben; der obere Theil des Penis etwas länger als gewöhnlich 
(Fig. 12h), der untere (Präputium) mitunter viel kürzer, und die Glans auf 
die Hälfte der gewöhnlichen Länge reducirt; bei einem Individuum war die 
Glans hervorgestülpt (Fig. 12c). Die Schleim- und Eiweissdrüse wie oben. 

Diese Form scheint in der That nur eine blose Varietät der Galv. picta 
darzustellen, als solche betrachtete sie auch Trinchese, dem ich die Ab- 
bildung Graeffe's vorlegte. Unmöglich wäre es vielleicht nicht, dass diese 
Form den üebergang von der Galv. picta zur Galv. flava vermittelte. 




54 



Rudolph Bergh. 



IX. 

Amphorina Quatrefages. 

Quatrefages, Mein, sur les Gasteropodes phlebenteres. — Ann. des sc. 

nat. Zool. 3 S. 1. 1844. p. 145—151. 
S. Trinchese, I primi momenti delF evoluzione nei moUuschi. R. Accad. 

dei Lincei (CCLXXVII. 1879—1880). S. 3. Mem. della classe di sc. 

fis., matemat. et iiatur. VIL 1879. p. 1—54. Tav. I— VIII. (p. 3). 

— Aeolididae e famiglie affini del porto di Genova. Atlante, I. 1877 
—1879. Tav. XXX, XXXII, XXXIII. 

— Rendic. — delP accad. — di Bologna. 1878-1879. p. 50-51. 

Forma corporis Uli Galvinarum subsimilis; rhinophoria tentaculis simi- 
lia, simplicia; papillae fusiformes, subinflatae; podarium antice rotundatum. 
Anus latero-dorsalis. 

Margo masticatorius mandihidae serie denticulorum praeditiis. Badula 
uniseriata; dentes (mediani) apice quasi elevato. — Penis stylo recto vel 
curvato armatus. 

Die Amphorinen wurden von Quatrefages in seiner bekannten Abhand- 
lung (1844) aufgestellt, aber im gewöhnlichen leichtfertigen Stiele und mit einer 
Fülle von evidenten groben fehlerhaften anatomischen Angaben und Deu- 
tungen. Die Gattung wurde deshalb meistens als ganz apocryph angesehen, 
von miri) mit den Galvinen fraglich identificirt. Erst Trinchese (1877) 
untersuchte wieder diese Gruppe, und zwar sowohl die typische {Ä. Alherti Q.) 
wie eine andere Art derselben ; und er präcisirte genau die generische Charaktere 
derselben. 

Die Amphorinen nähern sich im Aeusseren nicht unbedeutend zu 
den Galvinen. Sie haben auch einfache Rhinophorien, die meistens ein 
wenig länger als die Tentakeln sind; die Papillen, besonders die innersten, 
sind auch wie aufgeblasen; der Fuss ist vorne gerundet; die Analpapille 
findet sich seitlich am Rücken. — Der Kaurand der Mandibel mit einer 
Reihe von Dentikeln. Die Zunge trägt nur eine Reihe von Zahn- 
platten, und die Spitze derselben etwas nach oben vortretend. Die Glans 
penis ist mit einem geraden oder gebogenen Stachel bewaffnet. 

Die Amphorinen sind bisher nur aus dem atlantischen Ocean und dem 
Mittelmeere bekannt, und zwar nur die folgenden Arten: 

1. Amph' Alherti Quatref. 

2. Amph. coerulea (Mtg.). 



1) Vgl. diese Beiträge: V. 1878 (1. c. XXVII. 1877). p. 830. 



Beiträge znr Kenntniss der Aeolidiaden. 



55 



1. Amphorina Alherti Quatref. 

Amphorina ATberti Quatref. 1. c. 1844. p. 146. 

— — Q. Trinchese, 1. c. Atl. Tav. XXX. Fig. 1, 2; Tav. XXXII. 
Fig. 1-8; Tav. XXXIII. Fig. 24-30. 

Color generalis albescens; capite et nucha albidiis linea longitudinali 
mediana citrina et iitrinque linea aurantiaca vel rubra arcuata longitudinali; 
papülae dorsales basi lobo hepatico brunneo pelluscenti, apice albescenti et 
cingulo infraapieali flavo. 

Hab. M. adriat. (ad Tergestem). 

Taf. IV. Fig. 19—24; Taf. VI. Fig. 19—21. 

Von dieser Form fand Dr. Graeffe im April 1879 im Hafen von Triest 
mehrere Individuen von fast übereinstimmender Grösse. 

Den mir geliehenen Notizen und der colorirten Skizze Graeffe's zufolge 
betrug die Länge derselben lebend etwa 2 mm. Die Farbe des Körpers 
mit dem Schwänze, den Tentakeln und den Khinophorien weisslich, die letzteren 
leicht röthlich angelaufen. Im langen Genicke ein gelber medianer Längs- 
streifen und zu jeder Seite derselben, mehr gegen aussen eine rothe Linie; 
diese beide Linien sich vor der ersten Papillenreihe durch eine rothe gebogene 
Querlinie verbindend. Die Papillen dunkelbraun, nach der weissen Spitze hin 
heller. — Hiemit stimmt auch einigermassen die Darstellung bei Trinchese. 

Der Darstellung Graeffe's zufolge ist die Körperform ziemlich kurz 
und dick; der Kopf mit dem Genicke lang; die Tentakel und Rhinophorien fast 
von gleicher Länge, die letzteren ein wenig dicker und nach oben mehr zu- 
gespitzt. Die Papillen kolbig dick, in 4 Querreihen stehend, in jeder 3—2 Papillen. 

Die Länge der 3 in Alkohol bewahrten mir vorliegenden Indivi- 
duen bis 3 mm. betragend') bei einer Höhe des Körpers von 0'5 und einer 
Breite von 0'6 mm.; die Länge der Tentakel, der Rhinophorien und der grössten 
Papillen 1*2 mm.; die Länge des Schwanzes etwa 0'5 mm. Die Farbe durch- 
gehends gelblichgrau, am Genicke und an den Papillen mitunter noch starke 
Spuren von der gelben Farbe. 

Die Form Verhältnisse im Ganzen wie in der folgenden Art, das Genick 
aber länger. Die Papillen auch in ähnlicher Weise wie bei jener geordnet. 
Ganz vorne eine Gruppe mit 2—3 Papillenreihen mit je 1 — 3 Papillen; nach 
einem kleinen Abstände folgt jetzt eine Reihe mit 3—4 Papillen und vor der 
innersten derselben, sich an dieselbe lehnend, die niedrige Analpapille; 
wieder nach einem kurzen Abstände folgt eine zweite Reihe mit 3 Papillen 
und nach dieser eine dritte mit 2 — 3, dann eine vierte und fünfte mit 2 — 3 
(mitunter 1) und mitunter eine sechste mit einer Papille. Die Papillen schienen 
relativ etwas grösser und ein wenig mehr aufgeblasen als in der vorigen Art. 



Das von Qaatrefages untersuchte Individuum liatte nur eine Länge von 1 mm. 



56 



Kudolph Bergh. 



An einem Individuum fanden sich mehrere colossale, durch Verschmelzen von 
zwei entstandenen, oben gekluftete Papillen.^) Der Schwanz vielleicht ein wenig 
grösser als in der folgenden Art. 

Das Centrainervensystem (Taf. IV. Fig. 19^) scheint sich ganz wie 
in der folgenden Art zu verhalten; die Eiechknoten schienen nur etwas grösser 
und mehr zwiebeiförmig. — Die Augen (mit Andeutung eines Gangl. opticum) 
und die Ohrblasen auch wie in der folgenden Art. An dem Aussenmund das 
gewöhnliche Drüsenlager. 

Der Schlundkopf wie in der folgenden Art, vorne etwas höher und 
im Ganzen vielleicht ein wenig mehr zusammengedrückt, mit etwas mehr vor- 
tretender Easpelscheide. DieMandibel von hell horngelber Farbe ; die hinteren 
wenigstens drei Viertel des Kaurandes mit regelmässiger (Taf. VI. Fig. 19) 
Denticulirung, und die Dentikel bis etwa 005 mm. hoch, zahlreicher (etwa 30) 
(Taf. IV. Fig. 20.3) „ Die Zunge wie gewöhnlich (Taf. VI. Fig. 20) lang und 
schmal; in der Raspel kamen (an den drei Individuen) 43 — 44 — 42 Platten 
vor (von denen 30 — 32 an der unteren Seite); weiter nach hinten und in der 
Scheide 22, 16, 20 entwickelte und zwei unentwickelte; die Gesammtzahl der 
Platten somit 67, 62, 64; *) noch dazu kamen unten an der Zungenwurzel 2 — 4 
mehr oder weniger gelöste und losliegende Zahnplatten vor. Die Zahnplatten 
von hell horngelber Farbe; die Breite der ältesten etwa 0'04, der jüngsten 
(Fig. 23) fast O'l mm. betragend, die Höhe bis zu etwa 0'03 mm. steigend; sie 
waren etwas niedriger als in der folgenden Art, mit 5 (4—6) Dentikeln zu 
jeder Seite der gegen oben auch vortretenden Spitze (Taf. IV. Fig. 21—24). 

Speicheldrüsen konnten nicht nachgewiesen werden; dagegen Mund- 
röhrendrüsen (Gland. ptyalinae), noch stärker wie in der folgenden Art, und 
die vordere Genitalmasse noch stärker einhüllend, im Baue aber fast voll- 
ständig mit denen der Galvinen übereinstimmend. — Der Magen und der Darm 
so wie die Gallengänge wie oben. Die Leberlappen (der Papillen) schienen 
mit denen der vorigen Art übereinzustimmen. Die Nesselsäckc auch klein, 
von Cniden strotzend, die (Taf. VI. Fig. 21) auch rundlich oder kurz stab- 
förmig waren, von einem Durchmesser von meistens 0"0055, nur ganz ausnahms- 
weise von etwa O'Oll mm. 

Die Zwitterdrüse schien fast ganz wie in der folgenden Art; die 
Läppchen ganz ähnlich, mit reifen Geschlechtselementen. — Die vordere 
Genitalmasse, wie es schien, auch wie in der folgenden Art. Die Samen- 
blase schien grösser; der Penis schien von ähnlicher Beschaffenheit wie in der 
Amph. coerulea, kein Stachel konnte aber auspräparirt werden. 5) 

^) Aehnliche Verschmelzungen, die bei der Ampli. cotruUa (1. c. Tav. XXXIII. Fig. 21, 22) 
auch von Trinchese gesehen sind, kommen überhaupt bei den Aeolidiaden nicht selten vor und 
sind öfter von mir erwähnt. 

^) Die Darstellung desselben bei Trinchese (1. c. Tav.XXXII. Fig. 8) ist wenig glücklich. 

*) So wird der Kaurand auch von Trinchese (1. c. Tav. XXXIII. Fig. 26) gezeichnet. 

^) Trinchese (1. c. Tav. XXXII. Fig. 4) scheint deren 64 anzugeben. 

5) Die Glans penis ist sicherlich in der Fig. 13 der Tav. XXXIII von Trinchese dar- 
gestellt (aber der Amph. caerulea zugeschrieben). 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



57 



Der Laich, von Triuchese (1. c. Tav. XXXIII. Fig. 28, 29) gesellen, 
ist kurz schlauchförmig, also in Form von der der folgenden Art ziemlich ver- 
schieden. 

Diese Art, die auch in der Farbenzeichnung etwas zu variiren scheint (vgl. 
Trinchese, Graeffe), ist von der folgenden aber nicht allein in der Färbung 
verschieden, sondern auch im Baue des Kaurandes der Mandibel und des Penis- 
stachels. 

2. Amphoriua coerulea (Mtg.). 

Boris coerulea Mtg. Linn. Trans. VII. 1804. p. 78. pl. 7. Fig. 4, 5. 
Ampliorina coerulea (Mtg.). Trinchese, Aeolididae. Atlante. I. Tav. XXX. 

Fig. 3; Tav. XXXIL Fig. 9-13. 
? Eolida Soemmeringii F. S. Leuck. Breves animal. quorundam descr. 

1828. p. 16. 

Color principalis e viridi flavescens; papillae dorsales hasi loho hepatico 
hrunneo peUucenti, medio cingulo coeruleo latiori, sitpra et infra annulo fulvo 
contiguo, apice flavescenti vel älhido. 

Hab. M. atlanticum, adriat. (ad Tergestem). 

Taf. IV. Fig. 4-18. 

Diese zuerst von Montagu beobachtete Form wurde von AI der und 
Hancock (vgl. Monogr. part VII. 1855. p. XI) nicht wieder gefunden, später aber 
von anderen Faunisten und auch an der Küste von Frankreich. •) Ob die von 
F. S. Leuckart (aus der Nähe von Cette) erwähnte Form hierher gehöre, muss 
dahin gestellt bleiben; 2) die Angaben in Beziehung auf die Farbenvertheilung^) 
würden wohl eine solche Identificirung gestatten; dagegen stimmen die von 
Soemmering erwähnten zwei rothe Flecken hinter den Tentakeln und die an- 
gegebenen verlängerten Fussecken nicht mit den Charakteren der alten Montagu- 
schen Art, wie diese jetzt durch Trinchese fixirt sind, der erst die Gruppe 
bestimmt hat, welcher diese Form zuzuweisen wäre. 

Von dieser durch ihre Farbenpracht ausgeprägten Art fand Dr. Graeffe 
Anfangs April 1879 mehrere Individuen an der Hafenmauer beim Militärbade 
von Triest zwischen Algen. Die Thiere waren nicht besonders lebhaft, im 
Aquarium sehr geneigt an die Wasserfläche zu kriechen. 



>) Vgl. Fischer, Catal. des Nudibr. et Cephalop. des cotes ocean. de la France. Jouni. 
de conchyliol. XX. 1872. p. 5—19. 

*) Die von mir früher beschriebene Aeolidia (Aeolididla) Soemmeringii ist von der von 
Leuckart beschriebenen Art gewiss ganz verschieden; jene ist eine AeoUdiella, während diese 
wahrscheinlich eine Amphorina, jedenfalls kaum eine AeoUdiella darstellt. Vgl. oben p. 8. 

^) „Corpore — alhido — macula apud utrimque tentaculum anterius — lyarva sanguinea — 
branchiiü cirri/ormibus tricolorihus , annulo hasali majori coerulescenti (vel coeruleo) apicem versus 
sulphureo, apice aurantiaco."' F. S. Leuckart. 

Z, B. Ges. B. XXXn. Abh. 8 



58 



Rudolph Bergh, 



Den Notizen und der colorirten Abbildung Graeffe's zufolge erreichen 
die Thiere lebend eine Länge von 1*5 cm. bei einer Breite bis 2 mm. Die 
„Farbe des ganzen Körpers hell grünlich, die Spitze der Tentakel und der 
Ehinophorien gelblich; die Papillen am Grunde gelblich mit vielen braunschwarzen 
Fleckchen, oberhalb der Mitte mit einem himmelblauen breiten Gürtel, das nach 
oben und nach unten von einer goldgelben Binde eingefasst ist, an der Spitze 
weisslich. Die Zwitterdrüse in der hinteren Körperhälfte gelbröthlich durch- 
schimmernd." — Die Form sehr langgestreckt, der Schwanz etwa Ve d^i' ganzen 
Körperlänge betragend. 

Die Tentakel so wie die einfachen Ehinophorien, Graeffe zufolge, nicht 
lang und gleichlang, etwa so lang wie die Papillen. Im Genicke schimmern 
die schwarzen Augen hindurch. Die Papillen in 7 Hauptgruppen stehend, von 
denen die 3 vordersten dicht hinter einander; nach einem längeren Spatium 
folgen dann die anderen in etwa gleichgrossen Abständen, die länger als die 
Länge der Papillen ist; in den Eeihen meistens 3 Papillen, in den hinter- 
sten nur 2. 

Von dieser Form habe ich dann durch Dr. Graeffe 3 Individuen, in 
Alkohol bewahrt, aber leider stark erhärtet, zur Untersuchung gehabt. Das 
grösste derselben etwa 8 mm, lang bei einer Körperbreite bis 1"5 und einer 
Höhe bis 2*5 mm. ; die Länge der Tentakel, der Ehinophorien und der grössten 
Papillen etwa 1 mm.; die Länge des Schwanzes etwa 0*75 — 1 mm. Die Farbe 
durchgehends einfärbig bräunlichgelb , nur die Spitze der Papillen mehr 
röthlich. 

Die Körperform ziemlich schlank. Der Kopf mit den Tentakeln und 
den Ehinophorien wie in den Galvinen, Der Eücken mit den Papillen fast 
wie in den Galvinen; oberhalb der Genitalpapille und entsprechend an der 
anderen Seite (in allen drei Individuen) eine Gruppe links von 2 — 3, rechts von 
3 dicht hinter einander stehenden Eeihen mit je 3 Papillen, nur in den vorder- 
sten kamen mitunter nur 2 Papillen vor. In einem kleinen Abstände hinter 
dieser Gruppe eine Eeihe von 4 (—5) Papillen; nach einem grösseren Inter- 
stitium folgt dann eine ähnliche mit 4 Papillen, und unmittelbar vor der 
innersten und der nächsten Papille dieser (rechten) Eeihe, sich an die Wurzel 
derselben lehnend, die schräg vortretende Analpapille; vor derselben die 
Nierenpore. Hinter jener Eeihe folgen jetzt in etwa gleichgrossen Abständen 
3 — 4 Querreihen mit 4, 3 und in der oder den letzten 1 — 2 Papillen. Die 
hintersten und besonders die vordersten Papillen die kleinsten; die innersten 
der Analreihe und der folgenden die grössten. Die Papillen starr emporragend, 
nicht leicht abfallend; auch die grössten Papillen weniger aufgeblasen als in 
den Galvinen. Die Körperseiten mit der Genitalpapille, so wie der Fuss wie 
in den Galvinen, 

Die Eingeweide hie und da undeutlich hindurchschimmernd. — Alle drei 
Individuen wurden anatomisch untersucht. 

Das Ceutraluervensystem (Fig. 4, 5) stark; die (Fig. 4aa) cerebro- 
visceralen Ganglien gross, fast kugelförmig oder mehr oval, etwas zusammen- 



Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden 



59 



gedrückt, etwas schräge nach uuten absteigend; die zwei Abtlieilungeii nur 
undeutlich geschieden; die cerebralen Ganglien nach vorne einen aus beiden 
Ganglien (Fig. 4) entspringenden unpaaren Nerven ausschickend.*) Die fast 
unter den vorigen (mehr nach vorne oder nach hinten liegenden) pedalen 
Ganglien (Fig. 4bh) etwa halb so gross wie die cerebro-visceralen, fast kugel- 
förmig. Die Comniissuren ziemlich kurz (Fig. 4 c): die viscerale die längste, 
einen Nerven aussendend (Fig. 4d). Die Riechknoten langstielig, ziemlich 
gross (Fig. 4 ff'). Die buccalen Ganglien etwa so gross wie die Riechknoten, 
fast kugelförmig, durch eine ziemlich kurze Commissur (Fig. 4e) verbunden; 
die gastro-oesophagalen Ganglien rundlich, etwa V4 der Grösse der vorigen 
betragend, ziemlich kurzstielig (Fig. 4e). 

Die weit nach hinten liegenden Augen (Fig. 4, 5) kurzstielig, mit 
schwarzem Pigmente, gelber Linse. Die dicht hinter (Fig. 4, 5) den Augen 
liegenden Ohrblasen kleiner als jene; der Otolith in Diam. etwa 0*014 mm. 
messend, gelb, glänzend, durch Druck mitunter in 3 — 4 Kugelsectoren zer- 
springend. 

Die Mundröhre wie gewöhnlich; um den Aussenmund das gewöhnliche 
Drüsenlager, das aber weniger stark als sonst gewöhnlich schien. Der (Fig. 6) 
Schlundkopf länglich, etwas zusammengedrückt, 1 mm. lang bei einer Breite 
bis 0*6 und einer Höhe von 0*5 mm.; die Lippenscheibe (Fig. 6a) rund; die 
Raspelscheide hinten an der (Fig. 6) oberen Seite nur wenig vortretend; die 
Nebenmundhöhle (Fig. 6, 7) ziemlich weit, mit schmaler Eingangsspalte. Die 
(Fig. 7) Mandibel horngelb, etwas länglich; die Schlosspartie ziemlich schmal, 
mit ziemlich starker Crista; der Kaufortsatz ziemlich stark vorspringend, nicht 
lang: der (Fig. 8, 9) Kaurand mit gröberer unregelmässiger und mit feiner Zähne- 
lung: die feineren Zähnchen bis etwa 0004 mm. hoch, die gröberen in An- 
zahl kaum mehr als etwa 10 — 15. 2) Die Zunge laug und schmal, längs des 
langen Unterrandes so wie des kurzen Oberrandes mit Zahnplatten besetzt, von 
welchen (an den drei Individuen) in der Raspel 38—33 — 40 vorkamen; weiter 
nach hinten und in der Scheide 20 — 22 — 18 entwickelte und zwei unentwickelte; 
die Gesammtzahl der Zahnplatten somit 60—57—60.3) Die Zahnplatten von 
horngelber Farbe; die Breite der vordersten (ältesten) etwa 0*074, die der 
hintersten (jüngsten) O'OS mm. betragend; die Höhe bis 004 steigend. Die 
Platten mit nach oben emporragendem starkem medianem Dentikel und zu 
jeder Seite 6, seltener 7 oder 5 ziemlich starke Zähnchen (Fig. 10, 11). 

Speicheldrüsen, das sind Drüsen, deren Ausführungsgänge durch den vom 
Nervensysteme gebildeten Ring passiren, wurden nicht gesehen. Dagegen kam 
jederseits eine hell schmutzig bräunlichgelbe Drüse (Gland. ptyalina?) vor, 
die vorne den Schlundkopf, mitunter auch das Centralnervensystera deckend 



1) Trinchese bildet (1. c. Tav. XXXIII. Fig. 23) sowohl an dem Nerven des Tentakels, 
als auf dem des Eliinophors ein Ganglion ab. 

*) Die Zälinelung war weniger stark als von Trinchese (1. c. Tav. XXXII. Fig. 9, 10) 
gezeichnet. 

') Trinchese scheint (1. c. Tav. XXXIT. Fig. 11) 53 Zahnplatten anzugehen. 

8* 



60 



Rudolph Bergh. 



und in der Mittellinie fast verschmelzend sich jederseits über den Magen 
(rechts auch über den Darm) weit nach hinten längs der Unterseite der Zwitter- 
drüse, an den Seiten etwas hinaufsteigend hinzog, hier wieder in der Mittel- 
linie verschmelzend. Die Drüse bestand aus grossen länglichen traubenartigen 
Lappen (Fig. 13), die wieder aus kugel- und birnförraigen Follikeln von einem 
Durchmesser von meistens 0*04 — 0*06 mm. zusammengesetzt waren und sich 
theils (Fig. 15) gelb, theils fast klar und farblos (Fig. 14) zeigten, vielleicht 
waren die letzteren durchschnittlich etwas grösser. Die (durch die Drüsen sehr 
stark verzweigten) ziemlich langen Ausführungsgänge, jederseits, wie es schien, 
ein einziger, mündeten wahrscheinlich in die Mundröhre ein.') 

Die kurze Speiseröhre, der Magen mit den Gallengängen und der fast 
gerade laufende Darm wie gewöhnlich. Die Leberlappen (der Papillen) mit 
ähnlichen Sprossen und kurzen Aesten^) wie in den Galvinen. Die Nessel- 
aäcke ganz klein; von ganz kleinen nur bis etwa 0*0065 mm. messenden, theils 
fast ganz kugelrunden und theils etwas gebogen- stabförmigen Cniden strotzend. 
— Der Inhalt der Verdauungshöhle unbestimmbare thierische Masse.^) 

Das Herz und die Nierenspritze wie gewöhnlich. 

Die Zwitterdrüse nach hinten zugespitzt, vorne abgestutzt, mit medianer 
oberflächlicher Längsfurche; aus einer nicht sehr bedeutenden Anzahl von Lappen 
zusammengesetzt. Diese Lappen (Fig. 12) bestehen aus einer gelblichgrauen, 
grossen, dicken, doch etwas scheibenförmigen centralen Testicularpartie, die an 
dem nach innen kehrenden Theile mit einer grösseren oder geringeren Anzahl 
von kugel- oder birnförmigen, gelblichen Ovarialfollikeln besetzt ist.") In jener 
reifer Samen, in diesen grosse oogene Zellen. Der nach hinten stark verzweigte 
Zwitter drüsengang an der vorderen Genitalmasse schnell in die zusammen- 
gebogene, langgestreckte, weissliche Ampulle übergehend. — Die vordere 
Genitalmasse nicht klein; hauptsächlich von der, meistens gröbere Windungen 
zeigenden, weissen Schleimdrüse gebildet; die kleine Eiweissdrüse weiss, 
mehr opak. Der Samengang nicht kurz, in der ersten prostatischen (Fig. 16h) 
Strecke dicker, ein Paar starke Schlingen bildend, dann verengert und in den 
ziemlich dünnen muskulösen (Fig. 16c) Theil übergehend, der etwas kürzer als 
der vorige ist und gegen den Penis hin noch etwas verengert (Fig. 17a). Der 
(Fig. 16 d, nh) Penis etwa 0*75— 0"1 mm. lang, kurz sackförmig; das Prä- 
putium nicht dick (Fig. IIb); mehr als seine (obere) Hälfte von der kegel- 



Die Drüse ist auch von Trinchese als „apparecchio escretore" (1. c. Tav. XXXIII. 
Fig. 15 cc, 17) sehr undeutlich dargestellt. 

2) Vgl. Trinchese, 1. c. Tav. XXXIII. Fig. 19. 

^) Ueher den Verdauungsvorgang hat Trinchese (Rendic. deir accad. di Bologna. 
1878—1879. p. 110) einige Notizen gegeben. 

*) Trinchese scheint (1. c. Tav. XXXIII. Fig. 3) die Zwitterdrüse als von geschiedenen 
männlichen und weiblichen Läppchen zusammengesetzt darzustellen. Solches ist nicht der Fall. 
Die Läppchen der Drüse sind wie bei anderen Aeolidiaden (besonders dem Verhältnisse der Gal- 
vinen ähnlich) ; die Ov.arialfollikel nur ziemlich gross, aber in gewöhnlicher Wfise an der Testicular- 
Bcheibe befestigt. 



Beiträge zur Kenntnißs der Aeolidiaden. 



61 



förmigen Glans gefüilt, die an der Spitze einen kurzen, starken, etwas gebogenen 
Stachel (Fig. 18a) mit schräge abgestutzter Spitze zeigte; die Höhe des dünn- 
wandigen Stachels (an 2 Individuen) 068— O'OS bei einem Durchmesser oberhalb 
seines Grundes von etwa 025— 0'035 und an der Spitze von etwa 014— 0"1G mm.; 
der Stachel war farblos, nur am Grunde schmutzig bräunlichgelb J) Die hinter 
dem Penis liegende SaYnenblase birnförmig, von etwa 4 mm. Länge, von 
Samen strotzend; der Ausführungsgang (Vagina) stark, etwas kürzer als 
die Blase. 

Der Laich des Thieres ist von Trinchese (1. c. Tav. XXXIIL Fig. 9) 
als eine zusammengebogene Schnur dargestellt; ferner ist die Entwickelung 
der Eier von Trinchese 2) sehr schön verfolgt. 

X. 

Calma Aid. et Hanc. 
Vgl. diese Beitr. IIL 1. c. XXV. 1875. p. 643—647.3) 

Corpus sat elongatum, suhdepressiim. Mhino'phoria simiüicia. Papulae 
(dorsales) non caducae, pedamentis hracMoformibns insertae. Podarium an- 
gulis tentaciiJatim productis. 

Margo masticatorius manäibidae seriehus denticulorum acutoriim prae- 
ditus. Badula uniseriata; dentes cuspide parva, acie denticulata. 

Penis stylo armatits. 

Die Calraen stehen, wie früher erwähnt, den Flabellinen, wie sie jetzt 
(1. c. p. 647 — 651) gekannt sind, sehr nahe, unterscheiden sich aber haupt- 
sächlich durch die glatten (nicht perfoliirten) Rhinophorien und (wahr- 
scheinlich) durch Fehlen von Seiten zahnpl atten ^) an der Zunge. 

Von der Gruppe sind bisher nur zwei Arten bekannt: 

1. C. glaucoides A. et H. 

M. atlant. or. 

2. — Cavölini (Ver.). 

M. mediterr. 



1) Trinchese hat wohl (I. c. Tav. XXXIII. Fig. 30) den Ponis von diesem Thiere als der 
Amphorina Alherti ztigehöreud fehlerhaft dargestellt. 

*) S. Trinchese, i primi mora. deir evoluz. nei molluschi. 1. c. (p. 2—12, 2G). 

') Die von Tiheri in seiner kritiklosen nnd kaum nennenswerthen Uobersicht der „Nudi- 
branchien des Mittelmeeres" (Bulletino della soc. malacolog. ital. VI. 18S0. p. 231) aufgestellte 
Gattung Co.itaea hat gar keine Berechtigung, umfasst die Flabellinen (Ae. affinis) und die Calmen 
(Ae. (ligitata). 

^) In meiner oben erwähnten früheren Arbeit ist das Vorkommen von Seitcnzahnplatten 
bei den Calmen angegeben (s. näher unten). 



62 



Rudolph Bergh. 



C. CavoHni (Verany). 

E. Bergh, 1. c. p. 644-647; Taf. XIV. Fig. 4-21; Taf. XV. Fig. 1. 

Podarium pellucente - decolor ; dorsum et 2^edamenta pajnllaria dlbida, 
papillae purpureae apice albo; caput e coeruJeo cinerascens supra mandihulis 
imrpuree pellucentihiis. 

Hab. M. mediterr. 

Taf. V. Fig. 7—11. 

Von dieser schönen Art liegt bisher keine, nach dem lebenden Thiere 
aufgenommene genauere Beschreibung vor; weshalb ich die Gelegenheit benutzt 
habe diese Lücke auszufüllen. 

Im Mai 1879 habe ich nämlich in der Station von Triest 6 eben gefangene 
lebende Individuen dieser Art untersucht, welche in der Nähe derselben mit 
Viva lactuca gefischt wurden; die Thiere scheinen sich daselbst, Dr. Graeffe 
zufolge, überhaupt sehr allgemein vorzufinden und eine der da häufigst vor- 
kommenden Aeolidiaden zu sein. — Die Länge der (ausgestreckten) unter- 
suchten Individuen betrug 10—13 mm. Die Farbe des Eückens bis auf die 
Schwanzspitze hinaus war weiss. Der Kopf hell blaugrau und ebenso die 
Wurzel der Khinophorien und der Tentakel; am Kopfe schimmerten ausserhalb 
der Khinophorien und vor denselben die Kiefer dunkel purpurroth hindurch ') 
(während der übrigens weissliche Schlundkopf sonst nur undeutlich durch die 
Bedeckungen entdeckt werden konnte). Die Khinophorien und die Tentakel zum 
grössten Theile weisslich. Die Fussgestellen der Papillen und die Wurzel dieser 
letzteren war weiss, die Papillen sonst purpurroth mit weisser Spitze. Die Anal- 
papille röthlich. Der Fuss fast farblos. Hinter den Khinophorien schimmerten 
die schwarzen Augen hindurch ; hie und da am Körper schimmerten die Ein- 
geweide weisslich hindurch. 

Die glatten, langen, dünnen, am Grunde zusammenstossenden zugespitzten 
Khinophorien kaum oder nur unbedeutend länger als die Tentakel. Es kamen 
jederseits 5 - 6 Papillengruppen vor, von denen nur die zwei letzteren unmittel- 
bar am Körper inserirt, die anderen an Fussgestellen angebracht. Die zwei 
ersten Gestelle sind (jederseits) nahe an einander gestellt, die zwei folgenden 
stehen meistens auch nahe an einander, in einem grösseren Abstände folgt 
dann mitunter ein einzelner Arm, nach diesem oder dem vorhergehenden Arme 
folgen dann 1 — 2 sitzende Papillen oder Papillengruppen mit ganz wenigen 
Papillen. Die Gestelle waren in Form sehr variabel und die Anzahl der Papillen 
an den ersten Gestellen auch ziemlich inconstant (s. unten), durch Verstüm- 
melung ist die Anzahl derselben mitunter auch geändert. Die grössten Papillen 
kamen an dem zweiten Gestelle vor (Fig. 7). Die Papillen waren keulenförmig, 
oben zugespitzt, und diese (weisse) Spitze von der übrigen Papille meistens 
scharf abgesetzt. Die Analpapille zwischen dem ersten und zweiten Gestelle. 



1) Vgl. die Note 4 1. c. p. 644. 



Beiträge zur Kenntnis« der Aeolidiaden. 



63 



Der Schwanz sehr lang, etwa '/s der Körperläuge betragend, beiLäufig so hing 
wie die Tentakel und Rhiuophorien. Die Fiissecken stark hervortretend, zu- 
gespitzt. 

Die in Alkohol getödteten und bewahrten Ind ividuen waren, etwa 
wie die früher (1. c.) von mir untersuchten, von 6 — 7 mm. Länge, die Papillen 
bis 2*5 mm. lang. — Die Form Verhältnisse wie früher beschrieben. Die An- 
zahl und Vertheilung der Papillen ausserordentlich variabel. An den 3 (der 
6 untersuchten) Individuen kamen (jederseits) 4 Arme (Fussgestelle) vor, an 
einem 5, und hinter diesen 4—5 Armen noch 2—1 Gruppen von 2—1 sessilen 
Papillen ; an dem fünften Individuum fanden sich an der einen (rechten) Seite 5, 
an der anderen 4 Arme und hinter jenen keine, hinter diesen eine Papille; an 
dem sechsten Individuum fanden sich 5 Armpaare und hinter dem letzten noch 
(durch Verschmelzung) ein unpaarer (der 2 Papillen trug). Der erste Arm 
immer aus einem höheren hinteren und inneren Theile (der in einer schrägen 
Querreihe 3—5 Papillen trug) bestehend und einem vorderen und äusseren mit 
zwei schrägen Längsreihen von Papillen, mit 2—6 Papillen in jeder. Das 
zweite Gestell (Fig. 7) mit 2—3 Papillen am hinteren Rande, von denen die 
innerste und unterste die grösste von allen war; an dem mehr oder weniger 
deutlichen geklufteten Scheitel zwei gesonderte Gruppen mit 1 — 3 Papillen. 
Das dritte Gestell mit 2 — 3 Papillen des hinteren oberen Randes, mit 1—2 
der Spitze. Das vierte Gestell (Fig. 8) mit 1—2 Papillen des hinteren oberen 
Randes, mit 2 der Spitze. Wenn ein fünftes Gestell vorkam, war dasselbe 
wie das vierte, aber mit 1 ( — 2) Papillen weniger. Die hintersten sessilen 
Papillen meistens klein. Die Arme so wie die Papillen waren mitunter ver- 
stümmelt; Knospenbildungen (Fig. 7) an den Papillen kamen mitunter vor. 
Die Analpapille innerhalb des (gerundeten) Rückenrandes zwischen dem 
ersten und zweiten Gestelle liegend, dem letzten etwas mehr genähert. 

Die 5 Individuen wurden genauer untersucht. 

Das Centralnerveusystem wie früher von mir beschrieben. Die rundlichen 
Riechknoten nach oben zwei Nerven aussendend Die von einander gelösten 
Commissuren ganz kurz. In den Ohrblasen ein (Fig. 9) gelber, runder Otolith 
von etwa 0008 mm. Diam. — Der Schlundkopf wie früher erwähnt. Um 
den Aussenmuud ein Lager von schönen klaren kolbenartigen Drüä^n von einer 
Länge bis etwa 2 bei einem Durchmesser am Grunde bis 0'06 mm. In der Raspel 
der Zunge 16, 23, 23, 24, 28 Zahnplatten, weiter nach hinten 16-17—18-18 
- -19 entwickelte und zwei nicht vollständig entwickelte Platten; die Gesammt- 
zahl derselben somit 34, 42, 43, 44 und 49. Die (medianen) Platten wie früher 
von mir beschrieben, mit 5—9 Dentikeln des Schneiderandes. Die Speichel- 
drüsen langgestreckt, weisslich. 

Die ZwitterdrüsG aus (bis etwa 0'5 mm.) grossen röthlichgolben Follikeln 
gebildet, die in einer theils einfachen, theils doppelten Reihe den Hauptgallen- 
gang bis an die vordere Genitalmasse begleiten. Au dem kleineren oralen Pole 
und in der Mitte die Samenmasse, in der Peripherie und hauptsächlich am 
aboralen Pole die grossen oogenen Zellen. Die vordere Genitalmasse 



64 



Rudolph Bergb. 



weisslich. Der nicht lange Samenleiter (Fig. IIa) bald erweitert, dann durch 
eine Einschnürung in noch eine (Fig. 11h), und zwar grössere Erweiterung 
übergehend, die sich durch eine Einschnürung in (Fig. 11 cd) den Penis fort- 
setzt; durch die grösste Länge desselben erstreckt sich ein am Grunde gelblicher, 
sonst fast farbloser, in der Oberfläche streifiger, etwas biegsamer, schwach 
gebogener, etwas zugespitzter Stachel von einer Länge von etwa 0"6— 0'8 mm. 
bei einem Durchmesser an der Spitze von etwa 013, am Grunde von fast 
0*14— 0"16 mm. Die Samenblase (Fig. 10a), der vaginale Gang (Fig. 106) 
und die Vagina (Fig. 10 c) wie gewöhnlich. 

Dass die oben untersuchte Form wirklich die früher von mir behandelte 
Calma Cavolini darstellt, kann kaum bezweifelt werden. Bei dieser habe ich 
aber Seitenzahnplatten beschrieben und abgebildet (1. c. p. 646. Taf. XIV. 
Fig. 15, 16, 18—20). Die Zahnplatten bei diesen kleinen Thieren müssen über- 
haupt bei starker Vergrösserung (von 6—800 Mal) untersucht werden. Die Ein- 
senkung des Zungenrückens, in der sich die Kaspel findet, ist ausserhalb der 
Plattenreihe von einer vortretenden Linie begrenzt, und von derselben gehen 
gegen aussen, den (medianen) Zahnplatten entsprechend, kurze, feine Quer- 
furchen. Es werden diese Bildungen jene sein, die Seitenzahnplatten täuschend 
ähnlich sind, und die mich so wie auch Trinchese zu der Annahme von 
solchen verleitet haben. Bei den fünf von mir jetzt untersuchten Individuen 
kamen wenigstens keine Seitenplatten vor. (Alder und) Hancock gaben 
dagegen richtig nur mediane Platten an.') 

XL 

Janus Verany. 
Janus Ver. Catalogo. 1846. p. 24. 

Antiopa Aid. et Hanc. Ann. mgz. u. h. 2 S. I. 1848. p. 190. 
Janus V. E. Bergh, Beitr. z. Kenntn. d. Aeolidiaden. I. Verh. d. k. k. 
zool.-botan. Ges. in Wien. XXIII. 1873. p. 597—605. 

Corpus siibelongatum. Bhinophoria perfoliata; crista interrhinoplioriaU 
fortiori. Tentacida sat brevia. Papillae (dorsales) seriebus oNiquis confertis 
indistinctis positae; anus (suh) medianus. Margo anterior podarii angidis vix 
prominentihus. 

Mandibulae fortissimae, elongatae, margine masticatorio fortissimo lato 
Serie marginali denticulorum erassiorum. Madida lata, multiseriata; dentes 
mediani sicut laterales nonnihil elongati, hamati, hämo margine laevigato. 

Die Janen bilden mit den Proctonoten und den Madrellen zusammen 
eine kleine Gruppe, in der sich die ersten aber durch den gezähnelten Bau des 
Kieferrandes besonders unterscheiden. 



1) Die Figur der eugliuchen Verfasser (Mou, part VII. 1855. pl. 47 supplem. Fig. 15) ist 
aber ganz uubrauclibar. 



Beiträge zur Kentitniss der Aeolidiaden 



65 



Von den Janen sind bisher nur die folgenden Formen bekannt: 

1. Jan. cristatus (delle Chiaje). 

M. atlant., mediterr. 

2. — hyalinus A. et H. 

M. atlant. er. 

3. — ? sanguineus Angas. 

M. pacific. 

Jan* cristatus (delle Chiaje). 
R. Bergh, 1. c. p. 598-605. Taf. VII. Fig. 1—16; Taf. VIII. Fig. 1. 
G. 0. Sars, Moll. reg. arct. Nerv. 1878. Tab. XV. Fig. 7a— e. 

Taf. V. Fig. 12-13. 
Diese schöne , sowohl in dem atlantischen wie im Mittelmeere vor- 
kommende Art scheint bisher nicht aus der Adria bekannt. ^) Im Jahre 1880 
bekam ich (unter verschiedenen, von Dr. Graeffe aus der zoologischen Station 
von Triest geschickten Aeolidiaden) ein Individuum derselben, aus der Schiffs- 
werfte von San Rocco in der Bucht von Muggia stammend. Das in Alkohol 
bewahrte Individuum hatte eine Länge von etwa 12 mm.; die Untersuchung 
desselben hat einige Ergänzungen zu meinen früheren Bemerkungen über dieses 
Thier geliefert. 

Der Schlundkopf etwa 3*2 mm. lang bei einer Breite bis 2*5 und einer 
Höhe bis 1"75 mm.; die Form wie früher von mir beschrieben; die Easpel- 
scheide an dem jetzt untersuchten Individuum kürzer und weniger vorspringend. 
Die Mandibel, wie früher beschrieben, nur die Unterseite und das Vorderende 
des Schlundkopfes deckend; an dem Kaurande (Fig. 12) 9 — 10 gerundete oder 
mehr zugespitzte, starke Zähnchen, die Rippen an der Vorderseite des Kau- 
(fortsatzes) randes sehr stark; der Schlossfortsatz stark vorspringend, mit Kiel. 
Die Zunge wie früher beschrieben; in der Raspel 17 Zahnplattenreihen, weiter 
gegen hinten noch 6, von denen die drei letzten nicht vollständig entwickelt. 
Die zwei ersten Reihen der Raspel auf die Mittelplatte und 2—6 Seitenzahnplatten 
reducirt, erst die fünfte Reihe war fast complet. In den hintersten Reihen der 
Zunge fanden sich (jederseits) 33 Zahnplatten, und die Anzahl schien gegen 
hinten nicht viel höher (bis 35) zu steigen. Durch alle Reihen der einen Seite 
kam eine Doppelzahnplatte (Verschmelzung der 7. und 8. Platte) vor (Fig. 13) 2). 

Eine von Dr. Graeffe dem lebenden Thiere nach gemachte Skizze stimmt 
in den F arben Verhältnissen mit den Angaben und der Zeichnung AI der und 
Hancock 's vollständig überein; nur hebt er den Metallglanz der Spitze der 
Papillen stärker hervor, und zwar als durch eine Menge kleiner Zellen von stark 

1) Grube erwähnt nicht das Vorkommen von diesem Janus in seinen zwei Beiträgen zur 
Kenntuiss der Adria (Ein Ausflug nach Triest und Quarnero. 18G1. — Die Insel Lussin und ihre 
Meeresfauna. 1864). 

2j In neuerer Zeit hat Trinchese (Rendic. dell' accad. di Bologna. 1878—1879. p. 76—77) 
das ^■ieren8ystera von Janus beschriehen, so wie einige Notizen zur Ontogenie des Thieres 
gegeben. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 9 



66 



Rudolph Bergh. 



lichtbrechendem Inhalte hervorgebracht. Graeffe hat die Thiere laichen ge- 
sehen; der „Laich paternosterförmig, von violet röthlicher Färbung, in vielen 
8 -Windungen in einem (4 cm. im Durchmesser messenden) Kreise an Pflanzen 
oder Steinen angeheftet." 

XII. 

Lomanotus Ver. 

Lomanotus Ver. Catal. degli an. invert. mar. del Golfo di Genova e Nizza. 
1846. p. 22. 

— R. Bergh, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Wien. XXVIII. 1878. 
p. 553-559. 

Die Lomanoten wurden durch die oben citirte Arbeit (1878) etwas 
genauer bekannt. Untenstehend folgen einige Notizen über die lebend unter- 
suchte typische Art. 

Lom, Genei Ver. 
Lom. Genei Ver. Catalogo. 1846. p. 22. Tav. II. Fig. 6. 

— - R. Bergh, 1. c. XXVIII. 1878. p. 555-559. Taf. VI. Fig. 1—6; 
Taf. VII. Fig. 1—17. 

Color dorso et lateribus purpureus, punctis albis ubique sparsis; rhino- 
phoria et papillae brunnescente-nigra, apice ut plurimum albo ; podarium infra 
e rosaceo-pmjmreum. 

Von dieser seltener vorgefundenen Thierform bekam ich Anfangs März 
1880, in Seewasser lebend, durch Dr. Graeffe aus der Station von Triest ein 
wohlerhaltenes, vielleicht etwas mattes , jedenfalls langsames und träges Indi- 
viduum, das ich nach vorgenommener äusseren Untersuchung am folgenden Tage 
tödtete. Das Thier war, Graeffe zufolge, in der Nähe von Triest gefischt.'^) 

Das lebende Thier mass ausgestreckt fast 4 cm. bei einer Körperhöhe 
bis 11 und einer Breite bis 8 mm.; die Stirne etwa 4 mm. hervortretend; die 
Rhiuophorstiele etwa 4 mm. hoch, und die Keule ferner noch bis fast 2 mm. 
aus der Vertiefung derselben hervorragend; das Rückengebräme bis etwa 2'25 mm. 
breit, seine Papillen bis 3'5 mm. hoch; die Fusssohle bis 7'5 mm. breit, die 
Fussecken etwa 075 mm. hervortretend; der Schwanz kaum 1 mm. lang. — 
Der Körper oben und an den Seiten von Purpurfarbe, die gegen oben heller, 
gegen unten (gegen den Fussrand) und hinten dunkler ist; am Rücken und an 
den Seiten überall zahlreiche weisse, runde, längliche oder uuregelmässige Punkte 
unregelraässig zerstreut. Der Kopf fast ganz ohne weisse Punkte. Die Rhino- 
phorien (purpur-) braunschwarz, die meisten Spitzen der Scheide, so wie die 
Spitze der Keule weiss. Die obere Hälfte der Rückenpapillen (purpur-) braun- 
schwarz, die Spitze derselben meistens weiss; diese braunschwarze Farbe mit- 
unter bis an das Rückengebräme und über dasselbe hinabsteigend, mitunter 



>) Vgl. auch die Beschreibung iiud die Abbildungen bei Alder und Hancock (Gosse). 
2) Verany (1. c. p. 23) gibt diese Form als in einer Tiefe von 200—250 Meter vor- 
kommend an. 



Beiträgt' zur Kenntniss der Aeolidiaden, 



67 



auch an diesem letzteren isolirt auftretend. Die Anal- so wie die Nierenpapille 
von hellerer (etwas bläulicher) Farbe. Die Pusssohle mehr rosa-purpurfärbig; 
an der Spitze der Fussecken ein weisswr Punkt. 

Die Form etwas zusammengedrückt, der Rücken nur wenig breiter als 
der Fuss, etwas gewölbt. Die Stirne nicht stark vortretend, oben mit zwei 
fast gleichgrossen, denen des Rückengebrämes fast ganz ähnlichen Papillen 
(mit weisser Spitze). Der Aussenmund eine senkrechte Spalte. Die Rhinophor- 
scheiden hoch, oben mit 4 kegelförmigen Fortsätzen. Die aus der becher- 
förmigen Vertiefung vortretende Keule auf Irritation stark reagirend und sich 
in die Tiefe ganz zurückziehend; mit etwa 30 Blättern. Das dünne Rücken- 
gebräme vorne mit dem Grunde der Aussenseite der Rhinophorscheiden ver- 
bunden, hinten sich fast bis an das Körperende verlängernd, wellenförmig ver- 
laufend und somit wie 6—7 Festons bildend, meistens hinaufgeschlagen, hie 
und da auch (während des Lebens) horizontal liegend oder (nach dem Tode) 
hiuabgeschlagen. Der Rand des Gebrämes theils wie etwas zackig; theils mit 
in einer einfachen Reihe unregelmässig gestellten, ungleichgrossen, nicht ab- 
fallenden, kegelförmigen Papillen, die durch Berührung sich ziemlich stark 
Contrahirten, und deren Anzahl kaum mehr als etwa 30 betrug. Der vom 
Mantelgebräme eingefasste Rücken am breitesten etwa am Anfange des zweiten 
Viertels der Länge des Thieres, gegen hinten danach allmälig verschmälert. 
Die runde Genitalpapille, der Anus und die weiter gegen vorne und oben 
liegende Nierenpore wie früher von mir angegeben; ebenso der Fuss. 

An dem ein Paar Stunden nach dem Tode eröffneten Thiere zeigten sich 
die weissen Punkte der Haut an der Innenseite der Körperwände sehr stark 
durchschimmernd. Die Eingeweide waren alle (besonders das Herz) stark roth 
gefärbt. 

xni. 

Tethys L. 

R. Bergh, malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, n) Heft IX. 1875. 
p. 345-362. Tab. XLV— XLVII. 
— Notizen üb. Tethys leporina. Jahrb. d. d. malakozool. Ges. IV, 4. 
1877. p. 335-339. 

Tethys scheint eine dem Mittelmeere ganz eigene Thierform, ist 
bisher wenigstens nicht ausserhalb demselben gesehen; dagegen scheint sie 
fast überall im Mittolmeere vorzukommen, an der Küste von Kleinasien wie im 
Aegäischen Meere (Forbes) und an der Küste von Corsica (Payraudeau), am 
häufigsten wurde sie bisher im Golfe von Neapel und in der Adria beobachtet. 

Tethys leporina L. 
Dieses wundervolle Thier wurde von Grube^) erst lebend genauer 
untersucht und beobachtet, und zwar an den Küsten der Adria. 



1) Grube, ein Ausflug nach Triest und dem Quarnero. 1861. p. 29. Taf. I. Fig. 12. 

9* 



68 



Rudolph Bergh. 



Auch Graeffe hat eine grössere Anzahl dieser Thiere in der Station 
von Triest lebend beobachtet. Seinen mir geschickten Notizen zufolge, ist 
die Färbung der Thiere ziemlich variabel, namentlich zeigt das Kopfsegel 
bald grosse schwarze und gelbliche Flecken, bald keine solche (wie in einer 
von ihm gemachten Farbenskizze), welches letztere bei den jüngeren Thieren 
besonders der Fall sein soll. Er erwähnt das so leichte Abfallen der Rücken- 
papillen,') welches fast durch jede Beunruhigung des Thieres durch Zusammen- 
ziehungen des Körpers zu erfolgen scheint; bei längerer Gefangenschaft geschehe 
dieses immer, nur in einem Falle hat er das Thier mit den Papillen sterben 
gesehen (so dass es mit diesen in die Conservationsflüssigkeit gebracht werden 
konnte); nach Verlust der Mehrzahl der Papillen starben sie rasch. Graeffe 
hat nie diese Thiere kriechen gesehen, immer nur (im Frühjahre) auf der Ober- 
fläche des Meeres schwimmend. Dieses Schwimmen ist ganz sonderbar. Das 
grosse Kopfsegel spielt hiebei die hervorragendste Rolle und ist eine wahre 
Flosse; dasselbe macht hiebei Drehungen nach links und rechts um seine 
Mittelaxe (wie ein Eskimoruder), wodurch das Thier ziemlich rasch durch das 
Wasser sich fortbewegt; der Körper macht hiebei auch kurze Zusammenziehungen, 
besonders mit der Endspitze und scheint als Steuer zu agiren; der Fuss ist hiebei 
in der Mittellinie eingeklappt (ähnlich dem Fusse der Scyllaea). — Tethys 
ist ein Raubthier und seine Nahrung besteht namentlich aus kleinen Ophiuren, 
deren Reste oft ganz den Magen erfüllen (namentlich die kleine im tiefen 
Schlamme lebende Ämphiura Chiajei Forb. und Ophioglypha albida), mitunter 
auch mit kleinen Fischen vermischt. Die Tethys wird (in der Adria) nur im 
Frühjahre 2) schwimmend in der Nähe der Küste getroffen (was vielleicht mit 
Laichen in Verbindung steht). Durch die Schleppnetze der Fischer von Chioggia 
werden aber diese Thiere zu jeder Jahreszeit aus einer Tiefe von 5—8 Faden 
heraufgebracht, natürlich ohne Papillen; im Ganzen ist das Thier in der Adria 
ziemlich gemein. Das Thier verbreitet einen eigenthümlichen moschusähnlichen 
uauseösen Gestank; 3) jedenfalls wirkt es auf andere Seethiere, die mit den 
Tethys im gleichen Gefässe sich befinden, verderblich.^) 



Tiberi, der übrigens nicht soweit in die Literatur eindrang, dass er den Namen Beines 
Landsmannes Trinchese, noch weniger Autoren wie Ihering und mich kennt, theilt noch im 
Jahre 1880 den Glauben von delleChiaje, dass die „Vertumnen" die Jungen des Thieres sind, die 
„in der Art der Jungen des Känguruhs an der Mutter befestigt sind." Vgl. Tiberi, I molluschi 
nudibranchi del Mediterraneo. Bulletino della soc. malacolog. italiana. VL 1880. p. (182—242) 222. 

2; Vayssiere theilte mir mit, dass die Tethtjs im Januar im Golfe von Marseille auf der 
Oberfläche des Meeres häufig vorkommen, Ende März aber fast schon verschwunden seien. 

3) Vgl. hiemit meine etwas abweichende Bemerkungen 1. c. 1877. p. 338. 

*) In der (Haut-) Muskulatur der Tethys fimhria konnte Krukenberg (vgl. physiol. 
Beitr. zur Chemie d. contractilen Gewebe. Unters, d. physiol. Instituts d. Universität Heidelberg. 
III. 1880. Heft 3—4; Separatabz. p. 10) nicht mit Sicherheit Kreatinin nachweisen. Kruken- 
berg hat ferner noch (vgl. physiol. Studien zu Tunis, Mentone und Palermo. IIL 1880. p. 76) einige 
Notizen über das Blut so wie (1. c. p. 182) über die Leber geliefert. 



Beiträge zur Kenutuiss der Aeolidiaden. 



69 



Erklärung det Abbildungen. 



Tafel I. 
Berghia eoe^mlesceus (Laurill.). 

1. Zweites Papillenkisseii rechter Seite; a Nierenpore, h Analpapille. 

2. Centrainervensystem, von oben, mit Cara. lue. gezeichnet (Vergr. 100) ; 

a cerebro- viscerale, hl> pedale Ganglien, c gemeinschaftliche Com- 
missur, dd Ganglia olfactoria, e Ganglia buccalia, ff' Gauglia gastro- 
oesophagalia, g N. genitalis. 

3. Rechte Mandibel, von der Innenseite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); 

a Schlosspartie, h Kaufortsatz. 

4. Stück des Kaufortsatzes, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

5. Jüngere Zahnplatte, von oben. 

C. Aeltere Zahnplatten (von der Zungenspitze), von der Seite. 

7. Mittelpartie dreier Zahnplatten, von oben. 

8. Stück der Speicheldrüse. 

9. Cnidae. 

Fig. 5—9 mit Cara. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Spurilla neapolifana (delle Chiaje). 

10. Schlosspartie der rechten Mandibel, von der Innenseite. 

11. Aehnliche der linken Mandibel, von der Innenseite. 

12. Partie des Kaurandes dicht an der Crista connectiva. 

13. Hintere Partie des Kaurandes. 

Fig. 12—13 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

14. Speicheldrüse (Gl. salivalis); a Ampulle am Ausführungsgange. 

15. a Boden der Mundröhre mit den bb Mündungen der cc Mundröhren- 

drüsen (Gl. ptyalinae); d Lippenscheibe, blossliegende Kieferränder 
und Mundspalte. 

16. Durchschnitt der letzteren Drüse. 

17. Stück der Wand der Mundröhrendrüse. 

18. Cnidocyste. 

19. Freie Cnidae. 

Fig. 17 — 19 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

20. a Samenblase, b Vagina. 

21. a Samengang, b geöffnete Vorhaut mit der eingeschlossenen Glans penip. 

Tafel II. 
Galvina flava Trinchese. 
1. Das Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100) ; 
a cerebro-viscerale Ganglien mit den Augen und den durchschim- 
mernden Ohrblasen, bb pedale Ganglien, c die subcerebro -pedale 



Coinmissur, d die viscerale Commissur mit dem N. genitalis, f buccale 
Ganglien, gg gastro-oesophagale Ganglien. 

2. Läppchen der Mundröhrendrüsen (Gl. ptyalinae), mit Cam. lue. ge- 

zeichnet (Vergr. 350). 

3. Durchschnitt eines Läppchens mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

4. Drüschen des Vorderrandes des Fusses , mit Cam. lue. gezeichnet 

(Vergr. 350) ; a iVusführungsgänge. 

5. Linke Mandibel, von der Innenseite, mit Cam. lue. gezeichnet; a Schloss- 

partie, h Kaufortsatz. 

6. Vordereude der rechten Mandibel, von der Innenseite, mit Cam. lue. 

gezeichnet (Vergr. 350); a und h wie oben. 

7. Stück von der Easpel (von der Zungenwurzel), von der Seite; a mediane, 

h laterale Platten. 

8. Aelteste (bewahrte) mediane Zahnplatte, schräge von oben. 

Fig. 7 — 8 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

9. Zwei mediane Platten, von der Seite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

10. Laterale Platte, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

11. Penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); aa Präputium, b Spitze 

der Glans. 

AcantJiopsole vicina Bgh. 

12. Stück des Kaurandes. 

13. Zahnplatte von der Unterseite. 

Fig. 12—13 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

14. Zwei Läppchen der Zwitterdrüse; a Ausführungsgang. 

15. aa Samenleiter, h Penis (Präputium), unten c ist die Spitze der Glans 

entblösst; neben dem Penis zeigt sich die Ponisdrüse mit ihrem 
dicken Gange. 

16. Stück der bewaffneten Strecke der Glans penis, mit Cam. lue. ge- 

zeichnet (Vergr. 350). 

Bergh/ia coeriilescens (Laurill.). 

17. Unteres Ende der Mundspalte (vor dem Ende der Kaufortsätze), mit 

Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Tafel III. 
AcantJiopsole albida Bgh. 

1. Das Vorderende des lebenden Thieres, von der Unterseite; Kopf mit 

Aussenmund und schlaffen {ab) Tentakeln, Vorderende des Fusses 
mit ausgestreckten Fussecken (cc). 

2. Ein Rhinophor des lebenden Thieres. 

3. Ohrblase an der Oberfläche des Gehirnganglions (a), mit Cam. lue. 

gezeichnet (Vergr. 350). 

4. Nesselelemente, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 



Beiträge zur Keuntniss der Aeolidiadeu. 



71 



Fig. 5. Schlüsspartie der rechten Maudibel, vou der Innenseite; a Partie, die 
sich dem Kaiirande anschliesst. 
„ 6. Kauraud der rechten Mandibel, von der Aussenseite; a oberes Ende. 

Fig. 5—6 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 7. Zahnplatten, von der Seite; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 8. Stück des Darmes; a Divertikel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

Acanthopsole vicina Bgh. 
9. Zahnplatten, von der Seite. 

Galvina picta A. et H. 

„ 10. Stück der Raspel, von der Seite; a mediane Platten, h Seitenplatten. 
Fig. 9 — 10 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
11. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Galvina picta A. et H. var. pallida, 

,, 12. a Samenleiter, b Penis, c glaus, d zurückgestülptes Präputium mit 
Retractoren; e drüsenartiges, appendiculäres Organ. 

Galvina flava Trinchese. 

„ 13. ci Speiseröhre, b Magen, cc Gallengänge von der ersten Papillengruppe, 

d Hauptgallengang (Magenblindsack). 
„ 14. a Samenleiter, b Penis, c Präputium (geöffnet) mit eingeschlossener 

Glans; d appendiculäres, drüsenartiges Organ, e Ausführungsgang 

desselben. 

AmpJiorina coerulea (Mtg.). 

„ 15. Die gemeinschaftliche Corhmissur, mit a N. genitalis; mit Cam. lue. 
gezeichnet (Vergr. 350). 
16. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Tafel IV. 
Galvina picta A. et H. 

Fig. 1. Die Mundröhrendrüsen, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); aa Aus- 
führungsgänge. 

„ 2. Stück der Niere, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 3. Stück der Randpartie des Laiches, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55). 

Amphorina coerulea (Mtg.). 

4. Das Centrainervensystem, schräge von hinten; aa cerebro - viscerale 
Ganglien mit Augen und durchschimmernden Ohrblasen, bb pedale 
Ganglien; c Comm. subcerebro-pediaea, d Comm. visceralis mit dem 
N. genitalis, e Ganglia buccalia mit Ganglia gastro - oesophagalia, 
ff Gangl. olfactoria. 



72 



Rudolph Bergh. 



Fig, 5. Aehnliches eines anderen Individuums, von der Seite; Bezeichnungen 
wie oben. 

Fig. 4—5 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 6. Schlundkopf, von der Seite; a Lippenscheibe, h Speiseröhre mit dem 
rechten buccalen Ganglion. Die Nebenmundhöhle durchschimmernd. 

„ 7. Linke Mandibel, von der Innenseite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100) ; 

das Vorderende der Kiefermuskelmasse (Eingang in die Nebenmund- 
höhle) deutlich. 

* „ 8. a Vorderende der Mandibel (Schlosspartie), in h die Kaufortsätze über- 
gehend; mit Cam. lue, gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 9. Stück des Kaurandes, 
„ 10. Zwei Zahnplatten, von der Unterseite. 
11. Zwei andere Zahnplatten, von der Seite. 

Fig. 9—11 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 12. Zwei Läppchen der Zwitterdrüse. 

„ 13. Stück der Mundröhrendrüse (?), mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 14. Helle Läppchen derselben; a Muskelfaser. 

„ 15. Dunkle Läppchen derselben. 

Fig. 14 — 15 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 16. a Anfang des Samenleiters, & prostatischer Theil desselben, c musku- 
löser Theil, d Penis. 

„ 17. a Samenleiter, h geöffnetes Präputium mit der Glans mit ihrem Haken; 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

„ 18. Spitze der Glans penis mit a ihrem Haken; mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350). 

Amphorina Alherti Quatref. 

„ 19. a Ganglia buccalia mit hh Ganglia gastro-oesophagalia; mit Cam. lue. 
gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 20. Vorderende der linken Mandibel mit a Kaufortsatz; mit Cam. lue. ge- 
zeichnet (Vergr. 350). 

„ 21. Zwei Zahnplatten, von oben. 

„ 22. Zwei Zahnplatten, schräge von unten. 

„ 23. Vier Zahnplatten der Zungenspitze. 

„ 24. Drei der jüngeren Zahnplatten (der Raspelscheide). 

Fig. 21—24 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Tafel V. 

Aeolidiella Soemmeringii Bgh. 

Fig. 1. Vorderste (älteste) Zahnplatte, von oben; mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 750). 

„ 2. Die Mundröhrendrüsen (Gl. ptyalinae), von der Unterseite; a rechte, 
b linke, cc Einmündung in die Mundröhre. 



Beiträge znv Kenntniss der Aeolidiaden. 



73 



3. Durchschnitt der ]\[iiiidröhreiidrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

4. aa Speicheldrüse, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); Z> Ausführuugsgang. 

5. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

FavoHuiis albus A. et H. 

6. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); 

a cerebro - viscerale Ganglien, hh pedale Ganglien, c Commissura 
communis mit dem N. genitalis, d Ganglia buccalia mit den gastro- 
oesophagalen Ganglien, ee Riechknoten. 

Calma Cavolini (Verany). 

7. Zweiter Papillenarm linker Seite. 

8. Vierter Papillenarm linker Seite. 

9. Otocyste mit Otolith. mit Cara. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

10. a Spermatotlieke, b vaginaler Ausführungsgang, c Vagina; mit Cam. 

lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

11. a Samengang mit erster Erweiterung desselben und h zweiter Erweite- 

rung; cd Penis (Präputium) mit durchscheinender Glans und ihrem 
langen Stachel; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Janits cristatiis (delle Chiaje). / 

12. Der Kaurand, von der Unterseite; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); 

a hinterer Theil, 

13. Doppelzahnplatte (7—8 Platten), mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Tafel VI. 
Aeolidiella Soemmerhigii Bgh. 

1. Fünfte Papillenleiste (rechter Seite) mit a Analpapille. 

2. Mittlerer Theil des Kaurandes, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

3. a Samenblase, h vaginaler Gang, c Vagina; mit Cam. lue. gezeichnet 

(Vergr. 55). 

Favorinus albus A. et H. 

4. Stück des Kaurandes, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750); a hohe 

Dentikel des Randes, b kleinere ausserhalb desselben, c kleinste inner- 
halb jenes. 

5. Zahnplatten von der Unterseite; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

6. Zwei Zahnplatten. 

7. Aehnliche (mit grösster Genauigkeit gezeichnet). 

Fig. 6—7 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

8. a Obere Wand des Magens, b Darm mit seiner Falte; mit Cam. lue. 

gezeichnet (Vergr. 100). 

9. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

. B. Ges. B. XXXII. Abh. 10 



Rudolph Bergh. Beiträge zur Kenntniss der Aeolidiaden. 



.10. a Anfang des b Samenleiters, c Penis (mit durchschimmernder Glans); 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

11. Spitze der Glans, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

Acanthopsole luguhris (Graeffe). 

12. Centrainervensystem, von oben; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

a cerebro - viscerale Ganglien mit den Augen und mit den durch- 
schimmernden cerebro- und viscero - pedalen Connectiven, hh pedale 
Ganglien, c subcerebro-pediale Commissur, d viscerale Commissur mit 
dem N. genitalis, ee buccale Ganglien mit /"den gastro-oesophagalen, 
gg Riechknoten, lih Speicheldrüsengänge. 

13. Zahnplatte, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

14. a Anfang des & Samenleiters, c Penis; hinter demselben bei d Penis- 

drüse mit ihrem Gange. 

15. Läppchen der Zwitterdrüse. 

16. Rechte Mandibel, von der Innenseite; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); 

a Schlosspartie, h Kaufortsatz; der Eingang in die Nebenmundhöhle 
deutlich. 

17. Oberster Theil des Kaurandes, von der Innenseite; mit Cam. lue. ge- 

zeichnet (Vergr. 350); a Uebergang in die Schlosspartie. 

18. Zwei Zahnplatten, von der Seite, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Amphorina Alherfi Quatref. 

19. Oberer Theil des Kaurandes, von der Innenseite; mit Cam. lue. ge- 

zeichnet (Vergr. 750), 

20. Die Zunge und ihre ganze Muskulatur, von der Seite, etwas zusammen- 

gedrückt; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). a Zungenspitze, 
h Rand des Raspeldaches, c Raspelscheide. 

21. Cnidae, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 



75 



Sympycna paedisca m. 

Zur Richtigstellimg dieser neigen Art. 

Vou 

Prof. Dr. F. Brauer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 1. Februar 1882.) 

In den Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 1880, 
p. 229 habe ich eine Sympycna -Art aus Turkestan beschrieben und derselben 
den Namen S. paedisca Eversm. (Selys, Eevue d. Odouat. p. 388. Add. etc. ad 162) 
gegeben. — Ich habe dort gezeigt, dass Sympycna paedisca keine Varietät von 
S. fusca V. d. L. sein könne. — Hagen hat hierauf in der Stett. ent. Zeitg. 
1880, p. 390 und im Zoologischen Jahresbericht für 1880 v. Carus, p. 205 
(II. Abth.) erklärt, dass Ägrion paedisca Eversm. nach dessen Beschreibung 
(Bull. Moscou 1836, p. 247) keine Sympycna, sondern einfach (/und Q 
von Ägrion virens sei (i. e. Lestes virens Charp.) und an Sy mpy cna 
fusca oder eine verwandte Art nicht gedacht werden könne. 

Dagegen hat Eversmann unter dem Namen Ägrion paedisca ein 
Weibchen einer wahren Sympycna -Art versendet, welches Hagen noch besitzt, 
das identisch ist mit dem in der Revue p. 388. Add. ad 162 erwähntem Exem- 
plare, und von Selys für eine Varietät von S. fusca gehalten wurde. 



Hier zeigt sich wieder einmal der Werth der sogenannten typischen Exem- 
plare. Ägrion paedisca Eversm. hat zwei Typen, nach der einen ist es Lestes 
virens, nach der anderen Sympycna fusca var. Selys. — Die Beschreibung 
von Eversmann, die Hagen richtig zur Geltung bringt, zeigt nun die allein 
vorhandenen Anhaltspunkte. Darnach ist Ägrion paedisca Eversm. ein Syno- 
nym von Lestes virens. — Meine Sympycna paedisca ist aber neu, früher 
nicht beschrieben und nur identisch mit den von Eversmann später fälschlich 
so benanntem Exemplare. Wenn auch, nach einigem Studium, das Alles aus 
Hagen's Darstellung hervorgeht, so scheint mir die Sache doch nicht so klar 
gestellt zu sein um vor weiteren Irrthümern zu schützen. Auch möchte ich 

10* 



76 



F. Brauer. Sympycna paedisca m. 



nicht, dass Jemand durch Hagen zu der Ansicht verleitet würde, als hätte ich 
ein längstbekanntes Insect durch einen Irrthum neu beschrieben, da Hagen 
schliesslich bemerkt (Zool. Bericht. Carus 1880, p. 205): Sympycna paedisca 
Brauer ist Agrion truchmenicum Kol. Mus. Petersburg („meines Wissens nicht 
publicirt, Hagen" — oder wie publicirt, Brauer). 

Ich erkläre daher: Meine (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 231) 
beschriebene neue Art ist 1. eine Sympycna-Art; 

2. sie ist verschieden von Sympycna fusca v. d. L. und keine Varietät 
dieser Art; 

3. sie muss Sympycna paedisca m. heissen und dazu das Synonym 
erhalten Agrion paedisca Everm. false auctore ipso, Sym. fusca var. Selys 1. c. ; 

4. Sympycna paedisca m. ist die zweite Art der paläarktischen Fauna 
dieser Gattung und mehr nach Osten verbreitet; 

5. ich verwahre mich gegen den Umtausch von Namen, welchen eine 
ausführliche Beschreibung zu Grunde liegt, gegen Katalogsnamen oder gar 
nicht publicirte Namen, oder auch solche mit zweifelhafter Beschreibung, ins- 
besondere seitdem man , trotz vorhandenen Beschreibungen und Original- 
Exemplaren, Namen zu ändern beliebt; ^) 

6. meine Art kann nie Agrion Trucli- oder Turcmenicum heissen, weil 
sie kein Agrion ist und weil die Kolenatische Art nicht oder nur mangel- 
haft beschrieben ist; 

7. meine Art ist als Sympycna nur mit S. fusca zu vergleichen; 

8. die von Eversmann Sih Agrion paedisca beschriebene Art gehört 
dagegen in die Gattung Lestes, und zwar zu Lestes virens Charp.; 

9. wenn ein Irrthum gemacht wurde, so wurde derselbe nicht von mir, 
sondern von Eversmann selbst und von der Revue d. Odonat. gemacht, da 
hier die wahre Art nicht erkannt und eine falsche Type als Varietät zu S. fusca 
gezogen wurde. 



1) Die Flöhe 1880, p. 56. Hectopsylla Frauenfeld 1860 = Rhynchopsijlla Haller 1880. 



77 



Materialien zur Pilzkunde Krains. III. 

Von 

Wilhelm Voss, 

k. k. Professor in Laibach. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. Jänner 1882.) 

Als Resultat weiterer Studien der mykologischen Verhältnisse Krains folgt 
hier die dritte Serie meiner „Materialien" , ^) das Ergebniss der Excursionen 
zweier Jahre. Diese wurden im Umkreise meines Domicils, in Obevkraiu, und 
zwar bei Zeyer, Podnart, Neumarktl, Krainburg, Kanker, in den Umgebungen 
Idrias bis zur küsteuländischeu Grenze, sowie in den Waldungen von Ortenegg 
und Reifnitz in Unterkrain unternommen. 

Unter den 340 aufgeführten Arten sind 270 für die Localflora neu. Drei 
neue Pyrenomyceten hat G. v. Niessl auf Campanula Zoysii Wulf., die in 
Plemel's Phanerogamenherbar lagen, aufgefunden und in der Oesterr. botau. 
Zeitschr. (Jahrg. 18S1, Nr. 11) beschrieben; über eine neue Cercospora auf den 
Cotyledonen von Ahornkeimlingen hat Professor Robert H artig im ersten 
Bande der „Untersuchungen aus dem forstbotanischen Institute zu München" 
berichtet. Mehrere neue Formen und Nährpflanzen parasitischer Pilze, z. B. 
Urocystis auf Anemone trifolia L., Melampsora auf Euphorbia carnioUca Jacq. 
und Spiraea Aruncus L., Puccinia auf Narcissus poeticus L., Pseudopesiza 
auf Ästrantia carnioUca Wulf., Fyrenopeziza auf Galeopsis pubescens Bss., 
PassaJora auf Toinwasinia verticiUaris BertoL, Fusicladium auf Doronicum 
aiistriacum Jacq. etc., wird der mit dem Gegenstande Vertraute finden. 

Dankend muss ich der Unterstützung gedenken, welche mir von Seite der 
Herren Carl Kalchbrenner zu Wallendorf in Ungarn und Dr. G. Winter in 
Zürich zu Theil geworden ist. Ersterer hatte die Güte alle zweifelhaften Hyme- 
nomyceten richtig zu stellen, Letzterem verdanke ich mannigfaltigen Aufschluss 
bezüglich der Ascomyceten. 



1) Diese Verhandl. Jahrg. 1878, p. 65—126 und Jahrg. 1879, p. 653—696. 



78 



Wilhelm Voss. 



Mit Hinzuziehung der schon Sc 
dieser Provinz bekannt: 





Gatt. 


Art. 






1 


Protomycetes 


2 


3 


Ustilaginei 


7 


32 




, , 16 


164 




3 


35 




1 


6 


Perisporiaceae 


11 


26 


Pyrenomycetes 


34 


80 


Discomycetes 


, , . 36 


78 




2 


4 



Summe der Gattungen 



poli bekannten Formen sind nun aus 

Gatt. Art. 



Gymnoasci 2 6 

Protosporenfrüchte der Asco- 

myceten 68 250 

Gasteromycetes 12 24 

Hymenomycetes 28 318 

Tremellini 9 16 

Myxomycetes 10 14 

Mucorini 2 3 

Mycelia 12 37 



: 256, der Arten: 1097. 



I. Hypodermii De Bary. 

A. Ustilagineae Tul. 

1. Ustilago Link. 

1. U. urceolorum Tul. Ann. sc. nat. 1847, VII. p. 86. Im Fruchtknoten von: 

Carex firma Host. Auf der Alpe Belsica bei Jauerburg in Ober- 

kraiu; leg. V. Plemel, 6. September 1865. 
Carex glauca Scop. Ebenda (Plemel); an wiesigen Abhängen bei 
St. Jakob nächst Zwischenwässern in Oberkrain. Juni. 
2- (701.) *) U. flosculorum Tul. 1. c. p. 99. — In den Antheren von: 

Knautia arvensis Coult. Ende Juni auf Wiesen bei Laibach. 

3. (702.) U. Siiccisae Magn. in „Hedwigia" 1875, p. 17. var. albida Kcke, — 

In den Antheren von: 

Succisa pratensis Mönch. Auf Wiesen des Stadtwaldes im Juni 
(A. Paulin). 

4. U. utriculosa Tul. 1. c, p. 102. In den Früchten von: 

Polygonum Persicaria L. Ende September bei Gurkfeld in Unter- 
krain (leg. V. Plemel). 

2. TJrocystis Kabenhorst. 

5. U. pompholygodes Rabenh. in ,,Hedwigia" 1864, p. 65. 
An den Blattstielen und der Unterseite der Blätter von: 

Anemone trifolia L. In der Kanker bei Krainburg; au den Ab- 
hängen des Lucnicathales bei Zeyer. Stellenweise im Mai. 
Helleborus viridis L. In der Kanker, Ende Mai. 



^) Bezeichnet die fortlaufenden Nummern meiner „Materialien", 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



79 



3. Sorosporium Rud. 

6. (703.) S. Saponariae Rud. in Linnaea IV. p. 116. In den Blüthen von: 

Saponaria officinalisL. Im August an den Abhängen desKalvarien- 
berges bei Idria. 

7. (704.) S. Junci Schröter in „Hedwigia" 1871, p. 8. In den Ovarien von 

Juncus bufonius L. Im September bei Kroisenegg nächst Laibach. 

4. Entyloma De Bary. 

8. (705.) E. Calendulae De Bary. Botan. Zeit. 1874. — Protomyces Calendu- 

lae Ondem. (Matdriaux pour la Acre mycologique de la Neerlande, 
n. p. 38. 

Bildet rundliche Flecken in den Blättern von: 

Calendula officinalis L. Gärten Laibachs im August; häufig. 

9. (706.) E. Ficar iae Thüm. Mycotheca univ. nr. 219. In der Blattlamina von : 

Banuncidus Ficariae L. Bei Tivoli nicht selten; Ende August. 

10. (707.) E. Eryngii De Bary 1. c. — Physoderma Eryngii Oda. In den 

Blättern von: 

Eryngium campestre L. Auf Schutthalden bei Lauerza im September. 

11. (708.) E. JRanunculi Schröter. Bemerk, und Beobacht. e. Ustilag. p. 368. 

An der Unterseite grundständiger Blätter von: 

Banunculus acris L. Aufwiesen im Sattel des Grossgallenberges; 
Anfangs Juni. 

5. Protomyces Ung. 

12. (709.) P. pachydermus Thum, in „Hedwigia" 1874, p. 98. An der Unterseite 

der Blätter längs der Rippen, auch an den Blüthenstielen von : 

Taraxacum officinale Wigg. Anfangs Juni an Hecken der Ort- 
schaft Tazen am Fusse des Grossgallenberges. 

6. Schinzia Näg. 

13. (710.) S. Älni Woronin in Mdm. de l'acad. des sc. St.-Petersb. 1866. 

An den Wurzelfasern von Älnus glutinosa Gärtn. knotenförmige Ver- 
dickungen hervorrufend. In Schluchten des Golovc. 

B. üredinei Tul. 

L Uromyces Lev. 

14. U. Genistae Fckl. Symb. myc. p. 63. 

Fung. stylosporiferus et teleiUosporiferus. An den Stengeln von: 
Genista sagittalis L. Anfangs September in der Ortenegger 
Waldung bei Reifnitz in Unterkrain. 



80 



Wilhelm Voss. 



15. (711.) U. Phyteumatum Fr. Summa veg. Scand. p. 514. 

Fang, teleutosporiferus. An der Unterseite lebender Blätter von: 
Phyteuma Spicatum L. Bei St. Jakob nächst Zwischenwässern.; 
selten. Ende Juni. 

16. TJ. Valerianae Fckl. 1. c. 

Fung. stylosporiferiis et teleutosporiferus. Auf grundständigen 
Blättern von: 

Valeriana officinalis L. An den Nagelfluefelsen des Savethales 
bei Zwischenwässern im Juli. 

17. TJ. Ornithogali Lev. Ann. sc. nat. III. 8. p. 371. An den Blättern von: 

Gagea lutea Schult. Auf dem Laibacher Schlossberge im Mai. 
NB. Im Lucuicathale bei Zeyer in Oberkrain wurde Mitte Mai an den 
Blättern von Ranunculus Ficaria L. das Aecidium Uanuncula- 
cearum DC. in Gesellschaft mit Urornyces Ficariae Lev., und zwar 
an denselben Blättchen der Nährpflanze, beobachtet. Einer jener 
wenigen Fälle mehr, von welchen Kör nicke berichtet, und die 
umso beachtenswerther sind, seit Schröter zeigte, dass beide 
Pilze in keinerlei Zusammenhange stehen. 

2. Paccinia Pers. 

18. P. Caricis Rebent. Flor, neomarchica p. 356. 

Fung. stylosporiferiis et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Carex montana L. Nesselthaler Bergwiesen in Unterkrain (V. 
Plemel). Carex ornitliopoda W. An wiesigen Abhäogen des 
Lucnicathales bei Zeyer im Mai (meist üredo, doch reichlich). 

19. P. graminis Pers. Disp. fung. p. 39, T. III. 3. 
Fung. teleutosporiferus. An den Halmen von: 

Calamagrostis montana Host. Im Strug (d. i. das Idricathal) 

bei Idria. Ende August, stellenweise. 
Poa compressa L. An felsigen Abhängen des Kankerthales bei 

Krainburg (kann wegen der langen Sporenstiele nicht zu 

P. Poarum Niels, gebracht werden). 

20. (712.) P. Phragmitis Körnicke in „Hedwigia" 1876, p. 179. 

Fung. stylosporiferiis et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Phragmites communis Trin. Im Laibacher Stadtwalde. 

21. (713.) P. Primulae (DC.) Grev. Flor. Edingb. p. 432. 

Fung. hymeniiferus = Aecidium Primulae DC. 
Fung. stylosporiferus et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Primula acaulis Jacq. Im August auf dem Vogelsberge bei Idria 
nicht selten (Aecidien schon sehr zerfallen). 

22. P. Gentianae Link. Spec. Coniomycet. II. p. 73. 

Fung. stylosporiferus et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
Gentiana Pneumonanthe L. Auf Wiesen bei St. Veit nächst 
Laibach im August (leg. C. Deschmann). 



Materialien zur Pilzkunde Erains. 



81 



23. (714.) P. Lapsanae Fckl. Enum. Fuug. Nassov. 58. 

Fang, stylosporifei'us et teleutosporiferm. An den Blättern von: 
Lapsana communis L. Auf Kalkfelsen bei Franzdorf im Juni. 
24 P. Menthae Pers. Synops. p. 227. 

Fnng. ieleutosporiferiis. Au der Unterseite welkender BLätter von: 
Calamintha grandißora Mönch. Bei Reifnitz in der Ortenegger 
Waldung nicht selten Anfangs September. 
'25. P. hullata Pers. Obs. myc. I. p. 98, sub Uredine. 

Fung. ütylosporiferus et teleutosporiferus. Auf den Blättern von: 
TJiysselinum pälustre Holfm. In den Schluchten des ßosenberges ^) 

bei Laibach; Ende August reichlich. 
Apium graveolens L. Gemüsegärten (P. Apii Cda.). 

26. P. Äegopodü (Schum.) Link. Spec. II. p. 77. 

Fang, teleutosporiferus. An den Blättern und Stengeln von: 

Astrantia major L. Ende Mai im alten Savebett bei Laibach 
und auf dem Grossgallenberge (P. Astrantiae Kalchbr. in 
Mitth. d. ung. Akademie, 3. Bd. [1865], Nr. 923). 

27. (715.) P. Betonicae DC. Flor, fran^. VI. p. 61. An den grundständigen 

Blättern von: 

Betonica officinalis L. An den Ufern des Kleingrabeus im 
Laibacher Stadtwalde; Ende Mai (leg. A. Paulin). 

28. (66.) P. Vossii Körnicke. Rabeuh. D. K. F. 2. Aufl. 1. B. p. 173. 

An der Unterseite der Blätter, blüthenloser Zweige von: 

Stachys recta L. Auf Wiesen bei Stephansdorf im August (siehe 
diese Verh. 1878, p. 86 und 1879, p. 665; Anmerkung). 

29. (716.) P.Virgaureae (DC). Libert, Crypt. Ard. exs. nr. 393. An den Blättern von: 

Solidago Virgaurea L. Im Strug bei Idria; in der Ortenegger 
Waldung bei Reifnitz. August bis September häufig. 

30. (717.) P. Schroeteri Pass. In Nouvo Giorn. bot. ital. VII. p. 255. 

Zumeist an der oberen Seite lebender Blätter von: 

Narcissus poeticus L. Im Juni nicht selten auf der Wiese im 
Sattel des Grossgallenberges. 

31. (718.) P. Circaeae Pers. Disp. method. p. 39. An den Blättern von: 

Circaea lutetiana L. Mitte August nicht selten im Strug bei 
Idria. Bei Laibach, wo die Nährpüanze häufig, fand ich diese 
Art niemals, ebenso wenig P. Virgaureae, deren Nährpflanze 
gleichfalls hier sehr verbreitet ist. 

3. Melampsora Gast. 

32. M. populina Löv. Ann. sc. nat. 1846, p. 375. 

Fung. teleutosporiferus. An den welkenden Blättern von: 
Populus pyramidalis Rotz. Bei Laibach im Januar. 



1) Vulgo: „Rosenbaclierberg". Ich folge in der Bezeichnung dem Vorgange Scopoli's. 
Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 11 



82 



Wilhelm Voss. 



33. M. EpiloUi Fckl. Symb. myc. p. 41. 

Fung. teleutosporiferus. An den Blättern von: 

Epüobium Dodonai Vill. var. vulgare. Auf sandigen Plätzen 
bei St. Veit nächst Laibach im September. 

34. M. Euphorbiae Gast. Cat. plant. Marsd. p. 205. 

Fung. stylosporiferus et teleutosporiferus. An den Blättern von: 
EupJiorhia carnioUca Jacq. Ende Juni an feuchten Abhängen 
des E-osenberges bei Rosenbühel. 

35. M. pallida Rostr. In Tidskrift f. Skorbrug. Bd. II. p. 153. 

Fung. stylosporiferus {Caeoma Sorhi Oudem.) et teleutosporiferus. 
Vom August bis October an den Blättern von: 
Spiraea Aruncus L. Im Walde bei Tivoli. 

4. Coleosporium L6v. 

36. C. Compositarum Lev. Auf der Unterseite der Blätter von: 

Petasites niveus Baumg. An den Ufern des „Wilden Sees" im 
Strug bei Idria. Mitte August häufig. 

5. Aecidiiim Pers. 

37. A. leucospermum DC. An den Blüthenblättern von: 

Anemone nemorosa L. Im Tivoliwalde bei Laibach. Selten. 

38. A. Galii Pers. An der Unterseite der Blätter von: 

Galium verum L. Im Mai an sonnigen Abhängen bei Unter- 
rosenbach. An derselben Stelle findet sich im Herbste die 
Puccinia. 

3':>. (719.) A. Periclymeni Schum. Enum. Plant. Saell. IL p. 225. Auf den 
Blättern von: 

Lonicera Xylosteum L. An felsigen Abhängen des Kankerthales 
bei Krainburg im Mai. 
-10. (720.) A. Leucanthenii DC. Flor, franc. VI. p. 94. An den Blättern von: 
Chrysanthemum Leiicanthemum L. Auf der Wiese im Sattel des 
Grossgallenberges. Anfangs Juni. 
41. A. Cirsii DC. An der Unterseite der Blätter von: 

Cirsium Erysithales Scop. In der Beku ^) bei Pranzdorf im Juni. 
— palustre Scop. Auf feuchten Wiesen am Fusse des Rosen- 
berges bei Laibach. Dieses Aecidium befällt die untersten 

1) Im Süden der Südbahnstation Franzdorf öfFaet sich die pflanzenreiche „Beku", eine von 
der Usna durclistromte Schlucht. Reich an landschaftlichen Schönheiten, steilen Felsgehängen, 
mehreren Katarakten, Föhren- und Rothbuchenwaldungen, ist sie besonders ira Frühjahre — so- 
bald sich die Schneegewässer verlaufen, also Anfangs Juni, weil sonst nicht gangbar — ein für 
den Botaniker höchst lohnender Ausflug, welcher sich etwa nach einer halben Stunde Weges am 
Eingange der Sclilucht befindet und dieselbe mehrere Stunden verfolgen kann. Neben einer Reihe 
alpiner und subalpiner Gewächse, findet er besonders die Prhnula carniolica an fast allen Fels- 
gcliängen. 



Materialien zur Pilzknude Kriiins. 



83 



gruiidstiindigeu Blätter, bewirkt Verdickung des Mitteliiervs 
und Bräunung der BlattHäche. Die Spermogonien reicblicli 
au der Oberseite. 

42. A. Trifoliorum Gast. In Cat. plant. Marsd. p. 215. An den Blättern von: 

Trifolium montanum L. Bei St. Jakob näcbst Zwischenwässern. 



t). Roestelia Rebent. 

43. (721.) H. cancellata Rebent. Mit den Spermogonien an den Blättern von: 
Pyrus communis L. Im Herbste häufig in Obstgärten Laibachs. 
Das dazu gehörende Gymnosporamjium fuHcum. wurde noch 
nicht beobachtet. 



7. Caeoma Tul. 

44. (722.) C. Mercuridlis Lk. Spec. II. p. 35. An der Unterseite der Blätter von: 
31ercurialis perennis L. Im Juni in der Beku. Im Gebiete eine 
seltene Uredinee! 



8. Uredo Pers. 

45. (723.) U. alpestris Schröter im 53. Jahresb. der Schles. Ges. 1875, p. 117. 

An den Blättern von Viola biflora L. An den felsigen Ufern des 
wilden Sees bei Idria. Mitte August. 

46. U. linearis Pers. An der Blüthenspindel und den Spelzen von: 

Lolium temulentum L. Felder bei Laibach. 



II. Phycomycetes De Bary. 



A. Peronosporeae De Bary. 



1. Phythophthora De Bary. 

47. P. infestans De Bary im Jouru. London Hortic. Soc. än den Blät- 

tern von: 

Lycopcrsicum esculentum L. In den Gärten Laibachs häufig. 

2. Peronospora Corda. 
a) Zoosporiparae. 

48. P. nivea (Ung.) De Bary in Ann. sc. nat. Ser. IV. T. XX. An den 

Blättern von: 

Angelica sylvestris L. Im Juli bei Kosses nächst Laibach. 
Selinum Carvifolium L. Am Teichufer bei Kroisenegg Ende 
August. 

11* 



84 



Wilhelm Voss. 



b) Äcroblastae. 

49. P. gangliformis De Bary 1, c. An den Blättern von: 

Senecio aquaticus Huds. Auf Sumpfwiesen bei Franzdorf im Juni. 

c) Pleurohlastae. 

50. P. parasitica (Pers.) De Bary 1. c. Au den Blättern von: 

Lunaria rediviva L. In der oberen Beku bei Franzdorf. 
Thaspi perfoliatumL. Bei Karnervellach in Oberkrain (V. Plerael). 

51. P. Alsinearum Casp. in Act. Berol. 1855, p. 332. An den Blättern von: 

Cerastium triviale L. var. Jiirsutmn. Auf einem Acker der Ort- 
schaft Jeschza im Mai. 

52. P. effiisa De Bary var. major Fckl. Symb. myc. p. 71. An den 

Blättern von: 

Chenopodium Bonus Henricus L. Im Mai an Wegen und felsigen 
Abhängen bei Krainburg. 

53. P. FicariaeTuh Comptes rend. 1854. An der Unterseite der Blätter von: 

Banunculus auricomus L. Wiesen bei Laibach im Juni. 

54. P. calotheca De Bary 1. c. An der Unterseite der Blätter von: 

Galium sylvaticum L. Sehr reichlich und in Begleitung der 
Puccinia Valantiae Pers. an den Abhängen des Hirtenberges 
bei Zwischenwässern in Oberkrain. Mai — Juli. 

55. (724.) P. viticola De Bary 1. c. An den Blättern von: 

Vitis vinifera L. Ende September (1880) auf dem Eosenberge 
bei Laibach; im Weingebirge Kudolfswerths in Unterkrain. 
Aus dieser Gegend erhielt ich sie auch im September 1881 von 
Herrn A. Ogulin zugeschickt. (Vergleiche darüber meine Mit- 
theilungen in diesen Verhandlungen 1880, p. 42 der Sitzungs- 
berichte; ferner in Oesterr. botan. Zeitschr. 1880, Nr. 11 und 12; 
„Hedwigia" 1880, p. 171.) 

56. (725.) P. Chlorae De Bary in Eabeuh. Fungi europ. nr. 1590. An: 

Chlora perfoliata L., die Blätter und Stengel überziehend. Auf 
feuchten Wiesen des alten Savebettes neben den Trümmern des 
römischen Noviodunum bei Gurkfeld (leg. V. Plemel, 23. Juli 1851). 

57. (726.) P. Erythraeae Kühn., sec. Saccardo, Michelia, p. 365. — P. Chlorae 

var. Erythraeae De Bary in Fungi europ. nr. 1664. An den Blättern von: 
Erythraea Centauriwn Pers. Im Savethale ober Zwischenwässern 
im September. 

58. (727.) P. violacea De Bary. Auf der Corolle von: 

Knautia arvensis Coult. Wiesen bei Kroisenegg im Juni ; selten. 

3. Cystopus Läv. 

59. G. Candidus Lev. in Orbigni Dict. T. XX, p. 787. Au den Blättern von: 

Cardamine sylvatica L. Bei Jauerburg in Oberkrain (V. Plemel). 
Erysimum cheiranthoides L, Bei ßadmannsdorf (V. Plemel). 
Synapis arvensis L. Auf Brachen bei Laibach im Juli. 



Materialieu zur Pilzkunde Krainy. 



85 



B. Chrytridiaceae De Bary. 

1. Synchytrium De Bary et Worouiii. 

tiO. (728.) S. üureum Schrot. Die Pflanzenparasiten aus der Gattung Synchy- 
trium in Cohn's „Beiträge zur Biologie der Pflanzen". I. B., p. 36. An : 
rimpinella Saxifraga L. Sehr reichlich au den Stengeln und 
Blättern der Wirthspflanze in einem Strassengrabeu bei Kosses 
nächst Laibach. Ende Juli. 
(iL (729.) S. Myosotidis Kühn, forma: LUhospermi Schröter 1. c. p. 34—36. An: 
Lithospermum arvense L. Auf Feldern der Ortschaft Stosce bei 
Laibach; Ende Mai. 



III. Ascomycetes De Bary. 

A. PeiHsporiaceae Fr. 

L Erysiphe Lev. 

62. E. communis Lev. in Ann. sc. nat. Ser. IIL 1851, T. XV. 

Fang, conidiopliorus et ascopliorus. An den Blättern von: 
Clematis recta L. Bei Laibach im August, 
öo. E. Martii Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Vicia sylvatica L. Auf Alpen ober Assling in Oberkrain (V. Plemel). 
Hypericum perforatum L. An Waldwegen bei Laibach. 
'!4. E. graminis Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Hordeum vulgare L. Felder bei Laibach; epidemisch im Juli 1881. 

65. E. lumprocarpa Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Stachys palustris L. Auf dem Rosenberge im October; selten. 

2. SphaerotJieca Lev. 

66. S. Castagnei Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 

Alchemilla vidgaris L. In der Ortenegger Waldung bei Reifnitz. 
Er ig er on canadense L. Ebenda. 



3. Microsphaera Lev. 
(Siehe: G.Winter in „Hedwigia« 1879, p. 33.) 

67. (730.) M. Berberidis Lev. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 
Berheris vulgaris L. Im hiesigen botanischen Garten. 



86 



Wilhelm Voss. 



68. (731.) M. divaricata Löv. 1. c. 

Fung. conidioplwrus et ascopJiorus. An den Blättern von: 

Bhamnus Frangula L. Im September auf dem Rosenberge bei 
Laibach. 

69. (732.) 31. pemücülata Ldv. 1. c. 

Fung. ascophorus. An der Unterseite der Blätter von: 
Älnus glutmosa Grtn. Bei Rosenbühel im October. 
Viburnum Opuliis L. In den Parkanlagen bei Tivoli; Ende October. 

4. JPodosphaera L4y. 

70. (733.) P. Kunzei L6v. 1. c. 

Fung. conidiophorus et ascophorus. An den Blättern von: 
Prunus spinosa L. In den Waldungen des Rosenberges. 
Sorbus aucuparia L. Ebenda. Beide Formen selten im October. 

5. Stigmatea Fr. 

71. (734.) St. Chaetomium Fckl. Symb. myc. p. 96. 

Fung. ascophorus. An der Oberseite der Blätter von: 

Bubus caesius L. Im Herbste bei Laibach nicht selten. 

72. (735.) St. Potentillae Fr. Summa V. S. p. 422. 

Fung. ascophorus. An der Oberseite der Blätter von: 

Potentilla anserina L. Auf Wiesen bei Zwischenwässern im 
August. 

73. (736.) St. Älchemillae Fr. 1. c. p. 428. 

Fung. ascophorus. An den Blättern von: 

Alchemilla vulgaris L. In der Ortenegger Waldung bei Reifnitz. 

6. Zasmidium Fr. 

74. Z. cellare Fr. 1. c. p. 407. 

Fung. sterilis. — JRacodium cellare (Scop.) Aut. An Weinfässer 
feuchter Keller häufig. 

B. Pyrenomycetes Fr. 
1. Euryachora Fckl. 

75. F. stellaris Fckl. Symb. myc. p. 220. An den Blättern von: 

Phyteuma Spicatum L. Bei Nesselthal in Unterkrain (V. Plemel). 

2. Phyllachora Nitschke. 

76. (737.) P. Junci Fckl. 1. c. p. 216. An welken, dürren Halmen von: 

Juncus effusus L. Im Mai auf Sumpfwiesen bei Franzdorf häufig. 
(Selten reife Asci) 



Materialien zur Pilzkunde Kraias. 



87 



3. Rtiopograplius Nitschke. 

77. (738.) 7?.///idnMsNitschke sec. Fuckel, Sjnib. rayc. p.219. An den Stengeln von: 

Pteris aquüinn L. In den Waldungen des Golovc und in der 
Bekn. März — Juni. Weniger häufig als die dazugehörenden 
Spermogonien: Leptostroma fiUcinum Fr. und litigiorum Desra. 

4. Scirrhia Nitschke. 

78. (739.) S. depauperata Fckl Symb. myc. p. 221. — JJothidea rimosa Fr. 

var. depauperata Desra. in Rabenh. Fungi europ. nr. 849. An den 
Blättern von : Phragmitis communis Trin. Ende Mai im Laibacher 
Stadtwalde. 

5. Cordyceps Fr. 

79. (740.) C. ophioglossoides Link. Handb. III. 347. — Torrubia ophioglossoi- 

des Tul. Ende November im Walde hinter Tivoli; selten. — Meist 
auf Elaphomyces gramdatus Fr. schmarotzend. 

6. Nectria Fr. 

80. (741.) N. sanguinea Fr. Summa V. S. p. 388. An entrindeten Aesten von: 

Sambucus nigra L. Im April bei Oberschischka nächst Laibach. 
Die Scheidewand der Sporen meist nur mit Mühe sichtbar. 

81. (742.) N. epispJiaeria Fr. 1. c. p. 388. Auf Diatrype Stigma sitzend. An 

Hecken bei Laibach; nicht häufig. 

82. (743.) N. sinopica Fr. 1. c. p. 388. Auf den Zweigen von: 

Hedera Helix L. Auf dem Grossgallenberge im October. Der 
Conidienpilz: Tubercularia sarmentorum, Fr. 

83. (744.) N. Cucurhitida Fckl. Symb. myc. p. 180. Auf den Zweigen von: 

Pinns sylvestris L. Bei Laibach. 

7. Diatrypella De Not. 

84. D. Verrucae förmig Nke. Pyr. germ. I. p. 76. An Zweigen von: 

Carpinus Betulus L. Hecken bei Laibach im März. 

8. Melonconis Tul. 

85. (745.) M. modonia Tul. Sei. f. Carpol. II. p. 141. An abgestorbenen 

Zweigen von: 

Castanea vesca Grtn. Bei Tivoli nächst Laibach. Mit dem 
Conidienpilz. 

86. (746.) M. Alni Tul. 1. c. Auf abgestorbenen Zweigen von: 

Alnus glutinosa Grtn. In Auen bei Stephansdorf im März. 

9. Cryptospora Tul. 

87. (747.) ü. suffusa Tul. 1. c. p. 145. 

var. minor, polyspora {Sphaeria ditopa Tul.). An abgestorbenen 
Aesten von: 



88 



Wilhelm Voss. 



Alnus glutinosa Grtn. Im März bei Rosenbühel mit dem Conidieu- 
pilz: Cryptosporium Neesü Cda. 

10. Anthostoma Nitschke. 

88. (7'^8.) A.Xylostei^'M(i. Fung. venet. Ser. IV. 18. — SphaeriaXylostei Fers. — 

Amphisphaeria Xylostei De Not. — Didymosphaeria Xylostei Fckl. 

Symb. myc. p. 141 und Nachtrag 1, p. 16. — An der Rinde von: 
Lonicera Xylosteum L. Bei Laibach im April. (Die vermeint- 
liche, zu Täuschungen veranlassende Scheidewand der Sporen, 
ist an meinen Exemplaren fast nicht wahrnehmbar.) 

11. Valsa Fr. 

89. (749.) F. salicina Fr. Summa V. S. p. 412. — Sphaeria salicina Pers. Obs. 

myc. I. p. 64. 

var. tetrasporus. An Salix vitellina L. Bei Unterrosenbach im 
Januar. 

var. octosporus. An Salix purpurea L. Bei Tivoli mit der vorigen 
Varietät; in beiden Fällen auch die Spermogonien: Cytispora 
salicina Rabenh. 

90. (750.) V. Riibi Fckl. Symb. myc. p. 200. An dürren, berindeten Ranken von: 

üuhus fruticorus L. Im April an Hecken bei Rosenbühel. 

91. (751.) V. ceratosphora Tul. Sei. f. Carpol. II. p. 191. 

Fung. spermogonium (Cytispora) et ascophorus. An dürren Zweigen 
von Castanea vesca Grtn. und Quercus sessiliflora Sm. In den 
Waldungen des Rosenberges. März— Mai. 

92. (752.) F. (Eutypa) Za^aNke. Pyr. germ. I. p. 141. An entrindeten Aesten von: 

Bohinia Pseudacacia L. Ende Mai im Stadtwalde. 

12. Melogramma Fr. 

93. (753.) M. vagans De Not. Micromyc. ital. IX. 2. — M. Bulliardi Tul. An : 

Carpinus Betulus L. Im April bei Laibach. 

13. Trematosphaeria Fckl. 

94. (754.) T. 2^ertusa Fckl. Symb. myc. p. 162. An hartem, dürrem Holze von: 

Carpinus Betulus L. Im April auf dem Laibacher Schlossberge. 
(Dr. Winter determ.) 

14. Pleospora Tul. 

95. (755.) P. Syringae Fckl. Symb. myc. p. 113. An der Oberseite welker 

Blätter von: 

Syringa vulgaris L. In Parkanlagen bei Laibach Ende November. 



Materialien zur Pilzkunde KraiuR. 



89 



15. Leptosphaeria De Not. 
96. (756.) L. pachyascus Niessl in Oesterr. botan. Zeitschr. 1881, p. 345. 

An den grundständigen welken und überwinterten Blättern von: 
Campanula Zoysii Wulf. Im Sattel des Bärenthaies bei Jauer- 
burg in Oberkrain. Leg. V. Plemel, 6. September 1865. Von 
dieser neuen Art gab der Autor folgende Diagnose: 
Perithecia sparsa, minuta (200 — 280 M. diametro) depresse 
glohosa, ostiolo papillaeformi, coriacee membranacea, atra, glabra; 
asci pauci, dbovati, ampli, sessiles, 140 — 170 M. longi, 60 — 70 M. 
lati, 8 spori; sporae sine ordine farctae vel 2 — 4-stichis, lanceolatae 
vel parum cuneata, nunc rectae nunc parum curvatae, inferme 
attenuatae sed utrinque rotundatae, 7-cellulares seu 6-septatae, 
suhhyalinae, memhrana gelatinosa late inflata involucratae, 60—70 
longae , 13—15 latae. Paraphyses paucae ascorum longitudine, 
simplices. — Auf denselben Blättern fand v. Niessl noch folgende 
neue Art: 

97. (757.) L. Plemeliana Niessl 1. c. p. 346. — Sie wird folgender Weise be- 
schrieben: 

Perithecia disseminata minutissima (120 M: circa diam.) glo- 
hosa, ostiolo punctiformi, suhmembranacea, atra, glabra, nitida; 
asci pauci, obovati, stipite brevissime, 30 — 40 M. longi, 15—20 M. 
lati, 8 spori; sporae farctae subcylindraceae, rectae, utrinque ohtuse 
rotundatae, 4-cellulares seu 3-septatae, lutescentes , demum fusci- 
dulae, 22 — 26 longae, 4 — 5 latae; Paraphyses paucae exiguae. 

16. Lophiostoma Fr. 

98. (758.) L. compressum Nke. in litt. sec. Fckl. Symb. myc. p. 158. In den 

Waldungen des Golovc auf faulendem Holze verschiedener Laub- 
bäume, besonders Carpinus. 

99. (759.) L. simillimur}i Karst. Myc. Fennica, II. p. 84. 

An lebenden Zweigen von Berberis vulgaris L. im Mai bei Laibach 
(v. Niessl determ.). — Die länglichen Schläuche, zwischen denen 
fadenförmige Paraphysen, enthalten acht, zweireihig geordnete 
Sporen; diese sind spindelförmig, grünlichgelb, haben fünf, seltener 
drei Scheidewände, in jedem Fach einen deutlichen Nucleus. Die 
Perithecien sitzen unter der Rinde und sehen aus der gesprengten 
Epidermis hervor. 

17. SpJiaeria Hall. 
100. (760.) S. Rosaecola Fckl., Symb. myc. p. 144. An dürren Aesten von: 
Rosa Centifolia L. In Gärten Laibachs. Die länglich- ovalen 
Asci enthalten acht, birnförmige, hyaline Sporen. Die Peri- 
thecien können mit der glänzenden, blassgelben Epidermis 
abgehoben werden und haben weiss umrandete Mündungen. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 12 



90 



Wilhelm Vos 



18. Sphaerella Fr. 

101. (761.) S. Buxi Fckl. Symb. myc. p. 100. An der Unterseite der Blätter von: 

Buxus sempervirens L. Bei Oberrosenbach im April. Auf den- 
selben Stöcken Sphaeropsis Mirhelii Lev. und Aspergillus 
roseus Lk. 

102. (762.) S. carniolica Niessl in Oesterr. botan. Zeitschr. 1875, p. 85. 

An den welken, abgestorbenen Blättern von JDrdba ciliata Scop. 
Auf dem Nanos bei Wippach. (Möge der Vollständigkeit halber 
hier eingeschoben werden.) 

103. (763.) S. Clymenia Sacc. Mycotheca venet. nr. 908. An den Blättern von: 

Lonieera Caprifolium L. Anfangs August in den Waldungen 
bei Tivoli nicht selten. 

104. (764.) S. intermixta Niessl in Oesterr. botan, Zeitschr. 1881, p. 346. 

Auf welken überwinterten Blättern von Campanula Zoysii Wulf, 
im Bärenthaie bei Jauerburg in Gesellschaft mit Leptosphaeria 
pachyascus und Plemeliana. Leg. V. Plemel, 6. September 1865. 
G. V. Niessl gab von dieser neuen Sphaerella folgende Diagnose: 
Perithecia gregaria, minutissima (150 M. circa diam.) ostiölo 
punctiformi , memhranacea , atra, gldbra, nitida; asci numerosi, 
cylindracee, clavati; stipite hrevi, 40 — 50 M. longi, 8—9 lati, 8 spori; 
sporae distichae, cuneatae, superne late rotundatae, inferne atte- 
nuatae, rectae vel parum curvatae, medio uniseptatae, hyalinae, 
9 — 12 longae, vix 3 latae. 

105. (765.) S. sentina Fckl. Symb. myc. p. 104. Auf ganz welken Blättern von : 

Pyrus communis L. Im Mai bei St. Oswald nächst Bischofs- 
laak in Oberkrain. 

19. Linospora Fckl. 

106. (766.) L. Candida Fckl. Symb. myc. p. 124. Auf faulenden Blättern von : 

Populus alba L. Im December bei Laibach. 

107. (767.) L. Capreae Fckl. 1. c. p. 123. An der Oberseite welker Blätter von : 

Salix Caprea L. Auf dem Grossgallenberge im Mai. 

C. Discomycetes Fr. 

1. JPhacidium Fr. 

108. (768.) P. coronatum Fr. Obs. L 167. Auf faulenden Blättern von: 

Castanea vesca Gärtn. Im Herbste in der Waldung des Golovc. 
Fagus sylvatica L. und Quercus pedunculata Ehr. Ebenda. 

2. Lophodermium Chev. 

109. (769.) L. Actinothyrium Fckl. Symb. 3. Nachtr. p. 28. An den Halmen von : 

Mölinia caerulea Much. Im Frühjahre in den Waldungen des 
Kosenberges. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



91 



110. (770.) L. arundinaceum Chev. Flor, paris. I. p. 435. 

a. vulgare. — Hijsterium arundinaceum Schrad. An dürren Blatt- 
sclieiden von: 

Phragmitis communis Trin. In den Sümpfen des Laibacher 
Moores und des Stadtwaldes im März. 

3. Hypoderma DC. 

111. (771.) H. nervisequium DC. Flor. fran?. V. p. 167. An der Unterseite 

dürrer, noch hängender Nadeln von: 
Ahies pectinata DC. Ende März in den Waldungen des Rosenberges. 

4. Hysterium Tode. 

112. (772.) H. puUcare 'Pers. Syn. Fung. 90. — Hysterographium puUcare Corda. 

— An der Einde von Aesciüus Hippocastanum L., Quercus pedun- 
culata Ehr., Juglans regia L. und Alnus incana DC. Vom März 
bis April bei Laibach. 

5. Pezicula Tul. 

113. (773.) P. carpinea Tul. Sei. fung. Carp. III. p. 183. — Pesiza carpinea Pers. 

An der Einde abgestorbener Stämme und Zweige von: 
Carpinus Betulus L. In den Anlagen bei Tivoli häufig im Früh- 
jahre und Herbste. 

6. Lecanidium Rabenh. 

114. (774.) L. atrum Eabenh. D. K. F. I. p. 342. — Patellaria atra Fr. — An 

entrindeten Zweigen von Carpinus Betulus L. Ende April bei 
Laibach. 

7. Vibrissea Fr. 

115. (775.) V. truncorum Fr. Syst. myc. II. p. 31. An faulenden und im Wasser 

liegenden Holztheilen, Zweigen u. dgl. Mitte Mai ziemlich häufig 
im hinteren Hrastnicathale bei Bischoflaak. 

8. Ombrophila Karst. 

116. (776.) 0. sarcoides Karst. Mycol. Fenn. I. p. 86. 

Fung. eonidiophorus. — Tremella sarcoides Fr. — T. amethystea Bull. 
Fung. ascophorus. — Peziza sarcoides Pers. 
In Eindenspalten von Castanea vesca Grtn. , Carpinus Betu- 
lus L. und Quercus pedunculata Ehr. Mitte October bei Tivoli. 

9. Leotia Hill. 

117. L. luhrica Pers. Syn. fung. 613. Ende August zwischen Moosen 

in den Waldungen des Eosenberges und Golovc. 

12* 



92 



Wilhelm Voss. 



10. Helotium Fr. 

118. (777.) H. aciculare Fr. Syst. myc. II. p. 156. ~ Helvella agarieiformis Sow. 

Eng. Fung. T. 67 et Bolton, T. 98, Fig. 1. - Leotia acicularis Pers. 

Obs. myc. II. p. 20. T. 5, Fig. la— d et T. 6, Fig. 1, 2. 
Im Mulme alter Eichen- und Edelkastanien; Mitte November 
auf dem Eosenberge. — Persoon zeichnet die Sporen unregelmässig 
in den Schläuchen liegend, Cooke's Zeichnung (Handbock, p. 707) 
gibt sie monostich. An meinen Exemplaren finde ich sie zweizeilig 
im oberen Theile des Ascus angeordnet. Die Spore ist elliptisch, 
beiderseits etwas zugespitzt. 

119. (778.) H. scutula Karst. Myc. Fenn. 1. p. 110. — Peziza scutula Pers. 

Auf abgestorbenen, feuchtliegenden Stengeln der Budheckia lanci- 
niata L. Im October hinter Drenikshöhe in den Waldungen des 
Eosenberges. 

120. (779.) H. lenticulare Fr. Summa V. S. p. 356. — Pesiza lenticulare Bull. — 

Heerdenweise am Grunde alter Eothbuchen bei Laibach im Herbste. 

121. (780.) H. epiphyllum Fr. 1. c. Auf faulenden Blättern der Castanea 

vesca Grtn. im September. Ebenda. 

122. (781.) H. pruinosum Jerd. ap. Berk, et Br. in Ann. Nat. Hist. 1866, nr. 1174. 

— C k e, Handb. p. 714. — Auf Biatrype Stigma Fr. Ebenda, selten. 

11. MolUsia Karst. 

123. (782.) M. atrata Karst. Myc. Fenn. I. p. 200. — Peziza atrata Pers. Auf 

abgestorbenen Stengeln von Pimpinella sp. Mitte Mai im Lucnica- 
thale bei Zeyer in Oberkrain. 

124. (783.) M. cinerea Karst. 1. c. p. 189. — Peziza cinerea Batsch. Auf ab- 

gestorbenen Laubhölzern bei Unterrosenbach im Januar; an Casta- 
nea vesca Grtn. bei Tivoli. 

12. Fseudopeziza Fckl. 

125. P. Saniculae Niessl. 

Forma: Ästrantiae in Eabenh. Fungi europ. nr. 1550. An den grund- 
ständigen Blättern von Ästrantia carniolica Wulf. Bei Idria an 
den Ufern des wilden Sees im August. 

13. Pyrenopeziza Fckl. 

126. (784.) P. nigrella Fckl. Symb. myc. 3. Nachtrag, p. 30. — An abgestorbenen, 

faulenden Stengeln von Galeopsis pubescens Bess, Im März in 
den Waldungen des Eosenberges und im Lucnicathale bei Zeyer. 

14. Dasyscypha Fckl. 

127. (785.) Z>. virginea Fckl. Symb. myc. p. 305. — Peziza virginea Batsch. 

Auf faulendem Holze von Castanea vesca Grtn. heerdenweise. 
In den Waldungen des Eosenberges im November. 



Materialien zur Pilzbunde Krains. 



93 



15. Trichopeziza Fckl. 

128. (786.) T. pulveracea Fckl. Symb. myc. p, 297. — Pezisa Pteridis Alb. et 

Scbw. Consp. fung. Nisk. p. 338, nr. 1010, T. XII. Fig. 7 sec. De 
T hürnen, Mycotbeca univ. nr. 919. An abgestorbenen Stengeln 
von Pteris aquilina L. In den Waldungen des Golovc nicht selten. 
128 ^»ß. (787.) T. sulphurea Fckl. Symb. myc. p. 296. — Peziza sulphurea Pers. 

Im Herbste auf abgestorbenen Stengeln von Urtica dioica L. Bei 
Podnart in Oberkrain. 

16. Telutaria Fckl. 

129. (788.) V. Ehodoäendri Rehm, Ascomyc. nr. 253. — Peziza Bhododendri Oes. 

in Klotzsch, Herb. myc. Ed. I. nr. 1814. An den welken Frucht- 
kapseln von : 

Bhododendron hirsutum L. Im Sommer sehr häufig im Bären- 
thale bei Jauerburg und auf den Stou bei Veldes. Leg. Stud. 
M. Seitner. 

17. Peziza Lin. 

130. (789.) P. ahietina Pers. Syn. fung. p. 637. Auf feuchter Walderde in den 

Waldungen des Eosenberges im April. 

131. (790.) P. acetabulum L. Spec. plant. IL 1650. Ebenda. 

132. P. coccinea Jacq. Miscell. T. 169. Auf faulenden von der Erde be- 

decktem Holze. Ebenda im Februar. 

133. P. nigrella Pers. Syn. fung. p. 648. — Reichlich auf moosigem Wald- 

boden des Grossgallenberges im September. 

134. (791.) P. cochleata Huds. Bull. T. 154, Fig. 2. Auf der Erde in den An- 

lagen bei Tivoli im Herbste gemein. 

135. (792.) P. constellatia B. et Br. in „Notices of British Fungi", nr. 1620; 

Cooke, Mycographia, Fig. 81. Ebenso. (Best. v. Dr. Winter; 
eine Form mit kugeligen Sporen.) 

136. (793.) P. leucoloma Rebent. Flor. neom. 386. Ebenda. 

137. (794.) P. Besinae Fr. Syst. myc. II. 149. Auf ausgeflossenem Fichtenharze 

bei Unterrosenbach. Äsci noch ohne Sporen, die Cupula mit 
Torula herharum bedeckt. 

18. Helvella Lin. 

138. (795.) H. elastica Bull. Champ. 299, T. 242. Truppweise an feuchten 

schattigen Stellen des Schischkaberges im September. 

139. (796.) H. lacunosa Afzel. in Act. Acad. Holm. 1783, p. 304. Ebenda im 

August, doch nicht häufig. 

19. MorcJiella Dill. 

140. (797.) M. semilibera DC. Flor. fran?. II. 212. Im April einzeln zwischen Ge- 

strüpp auf der Höhe des Grossgallenberges. (Der 10 cm. lange, oben 
verdünnte, seidig glänzende Stiel ist innen mit lockern Marke erfüllt. 



94 



Wilhelm Voss. 



D. Tuber aceae Fr. 

1. Elajyhompces Nees ab Es. 

141. (798.) K Persoonii Vitt. Tuber. p. 70, T. IV, Fig. 18. Einzelne, baselnuss- 

grosse Exemplare unter Pichten des Golovc im März. Leg. Stud. 
M. Seitner. — Die dicke Peridie ist oberseits mit eckigen Warzen, 
unten mit Körnchen besetzt. Das grünlich- schwarze Sporenpulver 
besteht aus kugeligen, pelluciden Sporen ; deren Membranen zeigen 
regelmässige leistenförmige Verdickungen. 

E. Gymnoasci Bref. 

1. Ascomyces Desm. et Mont. 

142. (799.) A. bullatus Berk. Introd. t. Crypt. Bot. 1857, p. 284. 

Forma: Crataegi. An jungen Blättern von Crataegus Oxyacantha L. 
und C. monogyna Jacq. Häufig im Mai. 

2. Exoascus Fckl. 

143. (800.) E. deformans Fckl. Symb. myc. p. 252. 

Forma: Persicae. An den lebenden Blättern im Juni bei Laibach. 

144. (801.) E. Ulmi Fckl. Symb. 2. Nachtrag, p. 49. An der Unterseite der 

Blätter von Ulmus campestris L. Im Herbste in den Anlagen bei 
Tivoli nicht selten. 

Anhang. 

Protosporenfriiclite der Ascomyceten. 
(Fungi imperfecti.) 

a) Dichaenacei Fr. 

1. Eoccipula Fr. 

145. (802.) E. strigosa Cord. Icon. III. 29, Taf. V, Fig. 78. An welken Blatt- 

scheiden von: 

Molinia coerulea Mnch. In den Waldungen aller Hügel bei 
Laibach im April; häufig. 

2. Psilospora Eabenh. 

146. (803.) P. faginea Eabenh. Herb. myc. Ed. II. nr. 450. — Hysterium rugo- 

sum Fr. An der lebenden Einde von Fagus sylvatica L. Auf dem 
Golovcberge das ganze Jahr. 

147. (804.) P. quercus Eabenh. sec. Fckl. Symb. myc. p. 401. An der Einde von 

Quercus pedunculata Ehr. Ebenda. 



Materialien zur Pilzkiiucle Krains. 



95 



b) Cytisporacei Fr. 

3. Cytispora Ehrenb. 

148. (805.) C. Lanro-Cerasi Fckl. Euura. Fung. Nass. nr. 437. An der oberen 

Blattfläche abgewelkter Blätter von Prunus Lauro - Cerasus L. 
Im Mai. 

149. (806.) C. xantJiosperma Fr. Syst. myc. II. 543. An der Rinde abgestorbener 

Aeste von Salix purpiirea L. Ende März im Walde bei Rosenbach. 

150. (807.) C. Capreae Fckl. in sched. An abgestorbenen Zweigen von Salix 

Caprea L. Bei Laibach im April. 

151. (808.) C. Platani Fckl. Symb. myc. p. 398. An abgestorbenen Zweigen 

von Platanus orientalis L. Im März. 
Cytispora-Species wurden noch an Ähius glutinosa Gärtn., Corylus 
Avellana L. und Lunaria rediviva L. beobachtet; letztere in der 
Beku bei Franzdorf. ^ 

4. Naemaspora Pers. 

152. (809.) N. crocea Pers. Obs. I. p. 81. — Myxosporium croceum Corda. 

Auf der Rinde von Buchen-Klafterholze. Im September bei Ortenegg. 

153. (810.) N. microspora Desm. in Ann. sc. nat. 1830, XIX, 271, T. 5, Fig. 5. 

An dürrer Rinde von gefälltem Eicheuholze {Quercus peduncu- 
lata Ehr.). Bei Oberrosenbach im März. 



5. Rabeiihorsfia Fr. 

154. (811.) B. TiliaeYi. Summa V. S. p. 410. An abgestorbenen Zweigen von: 
Tilia parvifolia Ehr. Ende Juli ebenda. 

c) Sphaeropsidei Lev. 



6. Pestalozzia De Not. 

155. (812.) P. Guepini Desm. in Ann. sc. nat. 1840, XIII. p. 182. An den 

Blättern von: 

Camelia japonica L. Im Herbste in Gewächshäusern. 

156. (813.) P. funer aBesm. I.e. 1843, XIX. p.335. An abgestorbenen Zweigen von: 

Thuya orientalis L. Ende März in den Anlagen bei Tivoli. 

157. P. conigena Lev. 1. c. 1846, V. p. 285. An den Zapfenschuppen von: 

Ahies pectinata DC. Auf dem Golovcberge im März. 

7. SCendersonia Berk. 

Wurde beobachtet an den Ranken von Clematis vitalba L. (möglicher 
Weise H. sarmentorum West., doch die Sporen sind hyalin) und 
an Phytolacca decandra L. bei Kroisenegg (die grünlichen Sporen 
haben drei Scheidewände). 



96 



Wilhelm Voss, 



8. Diplodia Fr. 

158. (814.) Z). carpinea Thüm. in Mycotheca univ. nr. 1984. An dürren be- 

rindeten Aesten von: 

Carpinus Betulus L. Im Februar bei Laibacb. 

159. (815.) D. faginea Fr. Summa V. S. p. 417. An dürren Aesten von: 

Fagus sylvatica L. Im März bei Tivoli. Sporen länglich, ab- 
gerundet, zweizeilig, bräunlich, pellucid. 

160. (816.) B. pinea Kickx, Flor. Fland. I. 397. — Sacc. Michelia I. p. 256. 

An der Einde von Pinus sylvestris L. Bei Unterrosenbacb im October. 

161. (817.) D. sapinea Fckl. Symb. myc. p. 893. Ebenda mit der vorigen. 

9. Darluca Gast. 

162. (818.) D. Typhoideum Berk, et Br. in Annais of Nat. Hist. nr. 417. An den 

trockenen Stengeln und Blättern von Typha latifoUa L. Nicht 
selten im August in Gräben des Moores bei Lauerza. 

10. Sphaeropsis L6y. 

163. (819.) S. MirhelU Lev. in Ann. sc. nat. 1846, V. p. 296. An der Unter- 

seite abgewelkter Blätter von Buxus Semper vir ens L. Im März. 

164. (820.) 8. Evonymi Desm. Crypt. de France, Ser. III, nr. 677 sec. Thümen 

„Funghi del Litorale", p. 27. — Im Herbste an welken Blättern 
von Evonymus japonicus Lin. fil. In Gewächshäuser. 

165. (821.) S. Taxi Berk. Outl. of Fung. p. 316. An abgestorbenen, noch 

hängenden Nadeln von Taxus haccata L. Im Juli bei Laibach. 

11. JPhoma Desm. 

166. (822.) P. Cookei Pirotta in Funghi paras. dei Vitigni, p. 55. An den 

Ranken von Vitis vinifera L. Im Februar. Die Sporen gleichen 
in der That sehr jenen der Sphaeropsis -Arten, wie v. Thümen 
in „Pilze des Weinstocks" auf p. 151 bemerkt. 
16r. P. herbarum "West. An welken Stengeln von Arabis hirsuta Scop. 

auf Felsen in der Kanker; an den Kapseln von Catalpa syringae- 
folia; an den Aesten von Sambucus nigra L. und Platanus 
Orient alis L. 

168. P. samararum Desm. An den Flügelfrüchten von Fraxinus OrnusL. 

In der Beku bei Franzdorf im Juni. 

d) Phyllostictei Fr. 

12. Asteromella Thüm. et Pass. 

169. (823.) A. ovata Thüm. et Pass. in „Mycotheca univ.", nr. 1689. An den 

Blättern von: 

Acer Pseudoplatanus L. Auf Hügeln bei Laibach im August, 
(v. Thümen determ.) 



Materialien zur Pilzkunde Erains. 



97 



13. Thyllosticta Pers. 

170. (824.) P. ruscicola Desm. Not. XIV. 32. — Sacc. „Michelia" I, p. 157. Auf 

den Cladodien von: 
JRtiscus Hippoglossum L. An der Nordseite des Laurenziberges 
bei Billichgratz im Frühjahre. Leg. C. Deschmann. — In 
Gesellschaft mit Leptosphaeria Rusci (Wall.) Sacc.^) 

171. (825.) P. Mespili Sacc. 1. c. p. 159. An den Blättern von: 

Mespilus germanica L. In Gärten Laibachs; Ende August. 

172. (826.) P. lutetiana Sacc. 1. c. p. 159. An den Blättern von: 

Circaea lutetiana L. Im Juli in den Waldungen des Rosenberges. 

14. Septoria Fr. 

173. (827.) S. Lamii Sacc. „Michelia" I. p. 180. An den Blättern von: 

Lamium macidatum L. im März. Die fadenförmigen Sper- 
matien, sind hyalin und haben Scheidewände; dadurch unter- 
scheidet sich diese Art von Passerini's gleichnamigen Speeles 
(in „Mycotheca" sub. nr. 1183). — Die Perithezien sitzen auf 
einem weissen, rothbraun umrandeten Flecke. Saccardo's 
Art wurde früher (15. Januar 1878) aufgestellt, demnach muss 
Passerini's Speeles einen anderen Namen erhalten. Ich 
erlaube mir den Namen „Septoria Passerinii"^ vorzuschlagen. 

174. (828.) S. Orchidearum Westd. Sacc. 1. c. p. 197. — Pass. Atti d. Societ. 

crittog. ital. Vol. II. p. 41. — Auf den Blättern von: 

Listera ovata Eob. Wiesige Abhänge bei St. Jakob nächst 
Zwischenwässern im Juni. 

175. (829.) S. öleandrina Sacc. 1. c. p. 171. An welkenden Blättern von: 

Nerium Oleander L. Bei Laibach im August. 

176. (830.) S. Stellariae Rob. et Desm. Not. XIV. p. 22. — Sacc. 1. c. p. 182. An: 

Stellaria media L. Auf Feldern am Fusse des Grossgallenberges 
im April; häufig. 

177. S. scdbiosaecöla Desm. Cooke, Handb. p. 447. — Ascochyta Scdbio- 

sae Rabenh. — An den lebenden Blättern von: 

Knautia sylvatica Duby. Bei Podnart und Neumarktl in Ober- 
krain. An Scahiosa Hladnikiana Host. Auf dem Kositzenberge 
am hohen Kulpa Ufer, ober Pölland und Gereuth in Süd- 
krain (Leg. V. Plemel, 25. Juli 1848). 

178. (831.) S. Hyperici Rob. Kickx, Flor. Fland. I. p. 429. — Passerini 1. c. 

p. 23. An den welkenden Blättern von: 

Hypericum quadrangulare L. Im Juli an Wegi'ändern bei 
Kosses nächst Laibach. 

179. (832.) S. Lysimachiae Westd. Cooke, Handb. p. 450. An den Blättern der: 

Lysimachia punctata L. Auf dem Rosenberge im September. 



^) Syn. Sphaerella Rusci Cooke, Handb. p. 918. 
Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 



13 



98 



Wilhelm Voss 



15. Depazea Fr. 

180. (833.) D. Humuli Kirch, in „Lotos" 1856, p. 184. An den Blättern von: 

Humulus Lupulus L. Im Herbste nicht selten, 
e) Gymnomycetes Fr. 

16. Isaria Hill. 

181. J. eleutheratorum Nees, Syst. d. Pilze, II. p. 23, T. 7, Fig. 84. — 

An den Flügeldecken einer abgestorbenen Leptwra rubra. Bei 
Jauerburg in Oberkrain. Leg. Stud. M. Seitner. — Auf einer 
weissfilzigen Unterlage erheben sich zahlreiche, knopfförmig ver- 
dickte Hyphenbündel, an deren Enden viele gelblich-grüne, läng- 
liche, beiderseits abgerundete Sporen hängen. 

182. (834.) J. Hypoxyli Kalchbr. Szeb. Gomb., nr. 710. Auf den Frucht- 

körpern von: 

Hypoxylon fuscum Fr. Ende August auf dem Rosenberge. 

17. Isariopsis Fres. 

183. (835.) I. carnea Oudem. An den Blättern von: 

Lathyrus pratensis L. Im Juli und August an Wegrändern bei 
Dobrova nächst Billichgratz. 

18. Gloeosporium Desm. et Mont. 

184. (836.) G. ampelophagum Sacc. „Michelia", I. p. 217, Auf halbreifen Beeren 

der Sorte „Lugliatica" von Vitis vinifera L. Slapp bei Wippach in 
Krain. Leg. Dolenc. (Siehe v.Thümen „Fungi pomicoli", p. 63.) 

185. (837.) G. Pisi Oudem. Contrib. mycol. I. 19. Auf den Hülsen von : 

Pisum sativum L. Bei Laibach im Juni. 

19. Fusarium Link. 

186. (838.) F. nervisequum Fckl. Symb. myc. p. 369. 

Forma : Platani. — Hymenula Platani Lev. in Desm. Exsc, nr, 1349. 
Längs der Blattrippen an der Unterseite der Blätter von: 
Platanus orientalis L, Häufig im Sommer und Herbste, 

20. Sphaceloma De Bary. 

187. (839,) S. ampelinum De Bary in Annalen d. Oenologie IV. p. 165. 

An den grünen Theilen von Vitis vinifera L, Im Mai und Juni 
in den Weingärten des Rudolfswerther Districtes in Unterkrain. 
Ueber diese, von den Landleuten „palez" benannte Rebenkrankheit 
berichtet A. Ogulin ausführlich in „Laibacher Zeitung" vom 
24. September 1880. 

21. SHlbospora Pers. 

188. (840.) S. angustata Pers. Syn. fung. 96. An abgestorbenen Zweigen von: 

Carpinus Betulus L. Im August in Gärten Laibachs. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



99 



22. Melanconiiim Link. 

189. (841.) M. conglomeratum Link, in Linnd Spec. plant, c. Willdenow VI. 2, 

p. 92. An der Einde abgestorbener Zweige von: 

Castanea vesca Gärtn. Auf dem Rosenberge bei Laibach. 

190. (842.) M. juglandinim Kze. in Fic. Fl. Dresd. p. 260. An der Rinde von: 

Juglans regia L. Bei Stephansdorf im Juli häufig. 

191. (843.) 31. ovatum Link. 1. c. p. 89. An trockenen Zweigen von: 

Quercus i^eäunculata Ehr. Im Februar auf dem Rosenberge. 

192. (844.) M. ramulorum Cda. Icon. L p. 2, Tab. 1. Fig. 34. An dürren 

Zweigen von: 

Carpinus Betulus L. Auf dem Laibacher Schlossberge im März. 
Oefter in Gesellschaft mit Diaporthe Carpini Fckl. 

28. Coryneum Nees ab Es. 

193. (845.) C. disciforme Kze. et Schm. Myc. Hefte I. 76. An dürren Zweigen von : 

Betula alba L. Ebenda. 

194. (846.) C. Kunzei Cda. Icon. IV. 46, T. 10, Fig. 131. An den Aesten von : 

Quercus pedunculata Ehr. Ebenda im Februar. 

195. (847.) C. umhonatum Nees, System der Pilze, p. 34. An abgestorbenen 

Aesten von: 
Tüia sp. Im Februar bei Laibach. 

24. Exosporium Link. 

196. (848.) K Rubi Nees in Act. nov. IX, p. 236. Auf den Blättern von: 

Ruhus caesius L. Auf dem Rosenberge im Juni nicht selten. 

197. (849.) JE. Tiliae Link. Obs. I. 8. An abgestorbenen Zweigen von: 

Tilia parvifolia Ehr. Ebenda mit Rabenhorstia Tiliae Fr. 

f) Hyphomycetes. 

25. Cladotrichium Corda. 

198. (850.) C. maculosum Sacc. in „Michelia", Nr. 6, p. 171. — Torula macu- 

losiim Speg. in Decad. Myc. nr. 85. An der Oberseite der Blätter von 
Rhododendron Ghamaecystus L. Am Fusse des Mangert, ober 
den Weissenfelser Seen. Leg. V. Plemel, 26. Juni 1863. 

26. Cladosporium Link. 

199. C. epiphyllum Nees ab Es. An den Blättern von: 

Populus pyramidalis Roz. Bei Laibach im Januar. 

200. C. herbarum Lk. Wurde noch beobachtet an den Kapselfrüchten 

von Papaver somniferum L. ; an den Flügelfrüchten von Fraxinus 
Ornus L. in der Beku bei Franzdorf ; an den Kapseln von Catalpa 
syringaefolia Sims. ; an den Blättern von Prunus Laurocerasus L. 
und Viola odorata L. 

201. C. Fumago Link. Auf den Blättern von Nerium Oleander L. 

13* 



100 



Wilhelm Voss. 



27. Botrytis Mich. 

202. (851.) B. acinorum Pers. Mycol. europ. I. p. 38. Auf reifen Trauben von: 

Vitis vinifera L. In Gärten Laibachs nicht selten. 

28. Macrosporium Fr. 

203. (852.) M. commune Eabenh. in Fung. europ. nr. 1860. An lebenden Blät- 

tern von: 

Viola odorata L. Auf Wiesen im März mit Cladosporium 
herbar um. 

204. (853.) M. heteronemum. Desm. in Ann. d. Sc. Nat. 1853, XX, p. 216. An 

den Blättern von Sagittaria sagittifoUa L. Im Teiche bei Kroisen- 
egg, Ende September. 

29. JELelminthosporium Link. 

205. (854.) H. velutinum Link. Obs. I. 8. An abgestorbenen Aesten von: 

Salix aurita L. Auf dem Schis chkaberge im April. 

206. (855.) H. Tiliae Fr. Syst. myc. III. 360. An faulenden Zweigen von: 

Tilia grandifolia Ehr. Im Herbste bei Stephansdorf nächst 
Laibach. 

30. Cercospora Fres. 

207. (856.) 0. acerina R. Hartig in „Untersuchungen a. d. forstbotan. Institute 

zu München". I. p. 58 u. f. — Thümen: „Die Pilzkrankheit der 
Ahornkeimlingspflanzen" in „Centralbl. f. d. gesammt. Forstwesen." 
VI. Jahrg., Nr. 10. — An den Cotyledonen und ersten Laub- 
blättern von: 

Acer Pseudoplatanus L. Im Frühjahre in den Anlagen bei 
Tivoli. — Die Exemplare, womit Robert Hartig seine Unter- 
suchungen angestellt, stammten aus der hiesigen Gegend. 

31. Passalora Fr. 

208. (857.) P. bacilligera Fr. Summa V. S. p. 500. — An der unteren Blatt- 

fläche von.: 

Älnus glutinosa Gärtn. Im November bei Laibach. 

209. (858.) P. polythrincioides Fckl. Symb. myc. p. 353. — P. depressa Sacc. 

in „Fungi Veneti novi vel critici", V, nr. 183. An den Blättern von: 
Angelica sylvestris L. In den Waldungen bei Laibach häufig. 
Tommasinia verticillaris Bert. Im Savethale ober Zwischen- 
wässern im Juli. 

32. Mamularia Ung. 

210. (859.) R. Scrophulariae Thüm. An den lebenden Blättern von: 

Scrophularia nodosa L. Im Herbste bei Rosenbühel, 

211. (860.) P, C/rtoe Ges. in Klotzsch. Herb. myc. nr. 1680. An den Blättern von : 

Urtica dioica L. Im August auf dem Magdalenenberge bei Idria. 



Materialien zur Pilzkunde Erains. 



101 



212. (861.) B. Ulmariae Cooke. ? An den Blättern von: 

Spiraeae Armicus L. Im August bei Laibach. — Bildet an der 
Unterseite der Blätter höchst zarte, weisslichgraue Sporen- 
anflüge, die an getrockneten Pflanzen kaum bemerkbar sind. 
Die Sporen sind cylindrisch, hyalin, getropft. Das Mycel 
bewirkt rothbraune Flecken an der Oberseite des Blattes, die 
dicht bei einander stehen und die Anwesenheit des Pilzes 
leicht bemerkbar machen. Ob dieser Parasit mit Cooke's 
Pilz identisch ist, kann ich wegen Mangel an Originalexem- 
plaren vorläufig nicht entscheiden. 

213. B. variabilis Fckl. Symb. myc. p. 361. An den Blättern von: 

Digitalis purpurea L. Im hiesigen botanischen Garten ; Ende 
August. — Ebenda wurde auch auf Potentilla reeta L. eine 
Bamularia gefunden, die vielleicht mit B. variabilis identisch ist. 

38. Fusicladium Bon. 

214. (862.) F. Äronici Sacc. in „Michelia" Nr. VI. p. 171. 

Forma: Boronici. Sporae 30—40 Mkr. long. 8—11 Mkr. crass. An 
• der Unterseite lebender Blätter von Doronicum austriacum Jacq. 
Bei Kroisenegg im Mai sehr reichlich (Dr. Winter determ). Es 
ist dieses derselbe Pilz, den Fuckel als Conidienform seiner 
Sphaerella? Äronici im dritten Nachtrage des Symbolae beschrieben 
aber nicht benannt hat. An der Oberseite finden sich in den gelb- 
giün gefärbten Flecken älterer Pflanzen Spermogonien, deren auch 
Fuckel erwähnt. Eine Schlauchfrucht konnte ich nicht finden. 
Ich betrachte den Pilz auf Doronicum, wegen der kürzeren Sporen 
als besondere Form. 

215. (863.) F. orbiculatum Thum, in Fungi austr. exsic. nr. 774. An lebenden 

Blättern von: 

Sorbus Äria L. Auf dem westl. Gipfel des Grossgallenberges 
im September. 

34. Sepedonium Link. 

216. (864.) S. mycophilum Link. Obs. I. p. 16. — Auf dem Golovcberge auf 

zersetzten Boletus -Arten im Herbste gemein. 

35. Mycogone Link. 

217. (865.) M. cervina Ditm. in Sturm's Flora, IV. I. 53. Auf der Scheibe 

verschiedener Discomyceten. Ich beobachtete sie auf Feziza maero- 
pus Pers. und einer anderen grösseren Art, vielleicht P.venosaFers. ; 
ferner auf Helvella lacunosa Afzl., crispa Fr. und elastica Bull. 

218. (866.) M. rosea Link. Obs. L p.' 16. Auf dem Hute und an den La- 

mellen von: 

Agaricus (Ämanita) rubens Scop. Im September auf dem Golovc 



102 



Wilhelm Vo 



36. Fusidium Link. 

219. (867.) F. Adoxae Rabenh. in Klotzsch. Herb. myc. II. nr. 598. An der 

Unterseite lebender Blätter von: 
Adoxa Moschatellina L. Bei Bischofslaak in Oberkrain; Mitte 
Mai reichlich. 

37. SporotricJiium Link. 

220. (868.) S. densum Link. Obs. I. 11. Auf den Cadavern von Aspidiotus 

Nerii Bouche sehr häufig. 

38. Gymnosporium Corda. 

221. (869.) G. FusidiiFckl. Symb. myc. p.352. An der Unterseite der Blätter von : 

Quercus pedunculata Ehr, in Gesellschaft mit Microstoma quer- 
cina Niessl. Im September bei Rosenbühel; spärlich. 

222. (870.) G. JPhysciae Kalchb. Szep. Gomb. 856. Auf den Apothecien von: 

Physcia parietina Kbr. Im December bei Laibach. 

39. Torula Pers. 

223. (871.) T. Chartarum Cda. Icon. IV. 23, T. 6, Fig. 78. Auf feuchter Pappe. 

224. (872.) T. graminicola Cda. in Sturm's Flora, 3. Abth. 2. B. p. 91, T. 42. 

Auf trockenen Halmen von Phragmitis communis Trin. in Wasser- 
gräben des Moores. Sporen kugelig, olivengrün, durchscheinend. 

225. (873.) T. stilbospora Cda. 1. c. p. 99, T. 46. An dürren, hängenden Zweigen 

von Salix Caprea L. Auf dem Schischkaberge im April. 

40. Cylindrosporium Grev. 

226. C. concentricum Grev. Auf der Unterseite der Blätter von: 

Anchusa officinalis L. Im hiesigen botanischen Garten. 

227. (874.) a niveum B. et Br. in „Not. of British Fungi", nr. 1459 (Annais 

and Magazine of Nat. Hist.). An der Unterseite der Blätter von: 
Caltha palustris L. Auf Wiesen im Mai. 

41. Septosporium Corda. 

228. (875.) S. curvatum Rabenh. in A. Braun's „Krankh. d. Pflanzen", p. 14, 

T. 1, A. sec. Thümen Mycoth. univ. nr. 1770. An lebenden 
Blättern von: 

Eobinia Pseudacacia L. Im Mai und Juni oft epidemisch. 

42. Trichothecium Link. 

229. (876.) T. roseum Link. Obs. I, 16, Fig. 27. An der Fruchtschale von: 

Aesculus Hippocastanum L. Bei Laibach im Mai. 
Quercus pedunculata Ehr. Ebenda. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



103 



IV. Bäsidiomycetes De Bary. 

A. Gasteromycetes Fr. 

1. Lycoperdon Tournf. 

230. (877.) L. pyriforme SchäfFer, Icon. Fung. p. 128, T. 285. 

Im September truppweise in den Waldungen des Rosenberges. 

231. (878.) L. depressum Bow. in „Botan. Zeit." 1857, p. 611. 

Vereinzelt im feuchten Waldboden bei Laibacb im Herbste. 

2. Bovisfa Dill. 

232. (879.) B. plumbea Pers. Syn. Fung. p. 137, T. 3, Fig. 4. 

Auf dem westlichen Gipfel des Grossgallenberges im October. 

233. (880.) B. nigrescens Pers. Dispos. Fung. 6. 

Auf Bergwiesen bei Zeyer in Oberkrain. Im October; selten. 

3. Scleroderma Pers. 

234. (881.) S. Bovista Fr. Syst. myc. III. p. 48. 

In den Waldungen des Golovc und bei Tivoli im September. 

4. Polysaccum DC. 

235. (882.) P. tuberosum Fr. 1. c. p. 53. 

Im März auf sandigen Haideboden des Golovc ; selten. 

5. Myphelia Fr. 

236. (883.) H. terrestris Fr. 1. c. p. 212. 

var. alba. Auf feuchter Walderde häufig im Gebiete. August 
bis October. 



B. Hymenomycetes Fr. 

Agaricini. 
I. Agariciis Linn. 

237. (884.) A. (Amanita) asper Fr. Obs. II. p. 7. 

Einzeln an lichten Waldstellen der Rosenberge im August. 

238. (885.) A. (Clitocybe) cyathiformis Bull. Champ. T. 248. Ebenda. 

239. (886.) A. (Clitocybe) catinus Fr. Epicr. 72. 

Auf feuchter Walderde im Strug bei Idria; Mitte August, 

240. A. (Collybia) collinus Scop. Flor. carn. II. p. 432, nr. 1492. 
An Abhängen, auf Hügeln und Tiften bei Laibach im Herbste. 



104 



Wilhelm Vos 



241. (887.) A. (Cdllylia) velutipes Curt. Flor. lond. IV. Fig. 70. 

Heerdenweise in den Eindenspalten von Aesculus Hippocastanum L. 
In den Alleen bei Laibach; auf dem Grossgallenberge (A. Paulin.) 
November. 

242. (888.) A. (Mycena) stylopates Pers. in Syn. Fung. 390. — Ditmar in 

Sturm's Deutsch. Flora, 3. Abth., 1. B., p. 59, Tab. 29. Auf 
faulenden Stengeln und Blättern an feuchten Waldstellen der 
Rosenberge im August. 

243. (889.) A. (Mycena) capillaris Schum. Flor. Saell. II. 268. 

Auf abgestorbenen, faulenden Blättern der Buchen, Eichen und Edel- 
kastanien in den Waldungen des Golovc im Herbste nicht selten. 

244. (890.) A. (Mycena) flavoalbus Fr. Epicr. 103. 

Ende September zwischen Moosen bei Unterrosenbach. 

245. A. (Mycena) epipterigius Scop. Flor. carn. II. p. 455, nr. 1565. 
Forma: terrestris, albicans. Im Herbste häufig zwischen Moosen in 

den Waldungen des Rosenberges. 

246. A. (Mycena) g aller iculatus Scop. 1. c. nr. 1564. 

var. albidus Sacc. in Myc. Venet. Spec. p. 19. var. rhodophyllus Sacc. 
ibid. Mit der Normart im Walde bei Tivoli. Letztere seltener. 

247. (891). A. (Mycena) lineatus Bull. T. 522, Fig. 3. 

Die reinweisse und bräunliche Form zwischen abgefallenen Blättern 
bei Oberrosenbach. 

248. (892.) A. ( Omphalia) campanella Batsch. Eleuch. 74. 

Zwischen Moosen an alten Strünken im April; ebenda. 

249. (893.) A. (Pleurotus) carneo-tomentosus Batsch. 1. c. 90, T. 8, Fig. 33. 

An Eichenstränken im September; ebenda. 

250. (894.) A. (Pleurotus) septicus Fr. Syst. myc. L p. 192. 

Ebenda zur selben Zeit und häufig an faulenden Blättern, Gras- 
halmen, Aestchen etc. 

251. (895.) A. (Pleurotus) ostreatus Jacq. Austr. T. 288. 

Gehäuft am Stamme einer Rosskastanie in Alleen Laibachs; Ende 
October. 

252. (896.) A. (Hypholoma) sublateritius Schäff. Icon. T. 49, Fig. 6—7. — 

Fries, Hym. europ. p. 290. 
Bei Laibach an und neben alten Baumstrünken meist büschelweise; 
im Herbste nicht selten. 

253. (897.) A. (Volvaria) parvulus Weinw. Flor, ross. 238. 

Ebenda auf der Erde in Gartenanlagen. Stellenweise. 

254. (898.) A. (Flammula) paradoxus Kalchbr. Fries, Hym. europ. p. 244. 

Im September auf der Erde in den Waldungen der Rosenberge. 

255. (899.) A. (Inocijbe) lanuginosus Bull. Champ. T. 370. 

Zwischen Moosen auf feuchten Waldboden; ebenda. 

256. (900.) A. (Inocybe) destrictus Fries, Hym. europ. p. 232. 

Ende September ebenda. 



Materialien zur Pilzkunde Krains. 



105 



257. (901.) Ä. (Pholiota) mutdbiUs Scbäff. Icon. Fang. p. 6, T. 9. 

An alternden Stämmen von Fagus und Bohinia. Im September 
und October ebenda. 

258. (902.) A. (Pholiota) squarrosus Müll. Flor. dan. T. 491. 

var. reflexus. — Agaricus reflexus vel pilosus Schaff. Icon. T. 80. 
An faulenden Eichenwurzeln heerdenweise im October. Ebenda. 

259. (903.) A, (Pholiota) blattarius Fr. Hym. europ. p. 216. 

Forma: robustior ad Agaricus Arrhenii Fr. accedens (Kalchbr.). 
Auf der Erde im September; ebenda. 

260. A. (Psalliota) campestris L. Flor. Suec. 1205. 

var. praticola Vitt. Im Herbste nicht selten in Gärten Laibachs. 

261. (904.) A. (Stropharia) semiglohatus Batsch. Cont. I. T. 110. 

Auf Pferdemist heerdenweise in den Waldungen des Golovcberges. 
Ende August. 

2. Coprinus Pers. 

262. (905.) C. clavatus Fr. Hym. europ. p. 321. — Hydrophorus clavatus Batt. 

— Agaricus cylindricus Schäff. Icon. T. 8. 
Im October an feuchten sandigen Stellen nicht selten. 

263. C. micaceus Fr. Epicr. p. 247. 

Heerdenweise an Aesculus Hippocastanum L. Bei Laibach im October. 

3. Gomphidius Fr. 

264. (906.) 6r. glutinosus Fr. Epicr. 219. — Agaricus glutinosus Schäff. Icon. 

p. 17, T. 36. 

Im September in feuchten Schluchten des Rosenberges, 

4. Cortinarius Fr. 

205. (907.) C. (Inoloma) Bulliardi Fr. Epicr. 282. Ebenda. 
2()6. (908.) 0. (Telamonia) armillatus Fr. 1. c. 295. 

In feuchten Gebirgswäldern bei Zeyer in Oberkrain im September, 

267. (909.) C. (Hydrocyhe) acutus Fr. 1. c. 314. 

In Nadelholzwaldungen am Fusse des Grossgallenberges im August. 

268. (910). C. (Hydrocyhe) castaneus Fr. 1. c. 307. 

Im October in den Waldungen des Golovcberges. 

5. Sygrophorus Fr. 

269. (911.) H. Cossus Fr. Epicr. 321. — Hym. europ. p. 406. 

Ende December in der Tivoliwaldung bei Laibach. 

270. (912.) H. pratensis Fr. Epicr. 326. — Agaricus pratensis Pers. 

Auf Wiesen und Hutweiden bei Kaltenbrunn im September. 

6. Hussula Pers. 

271. (913.) R. nigricans Fr. Epicr. p. 350. — Agaricus nigricans Bi^ll. 

Im September truppweise im Walde bei Unterrosenbach ; sehr häufig 
mit Nyctalis asterophora Fr. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 14 



106 



Wilhelm Voss. 



272. (914.) B. ölivacea Fr. Epicr. p. 356. Mitte October ebenda; vereinzelt, 

273. (915.) B. virescens Fr. Epicr. p. 355. — Hym. europ. p. 443 

Im September ebenda nicht selten. 

7. Lactarius Fr. 

274. L. quiefus Fr. Epicr. p. 366. 

Truppweise auf Grasplätzen bei Laibach im Herbste. 

275. (916.) L. torminosus Fr. Epicr. p. 334. — Agaricus torminosus Schaff. 

Icon. T. 12. 
Im Herbste auf Haideboden bei Kaltenbrunn. 

276. (917.) L. volemus Fr. Epicr. p. 344. 

In gemischten Waldungen bei Zwischenwässern im September. 

8. Cantharellus Adans. 

277. C. infundibuliformis Fr. Epicr. p. 366. — MeruUus infundibuli- 

formis Scop. 

Zwischen Moosen in den Waldungen der Rosenberge häufig im 
Spätherbste. 

9. Marasmitis Fr. 

278. (918.) M. Candidus Fr. Epicr. p. 381. — Agaricus Candidus Bolt. Fung. 

Halif. T. 39, Fig. D. An modernden Stengeln, Wurzeln u. dgl. 
Im Herbste nicht selten in der Waldung des Golovc. 

10. Lenzites Fr. 

279. (919.) L. mriegata Fr. Epicr. p. 407. 

Dachziegelförmig an der Rinde alter Strünke von Quercus pedun- 
culata Ehr. Auf dem Golovc und bei Kroisenegg im Herbste. 

280. (920.) L. sepiaria Fr. Epicr. p. 407. 

An altem Fichtenholze nicht selten; das ganze Jahr. 

NB. Hier möge das sterile Mycel eingeschaltet werden, welches 
Alexander v. Humboldt in „Florae Fribergensis Specimen" auf 
Seite 112 — 114 unter den Namen Ceratophora Fribergensis 
beschrieben und auf Tab. I abgebildet hat. Ich beobachtete dieses 
dichte, zunderartige, dichotom verästelte, braune Mycel auf der Eichen- 
pfostenzimmerung des Theresienschachtes im Idrianer Bergwerke. 

Nach E. Fries, Hym. europ. p. 582, wäre dieses Gebilde das 
unentwickelte Mycel von Trametes odoratus oder anderer Polyporeen. 
— A. Pokorny hat vor längerer Zeit die Vermuthung ausgesprochen 
(diese Verh. 1853, p. 115 d. Sitzungsber.), dass die von ihm in der 
Adelsberger- und Lueggergrotte gesammelten Exemplare der Cerato- 
phora Fribergensis in einem Lenzites, wahrscheinlich L. sepiaria, 
übergehen dürften. — Rücksichtlich der im Idrianer Bergwerke ge- 
sammelten Mycelien möchte ich mich dieser letzteren Anschauung 



Materialien zur Pilzknnde Erains. 



107 



anschliessen. An einzelnen Zweigenden der Ceratophora sind Aus- 
breitungen vorhanden, worauf sich kleine, doch deutlich erkennbare 
Lamellen erheben. 



Polyporei, 

1. Daedalea Pers. 

281. (921.) D. Poetschn Schulzer in „Oesterr. botan. Zeitschr." 1879, p. 289. 

Im December nicht selten an Zaunbalken bei Laibach, var. resu- 
pinata mihi. — Pileo resupinata. Ebenda. 

282. (922.) D. Schulzeri Pötsch, ibid. p. 290. 

An Baumstrünken (Populus?) auf dem Grossgallenberge im De- 
cember. Leg. A. Paul in. 



2. Boletus Dill. 

283. (923.) B. scdber Bull. Champ. L 319, Tab. 132, 489. 

var. fusco-niger Fr. Im Herbste in lichten Gehölzen bei Laibach. 

284. (924.) B. pachypus Fr. Obs. L 118. 

Ende October in den Waldungen des Golovcberges. 

285. (925.) B. felleus Bull. Champ. 825, T. 379. 

Vereinzelt in den Waldungen des Rosenberges im September. 

286. (926.) B. castaneus Bull. Herb. 324. T. 328. 

Ebenda im Herbste am Rande der Hohlwege; selten. 

287. (927.) B. versipellis Fr. Epicr. 424. 

Ebenda, und zwar jene Form, die Schaff er B. rufus nennt, in 
Icon. Fung. auf p. 74 beschreibt und auf Tab. 105, sub Fig. 5 
abbildet. 

288. (928.) B. hydriensis Hacquet in Plant, alp. p. 11 unter Clatlirus.^) 

In feuchten Schluchten der Ortenegger Waldung bei Reifnitz in 
Ünterkrain. Anfangs September. Scheint selten. Junges Exemplar 
mit Velum partiale. 



3. Trametes Fr. 

289. (929.) T. gibhosa Fr. Epicr. 492. 

An alten Baumstrünken bei Kroisenegg im März. Die gefundenen 
Exemplare gehören jener Form an, welche E. Fries seinerzeit 
als T. Kalchbrenneri bezeichnete und die sich in Rabenhorst's 
Fungi europ. sub nr. 1411 ausgegeben findet. 

290. (930.) T. inodora Fr. Hym. europ. p. 584. 

Ende September an Eichenstrünken in den Waldungen der Rosenberge. 



1) W. Voss: „Ueber Hacquet's Clathrus Hydriensis'^ in Oesterr. botanischer Zeitsclirift 
1882, p. 40. 

14* 



108 



Wilhelm Vos 



4. JFolyporus Fr. 

a) Resupinatus. 

291. (931.) P. corticola Fr. Syst. myc. I. 385. 

An der Borke alter Stämme von Aesculus Hippocastanum L. in den 
Alleen Laibachs. Jung weisslich, später isabellfarben. 

292. (932.) P. ohducens Pers. Myc. europ. II. 104. 

Nicht selten an alten Pfosten. 

293. (933.) P. vaporarius Fr. Syst. myc. I. 382. 

Auf sehr zersetzten Baumwurzeln, auch auf blosser Erde in der 
Waldung bei Tivoli. Ende August. 

294. (934.) P. molluscus Fr. Syst. myc. I. 384. 

An faulenden Eichenstrünken auf dem Schischkaberge. 

b) Apus. 

295. (935.) P. amorphus Fr. Syst. myc. I. 364. 

Heerdenweise an der Rinde von Äbies pectinata DC. Ebenda. 

296. P. dbietinus Fr. Syst. myc. I. 370. 

An Fichtenstämmen gemein; im Alter abblassend. 

297. P. hirsutus Fr. Syst. myc. I. 367. 

var. resupinatus. — Pileo resupinato. Bildet rundliche, nur aus 
Poren bestehende, öfter zusammenfliessende Ausbreitungen von 
1 — 2 cm. im Durchmesser, an der Unterseite von Nadelholzbrettern, 
die als Brückenholz verwendet wurden. An den Kanten über- 
wächst häufig der Fruchtkörper und zeigt dann die Oberseite gut 
ausgebildet. Ich fand diese Varietät bei Kroisenegg. 

298. P. squamosus Fr. Syst. myc. I. 343. 

var. juglandis. — P. juglandis Pers. Myc. europ. II. 38. 
Dieser zähe Pilz wird häufig auf dem Markte gesehen. 

299. (936.) P fumosus Fr. Syst. myc. I. 367. 

An der Rinde alter Strünke bei Kroisenegg im März. 

300. (937.) P. annosus Fr. Syst. myc. I. 373. 

Ebenda und auf dem Grossgallenberge im April an den Wurzeln 
von Äbies pectinata DC. 

301. (938.) P. destructor Fr. Syst. myc. I. 359. 

var. resupinatus. Auf Holz im Bergwerke zu Idria. 

c) Pleuropus. 

302. (939.) P. picipes Fr. Hym. europ. p. 534. 

An Weiden im Laibacher Stadtwalde im Juni. Leg. A. Paulin. 

303. (940.) P. varius Fr. Syst. myc. 1. 352. 

Am Stamme einer Fichte auf dem Schischkaberge im Januar. 

d) Mesopus. 

304. (941.) P. Irumälis Fr. Syst. myc. I. 348. 

Bei Kroisenegg im März an Baumstrünken; selten. 



Materialien zur Pilzkunde Kraini 



109 



305. (942.) P. ovinus Fr. Syst. myc. I. 346. 

Gruppenweise im Walde bei UnteiTOsenbach. Ende September. 

NB. An einem Poli/porus applanatus Fr. aus der Reifnitzer Gegend 
fand ich die ganze Oberseite des Hutes mit einem rüthlich-braunen, 
aus Zellen gebildeten, leicht verwischbaren üeberzuge bedeckt. Auf 
diese Zellen — Conidien — hat bekanntlich Schulzer v. Müggen- 
burg in der Oesterr. botan. Zeitschr., Jahrg. 1880, p. 321 hinge- 
wiesen und dieselben abgebildet, 

5. Merulius Hall. 

306. (943.) M. Corium Fr. Elenchus, 188. 

Auf dem Holze einer abgestorbenen Eiche {Quercus pedunculata Ehr.) 
in der Golovcwaldung. 

6. Solenia Hoffm. 

307. (944.) S. ochracea Hoffm. Flor. germ. II. T. 8, Fig. 2. 

An der Rinde abgefallener Zweige von Tilia grandifoUa L. und 
Aesculus Hippocastanum L. Im Januar bei Laibach. 

7. Fistulina Bull. 

308. (945.) F. hepatica Fr. Syst. myc. I. 396. 

Auf dem Stamme einer abgestockten Eiche. Im September auf dem 
Golovcberge ober Kroisenegg. 



Hydnei, 

1. Hydnum Linn. 

309. (946.) H. compactum Pers. Syn. fung. 556. — H. floriforme Schaff. Icon. 

T. 146, Fig. 1—3, 5, 6. Auf dem Golovcberge; auch häufig in 
den Waldungen des Rosenberges in Gesellschaft mit H. imhri- 
catum, H. zonatum und Polyporus confluens. Im Herbste. 

310. (947.) H. diversidens Fr, Syst. myc. I. 411. 

An abgestorbenen Aesten von Fagus sylvatica L. Ende August auf 
dem Golovcberge. 

311. (948.) H. rufescens Schaff. Icon. T. 141. — H. repandmn L. var. rufescens 

Fr. Epicr. 506. Auf dem Erdboden; ebenda häufig. 

312. (949.) H. Schiedermayeri Heufl. in „Oesterr. botan. Zeitschr." 1870, p. 33. 

An entrindeten Aesten von Pyrus Malus L. im Laibacher Stadt- 
walde. Leg. A. Paulin. 



^) Hinsichtlich einer derartigen, sogenannten Doppelfructification vergleiche auch F u ekel, 
Symb. myc. 2. Nachtrag, p. 87. 



HO 



Wilhelm Voss. 



Äuriculariei, 

1. Thelephora Pers. 

313. (950.) T. terrestris Ehrh. Crypt. exs. nr. 179. 

Auf dem Erdboden, Zweige, Aestchen u. dgl. überziehend. Im 
Herbste bei Oberrosenbach und in der Ortenegger Waldung bei 
Reifnitz. 

314. (951.) T. fastidiosa Fr. Syst. myc. I. 435. 

Auf Polytrichium und dieses incrustirend. Anfangs September in 
der Ortenegger Waldung. 

2. Stereum Fr. 

315. St. hirsutum Pers. Obs. II. p. 90. 

var. incisum m. — Pileo margine inciso, hymenio aurantiaco. — 
An alten Stämmen bei Kroisenegg im Herbste. 

316. (952.) St. spadiceum Fr. Epicr. 549. 

Zwischen Hypnum an der Einde von Quercus pedunculata Ehr. 
Im November auf dem Schischkaberge. 

317. (953.) >S'^. ochroleucum Fr. Epicr. 557 (sub Corticio). 

An abgestorbenen Eichen bei Oberrosenbach im April. 

3. Corticium Fr. 

318. (954.) C. Sambuci Pers. Disp. fung. 21. — Thelephora calcea Pers. var. 

sambucina Rabenh. An alter rissiger Rinde von Sambucus nigra 
im Dorfe Oberschischka im April häufig. 

4. Exobasidium Wor. 

319. (955.) E. Bhododendri Gramer in Rabenh. Fungi europ. nr. 1910. 

An den Blättern von Bhododendron hirsutum L. Im Sommer in 
der Alpenregion häufig. Am Belaufer bei Karnervellach (V. Plemel); 
auf dem Kamen-vrh ober Würzen (C. Deschmann) ; auf dem Stou 
bei Jauerburg. (Leg. Stud. M. Seitner.) 

320. (956.) E. Andromedae Karsten in Thümen's Mycotheca univ., nr. 1110. 

E. Vaccinii Wor. Forma: Andromedae Karst. Mycol. Fenn. III. 
p. 321. An den Blättern von Andromeda poUfolia L. auf den 
Moorwiesen bei Lauerza im August. — Die hiesigen Exemplare 
stimmen habituell und in der Sporenform mit den finnländischen 
überein. 

Wenn ich Dr. Winter's Vorgang, diese beiden Pilze mit Exobasi- 
dium Vaccinii zu vereinigen, nicht folgte, so bestimmte mich 
vorzüglich die ganz verschiedenen Veränderungen, welche durch 
deren Vegetation an den Wirthspflanzen hervorgerufen werden. An 
Vaccinium entstehen blasige Auftreibungen an einzelnen Blättern, an 



Materialien zur Tilzkunde Kraina. 



III 



Ehododendron die bekannten schwammigen Gallen; die befallenen 
Pflanzen der Andromeda leiden jedoch am meisten, gelangen nicht 
zur Blüthe und fallen durch ihre röthliche, ins bläuliche spielende 
Farbe schon von Ferne auf. 

5. Craterellus Fr. 

321. (957.) C. sinnosus Fr. Epicr. 533. 

ßasenweise in den Waldungen des Rosenberges im September. 

Clavariei. 

1. Claimria Linn. 

322. (958.) C. rufescens Schaff. Icon p. 121, T. 288. 

Einzeln in der Waldung bei Tivoli, häufiger auf dem Laibacherfelde. 
Ende August {Ochrospora! ergo non C. Botrytis Pers). Ein 
Marktpilz. 

323. (959.) C. Ligida Schäff. Icon. p. 116, T. 171. 

Auf feuchtem Waldboden bei Tivoli im August. 

324. (960.) C. argillacea Pers. Comment. 74, T. I, Fig. 4. An Sandstellen 

ebenda. 

325. (961.) C. canaliculata Fr. Hym. europ. p. 678. 

Auf feuchter Walderde in den Waldungen des Rosenberges im 
November. 

326. (962.) C. falcata Pers. Comment. T. I, Fig. 3. 

Auf feuchtem Sandboden unter Gebüsch im Tivoli-Parke. October. 

327. (963.) C. aurea Schäff. Icon. p. 121, T. 287. 

Im August in Nadelholzwäldern des Laibacherfeldes bei Kalten- 
brunn ; auf dem Rosenberge ( Ochrospora, ergo a vera C. flava 
distiguendaj. 

328. (964.) a cinerea Bull. Champ. fran9. 204, T. 354. 

Anfangs September in den Waldungen des Golovc stellenweise 
(Leucospora). 

329. (965.) C. grisea Pers. Comment. 44. 

Auf dünn begrasten Plätzen der Laubwälder bei Laibach im Sep- 
tember ( Ochrospora). 

C. Tremellini Fr. 
1. Ditiola Fr. 



330. 



B. radicata Fr. Syst. myc. I. 171. 

Heerdenweise auf dem Strünke von Quercus. Anfangs September 
auf dem Rosenberge bei Laibach. Selten. 



112 



Wilhelm Voss. 



2. Naematelia Fr. 

331. (966.) N. encephala Fr. Syst. myc. II. 227. 

An abgestorbener Fichtenrinde, an Zäunen, Balken u. dgl. im Früh- 
jahre und Herbste gemein. 

3. Tremella Fr. 

332. (967.) T. foliacea Pers. Obs. II. 98. 

Bei Unterrosenbach im Herbste auf Fichtenholz. 

333. (968.) T. fimbriata Pers. 1. c. 97. 

Nicht selten an abgestorbenen Stämmen von October bis November. 

NB. Äuricularia samhucina (Scop.) wurde im Gebiete noch an 
Aesculus Hippocastanum L., Böbinia Fseudacaeia L. und Acer 
Negundo L. beobachtet. 

V. Myxomycetes Wallr. 

1. Trichia Hall. 

334. (969.) T. chrysosperma DC. Flor, franp. II. 250. 

In den Waldungen der Rosenberge auf faulenden Vegetabilien, selbst 
auf lebende Pflanzen (Vaccinium Myrtillus) übergehend. Im 
September. 

2. Stemonitis Gled. 

335. St. fusca Roth. Flor. germ. I. 448. 

var. tdbulina Alb. et Schw. Consp. nr. 286. An Zäunen bei Laibach. 

VI. Mucorini Fr. 

1, Mucor Mich. 

336. M. Aspergillus Scop. Flor. carn. II. p. 494, nr. 1642. 

Die Zygosporen — Syzygites megalocarpus Ehrbg. — auf dem Hute 
einer zersetzten Bolete bei Unterrosenbach im September. 

VII. sterile Mycelien. 

337. Sclerotium Clavus DC. wurde noch an folgenden Gräsern beobachtet: 

BracJiypodium pinnatum Br. Am Ufer des wilden Sees bei Idria. 
Arrhenaterum elatius M. K., Lolium temulentum L. und Phleum 
pratense L. auf Wiesen bei Laibach. 

338. Lanosa nivalis Fr. Im Februar 1880 sehr reichlich aufgetreten. 
839. Bhizomorpha palmäla Humb. var. ochroleuca wurde auch im Idrianer 

Bergwerke beobachtet. 
340. (970.) R. fontigena Rebent. Flor, neom., nr. 1359. An faulen Wasser- 
leitungsröhren. 



Materialien zur Pilzkunde Kraini 



113 



Einige neue Fundorte seltener Pilze. 

1. Äecidmm hifrons DC. Auf Aconitum Lycoctonum L. Ende Mai im alten 

Savebette bei Jeschza. 

2. Aecidium Pedictdaris Lib. Auf P. palustris L. im Franzdorfer Thale. 

3. Aecidium Bliamni Pers. Auf R. alpinus L. in der oberen Kanker. 

4. Agaricus caesareus Scop. Unter Eichen bei Podrece im Savethale nächst 

Zwiscbenwässern und Weissenstein bei Gross-Lup. 

5. Coleosporimn Compositarum Le'v. k\xi Aposeris foetidaLss. bei Zwischen- 

wässern. 

6. Helotium citrinum Fr. An Hainbuchenzweigen bei Tivoli. 

7. Peronosp)oraniveaJ)eBa,Yj. Forma: Hacquetiae. Im alten Savebette bei Jeschza. 

8. Poronospora pulverulenta Fuck. Forma: Hellehori nig. In der oberen Kanker. 

9. Polyporus fomentarius Fr. Auf Pfosten in den Laibacher Pfahlbauten. 

(Siehe v. T hürnen: „lieber einen prähistorischen, aus den Pfahlbau- 
stätten bei Laibach stammenden Polyporus". Diese Verh. XXIX. Band 
[1879], Sitzungsber. p. 52.) 

10. Puccinia Oreoselini Fuck. Auf Peucedanum Oreoselinum Mönch, im alten 

Savebette bei Jeschza reichlich im Juli. Sowohl die Frühjahrs- als die 
Herbstform. (Siehe Magnus: Sitzungsber. der Gesell, naturf. Freunde 
zu Berlin 1877.) 

11. Puccinia Veronicarum DC. var. fragilipes Kcke. An den Blättern von 

Paederota Ageria L. Reichlich an den Nagelfluefelsen des Savethales 
bei Zwischenwässern im Juni. 

12. Sarcosphaera macrocalyx Awd. Auf dem Laibacherfelde von Herrn Gustos 

C. Deschmann an derselben Stelle beobachtet, wo er sie vor zehn Jahren 
(Oesterr. botan. Zeitschr. 1871, Nr. 7) aufgefunden hatte. Im Mai. 

13. Vromyces Scrophulariae Fckl. Auf dem Kalvarienberge und im Strug bei 

Idria an Scrophularia nodosa. 

Einige Arten wurden an anderen, noch nicht beachteten Substraten ge- 
funden. Bemerkenswerth scheint mir hervorzuheben: Corticium incar- 
natum Fr. an Castanea vesca Grtn. Eine Varietät davon {Thelephora 
lateritia Pers.) an Robinia Pseudacacia L. — Cucurhitaria Berberidis 
Grev. auf Berheris vulgaris L. var. atropurpureus. — JDaedalea 7ini- 
color Fr. an Corylus Avellana L. und Castanea vesca Grtn. — Discosia 
Artocreas Fr. an Betula alba L. — Hypoxylon fuscum Fr. an Betula 
alba L. — Phoma Pinastri Lev. var. conorum Thüm. mit Pestdlozzia 
conigena L^v. an den Zapfenschuppen von Abies excelsa DC. Auf dem 
Golovcberge. — Illosposium roseum Fr. auf dem Thallus von Physcia 
stellaris. — Polyporus fomentarius L. auf einem Birnbäume bei Sello; 
schönes, grosses, hellgrau gefärbtes Exemplar. — Torula Tierbarum Lk. 
auf ausgeflossenem Fichtenharze. — Tubercularia vulgaris Tode, an der 
Rinde von Acer Negundo L., Betula alba Ii., Aesculus rubicunda DC , 
Evonymus curopaeus L., Alnus glutinosa G. und Rhammnus Frangula L. 

Z. B. Gea. Bd. XXXII Abh. 15 



114 



Wilhelm Voss. 



Zusätze und Verbesserungen. 



In „Materialien* I. 

1. Die Art sub Nr. 177 möge gestrichen und der beigesetzte Text auf die 

vorangehende Species bezogen werden. 

2. Nr. 113 ist nicht Peridermium elatinum Kze. et Schm., sondern Aecidium 

ahietinum Alb. et Schw. oder Peridermium abietinum Thüm. Von dieser 
Art zeigte De Bary, dass sie mit Uredo und Chrysomyxa Rhododendri 
im Generationswechsel stehe (Botan. Zeitung 1879, p. 761 u. f.). 

3. Nr. 264. Wurde ausgegeben in de Thümen „Mycotheca univ." sub nr. 1795. 

4. Nr. 284 ist Leptothyrium pictum Berk, et Br. in Annais and Magazine of 

Nat. Hist. „Notices of British Fungi" nr. 1450 und sie wurde in de 
Thümen's „Mycotheca univ." sub nr. 1893 ausgegeben. 

5. Nr. 324. Lies: R. variaMlis Fuck. 

In „Materialien" II. 

1. Nr. 147. Wurde ausgegeben in de Thümen's „Mycotheca univ." sub 

nr. 1679. 

2. Nr. 156 ist Phoma concentricum Desm., auch ConiotJiyrium concentricum Sacc. 

var. Ägaves. Derselbe Pilz erscheint in Gewächshäusern auch auf Yucca 
gloriosa. 

3. Nr. 213. Ramularia Coleosporii Sacc. wurde in „Mycotheca univ." sub 

nr. 1566 und in „Michelia" Nr. 6, p. 170 beschrieben. Die Form auf 
Senecio nemorensis L. {S. Jacquini Echb.) wurde in genannter Pilz- 
sammlung sub nr. 1875 ausgegeben. 

4. Bei Nr. 215 ist zum Artnamen hinzuzufügen: Pass. et Thüm. in „Mycotheca 

univ." nr. 1966. 

5. Nr. 225. Ausgegeben in de Thümen's „Mycotheca univ." sub nr. 1769. 

6. Nr. 283 ist nach Kalchbrenner's Ansicht Polyporus pinicola Fr. mit 

gelben Hymenium. 

7. Nr. 288. Der, dem Polyporus traheus Rostk. nachstehende Pilz aus den 

Kohlengruben zu Sagor ist nach Kalchbrenner ein durch den Stand- 
ort deformirter P. velutinus Fr. 



Waterialien zur Pilzkunde Krains. 



115 



INDEX. 



Seite 



Aecidium 82 

Agaricus 103 

* Anthostoma 88 

Ascomyces 94 

*Asteroviella 96 

Boletus 107 

Botrytis 100 

Bovista 103 

Caeoma 83 

Cantharellus 106 

Ceratophora — 

Cer CO Spora 100 

Cladosporium 99 

Cladotrichium — 

Ciavaria III 

Coleosporium 82 

Coprinus 105 

^Cordyceps 87 

Cortinarius 105 

Corticiiim 110 

^Coryneum 99 

Craterellus 110 

* Cryptospora 87 

Cylindrosporium 102 

Cystopus 84 

Cytispora 95 

Daedalea 107 

Darluca 96 

Dasyscypha 92 

Bepazea 98 

Diatrypella 87 

""Diplodia 96 

Bitiola III 

Elaphomyces 94 

Entyloma 79 



Seite 



Erysiphe 85 

Euryachora 86 

^Excipula 94 

Exoascus — 

Exohasidium 110 

"^Exosporium 99 

*Fistulina 109 

Fusarium 98 

Fusicladium 101 

Fusidium 102 

^Gleosporium 98 

Gomphidius ....... 105 

* Gymnosporium 102 

Helmintliosporium 100 

Helotium 92 

Helvella 98 

Hendersonia 95 

Hydnum 109 

Hygrophorus 105 

""Hyphelia 103 

Hypoderma 91 

Hysterium — 

Isaria 98 

Isariopsis — 

Lactarius 106 

Lanosa 112 

^Lecanidium 91 

Lenzites 106 

Leotia 91 

* Leptosphaeria 89 

*Linospora 90 

* Lophiostoma 89 

Lophodermiuni 90 

Lycoperdon 103 

* Macrosporium 100 



Anmerkung, * Bedeutet die für die Flora Krains neuen Gattungen. 

15* 



116 



Wilhelm Voss. Materialien zur Pilzkunde Krains. 



Seite 



Marasmius 106 

Melampsora 81 

^Melanconis 87 

Melanconium ....... 99 

Melogramma 88 

Merulius 109 

Microsphaera 85 

""MolUsia 92 

Morcheüa 93 

Mucor 112 

'*Mycogone 101 

* Naemaspora 95 

*NaemateUa III 

Nectria 87 

* Omhrophila 91 

*Passälora 100 

Peronospora 83 

Pestalozzia 95 

'^Pezicula 91 

Peziza 93 

Phacidium 90 

Phoma 96 

Phyllacliora 86 

Phyllosticta . 97 

Phythophthora 83 

Pleospora 88 

Podosphaera 86 

Polyporus 107 

*Polysaccum 103 

Protomyces 79 

Pseudopeziza . 92 

* Psilospora 94 

Puccinia 80 

^ Pyrenopeziza 92 

RabenJiorstia 95 

Bamularia 100 

EhizomorpUa 112 

Bhopographus 87 

Moestelia 83 



Seite 



Bussula 105 

* Schinzia 79 

* Scirrhia 87 

Scleroderma 103 

Sclerotium 112 

* Sepedonium 101 

Septoria 97 

* Septosporium 102 

"^Solenia 109 

Sorosporium 79 

* Sphaceloma 98 

Sphaerella 90 

* Sphaeria 89 

* Sphaeropsis 96 

Sphaerotheca 85 

Sporotrichium 102 

Stemonitis 112 

Stereum HO 

Stigmatea 86 

Stilbospora 98 

Synchytrium 85 

* Syzygites 112 

Thelephora 109 

Torula 102 

Trametes 107 

* Trematosphaeria 88 

Tremella III 

Trichia 112 

Trichopeziza 93 

* Trichothecium 102 

üredo 83 

Urocystis 78 

Uromyces 79 

Ustilago 78 

Valsa 88 

* Velutaria 93 

* Vihrissea 91 

Zasmidium 86 



117 



Kevision der in der Nematoden-Sammlung des k. k. 
zoologischen Hofeabinetes befindliehen Original- 
Exemplare Diesing's und Molin's. 

Vou 

Dr. Richard y. Dräsche. 

(Mit Tafel VH-X.) 

(Vorgelegt in der Versammlting am 4. Jänner 1882.) 

Seit den letzten Arbeiten Diesing's und Molin's über parasitische 
Nematoden sind in der Kenntniss dieser Thiere bedeutende Fortschritte ge- 
macht worden, insbesondere haben uns aber die Untersuchungen Schneider's 
gewisse ausgezeichnete Merkmale dieser Thiere kennen gelehrt, welche es mit 
Berücksichtigung dieser durchgeführten genauen Beschreibungen ermöglichen 
auch ohne Angabe des Wirthes eine richtige Bestimmung der Speeles auszu- 
führen. Dies war bis jetzt bei den meisten Fadenwürmern unmöglich; auch 
heutzutage ist erst ein verhältnissmässig verschwindender Theil dem neueren 
Stande der Helminthologie gemäss beschrieben. Die meisten Beschreibungen 
der älteren Autoren geben uns zwar genügend Aufschluss über Dimensions- 
verbältnisse und allgemeine Beschaffenheit der Mund- und Geschlechtswerkzeuge, 
da aber nur eine sehr genaue Beschreibung der beiden letztgenannten Organe 
eine Trennung und Präcisirung der Speeles ermöglicht, so sind die älteren Art- 
diagnosen oft äusserst mangelhaft und unzureichend. 

In der grossen Helminthen -Sammlung des hiesigen Museums befinden 
sich alle Diesing'schen Original-Exemplare, sowie ein grosser Theil jener von 
Molin. Es bot mir dies nun eine erwünschte Gelegenheit eine Anzahl Arten 
genauer zu präcisiren als dies früher möglich war; ebenso über den Werth 
einiger von Die sing und Mol in aufgestellten neuen Genera meine Beobachtungen 
zu machen. 

Meine Untersuchungen wurden bisher nur auf die D iesing'schen Familien 
der Oxyuridea, Ophiostomidea, Cheiracanthidea, Physalopteridea und Äscaridea 
ausgedehnt und sollen später auch die den übrigen Familien zugehörigen 
Original-Exemplare der hiesigen Sammlung untersucht werden. In der Reihen- 
folge der zu beschreibenden Speeles habe ich mich an die „Revision der 



118 



Richard v. Drasch 



Nematoden" von Dr. K. M. Diesing (Sitzungsber. d. math. - naturw. Classe d. 
k. Akad. d. Wissensch., 42. Bd., Nr. 28, 1861) gehalten. Die in dieser Abhand- 
lung nicht aufgenommenen Speeles, weil seit Diesing's Systema Helminthum 
über dieselben keine neuen Beobachtungen veröffentlicht wurden, oder solche 
erst nach der „Revision" erschienen, flechte ich an entsprechender Stelle ein. 
Ferner wurden in das Bereich meiner Untersuchung auch jene nicht von Diesing 
aufgestellten Species gezogen, welche dieser Forscher als Repräsentanten neuer 
Gattungen anführte. 

Zum besseren Vergleiche meiner ergänzenden Beschreibung mit der Arten- 
diagnose der Autoren, habe ich, wenn ich Solches für nöthig fand, dem Wort- 
laute nach angeführt. 

Zum Schlüsse dieser einleitenden Worte drücke ich noch der Direktion 
des Museums, sowie dem Gustos Dr. E. v. Mar enz eller meinen verbindlichsten 
Dank aus für die im hohen Grade liberale Weise in welcher mir die Benützung 
der ganzen Sammlung gestattet wurde. 

Oxyuridea. 

Oxyiiris semilanceolata Molin (Prodomus faunae helminthologicae 
Venetae von Dr. R. Molin, p. 87—88, Taf. 9, Fig. 5—8; Taf. 10, Fig. 2). Im 
Besitze des Museums ist ein Fläschchen mit zwei 9 Mus Musculus. Die 
Identität dieser Species mit Äscaris tetraptera Nitzsch ist zweifellos und wurde 
auch schon von Molin anerkannt, der dieselbe richtig zu den Oxyuridea stellte. 
Da der Name Nitzsch's auf einer irrigen Beobachtung dieses Forschers be- 
ruhte, der statt zwei vier Halsflügel sah, so änderte Molin denselben in semi- 
lanceolata, was indess vom Standpunkte der Priorität nicht gut zu heissen ist. 

Oxyuris tetraptera Diesing (Revis. d. Nematoden, p. 640) ist in der 
That identisch mit Äscaris tetraptera Nitzsch. Die zahlreichen Exemplare im 
hiesigen Museum lassen darüber keinen Zweifel. 

Oocyuris ohesa Diesing (Syst. Helm. II, p. 141 in Denkschriften d. k. 
Akad. d. Wissensch., 13. Bd., p. 12, Taf. I, Fig. 1—6) wurde neuerdings von 
Schneider in seiner Monographie der Nematoden (p. 121, Taf. VII, Fig. 3—6) 
ausführlich beschrieben und abgebildet. 

FJiaryngodon acanthuriis Diesing (Revis. d. Nematoden, p. 642) 
ist der einzige Repräsentant dieser Gattung, welche Mol in [Cephalocotylea 
Nematoidea, Sitzungsber. d. math. -naturw. Classe d. k. Akad. d. Wissensch., 
38. Bd., 1859, p. 14, Taf. I, Fig. 4—7) näher beschrieben hat und mit Äscaris 
extenuata Rudolphi, Oxyuris spinieauda Du j ardin und Äscaris acanthura Die- 
sing identificirt hat. Im Museum waren Molin's Original -Exemplare nicht 
vorhanden. Indess fanden sich zwei Fläschchen vor, wovon das eine mit der 
Aufschrift: Äscaris spinieauda aus Lacerta Teguixin ein cT und mehrere 9 
enthielt, während das andere mit der Etiquette Äscaris spinieauda Scinci aurati 
vier schlecht erhaltene, in der Häutung begriffene, noch mit Bohrstachel ver- 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



119 



seheue junge Individuen bavg. Die ersteren Exemplare stimnaen jedoch nicht 
mit Oxyuris acanthura Moliu überein. Der Mund besteht aus drei äusserst 
kleinen runden Lippen, deren jede zwei kleine Papillen trägt. Im Oesophagus- 
Bulbus befindet sich ein Zahnapparat. Der Schwanz ist mit einem muskulösen 
Bauchnapf versehen, an dessen Seiten je zwei Papillen stehen. Die Schwanz- 
spitze trägt zwei postonale Papillen, deren hinterste blasig ist (Taf. 9, Fig. 12 
und 13). Zwei eingezogene Spicula und ein schwach gebogenes kleines acces- 
sorisches Organ konnten noch weiter beobachtet werden. Der Schwanz des 9 
ist hinten eingeringelt und zeigt zwei ähnliche, wenn auch schwächere Längs- 
furchen wie Ascaris lanceolata. Da nun die Art Ascaris sinnicauda Olfers in 
Kudolfi's Synopsis p. 40 auf Nematoden aus Lacerta Teguixin gegründet ist, 
so zweifle ich nicht, dass die Exemplare des Museums zu dieser Art gehören. 
Oxyiiris spinicauda Dujardin (Histoire naturelle des Helminthes, p. 143—144) 
ist jedoch zweifellos mit Oxyuris acanthura (Molin) identisch. 

Zur Aufstellung einer eigenen G^tiung Pharyngodon scheinen 
mir keine Gründe vorzuliegen, da die Zähne im Bulbus allen Oxyu- 
riden gemeinsam sind. 

Heteracis suctoria Molin (Trenta specie di Nem., p. 341). In dem 
Fläschchen mit der Etiquette Spiroptera aus Caprimulgus (Podager) Nacunda 
befand sich das Molin'sche Original -Exemplar — ein cT noch in sehr gut 
erhaltenem Zustande. In einem anderen Fläschchen der brasilianischen Nema- 
toden- Sammlung (nicht in der Aufstellung) mit der Aufschrift Ä,%caris Capri- 
mulgus campestris fanden sich 49 Q und 25 cT derselben Speeles. Molin's 
Diagnose lautet: 

„Caput strictura a corpore reliquo discretum, os orhiculare, magnum, 
corpus filiforme, densissime transversim striatum; extremitas anterior attenuata, 
apice incrassata, alis utrinque latiuscidis linearibus transversim striatis, cau- 
dalis maris longe subulata, fovea magna suctoria acetabuliformi , papillis 
utrinque 6, quarum 2 ante, 4 post aperturam genitalem; penis hrevis suh- 
rectus; extremita caudalis feminae . . Long. mar. 012, crass. 0'0002." 

Die Länge der von mir untersuchten 9 betrug 15 — 20 mm., die Dicke 
0*33 mm. Der Vordertheil des cf ist gerade oder am Rücken gekrümmt, der 
Schwanz hakenförmig am Bauche eingerollt. Der Schwanz des 9 ist gerade 
und endet dünn pfriemenförmig. Der After ist weit von der Schwanzspitze 
entfernt. Die beiden Flügel sind 0'06 mm. breit und 12 mm. lang und reichen 
bis zur Anfangsstelle des Oesophagus-Bulbus. Die Mundöffnung ist sechseckig 
mit sechs kleinen, wohl als Lippen zu bezeichnenden Läppchen. Am Kopfe sind 
6—2 laterale und 4 submediane Papillen vorhanden (Taf. VII, Fig. 10). Der 
Oesophagus trägt nach hinten einen Bulbus mit Zahnapparat. 

Das Männchen besitzt zwei gleichlange Spicula mit feinen Flügeln beider- 
seits; die Spitze der Spicula ist meist hakenförmig gekrümmt; die Länge derselben 
beträgt bis 1 mm. Ferner bemerkt man noch ein kurzes gekrümmtes accessorisches 







120 



Richard V. Drasch^ 



Organ. Der mit einer schwachen Bursa versehene Schwanz des trägt 11 Pa- 
pillen, davon sechs postanal und fünf präanal. Der Saugnapf ist muskulös und 
trägt keinen hörnigen Eiüg (Taf. VII, Fig. 11). Obwohl die Zahl der Papillen 
meist constant ist, so sah ich doch bei einem statt der zwei neben dem 
After gelegenen blasigen hier drei und noch knapp unter dem After eine kleine 
Papille. Genau dieselbe Art fand sich jedoch noch in einem Fläschchen der 
brasilianischen Sammlung mit der Aufschrift: Äscaris Microdactyli Marcgrafi. 
cocc. Die Thiere waren etwas kleiner als die aus Caprunulgus. Die 9 13 mm., 
die (j^ 10 — 11 mm, lang, zeigten aber sonst Bau des Mundes und der Ge- 
schlechtswerkzeuge, sowie Zahl der Papillen etc. ganz übereinstimmend mit den 
früher beschriebenen (Taf. VII, Fig. 5, 6, 7, 10). Die Thiere sind Polymyarier; 
ihre Stellung bei Heteracis daher gerechtfertigt. 

ECeteracis verrucosa Molin (Trenta specie di Nematodi, p. 340). 

„Caput corpore continuum, epidermide stricte adnata; corpus usi forme, 
utrinque, retrorsum magis attenuatum, verrucis in series laterales dispositis 
exornatum; extremitas anterior apice truncata; caudalis maris uncinatim 
inflexa, longe suhulata, apice acutissimo, vagina penis simplex, styloidea, vix 
incurvata; penis . . ., extremitas caudalis feminae recta, longe suhulata, apice 
acutissimo. Long. mar. 0075, crass. O'OOOS. Long. fem. 012, crass. 0005." 

In dem Fläschchen, worin sich die von mir untersuchten Thiere aus 
Dasyprogta aguti fanden, waren 66 9 u^id 4 Die Epidermis liegt vorne 
lose und gefaltet um die Mundöffnung, die ohne Lippen und Papillen ist. Der 
Oesophagus endet in einem Bulbus mit Zahnapparat. Der grosszellige Darm 
hat am Kectum drei grosse Zellen. Die O'l mm. grossen Eier sind auf der 
einen Seite abgeplattet und zeigen bei öOOfacher Vergrösserung eine von senk- 
rechten Canälen durchbohrte Eischale (Taf. VII, Fig. 22). Die kleinen ihre 
Länge ist beinahe die Hälfte derer der 9> besitzen zwei Spicula mit Flügel- 
fortsätzen. Bei den 9 konnte ich leicht die Doppelreihe feiner Papillen be- 
obachten, die sich bis an die äusserste Schwanzspitze fortsetzen und von denen 
Molin erwähnt. Bei dem konnte ich wegen der starken Krümmung keine 
richtige Ansicht der Papillen gewinnen. Die Muskeln des Körpers bestehen aus 
acht Längsreihen; dieses Thier gehört folglich zu den Meromy arii 
und kann füglich nicht zu Heteracis gezählt werden; es dürfte am 
ehesten seinen Platz bei Nematoxis finden. 

Subulura acutissima Molin (Trenta specie . . ., p. 332—335). 

„Caput corpore continuum, epidermide stricte adnata, os terminale orhi- 
culare, parvum, papillosum; corpus filiforme, utrinque retrorsum magis atte- 
nuatum; extremitas anterior apice rotundata caudalis maris suhulata apice 
acutissimo, inflexa acetahulo, suctoria maxi^no (ano?) ah apice caudali remoto, 
aptera, parihus 4 papillarum, quorum duo inter acetahulum et aperturam 
genitalem; duo ante apicem caudalem; vagina penis dipetala, cruribus longis 
et latis, aequalihus, spiraliter tortis, ex apertura genitali prominula papillis 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'i 



121 



circumdata; extremitas caudalis feminae longissime subulata, recta, apice acu- 
tissimo, anus ab apice caudali valde remotus; apertura vulvae in posteriori 
corporis parte ante anum, eique propinqua (?). Long. mar. 0'007, fem. 012, 
crass. 0-0003." 

Ich untersuchte sowohl die Individuen aus dem Fläschchen mit der Auf- 
schrift: Physaloptera saginata aus Strix atricapilla, als auch aus jenem mit 
der Etiquette : Physaloptera strongylina aus Cuculus (Coccygus) seniculus und 
füge noch Folgendes zu Molin's Diagnose dazu: Der runde Kopf des Wurmes 
hat eine kleine sechseckige Mundöffnung und zwei laterale und vier suhmediane 
Papillen. Er gleicht vollkommen dem von Heteraeis suctoria Molin (Taf. VII, 
Fig. 14). Dort wo die Mundhöhle in den Oesophagus übergeht befinden sich 
drei eigenthümliche bogenförmige Zähne, deren Stellung und Form aus Taf. VII, 
Fig. 12 und 13 ersichtlich ist. Der Hals trägt zwei schmale Seitenflügeln. Der 
lange pfriemenförmige Schwanz des besitzt 10 Papillen, von denen fünf 
postanale und fünf präanale: eins und zwei sind durch die eine Cuticularfalte 
mit einander verbunden. Papille 10 steht neben dem grossen länglichen Saug- 
napf. Eine spirale Drehung der Penisscheiden konnte ich nicht beobachten. 
Die beiden Spicula sind lang und säbelförmig gekrümmt, ausserdem bemerkt 
man noch zwei kleine stabförmige accessorische Organe (Taf. VII, Fig. 11). Die 
Aehnlichkeit dieser Speeles mit Heteraeis suctoria Molin ist auffallend; sie 
unterscheidet sich jedoch von dieser durch den Zahnapparat in der Mundhöhle 
und durch eine verschiedene Entfernung der drei vordersten Papillen. Mol in 
stellt für diese Speeles eine eigene Gattung Suhulara auf und scheint diese 
hauptsächlich auf die von ihm beobachtenden spiral gedrehten Penisscheiden zu 
gründen. Mir scheint es zweifellos, dass die Gattung Suhulara auf- 
zulassen und diese Speeles bei Heteraeis unterzubringen ist. 

Cosmocerca ornata Diesing und Cosmocerca commutata Diesing 
(Revis. d. Nemat., p. 645). 

Diese beiden schon lange aus Batrachiern bekannten Nematoden wurden 
von Diesing als Repräsentanten einer eigenen Gattung Cosmocerca angeführt; 
von Schneider wurde später ohne Berücksichtigung des älteren Die sin g- 
schen Gattungsnamen für diese beiden Arten das Genus Nematoxys aufgestellt. 
In der „Revision der Nematoden" scheinen, so weit dies aus den ungenügenden 
Diagnosen zu ersehen ist, die beiden Arten verwechselt zu sein. Im Museum 
befanden sich zwei Fläschchen mit der Aufschrift: Ascaris hrevicaudata Bufonis 
viridis. Von Diesing's Hand ist hrevicaudata ausgestrichen und dafür com- 
mutata gesetzt. Die Nematoden gehören jedoch sicher der Speeles ornata an. 
Obgleich diese Speeles schon öfter beschrieben, so glaube ich doch noch einige 
bisher nicht beobachtete Details hinzufügen zu können. Von den drei äusserst 
kleinen Lippen trägt jede zwei Papillen und einen zahnartigen Vorsprung. Der 
Schwanz des ist bis an die äusserste Spitze mit zahlreichen sehr kleinen 
Papillen besäet (Taf. VII, Fig. 1). Den Hauptcharakter dieser Art bilden jene 
eigenthümlichen vielfach gedeuteten Organe, welche an der Bauchseite in zwei 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 16 



122 



Richard v. Drasch 



Eeihen vor dem After angeordnet sind. Sie erscheinen, von oben betrachtet, als 
eine Eosette von 21 länglichen Blättern, innerhalb derselben sich wieder ein 
Kreis von ebensoviel Körnchen befinden. Nach vorn und hinten legen sich 
zwei ovale quergeriffte Chitinleisten an (Taf. VII, Fig. 2). In der Profilansicht 
dieser Organe sieht man, dass diese Leisten schräge nach innen sich fortsetzen. 
Der kleine Kranz von Knötchen wird durch die grosse Rosette verdeckt. Bei 
starker Vergrösserung kann man in der subcuticularen Schicht leicht einen 
stark lichtbrechenden fadenförmigen Körper entdecken, der mit einer wellen- 
förmigen Krümmung in das Organ eintritt und an der Spitze desselben sich 
in drei oder vier Theile gabelt (Taf. VII, Fig. 3). Ich möchte dieses faden- 
förmige Gebilde am liebsten für einen Nerv halten. Jene, welche diesen Organen 
jedoch die Function von Saugnäpfen zuschreiben wollen, dürften in demselben 
nur ein Canalsystem erblicken. Die Zahl dieser Organe ist gewöhnlich sehr 
ungleich. Immer findet man sie vor dem After in zwei Reihen angeordnet, 
indess fehlen auch oft nicht unpaare, aber ohne Chitinleisten. Auf Fig. 1 sieht 
man vier Paar solcher Organe vollständig, ein Paar ohne Chitinlamellen, und 
ein unpaares Organ. Ein fünftes vorderstes Paar wurde auf der Zeichnung 
wegen Raummangel nicht mehr angegeben. Zwischen dem zweiten und dritten 
Paar liegt ein Paar Chitinleisten, ohne Rosette. Ein derartiges stückweises 
Vorkommen dieser Organe beobachte ich häufig. Ein anderes von ornata 
zeigte sieben Paare dieser Haftorgane und ein unpaares. 

Das Männchen besitzt zwei dünne kurze Spicula, die sehr leicht zu über- 
sehen sind und die scheinbar in ein grosses trichterförmiges, dunkles acces- 
sorisches Organ münden, dessen Spitze jedoch nicht hohl ist, sondern aus einer 
sehr feinkörnigen Substanz besteht. An der Basis dieses Organes befestigen 
sich zwei Muskelpaare: zwei kräftige Retractoren und zwei Protractoren. In 
Fig. 1 ist nur die quergestreifte Spiculascheide zu sehen. 

Höchst auffallend ist eine Reihe von 21 V- förmig gestellten Bursal- 
Muskelpaaren mit deutlicher Faserung. 

Bei den Weibchen von Cosmocerca ornata konnte ich nie Papillen ent- 
decken. Hie und da fand sich ein Männchen dem die eigenthümlichen Haft- 
organe vollständig abgingen, bei diesen war auch das accessorische Organ 
kürzer und stumpf. Solche Exemplare waren auch nur 1*2 mm. lang und 
dürften Jugendzustände sein (Taf. VII, Fig. 4). Die beste Beschreibung und 
Zeichnung der Haftorgane unseres Wurmes gibt Weinland (Würtemberg^ 
naturw. Jahreshefte 1859, Bd. 15, p. 97—99). Die Rosetten, mit Ausnahme der 
übersehenen inneren Knotenreihe , sowie die Spicula und das accessorische 
Organ werden vollkommen richtig abgebildet. Die Zeichnung, die Schneider 
(Monogr. d. Nemat. I. XII., Fig. 5) von dem Schwänze unseres Thieres gibt, 
ist stark schematisirt. Walter gibt in seinen Beiträgen zur Anatomie und 
Physiologie von Oxyuris ornata (Zeitschr. f. wissensch. Zoologie, Bd. IX, 
p. 485) auf Taf. XIX, Fig. 31^ eine nicht ganz richtige Abbildung der Haft- 
organe, ebenso finden sich auf dieser Zeichnung die V-förmigen Muskeln und 
das accessorische Organ. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's 



123 



V. Linstow (Enthelminthologica Troschel's Archiv, 1877, I, p. 181, 
Taf. XII, Fig. 11) findet bei Nematoxis ornatus sieben baucliständige , zwei 
seitliche und sieben rückenständige postauale Papillen, ausser den allgemeiu 
zerstreuten Körperpapillen. Ich konnte von alledem nichts sehen. Die zehn 
Chitinapparate bestehen bei ihm aus einer grösseren vorderen und kleinen 
hinteren Chitinlamelle. Erstere zeigt eine Röhre durch die der Nerv tritt. 
V. Linstow hcält diese Organe für Stützapparate der Scheiden der austretenden 
Nerven (?). Beim 9 beobachtet er eine lange pfriemenförmige Spitze, die in 
der Mitte abgeschnürt ist; an der Einschnürungsstelle sollen zwei seitlich nach 
hinten gerichtete Canäle die Haut durchbohren. Es ist schwer zu unter- 
scheiden, ob und inwiefern die verschiedenen nicht übereinstimmenden Be- 
obachtungen auf der Veränderlichkeit dieser Art beruhen oder gar auf einem 
Vorhandensein mehrerer bisher nicht unterschiedener Speeles. 

Ophiostomidea. 

Rictiilaria amphiacantha Diesing (Denkschr. d. k. Akademie der 
Wissensch., Bd. XIII, p. 16, Taf. II, Fig. 29—36). Es waren nur drei weibliche 
Exemplare vorhanden, die keine Ergänzungen zu Diesing's Diagnose boten. 
Auf Taf. VII, Fig. 23 sind einige Hautstacheln abgebildet. 

Stelmitis praecinctus Dujardin , M o 1 i n (Prodom. faunae heim., 
p. 122-123). 

„Caput incrassatum, truncatum, Umbo prominulo; os terminale, am- 
plissimum, hilabiatum, Idbiis protractüibus , singulum papillis 2 acutatis; 
corpus subcylindricum , antrorsum attenuatum; extremitalis caudalis maris 
spiraliter torta, incrassata, apice acutissimo, fere subulata, papillis conicis in 
latere ventrali 4 ante, et 3 post Organa genitalia, unaquae in latere dorsali, 
eminentia radiata in fade ventrali; vagina penis post appendicem lingulae- 
formem, dipetala permagna; penis brevis, cylindricis, acuminatus, sub vagina; 
extremitas caudalis feminae subito attenuato, breve subulata, inflexa; apertura 
vulvae in posteriori corporis parte; anus lateralis. Long. mar. 0013, crass. 
' 0-0005. Long. fem. OW, crass. OWl.'' 

Diese schon von Dujardin aufgestellte Gattung und Speeles wurde von 
Moliu näher beschrieben; der Diagnose Dujardin's lagen nur 9 zu Grunde. 
Die zwei Molin'schen Original-Exemplare des Museums waren schon beschädigt, 
indessen gelang es mir bei Triest selbst in Conger vulgaris einige und Q 
zu finden, deren Identidät mit denen des Museums zweifellos ist. Das 9 
20 mm., das 15 mm. lang. Der runde Kopf mit wulstigem Rande hat eine 
weite Mundspalte, deren innere Lippenränder fein gekerbt sind; auch setzen 
sich dieselben noch glatt eine Strecke nach innen scheidewandartig fort (Taf. VII, 
Fig. 17). Der Kopf trägt vier submediane Papillen und zwei laterale kleine 
zahnartige Erhebungen (Taf. VII, Fig. 16). Am Eingang des Oesophagus bemerkt 
man zwei rhombische ungleichgrosse Chitinlamellen, die wohl als Zähne auf- 

16* 



124 



Richard v. Draache. 



zufassen sind. Der Oesophagus wird aus vier kräftigen doppelten Muskelbündeln 
gebildet; an seinem. Ende hängen vier blasenförmige Zellen, die in den Darm 
hineinragen (Taf. VII, Fig. 18). Der Schwanz des ist hinten spiralig ein- 
gerollt und mit einem Saugnapf versehen, der jedoch von keinem hornigen Ring 
umgeben wird. Die schief gestellten Bursamuskeln sind ausserordentlich kräftig 
entwickelt. Die Länge dieses Napfes beträgt 0"128 mm. Die Breite des Thieres 
in der Nähe des Napfes 0-32 mm. (Taf. VII, Fig. 15 und 19). Der Schwanz 
läuft in eine konische Spitze aus. Vor dem After befindet sich ein zungen- 
förmiger Anhang. Die zwei grossen gleichen Spicula tragen breite Flügeln, die 
sich oft blattförmig zusammenrollen. Bei einem Individuum, wo dieselben voll- 
ständig herausgestreckt waren, hatten sie eine Länge von ri2 mm. Die äussersten 
Spitzen derselben fand ich oft hakenförmig gekrümmt. Ausserdem bemerkt man 
noch ein kleines gekrümmtes accessorisches Organ. Der Schwanz trägt 11 Pa- 
pillen, 7 präanale und 4 postanale. Von den ersteren fallen die drei vordersten 
durch ihre Grösse auf. Molin gibt von dem Schwanz eine ungenügende und 
nicht richtige Zeichnung und fasst merkwürdiger Weise die beiden Spicula als 
die Penisscheiden des accessorischen Organes auf. Der ganze Habitus von 
Stelmius praecinctus erinnert ungemein an Heteracis foveolata Rud. An einem 
solchen Individuum, welches ich bei Triest in Solea vulgaris fand, sehe ich, 
dass sich beide Arten hauptsächlich durch den bei foveolata schief gestellten 
Mund und die Analzungen bei praecinctus unterscheiden, während die Zahl und 
Stellung der Papillen fast genau dieselbe sind, wie leicht eine Vergleichung 
meiner Abbildung mit der von Schneider (Monographie d. Nemat., p. 74) zeigt. 
Auch bei Heteracis foveolata konnte ich ein kleines accessorisches Organ ent- 
decken. 

Zur Aufstellung einer eigenen Gattung Stelmius scheint 
hiemit kein Grund vorzuliegen und gehört also unser Wurm in 
die Gattung Heteracis, wenn man dieselbe so abgrenzt wie dies 
Schneider gethan hat. 

Dacnitis fusiformis Molin (Trenta specie, p. 344). 

„Caput incrassatum, strictura a reliquo corpore discretum; os Mlahiatum, 
Idbiis haemisphaericis magnis, singulum hipapillare, corpus fusiforme, antrorsum 
apice rotundato, retrorsum sensim attenuatum ; extremitas caudalis maris . . .; 
feminae longe acute conica, apice hreve mucronqta; anus ab apice caudali 
remotus. Long. fem. 0'002, crass. 0-0003.'^ 

Die Speeles ist auf einige 9 gegründet, die Molin zusammen mit 
Histiocephalus minutus fand. 

Die Exemplare zeigen dieselbe Mundform wie Stelmius praecinctus, auch 
die feingekerbte Lippe konnte ich sowohl wie die vier kräftigen Muskelbündel 
beobachten (Taf. VII, Fig. 20). Es ist wohl klar, dass keines der von Molin 
angeführten Merkmale zur Aufstellung einer Art genügend erscheint. Etwas 
längere und dünnere Exemplare (9), die genau dieselbe Mundbeschaffenheit 
zeigen wie die eben berührten Arten, fand ich in einem Gläschen der hiesigen 



Beviäiou der Origiual-Exeuiplare Diesiug's und Moliii'ö. 



125 



Sammlung mit der Aufschrift; Spiroptera leptoptera, Faid rufi. Die vier 
Individuen, alle 9, waren bis 5 mm. lang und 2 mm. breit und hatten hinter 
dem After jederseits eine kurze Papille. Die Vereinigung dieser unter sich so 
äusserst ähnlichen Arten mit der Gattung Heteracis, wie dies die weite Fassung 
dieser Gattung von Schneider bedingt, erscheint mir nicht wünschenswerth. 
Die von mir untersuchten Arten, Heteracis foveolata, Stelmius praecinctus, 
Dacnitis fusiformis, Dacnitis Faid ruft, haben unter sich so viel Gemein- 
schaftliches, dass ihre Zusammenfassung unter eine Gattung und Trennung von 
Heterads mir vollkommen gerechtfertigt erscheinen. 

Auch die Arten Heteracis suctoria und acutissima , sowie 
die später zu beschreibende papillosa, die sich ebenfalls durch 
gleiche Beschaffenheit ihrer Mundwerkzeuge und das stete Vor- 
handensein eines accessor ischen Organes auszeichnen, möchte 
ich gerne von Heteracis trennen, und diese Gattung ausschliess- 
lich für die dreilippigen Arten mit einem Saugnapf mit hornigem 
Ring, einer breiten Bursa mit grossen Papillen, ungleichen Spicula 
und ohne accessorisches Organ angewendet wissen. 

Cheiracanthidea. 

Cheiracanthus rohiistus Diesing (Syst. heim. p. 249, Auual. des' 
Wien. Museum, p. 223, Taf. XIV, Fig. 1-7; Taf. XVI, Fig. 1—24). 

Corpus rectum, retrorsuvi attenuatum, spinulosum, spinuUs anterioribus 
3—4 dentatis, dentibus subaeqiialis 2 — 1 dentatis, posterioribus tandem eva- 
nescentibus, extremitate caudali maris spiraliter involuta excavata, papillis 
marginalibus utrinque 3, pene subulato; feminae inflexa. Long. 5—&'', 
crass. r"." 

Diesing hat diesen hochinteressanten in Felis catus Sehr, vorkommenden 
Eingeweidewurm so ausführlich beschrieben, dass mir nur noch wenige Worte 
zu sagen übrig bleiben. 

Die zwei kleinen dorso -ventral gerichteten Lippen, welche auf dem dicken 
wulstigen Kopf sitzen, sind fast viereckig. Von der Innenseite des Vorderrandes 
derselben ragt eine kleine „Zahnplatte". Die Pulpa ist halbkreisförmig und 
ungetheilt; auch existirt ein unparer fingerförmiger Lobus, der bis zum Vorder- 
rande der Pulpa reicht (Taf. IX, Fig. 4). Der Kopf zeigt auf dem Längsschnitt 
jederseits des kräftigen Oesophagus ein dickes Muskelbündel, das von der Aussen- 
seite der Kopfbasis schief gegen die Lippe zieht (Taf. IX, Fig. 6). Die vier 
als Speicheldrüsen gedeuteten Schläuche werden von einer feinen Cuticula ge- 
bildet, welche zweierlei sich unter stumpfen Winkel schneidende Spiralfaserzüge 
erkennen lässt. Knapp bevor diese Schläuche in die Mundhöhle münden wird 
die Membran structurlos (Taf. IX, Fig. 7). Auf dem Querschnitt zeigen sie 
sich mit einer körnigen Masse erfüllt. Unser Wurm ist ein ausgesprochener 
Polymyarier, wie ein Blick auf Taf. IX, Fig. 3 zeigt. Die fibrilläre Muskel- 



126 



Richard v. Drasch 



Substanz hat im Querschnitt die Form eines Rechteckes, dessen dem Leibesraum 
zugewendete Seite mit einem Ausschnitt versehen ist. Die einzelnen an den 
Seitenlinien sich befestigenden Muskelstränge hielt Diesing für ein Gefässnetz 
und die Seitenlinien selbst für dessen Hauptstämme. Die breiten Seitenlinien 
selbst sind von einem Gefässlumen durchbrochen, das in die körnige Masse 
derselben zahlreiche Ramificationen sendet. Die an der Basis runden Stacheln 
haben hier eine kleine Höhlung, wie sich leicht aus einer Flächenansicht der 
Innenseite der Cuticula ersehen lässt. Von den ringförmigen Gefässen, welche 
Diesing unterhalb der Cuticula beobachtet haben will und die mit den hohlen 
Stacheln in Communication treten sollen, konnte ich nichts bemerken, und 
halte sie wohl für Structur-Erscheinungen der cuticulären Faserschichte. 

Der Darm macht kurz, nachdem er sich an den Oesophagus angesetzt 
hat, eine Schlinge nach vorn bis zur Mitte dieses Organs und geht dann gerade 
nach hinten. In seinem Mittellauf hat seine Oberfläche eine wulstige Structur, 
erinnert an jene von Peritrachelius insignis. Ein Querschnitt zeigt, dass diese 
Wülste auch in das Innere des Darmlumens vordringen und dasselbe spalten - 
artig verengen. 

Der Schwanz des Männchens trägt eine breite Bursa und vier grosse 
rippenförmige, knapp an einander gereihte Papillen, von denen 1 die kleinste ist. 
4 steht vor, die übrigen hinter dem After. Zwischen diesen grossen Papillen 
liegen noch drei kleine flache, so dass die Zahl im Ganzen 7 ist. Von den 
beiden sehr ungleichen Spicula sah ich immer nur das rechte, stabartige und 
stumpfe aus dem After ragen (Taf. IX, Fig. 5). 

Cheiracanthus gracilis Diesing (Syst. heim., Bd. II, p. 249 und 
Annal. d. Wien. Museum, Bd. II, p. 225, Taf. XIV, Fig. 8-11 und Taf. XIIL 
Fig. 1—20. 

„Corpus maris rectum subaequale, feminae arcuatim curvatum, retror- 
sum parum attenuatum, spinulis anterioribus 5 — 4 dentatis, tandem simpli- 
ciusculis, in medis corporis evanescentibus ; extremitate caudali maris semel 
spiraliter torta, pene subulatus; feminae subrecto obtusiuscula. Long. Pj^^ 
crass. i'"." 

Diesing hat diesen Wurm ebenfalls einer genauen Untersuchung unter- 
zogen. Die zwei dorso- ventral gestellten Lippen tragen je zwei Papillen und 
haben eine ungetheilte Pulpa. Bei einem Längsschnitt durch den Kopf sieht 
man drei Muskelbündel denselben axial durchsehen. Der äussere ist der stärkste, 
die beiden inneren kreuzen sich unter schiefem Winkel (Taf. IX, Fig. 3). Die 
vier als Speicheldrüsen gedeuteten Schläuche haben dieselbe Structur wie bei 
der vorigen Art. Diesing hebt hervor, dass sie unten eine Einschnürung und 
schliesslich gegen ihr hinteres Ende wieder eine kolbenförmige Anschwellung 
zeigen. Diese flaschenförmige Gestalt kommt jedoch ebenfalls bei Ch. robustus 
vor und dürfte wohl nur als ein Contractionszustand aufzufassen sein. 

Der Darm dieser Thiere geht gerade von vorn nach hinten und hat keine 
Schlinge. Seine Structur ist derjenigen von Ch. robustus gleich. Der Schwanz 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



127 



des Männchens, der mit einer breiten Bursa verseilen ist, tnägt vier grosse 
rippenförmige Papillen, von denen 1 die kleinste ist und durch einen Zwischen- 
raum von den drei übrigen knapp neben einander stehenden getrennt ist (Taf. IX, 
Fig. 1). Die Spicula sind sehr ungleich, das rechte längere ist stärker als bei 
der vorigen Art, stumpf und stabförmig. Die sing spricht auch hier von 
Ringgefässen, die mit dem Stachelapparat zusammenhängen; ich kann diese 
Beobachtung nicht bestätigen, obwohl ich mir viel Mühe gab etwas Aehnliches 
zu finden. 

Physalopteridea. 

JPhysaloptera acuficmida Molin (üna monografia del genere Fhysa- 
loptera, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch., Bd. 39, Nr. 5, p. 661) Taf. VIIT, 
Fig. 4 und 5. 

Vorderrand der Lippen flach bogenförmig. Grosser spitzer Aussenzahn, 
drei kleine Innenzähne. 

Innere Papillen sehr gross. Der Abstand zwischen 1 und 2 fünfmal so 
gross als der zwischen 2 und 3. 

JPhysaloptera obtusissima Molin (Monogr. d. gen. Physal, p. 654). 
Taf. Vm, Fig. 13 und 14. 

Aussenzahn gross und kegelförmig, Innenzähne klein. Distanz der Innen- 
papillen 1—2 gleich der Hälfte von 2—3. 6 steht in der Höhe der vierten Eippe. 

Physaloptera monodens Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 658). 
Taf. vm, Fig. 8-10. 

Aussenzahn klein und stumpf, Innenzähne äusserst klein und stumpf. 
Der Vorderrand der Lippe überragt den Aussenzahn. 7 Innenpapillen. Von 
diesen zwei sehr klein und in der Mitte von 1 und 3; 5 und 6 sehr klein. 

Physaloptera papillotruncata Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 647) 
Taf. VIII, Fig. 21—23. 

Grosser, sehr stumpfer, nach aussen geneigter Aussenzahn; grosse duten- 
förmige Innenzähne. Lippen mit sehr starker Muskulatur. Innenpapillen 1, 2, 3 
gleich von einander entfernt. Die unpaare Papille und die beiden 6 fast in 
einer Linie. In der Lage der drei ersten Innenpapillen bemerkt man oft Ab- 
weichungen; auch bleibt gerne die eine oder andere der Papillen ganz aus. 

JPhysaloptera terdentata Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 651) 
Taf. vm, Fig. 17 und 18. 

Sehr kleiner stumpfer Aussenzahn, Innenzähne grösser, blattförmig und 
längsgestreift. Die submedianen Lippenpapillen sind sehr gross. Rippen lang 
und schmal. Die unpaare Papille vor dem After gross. 

JPhysaloptera semilanceolata Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 659) 
Taf. VIII, Fig. 15 und 16. 

Stumpfer, viereckiger Aussenzahn, grosse blattförmige Innenzähne. Zwischen 
den Innenpapillen 1 und 2 befindet sich eine sehr kleine nur durch Behandlung 
mit Kalilauge hervortretende Papille. 6 liegt in der Höhe der zweiten Rippe. 



128 



Richard v. Dräsche. 



Phyfialoptera maoßillaris Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 645) 
Taf. VIII, Fig. 24 und 25. 

Schmaler Aussenzahn, blattförmige Innenzähne. Innenpapillen klein. 1, 2, 
3 gleich weit von einander, 3 knapp am After, 6 in der Höhe der dritten Rippe. 

Physaloptera magnipapilla Molin (Monogr. d. gen. Physal, p. 657) 
Taf. VIII, Fig. 6 und 7. 

Eand der Lippen fast viereckig, mit grossen submedianen Papillen. Aussen- 
zahn klein und stumpf, Innenzähne blattförmig, stark nach vorn divergirend. 
Innenpapillen 1, 2 nahe bei einander. Unpaare Papille sehr klein. 

Physaloptera anomala Molin (Monogr. d. gen. Physal., p. 650) 
Taf. VIII, Fig. 1-3. 

Stumpfer Aussenzahn, an dessen Basis sich zwei kleine Leistchen befinden. 
Von den kegelförmigen Innenzähnen ist der mittlere etwas kürzer. 5 Innen- 
papillen. 6 in der halben Höhe der zweiten und dritten Eippe. 

Bhysaloptera Muris hrasiliensis (HolocJiilus brasiliensis 
Desm.) Diesing (Revis. d. Nematod., p. 653) Taf. VIII, Fig. 11 und 12. 

Diese von Diesing unter den Speeles inquirendae angeführte Art wurde 
von Molin als Spiroptera hilabiata beschrieben, ist aber eine wahre Physalo- 
ptera. Aussenzahn klein und stumpf. Innenzähne blattförmig. Die laterale 
Lippenpapille ist gross aber sehr flach. Das Individuum, welches ich unter- 
sucht, hatte eine höchst merkwürdige Anordnung der Schwanzpapillen. Pa- 
pille 3 war nämlich sehr gross und unpaar, während Innenpapille 5 zu fehlen 
schien (?). Das Präparat war indess hier so wenig durchsichtig, dass ich gern 
einen Zweifel über die Stellung der Papillen Raum gebe. 

Pliysaloptera CoUibri Diesing (Revis. d. Nematoden, p. 237) Taf. VIII, 
Fig. 19 und 20. 

Diese äusserst kleine Art, die nur bis 5 mm. lang wird, hat einen ver- 
hältnissmässig grossen spitzen Aussenzahn. Innenzähne konnte ich nicht be- 
obachten. Die Innenpapillen 1, 2 und 3 sind gleich weit von einander entfernt. 
Von den vier Papillen, die gewöhnlich am Hinterrande des Afters liegen, wurden 
nur zwei constatirt. 

JPhysaloptera miicronata Diesing ist Ascaris loncedlata Molin wie 
schon von beiden Forschern erkannt. 

Ascaridea. 

Peritrachelius hisignis Diesing (Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. IX, p. 281, Taf. V, Fig. 8-13). 

Eine genaue Beschreibung dieser Speeles, welche mit Recht den Vertreter 
einer Ascaris nahestehenden, aber doch hauptsächlich durch Beschaffenheit des 
Darmes und der Geschlechtswerkzeuge abweichenden Gattung bildet, gab ich 
in dieser Zeitschrift (XXXL Bd. 1881, p. 187—193, Taf. XII. Zur Charakteristik 
der Nematoden-Gattung Peritrachelius Diesing). 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'e. 



129 



Ascaris angusticollis Molin (Trenta specie, p. 336). 

„Caput epidermide stricte adnata; os trilabiatum, lahiis magnis, strictura 
a reliquo corpore discretis, singidum papilla dorsali centrali sphaerica; corpus 
filiforme, densissime ac gracillime transversim anulatum, antrorsimi sensim 
maxime attenuatum, retrorsum increscens, extreniitas caudalis maris . . ., 
feminae recta, appendice conico. Long. fem. 0'04—0'08, crass. 0005— O'OOl." 

Lippen fast sechseckig mit schiefer Basis aufsitzend, so dass der Kücken 
derselben bedeutend Länger ist als die Innenseite. Loben durch einen tiefen 
Sattel getrennt. Loben schmal fingerförmig, vorn verbreitert. Zahnleiste mit 
spitzen Zcähnen in einiger Entfernung vom Lippenrand, denselben nur an zwei 
Stellen berührend. Sehr charakteristisch ist ein eigenthümlicher dunkler Saum, 
der von der Basis der Lippe aus bogenförmig nach vorn läuft und gegen die 
Mitte einen Sattel bildet (Taf. X, Fig. 22 und 23). 

Ueber die Papillen am Schwänze des kann ich nichts berichten, da 
mir kein solches zur Verfügung stand. 

Ascaris papulosa Molin (Trenta specie, p. 338). 

„Caput corpore continuum; os trilabiatum; corpus densissime transver- 
sim striatum; extremitas anterior attenuata, apice truncato; posterior increscens; 
caudalis maris hreve subulata, apice truncata, semel spiraliter torta, foveo 
suctoria musculari acetabuliformi, aptera, papillis utrinque 5 conicis, quarum 
1 ante, 4 post aperturam genitalem; vagina penis dipetala, cruribus filiformi- 
bus, longissimis; penis brevis, styloideus, vix incurvus, extremitas caudalis 
feminae . . . Long. mar. 0'012, crass. O'OOOS."' 

Das einzige vorhandene Original - Exemplar ist ein etwas beschädigtes 
Männchen. Der runde Kopf trägt keine drei Lippen wie Molin irrthümlich 
berichtet, sondern hat nur eine kleine ovale Mundöiffnung und trägt zwei laterale 
Papillen (submediane wurden keine beobachtet). Er gleicht somit ganz dem 
Kopfe von Subulura aeutissima Molin. Der Hals trägt zwei schmale Seiten- 
flügel. Der muskulöse Oesophagus hat hinten einen Bulbus mit Zahnapparat, 
Der elliptische Saugnapf ist mit keinem hornigen Ring versehen und hat sehr 
stark entwickelte Radialmuskeln. Ich zähle an dem mit einer schmalen Bursa 
versehenen Schwänze des fünf postanale und 6 präanale Papillen (da die 
äusserste Schwanzspitze abgebrochen ist, dürfte die Zahl der postanalen Papillen 
um 1 oder 2 grösser sein). Die drei hintersten präanalen Papillen stehen in 
einer Gruppe. 4, 5 und 6 sind sehr weit von einander entfernt. Zwischen 
4 und 5 liegt der stark nach vorn gerückte Saugnapf (Taf. IX, Fig. 24). Die 
Spicula sind ungleich. Es unterliegt wohl kaum einem Zweifel, dass 
unser Wurm nicht zur Gattung Ascaris gehört; Mundwerkzeuge und 
Papillenstellung zeigen grosse Aehnlichkeit mit Heteracis suctoria Molin und 
Subulura aeutissima Molin, seine Stellung bei der Gattung Heteracis 
dürfte also gerechtfertigt sein, wenn man, wie schon früher bemerkt, 
nicht vorzieht, diese Arten von Heteracis abzutrennen. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 17 



130 



Eichard v. Drasch 



Ascaris helicina Molin (Trenta specie, p. 337). 

Os trilabiatum Idbiis magnis, strictura a reliquo covpore discretis ; caput 
continuum, epidermide stricte adnata , corpus antrorsum sensim attenuatum, 
retrorsum increscens, maris in discum spirdliter involutum, feminae interdum 
totum, interdum arte posteriori in helicem tortum anfractihus nunc arctis 
et nunc taxis; extremitas caudalis maris alis linearihus, hrevihus, transversim 
dense striatis, ad aperturam genitalem ter papillatis, post aperturam genitalem 
subito acute conico , apice mucronato , inflexa, utrinque hipapillata; vagina 
penis dipetala, auribus linearibus, exilissimis, apice acutissimo, deflexis, ex- 
tremitas caudalis feminae subito, acute conico, apice mucronato, recta; anus 
prominulus, apici caudali proximus; apertura vulvae in anteriori et fere medio 
corporis parte. Long. mar. 006 — O'OOS , crass. O'OOOl— 0002. Long. fem. 
0-013— 0-028, crass. 0003— 001." 

Die Mundwerkzeuge bestehen aus drei Lippen und drei Zwischenlippeu. 
Die Gestalt der Lippen ist fast viereckig, die vorderen Ecken derselben sind als 
Aurikeln (siehe Schneider, Monographie, p. 32) ausgebildet. In der Mitte 
des Vorderrandes der Lippen befindet sich eine nach innen vorragende Cuticular- 
platte, in welche zwei kleine Lobi ragen, deren jeder wieder aus zwei Lobuli 
zusammengesetzt wird (Taf. IX, Fig. 9). Der Schwanz des cT trägt 9 Papillen, 
von denen 5 postanale. 3, 4 und 5 sind gross und blasenförmig. Die 4 prä- 
analen Papillen mit kegelförmiger Pulpa sind sehr gross und stehen an den 
Seiten des Thieres weit auseinander. Auf Taf. IX, Fig. 8 ist nur die erste 
der präanalen Papillen gezeichnet. 

Ascaris anterospiralis Molin (Trenta specie, p. 337). 

„Caput epidermide stricte adnata ; os labiis rotundatis, singulum papilla 
sphaerica parva dorsali; corpus filiforme, densissime ac gracillime transversim 
anulatum, retrorsum sensim attenuatum, ala utrinque lineari transversim striata ; 
extremitas anterior spiralis, vix attenuata; caudalis maris serie duplici 7 pa- 
pillär um epidermide obtectarum ante aperturam genitalem apici caudali pro- 
pinquam,, post aperturam genitalem subito breve acute conico ; vagina penis . . ; 
extremita caudalis feminae recta, longe acute conica; anus ab apice caudali 
remotus; apertura vulvae in anteriori corporis parte. Long. mar. 03, crass. 
0-0004. Long. fem. 0-024—0-050, crass. 0-0004—0 0008.'' 

Kopf und Hals sind mit zwei schmalen Flügeln versehen, welche Mol in 
ganz übersehen hat, indem er Osservatione 1 anführt: „Diese Speeles unter- 
scheidet sich von Ascaris leptoptera durch das Fehlen der Flügel." 

Die Rückenlippe besitzt zwei grosse Papillen ; die Bauchlippe eine grosse 
centrale. Die Lippen haben die Form eines sphärischen Dreieckes. Die Lobi 
sind durch einen tiefen Sattel getrennt. Dieselben sind sichelförmig gegen die 
Mitte der Lippe gerichtet. Der unpaare Lobus ist fingerförmig. Der Eand der 
Lippe trägt eine äusserst feine Zahnleiste (Taf. X, Fig. 15). Der Schwanz trägt 
5 postanale Papillen. 1, 2 und 3, 4 stehen neben einander; 5 auf einer Haupt- 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



131 



duplicatur gelegen, ist eine Doppelpapille. Weiter folgen 17 präanale Papillen 
in gleichen Zwischenräumen (Taf. X, Fig. 14). Das mikroskopische Bild der 
Lippen, sowie Zahl und Lage der postanalen Schwanzpapillen stimmt vollkommen 
mit Äscaris mystax überein. Die Doppelpapille 5 wurde zwar bei A. mystax 
meines Wissens noch nicht beobachtet, jedoch gibt Schneider an (1. c. p. 30), 
dass sie sich durch Grösse und eine die erstere umgebende Hautverdickung 
auszeichnet. Auch führt Schneider 21 statt wie hier 17 präanale Papillen an, 
was jedoch von sehr geringem Werthe für eine Trennung unserer Art von 
A. mystax sein dürfte. 

Ich halte somit eine Einziehung der Art A. anterospiralis 
und Vereinigung mit mystax für gerechtfertigt. 

Ascaris heteroptera Diesing (Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. Xm, p. 12, Taf. I, Fig. 7—13). 

„Caput alis dudbus angiistis inaequalibus, altera ahhreviata, altera in 
anteriore corporis parte flexuose decurrente, dilatata, postice rotundata; os 
lahiis rotundatis. Corpus maris retrorsum magis attenuatum , curvatum; 
feminae utrinque aequaliter attenuatum, subrectum v. antrorsum incurvatum ; 
extremitate caudali conica, maris inflexa, femina recta. Long. mar. ultra 1" , 
fem. V2-^", crass. V2-^'"-" 

Lippen mit Zwischenlippen. Die Lippen haben eine sechseckige Gestalt 
und sind an den Seiten mit zwei stumpfen Eckzähnen versehen. Die Lobi sind 
durch einen seichten Sattel getrennt. Die äusseren Lobuli sind rund und kürzer 
als die inneren, welche gegen die Mitte der Lippe etwas halbmondförmig aus- 
gebuchtet sind. Der unpaare stumpfe Lobus reicht weit nach vorne. Eine Zahn- 
leiste begleitet den vorderen Eand der Lippen (Taf. IX, Fig. 14 und 16). Die 
Zwischenlippen wenden eine sehr deutliche Kante nach einwärts und zeichnen 
sich durch ihre Grösse und deutliche Pulpa aus (Fig. 15). Der Schwanz des ^ 
zeigt 4 postanale und 8—9 präanale Papillen. 4 ist eine Doppelpapille, welche 
von einer Hautverdickung umgeben ist. Die präanalen Papillen folgen in geringen, 
gleichen Zwischenräumen (Taf. IX, Fig. 13). Die Stellung der Papillen erinnert 
sehr an Ascaris anterospiralis Molin. 

Ascaris lonchoptera Diesing (Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. Xin, p. 13, Taf. I, Fig. 14—17). 

„ Caput alis dudbus semilanceolatis, os labiis magnis rotundatis. Corpus 
maris . . feminae atrorsum magis attenuatum, extremitate caudali acute 
conica. Long, ultra 3", crass. 74'"-" 

Die Lippen sind von schön ovaler Form. Die beiden Lobi sind durch 
einen tiefen Sattel getrennt. Der unpaare Lobus, mit doppeltem Contour, ist 
ungewöhnlich breit und vorn leicht eingebuchtet, der Rand der Lippe wird von 
einer feinen Zahnleiste begleitet. In der Mitte der Lippe befindet sich eine 
kurze nach hinten offene Rinne (Taf. XI, Fig. 21). 

17* 



132 



Richard v. Drasch 



Ascaris laticauda Molin (Trenta specie, p. 335). 

„Caput corpore continuum, utrinque älatum alis latis, semilanceolatis, 
longis; os trüabiatum, lahiis magnis, strictura a reliquo corpore discretis, sin- 
gulum hemisphaericum, papilla minima dorsali centrdli; corpus laeve, antror- 
sum increscens , retrorsum sensim attenuatum ; extremitas anterior subito 
attenuata, spiraliter inflexa, apice truncata, caudalis maris recta, apice acu- 
tissimo, acute conica, utrinque alata alis linearihus, margine undulato, singula 
papillis maximis 8, quarum 2 ante, 4 ad, 2 post arperturam genitalem; vagina 
penis dipetala, extremitas caudalis feminae longe acute conica, recta, apice 
acuto; anus ab apice caudali valde remotus; apertura vulvae in posteriori 
corporis parte prominula, medietai propinqua. Long. mar. 03 — 0'045, 
crass. 0-0003— 0-0008. Long. fem. 0-035—0-06, crass. 00004— O'OOL" 

Die Lippen werden von drei Bögen begrenzt, deren grösster den Vorder- 
rand, die beiden flacheren die Seitenränder bilden. Am Vorderbogen bemerkt 
man eine äusserst feine Zahnleiste; sie entspricht der vorderen Zahnplatte 
Schneider 's. Der Lobus ist ungetheilt. Hinter demselben liegt der breite mit 
einer Querspalte versehene unpaare Lobus (Taf. IX, Fig. 18 und 19). Die 
meisten sind am Rücken eingerollt. Der mit einer breiten Bursa versehene 
Schwanz trägt einen grossen mit hornigem Einge versehenen Saugnapf und 
10 Papillen. Von den 7 postanalen tragen 1 und 2 eine konische Pulpa; 
4 Papillen sitzen an den Seiten in Gestalt von grossen Blasen. Zwei ovale 
Papillen liegen knapp vor und hinter dem After und zwei an den Seiten des 
Bauchnapfes (Taf. IX, Fig. 17). 

Nach dem bisher Angeführten unterliegt es keinem Zweifel, 
dass hier eine Heteracis und nicht eine Ascaris-Art vorliegt. 

Ascaris macroptera Diesing (Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XIII, p. 13, Taf. I, Fig. 18-23). 

„Caput inflexum depressum, alis duabus magnis semiovatis, os läbiis 
subovalibus , corpus utrinque aequaliter attenuatum subrectum v. curvatum., 
extremitate caudali conica maris inflexa, vaginae penis cruribus s. petdlis 
incurvatis; feminae recta. Long. mar. 2—3", crass. Long. fem. 

2'li-4'l2", crass. ^^-1'"." 

Ein kurzer Blick auf Taf. X, Fig. 17 zeigt leicht, dass die Beschaffen- 
heit der Lippen bis auf die allerkleinsten Details der von Ascaris mystax ent- 
spricht. Ebenso zeigt dieselbe Uebereinstimmung die Papillenordnung am 
männlichen Schwanzende (Taf. X, Fig. 16). Präanale Papillen zählte ich 
links 15, rechts nur 10. Es muss darum auch diese Art eingezogen und mit 
Ascaris mystax vereint werden. Immerhin bleibt es auffallend, dass diese 
Speeles, die bis jetzt nur in Katzen- und Hunde -Arten gefunden wurde, im 
Magen eines Krokodils (Champsa nigra) gleichfalls vorkommt. Könnte dieser 
Eingeweidewurm nicht von einem Thiere herrühren, das von dem Reptil ver- 
schlungen wurde? 



ReviBion der Origiual-Exemplare Diesing's und Molin'i 



133 



Ascaris hysfrix Diesing (Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., Bd. XIII, 
p. 13, Taf. I, Fig. 24-30). 

„Caput nudum inerme, os Idbiis rotundatis. Corpus utrinque aequaliter 
attenuatum parum curvatum, echinis acicularihus annulatim dense armatum, 
extremitate caudali acute conica, inermi, maris incurvata; feminae recta. 
Long. mar. 2 — 3"', crass. ^U" , fem. 2^/2", crass. Vs"'-" 

Die Lippen sind so ungemein klein, dass ich über sie nur wenig be- 
richten kann. Ihre Zahl ist drei, sie sind rund, mit Papillen besetzt, deren 
Zahl ich nicht näher bestimmen konnte und erinnern an die kleinen Lippen 
mancher Oxyuris- oder Nematoxys -Arten. Das Thier ist mit schuppenartigen 
Hautfortsätzen bewaffnet, am Halse sind die Schuppen noch spärlich, nehmen 
gegen die Mitte bedeutend zu, um wieder gegen hinten spärlicher und kürzer 
zu werden. Diesing zeichnet (1. c. Fig. 28 und 29) diese Gebilde als Stacheln, 
was unrichtig ist, indem sie plattgedrückt, an ihrer Basis abgerundet und am 
freien Ende spitz zulaufend sind. Sie alterniren in parallelen Querreihen und 
sind viel zahlreicher als dies aus Diesing's Zeichnung zu ersehen ist (Taf. X, 
Fig. 1). Ln Verdauungstractus unterscheidet man leicht einen muskulösen 
Oesophagus, einen Bulbus mit Zahnapparat, nur eine darauffolgende Darm- 
anschwellung, die als Magen zu deuten ist. An der vorderen Bauchseite des 
Wurmes befindet sich ein muskulöser Saugnapf, mit hornigem Eing. Seine 
Lage ist in der Gegend des Magens (Taf. X, Fig. 2 und 3). Das in eine feine 
Spitze ausgezogene männliche Schwanzende zeigt 11 Papillen, davon 6 post- 
anale und 5 präanale (Taf. X, Fig. 4). Die Papillen 1, 2, 3; 4, 5, 6; 7, 8, 9 sind 
in Gruppen angeordnet; sie sind verhältnissmässig gross und mit deutlicher 
Pulpa. Aus dem After ragen zwei ungleiche kurze griffelartige Spicula und 
ein kurzes schwach gebogenes accessorisches Organ. Der Anordnung der Muskeln 
nach gehören diese Thiere zu den Monorayariern. Dass sie nicht zur Gattung 
Ascaris gehören unterliegt keinem Zweifel. Die kleine Gruppe von Papillen 
vor dem After deutet auf Oxy soma; jedoch ist die für diese Gattung 
charakteristische zweite Gruppe von drei präanalen Papillen nur durch die Pa- 
pillen 10 und 11 vertreten. Es muss jedoch bemerkt werden, dass die Papillen 
nach einem sehr jungen Individuum gezeichnet wurden, welches vielleicht noch 
nicht vollkommen ausgebildet war. Anderseits wiedersprechen der Ver- 
einigung mit Oxysoma die zwei ungleichen Spicula und nähern 
dadurch unserer Art der Gattung Atractis. Eine Beobachtung der 
Papillen an verschiedenen Exemplaren war mir nicht möglich, da ich die 
wenigen vorhandenen nicht verletzen wollte, was bei der starken Krümmung 
des Schwanzes unausbleiblich wäre. 

Ascaris lanceolata Molin (Trenta specie, p. 334). 

„Caput corpore continuum, epidermide stricte adnata; os trildbiatum; 
labiis parvulis, strictura a reliquo corpore discretis, antice depressis, singulum 
Papilla sphaerica dorsali; corpus antrorsum magis attenuatum, tortuosum, 
retrorsum increscens; extremitas caudalis maris depressa, ellyptica, suhtus 



134 



Kichard v. Drascli 



foveolata fovea longitudinali alis linearibus turgidulis cincta, apice longe et 
valde cuspidata; vagina penis . • extremitas caudalis feminae recta, rotun- 
data, mucrone terminali acute conico. Long. mar. 0-02— 0-025, crass. 0005. 
Long. fem. 0-025— Om, crass. OWOS." 

Diese Speeles wurde zuerst von Diesing (Deukschr. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XIII, p. 16, Taf. II, Fig. 19—28) als Physaloptera mucronata beschrieben. 
Die Abbildungen, die dieser Forscher von Mund und Schwanz gibt, sind un- 
richtig. Die drei sehr kleinen Lippen beschreiben gegen vorn einen gedrückten 
Halbbogen. Vom Vorder- und Innenrande der Lippen entspringen zwei Haut- 
säume mit gezähnten Eändern, entsprechend der vorderen Zahnplatten vieler 
Heteracis -Arten. Die Pulpa ist nur durch einen seichten Sattel in zwei Lobi 
getheilt. Der unpaare Lobus ist gross, fingerförmig und reicht weit nach 
vorn (Taf. X, Fig. 8, 9 und 10). Das männliche Schwanzende zeigt, wie schon 
von Molin hervorgehoben, an der Bauchseite eine eigenthümliche ovale, sich 
nach hinten zuspitzende Grube. An der Eückenseite des männlichen Schwanz- 
endes bemerkt man zwei lange parallel laufende Furchen. Der seitlich und 
ausserhalb derselben befindliche Theil des Schwanzes ist nur eine Cuticularfalte. 
Der Schwanz trägt 12 postanale und circa 19 präanale Papillen. Die Papille 5 
ist eine Doppelpapille (?). Dann folgen 7 im Bogen gestellte Papillen mit langer 
kegelförmiger Pulpa. Die hierauf folgenden präanalen Papillen sind ziemlich 
unregelmässig angeordnet und mit nicht ganz beständiger Zahl, die zwischen 
15 und 18 schwankt (Taf. X, Fig. 11). 

Die Lippen dieser Ascaris-Art zeigen grosse Aehnlichkeit 
mit denen von Heteracis , während der eigenthümliche Schwanz 
dieses Thieres einzig in seiner Art ist. Die Anordnung der Sch wanz- 
papillen stimmt im Allgemeinen mit der Yon Äscaris üherein, wenn 
auch die beiden bogenförmig gestellten Papillenreihen mit langer 
Pulpa etwas Fremdartiges haben. 

Ascaris tnicrolahium Molin (Trenta specie, p. 336). 

„Caput corpore continuum, epidermide stricte adnata, os trilahiatmn 
lahiis parvis, strictura a reliquo corpore discretis; corpus filiforme, densissime 
transversim striatum; extremitas anterior sensim attenuata; posterior increseens; 
caudalis maris uncinata, apice mucronata, subtus papillosa; feminae recta, hreve 
acute conica; anus apici caudali proximus; apertura vulvae . . . Long. mar. 
015— 0-019, crass. 0-0005-0 0008. Long.fem.0-016—0 022, crass.0 0005—0 001.'' 

Die Lippen ohne Zahnleisten, mit Zwischenlippen und Aurikeln. Lippen 
sehr klein, viereckig, aussen stark gewölbt. Einne sehr breit. Eckzähne breit 
und stumpf. Die beiden Loben durch einen seichten Sattel getrennt, ünpaarer 
Lobus viereckig (Taf. IX, ¥ig. 11 und 12). Die Zwischenlippen sind gross und 
mit nach innen gerichteter scharfer Kante. Die vordersten Leibesringe mit 
schneidendem Eand. Der männliche Schwanz trägt 8 kleine postanale Papillen 
und 20 und noch mehr präanale, deren jede auf einem Leibesringel sitzt. Vor 
dem After beobachtete ich eine kleine unpaare Papille (Taf. IX, Fig. 10). 



ReTision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'R. 



135 



Ascaris hiuneinata Molin (Prodomo faunae . . ., P- 96, Taf. XI). 

„Os läbiis majusculis, hasi constrictis ; lahium singulum papilla margi- 
ndli conica, et hasali spluxerica centralihns; corpus antrorsum attenuatum, 
retrorsum increscens, utrinque uncinatum, dlis duabus linearibus apice caudali 
obtuso, appendice brevi conica; feminae irregulariter circumflexum; extremi- 
tas eaudalis maris spiraliter involuta; vagina penis dipetdla, cruribus secur- 
vatis; penis basi incrassatus, vix recurvatus. Long. mar. 0015 - 030, crass. 
0-0005— 0-001. Long. fem. 0-035—0 050, crass. 001—0 1015.'' 

Zur Untersuchung dieses Wurmes, der von Rudolfi als Äscaris Fabri 
beschrieben wurde, standen mir nur zwei verletzte Q zu Gebote, an denen ich 
jedoch die Lippen studiren konnte, die von Molin unrichtig aufgefasst wurden. 
Es sind Lippen mit Zwischenlippen. Bei den von mir untersuchten Exemplaren, 
waren die drei Lippen weit von einander entfernt. Die Lippe selbst ist an den 
Seiten mit einer eigenthümlichen dünnen Cuticular -Ausbreitung versehen. Am 
Vorderrand erheben sich vier radial gestellte Cuticularleistchen, die durch eine 
feine Rinne getheilt sind. Die Pulpa ist ungetheilt. Die Rückenlippe trägt zwei 
grosse Papillen (Taf. X, Fig. 19). Diese höchst eigenthümliche Form steht 
jedoch nicht vereinzelt da, denn bei einem Wurm aus Solea vulgaris Cuv. 
[Ascaris Soleae Rud. des hiesigen Museums) fand ich ganz ähnliche Verhält- 
nisse. Hier vereinigen sich die oben erwähnten vier Cuticularleisten zu einem 
Stiele, der sich von der Innenbasis der Lippe erhebt. Zum weiteren Unterschied 
trägt auch hier der vordere Lippenrand eine feine Zahnleiste (Taf. X, Fig. 20 
und 21). Auch die Lippe von Ascaris Pastinacae Rudolfi aus Baja Pastinaca, 
welche Art ich im hiesigen Museum vorfand, gehören in denselben Formen- 
kreis (Taf. IX, Fig. 22 und 23). Hier ist die Zahnleiste noch ausgebreiteter; 
die beiden Loben haben eine äusserst merkwürdige keulenförmige Gestalt. Auch 
treten zwei unpaare Lobi, ein äusserer spitzer und ein innerer herzförmiger auf. 



136 



Richard v. Dräsche. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VII. 

Fig. 1. Nematoxys ornata, Schwanz des (Vergr. 165). 
„2. „ „ Haftpapille, von oben (Vergr. 520). 

„ 3. „ „ Haftpapillen, von der Seite (Vergr. 520). 

„4. „ „ Schwanz eines jungen (?) Exemplares (Vergr. 106). 

„ 5. Heteracis suctoria Molin aus Dicholophus Maregrafi, Schwanz des 

(Vergr. 106). 

„ 6. „ „ Molin aus D. Maregrafi, und 9 (natürl. Grösse). 

„ 7. „ „ aus B. Maregrafi, Kopf, von oben (Vergr. 165). 

„ 8. „ „ aus Caprimulgus campestris, Schwanz des cf (V. 165). 

„ 9. „ „ aus G. eampestris, und 9 (natürl. Grösse). 

„ 10. „ „ aus C. eampestris, Kopf, von oben (Vergr. 165). 

„ 11. Suhulura aeutissima Molin, Schwanz des cT (Vergr. 75). 

„ 12. „ „ Kopf mit den Zähnen, von der Seite (Vergr. 165). 

„ 13. „ „ Kopf, von oben, bei tiefer Einstellung (Vergr. 165). 

„ 14. „ „ Kopf, von oben (Vergr. 165). 

„ 15. Stelmius praeeinctus Duj., Schwanz des cf (Vergr. 50). 

„ 16. „ „ Kopf, von oben (Vergr. 106). 

„ 17. „ „ Kopf und Vordertheil des Oesophagus, von der 

Seite (Vergr. 106). 
„ 18. „ „ Vordertheil des Wurmes (Vergr. 25). 

„ 19. „ „ Schwanz des cf, von der Seite (Vergr. 50). 

„ 20. Daenitis fusiformis Molin, ganzes Thier (Vergr. 25). 
„ 21. „ sp. aus Faleo rufo, Vordertheil (Vergr. 50). 
„ 22. Heteraeis verrucosa Molin, Eier (Vergr. 520). 
„ 23. Rictularia amphiaeantha Diesing, Hautstacheln (Vergr. 520). 

Tafel VIII. 

Fig. 1. Physaloptera anomala Molin, Schwanz des (Vergr. 28). 
„ 2. „ „ Lippenzähne (Vergr. 520). 

„ 3. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 4. „ acuticauda Molin, Schwanz des (Vergr. 80). 

„ 5. „ „ Lippen, von innen (Vergr. 165). 

„6. „ magnipapilla Molin, Schwanz des (Vergr. 25). 

„ 7. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 8. „ monodens Molin, Schwanz des cf (Vergr. 36). 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



137 



Fig. 9. Physaloptera monodens Molin, Lippe, von innen (Vergr. 165). 



„10. „ „ Lippenzähne (Vergr. 520). 

„11. „ muris hrasiliensis Diesing, Schwanz des (Vergr. 28). 

„ 12. „ „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 13. „ obtusissima Molin, Schwanz des (Vergr. 36). 

„ 14. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„15. „ setnüanceölata Molin, Schwanz des (Vergr. 36). 

„ 16. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 17. „ terdentata Molin, Schwanz des (Vergr. 36). 

„ 18. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 19. „ Colubri Diesing, Schwanz des (Vergr. 80). 

„ 20. „ „ Lippe, von Innen (Vergr. 80). 

„ 21. „ papillotruncata, Schwanz des (Vergr. 28). 

„ 22. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

r 23. „ „ Lippenzähne (Vergr. 520). 

„ 24. „ maxillaris Molin, Schwanz des <^ (Vergr. 25). 

„ 25. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

Tafel IX. 

Fig. 1. Cheiracanthus gracilis Diesing, Schwanz des (Vergr. 5). 
„ 2. „ „ Kopfhälfte, von innen (Vergr. 36). 

„3. „ rohustus Diesing, Querschnitt hinter dem Kopf (Vergr. 25). 

„ 4. „ „ Lippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 5. „ „ Schwanz des cf (Vergr. 50). 

„ 6. „ „ Kopfhälfte, von innen (Vergr. 25). 

„ 7. „ „ Eines der schlauchförmigen Organe („Speichel- 

drüsen") (Vergr. 25). 
„ 8. Ascaris helicina Molin, Schwanz des (Vergr. 165). 

„ 9. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 110). 

„ 10. „ microläbium Molin, Schwanz des (Vergr. 75). 

„ 11. „ „ Rückenlippe, von aussen (Vergr. 165). 

„ 12. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 13. „ heteroptera Diesing, Schwanz des cT (Vergr. 110). 

„ 14. „ „ Rückenlippe, von aussen (Vergr. 165). 

„ 15. „ „ Zwischenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 16. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 17. „ laticauda Molin, Schwanz des (Vergr. 106). 

„ 18. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 19. „ „ Rückeulippe, von der Seite (Vergr. 165). 

„ 20. „ „ Vordertheil des Wurmes (Vergr. 12). 

„ 21. „ lonchoptera Diesing, Eückenlippe, von innen (Vergr. 520). 

„ 22. „ Pastinacae Rudolfi, Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 23. „ „ Rückenlippe, von aussen (Vergr. 165). 

„ 24. „ papulosa Molin, Schwanz des (Vergr. 80). 

Z. B. Ges. B. XXXIT. Abb. 18 



138 Richard v. Dräsche. Revision der Original-Exemplare Diesing's nnd Molin's. 



Tafel X. 

Fig. 1. Ascaris hystrix Diesing, Körperschuppen, von der Mitte (Vergr. 520). 

„2. „ „ Vordertheil des Wurmes (Vergr. 36). 

„ 3. „ „ ein Männchen (Vergr. 12). 

„ 4. „ „ Schwanz des cf (Vergr. 165). 

„ 5. „ lanceolata Molin, Schwanzende des cT, von der Kückenseite 

(Vergr. 12). 

„ 6. „ „ Schwanzende des cf, von der Bauchseite (Vergr. 12). 

„ 7. „ „ Schwanzende des , von der Seite (Vergr. 12). 

„ 8. „ „ Eückenlippe, von aussen (Vergr. 165). 

„ 9. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 10. „ „ Rückenlippe, von der Seite (Vergr. 165). 

„ 11. „ „ Schwanz des cT, um die Papillen zu zeigen (Vergr. 80). 

„ 12. „ spinicauda Olfers, Schwanz des cT, von der Seite (Vergr. 75). 

„ 13. „ „ Schwanz des cf", von der Bauchseite (Vergr. 75). 

„ 14. „ anterospiralis Molin, Schwanz des cf (Vergr. 165). 

„ 15. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 16. „ macroptera Diesing, Schwanz des (Vergr. 165). 

„ 17. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 18. „ „ Vordertheil des Wurmes (Vergr. 25). 

„ 19. „ hiuncinata Molin, Rückenlippe, von innen (Vergr. 240). 

„ 20. „ Soleae Rudolfi, Kopf, von der Seite (Vergr. 25). 

„21. „ „ Rückenlippe, von innen (Vergr. 520). 

„ 22. „ angusticollis Molin, Rückenlippe, von innen (Vergr. 165). 

„ 23. „ „ Rückenlippe, von aussen (Vergr. 165). 



139 



Helminthologisehe Notizen. 

Vou 

Dr. Richard v. Dräsche. 

(Mit Tafel XII.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 1. Februar 1882.) 

Bei der Durchsicht der Nematoden - Sammlung des hiesigen k. k. Hof- 
cabinetes, behufs Kevision der Original -Exemplare von Diesing und Molin, 
fand ich unter den von Natter er aus Brasilien mitgebrachten Nematoden 
einige neue Arten, deren Beschreibung ich hier geben will. 

Heteracis mnblymoria n. sp. aus Caprimulgus {Podager nacunda 
Vieill.) campestris Lit. Es waren nur zwei Exemplare, ein und Q vorhanden. 
Länge des cT 40 mm., Dicke r25 mm.; Länge des 9 39 mm., Dicke 1 mm. 
Der Mund ist dreilappig, die Lippen haben einen halbkreisförmigen Umriss und 
zeigen vordere, mittlere und hintere Zahnplatten (Taf. XII, Fig. 2 und 3). Die 
vorderen und mittleren Zahnplatten bestehen aus zwei parallelen Zahnreihen, 
die von sehr kleinen bogenförmigen Zähnchen gebildet werden. Die hinteren 
Zahnplatten haben eine viereckige Gestalt. Die Pulpa ist ungetheilt. In der- 
selben bemerkt man zu beiden Seiten der Mittellinie zwei dunkle kreisförmige 
Stellen. Die Eückenlippe trägt zwei grosse Papillen und hat an ihrer Basis 
eine Breite von 016 mm. und eine Höhe von 0*09 mm. Der mit einer Bursa 
versehene Schwanz des cf ist ziemlich stumpf. Von den 9 grossen Papillen 
sind drei, die seitlich hinter dem After liegen, besonders gross und blasig (Taf. XII, 
Fig. 1). Der grosse Bauchnapf ist muskulös und mit einem hornigen Eing 
versehen. Beiderseits von ihm liegen die Papillen 8 und 9. Die beiden un- 
gleichen Spicula sind fast gerade, stumpf und tragen an ihrer Spitze eine kleine 
Verdickung. 

Ascaris miiltilohata n. sp. aus DicholopTius Marcgrafi Iiiig. Von 
dieser Art sind zahlreiche und 9 vorhanden. Länge der cf 30 — 44 mm., 
Dicke 0'8 mm.; Länge der Q 38 — 53 mm., Dicke 9 mm. Der Mund hat drei 
Lippen mit Zahnleisten und Zwischenlippen. Die Form der Lippen ist die eines 
regulären Fünfeckes (Taf. XII, Fig. 4). Der Vorderrand wird parallel von einer 
sehr zarten Zahnleiste begleitet. Die Pulpa ist durch einen seichten Sattel in 
zwei stumpfe Lobi gespalten, denen an der Innenseite ein kleiner Lobus auf- 

18* 



140 



Richard v. Dräsche. 



sitzt, um welchen eine strahlenförmige Zeichnung zu beobachten ist. Höchst 
auffallend ist das Vorhandensein von zwei unpaaren Lobi. Der eine, und zwar 
der äussere ist stumpf, fast rechteckig und reicht bis zum Sattel, der innere 
ist bedeutend kleiner, in seiner Gestalt dem anderen ähnlich. Die einzelnen 
Theile der Pulpa folgen also, von aussen nach innen gezählt, in folgender 
Eeihe : Die beiden Lobi, die Lobuli, der grosse unpaare Lobus, der kleine un- 
paare Lobus. Ausgezeichnet sind die Lippen ferner noch durch eine kurze 
mediane Rinne, die bis zum grossen unpaaren Lobus reicht und durch bogen- 
förmige Leistchen links und rechts von letzterem. Der Hals des Wurmes trägt 
zwei schmale Flügel. Der spitze Schwanz des fällt hinter dem After steil 
ab, wie sich am besten an einer Profilansicht desselben sehen lässt (Taf. X, 
Fig. 5). Er trägt 3 postanale und 6 präanale Papillen. Die Papillen 3 sind 
die grössten und durch eine eigenthümliche Lemniscaten-ähnliche Zeichnung 
in der Cuticula mit einander verbunden. Spicula konnte ich leider nirgends 
beobachten. Die Vulva ist in der Mitte des Körpers. 

Ascaris multipapiUata n. sp. aus dem Oesophagus und Magen von 
Tantalus loculator Lin. Das Museum besitzt von dieser Art 7 und 50 Q. 
Länge des 13 mm., Dicke 0'6 mm.; Länge des 9 18 mm., Dicke 0*5 mm. 
Der Kopf trägt Lippen ohne Zahnleisten mit Aurikeln uud Zwischenlippen 
(Taf. XII, Fig. 7). Die Eckzähne sind stumpf, die Rinne ziemlich breit, die 
Ringe hinter dem Kopfe mit schneidendem Rande. Das männliche Schwanzende 
trägt 10 postanale und 31—40 präanale Papillen (Taf. XII, Fig. 8). Die Zahl 
der letzteren fand ich oft auf beiden Seiten ungleich. Die Papillen 5—10 stehen 
in zwei Reihen hinter dem After, 5 und 6 kann wohl auch als Doppelpapille 
aufgefasst werden. An einem Exemplar fand ich sogar auf der einen Seite 
drei zu einer Gruppe vereinigte Papillen. Die präanalen Papillen stehen in 
einer einfachen Reihe in Zwischenräumen, die mit der Entfernung vom After 
zunehmen. Die beiden gleichen Spicula sind lang und mit Flügeln versehen. 

Die eben beschriebene Art gehört in jene Reihe von Ascaris -Arten, die 
in den Scharben schmarotzen und welche sich alle, sowohl was Mundwerkzeuge 
als Anordnung der Papillen betrifft, sehr ähnlich sind. Von Tantalus loculator 
ist noch Ascaris Conga Leidy bekannt (Proceedings of the Academy of Phila- 
delphia, Bd. VIII, p. 51). Dieser 9 Zoll lange Wurm hat jedoch mit unserer 
Species nichts gemein. 

Ascaris pacheia n. sp. aus dem Magen von Sarcorhamphus papa 
Dum. Im Besitze des Museums finden sich 30 Stück, leider nur 9 . Die Länge 
derselben beträgt bis 11 cm., ihre Dicke bis 2 5 mm. Vorn ist der Wurm 
meist Spiral eingedreht. Der Kopf trägt sehr kleine Lippen mit Zahuleisten 
und Zwischenlippen. Die Zahnleiste begleitet parallel das Vorderende der Lippe 
und wird aus stumpfen Zähnchen zusammengesetzt. Die Pulpa ist durch einen 
tiefen Sattel in zwei Lobi getheilt. Diese selbst bestehen wieder aus einem 
äusseren vorn breiten und stumpfen Lobulus und einem Innern Zweigetheilten, 
dessen der Mittellinie zugewandter Theil stumpf, der dem Rande genäherte spitz- 



Helminthologische Notizen. 



141 



fingerförmig ist. Die Seiteulinien sind bei diesem Wurme sehr deutlich und 
breit. Die Vulva ist am Ende des ersten Körperdritttheiles und schliesst sich 
an einen zweiästigen Uterus an, dessen Aeste sich V-förmig theilen und nach 
rückwärts biegen. In Sarcorhamphus papa findet sich noch die von Baird 
(Annais and magazine of Natural History, V. 10; 1862, p. 314) beschriebene nur 
5 V2 Linien lange Äscaris unduloso - striata, die keinesfalls mit unserer Art 
identisch ist. 

AscaHs Ovis Rudolfi aus Ovis aries. Das hiesige Museum enthält ein 
schlecht erhaltenes Weibchen von 60 mm. Länge und TS mm. Breite, welches 
von Diesing in seiner Systema Helminthum, p. 190 mit einigen Worten er- 
wähnt und unter die Speeles inquirendae gestellt wird. Diese Art wurde von 
Rudolfi in seiner Synopsis, p. 54 nach dem Kataloge der Wiener Entozoen auf- 
gestellt, ohne von ihm gesehen worden zu sein, bezieht sich also auf das einzige 
hier befindliche Exemplar. Die Lippen desselben haben eine fast viereckige 
Gestalt (Taf. XII, Fig. 11). Die zwei Loben sind durch einen ziemlich tiefen 
Sattel getrennt und zerfallen in einen äusseren stumpfen, vorn abgerundeten 
Lobulus und einen inneren spitzen, dessen Spitze sichelförmig gegen die Mitte 
der Lippe gerichtet ist. Der unpaare Lobus ist kurz und breit, höchst auf- 
fallend sind zwei kräftige Muskelstränge, welche sich an die inneren Lobuli 
mit verbreiteter Basis -ansetzen und wohl zur Bewegung der Lippen dienen. 
Die Zahnleiste ist, so weit es der wenig gute Erhaltungszustand des Wurmes zu 
sehen erlaubt, nicht zusammenhängend, und zwar in der Mitte des Vorderrandes 
und längs den beiden Seiten der Lippe. Die Zähne sind spitz. Der vorliegende 
Wurm scheint merkwürdigerweise das einzige bis jetzt aus dem Hausschaaf 
bekannt gewordene Ascaris-Exemplar zu sein. Indess konnte ich zwei andere 
von Herrn C. Kölbl, Assistent am k. k. zoologischen Hofcabinet, im Schaafe 
gefundene zu Ascaris gehörige Eingeweidewürmer untersuchen, welche jeden- 
falls nicht mit Ascaris Ovis Rudolfi identisch sind. Beide waren leider recht 
schlecht conservirte Q. Das eine Exemplar hatte eine Länge von 93 mm, und 
war fast TS mm. dick und zeigt eine höchst eigenthümliche Structur der 
Lippen-Pulpa. Der verdickte Vorder- und der Seitenrand der Lippen sind von 
einer feinen Zahnleiste begleitet. Was nun die höchst merkwürdige, innen 
netzartig verzweigte, aussen von einer Spitzbogen-ähnlichen Figur eingesäumte 
Pulpa betrifft, so wird ein Blick auf Taf. XII, Fig. 10 mehr als eine lange Be- 
schreibung lehren. Ohne diese letztere Art mit einem Namen zu belegen, 
begnüge ich mich darauf hingewiesen zu haben, dass in unserem Hausschaaf 
zweierlei, wahrscheinlich sehr seltene, aber durch ihre Lippen höchst inter- 
essante Ascaris -Arten vorkommen, welche einer eifrigen Nachforschung werth sind. 

Ascaris rigida Rudolfi. Bei Gelegenheit einer vergeblichen Durch- 
suchung der Eingeweide von Lophius piscatorius auf Äscaris increscens Molin 
entdeckte ich im Magen dieses Fisches einige sehr schöne Exemplare von 
Ascaris rigida, welche mir eine genaue Beschreibung ihrer Lippen erlauben. 
Schneider gibt auf Taf. II, Fig. 3 seiner Monographie eine Abbildung der 



142 



Richard v. Dräsche. Helminthologische Notizen. 



Lippe von aussen und stellt die Mundwerkzeuge dieser Art zu denen ohne Zahn- 
leisten mit Löffeln und Zwischenlippen. Wie meine beiden Figuren 12 und 13 
zeigen, sind ausser der grossen ungetheilten viereckigen nach vorne von einem 
flachen Bogen begrenzten Pulpa noch zwei runde Lobuli vorhanden. Die Cuti- 
cularschicht der Lippe, welche seitlich in zwei breite Flügel sich verlängert, 
die die Zwischenlippen theilweise von aussen verdecken, erhebt sich an der 
Innenseite in vier schief nach hinten gerichtete Falten, von denen die beiden 
äussersten sich stielförmig gegen den Oesophagus vereinigen. Schon Wedl 
hat 1856 (Sitzungsber. d. math.-naturw. Gl. d. k. Akad. d. Wissensch., Bd. 19, 
„lieber die Mundwerkzeuge der Nematoden", p. 58, Taf. V, Fig. 8) eine ziemlich 
gute Seitenansicht der Lippen von Ascaris rigida gegeben. Schneider zeichnet 
die Lippen (1. c.) bedeutend höher und kennt weder die Lobuli noch die Cuti- 
cularleisten, welche er wohl als seine „Löffeln" — Vertiefungen in den Lippen- 
ecken — deutet. Ich stelle diese Lippen zu jenen von Ascaris Soleae und 
Ascaris Pastinacae (siehe meine Abhandlung in diesem Bande, Taf. X, Fig. 21 
und Taf. IX, Fig. 22 und 23). Erstere zeigen zwar deutliche Zahnleisten, ihre 
Aehnlichkeit im Uebrigen mit den Lippen der beiden anderen Arten ist jedoch 
nicht zu verkennen. Die Zeichnungen Schneider 's von Lippen ohne Zahn- 
leisten mit Löffeln und Zwischeulippen lassen mich vermuthen, dass noch einige 
derselben zu jener Gruppe gehören, welche sich durch membranöse seitliche 
Verlängerung und innere Cuticularleisten auszeichnet. 



Fig. 1. Männliches Schwanzende von Heteracis amblymoria (Vergr. 70). 

„ 2. Seitenansicht der Lippen von Heteracis amlilymoria (Vergr. 165). 

„ 3. Rückenlippe, von innen, von Heteracis amblymoria (Vergr. 165). 

„ 4. Rückenlippe, von Ascaris multilobata (Vergr. 165). 

„ 5. Männliches Schwanzende, von der Seite, von Ascaris multilobata (Vergr. 50). 

„ 6. Männliches Schwanzende von Ascaris multilobata (Vergr. 80). 

„ 7. Rückenlippe, von innen, von Ascaris multipapillata (Vergr. 105). 

„ 8. Männliches Schwanzende von Ascaris multipapillata (Vergr. 80). 

„ 9. Rückenlippe, von innen, von Asca7'is paeheia (Vergr. 73). 

„ 10. Rückenlippe, von innen, einer Ascaris -Art aus dem Schaaf (Vergr. 165). 

., 11. Rückenlippe, von innen, von Ascaris Ovis Rad. (Vergr. 165). 

„ 12. Rückenlippe, von aussen, von Ascaris rigida Rud. (Vergr. 105). 

„ 13. Rückenlippe, von innen, von Ascaris rigida Rud. (Vergr. 105). 

„ 14. Weibliches Schwanzende von Ascaris rigida Rud. (Vergr. 165). 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XII. 




143 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 

Von 

Dr. F. Arnold 

in München. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 1. März 1882.) 

Literatur. 

1. Schriften der Gesellschaft naturforschender Freunde zu Berlin. 8, erstes 
Stück, 1787, VII. Winterbelustigungen von Herrn Abt Baron v. Wulfen. — 
2. Jacquin, Miscell. IL, 1781; Collectanea 2—4, 1788—1790. — 3. Roemer, 
.Vrcbiv für Botanik. III. 1805. — 4. Kunitsch, Biographie des F. X. Freiherrn 
V. Wulfen. Wien 1810. — 5. Dr. Fenzl und P. Graf, F. X. Freiherrn v. 
Wulfen 's Flora Norica, Phanerogaraa. Wien 1858. 

Franz Xaver Freiherr v. Wulfen, geboren am 5. November 1728, lebte 
seit 1763 in Klagenfurt und starb daselbst am 16. März 1805. Seine licheno- 
logische Thätigkeit fiel in die Periode zwischen Linn^ (gest. 10. Jänner 1778) 
und Acharius (1794 — 1819), demnach in eine Zeit, in welcher die Flechten, 
welche Wulfen als eine Abtheilung der Algen erachtete, bereits mit Species- 
namen versehen wurden. Bei drei Gelegenheiten hat Wulfen die Ergebnisse 
seiner lichenologischen Studien niedergelegt: Die „Winterbelustigungen" ent- 
halten eine theilweise Schilderung der Flora von Klagenfurt; in den Werken 
von Jacquin ist eine Centurie Flechten aus Kärnten beschrieben und im nach- 
gelassenen Manuscripte der Flora Norica, aus welchem das Fragment in Roem er's 
Archiv entnommen sein dürfte, ist voraussichtlich die Lichenenflora von ganz 
Kärnten bearbeitet. 

Wulfen begnügte sich nicht mit der blossen, anerkannt vortrefflichen 
Beschreibung der einzelnen Arten, sondern berücksichtigte die damalige Literatur, 
welche ihm in umfassender Weise bekannt war. Denn nicht nur die Hauptwerke 
von Micheli, Dillen, Scopoli, Haller, Linne, in welchen Wulfen gründ- 
lich belesen war, wurden von ihm, so oft sich die Gelegenheit bot, in den 
Bereich einer sorgfältig vergleichenden Kritik gezogen, sondern es waren ihm 
auch bis auf Dioscorides und Plinius (Coli. 3, 125) zurück ältere und neuere 
botanische Werke, Specialüoren und Reisebeschreibungen, in welchen bloss neben- 
bei von Lichenen die Sprache ist, nicht fremd. Wulfen war mit Scopoli 



144 



F. Arnold. 



befreundet (Coli. 2, 179, 4, 250), correspondirte mit Haller (Coli. 3, 96, lin. 7), 
verkehrte mit Eoemer und Schreber und übermittelte an Hoffmann, 
dessen PI. Lieb, bereits Coli. 4, 249—278 erwähnt werden, werth volles lieheno- 
logisches Material. Die Thätigkeit von Wulfen gewinnt an Bedeutung, wenn 
man erwägt, dass vor den Werken von Jacquin nur wenige colorirte Abbil- 
dungen von Flechten, wie in Weber spie. 1778, Hagen, Tent. 1782, erschienen 
waren: mit den Mise. II. 1781 und Coli. (1788—1790) begannen jene drei colo- 
rirte Prachtwerke von Jacquin, Hoff mann, PI. Lieh. 1790 — 1801 und Sowerby 
und Smith, E. Bot. 1790—1815, welche seitdem kaum mehr übertroffen wurden. 
Es wurden insbesondere die Collectanea durch die PI. Lieh, ergänzt, worin 
Hoff mann, welcher Goethe während seines Aufenthaltes zu Göttingen im 
Jahre 1801 mit der demselben bis dahin unzugänglichen Provinz der Crypto- 
gamen näher bekannt machte, mehrere von Wulfen empfangene Flechten be- 
schrieb. Ein werthvolles Hülfsmittel, um hauptsächlich in zweifelhaften Fällen 
Klarheit zu erlangen, bilden die zum Theile noch vorhandenen älteren Herbarien, 
da auch Wulfen nach allgemeinem Brauch gesammelte Lichenen sowohl im 
eigenen Herbarium aufbewahrte, als Gleichgesinnten zukommen Hess. Die Samm- 
lungen von Scopoli (Verb. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 17) und v. Hohen- 
warth (Fenzl und Graf, p. XII) dürften zwar als verloren zu betrachten 
sein. Das Herbarium von Schrank in München enthält keine, dasjenige von 
Schreber nur noch wenige Flechten von Wulfen. Bedeutender ist die Zahl 
solcher Originale in dem zu Laibach aufbewahrten Herbarium des Freiherrn 
V. Zoys, deren Einsicht mir durch Gefälligkeit des Herrn Professor Voss in 
Laibach ermöglicht wurde. Die Sammlung von Hoffmann, nach Mittheilung 
von Nylander in Petersburg befindlich, und die Herbarien der bei Fenzl und 
Graf p. X erwähnten Botaniker werden sicher vielfachen Aufschluss geben. 
Als Hauptquelle ist jedoch das im k. k. botanischen Hofcabinete in Wien ver- 
wahrte Herbarium von Wulfen (Fenzl und Graf, p. III) anzusehen, dessen 
Durchsicht und Prüfung mit zeitgemässen Hülfsmitteln um so Wünschenswerther 
wäre, als dadurch nicht nur die Herausgabe des Manuscriptes der Flora Norica 
(lichenol.) vorbereitet, sondern auch Aufklärung über so manche zweifelhafte 
Art, wie L. sanguineoater, muscorum, die räthselhaften Collemaceen (Coli. 4) 
erreicht werden könnte. Es ist endlich noch die Umgebung von Klagenfurt, 
welcher Wulfen die Mehrzahl der von ihm beschriebenen Flechten entnahm, 
nicht ausser Acht zu lassen. Wenngleich die alten Eichen und Buchen des 
Kreuzberges, der Hochwald der Sattniz und des ülrichsberges verschwunden, 
die Felsen des Schmalzbergls bei Ziguln zu Strassenmaterial verwendet und die 
„sterilissima Montis Calvariae ericeta" in Steinbrüche umgewandelt sind, so 
blieben doch umherliegende Blöcke des bei Klagenfurt auftretenden Chlorit- 
schiefers und die Wiesenmauer hinter Ziguln übrig, während auf den sieben 
Hügeln bei Waidmannsdorf, kaum eine halbe Stunde südlich von Klagenfurt, 
eine Lichenenflora, wie sie zu Wulfen 's Zeit zwischen Ziguln und der Calvarien- 
kirche bestand, noch heutzutage vorkommt. Um die Flechten, welche Wulfen 
aus dieser Landschaft beschrieb, näher kennen zu lernen, verweilte ich vom 



Zur Erinnerung au F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



145 



18. "bis 21. Juli 1880 und 27. bis 30. Juli 1881 in Klagenfurt, suchte die von 
ihm bezeichneten Standorte von der Sattniz und Victriug bis Ziguln auf und 
veröffentlichte einige daselbst aufgenommene Species in den von mir und von 
V. Zwackh herausgegebenen Lichenen-Sammlungen. 

Ob und wie weit die zahlreichen kritischen Bemerkungen von Wulfen 
begründet sind, kann hier nicht näher geprüft werden. Es genügt, in Bezug 
auf: a) Micheli an E. Fries 461, Schaer. spie. 590; b) Dillen an Crom- 
bie und Nylander, Linn. Soc. Journ. Bot. 17, 1879, p. 553; c) Haller an 
Schaer. spie. 584, 589, und d) Linne' an die Werke von Ach arius, Th. Fries 
und Nylander zu erinnern. Die in den Mise, und Coli, enthaltenen Abbil- 
dungen, welche hinsichtlich der Strauch- und Laubflechten vorzüglich sind, 
wurden seit jeher und bis zur Gegenwart von vielen Lichenologen citirt und 
ich hielt es für zweckdienlich, bei jeder Art auf einige dieser Citate zu ver- 
weisen. 

Mit der nachstehenden geringen Arbeit möchte ich in lichenologischer 
Beziehung die Erinnerung an einen der bedeutendsten Botaniker Oesterreichs 
im vorigen Jahrhundert erneuern. 

Jacquin, Mise. IL 1781. 

1. p. 79, nr. 27. L. flavescens: t. 9, fig. 1. — Comp. Hoffm. PI. 11, Ach. 
univ. 399, syn. 159, E. Fries 153. 

Im Herbarium Schreber zu München befindet sich ein Original von 
Wulfen „Lieh, meus flavescens Mise, austr. Vol. II", welche Flechte Haema- 
tomma ventosum (L. 1753) ist. 

2. p. 80, nr. 28. L. proboscideus : t. 9, fig. 2. — Comp. Coli. 3, 99, Hoffm. 
PI. 67, Ach. univ. 223, syn. 65, Floerke Berl. Mag. 1810, p. 65, E. Fries 356, 
Schaer. spie. 87. 

Die Abbildungen Fig. a— f gehören zu Gyroph. cylindrica (L. 1753); 
Fig. b ist die planta spermogonifera, p. 82, lin. 13; Fig. f soll keine besondere 
Varietät vorstellen, kann aber mit Hoffm. PI. t. 44, fig. 3 und E. Bot. 622 inf. 
verglichen werden; dessgleichen Fig. d mit Schaer. En. t. 2, fig. 5. Weder Wulfen 
noch die hier erwähnten Autoren haben in diesen Abbildungen erhebliche 
Abweichungen von der normalen Pflanze erblickt, welche Wulfen mit gewohnter 
Sorgfalt unter Hinweis auf das Variiren der Cilien und Apothecien beschreibt. 
Ein „Lieh, proboscideus L." im Herbarium v. Zoys ist Gyroph. cylindrica und 
entspricht der Abbildung in Mise. Fig. d. 

3. p. 83, nr. 29. L. pullus: t. 9, fig. 3. — Comp. Coli. 3, 99, Hoffm. 
germ. 112, Ach. univ. 221, syn. 64, Fl. Berl. Mag. 1810, p. 63, 65, E. Fries 355, 
Schaer. spie. 89, 94. 

L. pullus W. 1781 wird wohl mit Recht als eine Form der Gyroph. 
proboscidea (L. 1753), Ach., NyL Sc. 116, Th. Fries Sc. 162 betrachtet. Die 
Beschreibung steht nicht entgegen und Ach arius hat ein im Museum S wart z 
enthaltenes Exemplar der Flechte von Wulfen gesehen. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abli. 19 



146 



F. Arnold. 



4. p. 84, nr. 30. L. anthracinus : t. 9, fig. 4. — Comp. Hofifrn. germ. 110, 
PL 1801, 15, Ach. univ. 219, syn. 63, Fl. Berl. Mag. 1810, p. 60, E. Fries 351, 
Schaer. spie. 104, En. 27, Th. Fries Sc. 166. 

Diese Flechte wird mit Recht für Gyrophora anthracina (W. 1781) 
gehalten. 

5. p. 85, nr. 31. L. mesenteriformis : t 9, fig. 5. — Comp. Coli. 3, 99, 
Hoffm. germ. 112, Ach. univ. 220, syn. 64, Fl. Berl. Mag. 1810, 65, E. Fries 356, 
Schaer. spie. 88, En. 26, Arn. Tirol XXL 121. 

Die von Wulfen gegebene Beschreibung passt vollständig auf Gyroph. 
cylindrica (L.) var. mesenteriformis (W. 1781), exs. Schaer. 147, Anzi 76, Arn. 749. 

6. p. 86, nr.32. L. rigidus: t. 9, fig. 6a, b. — Comp. ColL 2, 187; 3, 143, 
Hoffm. PL 36 (E. Fries 68?), Schaer. spie. 259. 

Der sterile Thallus der Comic, tristis (Web. 1778): vide ColL 2, 187. 

7. p. 87, nr. 33. L. pubescens: t. 9, fig. 7. — Comp. Coli. 2, 188, Hoffm. 
germ. 136, Ach. univ. 616, E. Fries 68, Schaer. spie. 260, Nyl. syn. 398. 

Ein „L. pubescens L." im Herbarium v. Zoys gewährt, da in Folge 
irgend eines Zufalls eine Laubflechte (Pelt. canina) der Etiquette beiliegt, keinen 
Auföchluss. Die Pflanze wird als zarte Form der Imbr. lanata (L.) betrachtet. 

8. p. 88, nr. 34. L. vulpinus: t. 10, fig. 4. — Comp. Hoffm. germ. 138, 
Ach. univ. 443, syn. 246, E. Fries 23, Schaer. spie. 489. 

Die Beschreibung stimmt zum grossen Theile mit der in Roemer's Archiv, 
1805, p. 425 gegebenen, ausführlicheren Schilderung überein. Ein „Lieh, vulpi- 
nus L." im Herbarium v. Zoys ist sterile Ev. vulpina. 

9. p. 90, nr. 35. L. fahlunensis: t. 10, fig. 2. — Comp. ColL 2, 188, Hoffm. 
PL 45, Ach. univ. 470, syn. 204, E. Fries 67, Schaer. spie. 256, Nyl. syn. 309. 

Ein ,,L. fahlunensis L." im Herbarium v. Zoys ist Imbric. stygia (L.) 
c. ap.; Beschreibung und Abbildung lassen nicht genau erkennen, ob Wulfen 
beide Arten unterschied. Plat. commixtum Nyl. wurde bisher in dem von 
Wulfen besuchten Theile der Alpen nicht gefunden. 

10. p. 90, nr. 36. L. miniatus: t. 10, fig. 3. — Comp. Coli. 2, 190, 191; 
3, p. 94, 96, 98; Ach. univ. 303, syn. 101, E. Fries 408, Schaer. spie. 59. 

Wulfen p. 92 bemerkt: subtus rufo ochraceus, papilltsque microscopicis 
obsitus. Demgemäss ist die hier beschriebene und abgebildete Flechte End. 
miniatim var. cirsodes (Ach.?) Wallr. germ. 317, wovon ein von mir eingesehenes 
Original von Wallroth aus dem Harz im Herbarium der Universität Strass- 
burg sieh befindet. End. cirsodes Ach. univ. 1810, 303 dürfte eine andere 
Speeles sein. 

Aus dem im Herbarium v. Zoys aufbewahrten „Lieh, miniatus L." geht 
hervor, dass Wulfen die früher mit L. polyphyllus L. verwechselten Formen 
später richtig als End. miniatum erkannte ; es enthält dieses Original von 
Wulfen sowohl die normale Pflanze (monophylla, subtus gldbra) , als f. im- 
bricata Mass. und überdiess das alpine, vielblättrige E. decipiens Mass., Arn. 
Tirol XXL 145: sporae ovales, OWQ-O OU mm. lg., 0W5 mm. lat. 



Zur Erinnerung an F. X Freiherrn t. Wulfen. 



147 



11. p. 92. ur. 37. L. fragilis: t. 9, fig. 6c. — Comp. Hoffm. PI. 34, Ach. 
uiiiv. 58tj, syn. 287, E. Fries 405, Schaer. spie. 243. 

„i. fragilis L." im Herbarium v. Zoys ist der sterile Thallus von 
Sphaerophoron fragile (L. 1753). Sph. compressuw Ach. ist in den österrei- 
chischen Alpen noch nicht beobachtet worden. 

12. p. 93, nr. 38. L. lanatus: t. 10, fig. 5. — Comp. Coli. 2, 188, Ach. 
univ. 616, syn. 302, Schaer. spie. 515. 

Ein im Herbarium v. Zoys enthaltenes Exemplar des ,,Lich. lanatus L.'' 
ist sterile Imbric. lanata (L.), und zwar eine Form: ramis elongatis, fere 
capillarihus, parum divisis. 

OoU. IL 1788. 

1. p. 177, nr. 175. L. tauricus: t. 12, fig. 2. — Thamnölia vermicularis 
(L. fil. 1781). Comp. Coli. 4, 251, Hoffm. PI. p. 15, 38, Roemer 55, Ach. univ. 567, 
syn. 279, E. Bot. 2029, E. Fries 221, Schaer. spie. 44, En. 244, Nyl. syn. 264. 

Aus einem Originale im Herbarium v. Zoys „L. vermicularis L. seu 
Tauricus^ geht hervor, dass Wulfen die Identität seiner Pflanze mit L. vermi- 
cularis anerkannt hat. Soll gleichwohl eine f. taurica beibehalten werden, so 
eignet sich hiezu die Form, welche a) in Funck Crypt. Gew. exs. 72, Rchb. 
Seh. 136, unter diesem Namen ausgegeben ist: pl. caespitosa, podetia dense 
congesta, erecta, paullo ventricosa, apice saepe recurva, b) und welche Nyl. 
syn. 265 e monte Rachel erwähnt. Hoffm. hat in den PI. L. t. 34, fig. 2 die von 
Wulfen erhaltenen Exemplare des L. tauricus abgebildet. 

L. subuliformis Ehr. Phytopinax, Beitr. 3, 1788, p. 82, Hoffm. PI. t. 24, 
fig. 1 — 3 ist lediglich die nicht verästelte, schmächtigere Pflanze gegenüber 
der robusten Alpenflechte. Beachtens werth ist die Bemerkung von Wulfen 
Coli. 4, p. 251 über die vermeintlichen Apothecien des L. tauricus. 

2. p. 178, nr. 176. L. marmoreus : t. 13, fig. 1. — Verruc. marmorea 
(Scop. Fl. carn. 1772, p. 367), Comp. Hoffm. PI. 74, 89 germ. 187, Roemer 55, 
Ach. univ. 210, syn. 45, E. Fries 296, Meyer 71, 212, Schaer. spie. 160, Mass. 
sched. 120. 

Die Abbildung von Coli. t. 13, fig. 1 ist in Hoffm. PI. L. t. 15, fig. 1 
wiederholt. 

Die Spermogonien (p. 179, lin. 1) und die neben der Flechte vorkommenden 
Angioearpen {Verr., Thelid., Pohjhl. species) p. 179, lin. 18, etiam extra areas, 
sind der Aufmerksamkeit von Wulfen nicht entgangen. Es handelt sich hier 
nicht um eine Lecidea, wie bereits Schaer. spie. 160 bemerkte, sondern um 
zwei angioearpe Arten, von welchen nur F. marmorea wegen der grösseren 
Apothecien der Abbildung in Coli, entspricht. 

1. F. marmorea (Scop.): apoth. majora, sporae simplices, 023 — 0' 027 mm. 
lg., 012— 015 mm. lat. 

a) purpurascens Hoffm. PI. L. 1790, p. 74, Lecid. Wulfenii Ach. prodr. 
1798, p. 34 (qui lichenem nunquam vidit); V. Hoffm. Arn. Tirol IX, 307: thallus 
plus minus intense roseopiirp. 

19* 



148 



F. Arnold. 



b) Hoffmanni Hepp (1857), E. Fries 435: in rosellum cdlorem vergens; 
Hoffm. PI. L. p. 89, t. 19, fig. 3 forsan huc pertinet: thallus pallidior, roseo 
translucens. 

exs. Hepp 431, Rabh. 699, Koerb. 114. 

2. V. (Ämphorid.) purpurascens Mass. ric. 1852 , p. 173 , mem. 145 ; 
apoth. minora, immersa, solo apice prominentia, sp. minores, late ovales, 
018—0 020 mm. lg., 007—0 009 mm. lat. 

exs. Schaer. 440, Mass. 207, Koerb. 354 (spermog.). 

var. rosea (Wulfen Coli. 2, 179 ? roseum dixerim alias) Mass. ric. 173: 
thallus pallidior, non raro roseo albescens. 
exs. Anzi 246. 

Die Spermatien stimmen bei den beiden Arten überein. K Färbung: 
Flora 1872, p. 294. 

3. p. 180, nr. 177. L. corallinus: t. 13, fig. 2. — Comp. Winterbel. 149, 

150, Hoffm. germ. 129, Roemer 56, Ach. univ. 575, syn. 281, E. Fries 178, 
Schaer. spie. 386. 

Pertus. corallina (L. 1767): Th. Fries Sc. 320. — Die undeutliche Ab- 
bildung wird durch die vortreffliche Beschreibung ergänzt. Ich fand Pertus. 
corallina an Felsblöcken im Walde des Kreuzberges westlich ober Ziguln. 

4. p. 181, nr. 178. L. pertusus: t. 13, fig. 3. — Comp. Winterbel. 96, 99, 

151, Coli. 2, 183; 4, 242, Hoffm. germ. 186, Roemer 56, Ach. univ. 338, E. Bot. 
1731, E. Fries 191, 424, Schaer. spie. 75. 

L. pertusus (L.): comp. Th. Fries Sc. 317. — Die von Wulfen als L. per- 
tusus beschriebene Pflanze ist bekanntlich Urceol. scruposa (L.). Wahrscheinlich 
gehört auch L. ocellatus W. hieher; im Wiener Herbarium sind vielleicht noch 
Originale, insbesondere der von Wulfen erwähnten, mannigfachen, zum Theile 
wohl zu Aspic. cinerea (L.) und gibbosa (Ach.) gehörenden Varietäten erhalten. 

5. p. 183, nr. 179. L. cinereus: t. 14, fig. 5, lit. b. — Comp. Winterbel. 
150, Hoffm. germ. 183, Roemer 57, Ach. univ. 344, E. Fries 142, Schaer. spie. 388. 

Ueber L. cinereus (L. 1767) vide Nyl. Sc. 153, Th. Fries Sc. 280. — Die 
von Wulfen beschriebene Flechte ist unbestritten Xecanom atra (Huds. 1778), 
pl. saxic. {tephromelas Ehr. 1793). Ob die Coli. 2, p. 184, lin. 2 erwähnte 
Varietät hieher gehört, lässt sich aus der Beschreibung nicht entnehmen. 

6. p. 184, nr. 180. L. albocaerulescens: t. 15, fig. 1. — Comp. Hoffm. 
PI. 73, germ. 189. Roemer 58, Ach. univ. 188, syn. 30, Fl. Berl. Mag. 1810, p. 233, 
E. Fries 295, 333, Schaer. En. 118, Th. Fries Sc. 508. 

L. albocaerulescens W. (1788) = Hoffm. PI. t. 14, fig. 2. - kommt nicht 
mehr so häufig wie früher auf dem Kreuzberge ober Ziguln vor. Auf den 
Blöcken der Wiesenmauer (dem agger lapideus Coli. 2, 184; 4, 280) fand ich 
1880 nach langem Suchen nur noch ein dürftiges Exemplar der L. albocae- 
rulescens var. alpina Schaer. spie. 1828, p. 143, Arn. Tirol. XXI, p. 136, Anzi 
m. r. 283 (non 298), welche ich anfänglich für L. albocaerulescens W. hielt; 
allein im nächsten Jahre bemerkte ich die typische, der Tradition entsprechende 



Zur Erinnerung an F X. Freiherrn v. Wnlfen. 



149 



Pflanze an einigen Stellen der dortigen bewaldeten Gehänge und habe Exem- 
plare, welche sämmtlich von einem einzigen Felsen entnommen wurden, in Arn. 
exs. 894 ausgegeben. Meines Erachtens ist L. dlbocaeridescens W. diejenige 
Flechte, welche auch in den Exsicc. : Schaer. 471, Hepp 243, Zw. 129, A, B; 
Rabh. 232, Koerb. 224, Crypt. Bad. 25, Anzi m. r. 282, Erb. er. it. 1. 1084, Tre- 
visan 128, (Desmaz. 845 uon vidi) enthalten ist. 

7. p. 185, nr. 181. L. atroalbus: t 14, fig. 1. — Comp. Hoffm. germ. 182, 
Roemer 58, Ach. syn. 15, E. Bot. 2336, E. Fries 311, Schaer. spie. 128. 

L. atroalbus (L. 1753) : comp. Th. Fries Sc. 625. Ein L. atroalbus, von 
Ehr. bei üpsala gesammelt und im Herbarium zu Göttingen aufbewahrt, ist 
steriles Bhizoc. Montagnei (Fw.). Der von Wulfen p. 185 angegebene Stand- 
ort auf dem Schmalzbergl ist zerstört. Wulfen hat unter L. atroalbus offenbar 
drei, noch heutzutage bei Klagenfurt vorkommende Flechten verstanden: 

a) Ein Original von Wulfen „L. atroalbus'^, welches im Herbarium 
Schreber in München erhalten blieb (thallus cinerascens, K—, G levissime 
rubesc, hijphae non amyloid., ep. sordide obscure viride, K—, hyp. fusc, 
sporae virides, fuscae, 7 septat. et murales, 0'030—0'036 mm. Jg., 012— 015 mm . 
lat., 8 in asco) ist Bhizoc. grande (Flora 1828, p. 690?), Arn. Flora 1871, 
149, Zw. exs. 132 (sub Lee. petraea grandis Fw.); Th. Fries Sc. 624, Lecid. 
parapetraea Nyl. Flora 1881, p. 188. Diese Art fand ich auch an sonnigen 
Felsen bei Waidmannsdorf. 

b) Bhizoc. Montagnei Fw., Koerb., Arn.; Flot. exs. 173 A (sub L. atroalha 
var. fuscoatra c. grandis Flk.): vide Nyl. Flora 1881, p. 188 kommt gleichfalls 
bei Waidmannsdorf vor (sporae speciei, singidae) und ist möglicherweise in 
Coli. 2, t. 14, fig. 1 oder in Hofifm. PI. L. t. 54, fig. 1 abgebildet. 

c) Als L. (Catocarpus) atroalbus W. dürfte jedoch diejenige Flechte 
beibehalten werden, welche bei Ziguln und Waidmannsdorf verhältnissmässig 
noch am häufigsten anzutreffen und von ersterem Standorte in Arn. exs. 851 
niedergelegt ist. Sämmtliche Exemplare sind einem grösseren, in einem längst 
verlassenen Steinbruche am Waldsaume befindlichen Felsblocke nördlich neben 
Ziguln entnommen: thallus K — , C — , hyphae non amyloid., epith. fusc., K-\-, 
paraph. supra sensim incrassatae nec clavatae, sporae latae, 1 sept., fusc, 
viridifusc, 0033- 0039 mm. lg., 0015—0018 mm. lat. 

Identisch mit Arn. exs. 851 ist Lecid. atroalba var. fuscoatra A. violacea Fl., 
Flot. exs. 173 B, Flora 1828, p. 690, wie auch von Nyl. in lit. 1881 mir bestätigt 
wurde. Verruc. cinereoatra Hoffm. germ. 182 fällt mit L. atroalbus W. zu- 
sammen. 

d) Dagegen gehört Bhizoc. distinctum Th. Fries Sc. 625, welches auf der 
Wiesenmauer hinter Ziguln häufig und von dieser Stelle in Arn. exs. 635 b ent- 
halten ist, nicht in den Bereich des L. atroalbus W., wie aus der Beschreibung 
und Abbildung sofort zu ersehen ist. Es wurde vielmehr Bhizoc. distinctum 
von Wulfen nicht beachtet oder nur als eine nicht der Erwähnung werthe 
Form angesehen. 



150 



F. Arnold 



8. p. 186, nr. 182. L. atrovirens: t. 14, fig. 2. — Comp. Hoffm. PI. 1801, 
p. 11, germ. 196, Roemer 58, Ach, univ. 192, syn. 48, E. Bot. 1264, E. Fries 158, 
327, Schaer. spie. 124, 408. 

L. atrovirens (L. 1753): comp. Th. Pries Sc. 622. — Dass die ziemlich 
ungenügend abgebildete Flechte nicht zu Uhiz. geogr. gehört, sondern eine Form 
der Lecan. polytropa (Ehr. 1793) darstellen soll, geht aus der Bemerkung von 
Hoffm. germ. 196: ,,quoad viva exemplaria Auctoris'^ hervor. Auf Blöcken des 
Abhangs ober Ziguln ist die Pflanze, welche nach meiner Ansicht die f. illu- 
soria Ach. univ. 1810, p. 380, Nyl. Sc. 164 bildet, noch jetzt nicht selten, und 
bei älteren, zum Theile mit jüngeren Apothecien überwucherten Exemplaren ist 
der von Wulfen beschriebene dunkle, wenngleich nicht gerade schwarze, ver- 
altete Thallus zu bemerken. 

9. p. 186, nr. 183. L. viridiater. — Comp. Roemer 59, Ach. univ. 166, 
syn. 21, E. Fries 278, Schaer. spie. 124. 

Die Meinungen über diese Flechte sind getheilt. Nach der Beschreibung 
gehört sie, wie auch Wulfen hervorhebt, nicht in den Formenkreis des Bhiz. 
geogr. Im Walde des Kreuzberges bemerkte ich weder Bhiz. viridiatrum (Fl.) 
Koerb., noch Bhaphiosp. flavoviresc. (Dcks.?), eitrinella Ach., noch Buellia 
seabrosa (Ach.): meines Erachtens ist jedoch L. viridiater W. eine dieser drei 
Arten. 

10. p. 187, nr. 184. L. rigidus: t. 13, fig. 5. — Comp. Mise. 2, p. 86, 
Hoffm. PI. 1794, p. 36, Roemer 60, Ach. univ. 610, syn. 299, E. Fries 35, Schaer. 
spie. 258, Nyl. syn. 307. 

L. rigidus Wulf, in Jacq. Mise. 2, 1781, p. 86, Coli. 2, 187 ist unbestritten 
Comic, tristis (Web. 1778). 

11. p. 187, nr. 185. L. reticulatus: t. 13, fig. 6. — Comp. Roemer 61, 
Ach. univ. 615, E. Fries 68, Schaer. spie. 260. 

Wulfen p. 188 trennt den L. reticulatus von L. rigidus, Fahlun., 
pubesc, lanatus und hebt die Verschiedenheit der Färbung bei L. reticulatus 
hervor. Sollten Originale in Wulfen's Herbarium erhalten sein, so wird als- 
bald entschieden werden können, ob Wulfen eine Speeles von Sirosiphon oder 
Imbr. lanata besehrieb. 

12. p. 188, nr. 186. L. pustulatus. — Comp. Hoffm. PI. 1794, p. 13, 
Roemer 61, — Ohne Zweifel Umhilic. pustulata L. (1753). 

13. p. 190, nr. 187. L. polyphyllus : t. 16, fig. 1 a— i. — Comp. Wint. 141, 
Ehr, Beitr. 5, p. 57, Roemer 61, Ach. univ. 303, syn. 102, E. Fries 409, Schaer. 
spie, 59. 

Endoc. miniat. (L.) f. polylohum Wulf. Coli. 3, 1789, p. 96. Ob und 
wie weit L. complicatus Sw. (1784) der von Wulfen hier beschriebenen Flechte 
und dem E. miniat. var. imbricatum Mass. ric. 1852, p. 184, exs. 164 oder den 
in Anzi m. r. 357, Rabh. 190 enthaltenen Formen entspricht, vermag ich nicht 
zu beurtheilen. Die in Coli. 2, t. 16 abgebildeten Exemplare, welche der var. 
imhricat. Mass, zunächst stehen, in mehrere Varietäten zu theilen, halte ich 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



151 



nicht für räthlich, iusbesondere gehören Fig. g, h, i nicht zu Etidoc. aqiiaticum 
(Weis), comp. E. Fries 409, da an den von Wulfen angeführten Standorten bei 
Klagenfurt Bäche, in welchen End. aqiiaticum vorkäme, nicht vorhanden sind 
und Wulfen eine solche Stelle nirgends erwähnt. — Die Spermogonien werden 
Coli. 2, p. 191, lin. 15 (punctula) angedeutet. 

14. p. 192, nr. 188, L. ochroleucus: t. 13, fig. 4, lit. a, X. — Comp. 
Winterbel. 86, Coli. 3, 113; 4, 239; Hoffm. PI. 77, germ. 158, Roemer 63, Ach. 
univ. 431, syn. 180, E. Fries 110, Schaer. spie. 417. 

L. ochroleucus W. (1787) ist unbestritten Placodmm murale (Schreb. 
spie. 1771, p. 130) oder, wie jetzt üblich, Plac. saxicolum (Poll, palat. 1777, p. 225). 
Wulfen beschreibt die typische Pflanze, ohne die bei Klagenfurt nicht seltene 
var. diffracta Ach. (areolis nigromarginatis) zu erwähnen. Coli. 2, p, 194 wird 
der Unterschied zwischen Tuberculum und Scutella dargelegt. 

15. p. 194, nr. 189. L. olivaceus. — Comp. Schaer. spie. 465. 

L. olivaceus {L. 1753). — Aus der von Wulfen gegebenen Beschreibung 
lassen sich die Arten erkennen : a) Imbr. aspidota (Ach. meth. 1803, p. 214, Nyl.), 
Dill. 24, fig. 78 A, B; Vaill. t. 20, fig. 8, Hoffm. En. t. 13, fig. 3, 5; E. Bot. 2180: 
Coli. 2, 195 : folium exiguis verrucis undique tuberculosum et scabrum, p. 196 
scut. ambitu denique crenulato; — b) Imbr. prolixa (Ach. meth. 1803, 214, Nyl.): 
die steinbewohnende Pflanze, noch heutzutage bei Klagenfurt nicht selten; — 
c) Imbr. fuliginosa (Fr. in Bot. Gall. 1830, p. 602, Nyl.): hieher besonders die 
sterile Flechte, wovon ein „L. olivaceus L." im Herbarium v. Zoys noch er- 
halten ist, pl. lignicola, sterilis, med. C purp. 

16. p. 196, nr. 190. L. omphalodes: t. 15, fig. 2, lit. a, b. — Comp. 
Coli. 2, 200; 3, 97; Hoffm. germ. 153, ßoemer 63, Ach. univ. 469, syn. 203, 
E. Fries 79, Schaer. spie. 446, Nyl. syn. 419. 

Wulfen hat Coli. 3, 97 selbst erklärt, dass hier nicht L. omphalodes (L.) 
(1753), sondern Farm, pulverulenta Schreb. (1771): planta thallo fuscescente, 
apoth. pruinosis vel niidis beschrieben und abgebildet wurde. Ein Original 
von Wulfen im Herbarium zu Laibach „L. pulverulentus^'' ist die Flechte 
thallo obscuro, fusco, apothec. disco nigricante. 

17. p. 199, nr. 191. L. pulchellus: t. 16, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 156, 
Roemer 64, Ach. univ. 479, syn. 216, E. Fries 83, Schaer. spie. 437, Nyl. syn. 427. 

L. pulchellus W, (1788) ist unbestritten die normale Parm. caesia Hoffm. 
Enum. 1784. p. 65, welches Werk Wulfen nirgends citirt und nicht gekannt zu 
haben scheint. Coli. 2, t. 16, fig. 2 sin. ist meines Erachtens der sterile Thallus 
abgebildet: p. 200, lin. 2—4. Ein „L. pulchellus'' im Herbarium zu Laibach 
ist sterile P. caesia ohne Soredienhäufchen gesellig mit einigen Apothecien von 
Placod. saxic. (Poll.). Ob die Coli. 2, t. 16, fig. 2 sin. abgebildeten weissen 
Punkte zu Lecan. dispersa (Pers.) gehören, mag dahin gestellt bleiben. 

18. p. 230, nr. 209. L. flavovirescens. — Comp. Winterbel. 122, Hoffm. 
Fl. 91, germ. 197, Ach. meth. 174, Schrad. Journ. 1801, p. 71, E. Fries 166, Schaer, 
En. 149, Mass. sched. 134. 



152 



F. Arnold. 



L. flavovirescens W. 1787 wird von Wulfen vom L. muralis Schreb., 
L. candelaris L. und L. fulvus Schreb. unterschieden und ist Coli. 2, t. 14, 
fig. 5 a, sowie in Hoffm., PI. Lieh. t. 20, fig. 1 abgebildet. In Folge irgend eines 
Missverständnisses wurde Coli. 2, p. 230 die hieher nicht passende und mit der 
Beschreibung p. 230 nicht übereinstimmende Abbildung t. 13, fig. 4b citirt, 
während die richtige Abbildung des L. flavovirescens auf t. 14, fig. 5 a, wie schon 
E. Fries 166 hervorhob, von Wulfen in den Coli, nirgends erwähnt wird. Aus 
Ach. meth. 174 geht hervor, dass der Name L. flavovirescens W. (1787) älter als 
L. erythrellus Ach. prodr. 1798, p. 43 ist. Callop. flavovirescens kommt noch 
jetzt an den Blöcken der Wiesenmauer hinter Ziguln nicht selten vor und ist 
von dieser Stelle in Arn. exs. 882 ausgegeben. 

19. Coli. 2, t. 13, fig. 4b. — Comp. Hoffm. germ. 179, Ach. univ. 401, 
syn. 176, E. Fries 166, Schaer. spie. 185, En. 149, Mass. sched. 134. 

Hoffm. germ. 179 hat ganz richtig erkannt, dass Coli. 2, t. 13, fig. 4b 
nicht der wahre L. flavovirescens W. ist und nannte daher die hier abgebildete 
Pflanze F. viridirufa Hoffm. (1795). An den Blöcken der Wiesenmauer hinter 
Ziguln und besonders an den sonnigen Felsen bei Waidmannsdorf bemerkte 
ich nur eine Flechte, welche der Abbildung t. 13, fig. 4b entspricht. Dieselbe, 
von letzterem Standorte in Arn. exs. 883 veröffentlicht, ist nach der Bestim- 
mung von Nylander L. (Blast.) caesiorufa (non Schrad.) Ach. prodr. 1798, 
p. 45, univ. 203, Zw. exs. 575, Nyl. Flora 1880, 388. 

20. p. 230, nr. 210. L. fuscoater: t. 14, fig. 3. — Comp. Winterbel. 92, 
Hoffm. germ. 181, PI. 1801, p. 11, Ach. univ. 158, syn. 12, Floerke Berl. Mag. 
1809, 313, E. Fries 312, Schaer. spie. 128. 

L. fuscoater L. (1753) : comp. Th. Fries Sc. 526, Nyl. Sc. 229. Es kommen 
hier verschiedene Flechten in Betracht: 

1. Die Beschreibung von Wulfen, welche weit besser als die völlig 
ungenügende Abbildung ist, passt auf die bekannte, in ihren mannigfachen 
Formen noch immer wenig berücksichtigte Lecidea fumosa (Hoffm. germ. 1795, 
p. 190), Th. Fries Sc. 525, sowie auf Lee. grisella (Fl.) Nyl. Lapp. Or. 160. Bei 
Ziguln und Waidmannsdorf beobachtete ich diese letztere Pflanze: thalli areo- 
lae cervinae, C-\-, apoth. paullo convexa, subpruinosa. 

2. Wulfen schickte an Hoffmann unter der Benennung L. fuscoater 
zwei Flechten, welche Hoffmann in den PI. L. beschrieb und abbildete: 

a) Verr. fuscoatra: PI. L. 1801, p, 11, t. 54, fig. 1. Diese Pflanze gehört, 
wie ich nicht zweifle, zum L. atroalbus W. Coli. 2, 185 und stellt Catoc. atro- 
albus, Bhizoc. Mont. oder grande vor. 

b) Patellaria griseoatra (Hoffm. germ. 1795, 182) PI. L. 1801, p. 18, t. 60, 
fig. 2. Diese Flechte ist nicht, wie Schaer. spie. 555 vermuthet, Biat. Kochiana 
Hepp, die ich nirgends bei Klagenfurt bemerkte, sondern, wie ich nicht zweifle, 
Lecid. grisella Fl., Nyl. und stellt der Hauptsache nach nichts anderes vor, 
als Coli. 2. t. 14, fig. 3, PI. L. t. 49, fig. 2. 

21. p. 230, nr. 210. L. fuscoater, arboreus: t. 14, fig. 4. — Comp. Ach. 
prodr. 79. — Weder die (fast fehlende) Beschreibung, noch die sehr mangelhafte 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



153 



Abbildung lassen erkennen, welche Flechte Wulfen hier im Sinne hatte. Ich 
möchte jedoch auf Psora ostreata (Hoffra.) hinweisen, welche nicht nur einige 
habituelle Aehnlichkeit mit Lee. grisella (Fl.) hat, sondern noch gegenwärtig 
am Grunde alter Föhren zwischen Ziguln und der Calvarienkirche steril vor- 
kommt. Buellia punctiformifi (Hoffni.) Th. Fries, an Föhrenrinde daselbst, 
bleibt schon desshalb ausser Frage, weil zu Wulfen 's Zeit derartige Micro- 
licheuen nicht unterschieden werden konnten. 

Coli. III. 1789. 

22. p. 94, nr. 252. X. polyphrjllus: t. 2, fig. 4. — Comp. Roemer Arch. 
1805, 62, E. Fries 408, Schaer. spie. 59, Arn. Tirol XXI, p. 145. 

Die hier sehr gut beschriehene und ziemlich zutreffend abgebildete Flechte 
halte ich für Endoc. (miniat. var.) int estini forme Koerb. Der ältere , von 
Wulfen vorgeschlagene Name dürfte beibehalten werden. Die Abbildung ent- 
hält zwei weitere Flechten, welche ich für Lecan. dispersa (Pers.) — pars sin. 
iconis und für Verruc. caerulea Ram. 1805 = F. plumhea Ach. 1810, comp. 
Schaer. En. 216 ausgeben möchte, die aber von Wulfen im Texte nicht er- 
wähnt werden. 

23. p. 98, nr. 253. L. deustus: t. 1, fig. 3. — Comp. Ach. univ. 221, lin. 1, 
E. Bot. 2483, E. Fries 410, Schaer. spie. 59, Mass. sched. 29. 

L. deust. L. 1753: comp. Th. Fries Sc. 164. — Wulfen hat auch hier 
eine Form von Endoc. miniatum (L.) beschrieben, deren Vereinigung mit der 
normalen Pflanze kaum ein Hinderniss im Wege steht. Die von Wulfen hervor- 
gehobenen tubercula nigra, t. 1, fig. 3 supra, dürften als Leciographa pulvinata 
Rehm, Arn. Tirol XXL 152, Flora 1881, p. 324 gedeutet werden, lieber die 
Lieh. Flora der Radstadter Tauern vgl. zool.-botan. Verh. 1863, p. 575, 965. 

24. p. 99, nr. 254. L. flocculosus: t. 1, fig. 2. — Comp. Hoffm. PI. 1801, 
p. 3, germ. 110, Roemer Arch. 1805, 62, Ach. univ. 225, syn. 66, E. Bot. 2483, 
E. Fries 352, Schaer. spie. 93, En. 28. 

Diese hier von Wulfen aufgestellte Flechte ist bekanntlich der wahre 
L. deustus L., und wurde von Wulfen, um die neue Art zu rechtfertigen, mit 
ähnlichen Flechten, insbesondere mit anderen Gyrophoris verglichen. Gyroph. 
deusta (L.) kommt noch gegenwärtig steril an den sonnigen Felsen bei Waid- 
raannsdorf vor. Beachtens werth sind Wulfen 's Bemerkungen über die ver- 
schiedenen Gyrophora -Arten. 

25. p. 100, nr. 255. L. rosatus: t. 1, fig. 1. — Comp. Ach. syn. 332. Au 
Ort und Stelle „retro Cast. Ziguln. versus sylvam" fand ich keine Flechte oder 
Alge, welche mit der hier beschriebenen Pflanze Aehnlichkeit hätte. 

26. p. 101, nr. 256. L. viridißavescens : t. 2, fig. 1. — Comp. Hoffm. 
germ. 174, Ach. univ. 211, syn. 40, E. Fries 159, Schaer. En. 146. 

Diese von Wulfen hier als neu beschriebene Pflanze wird mit Recht für 
eine Form der Biatora rupestris (Scop. 1772) Autt. angesehen, worauf schon 
Hoff mann hingewiesen hat. Biat. rupestris f. viridißavescens W. 1789, a qua 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 20 



154 



F. Arnold. 



f. irruhata Ach. univ. 1810, 206, Nyl. Scand. 147, Th. Fries Sc. 424 vix differt: 
crusta tenuis, farinaceo-glebulosa, coloris dlhidi, tubercula e diluto olivarum 
virore flavescentia; exs. E. Fries suec. 400 inf. sin., M. Nest. 944, Leight. 119, 
Bad. Cr. 522, Hepp 275, Trevis. 61, Norrlin Fenn. 41. 

Hievon ist Biat. rupestris f. rufescens Hoffm. Obs. bot. 49, PI. L. p. 80, 
germ. 173, E. Bot. 2245, crusta cinerea, nigricans, scutellae convexae, rufae; exs. 
Floerke 5 (non vidi); Fries suec. 400 inf. dext.; Hepp 7, 134 sin., Mass. 322 A, B, C, 
Schweiz. Cr. 66, Erb. it. I, 693, Anzi m. r. 252, Mudd 161, Malbr. 29, Trevis. 63 
abzutrennen. 

27. p. 101, nr. 257. X. aurantiacus: t. 6, fig. 2, lit. c. — Comp. Ach. univ. 
402, Schaer. spie. 180, 407. 

L. aurant. W. 1789 (non Light. 1777) umfasst mehrere Arten. 

a) Die Beschreibung p. 101: L. leprosus, nigricans, tuberculis globosis 
saturate aurantiacis passt nicht auf Blast, caesiorufa (Ach,), sondern besser 
auf Biat. rupestris (Scop.), woran Wulfen p. 102 selbst erinnert, f. rufescens 
HofFm. An den Felswänden hinter der Calvarienkirche ist Biat. rupestris noch 
heutzutage sparsam vorhanden. 

b) Die Coli. 3 t. 6, fig. 2 c abgebildete Pflanze entspricht so ziemlich der 
p. 102, lin. 2, 3 gegebenen Beschreibung: sed frequ. alias absque omni leprosa 
sive et pulv. crustacea matrice und stellt die Candelaria aurella (Holfm.) 
Arn. Flora 1879, p. 397 oder C. vitellina (Ehr.) mit fast fehlendem Thallus dar. 

c) Die Kalkflechte p. 102, lin. 3 — 6 halte ich für Biat. rupestris (Sc.) 
var. calva (Dcks.); ic. Dcks. Crypt. t. 6, fig. 4, E. Bot. 948, Bohler Brit. 73; exs. 
Fries suec. 400 sup., Schaer. 221, Hepp 134 dextr., Mass. 321, Rabh. 645, Bad. 
Crypt. 687, Trevis. 62, Anzi 122 sin. 

Biat. incrustans (DC. 1805) Mass. sched. 170, Koerb. par. 153, exs. Schaer. 
220, Moug. N. 944 p. p., Hepp 274, Mass. 320 B; Rabh. 468 und die Varietät 
coniasis Mass. descriz. t. 1, fig. 11 — 14, exs. Mass. 320 A. cum Tichoth, pygm., 
Arn. 121, Anzi 122 dextr. kommen zwar in den Kalkalpen von Kärnten zur 
Genüge vor, wurden aber von Wulfen nicht besonders in der Beschreibung 
hervorgehoben. 

d) Die Flechte an Eichenrinde p. 102, lin. 6 dürfte als Blast, ferruginea 
(Huds.) pl. cortic. aufgefasst werden. 

e) Endlich ist zu beachten, dass Coli. 3, t. 6, fig. 2 sin. zwischen den 
beiden Abbildungen des L. petraeus zwei undeutliche Gruppen blassröthlicher 
Apothecien stehen, welche eine genauere Bestimmung nicht zulassen und von 
Wulfen im Texte auch nicht hervorgehoben werden; es darf eine Form von 
Callopisma aurantiac. Mass., Koerb. vermuthet werden. 



28. p. 102, nr. 258. L. spliaeroides ist, wie aus der Beschreibung hervor- 
geht, ein Pilz. 

29. p. 104, nr. 259. L.peltifer: t. 3, fig. 1. - Comp. Coli. 4, 235, Ach. 
univ. 573, syn. 280, E. Fries 258, Schaer. spie. 17. 

L. peltifer W. 1789 ist unbestritten Sphyrid. byssoides (L.) Th. Fries 
Sc. 328 f. rupestris Pers. (1794); L.fungiformis Scop. 1772. 




Zur Erinnerung an F, X. Freiherru v. Wulfen. 



155 



Coli. 3, t. 3, fig. 1 dextra parte iconis sind schwarze Punkte abgebildet, 
welche möglicherweise einen Parasiten, Nesolechia?, vorstellen. 

SO. p. 105, ur. 260. L. madreporaeformis : t. 3, fig. 2. — Comp. HolFm. 
germ. 117, Ach. univ. 525, syn. 247, E. Bot. 907, E. Fries 245, Schaer. spie. 305, 
Arn. Flora 1881, p. 171. 

Die Abbildung stellt die normale Clad. Papillaria (Ehr.) dar. Auch in 
der Beschreibung, insbesondere p. 106, lin. 8, ist die f. molariformis HofFm. nicht 
besonders hervorgehoben. Letztere fand ich gesellig mit anderen Cladonien 
zwischen Calluna häufig an einem mit jungen Föhren bewachsenen Abhänge 
des Kreuzberges und habe sie von hier in Arn. exs. 874 ausgegeben. 

31. p. 106, nr. 261. L. alboincarnatuft : t. 2, fig. 3. — Comp. Hoflfm. 
germ. 176, Ach. univ. 190, syn. 46, E. Bot. 1651, E. Fries 260, Schaer. spie. 177. 

L. hetulifius W. Winterbel. 1787, p, 122 ist identisch mit L. alhoinc. W. 
1789. Die Flechte ist keineswegs Bacidia rosella (Pers. 1794) oder L. alaba- 
strina Ach. (1810), sondern Lecanora pallida (Schreb. 1771), wie aus einigen 
Stellen der Besehreibung und besonders aus Winterbel. 122 hervorgeht. 

Coli. 3, t. 2, fig. 3 sind drei weitere Flechten abgebildet, welche als 
Einodina exigua (Ach.) Arn. Flora 1881, p. 197: apotli. albomarginata; Lecid. 
oder JBuellia parasema (Ach.) und Arthonia astroidea Ach. oder Artliopyr. 
punctif. (Ach.) aufzufassen zu sein dürften. 

Im Herbarium Schreber zu München ist ein Original von Schreber 
„L. pallidus spie. 1132, Upsaliae'^ vorhanden, welche Flechte die normale Lecan. 
pallida Autt., discus C — , ist. 

32. p. 107, nr. 262. L. lacteus: t. 4 a, b. — Comp. Winterbel. 143, 149, 
Hoft'm. germ. 169, Ach. univ. 326, E. Bot. 2410, E. Fries 178, Schaer. En. 71. 

Byssiis lactea L. 1753; vide Ach. univ. 321, Th. Fries Sc. 236. — Pertu- 
saria lactea (W.) ist eine in Europa ziemlich verbreitete sterile Flechte; Meyer 
fand sie häufig auf dem Meissner in Hessen. Bei Klagenfurt kommt sie noch 
heutzutage nicht selten vor: Exemplare von Blöcken der Wiesenmauer hinter 
Ziguln habe ich in Arn. exs. 834 niedergelegt: K—, C purpurasc, hyphae non 
amyloideae. Der Thallus ist, worauf schon Wulfen p. 108, lin. 6 — 9 hinwies, 
öfters mit Soredienhäufchen bedeckt. 

Coli. 3, t. 4 a sin. sind einige Apothecien der Lecan. dispersa (Pers.) mit- 
abgebildet. Der braungefärbte Theil der Abbildung kann als Lüh. nigresc. 
[Lieh, carhonarius W.) gedeutet werden. 

33. p. 108, nr. 263. L. elveloides: t. 3, fig. 3. — Comp. Hoffm. PI. 63, 
germ. 162, Ach. univ. 409, E. Bot. 870, E. Fries 252, Schaer. spie. 115, Mass. 
sched. 58. 

Unbestritten Psora decipiens (Ehr. 10. Febr. 1785). Der von Wulfen 
angegebene Standort ist jetzt bewaldet und es bleibt bis auf Weiteres unauf- 
geklärt, zu welcher Species die Coli. 3, t. 3, fig. 3 mitabgebildeten, vereinzelten, 
schwarzen Apothecien gehören: Bacidia muscorum (Sw. 1781) Th. Fries Sc. 354, 
Nyl. Sc. 210. ? 

20* 



156 



F. Arnold. 



34. p. 109, nr. 264. L. laqueatm: t. 5, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ, 160, 
Ach. univ. 413, syn. 191, E. Bot. 1893, E. Fries 100, Schaer. spie. 432, Mass. 
sched. 59. 

L. laqueatus W. 1789 ist unbestritten Psoroma crassum Huds. 1778 
(i. fragilis Scop. 1772; non L. fragilis Linne). 

35. p. III, nr. 265. L. aTboflavescens: t. 5, fig. 1. — Comp. Hoffm. germ. 
170, Ach. iiniv. 370, syn. 169, E. Fries 132, Schaer. spie. 399, En. 79, Arn. 
Flora 1882, p. 135. 

L. alboflavescens W. 1789 ist, wie aus Beschreibung und Abbildung her- 
vorgeht, die in den Alpen weit verbreitete Ochrolechia pallescens (L.) var. 
alboflavescens. 

36. p. 112, nr. 266. L. fuscoruhens : t. 2, fig. 2. — Comp. Winterbel. 123, 
Hoffm. germ. 176, Ach. prod. 53, E. Fries 195, Schaer. spie. 79. 

L. fuscoruhens W. 1789 wird mit Recht für Gyalecta cupularis (Ehr. 
10. Febr. 1785) gehalten. 

37. p. 112, nr. 267. L. pallescens: t. 5, fig. 3, lit. a. — Comp. Hoffm. 
germ. 171, Ach. univ. 323, syn. 130, E. Fries 139, Schaer. En. 78 (79, 323). 

L. pallescens L. 1753: comp. Nyl. Sc. 157, Th. Fries Sc. 235. — Im Her- 
barium Schreber zu München befindet sich ein Original von Wulfen: „Lieh, 
pallescens L., Tibi puto angulosus?" Das Exemplar besteht aus vier Stücken, 
welche sämmtlich die Lecan. angulosa (Schreb. 1771), L. cinerella Arn. Flora 
1871, p. 193, L. intermedia Kplh. Lieh. Bayerns 149, Hepp 779 repräsentiren: 
apoth. aggregata (Coli. 3, p. 112), C citrina. 

Ein Original von Sehr eher: „L. albescens var. hujus sec. Linnaeum, 
L. angulosus spie. 1137 , Upsaliae'''' im Müuehener Herbarium ist jene Form 
apoth. minoribus, convexulis, gregariis nee aggregatis, disco C citrino, welche 
in Zw. exs. 527, Olivier 82 enthalten ist. 

Durch das von Wulfen herrührende Exemplar, wozu Schreber über- 
diess beisetzte: „E. Carinthia'\ wird nicht nur die unklare Abbildung in Coli. 3, 
t. 5, fig. 3 a erläutert, sondern auch die Controverse bezüglich des L. pallescens W. 
erledigt. Die bei der Ziffer 3 angedeutete Flechte soll vielleicht Arthonia 
astr. (Ach.) vorstellen. Neben der L. angulosa des Münehener Exemplars be- 
finden sich a) Minod. pyrina (Ach.) Arn. Flora 1881, p. 196: ap. margo fuscid. 
K—, sporae speciei, 015 — O'OIS mm. lg., 0006—0'007 mm. lat., 8 in asco; 

b) Bilimbia Naegelii (Hepp) : apoth. fuscid., convexula, ep. fuscid., hyp. incol., 
sporae 1—3 sept., paullo curvulae, 018 mm. lg., 0-004 mm. lat., 8 in asco; 

c) Lecid. parasema Ach., Nyl. : thallus sordide albesc, C—, ep. glaucesc, hyp. 
lut., sp. speciei simplices. 

38. p. 114, nr. 268. L. sanguinarius'- t. 5, fig. 3, lit. b. — Comp. 
Winterbel. 89-91, 123, Coli. 2, 116, 117, 184, 232; 3, 114, E. Fries 330, Schaer. 
spie. 153. 

L. sanguinarius L. 1753: vide Th. Fries Sc. 479. — Lecid. paras. Ach., 
Nyl. und Buellia paras. (Ach.) Th. Fries wurden in früherer Zeit nicht selten 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherru v. Wulfen. 



157 



mit Megalosp. sanguinaria (L.) verwechselt, bis Hoifott. PI. L. t. 41, germ. 192, 
194 jeden weiteren Zweifel beseitigte. Die Coli. 3, t. 5, fig. 3b abgebildete 
Flechte ist Lecid. paras. var. elaeochroma Ach. meth. 1803, p. 36, Nyl. Sc. 217, 
Flora 1881. 187, Th. Fries Sc. 549, E. Bot. 2347 dext., 2301 sup.: thallus virescens 
(Coli. 3, 114: e inrescente cinerasc, p. 115, lia. 16 virescens), (7+ ochrac. 

L. limitatus und punctatus Scop. 1772, W. Winterbel. 91, Coli. 3, 115 und 
L. circumscriptus W. WinterhQl. 1787, p. 123, Coli. 3, 115 gehören ebenfalls in 
den Formenkreis der genannten beiden Flechten, wie nach den Beschreibungen 
angenommen werden kann. 

39. p. 116, nr. 269. L. petraeus: t. 6, fig. 2, lit. a. — Comp. Winterbel. 
s9, 90, 150, Coli. 2, 232; 3, 115, 119, lin. 2, Hoffm. PI. 1801, 4, germ. 184, Ach. 
univ. 155, syn. 15, E. Bot. 246, E. Fries 314, Schaer. En. 122. 

L. petraeus W. (1787) umfasst im Wesentlichen Lecid. platycarpa Ach. 
1810, Lee. crustulata Ach. 1810, Lecid. goniophila Koerb. = pilul. (Dav.) Th. 
Fries = enteroleuca (Ach.) Nyl, Flora 1881, p. 187 saxic, sowie Rhizoc con- 
centricum (Dav. 1794) und RJiizoc. excentricum Ach., Nyl. Scaud. 234. 

a) Die Winterbel. 90, 150 gegebene älteste Beschreibung passt auf die 
drei ersteren Arten. 

b) Die Abbildungen Coli. 3, t. 6, fig. 2 a und Hoffin. PI. L. t. 50, fig. 1 
(adpicta Lecan. dispersa Pers.) stellen Bhizocarpon excentricum Ach., Nyl., 
Th. Fries Scand. 632, Arn. Tirol XXI. 142 vor, wozu auch die Beschreibung 
Coli. 3, 116 zum grössten Theile stimmt. Alle diese Arten siud noch heut- 
zutage an Felsblöcken, Steinen und auf der Wiesenmauer bei Ziguln vorhanden. 

40. p. 117, nr. 270. L. sanguineoater. — Comp. Winterbel. 92, Ach. 
univ. 211, syn. 43, E. Fries 171, 263, Fl. Berl. Mag. 1809, 305, Th. Fries Sc. 435. 

L. sanguineoater , von Wulfen 1763 aufgefunden und 1789 benannt, 
halte ich für Biliuib. sahuletoriim FL, Stizbg. Nyl., hypnophila (Ach. 1810) Th. 
Fries Sc. 373, da die Beschreibung der Apothecien auf diese Art besser als auf 
Biat. sanguineoatra Autt. hod. zutrifft. 

41. p. 118, nr. 271. L. carhonarius : t. 6, fig. 2, lit. b. — Comp. Wint. 93, 
Coli. 3, t. 4: color fuscus, Coli. 2, 232, Ach. prodr. 63, E. Fries 488, Schaer. 
spie. 336, 407. 

Diese von Wulfen 1787 aufgestellte Art gehört, wie ich nicht zweifle, 
in den Formenkreis der Lithoicea nigrescens (Pers.). 

42. p. 119, nr. 272. L. speciosus: t. 7. — Comp. Hoffm. germ. 153, Ach. 
univ. 480, syn. 211, E. Fries 80, E. Bot. 1979, Schaer. En. 39, Nyl. syn. 416, 
Th. Fries Sc. 134. 

Farm. spec. (W. 1789). Im Herbarium v. Zoys befindet sich ein Ori- 
ginal des „Lieh, speciosus'^; steriles Exemplar. Exsicc. Schleich. IV. 47, Funck 
080, Schaer. 357, Moug. N. 635, Kabh. 426, 908, Bad. Crypt. 34, Koerb. 156, 
Anzi 56. 

43. p. 121, nr. 273. L.physodes: t. 8. - Comp. Winterbel. III, Coli. 4, 
28.^, Hoffm. germ. 150, Ach. univ. 493, 494, syn. 218, E. Fries 64, Schaer. spie. 
457, 459, Nyl. syn. 400, Mass. sched. 153. 



158 



F. Arnold. 



L. physodes L. 1753. — Auf Coli. 3, t. 8 sind folgende, auch in der Be- 
schreibung deutlich hervorgehobene Flechten abgebildet: a) fig. sup. die normale, 
fructificirende Imhr. physodes (L.). — b) fig. med. inf. : var. labrosa Ach. 1810. 
— c) fig. dextr. : var. vitiata Ach. 1803. — d) fig. sin.: Imhr. (Meneg.) per- 
tusa (Schrk. 1789). 

Ein Originalexemplar im Herbarium v. Zoys „L. physodes L." besteht 
aus der typischen Pflanze und aus var. labrosa, beide steril. 

M. p. 124, nr. 274. L. candelaris: t 6, fig, 1. — Comp. Winterbel. 87, 
143, Coli. 2, 230, Ehr. Beitr. 6, 44, Hoff'm. PI. L. 82, Ach. univ. 433, syn. 181, 
E. Bot. 2157, E. Fries 115, Schaer. spie. 423, Arn. Flora 1881, 310. 

L. candelaris L. 1753. — Die ungenügende Abbildung in Coli. 3, t. 6, fig. 1 
wird erst durch die Beschreibung verständlich. Wulfen fasste unter L. cande- 
laris die Gruppe der Physcia murorum (Hofi'm.) zusammen, welche er dem 
L. pariet. junip. einerseits und der Lepra Byssus cand. L. andererseits gegen- 
über stellte. Coli. 3, t. 6. fig. 1 halte ich für Physcia miniata (Hoffm.), welche 
noch gegenwärtig an den Felsen bei Waidmannsdorf sich vorfindet. Ph. ele- 
gans (Lk.), Ph. murorum (Hoffm.) Arn., planta normalis, Ph. decipiens Arn. 
kommen gleichfalls noch, wenngleich nicht häufig auf Dächern, an Mauern 
bei Klagenfurt vor. üeber Lieh. Bioscor. und Plin. vgl. v. Krempelhub er 
Gesch. 1, p. 7, 8. 

45. p. 125, nr. 275. L. acetabulum: t. 9, fig. 1. — Comp. Hoff'm. germ. 147. 
Ach. univ. 462, syn. 200, E. Fries 65, Schaer. En. 35, Nyl. syn. 395, Mass. sched. 38. 

Ein Original des „L. acetabulum'' von Wulfen im Herbarium v. Zoys 
ist Imbric. acetabulum (Neck. 1768). 

46. p. 127, nr. 276. L. quercifolius: t. 9, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 149, 
Ach. univ. 460, syn. 199, E. Bot. 700, E. Fries 60, Schaer. En. 43, Nyl. syn. 383, 
Arn. Flora 1880, 545. 

L. quercifolius W. 1789, umfasst die beiden Formen f. munda Schaer. 
(hieher Coli. 3, t. 9, fig. 2 sin. und ein Original des ,,L. quercifolius^ im Her- 
barium V. Zoys) und furfurac. Sch. (hiezu die Abbildung fig. 2 dext., sed 
parum distincta). 

47. p. 129, nr. 277. L. crispus: t. 10, fig. 1. — Comp. Winterbel. 143, 
Coli. 3, 115, 131, Ach. univ. 632, syn. 312, Schaer. spie. 530. 

a) L. crispus L. 1767, Ach. prodr. 126; L. crispus Huds. 1762, 1778. 

b) L. crispus Schreb. spie. 1771, nr. 1121 ist nach einem in München 
vorhandenen, von Schreb er bei Leipzig gesammelten Originalexemplare theils 
Coli, pulposum (Bhd.) Ach., theils und überwiegend C. limosum Ach. prodr. 1798, 
p. 126, Nyl. syn. 110, Th. Fries Flora 1866, 453 = Coli, glaucescens (Hoffm.?) 
Arn., Reess. 

c) L. crispus W. 1789 gehört, wie Schaerer spie. 530 mit Recht be- 
merkt, in den Formenkreis des Coli. muUifidum (Scop.) Autt., melaenum Ach., 
Nyl. syn, 108 und schliesst somit die drei Arten Coli, cristatum (L.), C. muUi- 
fidum und Lethagr. Laureri Flot, (Flora 1880, 375) in sich. 



Zur Erinnernng an F. X. Freiherrn v. Wnlfen. 



159 



a) Coli. 3, t. 10, fig. 1 dextr. halte ich für Colh multifidum (Scop.) melae- 
niim Ach. , Nyl. : heutzutage ist diese Flechte bei Ziguln so ziemlich ver- 
schwunden. 

ß) Coli. 3, t. 10, fig. 1 sin. dürfte Lethagr. Laureri Flot., Leth. undu- 
latuvi Laur. apud Flot. Coli, in Linnaea 1850, Schaer. spie. 531, darstellen. 
Ein Original des „Lieh, crispus'^ im Herbarium v. Zoys (sporae dactyloid., 
3 Sept., 023— 027 mm. lg., 005—0 006 mm. lat., 8 in asco) ist diese Art, 
welche von Wulfen im Birubaumerwald bei Planina oder bei Dirschenbach in 
Tirol gesammelt wurde. Wer Coli, multifidum und Lethagr. Laureri in den 
Alpen beobachtet hat, wird die hier ausgesprochene Ansicht über Coli. 3, t. 10, 
flg. 1 sin. nicht sofort als verwerflich erachten. 

d) Coll.crispum Ach. 1803, Nyl. syn. HO, exs. Leight. 106, Mudd 2, Zw. 
exs. 606 (teste Nyl.): apoth. margine et sporis majoribus a C. pulposo, sporis 
octonis a C. limoso, apoth. urceolatis a C. tenace satis diversum. 

48. p. 131, nr. 278. L. granosus: t, 10, fig. 2. — Comp. Ach. univ. 650, 
syn. 323, Schaer. En. 253, Mass. sched. 126, Nyl. syn. 107, Arn. Flora 1881, 173. 

L. granosus Scop. 1772. — Wulfen beschreibt die sterile Pflanze: p. 132, 
lin. 13. Die Abbildung wurde, wie ich nicht zweifle, nach einem getrockneten 
Exemplare, dessen Habitus von demjenigen der frischen Pflanze bekanntlich 
erheblich abweicht, angefertigt. Ein „L. granosus'^ im Herbarium v- Zoys 
ist der sterile Thallus des Coli, granosum (Scop., W.) Schaer., Koerb., Arn. — 
Coli, auriculat. (Hoffm. germ. 1795, 98) Nyl. syn. 106 ist als Synonym zu be- 
trachten. 

49. p. 132, nr. 279. Lieh, submarginalis. — Comp. Schrad. Journ. 1, 1799, 
p. 25, Ach. univ. 653, syn. 324, Schaer. spie. 536, 550. 

Schon Bernhardi hat 1799 die Vermuthung geäussert, dass L. sub- 
marginalis, coriif. und fugax W. den Tremellen beizuzählen sein dürften. Nostoc 
commune kommt jedoch gemäss Winterbel. 103 hier nicht in Frage. 

50. p. 133, nr. 280. L. opuntioides. — Comp. Schrad. Journ. 1, 1799, 
[). 18, Ach. prodr. 138, Schaer. spie. 549. 

51. p. 134, nr. 281. L. papyraceus: t. 10, fig. 3. — Comp. Coli. 3, 137, 
Hoffm. PI. 48, Ach. univ. 646, syn. 321, Schaer. spie. 525, Mass. sched. 65. 

„L. papyraceus'', W. 1789, von Wulfen nur steril beobachtet, ist nach 
dem im Herbarium v. Zoys noch vorhandenen Originalexemplare Lethagr. 
rupestre (L.) a. flaccidum Ach. An den Felswänden hinter der Calvarienkirche 
kommt gegenwärtig auch steriles Coli, furviim Ach. (1798) Nyl. syn. 107 vor, 
welches in der Beschreibung Coli. 3, p. 135, lin. 15, 16 mitenthalten sein dürfte. 
Hoffm. PI. L. t. 37, fig. 2, 3 hat offenbar die Abbildung von Coli. 3, t. 10, fig. 3 
zu Grunde gelegt und auf der Uuterfläche des Thallus eine willkürliche Zahl 
von Apothecien hinzufügen lassen (Flora 1880, p. 548). Ueber L. lactuca Web., 
Coli. 3, 135 vgl. Flora 1880, p. 376. 

52. p. 136, nr. 282. L. lichenoides: t. 11, fig. 1. — Comp. Coli. 3, 115, 
Ach. univ. 657, syn. 327, Schaer. spie. 517. 



160 



F. Arnold. 



Tremella lichenoides L. 1753. — Unbestritten Leptog. atrocaerul. (Hall.) 
lacerum (Sw.). Diese Ansicht wird auch durch ein Original des „L. lichenoides L." 
im Herbarium v. Zoys bestätigt: steriles Exemplar. 

53. p. 137, nr. 288. L. fascicularis : 1. 11, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 102, 
Ach. univ. 639, syn. 317, Schaer. spie. 525, Arn. Flora 1879, p. 399. 

Von dieser Flechte, welche heutzutage noch über Moosen, besonders 
Grimmia apocarpa, an den Felswänden hinter der Calvarienkirche, wenngleich 
nur in kleinereu Exemplaren vorkommt, ist ein Original „Lieh, fascicularis"' 
im Herbarium v. Zoys aufbewahrt: planta 3 cm. lata, sporae subglohosae, 
simplices, 0'012 mm. lat, 8 fere uniseriatae in asco. 

54. p. 139, nr. 284. L. cristatus: t. 12, fig. 1. — Comp. Coli. 3, 115, 
Hoffm. germ. 100, Ach. univ. 638, syn. 312, Schaer. spie. 538. L. cristatus L. 1753. 

„jL. cristatus h.^^ im Herbarium v. Zoys besteht aus zwei kleinen Exem- 
plaren, von welchen das eine Coli, pulposum Ach. ist: pl. terrestris, sporae 
speciei, 3 sept. cum nonnullis guttulis, 018 mm. lg., 005— 006 mm. lat., 
8 in asco, während das andere Exemplar zu Lethagr. stygium, (Del.) Flora 1867, 
p. 135 zu gehören scheint: thallus orbicularis, laciniatus, sporae ohlongae, hic 
inde subfusiformes , 3 septat., 0'021 — 0'027 mm. lg., 0005— 006 mm. lat., 
8 in asco und eine von Wulfen wahrscheinlich in den Kalkalpen gesammelte 
Pflanze bildet. 

Die Beschreibung in Coli. 3, p. 139 passt, besonders unter Berück- 
sichtigung des Standorts, auf Coli, pulposum Ach., wozu die Abbildung Coli. 3, 
t, 12, fig. 1 dextr. zu ziehen ist. Dagegen dürfte fig. 1 sin. eine dem Coli. pulp. 
haibituell ähnliche Art, etwa Coli, limosum Ach. darstellen. Ob Wulfen den 
L. multifidus Scop. hier mit Recht als Synonym citirt hat, bleibt vorläufig 
dahingestellt. 

55. p. 141, nr. 285. L. fugax: t. 12, fig. 2. — Comp. Ach. univ. 652, 
syn. 324, Schaer. spie. 548, 

Wulfen giebt so verschiedenartige Standorte an, dass unter seinem 
L. fugax (1789) sicher mehrere Arten zu verstehen sind. 

56. p. 142, nr. 286. L. coriiformAs. — Comp. Ach. univ. 644, syn. 320, 
Schaer. spie. 547. 

57. p. 143, nr. 287. L. fucoides: t. 12, fig. 3. — Comp. Hoffm. PI. 1794, 
p. 36, germ. 142, Ach. univ. 611. syn. 299, E. Fries 35, Schaer. spie. 259, Nyl. 
syn. 307. 

Unbestritten eine unbedeutende Form der Comic, tristis (Web. 1778). 
In Hoffm. PI. t. 34, fig. c, d ist die von Wulfen an Hoff mann geschickte 
Flechte gleichfalls abgebildet. Ach. syn. 299 hat bereits die beiden Formen 
radiata Huds. (Coli, 3, 144, lin. 9) und fucina Gmel., Lieh, fucoides W. 1789: 
Coli. 3, 144, lin. 1, als zu geringhaltig wieder eingezogen, vgl. Th. Fries Sc. 29, 
und Wulfen selbst p. 143, lin. 10 lässt es dahingestellt, ob L. fucoides von 
L. rigidus specifisch verschieden sei. 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



161 



Coli. IV. 1790. 

58. p. 232, ur. 304. L. muscorum: t. 7, fig. 1. — Comp. Hoffm. germ. 191, 
Fl. Berl. Mag. 1808, 308, Ach. univ. 179, syn. 20, E. Fries 339, Schaer. En. 133. 

L. muscorum Weber 1778, Th. Fries Sc. 356, Flora 1880, p. 566. 

„Beim kalten Brüudl in der Sattniz", südlich von Klagenfurt wächst 
jetzt keine Flechte mehr „muscis continua irroratis aspergine instrata.^ Einige 
Schritte unterhalb der Quelle an der Böschung, oberhalb welcher Buchen stehen, 
kommt jedoch Biatora sanguineoatra Nyl., L. Par. (1855), Anzi Cat. (1860), 
Th. Fries Sc. 435, 356, exs. Fries suec. 223 A, inf. dext., Zw. 465, Nyl. Par. 52, 
Arn. 229 a, b; Anzi 181, Erb. er. it. I, 1235, vor und diese Art, welche auch auf 
Waldboden des Kreuzberges über Moosen anzutrelfen ist, dürfte allem Vermuthen 
nach dem L. muscorum Wulf, entsprechen. 

59. p. 233, nr. 305. L. hypnorum: t. 7, fig. 2. — Comp. Ach. univ. 396, 
syn. 156, E. Fries 138, Schaer. En. 75, Th. Fries Sc. 239, Flora 1881, 118. 

L. hypnorum W. 1790 ist unbestritten Lecan. suhfusca (L.) var. hyp- 
norum W. 

60. p. 234, nr. 306. L. agariciformis: t. 7, fig. 3. — Comp. Ach. prodr. 198, 
Floerke Comm. Clad. 9, E. Fries 218, Schaer. spie. 317, Arn. Flora 1880, 374. 

L. agariciformis W. 1790 wächst zwar nicht mehr an der von Wulfen 
angegebeneu, seitdem wesentlich veränderten Stelle, ist aber auf Waldboden an 
felsigen Orten des Kreuzberges, vorwiegend steril, ziemlich verbreitet- Fructifi- 
cirende Exemplare von dort wurden von Nyl ander als Clad. caespiticia (Pers.) 
bestimmt. Die von Wulfen gegebene Beschreibung ist weit besser als die 
Abbildung. 

61. p, 236, nr. 307. L. paschalis. — L. paschalis L. 1753 wurde in den 
österreichischen Alpen meines Wissens noch nicht gefunden. Aus der Be- 
schreibung von Wulfen geht hervor, dass die Flechte von Klagenfurt zu Stereoc. 
tomentosum Fr. und diejenige der Alpen zu St. alpinum Laur. gehört. Im 
Herbarium v. Zoys besteht ein Original von Wulfen „Lieh, paschalis L., 
dwplex varietas"" aus: a) Stereoc. toment., welches noch gegenwärtig bei Waid- 
mannsdorf vorkommt; b) Stereoc. incrustatum Fl., welche Art von Wulfen 
wahrscheinlich im Kiesbette der Rienz bei Niederndorf, wo sie später v. Haus- 
mann sammelte (Arn. Tirol XX. 385), angetroffen wurde. 

62. p. 237, nr. 308. L. hotrytes: t. 4, fig. 3. — Comp. Hoffm. germ. 128, 
Ach. univ. 569, syn. 274, E. Fries 235. 

Unbestritten Clad. hotr. (Hag. 1782). Gegenwärtig kommt die Pflanze 
weder bei Ziguln noch in der Sattniz mehr vor. 

63. p. 239, nr. 309. L. ambiguus: t. 4, fig. 2a,b. — Comp. Hoffm. PI. 56, 
Ach. univ. 485, syn. 209, E. Fries 71, Schaer. En. 47, Arn. Flora 1879, 332. 

L. ambiguus W. 1790 kommt steril am Grunde der Föhren zwischen der 
Calvarienkirche und Ziguln noch jetzt vor. Die in Hoffm. PI. L. t. 42 abgebil- 
deten Flechten sind aus den Collect, entnommen, darunter auch die beiden 
Figuren der Squamaria ambigua. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 21 



162 



f. Arnold. 



64. p. 241, nr. 310. L. tartareus: t. 8, fig. 2. — Comp. Mise. 2, 79, 
Coli. 3, III, Hoffm. germ. 173, Ach. univ. 423, syn. 180, E. Fries 101, 102, Schaer. 
spie. 433, Laur. in Sturm D. Fl. II. 24, p. 20. 

L. tartar. L. 1753, Nyl. Se. 157, Th. Fries Se. 233. — Die Eeihenfolge 
der Namen der Fleehte ist: Lieh, tartar. W. 1790 (non L.); — L. gypsaceus 
Sm. Trans. Linn. Sog. 1791, p. 81, t. 4, fig. 2 (icon non bona; sed exempla 
prope Monspelium collecta et in Herb. v. Naegeli asservata quadrant), Th. Fries 
Se. 222; — Lieh. Smithii Aeh. 1798. Exsice. Schaer. 344, Hepp 619, Anzi m. r. 
156, Schweiz. Cr. 465, Trevis. 116, Erb. it. I. 1377, Roumeg. 215 (Anzi 97 est 
Psor. crassum liparium Ach., Nyl. Flora 1863, 233). 

Wulfen hat die Flechte von Psor. crassum (Coli. 3, 109) sehr wohl 
unterschieden. 

05. p. 242, nr. 311. L. aeruginosus. — Comp. Winterbel. 91, 98. 

Lieh, aeruginosus Scop. 1760. Wulfen macht mit Recht aufmerksam, 
dass diese Flechte früher mit anderen Arten öfters verwechselt wurde, vergl. 
Th. Fries Scand. 329 Obs. Bei Klagenfurt ist Icmadoph. aeruginosa heut- 
zutage nur noch selten anzutreffen. 

66. p. 244, nr. 312. L. ciliaris: t. 13, Fig. 1. — Comp. Coli. 3, 120, 
Hoffm. germ. 144, Ach. univ. 497, E. Fries 77, Schaer. spie. 487, Mass. sched. 44. 

Unbestritten Änapt. ciliaris L. 1753. Nach Ach. univ. 497 ist hier die 
f. agriopa Aeh. abgebildet, welche jedoch Ach. syn. 221 wieder eingezogen wurde. 
Ein „Lieh, ciliaris L." von Wulfen ist im Herbarium v. Zoys noch erhalten. 
Bei einer Durchsieht des Herbares von Wulfen in Wien wäre auf die Coli. 4, 
244 beschriebene Varietät zu achten. 

67. p. 246, nr. 313. L. hispidus: t. 6. — Comp. Coli. 3, 120, Hoffm. 
germ. 151, Aeh. univ. 498, syn. 221, E. Fries 82, 83, Schaer. spie. 440, Nyl. 
syn. 425, 426. 

L. hispidus Schreb. spie. 1771. — Schon Hoffm. germ. 151 hat darauf 
hingewiesen, dass Coli. 4, t. 6, fig. a, b, e zu P. semipinnata Hoffm. (1795) ge- 
hören und die Beschreibung von Wulfen steht dieser Ansicht nicht geradezu 
entgegen; die Abbildungen dagegen sind nicht genügend. Nyl. syn. 425 zieht 
die Rindenpflanze fig. c zu P. leptalea Ach. 1798. 

Coli. 3, t. 6, fig. d gilt unbestritten als P. tenella Scop. (1772). Hieher 
gehört auch ein „Lieh, hispidus sive tenellus Scopolii^' im Herbarium v. Zoys, 
steriles Exemplar. 

68. p. 249, nr. 314. L. juniperinus. — Comp. Coli. 3, 125. 
Wulfen vereinigt hier wiederum die früher von ihm und Seopoli 

getrennten Platysma juniperinum L. 1753 und pinastri Scop. 1772. Ein „i. 
juniperinus L., Scopolio pinastri'^ im Herbarium v. Zoys ist steriles Plat. 
pinastri. In Coli. 4, 250, lin. 18, 252 i. f. erwähnt Wulfen den parasitischen 
Äbroth. Parmel. var. Peyritschii Stein, Arn. Tirol XXI. 152, vide Cephalodia 
Aeh. univ. 506 nota. 



Zur Erinnerung an F. X. Freiheirn v. Wulfen. 



163 



69. p. 251, nr. 315. L. nivalis. — Comp. Coli. 4, 254, Schaer. spie. 9. 
Plat. nivale (L. 1753) und Plat. cucidlatum (Bell. 1788) wurden von 

Wulfen, wie aus der Beschreibung hervorgeht, nicht getrennt. Ein in München 
aufbewahrtes Original von Wulfen, von Sehr eher als „Lieh, nivalis, e Ca- 
rinthiae alpestrihus'' bezeichnet, ist steriles Plat. nivale. Wulfen hat beide 
Arten nur steril beobachtet, Floerke (Sehrad. Journ. 1801, 150) fand Plat. 
cucullat. im Duxer Thale c. ap. Coli. 4, 252, lin. 18—21 werden von Wulfen 
die Spermogonien beschrieben. 

70. p. 253, nr. 316. L. islandicus: t. 8, fig. 1. — Comp. Hoffm. germ. 143, 
Ach. univ. 512, E. Bot. 1330, E. Fries 37, Schaer. spie. 11, Mass. sched. 68. 

Die Abbildung stellt die normale, alpine Cetr. isl. (L. 1753) vor und ein 
derartiges Exemplar „L. isl. L." ist auch im Herbarium v. Zoys noch vorhanden. 
Aus der Beschreibung lassen sich a) f. crispa Ach. — p. 254, lin. 9—15; 
b) f. sorediata Schaer. En. 15 — p. 255, lin. 4; c) die Spermogonien erkennen. 

71. p. 255, nr. 317. L. croceus: t. 11, fig. 2, 3. — Comp. Coli. 4, 271, 
Holfm. PI. p. 60, Ach. univ. 149, syn. 8, E. Bot. 498, E. Fries 49, Schaer. spie. 12, 
Nyl. syn. 329. 

Hoff mann hat die Abbildung in den PI. Lieh. t. 42 wiedergegeben. Ein 
Original des „Lieh, croceus L." befindet sich im Herbarium v. Zoys. 

72. p. 257, nr. 318. L. resupinatus : 1. 12, fig. 1. — Comp. Hoffm. germ. 108, 
Ach. univ. 522, syn. 241, E. Fries 42, Schaer. spie. 269, Mass. sched. 57. 

Aus der Beschreibung geht hervor, dass Wulfen die verschiedenen Formen 
wohl beachtete: a) der Hauptsache nach ist Nephr. toment. Hoffm. germ. 1795, 
p. 108 beschrieben und hieher gehörige Exemplare sind als ,,Lich. resup. L." 
im Herbarium v. Zoys und im Herbarium Sehr aber (in alpestribus Praxensi- 
bus, Carinth., in arboribus der Kübecker Alpe copiose) noch erhalten: thallo 
fusco; — b) Coli. 4, 258, lin. 7, iufera pagina cum tempore nuda: Nephr. 
laevigat. Ach. syn. 1814, p. 242; — c) p. 258, lin. 1, 2: var. parile Ach., Nyl.; 
— d) p. 258, lin. 12: fere var. helvetic, Ach. 1810, Schaer. En. 19; peltae retuso 
emarginatae. Bemerkenswerth ist, dass Wulfen die Flechte schon damals bei 
Klagenfurt nicht beobachtet zu haben scheint. 

73. p. 258, nr. 319. L. sylvaticus: t. 12, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 109, 
Ach. univ. 454, syn. 236, E. Fries 51, Schaer. spie. 268. 

Wulfen und Ho ff mann behaupten nicht, dass sie die Flechte fructi- 
ficirend gesehen haben; ihre Beschreibung der Apotheeien ist vielmehr auf die 
Angaben der von ihnen citirten älteren Autoren zurückzuführen. Meines Er- 
achtens ist die irrige Abbildung der Apotheeien bei Dill. t. 27, fig. 101 durch 
eine jetzt nicht mehr aufzuklärende Verwechslung veranlasst worden. Micheli, 
1729, t. 43, XI. bildet den von Dillen aus der Umgebung von Glessen er- 
haltenen sterilen Thallus ab und das im Herbarium Dillen 's vorhandene Exem- 
plar ist gleichfalls steril (Crombie und Nyl. in Linn. Soc. Journ. Bot. 17, p. 573). 
Im Jahre 1790 erschienen Jacq. Coli. 4 und Hoffm. PI. Lieh. t. 4, fig. 2, worin 
die vermeintlichen Apotheeien nach dem Vorbilde von Dill. t. 27, fig. 101 ab- 
gebildet wurden. In E. Bot. 2298 wurde sodann der Irrthum wiederholt. Ein 

21* 



164 



F. Arnold. 



Original des ,,Lich. sylvat. L." im Herbarium v. Zoys ist sterile Stictina 
sylvat. L. (1753). 

74. p. 260, nr. 320. L. caninus: t. 14, fig. 1. — Comp. Coli. 4, 279, 
Hoffm. germ. 106, Ach. univ. 517, syn. 239, Floerke D. L. Lief. 8, p. 10, E. Fries 45, 
Schaer. spie. 14, Nyl. syn. 324. 

Unbestritten Peltig. canina (L. 1753). — Im Herbarium v. Zoys sind 
zwei hier zu erwähnende Exemplare vorhanden, welche unter der Voraussetzung, 
dass keine spätere Verwechslung stattgefunden hat, folgende Flechten enthalten : 
a) „Lieh, caninus L." besteht aus Pelt. spuria Ach., Nyl. Scand. 89: thallus 
minus evolutus, venae älbidae und aus Pelt. polydaet. f. microcarpa Pers., 
Ach., Nyl. Sc. 90, Hoffm. PI. L. t. 4, fig. 1, Schaer., En. 21 : ziemlich unvoll- 
ständiges Exemplar; b) „Lieh, polydaet.'' besteht aus einem Stücke unzweifel- 
hafter P. eanina und einem Exemplare mit länglichen Apothecien, welches aber 
wegen der glanzlosen Oberfläche des Thallus, der weisslichen Adern und der 
hellbraunen, kräftigeren Apothecien gleichfalls richtiger zur P. canina gehört. 

75. p. 262, nr. 321. L. pdlydactylus: 1. 14, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 
106, Ach. univ. 520, syn. 240, Floerke D. L. 9, p. 10, E. Fries 46, Schaer. En. 21, 
Nyl. syn. 326. 

Wulfen hebt die geringen Artunterschiede zwischen Peltig. can. und 
polydaetyla hervor. Abgebildet ist die typische Pflanze. Die Abbildungen 
von Dill. t. 27, fig. 107, 108 und Hoffm. PI. L. t. 4, fig. 1 dagegen stellen die 
f. microcarpa Pers., Ach. vor: exs. Floerke 192, Fries suec. 109 sup., Schaer. 30, 
Moug. N. 541, Bohler 56, Hampe 72, Hepp 851, Rabh. 421b, Mudd 61, Bad. 
Cr. 524 a, Malbr. 64 inf., welche von Wulfen nicht erwähnt ist. 

76. p. 263, nr. 322. L. rufeseens: t. 15. — Comp. Hoffm. germ. 107, Ach. 
univ. 516, syn. 239, E. Bot. 2300, Floerke D. L. 8, p. 12, E. Fries 47, Schaer. 
spie. 267, Nyl. syn. 327. 

Diese Flechte, welche zu Wulfen's Zeit in den Waldungen um Klagen- 
furt häufig vorkam, fand ich auf Erde einer Felsgruppe bei Waidmannsdorf 
und veröffentlichte sie in Arn. exs. 620 e. Ein Original des „L. rufeseens"' im 
Herbarium von Zoys ist klein, steril und ungenügend, jedoch mit der Be- 
schreibung nicht im Widerspruche. Der Grund, warum die Pflanze sehr ver- 
schieden beurtheilt wurde, liegt hauptsächlich darin, dass die Apothecien nicht 
ganz richtig abgebildet wurden und der genaueren Beschreibung p. 264 nicht 
vollkommen entsprechen. 

77. p. 265, nr. 323. L. horizontalis : t. 16. — Comp. Hoffm. germ. 107, 
Ach. univ. 515, syn. 238, E. Fries 47, Schaer. En. 21, Nyl. syn. 327. 

Unbestritten Peltig. horiz. (L. 1767). Im Herbarium v. Zoys ist ein 
Original des „Lieh, horiz. Ii.'' von Wulfen vorhanden. 

78. p. 266, nr. 324. L. aphthosus: t. 17. - Comp. Hoffm. germ. 107, Ach. 
univ. 517, syn. 238, E. Fries 44, Schaer. spie. 15, Mass. sched. 32, Nyl. syn. 323. 

Auch hievon befindet sich ein Exemplar von Wulfen „Lieh, aphtosus L.",-j 
wie Linne schreibt, im Herbarium v. Zoys. j 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen 



165 



79. p. 268, nr. 325. L. scutatus: 1. 18, fig. 1. — Comp. Schrad. Journ. 1801, 
79, Ach. univ. 507, syn. 227, Fl. D. L. 3, p. 6, E. Fries. 39, Schaer. En. 14, Nyl. 
syn. 308. 

Bekanntlich ist der von Ehr. 1780 aufgestellte Name Lieh, saepincola älter 
als L. seilt. W. 1790. Beide hatten, wie aus Ehr. Phytoph. 90 und der Abbildung 
in Coli. 4, t. 18, sowie einem im Herbarium v. Zoys aufbewahrten „X. scutat.'^ 
hervorgeht, die nämliche Pflanze im Sinne. 

80. p. 270, nr. 326. L. saceatus. — Solor. saee. (L. 1753) wurde von 
Wulfen auch auf den Alpen bei Prags in Tirol (somit wohl Sol. hispora Nyl.) 
beobachtet. Ein „Lieh, saeeatus L." im Herbarium v. Zoys ist die typische 
SoJ. sacc. 

81. p. 271, nr. 327. L. venosus. — Comp. Coli, 4, 269. Im Herbarium 
V. Zoys befindet sich ein Original dieser Peltidea von Wulfen „Lieh, venös. L," 

82. p. 273, nr. 328. L. perlatus: t. 10. — Comp. Coli. 4, 275, 277, Hoffm. 
germ. 148, Ach. univ. 458, syn. 198, E. Fries 59, Schaer. spie. 452, Nyl. syn. 379. 

Beschreibung und Abbildung passen sowohl auf Imbr. perlata (L. 1767) 
als I. olivetorum (Ach. 1803), welch' letztere zur Zeit noch auf Felsblöcken ober- 
halb Ziguln vorkommt: C-j-. Ein „Lieh, perlatus L., Seopolio glaueus^' im 
Herbarium v. Zoys gehört zu I. perlata (L.j: C=. In Coli. 4, t. 10 ist auch, 
besonders bei a die von Wulfen gut beschriebene f. ulophylla Wallr. germ. 
1831, 521, sorediata Schaer. En. 1851, 34 abgebildet. 

83. p. 275, nr. 329. L. duUus: t. 19, fig. 1. — Comp. E. Fries 59, Schaer. 
spie. 453, En. 45, Mass. sched. 74. 

Mit Recht hat Schaerer darauf hingewiesen, dass P. Borreri Turn. 
Linn. Trans. 1806, p. 148, t. 13, fig. 2, E. Bot. 1780 mit L. duUus W. 1790 
identisch ist. Es ergiebt sich diess auch aus englischen, von Borr er gesam- 
melten und im Herbarium Meyer zu Göttingen aufbewahrten Exemplaren. 
Ein „i. dubius" im Herbarium v. Zoys ist noch erhalten: C-\-. Dr. Steiner 
hat die bei Klagenfurt schon von Wulfen nur steril angetroffene Pflanze an 
Föhren unweit Ziguln gesammelt und in Arn. exs. 876 niedergelegt. 

84. p. 276, nr. 330. L. glaueus: t. 19, fig. 2. — Comp. Coli. 4, 259, Hoffm. 
PI. 71, Ach. univ. 509, syn. 228, E. Fries 38, Schaer. spie. 250, 559. 

Diese Flechte ist keineswegs Plat. fallax (Web.), sondern Fl. glaue. 
(L. 1753). Wulfen hat die von ihm nur steril gefundene Flechte sorgfältig 
beobachtet: 

a) Die normale sterile Pflanze insbesondere mit Rücksicht auf die Be- 
schreibung des L. fallax Web, spie. 1778, p. 244. 

b) f. eoralloidea Wallr. germ. 1831, 522, exs. Flot. 60 C (non vidi), Hepp 
574, Rabh. 422, 669 b. — Coli. 4, 277, lin. 10. 

c) f. ampullacea Wall. germ. 1831, p. 522, Hoffm. germ. 149 laciniae in 
capitula inflata abeuntes; f. biillata Schaer. spie. 1833, p. 250, Arn. Tirol XXI. 
116. — Coli. 4, 277, lin. 23 sequ. 

d) Abroth. Parmel. (Smft.), Wallr. germ. 522, Cephalodia Ach. univ. 510? 
- Coli. 4, 278. 



166 



F. Arnold. 



Im Herbarium Schreber und Herbarium v. Zoys sind Originale des 
„Lieh, glauc. L." von Wulfen vorhanden, welche die f. ampullac. mit Äbro- 
thallus bilden. 

85. p. 278, nr. 331. L. verrucosus: t. 18, fig. 2. — Comp. Hoffm. germ. 
146, Ach. univ. 453, syn. 234, E. Fries 53, Schaer. spie. 483. 

Wulfen und Hoff mann haben den älteren Namen dieser Flechte L. verrue. 
Huds. (1762) gegenüber L. serohie. Scop. 1772 beibehalten. 

86. p. 280, nr. 332. L. caperatus: t. 20, fig. 1. — Comp. Winterbel. 86, 
Holfm. PI. 50, Ach. univ. 457, syn. 196, E. Fries 69, Schaer. spie. 471, Mass. 
sched. 36. 

Hoffm. PI. L. t. 38, 42 hat die Abbildungen aus den Coli. 4 entnommen. 
Ein „L. eaperatus L." im Herbarium v. Zoys, steriles Exemplar, ist noch 
vorhanden. 

87. p, 281, nr. 333. L. saxatilis: t. 20, fig. 2. — Comp. Winterbel. 113, 
135, Coli. 3, 122, HofFm. germ. 145, Ach. univ. 470, syn. 204, E. Fries 61, Schaer. 
En. 44, Nyl. syn. 388. 

Es sind hier drei Formen zu unterscheiden: 

a) retiruga DC. (1805), Th. Pries Sc. 114, munda Schaer. — Coli. 4, 282, 
lin. 18: frondes supra glabrae. 

b) suleata (Tayl. 1836) Nyl. syn. 389: Coli. 4, 281, p. 282, lin. 20. Ein 
Exemplar des „Lieh, saxat. L." im Herbarium v. Zoys ist diese f. suleata, 
dessgleichen Coli. 4, t. 20, fig. 2 a, b. 

c) Ai!2oni Del. in Bot. Call. 1830, 602, exs. Malbr. 316 (furfuraeea Schaer. 
spie. 1840, p. 455 est planta 7ninus furfiire isidioso teeta): Coli. 4, 283, lin. 9, 
t. 20, fig. c; apoth. hene descripta p. 282 i. f., 283. 

Eömer Archiv. III. 1805. 

1. p. 424, nr. 124. L. melanoeeros. Wulfen hat zwei Formen der Aleet. 
oehroleuea (Ehr. 1789) unterschieden: a) „Lieh, sulphureus^' die sterile Pflanze 
ramulis eoneoloribus oehroleucis; wie aus einem Exemplare im Herbarium 
V. Zoys hervorgeht; und b) melanoeeros: ramulis nigrieantibus. Wulfen 
beobachtete die Flechte nur steril, Floerke (Schrad. Journ. 1801, 148) fand im 
Duxer Thale Apothecien. Alect. nigrieans Ach. aber gehört, wie aus der Be- 
schreibung von Wulfen deutlich hervorgeht, nicht hieb er. 

2. p. 425, nr. 125. L. vulpinus: comp. Mise. 2, 88. Die beiden sehr un- 
wesentlichen Formen xantholyna und ineomta Ach. univ. 1810, 444 lassen sich 
aus der Beschreibung von Wulfen deutlich erkennen. 

3. p. 426, nr. 126. L. trichodes ist nach der Beschreibung sterile Alect. 
sarmentosa (Ach. 1795). 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



167 



Beiträge zur Lichenenflora yon Klagenfurt. 

I. Die Zahl der von Wulfen in der Umgebung von Klagenfurt beob- 
achteten Flechten ist nicht unbeträchtlich. Aus den Winterbel. und Coli., 
sowie den von mir eingesehenen Originalexemplaren vermochte ich das hier 
folgende Verzeichniss zusammenzustellen: 

1. Usnea harhata (L.) f. florida (L.) Ehr. exs. 148: Winterbel. 115: die 
typische Pflanze befindet sich als „L. floridus L." im Herbarium v. Zoys. 

f. hirta L., Ehr. exs. 138: Winterbel. 116 (pl. rede descripta) : ein „L. 
hirtus L." im Herbarium v. Zoys ist eine sterile und compacte f. florida: 
soredia pulverulenta desunt. 

f. dasopoga Ach. 1803: hieher gehört ein „L. plicatus L." im Herbarium 
V. Zoys; Winterbel. 116: planta steriUs, pendula, fibrillosa. 

Cephalodia: Winterbel. 117. 

2. Alect. jubata (L.): L. chdlyh. et juh. Winterbel, 117: pl. cortic. et 
p. 118 saxic. Ein „L. jubatus L." im Herbarium v. Zoys ist sterile Alect. 
jub. prolixa Ach.: planta fusca, K — . Die Flechte ist noch jetzt an den 
Föhren zwischen Ziguln und der Calvarienkirche zu finden. 

3. Evernia divaricata (L.) : hiezu ein „L. divaric. L." im Herbarium 
V. Zoys, steriles Exemplar (Comp. Hoffm. PI. L. 1801, 2: Tirol). 

4. Evernia prunastri (L.): Winterbel. 110; die sterile Pflanze „Lieh, 
prun. L." befindet sich im Herbarium v. Zoys. 

5. Ev. furfurac, (L.): Winterbel. 109, c. ap. 110. 

6. JRamal. pollinaria (L.): Winterbel. 110 secund. descript. ; gegenwärtig 
noch an Felsen bei Ziguln und Waidmannsdorf. 

7. R. farinacea (L.): Winterbel. 110; die sterile Pflanze „Lieh, farin. L." 
im Herbarium v. Zoys. 

8. B. fraxinea (L.): Winterbel. III: die typische Form „Lieh, fraxin. L." 
im Herbarium v. Zoys. 

f. calycariformis Nyl. Eecogn. Eam. p. 38: hieher ein „Lieh, calyearis Ij". 
im Herbarium v. Zoys: sporae curvulae, 0'015 mm. lg., O'OOö mm. lat. 

9. Stereoc. tomentosum Fr. : Coli. 4, 236. 

10. Clad. coccifera (L.) und f. cornucop. L.: Winterbel. 105, 106. Ein 
„L. coceifer" im Herbarium v. Zoys gehört hieher. 

11. Clad. bacillaris Leight., Flora 1880, 375: Winterbel. 108; ein im Her- 
barium V. Zoys aufbewahrter „L. cornutus" ist zum Theile diese Flechte. 
podetia pulverul., K — , ap. coccin. 

12. Clad. botrytes (Hag.) : Coli. 4, 237. 

13. Clad. pyxidata (L.): Winterbel. 104, 105 (f. simplex Eoth, staphylea 
Ach., syntheta Ach.). 

14. Clad. verticillata (Hoffm.) : Winterbel. 105; hiezu „L. pyxidat.'^ im 
Herbarium v. Zoys. 



168 



P. Arnold. 



15. Clad. fimhriata (L.): tubaef. und dentic. Fl.: Winterbel. 106; „L. 
cornutus'^ im Herbarium v. Zoys ist zum Theile zu C. fimbr. gehörig. — var. 
radiata Schreb.: Winterbel. 108. 

16. Clad. agariciformis W. Coli. 1790, 234 = C. sympMc. Ehr. 1793 = 
Clad. caespiticia Pers. 1794. 

17. Clad. gracilis (L.) f. Jiyhrida (Hoffm.): ein hieher gehöriges steriles 
Exemplar als „Lieh, pyxid. L." im Herbarium v. Zoys. Ein „Lieh, graeilis" 
daselbst ist die alpine f. elongata Jacq. Mise. 2, 368. 

18. Clad. fureata (Hds.) f. subulata L.: Winterbel. 108. var. raeemosa 
(Hoffm.) Fl.: im Herbarium v. Zoys sind unter der Bezeichnung „Liehenis 
Bangiferi L. duae Varietates" diese raeem. steril und Clad. sylvat. c. ap. vor- 
handen; als „Lieh, subramosus" aber die fructificirende var. raeemosa. 

19. Clad. degenerans Fl. : Winterbel. 105, lin. 25—29. 

20. Clad. sylvatica (L.): hieher „Lieh, rangiferi L. duae Varietates" im 
Herbarium v. Zoys c. ap., K — . 

21. Clad. Papillaria (Ehr.): Coli. 3, 105. 

22. Plat saepineola (Ehr.): Coli. 4, 268 prope Falkenberg. — 23. Plat. 
pinastri (Scop.): Winterbel. 87, Coli. 4, 249. — 24. Parmeliopsis ambigua (W.) 
Nyl. : Coli. 4, 239. 

25. Imbr. perlata (L.): Coli. 4, 273 cum f. sorediata. 

26. L olivetorum (Ach.) cum f. sored.: Coli. 4, 273. 

27. J. saxatilis (L.) leucoehroa Wallr. : Coli. 4, 282. 

f. sulcata Tayl.: Winterbel. 114, 135, Coli. 4, 281. 
f. Äizoni Del., furfurac. Schaer. : Winterbel. 114 (in senio pulv.). 
Coli. 4, 282. 

28. L physodes (L.): Winterbel. III, Coli. 3, 121 (f. vulg., labrosa et 
vittata Ach.). 

29. L pertusa (Schk.): Coli. 3, 123, lin. 14—16. — 30. I. tiliaeeaRom.: 
Coli. 3, 127 {quereina Willd. et furf. Sch.). — 31. J. dubia W., Borreri T.: 
Coli. 4, 275. — 32. J. eaperata (L.): Winterbel. 86, 135, Coli. 4, 280. 

33. L conspersa (Ehr.): Winterbel. 86, 135, 143 (p. p. sub caperat. et 
centrif.); Hoffm. PI. L. t. 54, fig. 1 sinistra parte ieonis adpicta. Ein „Tj. centri- 
fugus L." im Herbarium v. Zoys besteht aus zwei Exemplaren, der normalen 
I. conspersa und der f. stenophylla Ach. 

34. J. aeetab. (N.): Coli. 3, 125. — 35. X aspidota (Ach., Nyl.): Coli. 2, 
194. — 36. J. prolixa (Ach., Nyl.): Coli. 2, 194. — 37. 7. fuliginosa (Fr., Nyl.): 
Coli. 2, 194. 

38. Änapt. ciliaris (L.) : Coli. 4, 244 (cum var. p. 246, lin. 5). 

39. Parmelia speciosa (W.): Coli. 3, 119. 

40. P. stellaris (L.) Nyl.: im Herbarium v. Zoys befindet sich diese Art 
als „L. stellaris L.": apoth. epruinosa, fusconigric., medulla K — . 

41. P. tenella (Scop.): Coli. 4, 246, t. 6, fig. d. — f. semipinnata Holfm.: 
Coli. 4, 247, t. 6, fig. a, b und P. leptalea fig. 3 sind in der Umgebung von 
Klagenfurt wieder aufzusuchen. 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



169 



42. P. caesia (Hoffm.): Coli. 2, 199. 

43. Sticta pulmon. (L.): ein „L. pulnionarius L." c. ap. im Herbarium 
V, Zoys ist hier zu erwähnen. 

44. [Stictina scrobiculat a (Scoi^.): Coli. 4, 278). — 45. St. sylvatica {L.): 
Coli. 4, 258. 

46. Peltig. canina (L.): Coli. 4, 260. — 47. P. /iom. (L.): Coli. 4, 265. 
- 48. P. polyd. (N.): Coli. 4, 262. — 49. P. rufesc. (N.): Coli. 4, 263. — 
50. Peltid. venosa (L.): Coli. 4, 271. - 51. P. apht. (L.): Coli. 4, 266. 

52. Solor. saccata (L.) : Coli. 4, 270. 

53. Gyroph. deusta (L.) : Coli. 3, 99. 

54. Umbilic. pustulata (L.): Coli. 2, 188: noch jetzt vereinzelt bei Waid- 
mannsdorf. 

55. Xanth. parietina (L.): Winterbel. 87, Coli. 3, 125. Im Herbarium 
V. Zoys als „Lieh, pariet. L." 

56. Physcia eleg. (Lk.), murorum et miniata (Hoifm.) : Winterbel. 87, 88, 
143, Coli. 3, 124. 

57. Candel. vitellina (Ehr.) et aurella (Hoffm.) Arn. : Coli. 3, 101. 

58. Callop. flavovirescens (W.): Winterbel. 122, Coli. 2, 230, Hoffra. PI. 
L. t. 20, fig. 1. 

59. Blastenia caesiorufa (Ach., Nyl.): Coli. 2, t. 13, fig. 4b. 

60. Placod. saxic. (Poll.): Winterbel. 86, 123, Coli. 2, 192. 

61. Rinod. exigua (Ach.) Flora 1881, p. 197; Coli. 3, tab. 2, fig. 3 dext.: 
adpicta sit. 

62. R. pyrina (Ach.) Flora 1881, p. 196: socia Lecan. angulosae in Herb. 
Schreber asservatur. 

63. Lecanora atra (Hds.) tephrom. Ehr.: Winterbel. 150, Coli. 2, 183. 
L. einer eus. 

64. L. subfusca (L.): Winterbel. 96, 97 (3 formae); Coli. 2, 182. 

65. L. angulosa (Schreb.): Coli. 3, 112. L. palleseens. 

66. L. pallida (Schreb.): Winterbel. 122, Coli. 3, 106 (alboinc). 

67. L. dispersa (Pers.): adpicta: Coli. 3, tab. 4 a, atque Hoffm. PI. L. 
t. 50, fig. 1 ; — Coli. 2, t. 16, fig. 2 sin. adpicta? 

68. L. polytropa (Ehr.) f. illusoria Ach., Nyl.: Coli. 2, 186 (atrovirens). 

69. Äspic. ealcarea (L.) : Winterbel. 150, Coli. 2. 184, 232; 3, 115: Wulfen 
nennt nur den Namen; bei der Calvarienkirche und bei Ziguln kommen heut- 
zutage noch Asp. calc. a. concreta Schaer. und var. Hoffmanni Ach., Nyl. 
Scand. 154, E. Bot. 1732, fig. sup. p. p., med., E. Bot. 1940 {secundum speeimina 
Borreri in Herb. Meyer asservata), Th. Fries Scand. 275, zerstreut vor. 

70. Ä. cinerea (L.): Coli. 2, 183 (variet. vidi pliirimas). 

71. Pertus. communis DC: Winterbel. 119, 121, 161 {L. carpin. L.). 

72. Pertus. amara (Ach.): Winterbel. 122, 161 (L. fagin. L.). Häufig an 
den Föhren im Walde bei Ziguln und von hier in Arn. exs. 886 enthalten. 

73. Pertus. lactea (W.) : Winterbel. 143, Coli. 3, 107. 
14. Pertus. corallina (L.): Winterbel. 150, Coli. 2, 180. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Abb. 22 



170 



F. Arnold. 



75. ürceöl. scruposa (L.): Winterbel 96, 151, Coli. 2, 181 (ocellat. et 
pertus.). 

76. Baeomyces roseus (Pers,): Coli. 3, 104 (L. ericet.). 

77. Sphyrid. byssoid. (L.): Coli. 3, 104 (L. peltifer.). 

78. Icmad. aerug. (Scop.): Winterbel. 91, 93, Coli. 4, 242. 

79. Psora decipiens (Ehr.): Coli. 3, 108. 

80. Biatora rupestris (Sc.) f. rufescens Hoffm.: Coli. 3, 101, 102. — 
f. calva (Dcks.): Coli. 3, 102. 

81. B. sanguineoatra (Nyl., Anzi, Th. Fries): Coli. 4, 232. 

82. Bilimhia Naegelii (Hepp): ein Exemplar im Herbarium Schreber 
mit Lecan. angulosa. 

83. Bacidia muscorum (Sw.): forsan huc pertinet Coli. 3, t. 3, fig. 3: 
apoth. solitaria, nigra adpicta. 

84. Lecid. parasema Ach., 'Njl.: Winterbel. 90, 91, 12S (L. punct., limit., 
sangu., circumscr.) ; Coli. 3, t. 2, fig. 3 adpicta sit. 

var. elaeochroma Ach.: Coli. 3, 114. 

85. Lecid. goniophila Koerb., enteroleuca Ach., Nyl. saxic. — Winterbel. 
89, 150, L. petraeus. 

86. L. crustulata Ach.: Winterbel. 89, 150 {L. petraeus W.). 

87. L. platycarpa Ach.: Winterbel. 89, 150 (L. petraeus). 

88. L. albocaerulescens (W.): Coli. 2, 184. 

89. L. grisella Fl., Nyl.: Hoflfm, P. L. t. 60, fig. 2. L. griseoatra. 

90. L. fuscoatra (L.): Winterbel. 92, 150, Coli. 2, 230. 

91. BuelUa parasema (Ach.) Th. Fries: Winterbel. 90, 123. 

92. B. scabrosa (Ach.); Bhaph, fl., Bhiz. viridiatr. (Fl.) - ?: Coli. 2, 186. 

93. Catocarpus atroalbus (W.). Arn. exs. 851: Coli. 2, 185, Hoffm. PI. 
L. t. 54, fig. 1. 

94. Bhi^oc. geogr. (L.): Winterbel. 135, Coli. 2, 186. 

95. Bhizoc. grande (Fl.) Fw., Th. Fries: Coli. 2, 185 p. p. 

96. Bhizoc. Montagnei (Fw.): Coli. 2, 185, Hoffm. PI. L. t. 54, fig. 1. 

97. Bhizoc. concentricum (Dav.): Coli. 2, 232; 3, 116. L. petraeus. 

98. Bhizoc. excentricum (Ach., Nyl.): Coli. 3, t. 6, fig. 2a, Hoffm. PI. L 
t. 50, fig. 1. L. petraeus. 

99. Ärthonia astroidea Ach.: Coli. 3, t. 2, fig. 3 sin., t. 5, fig. 3 supra 
adpicta videtur. 

100. Opegr. varia (Pers), diaphora Ach.: Winterbel. 120 var. d. 

101. Graphis scripta (L.): Winterbel. 119 cum. var. c, e; — f. typogr. 
Willd. et Cerasi Pers.: Winterbel. 120 var. a. — f. varia Ach.: Wint. 120 var. b. 

102. Endoc. miniat. (L.) f. polylobum W.: Coli. % 190; 3, 96; Wint. 142. 
f. cirsodes (Ach.?) Wallr. germ. 317, Mise. 2, 91: auf 'dem Uirichsberg. 

103. Lithoicea nigrescens (Pers.): Winterbel. 93, Coli. 2, 232; 3, 118. 
L. carbonarius; Coli. 3, t. 4 forsan adpicta (color fuscus). 

104. Arthopyrenia punctif. (Ach.): Coli. 3, t. 2, fig 3 sin.: forsan adpicta. 

105. Leptog. atrocaerul. (Hall.) lacerum: Coli. 3, 115, 136. 



Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



171 



106. CoUe7na puJposum Ach. : Winterbel. 143, Coli. 3, 129. 

107. C. granosum (Scop.): Coli. 3, 131. 

108. C. multifidum (Scop.) melaeniim Ach.: Coli. 3, 115, 129 (L. crispus). 

109. C. furvum Ach.: Coli. 3, 135. L. papyrac. (membrana granuUs 
exasperata kuc memoretur). 

110. Leihagrium rup. (L.) flaccid. Ach.: Coli. 3, 134. 

111. Physma polyanthes (Bernh ), L. fascic. W. : Coli. 3, 137. 

112. Nesolechia? : Coli. 3, t. 3, fig. 1 (puncta nigra adpicta). 

II. Schliesslich mögen hier noch einige Flechten Erwähnung finden, 
welche theils von mir und theils von Dr. Steiner, Professor am k. k. Staats- 
gymnasium in Klagenfurt beobachtet wurden: 

1. An den Föhren (Pinus sylv.) zwischen Ziguln und der Calvarien- 
kirche: Alect. jub. prolixa (L.), Evernia thamnodes Fw., Koerb , Arn. Tirol XXI. 
113, steril und nicht häufig; Plat. complicatum (Laur.), sparsam; Plat. glau- 
cum (L.), steril; Parmel. aleurites Ach., Koerb., Th. Fries: steril; P. ambigua (W .) ; 
Imbric. dubia (W.): Arn. exs. 876; I. fuliginosa (Fr.) und 1. verruculifera (Nyl. 
Flora 1878, 247); Pertus. coccodes (Ach.); Pertus. amara Ach., Nyl., Arn. exs. 
886, beide steril; Psora ostreata (Hoffm.); Buellia punctif. (Hoffm ). 

2. An Alnus unweit Victring an einem Waldbache Dermatina obscura 
(Pers.) Älmqu., Flora 1881, 204 und Stenocybe byssacea (Fr.). 

3. Auf Waldboden des Kreuzberges Clad. macilenta (Ehr.): K flav.; 
C. Papill. molarif., Arn. exs. 874; Pannaria pezizoides (Web.) var. nebulosa 
Ach., Flora 1880, p. 879. 

4. An Chloritschieferblöcken der Wiesenmauer hinter Ziguln: 1. Pamal. 
pollin., 2, Imbric. saxat., 3. conspersa, 4. caperata, 5. prolixa, 6. Parm. caesia, 
7. Placod. saxic, 8. Cand. vitell., 9. Callop. flavoviresc, Arn. exs. 882, 10. Blast, 
caesiorufa (Ach.), 11, Lecanora atra, 12. subfusca var. campestris Schaer. (teste 
Nyl. in lit.), IS. polytropa illus., 14. Pertus. lactea (W.): Arn. exs. 834, 15. Biat. 
lucida (Ach.) Koerb. par. 155, c. ap., selten, 16. Lecid. goniophila Koerb., 
17. Lecid. lithophila Ach., Th. Fries Sc. 495, vereinzelt, 18. Lee. albocaerulesc. 
alpina Schaer., nur ein dürftiges Exemplar, 19. Lee. flavocaerulesc. (Horn.?) 
Arn. Tirol XXI. 136: hyphae non amyloid. , sporae 016—0 018 mm. lg., 
007- 008 mm. lat., 20. Lee. crustulata, 21. Lee. platycarpa; die var. oxydata 
Koerb., Arn. Tirol XXI, 136 vereinzelt; 22. Buellia stigmatea Koerb., Arn. 
Tirol XXI, 141, 23. Rhizoc.geogr., 24. Rhizoc. distinctum Th. Fries, Arn. exs. 635 b, 
25. Rhizoc. obscuratum (Ach.) Th. Fries, Nyl., selten, 26. Rhizoc. coneentric. (Dav.), 
27. Lithoic. nigrescens (Pers.). 

5. An Blöcken am Waldsaume des Kreuzberges oberhalb Ziguln: 1. Imbr. 
caperata, 2. olivetorum, 3. Lecan. polyir. var. illusoria, 4. Aspic. cinerea, 5. Z7rc. 
scrup., 6. Lecid. erratica Koerb. par. 1861, 223, Th. Fries Sc. 557, selten: thallus 
subnullus, apoth. parva, atra, convexula, epith. sordide smaragd., ac. nitr. roseo- 
violasc, hym. subincolor, hyp. fuscum, sporae oblongae, 0'008 mm. lg., 002 — 
003 mm. lat., spermog. punctif., spermatia recta, O'OOd mm. lg., 001 mm. lat. 

22* 



172 



F. Arnold. 



7. Lecid. gonioph. Kb., 8. crustul., 9. platycarpa, 10. Rhizoe. concentr., 11. Ehiz. 
rubescens Th. Fries Scand. 631 (omnino!). 

6. Auf einer Chloritschiefermasse in einem verlassenen Steinbruche nörd- 
lich bei Ziguln: 1. Placod. saxic. var. diffractum Ach., 2. Lecan. thiodes Spr. 
Neue Entd. 1820, p. 224, Koerb. par. 86, Arn. Tirol XXI. 126: sparsam: omnino 
cum specimine Sprengeiii prope Giehichenstein collecto et in Herb. Meyeri 
asservato congruit. 3. Catocarp. atroalb. (W.) Arn. exs. 851. 4. Pyrenopsis 
grumulifera Nyl. Scand. 1866, 26, Flora 1870, 487, Norrlin Fenn. exs. 102, Zw. 
exs. 666 : planta nigricans, thdllus subareolato granulosus, gonidia rufescentia, 
addito K leviter violasc, apoth. parva, subglohosa, epithec. fusc, punctiformi- 
impressum, hym. ine., jodo eaerul., paraph. conglut., sporae ovales vel ellipsoid., 
O'OOB mm., lg., 0'006 mm. lat., 8 in ascis oblongis (teste Nyl.; von hier in 
Zw. 666). 5. Sirosiphon alpinus K. 

7. An einer feuchten, beschatteten Felswand gleich unterhalb Ziguln: 
1. Farm, tenella, 2. pulverulenta, 3. obscura, 4. Callop. cerinum, 5. ßavoviresc., 
6. Biat. rupestris, 7, Lecid. gonioph. Kb., 8. Bhizoc. excentr. Ach., Nyl.: thallus 
albidus , apoth. plana , epith. sordide viride , K — , sporae incol., murales, 
027-0 030 mm. lg., 0-012 mm. lat. 

8. An den Felswänden hinter der Calvarienkirche , Winterbel. p. 143 : 
Peltig. horiz. und polydact.; Physcia murorum (Hoffm.); Placynthium nigrum 
(Ach.) Mass.; Äspic. calc. concreta Schaer. ; Pertus. lactea; Psora lurida (Sw.) 
selten; Biat. rupestris; Scoliciosp. turgidum Koerb., Th. Fries Sc. 365, Arn. 
Tirol XXI. 103: apoth. sordide lutesc, ep. lutesc, selten; Endoc. miniat.; 
Collema furvum; Physma polyanthes. Die meisten Flechten an dieser Stelle 
wurden von Dr. Steiner beobachtet, welcher hier Lithoicea viridula {Schrsid.) 
var. elavata Nyl. in lit. 10. October 1881 sub Verr. sammelte und in Arn. exs. 
897 ausgab: thallus effusus, pallide cervino lutesc, rimuloso areolatus, apoth. 
immersa, parte superiore ex areolis prominula, perithec. integrum, sporae sim- 
pliees, 020— 0-023 mm. lg., 010—0 012 mm. lat., 8 in asco, minores quam 
apud Lith. virid. (Schrad. 1794) exs. Hepp 91, Zw. 315, Arn. 365, Rabh. 875, 
Leight. 229, Mudd 279. 

9. Der eingestürzte Ort, welchen Wulfen Winterbel. p. 149 erwähnt, ist 
meines Erachtens diejenige felsige Stelle, unterhalb welcher gegenwärtig ein 
Wirthshaus steht. Nur wenige Flechten sind daselbst übrig geblieben: Clad. 
cariosa Ach. f. macrophylla apoda Nyl. Lapp. Or. 1866, p. 176, Coem. Gl. Belg. 19, 
Rehm Clad. exs. 2; Peltig. polydact. und horiz., Pannaria microphylla (Sw.); 



J 



Zur Erinnernng an F. X. Freiherrn v. Wulfen. 



173 



Opegrapha zonata Koerb., steril. Eine Strecke weiter in westlicher Richtung 
an einer Felswand sterile Pachnölepia Endlicheri Garov. Del. 1838, p. 30, 
Schaer. En. 158, P. decussata Flot. 1850, Koerb. par. 273; exs. Zw. 10 B, 
Mass. 123, Anzi 201. — Auf Steinen längs des geringen Abflusses eines der 
schon von Wulfen Winterbel. 149, Coli. 3, 108 erwähnten Teiche Verrue. 
aethiobola Whg., Nyl. Sc. 272, 278: sporae 0-022 mm. lg., 008—0-009 mm. Tat. 

10. Die sieben Hügel bei Waidmannsdorf bilden gleich dem Schmalzbergl 
wellenförmige Erhöhungen mit austretendem Chloritschiefer. Blöcke liegen um- 
her, breite Felsplatten ragen aus dem begrasten Boden, hie und da häufen sich 
Felsgruppen. Bäume fehlen. Mit Ausnahme von 15, 17—19, 25 kommen die 
ad 4 (Wiesenmauer) bezeichneten und ausserdem folgende Flechten vor: l.Stereoc. 
tomentos. (Fr.), selten; 2. Imhr. sorediata (Ach.), Th. Fries Sc. 123; 3. Gyroph. 
deusta (L.) flocc. W. ; 4. Umbüic. pust., vereinzelt und steril ; 5. Physcia mi- 
niata (Hoffm.) Arn. Flora 1881, p. 310; 6. Cdllop. aurantiac. (Light.): selten, 
thallus parum evölutus, apoth. gregaria, saturate aurant., sp. O'OlS—0'015 mm. 
lg., 005—0'006 mm. lat. 7. Blast, caesiorufa {Ach.): Arn. 883; 8. Lecan. sor- 
dida (Pers.) a. glaucoma Hoffm. ; 9. Lecan. crenulata (Dcks.) Nyl. Scand. 162, 
L. caesioalha Koerb. par. 82, f. conferta Nyl. Sc. 169, Arn. Tirol XIV, 484: 
thallus dlhidus, granulat. , parum evolutus, apoth. albopulverulenta , minora, 
margine rix crenulato, epith. sordide lutesc. , sp. obl, 0'012—0'014 mm. lg., 
O'OOd mm. lat., 8 in asco; 10. Äcarospora fuscata (Schrad.); 11. Äspic. cinerea 
(L.); 12. Äspic. gibbosa (Ach.) a. vulgaris Th. Fries Scand. 276: thallus cinera- 
scens, K—, sporae late ovales, 033—0'024 mm. lg., 0015—0017 mm. lat., 
spermatia recta, O'OOO mm. lg., 001 mm. lat.; 13. Äspic. calc. var. Hoffmanni 
Ach.; 14. Pertus. inquinata Ach. univ. 353, Th. Fries Scand. 311, Arn. exs. 420: 
K—, C— , sporae limbatae, 0'039 — 0'042 mm. lg., 0'016 mm. lat., 8 in asco; 
15. Urc. scrup.; 16. Biatora rividosa Ach. meth. 38, Koerb. par. 150: selten, 
Planta typica, sporae ciirvulae; 17. Scoliciosp. umbrinum (Ach.), Arn. Tirol XXI. 
140: hie und da: apoth. parva, nigric, epith. glauc, sporae speciei; 18. Catill. 
lenticul. Arn. Tivol XXI. 138, Lecid. nigroclavata saxic. Nyl.: sparsam: epith. 
fuscum, paraph. lax., hyp. luteol., spor. oblongae, simplices vel 1. sept., 
O-009-O'OlO mm. lg., 0002—0'003 mm. lat.; 19. Lecid. grisella FL, Nyl.: thallus 
areolat., cervinus, apoth. convexula, pruinosa; 20. Buellia verruculosa (Borr.): 
thallus C ochrac; 21. Catoc. atroalbus (W.) Arn.; 22. Mhiz. Montagnei (Flot.); 
23. Ehiz. grande Fl., Zw., Kb.; 24. Endocarp. miniat. (L.); 25. Mycoporum 
perexiguum m. (n. sp.): plantula pusilla, lente conspicua, thallus subnullus, 
apoth. gregaria, atra, punciiformia, perithec. fusc, hym. absque paraph., sporae 



174 



F. Arnold. Zur Erinnerung an F. X Freiherrn v. Wulfen. 



late soleaeformes , uno apice magis ohtuso, liitescentes, 0'009—0 013 mm. lg , 
005 mm. lat, 8 in asco. Das Pflänzchen gleicht einem kleinfrüchtigen 
Tichoth. pygm.; 26. Sirosiphon alpinus K. : steril (teste Nyl ). 

Aus diesen Verzeichnissen lässt sich die Beschaffenheit der Lichenenflora 
von Klagenfurt, soweit sie bis jetzt bekannt ist, einigermassen erkennen. Auf- 
fallend, wenngleich durch die Beseitigung des Hochwaldes erklärlich, erscheint 
die Verminderung der grösseren Laubflechten und der Feuchtigkeit beanspruchen- 
den Collemaceen. 

Die in Coli. 1, 116, t. 3, 4, Mise. 2, p. 368—370 erwähnten Flechten 
sind nicht von Wulfen, sondern von Jacquin beschrieben. 



175 



Oxycorynia, eine neue Synascidien- Gattung. 

Von 

Dr. Ricliard v. Dräsche. 

(Mit Tafel XIÜ.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 5. April 1882 ) 

Das k, k. zoologische Hofcabinet erhielt von dem Museum Godeffroy 
eine bisher unbekannte Synascidie zugesandt, welche bei Hogoleu, eine der 
Rouk-Inseln im Archipel der Carolinen gefunden wurde. Sie wurde mir bereit- 
willigst von Custos Dr. v. Maren zeller zur näheren Untersuchung überlassen. 
Die Thiere sitzen in Form eines Blüthenkolbens angeordnet auf cylindrischen 
Stämmen von 7 mm. Durchmesser und bis 6 cm. Länge. An dem mir über- 
gebenen Exemplar waren vier solcher Stämme, die nach unten, wahrscheinlich 
der Ansatzstelle, mit einander verbunden waren. Fig. 1 zeigt drei Stämme in 
natürlicher Grösse. Die Farbe des Stockes ist jetzt eine schmutzig gelblich- 
grüne. Die Thiere dürften jedoch im Leben eine ausgesprochene Farbe und 
Zeichnung besessen haben. Rings um die Branchial-OefFnung sieht man eine 
sternförmig dieselbe umgebende Figur und jederseits des Endostyls zwei bis 
drei parallele, von der Branchial- Oelfuung nach hinten verlaufende Linien. 
Auch um die Cloaken-Oeftuung herum tritt ein dunkles Pigment auf. 

Der Erhaltungszustand der Thiere ist leider ein ausserordentlich schlechter, 
anatomische oder histologische Details zu studiren war unmöglich, da oft nur 
beim Berühren mit der Präparir-Nadel der ganze Eingeweidesack zerfiel. 

Die Länge der Einzelthiere beträgt bis 10 mm., wovon etwa 6 mm. auf 
den Kiemensack entfallen. Letzterer hat eine längliche, vorn und hinten zu- 
gespitzte Gestalt und bedt ckt mit seinem hinteren T heile, von der BranchiaL 
Oeffnung aus gesehen, ein gutes Stück des Enddarmes. Es sind gegen 20 Kiemen- 
reihen vorhanden. Am vordersten Theile des Thieres findet sich die einfache 



176 



Richard v. Dräsche. 



runde Cloaken-OefFnung. Die Kiemenöffnung liegt im vordersten Drittel des 
Kiemensackes. Sie ist verhältnissmässig gross und von einem sehr zarten 
cylinderförmigen Hautsaum umgrenzt, den ich indess oft in vier Theile ge- 
spalten fand. Betrachtet man die Kiemenöffnung von innen, so sieht man sie 
von einem Halskrause-ähnlichen Ring umgeben, der stark durch Pigmentkörner 
gefärbt erscheint. Ausserhalb desselben bemerkt man acht Tentakeln, und zwar 
abwechselnd vier sehr grosse und vier kleine, deren Länge etwa ein Drittel der 
ersteren beträgt. Fig. 5, welche die Ingestions-Oeffnung von innen gesehen 
wiedergibt, zeigt noch die Flimmerfurche, sowie den Endostyl und das grosse 
Ganglion; auch eine die Oeffnung umgebende Ringmuskulatur ist bemerkbar. 

Der kurze Oesophagus führt in einen glatten, wenig angeschwollenen 
Magen. Der aus demselben kommende Darm macht eine Schlinge und geht links 
vom Oesophagus, sich nach vorwärts biegend, in den reich mit Faecalmassen 
erfüllten Enddarm über, der bis unweit der Egestions-Oeffnung zu verfolgen 
ist. Innerhalb der Darmschlinge liegen die Eierstöcke und die traubenförmigen 
Hoden, welche aus circa sechs Follikeln bestehen, deren jeder mittelst eines kleinen 
Kanals in den gemeinschaftlichen längs des Enddarmes zu verfolgenden vas 
deferens mündet. Nach hinten zu hat jedes Einzelthier einen fadenförmigen 
Anhang, der in den gemeinsamen Stiel eingeht, in welchem er durch Quer- 
schnitte noch weit zu verfolgen ist. Dieser Anhang wird von einer Scheide- 
wand in zwei Theile getheilt. Der Stiel selbst besteht aus einer dichten Tunica- 
Masse, in welcher die bekannten blasigen grossen Zellen mit den wandständigen 
Kernen in grosser Menge liegen. Die einzelnen Thiere sind durch eine äusserst 
zarte farblose gemeinschaftliche Tunica mit einander verbunden. 

Die an dem Rande des Stammes sitzenden Individuen sind kurz ge- 
stielt, mehr nach der Mitte zu werden sie immer länger gestielt, es entsteht 
auf diese Art eine Anordnung, welche mit der eines Blüthenkolbens die grösste 
Aehnlichkeit zeigt (siehe Fig. 4). 

Die geschwänzten Larven liegen theils direkt in der Kiemenhöhle, theils 
auch in Ausstülpungen der Leibeswandung, wie Fig. 2 deutlich zeigt. Der 
Embryo (Fig. 7) zeichnet sich durch einen eigenthümlich gestalteten Anhang 
aus, der fünf Haftdrüsen trägt. Bei allen von mir beobachteten Embryonen 
waren schon Andeutungen von Kiemenreihen vorhanden. 

An der Spitze des gemeinsamen Stieles, dort wo die Anhänge der Indi- 
viduen in denselben eindringen, gewahrt man zahlreiche, vielfach verästelte 
Ausstülpungen dieser Ectodermfortsätze. Diese Knospenanlagen bilden in der 



Oxycorynia, eine neue Synascidien-Gattung. 



177 



Mitte des Kolbens eine kegelförmige Erhöhung, wie auf Fig. 4 ersichtlich, wo 
die dem Beschauer zugewandte Seite des Kolbens weggenommen wurde, um 
sowohl die Anordnung der Einzelthiere als den kegelförmigen Knospenstand zu 
zeigen. Die Entwickelung der Knospen scheint auf ähnliche Art vor sich zu 
gehen, wie dies Kowalevsky von Didemnum styliferum und Amaroueium 
beschrieben hat. Fig. 8 gibt einen Querschnitt durch eine solche Knospe, in 
welchem deutlich die Anlagen des Endostyls, Nervenrohrs und Peribranchial- 
raumes zu erkennen sind. Wenn der Erhaltungszustand der Thiere ein besserer 
wäre, Hesse sich leicht der ganze Vorgang der Knospenbildung verfolgen. 

Am nächsten von allen bisher bekannten Synascidien steht unserer Gattung 
die von Mac Donald in der Bass-Strasse aufgefundene Chondrostachys (Ana- 
tomical Observation on a new form of Compound Tunicata by John Denis. 
Mac Donald, Annais and Magazine of Natural-History. 3. serie, 1858, Bd. I, 
p. 401, Taf. 11). Die Lage der beiden Oeffnungen, Vierlappigkeit der Ingestions- 
OeflFnung und Gestalt der Eingeweide stimmen ganz mit unserer Art von den 
Rouk-Inseln überein. Bei Chondrostachys sollen Ovarien und Hoden ebenfalls 
in der Eingeweideschlinge liegen. Die geschwänzten Larven sitzen wie bei unserer 
Art theils im Kiemenraume, theils in Aussackungen der Leibeswandung; hin- 
gegen werden bei Chondrostachys die Einzelthiere nicht durch eine gemein- 
schaftliche Tunica verbunden und sind lose in Form einer Aehre an dem 
gemeinschaftlichen Stiele angeordnet, auch ist die Tunica der Individuen von 
beträchtlicher Dicke. 

Es scheinen mir somit genügende Gründe vorhanden, die vorliegende 
Synascidie als den Vertreter einer neuen Gattung aufzustellen, für welche ich 
den Namen xycorynia vorschlage. Die hier beschriebene Art möchte ich 
als Oxycorynia fascicularis bezeichnen. 



Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 



23 



178 



Bichard v. Dräsche. Oxyeorynia, eine neue Synascidien-Gattung. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XIII. 

Fig. 1. Oxyeorynia fascicularis in natürlicher Grösse. 
„ 2. Ein Einzelthier, von der Seite (Vergr. 8). 
„ 3. Ein Einzelthier, von der Bauchseite gesehen (Vergr. 8). 
„ 4. Ein Kolben in natürlicher Grösse. Die dem Beschauer zugewandten 

Individuen wurden weggenommen, um die Anordnung der Thiere 

und den Knospenkegel zu zeigen. 
„ 5. Branchial-OeflFnung, von innen (Vergr. 50). 

„ 6. Ein Stück der Basis des Kolbens, um die Knospen zu zeigen (Vergr. 6). 

„ 7. Geschwänzte Larve (Vergr. 50). 

„ 8. Stiel der Larve mit den Haftpapillen (Vergr. 75). 

„ 9. Querschnitt durch eine Knospe (Vergr. 50). 



179 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 

Von 

Dr. Güuther Beck. 

(Mit Tafel XIV.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 5. April 1882.) 

1. Phyteuma austriacum n. sp. 

Foliis hasalihus ovato-ellipticis petiolatis petiolo lamina breviore vel in 
f Ollis fasciculorum sterilium eamque aequante, superioribus basi angustata 
.<iessilibus lanceolatis serratis erectis planis; involucri phyllis erectis capitulo 
accumhentibus , late ovatis breviter acuminatis, capitulo globoso muUifloro 
subaequilongis. 

Syn. Phyteuma orbiculareL. var. y. Koch, Flor. II, p. 186; var. lanceo- 
latum Reichenb. fil. Icon. XIX, Taf. 222, Fig. III (male) non Gren. God. et 
Villars. 

Icon. Taf. XIV, Fig. 1. 

Habitat in pratis alpinis et subalpinis alpium Äustriae inferioris et 
siiperioris (Schneeberg, Raxalpe, Dürrnstein etc.)! Stiriae (Ennsthaler Alpen), 
certissime etiam in locis aequalibus Austritte alpium, solo calcareo, altid. 1200 
—2500 m. s. m. 

Wurzel etwas verdickt, fleischig, im unteren Theile verzweigt, einen 
oder wenige Blüthenschäfte , seltener auch sterile Stengelblätter treibend. — 
Stengel ziemlich kahl, auf den höheren Alpenmatten 4—15 cm., in tieferen 
Regionen bis 35 cm. hoch, im unteren Theile reichlich, oben viel spärlicher 
beblättert. — Blätter der sterilen Sprosse eiförmig - elliptisch , am Grunde 
gestutzt, ringsum gekerbt, stumpf lieh, gestielt mit einem der Blattspreite gleich- 
langen Blattstiele; die untersten Stengelblätter sind eiförmig-elliptisch, in den 
Blattstiel, welcher kürzer als die Spreite ist, zugerundet, stumpf lieh, ringsum 
gekerbt (17—20 mm.: ^) 5-12 mm., der Blattstiel bis 20 mm.); die folgenden 



>) Der Doppelpunkt hält die Längendimension (die erste Zahl) gegenüber der Breiten- 
dimenaioD (die zweite Zahl) auseinander; eine Zahl allein gibt stets die Länge an. 

23* 



180 



Günther Beck. 



länglich-lanzettlichen Blätter spitzen sich allmälig in den stets kürzer werdenden 
Blattstiel zu und sind mehr minder gekerbt gezähnt. Die mittleren und obersten, 
lanzettlichen stets aufrechten Stengelblätter sitzen mit verschmälertem Grunde 
auf, sind gegen den etwas oberhalb der Ansatzstelle breitesten Grund gesägt, 
flach, und gehen in die Deckblätter über (bei der kleineren Form 20—40 mm. : 
8 mm., bei der grösseren 30—60 mm. : 7—8 mm). Alle Blätter sind auf den 
Flächen ziemlich kahl, am Rande und auf den Nerven unterseits mehr minder 
mit krausen Haaren besetzt. — Blüthen 15— 20 in einem kugeligen Köpfchen 
von 15 — 25 mm. im Durchmesser, azurblau. — Deckblätter 4 — 8, breit- 
eiförmig, in eine lanzettliche Spitze plötzlich verschmälert, an das Köpfchen 
dicht anschliessend, etwas oberhalb der Ansatzstelle am breitesten, meistens so 
lang oder etwas länger als das Köpfchen , gegen den weisslichen Grund ver- 
wischt gesägt, am Rande kraushaarig (15—25 mm. : 7 — 10 mm.) — Kelch- 
zipfel dreieckig, pfriemlich oder lanzettlich, am Rande kahl oder gewimpert. 

— Blumen krönen Anfangs bogig gekrümmt, kahl, mit linear-lanzettlichen, 
zugespitzten Zipfeln. — Staubfäden am Grunde verbreitert und daselbst 
behaart, Anfangs kürzer, später so lang als die linearen, aschgi-auen Staubbeutel. 

— Griffel im unteren Theile kahl, oben abstehend zottig, später sehr ver- 
längert. — Narbe dreitheilig. Zipfel auf der Innenseite fein warzig, aussen 
zottig. — Kapsel kahl. 



Diese auf unseren nördlichen Kalkalpen vielfach verbreitete Rapunzel 
steht offenbar dem Ph. orhiculare L. am nächsten und wurde auch von unseren 
heimischen Botanikern hergebrachter Sitte gemäss in dessen Rahmen gezogen. 
Es ist zwar wiederholt bemerkt worden, dass die als Th. orhiculare bezeichnete 
Pflanze in der Blattform mannigfachen Veränderungen unterworfen sei, speciell, 
dass die Blätter der sterilen Wurzelsprosse bald eiförmig, bald herzförmig oder 
lanzettlich vorkommen. Jene Pflanze nun mit lanzettlicheu Wurzelsprossblättern 
fällt theils mit der vorher beschriebenen Pflanze zusammen, theils wurde sie 
mit der von Villars (plant. Delph. II. t. XII) als Ph. lanceolatum aufgestellten 
Rapunzel identificirt. Bei Vergleich der Villars 'sehen Abbildung finden wir 
an seiner Pflanze langgestielte, lanzettlich-elliptische Grund- und Stengelblätter, 
von welchen die unteren einen der Blattspreite gleichlangen Stiel besitzen. Die 
Wurzelsprossblätter finden sich nicht abgebildet und auch im Texte seines 
Werkes wird derselben keine Erwähnung gemacht. Wären diese näher ge- 
schildert worden, so würden sich für die Hingehörigkeit dieser jetzt noch zu 
Ph. orhiculare gezogenen Art nähere Daten ergeben. Zu unserer Pflanze kann 
Ph. lanceolatum Villars, wegen der langgestielten Stengel- und Grundblätter, 
nicht gehören. Ph. orhiculare, welches in der Bergregion häufig, auch bis in 
die Voralpenregion aufsteigt, unterscheidet sich jedoch von Ph. austriacum, 
durch die langgestielten, breit eiförmigen, öfters herzförmigen Blätter der 
Wurzelsprosse, deren Blattstiele gewöhnlich mehrfach die Blattspreite an Länge 
übertreffen. Die unteren Stengelblätter, wenn sie auch lanzettlich sind, haben 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 



181 



ebenfalls längere Blattstiele, die sitzenden oberen aber sind verhältnissmässig 
schmäler, wie die Deckblätter zusammengefaltet und gewöhnlich bogig zurück- 
gekrümmt. Gegenüber der grösseren Form des Ph. aiistriacum mit breiten, 
aufrechten oberen Stengelblättern fällt Ph. orbictilare durch die obersten, ver- 
hältnissmässig, sehr kleinen und zurückgekrümmten Blätter auf, die noch dazu 
viel mehr entfernt stehen, ferner durch die längere Zuspitzung der meist die 
Köpfchen an Länge übertreffenden Hüllblätter, die bei Ph. austriacum breit 
eiförmig und aufrecht, bei Ph. orhiculare aber meist gegen die Spitze zusammen- 
gefaltet zurückgekrümmt sind oder abstehen (cfr, Taf. XIV. 1 und 2). 

Auch Ph. pseudo-o)'Mculare Pantocz. (in adnot. p. 53) steht unserer Pflanze 
nahe. Da jedoch der Autor seine Pflanze auf die Varietät cordatum Griseb. (spicil. 
rumel.II. p. 291) stützt, wäre eine Neubenennung überflüssig gewesen, da Grise- 
bach sich auf Villars' Ph. cordatum beruft. Er schreibt daselbst: „foUis imis 
petiolatis ovatis oblongisque basi subeordatis (caulinis sessilibus conformibus)'^ , 
welche Merkmale auf Ph. austriacum wenig passen würden. Pantoczek hin- 
gegen beschreibt sein Ph. pseudo-orbiculare mit „foUis caulinis inferioribus 
oblongis, in petiolum decurrentibus, superioribus et summis ovato-lanceolatis, 
sessilibus"' also mit Merkmalen, die sich jenen des Ph. austriacum schon mehr 
nähern, wozu noch kommt, dass seine Pflanze ebenfalls einen Bewohner der 
Alpenregion darstellt. Durch die genaue Angabe der Blattdimensionen er- 
möglichte jedoch Pantoczek einen näheren Vergleich, aus welchem sich ergibt, 
dass Ph. pseudo-orbiculare dem Ph. austriacum weiter entfernt steht als dem 
Ph. orbiculare. Es ergibt sich nämlich, da der Stiel der herzförmigen oder 
eiförmigen Basalblätter bei Ph. pseudo-orbiculare bis 44 mm., deren Spreite aber 
höchstens bis 30 mm. Länge beträgt, dass der Blattstiel wie bei Ph. orbiculare 
stets länger als die Spreite ist; ferner wird die Breite derselben mit 17 — 22 mm. 
angegeben, während sie bei Ph. austriacum höchstens bis 14 mm. erreicht. Die 
Deckblätter sind kürzer und schmäler (7—8 mm. :8 mm.), bei unserer Pflanze jedoch 
15—25 mm. : 7—10 mm., die Segmente des Kelches sind 4—5, bei Ph. austriacum 
aber nur 4 mm. lang. Es scheint daher wahrscheinlich, dass Ph. pseudo-orbiculare 
wenig Unterschiede gegenüber Ph. orbiculare aufzuweisen habe, ja fast identisch 
mit derselben zu nennen sei, dass aber auch Ph. cordatum Vill. nicht mit dem- 
selben identificirt werden darf, sondern einen besonderen Formenkreis bildet. 

Die anderen alpinen Phyteuma -Arten können mit Ph. austriacum nicht 
leicht verwechselt werden. Ph. humile Schi, hat lineal - lanzettliche schmale 
Blätter und lanzettliche, im unteren Theile scharf gezähnte Deckblätter, welche 
das minder reichblüthige Köpfchen mit der lang zulaufenden Spitze meistens 
überragen. Ph. Sieberi Sprengl bietet in der Tracht viel Aehnlichkeit mit 
Ph. austriacum. Die Deckblätter sind jedoch mehr minder, besonders gegen 
den Grund, scharf gesägt und am Rande, sowie auch öfters auf der Fläche 
dichter behaart; die oberen Stengelblätter sind verhältnissmässig breiter, oft 
breit rautenförmig, im unteren Theile scharf eingeschnitten gesägt, die untersten 
Blätter hingegen besitzen zwar eine eiförmige, am Grunde gestutzte Spreite, 
aber längere Blattstiele. 



182 



Günther Beck. 



In der Zusammenstellung der schweizerischen Phyteuma -Arten , welche 
Hegetschweiler in seinen Reisen p. 146 (1825) veröffentlichte, findet sich in 
der Gruppe Phyteumata capitulo subglohoso p. 149, Fig. 34 ein Phyteuma 
pilosum (= Ph. brevifolmm Schleich, catalog. p. 25 [1821]. — Ph. orbiciilare 
var. c. 'pilosivm Moritzi, Pflanz, d. Schweiz, p. 130 [1832] ; — var. e. decipiens 
Gren. Godr., flor. fran?. II. p. 402 [1850]. — Ph. lanceolatumYill. sec. Hegetsch., 
Flor. d. Schweiz, p. 224 [1840]), das zu Verwechslungen mit Ph. austriacum 
Anlass geben könnte. Doch dessen einblättriger, feiner Stengel wie die lang- 
gestreckten, theilweise zugespitzten Basalblätter stimmen mit unserer Pflanze 
wenig überein und Hegetschweiler stellte seine Pflanze ja selbst wieder zu 
Ph. lanceolatum Villars, das ich oben behandelte. Mehr Aehnlichkeit zeigt 
Ph. Michelii (1. c. p. 148, Fig. 33 = Ph. hispida Schleich, catalog. p. 25 [1821] ; 
— Ph. hispida Hegetschw. Flor. d. Schweiz, p. 224 [1840]) nach Beschreibung 
und Abbildung, zu welcher Art Ph. Michelii Allioni schon wegen der eiförmigen 
Aehren nicht gehören kann oder es müsste die unklare Zeichnung nur eine in 
der Anthese befindliche, gedrungenere Alpenpflanze darstellen. Hiezu citirt 
Hegetschweiler in seinen Reisen Ph. hispida Schleich, catalog. p. 25 als 
Synonym. Dort fehlt jedoch eine Beschreibung, so dass für den Vergleich mit 
Ph. austriacum bloss die Beschreibungen Hegetschweiler's in seinen Reisen 
und in dessen Flora benützt werden können. Der minder beblätterte, fast 
blattlose Stengel, die fast ganzrandigen, öfters von borstigen Haaren grauen 
Blätter, sowie die längeren, herabgeschlagenen Hüllschuppen sind jedoch Merk- 
male, die dem Ph. austriacum nicht zukommen. 

Ph. Vägneri A. Kerner (in Vägner Aufzählung der Pflanzen der Mär- 
maros, ohne Beschreibung) ist nach gütigster Mittheilung des Autors eine dem 
Ph. nigrum zunächst stehende Pflanze, gehört also in die zweite Gruppe der 
Phyteuma -Arten mit eiförmigen Aehren. Wenn ich nicht irre, bezieht sich der 
vorhergenannte Name auf das als Ph. nigrum von L. Vägner mit gedruckter 
Etiquette ausgegebene Phyteuma, welches nach den mir zur Ansicht gelangten 
Exemplaren von Ph, nigrum nicht wesentlich verschieden ist. 

2. Asperula Neilreichii n. sp. 

Caule humili, caespitoso ramoso glabro; föliis binis inferioribus orbieu- 
laribus v. ovatis coriaceis crassisque, reciirvatis persistentibus obtusis, superiori- 
bus internodiis longioribus vel subaequilongis linearibus; corollis ternatis extus 
glabris, laciniis rotundato-acuminatis longitudine tubi tertii; ovario laevi. 

Syn. Äspenda Cynanchica L. var. alpina Neilr., Flor. v. Nieder-Oesterr., 
p. 464 (1859). 

Icon. Tab. XIV, Fig. 3—4. 

Crescit in locis alpinis lapidibus friatis obrittis sabulosis, solo calcareo 
in montibus Paxalp)e (Griesleiten! Neilreich, Preinerschütt!) et Schneeberg 
(Saugraben, s. Neilreich), Austriae inferior is et in alveo sicco rivuli Weissen- 
bach prope Gstatterboden Stiriae superioris! et cerUssime in locis aequalibus 
Austriae dlpium. 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 



183 



Wurzel spindelig, holzig, mit langen rotlien Fasern bedeckt. — Stengel 
im unteren Theile sehr verästelt, steif aufrecht, mehr minder vierkantig, im 
obersten Theile wiederholt trugdoldig-ästig, vielblüthig, reich beblättert (6—15 cm. 
hoch). — Blätter gegenständig zu 2; die unteren sind kreisförmig bis eiförmig, 
dick und lederartig, zurückgebogen, stumpf lieh abgerundet (3 — 5 mm.) und 
gehen allmälig in längere, schmal lanzettliche, zugespitze Blätter über , die 
meistens aufrecht abstehen und in ihrer Länge die Indernodien übertreffen. 
Die Länge derselben beträgt bis 17 mm., die Breite durchschnittlich 1 mm. 
Der Mittelnerv springt an denselben, besonders im trockenen Zustande, auf der 
Unterseite stark hervor. Die meist zu dreien stehenden Blüthen werden von 
zwei Deckblättern gestützt, die etwas länger als die Kelche sind und besitzen 
eine trichterförmige, aussen kahle Blumenkronröhre von hell violetter oder 
pfirsichrother Farbe, die während des Knospenzustandes noch dunkler gefärbt 
erscheint. Die vier auf der Innenfläche mit drei an der Spitze bogig ver- 
bundenen violetten Linien gezeichneten Korollenzipfel sind eiförmig länglich, 
an der Spitze gerundet-zugespitzt, Vs so lang als die gewöhnlich 5 mm. lange 
Blumenkrone. Die unscheinbaren Kelchzipfel sind eiförmig, weisslichgrün. Der 
Fruchtkelch ist glatt, der Same auf einer Seite concav, auf der anderen convex 
hellbraun, 1'5— 2 mm. lang. In vollkommener Reife sah ich ihn nicht. 



Betrachtet man diese Pflanze, welche den ihr von Neilreich gegebenen 
Namen alpina wegen des Gleichlautes mit der von Marschall Bieberstein 
aufgestellten Asperula-Art nicht tragen kann, so wird man finden, dass deren 
Abtrennung von A. Cynanchica durch zahlreiche Unterschiede gerechtfertigt 
erscheint. Als solche sind nun anzuführen, der stets dicht rasige, niedere 
Wuchs, die mindere Verästelung des Blüthenstandes, die viel feineren Stengel, 
die zu zwei stehenden Blätter, von denen die unteren eiförmig, zurückgekrümmt 
und von derber Consistenz, die oberen aber länger als die Internodien sind, 
endlich die kahlen Blumenkronen mit gerundet zugespitzten Zipfeln. Ä. Cy- 
nanchica besitzt hingegen weniger zahlreiche, aber desto kräftigere Stengel mit 
wiederholt verästeltem Blüthenstande, unten meist scheinbar zu vier stehende 
Blätter von länglicher Gestalt, von denen die oberen vielmals kürzer als die 
Internodien sind, ferner aussen rauhe (gleichsam grob mehlig bestäubte) Kelche 
und Korollen , deren Zipfel gewöhnlich von der Mitte sich fein zuspitzen 
(Taf. XIV, Fig. 5). 

Ausser der zunächststehenden A. Cynanchica begegnen wir aber in der 
botanischen Literatur noch sehr vielen Arten, welche mit A. Neilreichii in 
Betracht gezogen werden müssen. Es sind dies namentlich die von mehreren 
Floristen als Varietäten der A. Cynanchica unterschiedenen Pflanzen, deren 
Beschreibung in manchen Fällen mit jener der A. Neilreichii zusammenfällt 
und daher zur Verwechslung Anlass geben könnte. 

So finden wir in deCandolle flor. fran9. V, p. 495 (1815) drei Varietäten 
von A. Cynanchica angeführt, von denen S. saxatilis „caule erecto foliis inter- 



184 



Gü nther Beck. 



nodiorum longitudine" = A. pyrenaica L. spec. = Ä. saxatilis Lam. dict. I, 
p. 298 als bald wegen der Blattlänge an unsere Pflanze erinnert. Bei weiterer 
Prüfung findet man aber, dass die Beschreibung: „ses feuilles viennent plus 
souvent six ensemble et point au-dessous de quatre a chaque verticille", nicht 
einmal auf Ä. Cynanchica noch weniger daher auf unsere Pflanze passt. 

Nach de Candolle stellte M. Bieberstein in flor. taur. cauc. zwei 
Arten aus der Gruppe der A. Cynanchica neu auf, die A. supina 1. c. I, p. 101, 
III, p. 103 und A. alpina 1. c. III, p. 103 (1819). Erstere scheint nur eine kleine, 
dichter gewachsene Felsenform der A. Cynanchica zu sein und steht durch die 
am ganzen Stengel gleich gestalteten, linearen, zu vier stehenden Blätter der 
A. Neilreichii ziemlich ferne, während die zweite Art nach Bieberstein mit 
„foliis quaternis, cauleque pubescente scdbro, germinis pilis incumhentibus in- 
canis", gewiss eine gut unterscheidbare Art darstellen dürfte. 

Auch die von Grenier und Godron in flor. fran9. II, p. 47 (1850) auf- 
gestellte Varietät densiflora, welche auf den Sandfeldern des Oceans und des 
Mittelmeeres ihr Vorkommen hat, dürfte mit unserer Pflanze schon wegen des 
Staudortes schwerlich identisch sein, obwohl die kurze Beschreibung: „fleurs 
plus nombreuses, tiges plus courtes, plus ramasse'es et plus dtalees" dem Ge- 
sammtbilde der A. Neilreichii entsprechen würde. 

Zwei Jahre nachher hat auch Jordan in pug. plant, nov. p. 76 zwei 
Asperula -Arten beschrieben, die ich nach der ausführlichen Beschreibung nur 
als Formen der A. Cynanchica anzusehen glaube. Seiner A. rupicola kommen : 
corollae tubus extus aculeato- scabridus, lobi tubo longiores extus suhscabri 
acutiusculi und folia subquaterna zu, während der A. tenuiflora 1. c. p. 77 
gleichfalls, wegen der zu vier stehenden Blätter und den überall gezähnelt- 
rauhen Blüthen, ein Platz unter den Formenkreis der A. Cynanchica angewiesen 
werden muss. 

Zweifelhaft bleibt es, ob nicht etwa A. alpigena Schur herb. Trans. 
(= A. Cynanchica var. d. alpigena Schur Enum. plant. Trans, p. 277 und 
nach ihm gleich A. alpina M. B.) mit unserer Pflanze identisch sei. In der 
Tracht stimmt sie vollkommen überein und der Unterschied dürfte daher in 
den Blättern zu suchen sein, welche nach Schur alle lanzettlich-linear und 
zugespitzt, die unteren länglich vorkommen sollen. Doch da es bekannt, mit 
welcher Leichtfertigkeit Schur bei Aufstellung seiner Varietäten vorging und 
bald diesen, bald jenen Eintheilungsgrund zur Aufstellung ganzer Reihen von 
Varietäten verwendete ') und öfters , wie ich mich überzeugte , verschiedene 
Pflanzen unter gemeinschaftlichem Namen versandte, dürfte es sehr unwahr- 
scheinlich sein, dass auch an der Hand seiner eigenen Exiccaten die Feststellung 
der A. alpigena bewerkstelligt werden dürfte, insbesondere da er noch eine 
zweite von seiner A. alpigena kaum unterscheidbare Varietät (A. subdlpina) auf- 
stellte, die er mit A. alpina M. B. zu identificiren scheint. 



1) Vergleiche hierüber auch: Beck, Inulae Europae. Denkschr. d. kaiserl. Akad. d. 
Wissensch, mathem.-naturw. Classe. Wien, XLIV, p. 314. 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 



185 



3. Brunella hicolor. 

(laciniata X grandiflora.) 

Tota siibgrisea; caule epigaeo subsimplice, copiose piloso; foUis oblongis 
plus minus pinnatipartitis, copiose pilosis; spica sessili v. hrevipedunculata; 
calycis lobis inferioribus angustis acuminatis in margine pectinato - setosis, 
nervis lateralibus prominentibus margini proximis; filamentis sub antheris 
appendicido longo falcato obsitis; — corölla caerulea labio inferiore flavescente. 

Habitat inter virgulta et in loeis siccis herbosis regionis collinae et 
montanae Austriae inferioris, Hungariae etc., fere Semper inter parentes. 
Flor et Junio, Augusto. % 

Unterirdische Stengel kriechend, holzig, schwarzbraun, verästelt und 
mit langen Wurzelfasern der Keihe nach besetzt; der oberirdische Stengel 
richtet sich aus bogigem Grunde auf und erreicht eine Höhe von 15 — 25 cm. 
Er ist meist einfach oder trägt höchstens in den Achseln der mittleren Stengel- 
blätter kurze beblätterte Aeste, einährig, vierkantig mit etwas geschärften 
Kanten, mehr minder violett gefärbt und besonders unter der Aehre mit langen 
weissen, etwas krausen Haaren bekleidet. — Von den 4 — 5 Blattpaaren besitzen 
die unteren Blätter eine eiförmige Spreite, welche sich gegen den Stiel kurz 
verschmälert, gegen die Spitze aber nach dem ersten Dritttheile sich ver- 
schmälernd abrundet und meistens gegen den Grund von einigen Zähnen ein- 
geschnitten erscheint. Der bei letzteren langentwickelte Blattstiel nimmt bei 
den oberen tiefer getheilten Stengelblättern an Länge ab und verschwindet bei 
dem der Aehre zunächststehenden Blattpaare fast gänzlich. An den höheren 
Blättern sind meistens drei gerundet- zugespitzte Lappen auf jeder Seite des 
Blattes entwickelt, der Mittellappen ist jedoch länger und breiter und etwas 
gezähnt. Durch die reichlich vorhandene Bekleidung der Unterseite der Blätter 
erhält die Pflanze ein charakteristisches graues Ansehen, welches uns an jenes 
der B. laciniata (L.) sofort erinnert. Die mittleren Blätter erreichen bei 
5—8 cm. Länge (sammt Stiel) 15 — 20 mm. Breite. — Die sitzende oder sehr 
kurz (bis 1 cm.) gestielte, dichtblüthige Aehre hat eine eiförmige oder walz- 
liche Gestalt, 25—35 mm. Länge, verbreitert sich im Umrisse etwas nach auf- 
wärts und wird von zwei breit - eiförmigen , reichlich behaarten Deckblättern 
gestützt, welche sich in ein grünes, kurzes Spitzchen plötzlich verschmälern. 
Der bis zur Mitte zweilappige, rauhe und borstige Kelch (Taf. XIV, Fig, 9) 
trägt eine etwas zurückgekrümmte Oberlippe mit zugespitzten Seitenzähnen 
und fast gestutztem, breiterem, in der Mitte bespitztem Mittellappen, sowie 
eine gerade vorgestreckte Unterlippe , mit schmalen , äusserst fein zuge- 
spitzten Zähnen, die von einem dicken Mittelnerven und zwei fast rand- 
läufigen, vortretenden Seitennerven durchzogen werden. Am Rande sind sie 
von steifen Borsten fast kammartig besetzt. — Die Blumenkronen (Taf. XIV, 
Fig. 8) krümmen sich massig nach vorwärts, erweitern sich etwas gegen den 
Schlund und besitzen eine helmartige, vorn gestutzte, am Rücken geflügelte 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 24 



186 



Günther Beck. 



Oberlippe und eine dreitheilige Unterlippe. Der Mittellappen letzterer ist concav, 
am Kande gefranst gezähnt, grösser als die ganzrandigen bauchig convexen 
Seitenlappen; die Farbe der Blumenkrone ist blau, die der Unterlippe meist 
gelblich , selten finden sich auch hellblaue Farbentöne an derselben. Die 
Staubgefässe sind in der Mitte der Röhre eingefügt, unten verdickt und 
kahl, unter den behaarten Staubbeuteln mit langen sichelförmigen Anhängsel 
besetzt. Griffel kahl, an der Spitze zweitheilig, mit zugespitzten, von ein- 
ander gekrümmten Zipfeln. 

4. Brunella variabilis. 

(grandiflora X laciniata.) 

Subviridis; caule epigaeo suhsimpUce, parce piloso; foliis ovato oblongis 
plus minus pinnatipartitis püosis v. subglabris ; spica longe conspicueque 
pedunculata; calycis lobis mferioribus lanceolatis in margine pilosis, nervis 
lateralibus a margine paulum remotis subevanidis; — filamentis sub antheris 
nudis V. tuberculatis ; — corolla caerulea labio inferiore rarius pallidiore. 

Syn. Brunella grandiflora Jacq. flor. austr. IV. p. 40, t. 397 (1776). — 
Bot. Mag. X. t. 337 (1796); — var. ß. pinnatifida Lej. flor. de Spa, p. 36 (1813), 
non Persoon; — Dumort. flor. belg., p. 43 (1827) — var. ß. pinnatifida Koch et 
Ziz. palat., p. 11 (1814). — Koch flor. Deutschi. IV. p. 336 = ß. pinnatifida 
Gaudin helv. IV. p. 103 (1829). — Hamilton notic. monogr. du Brunella in 
Seringe Bull, botan. nr. 6, p. 163 (1830). 

Habitat in locis aequalibus sicut B. bicolor, saepe inter parentes. 

Da diese Art in den meisten Merkmalen mit der vorherbeschriebenen 
Pflanze übereinstimmt, glaube ich bloss das Unterscheidende hervorheben zu 
dürfen. Der Stengel ist minder reichlich mit Haaren besetzt und trägt eine 
deutlich gestielte Aehre, deren Stiel 1 — 6 cm. Länge erreicht. Die Blätter 
sind mehr eiförmig, meist weniger tief getheilt, oft nur lappig, bei einer Länge 
bis 10 cm., 20 — 35 mm. breit, auf der Oberseite lebhaft grün und wenig auf 
der Unterseite an den Nerven stärker behaart, öfters aber auch fast kahl. Die 
Deckblätter laufen in ein kürzeres oder längeres grünes Spitzchen zu. An den 
Kelchen (Taf. XIV, Fig. 10) sind die Zipfel der Unterlippe lanzettlich, zugespitzt, 
am Rande kürzer oder länger haarig wimperig. Der Mittelnerv tritt viel 
schwächer hervor als bei B. bicolor, während die Seitennerven gewöhnlich 
etwas vom Rande entfernt verlaufen und nur schwach vorspringen. Der Mittel- 
zipfel der Oberlippe des Kelches ist zugerundet, gespitzt, nicht gestutzt. Be- 
züglich der Corolle findet sich der Unterschied, dass die Staubfäden unter den 
Staubbeuteln glatt oder kurz höckerig sind, nicht wie bei B. bicolor mit einem 
langen, sichelförmigen Anhängsel besetzt sind. Die Farbe der Blumenkrone ist 
entweder vollkommen blau oder die Unterlippe zeigt eine hellere Färbung. 

Vergleichen wir diese zwei muthmasslichen Bastarte mit den Stamm- 
eltern, so finden wir bei B. bicolor die graue starke Behaarung, die ungestielte 



I 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 187 



oder nur sehr kurz gestielte Aehre, die tief fiederschnittigen Blätter und die 
sichelförmigen Anhängsel der Staubfäden wie bei B. laciniata (L.), bei B. varia- 
bilis jedoch geringere Behaarung, eine deutlich gestielte Aehre, glatte oder nur 
unter den Staubbeuteln höckerige Staubfäden, wie bei B. grandiflora, womit 
es wohl gerechtfertigt erscheint, erstere als B. laciniata X grandiflora, letztere 
aber als B. grandiflora X laciniata zu bezeichnen.') Von B. grandiflora werden 
wohl beide Pflanzen leicht durch die fiederschnittigen Blätter geschieden, indem 
es mir berechtigt scheint, anzunehmen, dass eine Abart der B. grandiflora mit 
fiederschnittigen Blättern nicht vorkomme. So weit das von mir gesehene 
Material in dieser Hinsicht Aufschluss geben konnte, fand ich, dass B. grandi- 
flora (excl. B. hastaefolia Brot. = B. pyrenaica Gren. Godr.) in Bezug auf den 
Blattrand innerhalb der Grenzen einer Ausschweifung und einer gegen den 
Grund etwas tiefer eingreifenden Sägezähnung Schwankungen zeigt, gewöhnlich 
aber ganzrandige Blätter aufweist. Wo das Vorkommen einer B. grandiflora 
mit fiederschnittigen Blättern nachgewiesen wurde, dürfte es bei gründlicher 
Durchforschung des Gebietes nicht schwer fallen, das Vorhandensein der B. laci- 
niata L. (= B. alba Fall.) zu constatiren. Gleicher Meinung bin ich auch be- 
treffs der B. vidgaris mit fiederschnittigen Blättern (= P. pinnatifida Pers.). 
Wer die sonnigen Lehnen der Kalkberge in Nieder- Oesterreich o, a. 0. durch- 
streift, kommt bei einigermassen gründlich betriebener Beobachtung bald zu 
dem Schlüsse, dass die Formen der B. grandiflora mit fiederschnittigen Blättern 
ihrem Ursprünge nach auf hybride Bildungen zurückzuführen seien und findet 
seine Anschauung noch durch das Vorkommen dieser Formen zwischen der 
normalblättrigen B. grandiflora und der B. laciniata erheblich bestärkt. 

Stellen wir die B. laciniata (L.) mit ihren fiederschnittigen Blättern in 
die Mitte einer Reihe, deren Endpunkte die ganzblättrigen B. vulgaris und 
B. grandiflora bilden, so können wir zwischen den ersteren die B. pinnatifida 
Pers. (vulgaris X laciniata) und B. elatior Salis Marschl. als Varietät (laci- 
niata X vulgaris) (= B. violacea [Opiz] = B. hyhrida Knaf), zwischen den 
letzteren aber B. bicolor (laciniata X grandiflora) und B. variabilis (grandi- 
flora X laciniata) einschalten. Da aber auch die B. vulgaris mit der B. grandi- 
flora Bastartbildungen {B. intermedia Link und B. alpina Timb.) eingeht, so 
sehen wir ein vollständiges Ineinandergreifen fast aller Brunellen, wodurch die An- 
schauung der Autoren, welche zumeist nur eine B. vulgaris und eine B. grandiflora, 
jede aber mit zahlreichen Variationen, anzuerkennen glaubten, theilweise gerecht- 
fertigt erscheint. 

5. Melampyrum angustissimum* 

Foliis lineari-lanceolatis, angustissimis utrinque longe acuminatis, sub- 
petiolatis; — spica bracteis e basi paucidentata longe acuminatis, (superiori- 
bus) subamethystinis comosa; — laciniis calycinis angustis subulatis tubo 

1) Da sich die Unterschiede in der Kelchbildung an den Bastarten zwischen Brunella la- 
ciniata und B. grandiflora besser durch Zeichnung als durch Worte darstellen lassen, verweise ich 
auf die Figuren 7—10 der Tafel XIV, wo der Vergleich der Kelche der Bastarte gegenüber jenen 
der Stammeltern nicht schwer fallen wird. 

24* 



188 



Günther Beck. 



M. commutatum 
Tausch 



M. nemorosum 
L. 



M. subalpinum 
(Juratzka) 



M. Bihariefi 
A. Kernel 



Blätter 



Deckblätter . 



Kelche 



Biumenkrone 



Kapsel . 



eiförmig bis lan- 
zettlich, lang zu- 
gespitzt, am 
Grunde fast abge- 
rundet oder plötz- 
lich verschmälert 

— fast sitzend — 
5 — 18 mm. breit. 

obere grün, kahl, 
am Grunde lang- 
zähnig, die ober- 
sten fast stern- 
förmig, mit länge- 
rem Mittelzahne, 
selten fast ganz- 
randig. 

deutlich gestielt, 
Stiel fast so lang 
als die Kelchröhre 

— kahl. 

Zähne pfriem- 
lich, länger als die 
Kelchröhre, auf- 
wärts gekrümmt, 
Y4 so lang als die 
Blumenkrone. 



15—17 mm. lang, 
mit halb geöff- 
netem Schlünde 
(5 mm.). 

Oberlippe vorne 
zweizähnig , mit 

spitzen vorge- 
streckten Zähnen. 

Unterlippe ge- 
radevorgestreckt, 
wenig länger als 
die Oberlippe, mit 
zugespitzten klei- 
nen Zipfeln. 



fast doppelt so 
lang als die Kelch- 
zähne, zugespitzt 
— schief längs- 
aderig, maschig. 



eiförmig bis lan- 
zettlich, lang zu- 
gespitzt, am 
Grunde am brei- 
testen, fast abge- 
rundet — deutlich 
gestielt — 15 bis 
über 30 mm. breit. 

obere amethyst- 
blau,mehr minder 
gegen denStielbe- 
haart,aus geöhrelt 
spiessförmigem 
Grunde allmälig 
zugespitzt — so 
breit als lang. 

sehr kurz gestielt, 
reichlich behaart 
fast zottig. 

Zähne lanzett- 
lich, fein gespitzt, 
länger als die 
Kelchröhre — auf- 
recht, V4— Vs so 
lang als die Blu- 
menkrone. 

16—20 mm. lang, 
mit halb geöff- 
netem Schlünde 
(6 mm.). 

Oberlippe vorne 
zweilappig. Lap- 
pen gerundet, auf- 



Unterlippe ge- 
rade vorgestreckt, 
anfangs wenig , 
später doppelt so 
lang als die Ober- 
lippe, mit zuge- 
spitzten Zipfeln. 

so lang als die 
Kelchzähne oder 
kürzer — zuge- 
rundet gespitzt — 
queraderig weit- 



lanzettlich, ^, 

gegen den Grund 
kürzer zugespitzt 
— fast gestielt — 
bis 12 mm. breit. 



obere blau , be- 
haart, oft ganz- 
randig oder aus 
spiessförmig ge- 
öhreltem zähni- 
gem Grunde zu- 
gespitzt — meist 
länger als breit. 

kurz gestielt — 
spärlich seltener 
stärker behaart. 

Zähne lanzett- 
lich , fein zuge- 
spitzt, länger als 
die Kelchröhre — 
aufrecht , V3 so 
lang als die Blu- 
menkrone. 

17— 18 mm. lang, 
mit halb geöff- 
netem Schlünde 
(6-7 mm.) 

Oberlippe vorne 
gestutzt, mit un- 
deutlichen Lap- 
pen. 

Unterlippe ge- 
radevorgestreckt, 
anfangs gleich, 
später fast dop- 
pelt so lang als 
die Oberlippe, mit 
spitzlich. Zähnen. 

so lang als die 
Kelchzähne, kurz 
zugespitzt, quer- 
aderig. 



linear bis lanz 
lieh, gegen 

Spitze lang 
gegen den Gri 
kürzer zugesp 
— fast gesti 
3—8 mm. br( 



obere amethj 
blau, fast b 
kurz zugespi' 
reichzähnig 
beinahe so bi 
als lang. 



sehr kurz gesti 
spärlich behas 



Zähne lanze 
lieh, an der Spi 
borstlich,dopi 
so lang als 
Kelchröhre — 
recht, V2 so 1: 
als die Blumer 

17— 19 mm. la: 
mit gesperrt 
Schlünde (7mi 

Oberlippe vo 
ausgeschweif 
mit verfliess( 
denrund.Lapp 

Unterlippe h 
abgeschlagen, 
mal so laDg 
dieOberlippe, 
etwas zugespi' 
ten Zipfeln. 



fast so lang 
die Kelchzäh] 
aus der Mitte 
gespitzt — qu( 
aderig. 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 



189 



\I. angustissimum 
Beck 



M. fdllax 
Öelak. 



M. sylvaticum 
L. 



Bemerkungen 



ear, beiderseits lang linear, beiderseits lang 
yespitzt, die der Sei- ! zugespitzt — fast ge- 
itriebe fast borstlich stielt — bis 5 mm. 



beinahe gestielt — 
5 mm. breit. 



?re blau, gegen den 
inig gezähnten Grund 
iiaart, in eine lange 
imale Spitze auslau- 
lide — vielmals län- 
• als breit. 
iChre schopfig. 



itlich gestielt, 
behaart. 



spar- 



5ähne schmal lanzett- 
1, an der Spitze borst- 
1, lV2Daal so lang als 
Kelchröhre — auf- 
ht oder die unteren 
•abgeschlagen, V2 so 
g als die Blumenkr. 

-14 mm. lang, mit 
sperrtem Schlünde 
5 mm.). 

Oberlippe vorne aus- 
chweift , mit un- 
itlichen Lappen. 

Jnterlippe herabge- 
lagen, länger als die 
erlippe, mit halb ei- 
nsehen, etwas zuge- 
bzten Zipfeln. 



Ibreif) kürzer als die 
chzähne , aus der 

Ii» zugespitzt, gegen 
i Grund nicht stiel - 
ig verschmälert, ver- 
(cht queraderig. 



breit. 



obere grün, gegen den 
Stiel lang behaart, lang 
zugespitzt, ganzrandig 
oder später am Grunde 
wenig zähnig — mehr- 
mals länger als breit. 
Aehre schopfig. 



deutlich gestielt, spär- 
lich behaart. 



Zähne schmal lan- 
zettlich, an der Spitze 
borstlich, so lang als 
die Kelchröhre — auf- 
recht abstehend, Vs so 
lang als die Blumen- 
krone. 

10—17 mm. lang, mit 
halb ofi'enem Schlünde 
(3—4 mm.). 

Oberlippe vorne aus- 
geschweift, mit abge- 
rundeten Lappen. 

Unterlippe gerade 
vorgestreckt, so lang 
als die Oberlippe, mit 
kurzen gerundet. Lap- 
pen. 



so lang als die Kelch - 
Zähne, kurz zugespitzt, 
gegen den Grund stiel- 
artig verschmälert , 
netzig queraderig. 



linear, beiderseits lang 
oder gegen den Grund 
kürzer zugespitzt — 
fast gestielt — 4 bis 
5 mm. breit. 



obere grün, kahl, lang 
zugespitzt, meist ganz- 
randig , seltener am 
breiten Grundegezähnt. 



Aehre meist schopfig. 



deutlich gestielt. Stiel 
so lang als die Kelch- 
röhre, kahl. 



Zähne lanzettlich , 
später fast eiförmig, 
so lang als die Kelch- 
röhre, selten länger — 
wagrecht abstehend , 
V2 so lang als die 
Blumenkrone. 

9—10 mm. lang, mit 
fast gesperrt. Schlund 
(4 mm.). 

Oberlippe vorne aus- 
gerandet, mit vorge- 
streckten Lappen. 

Unterlippe etwas her- 
abgeschlagen, so lang 
als die Oberlippe, mit 
meistens zugerunde- 
ten kurzen Zipfeln. 



meist länger als die 
Kelch zipfel , aus der 
Mitte zugespitzt, netzig 
queraderig, Adern we- 
nig hervortretend. 



Beschrieben 
sind die mitt- 
leren Stengel- 
blätter, welche 
schon in ihren 
Achseln 
Blüthenäste 
tragen. 



Bezüglich die- 
ser Messungen 
vergleiche man 
die in der Be- 
schreibung des 
M. angustissi- 
mum befind- 
lichen Anmer- 
kungen. 



190 



Günther Beck. 



sesquimajoribus patentibus v. recurvis; — corolla 11—14 mm. longa, fauce 
divaricato; laciniis labii inferioris superiori longioris subacuminatis. 

Syn. M. nemorosum var, angustifolium Neilr., Flor. v. Nieder-Oesterr., 
p. 572 (1859), p. p. 

Icon. Tab. XIV, Fig. 6. 

Crescit in locis saxosis inprimis regionis subalpinae rarius montanae 
Äustriae inferioris. Collegi inter M. sylvaticum in valle Höllenthal plantam- 
que congruentem vidi in herbario dorn. Neilreich a rupibus ejusdem loci, et 
ex silvis montis Kuhschneeberg (una cum M. Bihariensi) porro a locis Krie- 
riegl montis „Eisernes Thor'' et valle Gnadenthal prope Vöslau (Braun). 
Floret Julio, Augusto. O 

Wurzel spindelig; Stengel aufrecht, reich ästig mit Seitenästen, welche 
bogig aufsteigen und die Länge des Hauptstengels fast erreichen, verwischt vier- 
kantig, mit nach abwärts gerichteten Härchen, besonders im oberen Theile 
mehr minder bekleidet. Die gegenständigen Blätter, welche fast wagrecht ab- 
stehen, nehmen gegen die Mitte des Stengels an Länge zu und verkleinern 
sich sodann gegen die Blüthenähre. Sie haben eine lineal-lanzettliche Gestalt, 
sind beiderseits lang zugespitzt, rauh. Die mittleren erreichen bei einer Länge 
von 6 — 7'5 cm., eine Breite bis 5 mm. Die Deckblätter der im unteren 
Theile gelockerten Aehre laufen aus etwas breiterer, ungleich und wenig ge- 
zähntem Grunde, der sich in den Stiel kurz verschmälert, in eine lange meist 
nur 2 mm, breite Spitze aus, wodurch die Aehre im oberen Theile schopfig 
erscheint. Gegen die Spitze der Aehre sind die Deckblätter bläulich angehaucht, 
gegen den Grund behaart. Die kurz gestielten einzeln in den Blattwinkeln 
stehenden Blüthen sind kurz gestielt (Stiel 1 — 2 mm.). Die eiförmigen an den 
Kanten etwas behaarten Kelche tragen vier schmal lanzettliche, V2 — 1 nim. 
breite, an der Spitze fast borstliche Zähne, welche die Kelchröhre Vl^va^X in ihrer 
Länge übertreffen. Die gerade vorgestreckten 11 — 14 mm. langen^) Blumen- 
kronen sind am Rücken ziemlich gerade, von 1*25 — 1*5 mm. breitem Grunde 
auf 4—5 mm.2) im Schlünde erweitert. Die Unterlippe zertheilt sich an der 
Spitze in drei halbelliptische, etwas zugespitzte Zipfel , überragt die Oberlippe 
und ist etwas herabgeschlagen, wodurch der Schlund sich aufsperrt. Die abge- 
rundeten zusammenfliessenden Zipfel der Oberlippe sind bärtig und wulstförmig 
aufgeschlagen. Kapseln im Eeifestadium wurden an dem von mir untersuchten 
Materiale leider nicht vorgefunden; in weitest vorgeschrittener Entwicklung 
ward sie kürzer als die Kelchzähne, aus der Mitte gespitzt und verschwommen 
queraderig vorgefunden. 2) 

1) Gerechnet vom Grunde des Kelches bis zur Spitze der Oberlippe. 

Als Schlundweite misst hier die Distanz von dem höchsten Punkte der Oberlippe bis 
zum Anfang der Unterlippe. 

ä) Dass dieses Melampyrum trotz zahlreicher Blüthen, keine Kapseln erzeugt, sondern sogar 
durch Verkümmerung einer grossen Zahl von Fruchtkelchen vor allen anderen Melampyrum-Arten 
dieser Gruppe sich auszeichnet, dürfte vielleicht in der Hybridität dieser Pflanze liegen, wozu 
auch das sporadische Auftreten Anhaltspunkte liefert. Die Frage betrelfs der Stammeltern ist 
jedoch durchaus sehr offen gelassen, höchstens kann M. sylvaticum als betheiligt angesehen werden. 



Neue Pflanzen Oesterreiche. 



191 



Seitdem J. B ermann in den Sitzungsberichten dieser Gesellschaft im 
Jahre 1855, p. 13 auf das Vorkommen eines schmalblättrigen, dem Melampyrum 
yiemorosum nahestehenden Wachtelweizens aufmerksam machte, hat die Gruppe 
des M. nemoromm und seiner Verwandten eine Reihe von österreichischen 
Botanikern veranlasst, sich mit derselben näher zu beschäftigen. Während 
Bermann in seiner Pflanze noch einen Bastart zwischen M. nemorosum und 
M. s}jlvaticum erblickte, wies Niessl (diese Verhandl. 1856, Sitzungsb. p. 82) 
nach, dass Bermann 's M. sylvatico-nemorosum keinen Bastart vorstelle. Aber 
erst Juratzka untersuchte die Verwandtschaftsverhältnisse dieses von ihm 
M. nemorosum var. subalpinum (diese Verhandl. 1857, p. 509) genannten Melam- 
pyi-ums eingehender und erklärte, dass dieser Wachtelweizen nur durch schmälere 
Blätter und durch bloss an den Kanten und Rändern behaarte Kelche und Kelch- 
zähne von M. nemorosum unterscheidbar sei. Trotzdem Juratzka die Stellung 
dieser, in der Kalkzone Niederösterreichs vom Anninger über Guttenstein bis 
an die steierische Grenze weit verbreiteten Pflanze gesichert hatte, ward selbe 
doch von Neilreich (Flor. Nieder- Oesterr., p. 572, 1859) mit einem neuen 
Namen angustifolium belegt. Da ich nun Gelegenheit hatte in das Herbar 
Neilreich's Einsicht zu nehmen, muss ich bemerken, dass Neilreich nicht 
allein das Melampyrum suhalpinum (Juratzka), sondern auch das M. Bihariense 
Kerner, welches am Semmering und am Kuhschneeberge in Nieder- Oesterreich 
vorkommt, und die vorhin beschriebene Pflanze, darunter gemeint hat, dass 
daher die Hinzuziehung des Neilreich 'sehen Namens zu M. suhalpinum mit 
seiner vollen Giltigkeit nicht gerechtfertigt ist, da er sich auf drei gut unter- 
scheidbare Arten bezieht. Es ist nun schwierig zu entscheiden, welcher Pflanze 
eigentlich der Name M. angustifolium Neilreich (als Varietät) gebührt? Eine 
Lösung dieser Frage scheint mir nur insoferne möglich, wenn es gelänge, jene 
Pflanze herauszufinden, welche Neilreich hauptsächlich bei der Beschreibung 
vor Augen hatte. Da er nun betrefi'enden Ortes erwähnt, „dass die Deckblätter 
wie die Blätter schmäler, manchmal nur lineal-lanzettlich, weniger gezähnt oder 
die meisten ganzrandig und nur die obersten violettblau überlaufen" vorkommen, 
so kann er M. Bihariense, welches in zwei Exemplaren vom Kuhschneeberge in 
seinem Herbare liegt, nicht gemeint haben. Sein angustifolium gilt daher nur 
für M. suhalpinum und M. angustissimum. Da von ersterem nun 13, von 
letzterem nur 10 Exemplare in seinem Herbare vorhanden sind, glaube ich an- 
zunehmen, dass Neil reich vorzüglich das M. suhalpinum als angustifolium 
bezeichnete, da insbesondere von ihm auch auf die Aufsätze Bermann's und 
Niessl's zurückgewiesen wird. Somit glaube ich die Neubenennung des vorher 
beschriebenen Melampyrums rechtfertigen zu können, indem in dieser Weise 
ja auch einer Verwirrung bei Anwenduog des Neilreich 'sehen Namens vor- 
gebeugt wird. 

Um nun die Verwandtschaftsgrade des M. angustissimum zu den anderen 
schmalblättrigen Waldwachtelweizen klarzustellen, schien es mir am besten, 
alle Melampyra vom breitblättrigen M. nemorosum bis zum schmalblättrigen 
M. sylvaticum mit ihren Merkmalen tabellarisch zu ordnen und zur Vervoll- 



192 



Günther Beck. 



ständigung auch das M. commutatum Tausch [M. pratense autor. germ. non L.^) 
in diesen Formenkreis einzubeziehen. Es wird auf diese Weise am leichtesten, die 
interessante Reihe mit ihren Uebergängen vor Augen zu führen (siehe Seite 188 
und 189). — Vorerst scheint es mir jedoch nothwendig, Einiges über die Syno- 
nymie dieser Arten voranzuschicken. — Bezüglich der drei von Linnd aufge- 
stellten Arten dürfte wobl kein Zweifel obwalten. Verwickelter sind aber diese 
Verhältnisse bei den Mittelgliedern gestaltet und wir müssen es als eines der 
vielen Verdienste unseres ausgezeichneten Forschers A. Ritter Kerner v. Mari- 
laun ansehen, wesentlich zur Klärung und Benennung dieser Gruppe bei- 
getragen zu haben. 

Wir unterscheiden hiemit: 

1. M» nemorostim L. 

2. M, subalpinum (Juratzka). 

Syn. M. sylvatico-nemorosum Bermann apud Nissl, Sitzungsb. d. zool.- 
botan. Ges. 1856, p. 82; — M. nemorosum ß. subalpinum Juratzka, diese Verhandl. 
1857, p. 509. — var. ß. angustifolium Neilr. Flor. Nieder- Oesterr., p. 572 (1859), 
p. p. (conf. A. Kern er, Schedae ad Flor, austr. hung. p. 32 [1881] et exsicc. 
nr. 134!) 

3. M. Bihariense A. Kerner, Schedae ad flor. austr. hung. p. 35 (1881). 
Syn. M. nemorosum var. angustifolium Neilr. 1. c. (1859), p. p. sec. exsicc. 

— M. subalpinum A. Kerner, Oesterr. botan. Zeitschr. 1863, p. 363. 

4. iW. angustissimum Beck. 

Syn. M. nemorosum var. angustifolium Neilr. 1. c. p. p. 

5. fallaoc Celakovsky (vel M. nemorosum ß. fallax), Prodr. Flor. 
Böhm. IV, p. 832 (Februar 1881). 

Syn. M. nemorosum b. subalpinum Celak. , Prodr. Flor. Böhm., p. 338 
(1871) non Juratzka nec Kern er. — M. stenophyllum vel M. nemorosum 
var. stenophyllum Celak. in Oesterr. botan. Zeitschr. XXIX, p. 365 (November 1879) 
non Boissier, flor. Orient. IV, p. 482 (vere 1879). — M. Bohemicum A. Kerner in 
Schedae ad. Flor, austr. hung. p. 35 et exsicc. nr. 135! (Juni 1881). 

6. M, sylvaticum L. — Das M. saxosum Baumg. (Enum. stirp. Transsylv. 
II, p. 199), von welchem ich zahlreiche Original-Exemplare zu sehen Gelegen- 
heit hatte, erinnert schon am ersten Blicke an M. sylvaticum. Die Form der (bis 
6 mm. breiten) Stengelblätter, die schopfartigen Deckblätter und die kleinen, 
6—9 mm. langen Blüthen mit aufgesperrtem Schlünde, ferner auch der zweizeilig 
behaarte Stengel rechtfertigen zur Genüge die nächste Verwandtschaft des M. saxo- 

*) A. V. Kern er hebt (ia der Oesterr. botan. Zeitschr. 1870, Nr. 9) hervor, dass das 
Melampyrum pratense der deutschen Floristen nicht die von Linne gemeinte Pflanze darstelle, 
sondern dass dieser darunter wahrscheinlich das M, pratense \a,r. paludosa Gaudin (Flor. helv. IV, 
p. 122) = M. lineare Sauter (Oesterr. botan. Zeitschr. VI, p. 107) r= M. pratense var. tur/osum Lejeune 
und Juratzka (Verhandl. d. zool.-botan. Ges. VII, p. 510) begriifen habe, während die Pflanze der 
deutschen Autoren von Tausch, der zuerst auf die Verschiedenheit der obgenanaten Pflanzen auf- 
merksam machte, M. commutatum genannt wurde. L. c. p. 272 finden sich die Unterschiede beider 
Pflanzen eingehender erläutert. 



Nene Pflanzen Oeeterreiche. 



193 



mm zu M. sylvaticum. Als Unterschiede sind demnach nur die aufrecht ab- 
stehenden Kelchzipfel hervorzuheben , welche im Alter verbreitert der Kapsel 
an Länge gleichkommen und die Blüthenfarbe , die von Baumgarten für 
die Oberlippe schneeweiss, für die Unterlippe gelblich mit drei purpurfarbigen 
Längsstreifen angegeben wird. Da man nun bezüglich des ersten Merkmales 
bei getrockneten Exemplaren leicht irre geführt werden kann, die Blüthenfarbe 
aber wohl nicht den Werth eines gewichtigen Artunterschiedes besitzt, so würde 
sich zur Vereinigung des M. saxosum Baumg. mit M. sylvaticum wohl keine 
weiteren Bedenken ergeben. 

Wir überblicken somit die ganze Reihe unserer Waldmelampyra, welche 
uns eine erst in der Entwicklung befindliche Pflanzengruppe darstellen und 
sehen die weit von einander stehenden Endglieder durch vier leicht kenntliche 
Mittelglieder, Uebergangsformen, wenn man will, verbunden. Gewiss entstand 
aus dem breitblättrigen M. nemorosum durch das Schraälerwerden der Blätter 
und durch den Wegfall der Bekleidung an Kelchen und Deckblättern, das 
M. subalpinum (Juratzka). Nehmen wir weiters an, dass sich bei diesem 
letzteren wieder die Deckblätter verbreitern, die Kelchzähne aber verlängern und 
der Schlund sich sperrt, so haben wir das M. Bihariense vor uns, aus welchem 
hernach durch Verlängerung der Deckblätter in lange vorgestreckte Spitzen 
und unter Verkleinerung der Blüthen das M. angustissimum entstanden gedacht 
werden kann. Durch die ausgesperrten, kleineren Blumenkronen der letzteren 
wird aber auch die Verbindung zwischen M. subalpinum und Bihariense einer- 
seits und M. sylvaticum anderseits fertig gestellt. M. fallax aber muss wohl 
als ein Abkömmling des M. sylvaticum bezeichnet werden; dafür stimmt die 
grösste Zahl der Merkmale, obgleich die Bekleidung der oberen Theile, die 
grösseren Corollen mit halb offenem Schlünde und die Kapseln eine rückschreitende 
Verbindung zu M. nemorosum sicherlich anbahnen. 



Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 



25 



194 



Günther Beck. Neue Pflanzen Oesterreichs. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XIV. 

Fig. 1. Phyteuma austriacum , eine vollständige Pflanze in kleinener Hoch- 
gebirgsform (natürl. Grösse). 
„ 2. Phyteuma orhiculare, ein Köpfchen mit den zwei obersten Stengel- 
blättern (etwas verkleinert) und zwei grundständige Blätter (V2 der 
natürl. Grösse). 

„ 3. Asperula Neilreichii, ein blühendes Aestchen (natürl. Grösse). 
„ 4. Äsperula Neilreichii, Gipfelblüthen (doppelt vergrössert). 
„ 5. Äsperula Cynanchica L., Gipfelblüthen (doppelt vergrössert). 
„ 6. Melampyrum angustissimum, der obere Theil einer blühenden Pflanze 
(natürl. Grösse). 

„ 7. Brunella laciniata (L.), Kelch, von unten gesehen (2 5 mal vergrössert). 

„ 8. Brunella hicolor, eine Blüthe (doppelt vergrössert). 

„ 9. Dieselbe, ein Kelch, von unten gesehen (Vergr. 2*5). 

„ 10. Brunella varidbilis, ein Kelch, von unten gesehen (Vergr. 2'5). 

„ 11. Brunella grandiflora, ein Kelch, von unten gesehen (Vergr. 2 5). 



195 



Neue Spinnen aus Amerika. 

IV/) 

Von 

Ell gen Graf Keyserling. 

(Mit Tafel XV.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 5. April 1882.) 

Epeiroidae. 
Gen. Epeira W. 

1. Ep, Lechugalensis n. sp. (Fig. 1.) 

Weib. — Totallänge . . . 5 2 mm. Abdomen lang 3*4 mm. 

Cephalothorax lang ... 2*1 „ „ breit . . . . . 2*8 „ 
„ in der Mitte breit . . 1'7 „ Mandibeln lang 0*9 „ 



„ vorn breit 0-8 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 2-2 l'l 1-7 1-9 10 = 7-9 mm. 

2. „ 1-9 rO 1-3 1-5 0-9 = 6-6 „ 

3. „ 1-2 0-8 08 0-9 0-6 = 4-3 „ 

4. „ 1-8 0-9 1-2 1-3 0-7 = 5-9 „ 



Cephalothorax gelb, oben in der Mitte ein schwarzes Längsband, das vorn 
alle Augen einschliesst, hinten sich zuspitzend bis an die Mittelgrube reicht. 
Mundtheile, Palpen und Beine auch gelb, das Ende der Glieder an den beiden 
Vorderpaaren bräunlichroth. Abdomen am Bauche gelblich, an den Seiten und 
oben weiss, vorn auf dem Rücken zwei grössere schwarze Flecken, von denen 
aus je eine undeutliche dunkle Längslinie im Zickzack bis in die Nähe der 
Spinnwarzen läuft. 

Cephalothorax ungefähr ebenso lang als Femur I, nicht ganz um den 
fünften Theil länger als breit, vorn nicht ganz halb so breit als in der Mitte, 
oben niedrig gewölbt, von den Augen bis zu der ganz kleinen und nur wenig 



») Siehe diese Verhandlungen, Bd. XXXI, 1881, S. 269. 



25* 



196 



Eugen Graf Keyserling. 



bemerkbaren Mittelgrube gleich hoch, die den Kopftheil begrenzenden Seiten- 
furchen ziemlich tief und bis oben hinaufreichend. 

Die beiden vorderen Mittelaugen, unbedeutend grösser als die übrigen, 
liegen nicht ganz um ihren Durchmesser von einander, ebenso weit von den 
Seitenaugen und etwas mehr als um diesen von den hinteren Mittelaugen, 
welche einander sehr genähert sind, ohne sich jedoch zu berühren, und fast 
um das Dreifache ihres Durchmessers von den Seitenaugen entfernt sitzen. 
Die vier Mittelaugen bilden ein ungefähr ebenso langes als breites Viereck, das 
hinten ganz schmal ist. Die Seitenaugen liegen ganz nahe beisammen, ohne 
sich jedoch zu berühren. Von oben gesehen erscheinen beide Augenreihen ein 
wenig nach vorn gebogen (recurvae), und zwar die vordere mehr als die hintere. 
Die vorderen Mittelaugen dicht über dem Stirnrande. 

Die vorn ziemlich gewölbten, oben an den Seiten mit einer kleinen er- 
habenen Längsleiste versehenen Mandibeln, etwas kürzer als die Patellen und 
dünner als die Schenkel des vordersten Beinpaares. 

Die viereckigen, ebenso langen als breiten Maxillen doppelt so lang als 
die weit breitere als lange, vorn stumpf zugespitzte Lippe. Das flach gewölbte, 
vorn ausgeschnittene, hinten zugespitzte Sternum länger als breit. 

Beine massig lang, das erste Paar nicht ganz viermal so lang als der 
Cephalothorax, Alle sind an allen Gliedern, mit Ausnahme der Tarsen, mit 
Stacheln besetzt, diese indessen an den beiden Vorderpaaren zahlreicher und 
stärker als an den hinteren. Abdomen kurz oval. 

Peru: Lechugal. In der Sammlung der Universität in Warschau ein 
entwickeltes und mehrere junge Weibchen. 



2. Ep. electa n. sp. (Fig. 2.) 

2 6 mm. Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 



1'5 mm. 

0-8 „ 
0-4 „ 



Mann. — Totallänge. . 

Cephalothorax lang . . . 13 

„ in der Mitte breit . . TO 

„ vorn breit 0"4 

Fem. 

1. Fuss 2-1 

2. „ 1-8 

3. „ 1-0 

4. „ 1-8 

Cephalothorax gelb, mit ganz schmalem schwarzem Saum an den Seiten- 
rändern und so gefärbter Mittelritze, der Kopf vorn zwischen den Augen auch 
schwarz, Mundtheile, Sternum und Coxen der Beine gelb mit schwärzlichem 
Anfluge, Beine und Palpen bräunlichgelb. Abdomen weiss, der Bauch desselben 
schwärzlich, ebenso an den Seiten so gefärbte Flecken, oben auf dem Rücken 
ein schmales schwarz gefärbtes Längsband und jederseits desselben fünf runde 
schwarze Flecken, die zum Theil durch gekrümmte Querstriche mit den gegen- 
überliegenden verbunden sind. 



Fat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Snmma 


0-6 


1-9 


2-0 


10 


= 7'6 mm. 


0-5 


1-5 


1-7 


0-9 


= 6-4 „ 


0-3 


0-7 


ro 


0-5 


= 3-5 , 


0-4 


1-4 


1-6 


0-7 


= 5-9 , 



Neue Spinnen aus Amerika. 



197 



Cephalothorax reichlich um den vierten Theil länger als breit, vorn sehr 
schmal, kaum so lang als Tibia IV, oben nur flach gewölbt, am Beginn des 
letzten Enddritttheils am höchsten und von da zu den Augen hin nur sanft 
geneigt. Die den Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen sehr flach, und nur im 
unteren Theil überhaupt bemerkbar, Mittelritze schmal. Der Clypeus fast ebenso 
hoch, als der Durchmesser der vorderen Mittelaugen, da diese an den Seiten 
eines starken Vorsprunges des Kopfes sitzen. 

Die vier, ein ebenso langes als breites, hinten deutlich schmäleres Viereck 
bildenden, gleich grossen Mittelaugen reichlich dreimal so gross als die auf einem 
niedrigen Hügelchen dicht beisammensitzenden Seitenaugen. Von oben gesehen 
erscheint die hintere Augenreihe fast gerade, nur unbedeutend nach hinten 
gebogen (procurva), die vordere stark nach vorn gebogen (recurva). Die beiden 
hinteren Mittelaugen liegen kaum um ihren Radius von einander, sichtlich weiter 
von den Seitenaugen und um ihren Durchmesser von den vorderen Mittelaugen, 
welche auch um ihren Durchmesser von einander und nur halb so weit von 
den Seitenaugen entfernt sind. 

Die vorn im oberen Theil kaum gewölbten, nicht divergirenden Mandibeln 
höchstens so dick als die Tibien und nur zwei Dritttheile so lang als die Patellen 
des ersten Beinpaares. Die Endklaue ganz kurz, und an den Rändern des Falzes, 
in den sie sich legt, keine Zähnchen. 

Die Maxillen nicht länger als breit, vorn und an der Aussenseite gerundet, 
an der Innenseite vorn auch gerundet, hinten um die halb so lange, breitere 
als lange, und vorn ganz stumpf zugespitzte Lippe stark ausgeschnitten. 

Das flach gewölbte, herzförmige Sternum ebenso lang als breit. Das 
vorn und hinten gleichmässig gerundete, walzenförmige Abdomen doppelt so 
lang als breit. 

Die dünn behaarten und nur an den Schenkeln, sowie an den Tibien der 
beiden ersten Paare mit einigen stachelartigen Borstenhaaren besetzten Beine 
recht lang und dünn, das erste Paar fünfmal so lang als der Cephalothorax, 
das vierte nur unbedeutend kürzer als das zweite. 

Brasilien: Provinz Amazonas. Ein Exemplar in der Sammlung des Rev. 
Cambridge. 

3. Ep* erratica n. sp. (Fig. 3.) 

Weib. — Totallänge ... 2*6 mm. Abdomen lang 14 mm. 

Cephalothorax lang ... 13 „ „ breit 1"3 „ 

„ in der Mitte breit . . l'O „ Mandibeln lang 0"6 „ 



„ vorn breit 5 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 1-4 0-6 1-2 1-3 0-8 = 53 mm. 

2. „ 1-2 0-5 0-5 ro 0-6 = 4-1 „ 

3. „ 0-8 0-3 0-8 0-6 0-4 = 26 „ 

4. „ 1-0 0-3 0-7 0-8 0-4 = 3-2 „ 



Cephalothorax, Mundtheile, Sternum und Beine orangegelb, die beiden 
hinteren Paare und die Palpen etwas heller, Abdomen weiss, oben matt silber- 



198 



Eugen Graf Keyserling. 



glänzend mit einigen undeutlichen dunkleren Flecken auf dem Rücken und 
einzelnen stärkeren Härchen dünn besetzt. 

Cephalothorax fast um den dritten Theil länger als breit, vorn halb so 
breit als in der Mitte zwischen dem zweiten und dritten Beinpaar, fast ebenso 
lang als Femur I, oben mässig hoch gewölbt, am Beginn des letzten Enddritt- 
theils am höchsten, von da nach hinten zu recht steil abfallend, nach vorn 
zu sanft geneigt. Eine Mittelritze ist nicht vorhanden, aber an der hinteren 
Abdachung ein breiter und flacher Eindruck, in den sich der vordere Theil 
des Abdomens legt. Die den langen Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen 
ganz flach und nur im unteren Theil sichtbar. Der Clypeus niedriger als der 
Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Von oben gesehen erscheint die hintere Augenreihe ein wenig nach vorn 
gebogen (recurva), ebenso auch die vordere, von vorn betrachtet, durch Tiefer- 
stehen der Mittelaugen gebogen. Die beiden vordersten Mittelaugen sichtlich 
ein wenig grösser als die ovalen hinteren und diese wieder etwas grösser als 
die dicht beisammensitzenden Seitenaugen. Die beiden vorderen Mittelaugen 
sitzen um ihren Durchmesser von einander, von den Seitenaugen und von den 
hinteren Mittelaugen, welche kaum um den dritten Theil ihres Durchmessers 
von einander und fast um das Doppelte desselben von den Seitenaugen ent- 
fernt sind. Die vier Mittelaugen bilden ein ungefähr ebenso langes als breites 
Viereck, welches vorn weit breiter als hinten ist. 

Die vorn etwas gewölbten, in der Endhälfte ein wenig divergirenden 
Mandibeln sind kaum dicker als die Tibien und ebenso lang als die Patellen 
des ersten Beinpaares. Am vorderen Rande des Falzes, in den sich die ziem- 
lich lange Endklaue legt, sitzen mehrere spitze Zähnchen. 

Die am Ende ziemlich gerade abgestutzten, am Aussenrande nur leicht 
gebogenen, an der Innenseite um die Lippe herum ausgeschnittenen und vor 
denselben geraden Maxillen nicht länger als breit, und doppelt so lang als die 
etwas breitere als lange, vorn stumpf zugespitzte Lippe. 

Das flach gewölbte Sternum hat eine dreieckige Gestalt und ist sichtlich 
länger als breit. Das verhältnissmässig grosse Abdomen hat eine kugelförmige 
Gestalt, da es nur unbedeutend länger als breit ist. 

Die stachellosen, nur dünn mit Härchen bekleideten Beine, nicht sehr 
lang, das erste Paar viermal so lang als der Cephalothorax. Die beiden ersten 
Paare etwas dicker als die beiden hinteren. 

Brasilien: Provinz Amazonas. Ein Exemplar in der Sammlung des Rev. 
Cambridge. 



4. Ep* elinguis n. sp. (Fig. 4.) 



Weib. — Totallänge. . 
Cephalothorax lang . . 

„ in der Mitte breit . 

„ vorn breit .... 



3-3 mm, 
1-3 „ 
1-1 . 
0-6 „ 



Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 



2-2 mm. 
2-6 „ 
0-5 „ 



Neue Spinnen aus Amerika. 



199 



Fem. 


Fat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1-5 


0-5 


1-2 


10 


0-6 


= 4*8 mm. 


1-2 


0-4 


0-8 


0-6 


0-5 


= 3-5 „ 


0-8 


0-4 


0-4 


0-5 


0-4 


= 2-5 „ 


1-2 


0-4 


0-7 


0-8 


0-4 


= 3-5 „ 



1. Fuss 

2. „ 

3. „ 

4. „ 

Cephalothorax hellgelb, Mundtheile, Steinum, Palpen und Beine auch 
gelb, aber etwas dunkler. Das ganze Abdomen hell gelblichgrau, oben auf dem 
Rücken desselben jederseits ein grosser, nierenförmiger weisser Fleck. 

Cephalothorax unbedeutend länger als Femur II oder Tibia I, wenig 
länger als breit, vorn an dem, durch deutliche Seitenfurchen begrenzten, von 
hinten nach vorn stark ansteigenden, gewölbten und ziemlich langen Kopftheil 
fast mehr als halb so breit als an dem ziemlich niedrigen Brusttheil. Am 
hinteren Ende des Kopftheiles ein nur wenig bemerkbares, querliegendes, halb- 
mondförmiges Grübchen und an der hinteren Abdachung ein grosser, flacher 
Eindruck,' in den sich das Abdomen legt. Der Clypeus kaum halb so hoch als 
der Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Von oben gesehen erscheint die hintere Augenreihe gerade, die vordere 
stark nach vorn gebogen (recurva). Die beiden vorderen Mittelaugen reichlich 
doppelt so gross als die hinteren Mittelaugen und die an einer Hervorragung 
dicht beisammensitzenden Seitenaugen liegen etwas mehr als um ihren Durch- 
messer von einander, fast ebenso weit von den Seitenaugen und den hinteren 
Mittelaugen, welche nicht ganz um ihren Durchmesser von einander und reichlich 
um das Doppelte desselben von den Seitenaugen entfernt sind. Die vier Mittel- 
augen bilden ein etwas breiteres als hohes Viereck, welches hinten weit schmäler 
als vorn ist. 

Die vorn schwach gewölbten Mandibeln ebenso dick als der Femur und 
so lang als die Patelle eines vorderen Beinpaares. 

Die nach vorn zu sich erweiternden, am Ende gerade abgestutzten Maxillen 
ebenso lang als breit und mehr als doppelt so lang als die vorn ganz stumpf 
zugespitzte, etwas breitere als lange Lippe. 

Das flach gewölbte, dreieckige Sternum etwas länger als breit. 

Beine dünn, mässig lang, das erste Paar etwas mehr als mal so lang 
als der Cephalothorax. Stacheln fehlen ganz und nur feine Härchen bilden 
eine dünne Bekleidung. 

Das grosse runde, etwas breitere als lange, vorn in der Mitte ein wenig 
eingedrückte Abdomen ist unten und oben ein wenig abgeflacht. 

Brasilien: Provinz Amazonas. Ein Exemplar in der Sammlung des Rev. 
Cambridge. 

5. Ep. lamentaria n. sp. (Fig. 5.) 



Weib. — Totallänge ... 4*0 mm. 

Cephalothorax lang . . . TS „ 

r, in der Mitte breit , . TS „ 

r> vorn breit .... 0*6 „ 



Abdomen lang 2 4 mm. 

breit T? „ 

Mandibeln lang 7 „ 



200 



Engen Graf KeyBerling. 



1. Fuss 

2. „ 

3. „ 

4. . 



Fem. 

1-8 
1-6 

ri 

1-6 



0-8 
0-7 



Pat. 



1-0 



— mm. 



Tib. 



n 



Die übrigen Glieder 
fehlen. 



Cephalothorax, Mundtheile, Steinum, Palpen und Beine braunroth, Abdo- 
men bell bräunlichgelb mit drei Paar schwarzbraunen Punkten und weissen 
Flecken auf dem Rücken, drei Paare derselben in der Mittellinie und drei 
jederseits, von denen die beiden vordersten an den Seiten die grössten sind und 
eine längliche Gestalt besitzen. 

Der Cephalothorax um den fünften Theil ungefähr länger als breit, vorn 
an dem durch tiefe, bis oben hinaufreichende Seitenfurchen begrenzten Kopf- 
theil kaum mehr als den dritten Theil so breit als in der Mitte zwischen dem 
zweiten und dritten Fusspaar, ebenso lang als Femur I, oben recht hoch ge- 
wölbt, etwas hinter der Mitte am höchsten, von da zu dem in der Mitte aus- 
geschnittenen Hinterrande recht steil abfallend, nach vorn zu den Augen hin 
sanft geneigt und gewölbt. Der Theil des Kopfes, an welchem die Augen 
sitzen, stark nach vorne geneigt. An der hinteren Abdachung eine ziemlich 
lange Mittelritze, der Clypeus kaum halb so hoch als der Durchmesser eines 
vorderen Mittelauges. 

Die vier ziemlich gleich grossen Mittelaugen, sichtlich grösser als die 
dicht beisammen an einem Hügelchen sitzenden Seitenaugen, bilden ein ebenso 
langes als breites Viereck, welches vorn ein wenig schmäler als hinten ist. Die 
beiden vorderen, an einem Vorsprunge sitzenden Mittelaugen liegen um ihren 
Durchmesser von den Seitenaugen, fast ebenso weit von den hinteren Mittel- 
augen und kaum mehr als den vierten Theil so weit von einander entfernt, die 
hinteren Mittelaugen reichlich um ihren Radius von einander und mehr als um 
ihren Durchmesser von den Seitenaugen. Von oben betrachtet erscheint die 
hintere Augenreihe deutlich nach vorn gebogen (recurva), ebenso auch die 
vordere, von vorn gesehen, durch Tieferstehen der Mittelaugen stark nach unten 
gebogen. 

Die vorn stark gewölbten, kräftigen Mandibeln ebenso dick als die Schenkel 
und so lang als die Patellen des zweiten Beinpaares. Die vorn gerade abge- 
stutzten, an den Innenseiten um die Lippe herum stark ausgeschnittenen Maxillen 
fast breiter als lang und doppelt so lang als die weit breitere als lange, vorn 
ganz stumpf zugespitzte Lippe. 

Das herzförmige, ziemlich gewölbte Sternum nicht länger als breit. 

Das hinten und vorn ziemlich gleichmässig gerundete Abdomen fast um 
den dritten Theil länger als breit. 

Die meisten Glieder der Beine fehlen leider dem vorliegenden Exemplare. 
Nach den Resten zu urtheilen, scheinen sie unbehaart gewesen zu sein, an den 
vorhandenen Schenkeln fehlen Stacheln vollständig. 

Brasilien: Provinz Amazonas. Ein Exemplar in der Sammlung des Rev. 
Cambridge. 



Neue Spinnen ans Amerika. 



201 



6. Ep* famtilatoHa u. sp. (Fig. G.) 



Weib, — Totallänge . . 

Cephalothorax laug . . 

„ in der Mitte breit . 

„ vorn breit . . . . 



21 „ 

ro „ 

0-8 „ 



5 6 mm. 



Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 



4*2 mm. 
2-8 „ 
10 „ 



1. Fuss 

2. „ 

3. „ 

4. „ 



Fem. 

1-9 
1-8 
11 
1-9 



Pat. 

ro 

0-9 
0-7 
0-9 



Tib. 
1-7 
1-4 

0- 7 

1- 4 



Metat. 



1-8 
1-5 

0- 8 

1- 6 



Tar. Summa 



0-9 = 7-3 mm. 

0-9 = 6-5 r, 

0-6 = 3-9 „ 

0-7 --= 6-5 „ 



Cephalothorax gelb, mit schmalem schwarzem Längsbande über dem 
Rücken, das von den hinteren Mittelaugen bis zu der flachen Mittelgrube reicht ; 
Mandibeln, Palpen und Beine auch gelb, unten an der hinteren Seite der 
Schenkel, der beiden vorderen Fusspaare, eine Längsreihe kleiner schwärzlicher 
Flecken, in deren Mitte eine stärkere Borste sitzt, oben an den Patellen der- 
selben Beine ein undeutlicher, dunkler Strich. Sternum und Lippe schwarz- 
braun, die gelben Maxillen bräunlich angeflogen. Hinterleib gelblichweiss, oben 
auf dem Rücken jederseits ein feiner wellenförmiger brauner Strich, in der 
Mitte vier ebenso gefärbte, im Quadrat stehende, runde Punkte, das Rücken- 
gefäss dunkler und ebenso einige undeutliche Längsbänder. Die Seiten bräun- 
lichgelb und, besonders in der hinteren Hälfte, braun gestrichelt. In der Mitte 
des Bauches drei schwarze Bänder, die sich hinten an den rothbraunen Spinn- 
warzen vereinigen und diese umgeben. 

Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, vorn nur halb so 
breit als in der Mitte, etwas länger als Femur I, oben nur mässig hoch und 
der Länge nach schwach gewölbt, etwas hinter den Augen am höchsten. Der 
schmale und ziemlich lange Kopftheil an beiden Seiten durch eine deutliche 
Furche und hinten durch eine flache Mittelgrube begrenzt. Der Clypeus nicht 
ganz so hoch als der Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Die beiden vorderen Mittelaugen etwas grösser als die hinteren und diese 
wiederum ein wenig grösser als die dicht beisammen an den Seiten eines kleinen 
Hügelchens sitzenden Seitenaugen. Von oben gesehen erscheint die hintere 
Augenreihe unbedeutend, die vordere aber stark nach vorn gebogen (recurva), 
während letztere, von vorn betrachtet, gerade ist. Die beiden oberen Mittel- 
augen liegen nicht ganz um ihren Durchmesser von einander, fast um das Vier- 
fache desselben von den Seitenaugen und um das Anderthalbfache von den 
vorderen Mittelaugen, welche reichlich um ihren Durchmesser von einander 
und noch etwas weiter von den vorderen Seitenaugen entfernt sind. Die vier 
Mittelaugen bilden ein ebenso breites als langes Viereck, das vorn weit breiter 
als hinten ist. 

Die vorn ziemlich gewölbten Mandibeln ebenso lang als die Patellen und 
so dick als die Schenkel des ersten Beinpaares. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb, 26 



202 



Eugen Gr af Keys erling. 



Die Maxillen ungefähr ebenso lang als breit, fast viereckiger Gestalt, 
innen an der Basis um die nicht ganz halb so lange Lippe etwas ausgeschnitten. 
Die Lippe weit breiter als lang und vorn leicht gerundet. 

Sternum herzförmig, flach gewölbt und nur wenig länger als breit. 

Die dünn behaarten Beine an allen Gliedern, die Tarsen ausgenommen, 
mit unregelmässig sitzenden Stacheln versehen, unten an den Schenkeln eine 
Keihe stärkerer abstehender Borsten. Die beiden Vorderpaare nur wenig dicker 
als die anderen, das erste Paar S^/^mal so lang als der Cephalothorax , das 
zweite ebenso lang als das vierte. 

Der um den dritten Theil ungefähr längere als breite Hinterleib ist vorn 
stumpf zugespitzt und hinten gerundet. 

Colorado. Im kaiserlichen Hofcabinet in Wien ein Exemplar. 



7. Ep. zelofypa n. sp. (Fig. 7.) 



Weib. — Totallänge ... 3 9 mm. 

Cephalothorax lang ... 1*7 „ 

„ in der Mitte breit . . r4 „ 

„ vorn breit 0*8 ,, 



Abdomen lang 2 6 mm. 

„ breit 2-6 „ 

Mandibeln lang 0-9 „ 







Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. 




.... 2-3 


0-8 


2-2 


2-3 


1-0 = 


8-6 mm. 


2. 




.... 1-7 


0-7 


1-3 


1-4 


0-8 = 


5-9 „ 


3. 




.... 1-0 


0-4 


0-7 


0-7 


0-4 = 


3-2 „ 


4. 




.... 1-6 


0-5 


1-1 


11 


0-7 = 


5-0 „ 



Der gelbe Cephalothorax hat oben ein, von hinten nach vorn schnell an 
Breite zunehmendes, braunes Längsband, das ungefähr den ganzen Kopftheil 
einnimmt, in der Mitte einen gelben Längsstrich und seitlich ein Paar ebenso 
gefärbte runde Flecken enthält. Der Saum des Cephalothorax ist dunkelbraun 
gesäumt und an den Seiten befinden sich ein Paar solcher Flecken. Die röthlich- 
gelben Mandibeln im oberen Theil bräunlich, Sternum schwarzbraun, Lippe und 
Maxillen ebenso, vorn aber gelb. Beine auch gelb, an allen Gliedern braun 
geringelt, und zwar an den Tibien und Metatarsen mit drei Eingen, an den 
Schenkeln und Patellen mit zwei und den Tarsen mit einem versehen. Die 
gelben Palpen haben am Ende aller Glieder einen braunen Eing. Der mit 
kleinen gelben Flecken bedeckte Cephalothorax hat oben auf dem hinteren 
Theil des Eückens einen schmalen, nach vorn zu breiter werdenden, grossen 
dunkelbraunen Fleck, dessen beide vordere, ein wenig geschwungenen Ecken 
bis an die Schulterhöcker reichen. Der vordere Theil des Eückens ist mit 
ineinander fliessenden, in der Mitte zum Theil unterbrochenen Bändern ver- 
sehen, die Mitte des Bauches ist schwarz und wird jederseits von einem 
weissen Strich begrenzt. Um die schwarzbraunen Spinnwarzen herum sitzen 
vier kleine runde weisse Flecken und die Seiten sind mehr oder weniger dicht 
schwarz gestrichelt. 



I 



Neue Spinnen aus Amerika. 



203 



Cephalothorax etwa um den fünften Theil länger als breit, vorn halb so 
breit als in der Mitte, ebenso lang als Femur II, oben ziemlich niedrig gewölbt, 
in der Mitte ungefähr am höchsten, von da zu den Augen hin sanft, nach 
hinten auch wenig mehr geneigt. Die den Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen 
flach und der senkrecht abfallende Clypeus nur so hoch als der Durchmesser 
eines vorderen Mittelauges. 

Von oben betrachtet erscheint die obere Augenreihe ein wenig nach 
vorn (recurva), die untere, von vorn gesehen, durch Tieferstehen der Mittelaugen 
recht stark nach unten gebogen. Augen ziemlich gleich gross. Die vorderen 
Mittelaugen liegen nicht ganz um ihren Durchmesser von einander, etwas 
weiter von den hinteren Mittelaugen und fast doppelt so weit von den Seiten- 
augen. Die Augen der hinteren Reihe sitzen ungefähr in denselben Entfernungen 
von einander als die der vorderen. Die Seitenaugen liegen an den Seiten eines 
kleinen Hügels und sind von einander nur durch einen Zwischenraum getrennt, 
welcher höchstens dem halben Radius eines derselben entspricht. Die vier 
Mittelaugen bilden ein unbedeutend längeres als breites Viereck, das vorn kaum 
schmäler als hinten ist. 

Die im oberen Theil stark gewölbten, im unteren dünner werdenden 
Mandibeln ebenso lang als die Patellen und etwas dicker als die Schenkel des 
ersten Beinpaares. Die Endklaue ziemlich kräftig und lang, und der Falz, in 
den sie sich legt, vorn und hinten, mit je zwei Zähnchen besetzt, von denen 
die des Vorderrandes stärker und länger sind. 

Die vorn gerundet- abgestutzten Maxillen, kaum länger als breit, haben 
innen und aussen ziemlich gerade einander parallele Seitenränder. 

Die vorn leicht gerundete, etwas breitere als lange Lippe halb so lang 
als die Maxillen. 

Das mässig gewölbte, herzförmige, wenig längere als breite Sternum hat, 
gegenüber der Ansatzstelle der Beine, an den Seiten kleine Höcker. 

Die recht langen, fein behaarten Beine sind an allen Gliedern mit ein- 
zelnen schwachen, unregelmässig sitzenden Stacheln versehen. Das erste Paar 
fünfmal so lang als der Cephalothorax und das zweite etwas länger als das vierte. 

Der ebenso lange als breite Hinterleib vorn am breitesten, wird nach 
hinten zu allmälig schmäler und gewinnt dadurch eine annähernd dreieckige 
Gestalt. Die beiden vorderen Schulterwinkel ragen ein wenig höckerartig hervor. 

Peru: San Mateo, in der Höhe von 10.000 Fuss. In der Sammlung der 
Universität in Warschau. 



8. Ep, simplicissima n. sp. (Fig. 8.) 



Weib. — Totallänge ... 5 3 mm. 

Cephalothorax lang . . . 2'2 „ 

„ in der Mitte breit . . 11 „ 

„ vorn breit OS,, 



Abdomen lang 4 mm. 

„ breit 34 „ 

Mandibeln lang PO „ 

26* 



204 



Eugen Graf Keyserling. 





Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 




.... 2-2 


10 


1-7 


2-0 


10 = 


7 9 mm. 


2. „ 


.... 20 


10 


1-4 


1-6 


0-9 = 


6-9 „ 


3. „ 


.... 1-3 


0-6 


0-8 


0-9 


0-6 = 


4-2 „ 


4. „ 


.... 1-8 


0-9 


1-2 


1-3 


0-6 = 


5-8 „ 



Der ganze Vordertheil sammt Beinen und Palpen hellgelb, der Hinterleib 
dunkler gelb mit dunkleren Strichen an den Seiten und vier runden braunen 
Grübchen auf dem Rücken. Der Bauch hat in der Mitte, zwischen den bräun- 
lichen Spinnwarzen und der rothbraunen Epigyne, ein grosses weisses Feld. 

Der Cephalothorax um den fünften Theil ungefähr länger als breit, vorn 
kaum halb so breit als in der Mitte zwischen dem zweiten und dritten Fuss- 
paar, ebenso lang als Femur I. Oben nicht hoch, etwas hinter den Augen am 
höchsten und von da nach hinten zu erst ganz sanft, dann etwas schräger ge- 
wölbt absteigend. Die den Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen ganz flach, 
eine ziemlich tiefe Mittelritze vorhanden und der Clypeus kaum höher als der 
Radius eines vorderen Mittelauges. 

Von vorn gesehen erscheint die untere Augenreihe durch Tieferstehen 
der Mittelaugen deutlich gebogen, die obere dagegen, von oben betrachtet, gerade. 
Die beiden oberen Mittelaugen, etwas grösser als die Seitenaugen und sichtlich 
kleiner als die vorderen Mittelaugen, liegen kaum um ihren halben Radius von 
einander, fast um ihren doppelten Durchmesser von den Seitenaugen und etwas 
mehr als um diesen von den vorderen Mittelaugen, welche um ihren Durch- 
messer von den Seitenaugen und etwas weniger weit von einander entfernt sind. 
Die Seitenaugen sitzen dicht beisammen, ohne jedoch sich zu berühren, an den 
Seiten eines Hügels und die vier Mittelaugen bilden ein ebenso breites als hohes 
Viereck, das hinten weit schmäler als vorn ist. 

Die vorn recht stark gewölbten Mandibeln ebenso lang als die Patellen, 
aber nicht ganz so dick als die Schenkel des ersten Beinpaares. 

Lippe, Maxillen und das flache, nur mit geringen Erhöhungen, gegenüber 
den Ansatzstellen der Beine, versehene Sternum ebenso gestaltet wie bei den 
anderen Arten. Die spärlich behaarten Beine sind an allen Gliedern, mit Aus- 
nahme der Tarsen, mit kräftigen Stacheln versehen. Das erste Paar, als das 
längste, 372 mal so lang als der Cephalothorax. 

Der dicke, spärlich behaarte Hinterleib hat eine ovale Gestalt, ist dabei 
aber nicht viel länger als breit, und vorn so wie hinten gleichmässig gerundet. 

Peru: Tumbez. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Gen. Meta C. K. 



9. Meta monticola n. sp. (Fig. 9.) 



Weib. — Totallänge ... 4*5 mm. 

Cephalothorax lang ... 19 „ 

„ in der Mitte breit . . 1*5 „ 

„ vorn breit 0*9 „ 



Abdomen lang 2-9 mm. 

„ breit 1'7 „ 

Mandibeln lang ..... 0-9 „ 



Neue Spinnen ans Amerika. 



205 







Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. 




... 30 


0-9 


2-8 


30 


1-2 


= 10-9 mm. 


2. 




... 20 


0-7 


1-6 


1-9 


0-9 


= 7-1 „ 


3. 




... 11 


0-4 


0-8 


ro 


0-6 


= 3-9 „ 


4. 




... 1-8 


0-6 


1-4 


1-6 


0-7 


= 6-1 „ 




Der orangegelbe 


Cephalothorax ist an 


den 


Seitenrändern 


schwarz und 



oben mit einem, hinten schmalen, vorn breiter werdenden, ebenfalls schwarzen 
Bande geschmückt, das vor den Augen zum Theil verschwindet und in der 
Mitte durch ein schmales gelbes Längsband getheilt wird. Die Mandibeln 
röthlichgelb, das Sternum dunkelbraun, ebenso die Maxillen und die Lippe in 
der ersten Hälfte, am Ende aber beide gelb. Beine und Palpen gelb, die End- 
glieder der letzteren bräunlich, Schenkel, Tibien, besonders die der beiden 
Vorderpaare, mit vier schwärzlichen Bändern oder Flecken versehen. Die Meta- 
tarsen am Ende und in der Mitte auch dunkler. An den beiden Hinterpaaren 
bemerkt man von diesen dunklen Eiugen nur schwache Spuren. Der gelbe 
Hinterleib hat oben auf dem Rücken ein breites , in der Mitte eingeschnürtes 
dunkles Längsband, das vorn aus schwarzen Quer- und hinten aus ebenso ge- 
färbten Längsstrichen gebildet wird. Der Bauch hat in der Mitte ein breites, 
dunkelbraunes, jederseits von einem schmalen weissen Streifen begrenztes Längs- 
band. An jeder Seite befindet sich ein breites schwarzes, undeutlich begrenztes 
Band und um die bräunlichgelben Spinnwarzen herum sitzen vier kleine runde 
weisse Flecken. 

Der Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, vorn mehr 
als halb so breit als in der Mitte, oben mässig hoch gewölbt, in der Mitte un- 
gefähr am höchsten, nach vorn zu den Augen hin nur unbedeutend geneigt, 
hinten recht schräge abfallend. Der Kopffcheil durch deutliche, aber flache 
Seitenfurchen begrenzt und der Brusttheil in der Mitte eingedrückt. Der Clypeus 
kaum so hoch als der Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Die obere Augenreihe ist, von oben gesehen, gerade, die untere erscheint, 
von vorn betrachtet, durch Tieferstehen der Mittelaugen, deutlich nach unten 
gebogen. Die beiden unteren Mittelaugen, etwas kleiner als die dicht bei- 
sammen, an den Seiten eines ziemlich vorspringenden Hügels sitzenden Seiten- 
augen, sind um ihren Durchmesser von einander, doppelt so weit von den Seiten- 
augen und fast um das Anderthalbfache desselben von den reichlich doppelt so 
grossen hinteren Mittelaugen entfernt, die um ihren Durchmesser von einander 
und reichlich um das Anderthalbfache desselben von den kleinereu Seitenaugen 
liegen. Die vier Mittelaugen bilden ein ebenso breites als hohes Viereck, das 
vorn weit schmäler als hinten ist. 

Die vorn stark gewölbten Mandibeln ebenso lang als die Patellen und 
so dick als die Schenkel des ersten Fusspaares. 

Die vorn abgestutzt -gerundeten und stark erweiterten Maxillen etwas 
länger als breit und mehr als doppelt so lang als die vorn leicht gerundete, 
breitere als lange Lippe. 

Das flach gewölbte herzförmige Sternum ungefähr ebenso lang als breit. 



206 



Eugen Graf Keyserling. 



Die dünn behaarten und mit einzelnen Stacheln besetzten Beine recht 
lang und kräftig, das erste Paar fast sechsmal so lang als der Cephalothorax. 

Der ziemlich lange Hinterleib vorn gerundet und hinten an den Spinn- 
warzen ganz stumpf zugespitzt. 



Mann. — Totallänge. 

Cephalothorax lang 
„ in der Mitte breit 
„ vorn breit . . . 



Fuss. 



3-7 mm. 

1-7 „ 
1-5 „ 
0-8 „ 

Fem. 

. 3-4 
. 2-1 

. ro 

. 1-7 



Abdomen lang 2'3 mm. 

„ breit 1'8 „ 

Mandibeln lang Ö"9 „ 



Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


0-9 


3-3 


4-3 


1-2 


= 131 mm 


0-7 


1-8 • 


2-2 


0-9 


= 7-7 „ 


0-4 


0-9 


ro 


0-6 


= 3-9 „ 


0-6 


1-3 


1-5 


0-7 


= 5-8 „ 



Aehnlich gefärbt, der Cephalothorax röthlichgelb mit schwärzlichem An- 
fluge, das Kückenband nur hinten und in der Mittelritze bemerkbar, vorn ganz 
verschwindend, die Mandibeln rothbraun, ebenso die an der Basis noch dunkle- 
ren, an der Spitze helleren Maxillen und die Lippe, das Sternum schwarzbraun. 
Der hellgelbe, mit schwarzen Adern und Strichen ziemlich gleichmässig bedeckte 
Hinterleib hat oben und unten ein ähnliches dunkles Band, das aber weniger 
deutlich hervortritt. Die dunklen Ringe an den Gliedern der hellgelben Beine 
sind kaum zu bemerken. 

Der Cephalothorax verhältnissmässig kürzer, die den Kopf begrenzenden 
Seitenfurchen aber und die Grube auf dem Brusttheil deutlicher ausgeprägt. 
Die Stellung der Augen ist ebenso, nur sind die beiden vorderen Mittelaugen 
kaum kleiner als die hinteren und die vier Mittelaugen bilden daher ein etwas 
längeres als breites Viereck, das vorn kaum schmäler als hinten ist. Die Stacheln 
an den Beinen zwar nicht zahlreicher, aber kräftiger. Das erste Paar, mehr 
als l^lim^l so lang als der Cephalothorax, verhältnissmässig weit länger. 

Peru. In der Sammlung der Universität in Warschau befindet sich ein 
Weib aus der Montana di Naucho, das dort von Herrn Stolzmann in einer 
Höhe von 8000 Fuss gefangen wurde und ein Mann in der Höhe von 9500 Fuss. 



10. Meta minuta ii. sp. (Fig. 10.) 



Weib. — Totallänge . . 
Cephalothorax lang . . 
„ in der Mitte breit . 



1. Fuss 

2. „ 



3*5 mm. 


Abdomen lang . 




, . 2-3 mm. 


1-4 „ 






breit . 




. . 1-9 « 


1-2 „ 






• . 0-8 „ 


0-7 „ 












Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1-9 


0-7 


1-7 


1-8 


10 


= 71 mm. 


1-7 


0-6 


1-2 


1-3 


0-8 


= 5-6 „ 


1-1 


0-4 


0-6 


0-7 


0-5 


= 3-3 , 


1-4 


0-5 


0-9 


11 


0-6 


= 4-5 „ 



Nene Spinnen ans Amerika. 



207 



Cephalothorax, Miindtheile, Sternum, Palpen und Beine hellgelb, die 
meisten Glieder der letzteren am Ende ein wenig dunkler und in der Mitte der 
Tibien der beiden Vorderpaare ein undeutlicher dunkler Ring. Das Abdomen 
auch ganz hellgelb, an den Seiten und auf dem Rücken überstreut mit kleinen 
weissen silberglänzenden Flecken, die Epigyue rothbraun. 

Cephalothorax nur um den siebenten Theil länger als breit, vorn mehr 
als halb so breit als in der Mitte, ebenso lang als Femur IV, oben massig 
hoch gewölbt, von hinten nach vorn allmälig ansteigend, der Kopftheil durch 
Seitenfurchen deutlich begrenzt, eine Mittelritze fehlt, aber dafür an der hinteren 
Abdachung ein grosser Eindruck, in den sich das Abdomen legt. Der Clypeus 
nicht halb so hoch als der Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Von oben gesehen erscheint die hintere Augenreihe gerade und die vor- 
dere stark nach vorn gebogen, welche von vorn gesehen auch gerade ist. Die 
vier Mittelaugen, von denen die beiden vorderen grösser sind, bilden ein ebenso 
hohes als breites Viereck, das hinten ein wenig schmäler als vorn ist. Die 
Seitenaugen liegen dicht beisammen an den Seiten eines stark hervorragenden 
Hügels, und die vorderen, etwas grösser als die hinteren, sind fast ebenso gross 
als die hinteren Mittelaugen. Die beiden vorderen Mittelaugen sitzen um ihren 
Radius von einander, ebenso weit von den Seitenaugen und um ihren Durch- 
messer von den hinteren Mittelaugen, welche fast um ihren Durchmesser von 
einander und vielleicht noch unbedeutend weiter von den Seitenaugen ent- 
fernt sind. 

Die kräftigen, vorn stark gewölbten Mandibeln fast dicker als die Schenkel 
und ein wenig länger als die Patellen des ersten Beinpaares. Die kräftige, aber 
massig lange Endklaue legt sich in einen Falz, dessen Vorder- und Hinter- 
rand mit mehreren Zähnchen bewehrt ist. 

Die nach vorn zu stark erweiterten, vorn gerade abgestutzten, wenig 
längeren als breiten Maxillen haben an der Basis einen kleinen Eindruck und 
sind mehr als doppelt so lang, als die weit breitere als lange, vorn leicht ge- 
rundete Lippe. 

Das flach gewölbte herzförmige Sternum sichtlich länger als breit. 

Das sehr spärlich behaarte Abdomen hat eine kurze eiförmige Gestalt. 

Die ziemlich langen Beine, von denen das erste Paar fünfmal so lang 
als der Cephalothorax ist, sind dünn behaart und mit einzelnen etwas stärkeren 
borstenartigen Härchen besetzt, die sich jedoch nur wenig von den übrigen 
unterscheiden. 

Brasilien: Provinz Amazonas. Ein Exemplar in der Sammlung des Rev. 
Cambridge. 



11. Meta quadrituberculata n. sp. (Fig. 11.) 



Weib. — Totallänge . . 
Cephalothorax lang . . 

„ in der Mitte breit . 

„ vorn breit . . . . 



3-6 mm. 



1-6 „ 
1-2 „ 
0-6 „ 



Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 



2 4 mm. 




208 



Eugen Graf Keyserling. 







Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. 






0-6 


l'G 


1-6 


0-8 = 


6 6 mm. 


2. 






0-6 


1-2 


1-2 


0-7 = 


5-3 „ 


3. 




.... ro 


0-4 


0-6 


0-6 


0-5 = 


3-1 „ 


4. 




.... 1-5 


0-5 


1-0 


1-0 


0-5 — 


4-5 „ 



Der gelbe Cephalothorax hat jederseits, etwas über dem Seitenrande, ein 
ziemlich breites und in der Mitte ein nach vorn zu an Breite zunehmendes, 
kurz vor den Augen zwei neben einander liegende gelbe Flecke einschliessendes, 
schwärzliches Längsband. Mundtheile gelb, Sternum roth oder braun mit 6—8 
ovalen gelben Flecken, von denen je einer vorn und hinten am Ende, zwei bis 
drei an jeder Seite liegen. Beine gelb und mehr oder weniger deutlich schwarz 
oder rothbraun geringelt. An Schenkeln, Tibien und Metatarsen je drei solcher 
Ringel, an Patellen und Tarsen aber nur einer. Palpen ähnlich gefärbt, der 
Hinterleib weiss, an den Seiten etwas braun und schwarz gestrichelt und ge- 
fleckt, ebenso die Höcker meist dunkler gefärbt. Der Bauch hat in der Mitte 
zwei gegen einander gekrümmte, kurze weisse Bänder, die ein etwas dunkler 
gefärbtes Feld einschliessen. Spinnwarzen werden vorn von einem braunen 
Halbriuge eingeschlossen. 

Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, vorn kaum halb so 
breit als in der Mitte, ebenso lang als Tibia I, oben der Länge nach mässig 
gewölbt, etwas hinter den Augen am höchsten, an der hinteren Abdachung mit 
einer breiten, aber flachen Grube versehen, in die sich der weit hervorragende 
Hinterleib legt. Der Kopftheil durch deutliche, bis oben hinaufreichende Seiten- 
furchen begrenzt und der Clypeus nur halb so hoch als der Durchmesser eines 
vorderen Mittelauges. 

Von vorn gesehen erscheint die vordere Augenreihe durch Tieferstehen 
der Mittelaugen recht stark nach unten gebogen, die obere Augenreihe dagegen, 
von oben betrachtet, gerade. Die beiden vorderen Mittelaugen, fast dreimal so 
gross als die übrigen gleich grossen, liegen ganz nahe beisammen, etwas mehr 
als um ihren Halbmesser von den Seitenaugen und mehr als um ihren Durch- 
messer von den hinteren Mittelaugen, welche kaum um ihren Durchmesser von 
einander und um das Anderthalbfache desselben von den Seitenaugen entfernt 
sind. Die Seitenaugen sitzen dicht beisammen, ohne jedoch einander zu be- 
rühren, an den Seiten eines kleinen Hügelchens, und die vier Mittelaugen bilden 
ein längeres als breites Viereck, das vorn unbedeutend breiter als hinten ist. 

Die vorn, im oberen Theil, gewölbten Mandibeln etwas länger als die 
Patellen und fast ebenso dick als die Schenkel des ersten Beinpaares. 

Die vorn gerundet-abgestutzten Maxillen sichtlich länger als breit und 
mehr als doppelt so lang als die etwas breitere als lange, vorn stumpf zuge- 
spitzte Lippe. 

Das dreieckige, mässig gewölbte Sternum bedeutend länger als breit. 
Die mässig langen kräftigen Beine haben an Schenkeln, Tibien und 
Metatarsen einige, und oben an der Patelle einen schwachen Stachel, das erste 



Neue Spinnen aus Amerika. 



209 



Paar viermal so lang als der Cephalothorax und das zweite etwas länger als 
das vierte. Der fast um den dritten Theil längere als breite, oben im vorderen 
Theil hoch gewölbte, hinten nach den Spinnwarzen hin sich allmälig zuspitzende 
Hinterleib ist oben mit vier kleinen Höckern versehen. 

Peru: Lechugal. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Tetra gnathinae. 

12. Pachygnatha tristriata C. K. 



Mann. — Totallänge . . 


5 5 mm. 


Abdomen lang . 




. . 3 mm. 


Cephalothorax lang . . 


- 2-7 „ 










. . 2-3 „ 


„ in der Mitte breit . 


• 2-2 , 


Maudibeln 


lang . 




• 1-3 „ 




. 1-2 , 














Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. Fuss 


. . 2-9 


1-0 


2-7 


2-3 


1-2 


= 10-1 mm. 


2. „ 


. . 27 


10 


2-5 


2-2 


11 


= 9-5 „ 


3. „ 


. . 1-8 


0-8 


1-4 


1-3 


0-8 


= 61 „ 


4. „ 


. . 2-2 


0-9 


21 


1-8 


1-0 


= 8-0 „ 



Cephalothorax roth, mit schwarzem schmalem Bande in der Mitte, das 
sich vorn am Kopftheil gabelförmig theilt, an den Seiten auch schwärzlich, 
oder mit undeutlichem dunklem Bande versehen. Mundtheile und Sternum 
ebenfalls roth, Beine gelb, ebenso wie die Palpen, an denen nur der Geschlechts- 
knoten schwärzlichroth gefärbt ist. Der Hinterleib oben an den Seiten gelb, 
in der Mitte mit einem grossen blattförmigen schwarzgesäumten braunen Felde, 
das vorn in der Mitte ein längliches, auch schwarz gesäumtes Band einschliesst. 
In dem hinteren Theil dieses weissen Bandes sieht man noch einen schwarzen 
Strich, der hinten fast bis an die Spinnwarzen reicht. Der Bauch braun, an 
den Seiten fein heller gestrichelt und jederseits mit einem schmalen gelben 
Bande geschmückt. Die Zeichnung und Färbung hat überhaupt grosse Aehnlich- 
keit mit der von P. Clerckii Sund. 

Cephalothorax ungefähr um den vierten Theil länger als breit, vorn mehr 
als halb so breit als hinten in der Mitte zwischen dem zweiten und dritten 
Fusspaare, mässig gewölbt, oben in der Mitte etwas eingedrückt, eine eigent- 
liche Mittelritze nicht vorhanden. Von dieser Mittelgrube laufen einige ganz 
flache Furchen zu den Seitenrändern und der untere Theil der Seiten ist mit 
kleinen Knötchen besetzt. Der ziemlich grosse und breite, auch mit Höckern 
besetzte Kopftheil wird an den Seiten durch deutliche Furchen begrenzt und 
ist, allmälig ansteigend, vorn bedeutend höher als der Brusttheil. Der Clypeus 
fällt senkrecht ab und ist kaum höher als die Area der Augen. 

Die obere Augenreihe ist, von oben betrachtet, gerade, die untere, von 
vorn gesehen, durch Tieferstehen der Mittelaugen ein wenig nach unten gebogen. 
Die vier Mittelaugen, die grösser sind als die Seitenaugen, bilden in ihrem 
äusseren Umrisse ein vollständig regelmässiges Viereck, das vielleicht unbedeutend 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 27 



210 



Eugen Graf Keyserling. 



länger als breit ist. Die beiden vorderen Mittelaugen sind aber einander näher 
gerückt, da sie grösser als die hinteren sind. Ihre Entfernung von einander 
ist kleiner als ihr Durchmesser und die von den vorderen Seitenaugen beträgt 
fast den doppelten Durchmesser. Die hiateren Mittelaugen sitzen um das 
Anderthalbfache ihres Durchmessers von einander und mehr als um das Doppelte 
desselben von den hinteren Seitenaugen. Die Seitenaugen befinden sich auf 
kleinen, an der Basis mit einander verbundenen Hügelchen, kaum um ihren 
Durchmesser von einander entfernt. 

Die stark, gleich von der Basis aus, divergirenden Mandibeln sind be- 
deutend länger als die Patellen und weit stärker als die Schenkel. Der obere 
Falzrand, in den sich die lange, mässig gekrümmte und unten in der Mitte 
mit einem kleinen Vorsprung versehene Klaue legt, hat vorn drei kräftige Zähne, 
hinten, nahe der Basis, zwei bis drei ganz kleine und weiter vorn zwei grössere, 
die aber weiter zurückgerückt stehen. — Die etwas gegen einander geneigten 
Maxillen sind am Aussenrande gerundet, umschliessen die ebenso lange als 
breite, nach vorn zu schmäler werdende und am Ende gerade abgeschnittene 
Lippe zum grossen Theil. — Das Sternum hat eine dreieckige Gestalt, ist an 
den Seiten sehr tief ausgeschnitten, recht stark gewölbt und mit kleinen Höcker- 
chen überstreut. — Beine mässig lang, dünn und fein behaart. Das erste Paar 
3^3 mal so lang als der Cephalothorax. — Der Hinterleib länglich oval, hinten 
und vorn gerundet. — Der Patellartheil der Palpen ist oben ein wenig kugel- 
förmig aufgetrieben und kürzer als der, an der Basis schmale, dann schnell 
breiter werdende und aussen am Ende mit einem kleinen Zähnchen versehene 
Tibialtheil. Der schmale, kürzere, an der Innenseite befindliche Theil der Taster- 
decke besitzt in der Mitte, an der unteren Seite, einen spitzen, schwach ge- 
krümmten Fortsatz. Der Geschlechtsknoten und die vorn an demselben befind- 
lichen Fortsätze sind ähnlich gestaltet wie bei den europäischen Arten. 

Weib. — Totallänge. . . 5*8 mm. Abdomen lang 3-3 mm. 

Cephalothorax lang ... 2 8 „ „ breit 2*4 „ 

„ in der Mitte breit . . 2-2 „ Mandibeln lang'. ... . 13 „ 



„ vorn breit l'S « 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 2 8 1 2-6 2 2 12 = 9 8 mm. 

2. „ ........ 2-6 1 2-3 20 1 1 = 90 „ 

3. „ 1-7 0-8 1-3 1-1 0-8 = 5-7 „ 

4. „ 2-1 0-9 20 1-7 0-9 = 7-6 „ 



Bei dem vorliegenden Exemplar sind der ganz mit kleinen Knötchen 
überstreute Cephalothorax, Mundtheile und Beine ebenso gefärbt. Der ganze 
Hinterleib gelblichgrau, ohne besondere Zeichnung. Die Gestalt des Cephalo- 
thorax und die Stellung der Augen zu einander ist auch dieselbe, die Beine sind 
verhältuissmässig unbedeutend kürzer und die fast ebenso langen als dicken 
Mandibeln divergiren vielleicht etwas weniger. An dem Vorderrande des Falzes, 
in den sich die langen Klauen legen, befinden sich auch drei kräftige Zähnchen, 



Nene Spinnen ans Amerika. 



211 



die aber kleiner als bei dem Manne sind und am Hinterrande am oberen Theil 
3—4, unten in der Nähe des Endes und weiter zurück noch einen. 

Boston. In der Sammlung des Herrn E. Simon ein Männchen und ein 
nicht ganz entwickeltes Weibchen. 

13. Pachygnatha ausfralis ii. sp. 

Mann. — Totallänge . . 28 mm. Abdomen lang 17 mm. 

Cephalothorax lang ... TS „ „ breit 1"3 „ 

„ in der Mitte breit . . 11 „ Mandibeln lang 8 „ 



„ vorn breit 6 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 1-9 0-5 1-8 1-6 10 = 6 8 mm. 

2. „ 1-8 05 1-6 1-4 0-9 = 6-2 „ 

3. „ 1-2 0-4 0-9 1-0 0-6 = 4 1 „ 

4. „ 17 0-4 1-4 1-3 0-8 = 56 „ 



Cephalothorax, Mundtheile, Sternuni und Geschlechtsknoten der Palpen 
roth, Beine und Palpen im Uebrigeu hellgelb, nur das Ende der Glieder oft 
ein wenig dunkler, ebenso auch die Mittelgrube und die Seitenfurchen am Kopf- 
theil des Cephalothorax hell gelblichgrau, oben auf dem Röcken häufig mehrere 
Paar und an den Seiten viele kleine weisse silberglänzende Flecken ; bei einem 
Exemplar oben auf dem vorderen Theil des Rückens zwei grössere, gegen ein- 
ander gekrümmte, braune Flecken und auf dem hinteren mehrere Querbäuder, 
sowie an Seiten und Bauch Spuren von ebenso gefärbten Flecken. 

Der glatte glänzende Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, 
vorn fast mehr als halb so breit als hinten in der Mitte, unbedeutend länger 
als Femur III, ebenso lang als Metatarsus IV. Der von deutlichen Seitenfiirchen 
begrenzte Kopftheil, höher als der mit einer Mittelgrube und mehreren an der 
Seite hiuablaufenden Furchen versehene Brusttheil, ist an den hinteren Mittel- 
augen am höchsten und fällt nach hinten schräg geneigt ab. Sein vorderer, 
ein wenig erhöhter und nach vorn geneigter Theil trägt die vier Mittelaugen. 
Der unterhalb der Augen ein wenig eingedrückte, dann ziemlich senkrecht ab- 
fallende Clypeus, ist ebenso hoch als die Area der Augen. 

Von oben betrachtet erscheint die obere Augenreihe gerade und ebenso 
die untere, von vorn gesehen. Die vier, auf kleinen Hügelchen sitzenden Mittel- 
augen, ein wenig grösser als die auch dicht beisammen an den Seiten eines 
Hügels befindlichen Seitenaugen, bilden ein unbedeutend längeres als breites 
rechtwinkeliges Viereck. Die beiden hinteren Mittelaugen sitzen um ihren Durch- 
messer von einander, unbedeutend weiter von den Seitenaugen und den vorderen 
Mittelaugen, welche auch um ihren Durchmesser von einander und kaum so 
weit von den Seitenaugen entfernt sind. 

Die stark divergirenden Mandibeln, fast doppelt so lang als die Patellen 
und doppelt so dick als die Schenkel des ersten Beinpaares, haben am Hinter- 
rande des Falzes, in den sich die recht lange, gekrümmte und unten in der 

27* 



212 



Eugen Graf Keyserling. 



Mitte mit einem kleinen Vorsprung versehene Klaue legt, einen ziemlich langen, 
schräg nach vorn gerichteten und zwei ganz kleine Zähnchen; am Vorderrande 
nur zwei ganz kleine, von denen der untere ein wenig mehr zurücksteht. 

Die nur unbedeutend gegen einander geneigten , fast doppelt so langen 
als breiten, in ihrer ganzen Länge ziemlich gleich breit bleibenden und vorn 
am Aussenrande gerundeten Maxillen, doppelt so lang als die fast breitere als 
lange, nach vorn zu ein wenig sich verjüngende, am vorderen Ende gerade 
abgestutzte und hinten mit einigen Querfurchen versehene Lippe. — Das glatte 
glänzende, schwach gewölbte, nur wenig längere als breite Sternum hat eine 
dreieckige Gestalt. — Die fein behaarten Beine recht lang und dünn, das erste 
Paar etwas mehr als fünfmal so lang als der Cephalothorax, das zweite etwas 
länger als das vierte. 



Weib. — Totallänge . . 


. 3 mm. 






Cephalothorax lang . . 


. 1-4 „ 










„ in der Mitte breit . 


• 1-2 „ 






„ vorn breit. . . . 


. 0-6 „ 












Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


1. Fuss 


1-9 


0-5 


1-7 


1-6 


ro = 


2. „ 


1-9 


0-5 


1-6 


1-5 


0-9 = 


3. „ 


1-2 


0-4 


ro 


ro 


0-6 = 


4. 


. 1-7 


0-4 


1-4 


13 


0-8 = 



1-7 „ 

0-8 „ 

Summa 

6-7 mm. 

6-4 „ 

4- 6 „ 

5- 6 „ 



Ganz ebenso gestaltet und gefärbt, die Augen in derselben Stellung und 
die Beine verhältnissmässig auch ebenso lang. Die vielleicht unbedeutend 
kürzeren und weniger divergirenden Maxillen haben an dem Falz, in den sich 
die lange gekrümmte Klaue legt, vorn und hinten 3—4 kleine Zähnchen, von 
denen die ersteren ein wenig stärker, aber lange nicht so gross als bei dem 
Manne sind. Am Ende der Palpen sitzt eine ziemlich lange und mässig ge- 
krümmte gezähnte Klaue. 

Peru: Pacasmayo. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Gen. Uloborus W. 
14. TJlohorus collinus ii. sp. (Fig. 12.) 



Weib. — Totallänge . 

Cephalothorax lang 
„ in der Mitte breit 
„ vorn breit . . . 



Fuss 



2-7 mm. 


Abdomen lang . 




1-2 „ 










1-0 „ 


Mandibeln lang . 




0-5 „ 










Fem. 


Fat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


1-6 


0-5 


1-3 


1-3 


0-9 = 


, 10 


0-2 


0-8 


0-7 


0-6 = 


0-8 


0-2 


0-7 


0-6 


0-5 = 


1-3 


0-3 


10 


10 


0-8 = 



2 mm. 

1- 1 . 
0-4 „ 

Summa 

5"6 mm. 

3- 3 „ 

2- 8 „ 

4- 4 « 



Neae Spinnen aus Amerika. 



213 



Der mit hellen anliegenden Härchen bekleidete Cephalothorax dunkel 
rothbraun, der Kopf vorn, der Saum des Hiuterrandes und eine vorspringende 
Ecke in der Mitte desselben gelb, Mandibeln röthlichgelb, Maxillen, Lippe und 
Sternum gelb, letzteres in der hinteren Hälfte dunkelbraun gesäumt, die gelben 
Beine an Schenkeln, Tibien und Metatarsen mit mehreren, mehr oder weniger 
deutlichen, braunen Ringen oder Flecken versehen, Palpen hellgelb. Der gelblich- 
weisse Hinterleib hat an den Seiten einige dunkle Striche, oben auf dem hinteren 
Theil zwei undeutlich begrenzte, bräunliche Längsbänder, die durch einige Quer- 
striche mit einander verbunden werden, auch sind die kleinen Höcker auf dem 
Rücken dunkler gefärbt. 

Cephalothorax nur um den fünften Theil länger als breit, vorn fast mehr 
als halb so breit als etwas vor der Mitte, wo er am breitesten ist, unbedeutend 
kürzer als Tibia I, oben ziemlich hoch gewölbt, vorn an den Augen am höchsten, 
von da nach hinten zu sanft geneigt. Die den Kopftheil begrenzenden Seiten- 
furchen ganz flach und der Clypeus nur halb so hoch als der Durchmesser eines 
vorderen Mittelauges. 

Von oben gesehen erscheinen beide Augenreihen massig nach vorn gebogen 
(recurvae), von vorn betrachtet, die untere ziemlich gerade. Die beiden vorderen 
Mittelaugen, reichlich doppelt so gross als die übrigen ziemlich gleich grossen, 
liegen um ihren Durchmesser von einander, fast mehr als um das Doppelte so 
weit von den Seitenaugen und um das Anderthalbfache desselben von den 
hinteren Mittelaugen, welche mehr als um ihren doppelten Durchmesser von 
einander und nicht ganz so weit von den Seitenaugen entfernt sind. Die hintere 
Augenreihe ein wenig kürzer als die vordere. Die Entfernung der vorderen, 
unbedeutend kleineren Seitenaugen von den hinteren, ist ebenso gross als die 
der vorderen Mittelaugen von den hinteren. Die vier Mittelaugen bilden ein 
unbedeutend längeres als breites Viereck, das vorn schmäler als hinten ist. — 
Die vorn flachen, ein wenig nach hinten gerichteten Mandibeln etwas kürzer 
als die Patellen und nicht ganz so breit als die Schenkel des ersten Beinpaares. 
— Die ebenso langen als breiten, am Aussenrande gerundeten, vorn schräge 
abgestutzten Maxillen sind vorn in der Mitte ein wenig eingedrückt, so dass 
der Vorderrand wulstig erscheint. — Die dreieckige, vorn zugespitzte, ebenso 
lange als breite Lippe etwas mehr als halb so lang als die Maxillen. — Das 
längliche, flache Sternum hat am Rande, gegenüber den Ansatzstellen der Beine, 
geringe Erhöhungen. — Der fast doppelt so lange als breite, vorn gerundete 
Hinterleib ist in der vorderen Hälfte am breitesten und höchsten und läuft nach 
hinten allmälig verjüngt zu. Oben an der höchsten Stelle sitzen vier kleine 
Höckerchen und weiter ein Paar niedrige Querwülste. Der vordere Theil ragt 
ziemlich weit auf den Cephalothorax hinauf. Unten vor den Spinnwarzen ein 
Cribellum. — Die fein behaarten Beine ziemlich lang, das erste Paar fast fünf- 
mal so lang als der Cephalothorax, das vierte Paar länger als das zweite. Ein- 
zelne schwache Stacheln sitzen oben an den Patellen und Tibien, sowie am 
Ende der gekrümmten Metatarsen IV, die mit einem Calamistrum versehen sind. 



214 



Eugen Graf Keyserling. 



Unten an den Tarsen der beiden Hinterpaare befinden sich kurze, stärkere, 
stumpfe Borsten. Am Ende der kurzen Palpen eine kleine Klaue. 

Peru: Montana di Naucho, in einer Höhe von 4000 Fuss. In der Samm- 
lung der Universität Warschau. 

15. Uloborus trilineatus u. sp. (Fig. 13.) 

Mann. — Totallänge. . . 3-2 mm. Abdomen lang 2'2 mm. 

Cephalothorax lang ... 1-2 „ „ breit l'l „ 

„ in der Mitte breit . . M „ Mandibeln lang 3 „ 



„ vorn breit 0"4 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 2 0-6 1-4 1-5 7 = 6-2 mm. 

2. „ 1 0-4 0-7 0-9 5 = 3 5 „ 

3. „ 0-7 0-3 0-4 0-5 0-4 = 2-3 „ 

4. „ 1-0 0-4 0-9 0-8 0-6 = 37 „ 



Cephalothorax schwarzbraun, mit drei gelben Längsbändern, einem über 
der Mitte und einem jederseits ziemlich hoch über dem Seitenrande, Mandibeln 
braun, Maxillen, Lippe und Sternum gelb, mit bräunlichem Anfluge. Die hintereu 
Beinpaare gelb, schwarz geringelt, die beiden Vorderpaare an Schenkeln und 
Patellen unten gelb, oben schwarzbraun, die Endglieder derselben rothbraun, 
die Tibien oben auch dunkler als unten. Die ersten Glieder der Palpen oben 
schwarz gefleckt, das Endglied röthlichgelb. Die Seiten des Abdomens schwärzlich, 
oben über der Mitte des Rückens ein breites, helles, an den Seiten ausgezacktes, 
im hinteren Theil durch mehrere undeutliche Querbänder unterbrochenes Längs- 
band, der Bauch gelb mit schwärzlichem Anfluge. 

Der vorn zugespitzte, hinten gerundete Cephalothorax wenig länger als 
breit, vorn nicht ganz den dritten Theil so breit als in der Mitte zwischen dem 
zweiten und dritten Beinpaar, etwas länger als Femur II oder IV und etwas 
kürzer als Tibia I, oben flach, der ganzen Länge nach ein wenig gewölbt, hinten 
und an den Seiten recht steil gewölbt abfallend, vorn an den Augen ein wenig 
nach vorn gesenkt, die den Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen, so wie die 
etwas hinter der Mitte befindliche Mittelgrube ganz flach und nur wenig bemerk- 
bar. — Beide Augenreihen sehr stark nach vorn gebogen. Die beiden vorderen 
Mittelaugen etwas grösser als die hinteren und diese ein wenig grösser als die 
hinteren Seitenaugen, welche reichlich doppelt so gross als die vorderen sind. 
Die beiden vorderen, an den Ecken eines Vorsprunges sitzenden Mittelaugen 
sind fast um ihren Durchmesser von einander, nicht ganz so weit von den vor- 
deren Seitenaugen und etwas mehr als um diesen von den hinteren Mittelaugen 
entfernt, welche etwas mehr als um ihren Durchmesser von einander und nicht 
ganz um diesen von den hinteren Seitenaugen abliegen. Die auf kleinen Hügel- 
chen sitzenden Seitenaugen liegen in derselben Entfernung von einander als die 
hinteren und vorderen Mittelaugen, welche zusammen ein unbedeutend höheres 
als breites Viereck bilden, welches vorn vielleicht ein wenig schmäler als hinten 



N.'ne Spinnen ans Anierita. 



215 



ist. Die senkrechten, vom Vorsprung, an dem die vorderen Mittelaugen sitzen, 
weit überragten Mandibeln senkrecht abfallend, dünn, vorn flach und kaum halb 
so lang als die vorderen Patellen. — Die nach vorn zu stark erweiterten, ebenso 
langen als breiten, am Ende schräge abgestutzten Maxillon doppelt so lang als 
die ebenso lange als breite, vorn zugespitzte Lippe. — Das weit längere als 
breite, etwas gewölbte Sternum hat eine ovale Gestalt, ist vorn gerade abge- 
schnitten und hinten stumpf zugespitzt. — Abdomen doppelt so lang als breit, 
vorn gerundet, in der vorderen Hälfte am breitesten, läuft hinten, allmälig 
schmäler werdend, ziemlich spitz zu, — Das erste Beinpaar, fünfmal so lang 
lang als der Cephalothorax, ist weit dicker und länger als die übrigen. Ausser 
den feinen Härchen befinden sich an allen Gliedern Stacheln, oben an der 
vorderen Seite der Tibien des ersten Paares sitzen die zahlreichsten. Der 
Tibialtheil der Palpen fast kürzer als der Patellartheil, das Endglied kugel- 
förmig. 

Peru: Lechugal. In der Sammlung der Universität in Warschau ein 
entwickeltes Männchen. 

Gen. Dictyna Sund. 

16. Dictyna vittata ii. sp. (Fig. 14.) 

Weib. — Totallänge . . . 2 8 mm. Abdomen lang 2 mm. 

Cephalothorax lang ... 11 „ „ breit 14 „ 

„ in der Mitte breit . . 9 „ Mandibeln lang 0*5 „ 



„ vorn breit 5 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 1-2 0-3 0-8 0-7 0*4 = 3*4 mm. 

2. „ 1-0 0-3 0-6 0-6 0-4 = 2 9 „ 

3. „ 0-7 0-3 0-4 0-4 03 = 21 „ 

4. „ 0-9 0-3 0-6 0-6 0-3 = 27 „ 



Der weiss behaarte Cephalothorax heller oder dunkler roth, Mundtheile 
und das Sternum dunkelbraun, die Beine rothbräunlich, die Schenkel dunkel- 
braun und ebenso auch wie die anderen Theile des Körpers weiss behaart, die 
Seiten und der Rücken des Hinterleibes schwarzbraun, undeutlich heller ge- 
fleckt und oben in der Mitte mit einem vorn breiten, nach hinten zu allmälig 
schmäler werdenden, ganz hellen Bande versehen, in dem vorn ein länglicher, 
Seitenäste entsendender und hinten oft mehrere kleine, dunkelbraune Flecken 
liegen. Der Bauch meist heller als die Seiten, mit mehreren undeutlichen, 
noch helleren kurzen und schmalen Längsbändern. Das ganze Abdomen ist 
dicht mit kurzen, anliegenden dunkeln und weissen Härchen bekleidet. 

Cephalothorax um den fünften Theil länger als breit, vorn etwas mehr 
als halb so breit als in der Mitte, ungefähr ebenso lang als Femur L Der 
von Seitenfurchen begrenzte, lange, oben sehr hoch gewölbte Kopftheil ist bald 
hinter den Augen am höchsten und fällt nach hinten zu recht stark geneigt 
ab. Der Clypeus ebenso hoch als die Area der Augen. 



216 



Eug^en Graf Keyserling, 



Alle Augen klein und ziemlich gleich gross. Die obere Reihe, von oben 
gesehen, gerade, die untere, von vorn betrachtet, durch Tieferstehen der Mittel- 
augen, unbedeutend nach unten gebogen. Die vorderen Mittelaugen sitzen um 
ihren Radius von den Seitenaugen und unbedeutend weiter von einander und 
den hinteren Mittelaugen, welche etwas mehr als um ihren Durchmesser von 
einander und den Seitenaugen entfernt liegen. Die Seitenaugen sitzen dicht 
beisammen und die vier Mittelaugen bilden ein etwas breiteres als langes Vier- 
eck, das vorn schmäler als hinten ist. — Die in ihrer ganzen Länge aneinander 
schliessenden Mandibeln fast doppelt so lang als die Patellen und oben ein 
wenig dicker als die Schenkel des ersten Beinpaares. — Die mehr als doppelt 
so langen als breiten, massig gegen einander geneigten Maxillen um den dritten 
Theil länger als die längere als breite, nach vorn zu allmälig schmäler werdende 
und am vorderen Ende gerundete Lippe. — Das ziemlich gewölbte Sternum 
etwas länger als breit. — Die Beine nur behaart, nicht bestachelt, das erste 
Paar dreimal so lang als der Cephalothorax und an den Metatarsen des hinteren 
Beinpaares ein Calamistrum. — Der walzenförmige vorn und hinten gerundete 
Hinterleib ist unten vor den Spinnwarzen mit einem in der Mitte nicht ge- 
theilten Cribellum versehen. 

Peru: Montana di Naucho, 8000 Fuss hoch. In der Sammlung der 
Universität in Warschau. 



17. Dictyna foUata n. sp. (Fig. 15.) 



Weib. — Totallänge . . 


. 3-3 mm. 


Abdomen lang . 




2 3 mm. 


Cephalothorax lang . . 


. 1-3 „ 






breit . 




1-7 „ 


„ in der Mitte breit . 


. ro „ 


Mandibeln lang . 




0-6 „ 


„ vorn breit .... 


■ 0-6 „ 














Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. Fuss ....... 


. . 1-3 


0-4 


1-0 


10 


0-6 = 


4 3 mm. 


2. 


1-1 


0-3 


0-8 


0-8 


0-5 = 


3-5 „ 


3. 


0-9 


0-2 


0-6 


0-7 


0-3 = 


2-7 , 


4. „ 


11 


0-3 


0-8 


0-8 


0-4 = 


3-4 „ 



Der an den Seiten schwarz gerandete Cephalothorax dunkelroth, bekleidet 
mit anliegenden weissen Härchen, ebenso die Mundtheile und das Sternum; 
Beine und Palpen röthlichgelb und auch weiss behaart. Das Abdomen in der 
Grundfarbe bräunlichgelb, unten am Bauch ein breites braunes Längsband, oben 
auf dem Rücken, vorn, hinter einander, zwei ebenso gefärbte mit der Spitze 
nach vorn gerichtete Dreiecke und hinten eine blattförmige, undeutliche Zeich- 
nung, deren Umrisse nur deutlicher hervortreten, das Rückengefäss dunkler 
und die Seiten braun. Dieser ganze Körpertheil auch mit anliegenden weissen 
Härchen bedeckt. 

Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, vorn halb so breit 
als hinten zwischen dem zweiten und dritten Beinpaar, ebenso lang als Femur I. 
Der oben der Länge nach gewölbte und ziemlich lange Kopftheil weit höher 



Neno Spinnen ans Amerika. 



217 



als der Brusttheil. Clypeus ebenso hoch als der Durchmesser eines vorderen 
Mittelauges. — Alle Augen ziemlich gleich gross. Die obere Augenreihe ei-- 
scheint, von oben betrachtet, gerade, ebenso die untere, von vorn gesehen. 
Die Augen der unteren Reihe sitzen in gleichen Entfernungen von einander, 
und zwar nicht ganz um ihren Durchmesser, ebenso sind die der oberen Reihe 
auch gleich weit von einander entfernt, aber fast um das Anderthalbfache ihres 
Durchmessers. Die beiden Seitenaugen befinden sich nahe beisammen an den 
Seiten eines gemeinschaftlichen Hügelchens, jedoch ohne einander za berühren. 

Die abwärts gerichteten Mandibeln, um den dritten Theil länger als die 
Patellen und weit dicker als die Schenkel des ersten Beinpaares, sind, vorn im 
oberen Theil, ein wenig gewölbt und jederseits mit einem kurzen, kielförmigen 
Vorsprung versehen, weiter unten flach, bis an das Ende ziemlich gleich breit, 
am Innenrande etwas ausgeschnitten und divergiren nicht. — Mundtheile, 
Sternum, die dünn und fein behaarten Beine und Palpen ganz ebenso wie bei 
den anderen Arten dieser Gattung geformt. — Abdomen länglich oval und recht 
dick. Vor den -Spinnwarzen am Bauche ein Cribellum, und an den Metatarsen 
des hintersten Beinpaares ein Calamistrum. 

Colorado. Ein Exemplar im kaiserlichen Hofcabinet in Wien. 

Gen. Titanoeca Thor. 



18. Titanoeca funesia n. sp. (Fig. 16.) 



Weib. — Totallänge . . 


. 7-3 mm. 


Abdomen lang . 




4*6 mm. 


Cephalothorax lang . . 


. 3-1 , 






breit . 




3-2 „ 


„ in der Mitte breit . 


. 1-9 „ 


Mandibeln lang . 




1-3 „ 


„ vorn breit .... 


• 1-3 . 














Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. Fuss 


2-0 


0-9 


1-7 


1-4 


0-9 = 


6 9 mm. 


2. 


ob 


0-9 


1-5 


1-2 


0-8 = 


6-2 „ 


3. 


1-6 


0-8 


11 


10 


0-6 = 


5-1 . 


4. « 


19 


0-8 


1-6 


1-3 


0-7 = 


6-3 „ 



Cephalothorax rothbraun , Mundtheile ebenso , Sternum fast schwarz, 
Beine gelb, Schenkel braun und die Endglieder auch meist dunkler, Palpen 
ebenso, Hinterleib dunkelbraun oder schwarz, unten übersäet mit ganz kleinen 
gelblichen Pünktchen und bekleidet mit ganz kurzen feinen weissen Härchen. 

Cephalothorax reichlich um den dritten Theil länger als breit, vorn be- 
deutend mehr als halb so breit als in der Mitte, länger als Femur und Patelle I, 
ebenso lang als Tibia und Metatarsus I, oben, bald hinter den Augen, am 
höchsten, zu diesen hin, ebenso wie nach hinten zu, gleichmässig schräge ab- 
fallend. Der im vorderen Theil stark erhabene und gewölbte Kopftheil durch 
Seitenfurchen, die bis oben hinauf reichen, deutlich begrenzt, oben auf dem 
Brusttheile eine ganz feine Mittelritze und an den Seiten desselben einige 
Furchen. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 28 



218 



Eugen Graf Keyserling. 



Von oben gesehen erscheint die obere Augenreihe gerade, die untere da- 
gegen, von vorn betrachtet, durch Tieferstehen der Seitenaugen ein wenig nach 
oben gebogen. Die an einem kleinen Vorsprunge der Stirn gelegenen vorderen 
Mittelaugen sind fast um das Anderthalbfache ihres Durchmessers von einander, 
ebenso weit von den hinteren Mittelaugen und dem Stirnrande, mehr als um 
das Zweifache dieses von den fast dreimal so grossen Seitenaugen entfernt. 
Die hinteren Mittelaugen liegen um ihren doppelten Durchmesser von einander 
und um ihren dreifachen von den ebenso grossen hinteren Seitenaugen, welche 
mehr als um ihren Radius von den etwas grösseren vorderen entfernt sind. 
Die vier Mittelaugen bilden ein sichtlich breiteres als hohes Viereck, das vorn 
weit schmäler als hinten ist. — Die vorn stark gewölbten, der Quere nach fein 
gerunzelten und etwas nach vorn geneigten Mandibeln um die Hälfte länger 
als die Patellen und weit dicker als die Schenkel des ersten Fusspaares. — 
Maxillen, reichlich doppelt so lang als breit, vorn gerundet, einander ziemlich 
parallel und an den Aussenseiten ganz leicht ausgeschnitten. — Die längere 
als breite, vorn gerundete Lippe fast um den dritten Theil kürzer als die Maxillen. 

— Das mässig gewölbte, etwas längere als breite Sternum hat eine herzförmige 
Gestalt. — Die dünn behaarten Beine bieten nichts Besonderes, das erste Paar 
wenig mehr als zweimal so lang als der Cephalothorax und das wenig kürzere 
zweite Paar ebenso lang als das vierte. Am End« der Tarsen befinden sich drei 
Klauen, am Ende der kurzen und dicken Palpen eine. Von Stacheln bemerkt 
man nur am Ende der Metatarsen ein Paar ganz kleine, besonders an denen 
des vierten Paares, die oben mit einem Calamistrum versehen sind. — Das kurz 
aber ziemlich dicht behaarte Abdomen hat eine länglich ovale Gestalt. Das 
Cribellum in der Mitte getheilt, die vier grossen Spinnwarzen gleich lang und 
eingliederig. 

Peru: Naucho, in der Höhe von 1000 Fuss. Ein Paar Weibchen in der 
Sammlung der Universität in Warschau. 

Dysderoidae. 

Segestrioides nov. gen. 

Cephalothorax bedeutend länger als breit, oben sehr flach, Mittelgrube 
weit hinten, Seitenfurchen am Kopfe deutlich vorhanden, Clypeus mindestens 
halb so hoch als die Mandibeln lang. — Sechs Augen. Die vier vordersten in 
ziemlich gerader Reihe, hoch über dem Stirnrande, die beiden hintersten hinter 
den Seitenaugen der ersten Reihe. — Mandibeln vorn wenig gewölbt, senkrecht 
und nur wenig divergirend. — Maxillen lang, nach vorn zu schmäler werdend 
und um die Lippe gebogen, vorn fast einander berührend. — Lippe weit länger 
als breit und nur wenig kürzer als die Maxillen. — Sternum bedeutend länger 
als breit und ziemlich gewölbt. — Beine fein behaart, mässig lang, 1. 4. 2. 3. 

— Palpen kurz und das Endglied der weiblichen ohne Klaue. — Abdomen 
länglich oval. Zwei Tracheenöffnungen vorn an jeder Seite des Bauches. 



Neue Spinnen aus Amerika. 



219 



Diese Gattung weicht wesentlich ab von Segestria durch die vorn um 
die Lippe gekrümmten Maxillen, ähnlich wie bei Scytodes, den ganz flachen 
Cephalothorax, die hoch über dem Stirnraude sitzenden Augen und die stachel- 
loseu Beine. 

19. Segestvioides bicolor, 

Weib. — Totallänge ... 8 mm. Abdomen lang 4'3 mm. 

Cephalothorax lang ... 4*0 „ „ breit 2'4 „ 

„ in der Mitte breit . . 2 3 „ Mandibeln lang Tl „ 



„ vorn breit 1'3 „ 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 3-6 1-2 31 2-8 1*4 = 12-1 mm. 

2. „ 3-2 11 2-6 2-3 1-2 = 10*4 „ 

3. „ 2-4 10 1-9 2-0 ro = 8-3 „ 

4. „ 3-6 1-2 2-7 2-7 1-2 = 11-4 „ 



Cephalothorax roth, die Seitenränder desselben schmal schwarz gesäumt, 
auf dem Kopftheil zwei schwarze Längsstriche, welche, von der Mittelgrube be- 
ginnend, bis an die Seitenaugen reichen und kurz vor denselben einen Seiten- 
ast zu den Mittelaugen entsenden. Vorn in der Mitte des Clypeus ein ovaler 
schwarzer Ring und auf dem Brusttheil mehrere, von den Mittelaugen nach 
hinten und zu den Seitenrändern laufende, schwarze Striche. Mandibeln, Palpen 
und Beine roth, Sternum dunkelbraun, Maxillen und Lippe roth mit schwärz- 
lichem Anfluge. Abdomen schwarz, auf dem Rücken desselben einige undeut- 
liche, gegen einander gestellte, kurze Strichel, an den Seiten und am Bauche 
undeutliche gelbliche Flecken, Spinnwarzen schmutzig gelb. 

Der lange und schmale Cephalothorax um den dritten Theil länger als 
breit, vorn mehr als halb so breit als in der Mitte, länger als Femur I, etwas 
kürzer als Patelle und Tibia I, oben ganz flach, der sehr lange Kopftheil durch 
recht tiefe Seitenfurchen begrenzt, die oben bis in die, weit hinten gelegene, 
runde und breite Mittelgrube reichen. Der ein wenig nach vorn geneigte und 
etwas gewölbte Clypeus reichlich halb so hoch als die Mandibeln und minde- 
stens vier- bis fünfmal so hoch als der Durchmesser eines Auges. 

Alle sechs Augen ziemlich gleich gross, höchstens die beiden hinteren 
Seitenaugen etwas kleiner als die übrigen. Die vier vorderen Augen bilden 
eine ziemlich gerade nur unbedeutend nach vorn gebogene (recurva) Reihe, die 
beiden ovalen Mittelaugen derselben, an den Seiten eines ganz niedrigen Hügel- 
chens gelegen, sind von einander höchstens um ihren halben Radius und von 
den Seitenaugen kaum mehr als um ihren Durchmesser entfernt. Die Augen 
der hinteren Reihe sitzen in gerader Linie hinter den vorderen Seitenaugen am 
hinteren Ende einer etwas gekrümmten Wulst, an deren vorderem die der 
vorderen Reihe sich befinden und sind von ihnen nicht ganz um ihren Durch- 
messer entfernt. 

Die kräftigen, im oberen Theil nur unbedeutend gewölbten, nach unten 
zu dünner werdenden und ein wenig divergirenden, senkrecht abwärts gerichteten 

28- 



220 



Eugen Graf Keyserling. 



Mandibelri fast ebenso lang als die Patellen und kaum dünner als die Schenkel 
des ersten Beinpaares. Die Endklaue kräftig aber nicht lang. — Die recht 
langen, nach vorn zu schmäler werdenden, um die Lippe gekrümmten und sich 
vor derselben fast berührenden Maxillen nur wenig länger als die bedeutend 
längere als breite, vorn stumpf zugespitzte, in der hinteren Hälfte jederseits 
ausgeschnittene und vom Sternum deutlich getrennte Lippe. — Das massig 
gewölbte, um den dritten Theil längere als breite, vorn leicht gerundete, in 
der hinteren Hälfte nur wenig breiter werdende und hinten stumpf zugespitzte 
Sternum hat hinten, jederseits am Rande, ein Paar wenig bemerkbare Höckerchen. 

Palpen kurz, die beiden Endglieder fast dicker als die anderen. Der 
Tibialtheil ein wenig gekrümmt, cylin der förmig und nur um die Hälfte länger 
als der Patellartheil; das Endglied fast länger als der Femur, auch cylinder- 
förmig, am Ende fast gerade abgestutzt mit ganz kurzer stumpfer Spitze und 
ohne Endklaue. — Die nur mit feinen, zum Theil ziemlich langen Härchen 
bekleideten Beine kräftig, aber mässig lang, das erste Paar, als das längste, 
dreimal so lang als der Cephalothorax, das vierte wenig kürzer. Die Tarsen 
derselben sind mit drei Klauen versehen, von denen die beiden oberen, recht 
langen, schwach gekrümmten, mit zahlreichen, die kleine untere, stark gekrümmte, 
nur mit einem Zähnchen bewehrt ist. Die Zähnchen an den Klauen des hinter- 
sten Fusspaares sind weniger zahlreich. — Das längliche, vorn und hinten 
gerundete Abdomen ist fast doppelt so lang als breit; die Spinnwarzen kurz, 
die vier äusseren gleich lang; die beiden oberen aber deutlich zweigliederig und 
die beiden inneren, wie es scheint, zwischen diesen letzteren gelegen. 

Peru: San Mateo, 10.000 Fuss hoch gelegen. Ein Exemplar in der 
Sammlung der Universität in Warschau. 

Gen. Oonops Tempi. 

20. Oonops planus n. sp. (Fig. 17.) 

Weib: Länge des Cephalothorax 0"9 mm., des Abdomens 14 mm. 

Cephalothorax, Mundtheile, Sternum, sowie das Rücken- und Bauchschild 
des Hinterleibes gelblichroth, die Haut zwischen den beiden Schilden hellgelb, 
Beine und Palpen bräunlichgelb. 

Der ganz fein geriefelte Cephalothorax um den fünften Theil ungefähr 
länger als breit, in den Seiten gerundet, vorn sehr schmal, hinten ziemlich 
gerade abgestutzt, oben mässig hoch, etwas hinter der Mitte am höchsten, von 
da zu den Augen hin sanft gewölbt abfallend, hinten recht steil und ein wenig 
ausgehöhlt. Seitenfurchen und Mittelritze fehlen ganz. — Die obere Augenreihe 
so stark nach vorn gebogen, dass eine am hinteren Rande der Mittelaugen 
gezogene Linie die beiden Seitenaugen fast in der Mitte durchschneiden würde. 
Alle Augen ziemlich gleich gross, die beiden ovalen Mittelaugen ganz dicht 
beisammen und die hinteren Seitenaugen in geringer Entfernung von ihnen. 
Die beiden vorderen Augen liegen etwas mehr als um ihren Durchmesser von 



Nene Spinneu ans Amerika. 



221 



einander, von den Mittelaugen und Seitenaugen der hinteren Reihe ebenso weit, 
als letztere von den Mittelaugen, vom Stirnrande kaum mehr als um ihren 
halben Radius. — Die vorn der Länge nach nicht gewölbten Mandibeln ebenso lang 
als die Patellen und nicht dicker als die Tibien des ersten Beinpaares. — Lippe 
und Maxillen ebenso gestaltet, wie bei den anderen Arten. Das glänzende, 
platte, mit ganz kleinen Grübchen, besonders an den Seiten, überstreute Ster- 
uum erhebt sich an den Rändern recht steil gewölbt, bildet aber keinen scharfen 
Rand und ist oben recht flach ohne bemerkbare Furchen oder Erhöhungen. — 
Beine fein behaart, ganz ohne Stacheln, das vierte Paar das längste, Tibia I 
länger als der Metatarsus, Tibia IV ungefähr ebenso lang als der Metatarsus. 
— Bauch und Rücken werden ganz, von je einem flach gewölbten, dicht mit 
Grübchen überstreuten Schilde bedeckt, die beide hinten bis zu den, auch von 
einem Ringe umgebenen Spinnwarzen reichen und durch eine faltige dünnere 
Haut mit einander verbunden sind. Das obere Schild ist etwas breiter, länger 
und stärker gewölbt als das untere, auch sind die Grübchen auf demselben ein 
wenig tiefer. 

Peru: Montana di Naucho, 8000 Fuss hoch. In der Sammlung der Uni- 
versität in Warschau. Diese Art ist vielleicht das Weib zu 0. cupidus Keys. 
(Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Wien, 1881, p. 299.) 



Weib: Länge des Cephalothorax 09 mm., des Abdomens 12 mm. 

Dieses vorliegende Thier hat die grösste Aehnlichkeit mit 0. gluhosus 
Keys. (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Wien, 1877, p. 233, Taf. VII, Fig. 6.) Der 
den vorderen Theil des Abdomens bedeckende Chitinschild reicht unten auch 
nur etwas hinter die Epigyne und sein hinterer Rand ist von den Spinnwarzen 
doppelt so weit entfernt als von dieser. Ebenso ist die Gestalt und Stellung 
der Augen, sowie die des ziemlich platten Sternums und die Bestachelung der 
Beine ganz dieselbe, nur die Gestalt der Epigyne weicht wesentlich ab, wie die 
Abbildung zeigt. 

Peru: Montana di Naucho, in einer Höhe von 8000 Fuss. In der Samm- 
lung der Universität in Warschau. 



21. Donops montanus n. sp. (Fig. 18.) 



Filistatoidae. 



Gen. Filistata Latrl. 



22. Jb'ilistata hrevipes n. sp. 



Weib. — Totallänge . . 

Cephalothorax lang . . 

„ in der Mitte breit . 

„ vorn breit . . . . 



3-7 mm. 



13 „ 
1-0 „ 
0-4 „ 



Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 




222 Eugen Graf Keyserling. 

Fem. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss l'l 0-3 ro 0-8 0-6 = S'S mm. 

2. „ 0-9 0-3 0-7 0-6 0-4 = 2-9 „ 

3. „ 08 0-2 0-5 0-5 04 = 2-4 „ 

4. „ 1-0 0-3 0-8 0-7 0-5 = 3*3 „ 



Cephalothorax röthlichgelb, oben auf dem Kopftheil ein länglicher, hinten 
gerundeter, von den Augen bis ungefähr zur Mitte des Cephalothorax reichender 
brauner oder schwarzer Fleck, von dem aus strahlenartige, ebenso gefärbte 
Linien nach hinten und den Seiten laufen, die sich etwas über dem, auch 
dunkel gesäumten, Kande vereinigen und so ein undeutliches Band bilden, das 
rings um den Cephalothorax läuft. Der auch braune Clypeus hat in der Mitte 
einen runden hellen Fleck. Mundtheile und Sternum röthlichgelb, letzteres 
dunkelbraun gesäumt und bräunlich angeflogen. Palpen und Beine gelb, die 
ersteren an den Endgliedern dunkler, die letzteren an allen Gliedern, mit Aus- 
nahme der Tarsen, mit zwei, mehr oder weniger deutlichen, braunen Eingen 
versehen. Der Hinterleib dunkelbraun oder fast schwarz, der Bauch gelb mit 
breitem braunem Längsbande, das hinten die gelben Spinnwarzen umschliesst. 

Cephalothorax um den vierten Theil länger als breit, ebenso lang als 
Patella und Tibia I, vorn gerundet zugespitzt, hinten breit gerundet, oben ganz 
flach gewölbt, und von den Augen bis zu dem Endviertheil gleich hoch. Den 
Kopf begrenzende Seitenfurchen nicht vorhanden und der schräge nach vorn 
geneigte Clypeus reichlich doppelt so lang als die Area der Augen. — Die 
dicht gedrängt auf einer kleinen Erhöhung befindlichen Augen bilden zwei, von 
oben gesehen, gerade Eeihen, dagegen von vorn betrachtet erscheint die vordere, 
durch Tieferstehen der Seitenaugen, so stark gebogen, dass eine über dem 
oberen Rande derselben gezogene Linie die Mittelaugen in der Mitte durch- 
schneiden würde. Die hinteren Mittelaugen unbedeutend kleiner als die ovalen 
hinteren Seitenaugen und diese kleiner als die runden, dunkel gefärbten vor- 
deren Mittelaugen , die wiederum ein wenig kleiner sind als die vorderen 
Seitenaugen. Die Augen der vorderen, etwas breiteren Reihe, sitzen ganz nahe 
beisammen, ohne jedoch einander zu berühren, von den Seitenaugen aber viel- 
leicht ein wenig weiter als von einander. Die hinteren Mittelaugen liegen ganz 
nahe den Seitenaugen, reichlich um ihren doppelten Durchmesser von einander 
und nicht ganz um diesen von den vorderen Mittelaugen. Die Entfernung der 
hinteren Seitenaugen von den vorderen ist ebenso gering als die von den hinteren 
Mittelaugen. — Die vorn nicht gewölbten, senkrecht abwärts gerichteten Man- 
dibeln kürzer als die Patellen und kaum so dick als die Tibien des ersten 
Beinpaares. — Maxillen, an deren äusserem Ende die Palpen sitzen, ragen nach 
Innen mit einer Spitze und umschliessen so vollständig die vorn zugespitzte, 
hinten beiderseits stark eingeschnürte Lippe, welche vollständig verwachsen ist 
mit dem fast runden, nur hinten mit einer kleinen Spitze versehenen, ganz 
flachen Sternum. — Beine kurz und ziemlich dick, alle fein behaart, unten mit 
langen und dichter stehenden Härchen, ebenso wie die Palpen, besetzt. Das 
erste Paar nur dreimal so lang als der Cephalothorax, das vierte länger als das 



Nene Spinnpn aus Amerika. 



223 



zweite. Am Ende der Tarsen, wie es scheint, drei kurze gezähnte Klauen. Die 
Palpen auch sehr kurz, dick und ebenso die Endklaue an denselben. — Der 
walzenförmige, fast doppelt so lange als breite, vorn und hinten gerundete 
Hinterleib ist dünn behaart. Die vier kurzen, eingliederigen, gleich langen, 
äusseren Spinnwarzen stehen gegen einander geneigt und werden vom hinteren 
Theil des Abdomens so weit überragt, dass sie fast in der Mitte des Bauches 
zu liegen scheinen. Das mittlere Paar ist ganz klein und vor den beiden vor- 
deren liegt ein Cribellum, ein Calamistrum ist an dem hinteren Beinpaar nicht 
zu bemerken. 

Peru. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Thomisoidae. 

Gen. Synema E. Sim. 

23. Synema latispina n. sp. (Fig. 19.) 

Mann. — Totallänge ... 2*5 mm. Abdomen lang 16 mm 

Cephalothorax lang ... TS „ „ breit 1'4 „ 

„ in der Mitte breit . . 1*3 „ Mandibeln lang 0'4 „ 



„ vorn breit 0'9 „ 

Fora. Pat. Tib. Metat. Tar. Summa 

1. Fuss 1 1 0-6 0-9 0-7 07 = 4 mm. 

2. , 1-2 0-6 1-0 0-8 0-7 = 4-3 „ 

3. „ 0-8 0-3 0-6 0-5 0*4 = 2-6 „ 

A. „ 0-8 0-3 0-6 0-5 0-4 = 2-6 „ 



Cephalothorax röthlichgelb, rings am Rande, ziemlich weit hinauf, braun, 
zwischen den Augen und oben in der Mitte des Rückens heller, Mundtheile auch 
röthlichgelb, das Sternum und die beiden hinteren Beinpaare, sowie die Palpen 
hellgelb, die beiden Vorderpaare rothbraun und nur die Tarsen, sowie die End- 
hälfte der Metatarsen gelb. Der an den Seiten schwarz gestrichelte Cephalo- 
thorax gelb, und zwar oben ein wenig dunkler als unten. Am Vorderrande 
desselben ein weisses schmales Band, das sich noch ein Stück an den Seiten 
hinzieht, hinten ein schmales schwarzes Querband, oben drei, im Dreieck stehende, 
dunkler gefärbte Grübchen und einzelne schwarze Borstenhärchen. 

Cephalothorax ebenso lang als breit, vorn so breit als in der Mitte, 
länger als Femur I und auch bedeutend länger als Tibia II, oben mässig hoch 
gewölbt, etwas hinter der Mitte am höchsten, von da zu den Augen sanft, zum 
Hinterrande stärker geneigt, vorn an der Stirn und auch oben mit einzelnen 
Borstenhaaren besetzt. Die den Kopftheil begrenzenden Seitenfurchen ganz flach 
und der Clypeus etwas höher als der Durchmesser eines vorderen Mittelauges. 

Von oben gesehen erscheinen beide Augenreihen nach vorn gebogen 
(recurvae), die hintere aber bedeutend stärker als die vordere. Die beiden 



224 



fingen Graf Keyserling. 



hinteren Mittelaugen ganz klein, kaum halb so gross als die vorderen oder die 
hinteren Seitenaugen, und diese nur halb so gross als die vorderen Seitenaugen. 
Die beiden vorderen Mittelaugen sitzen um das Dreifache ihres Durchmessers 
von einander, um das Doppelte desselben von den Seitenaugen und ein wenig 
weiter von den hinteren Mittelaugen, welche von den hinteren Seitenaugen ein 
wenig weiter als von einander entfernt sind. Die vier Mittelaugen bilden ein 
sichtlich breiteres als langes rechtwinkeliges Viereck. — Mundtheile und Sternum 
ebenso gestaltet wie bei den anderen Arten. — Die beiden vorderen Beinpaare 
sehr kräftig und die gekrümmten Tibien derselben, sowie die Schenkel sehr 
dick, das zweite Paar, als das längste, mehr als dreimal so lang als der Cephalo- 
thorax. Alle reichlich mit starken Stacheln besetzt, oben an Patellen und 
Tibien der beiden Vorderpaare je ein blattförmiger und am Ende in eine feine 
Spitze auslaufender grosser Dorn. 

Am Ende des kurzen Tibialtheils der Palpen, welcher ebenso lang als 
der Patellartheil ist, sitzt kein Dorn oder Fortsatz wie bei den anderen Arten. 
— Das flache, vorn gerade abgestutzte, hinten stumpf zugespitzte Abdomen ist 
wenig länger als breit. 

Weib (unentwickelt): 
Totallänge 2*9 mm. 



Cephalothorax lang ... 1*2 
„ in der Mitte breit . . I S 
„ vorn breit .... 0*9 



Abdomen lang 
„ breit 
Mandibeln lang 



1-7 mm. 
1-7 „ 
0-4 „ 





Fem. 


Pat. 


Tib. 


Metat. 


Tar. 


Summa 


1. Fuss 


.... 10 


0-5 


0-7 


0-6 


0-5 = 


3-3 mm. 


2. „ 


.... 11 


0-5 


0-7 


0-6 


0-6 = 


3-5 „ 


3. „ 


.... 0-7 


0-3 


0-5 


0-4 


0-4 = 


2-3 „ 


4. „ 


.... 0-7 


0-3 


0-5 


0-4 


0-4 = 


2-3 „ 



Ganz ebenso gefärbt, nur die beiden vorderen Beinpaare roth und der 
Cephalothorax an den Seitenrändern ganz schmal schwarz gesäumt. Die Stacheln 
an den verhältnissmässig kürzeren Beinen weniger zahlreich, die blattförmigen 
grossen Dornen an Patellen und Tibien der Vorderpaare aber auch vorhanden. 
Das schwarze Band hinten auf dem Abdomen breiter. 

Peru: Tumbez. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Gen. Tmarus E. Sim. 



24. Tmarus decoloratus n. sp. (Fig. 20.) 



Weib. — Totallänge. . . 6-5 mm. 

Cephalothorax lang ... 2*2 „ 

„ in der Mitte breit . . 2*1 „ 

„ vorn breit 1*1 



Abdomen lang 4 5 mm. 

„ breit 3*4 „ 

Mandibeln lang 1*0 „ 







Neue Spinoen 


aus Amerika. 






225 






Fem. 


Pat, 


Tib. 


Metat, 


Tar. 


Summa 


1. 




30 


10 


2-6 


1-8 


11 = 


9 5 mm. 


2. 




30 


10 


2-5 


1-7 


11 = 


9-3 „ 


3. 




1-9 


0-8 


1-7 


10 


0-9 = 


6-3 „ 


4. 




2-1 


0-8 


1-7 


10 


0-9 = 


6-5 „ 



Ceplialothorax an den Seiten, Aveit hinauf, rothbräunlich gestrichelt und 
gefleckt, vorn an der Stirn und oben auf dem Kopftheil ein hinten spitz zu- 
laufendes Feld weiss. Sämmtliche Borstenhärchen an der Basis mit einem 
rothen Fleck umgeben. Die hintere Abdachung einfach gelb, die Mandibeln 
vorn weiss, bräunlich und roth gefleckt, Lippe, Maxillen Sternum, Palpen und 
Beine gelb, die beiden letzteren dicht überstreut mit kleinen rothen Flecken. 
Auf dem hellgrauen, unten am Bauch mit einem dunkleren Längsbande ver- 
sehenen Abdomen ist die Zeichnung ganz verwischt und sind nur noch hie 
und da kleine runde dunkle Pünktchen bemerkbar, auf denen Härchen sitzen. 

Cephalothorax kaum länger als breit, vorn etwas mehr als halb so breit 
als in der Mitte, ungefähr ebenso lang als Femur I, oben recht hoch gewölbt, 
in der Mitte am höchsten, nach hinten stärker als zu den Augen hin geneigt. 
Der schräge abfallende Clypeus fast höher als die Area der Augen. — Von 
oben gesehen erscheint die obere Augenreihe stark nach vorn gebogen (recurva), 
die vordere gerade oder nur wenig gebogen. Die vier Seitenaugen ziemlich 
gleich gross und reichlich doppelt so gross als die hinteren Mittelaugen, diese 
mehr als doppelt so gross als die vorderen, welche um ihren doppelten Durch- 
messer von einander und von den Seitenaugen, von den hinteren Mittelaugen 
aber fast doppelt so weit entfernt stehen. Die hinteren Mittelaugen liegen von 
einander nicht ganz so weit als von den hinteren Seitenaugen, welche von den 
vorderen ebenso weit entfernt sind, als die vorderen von den hinteren Mittel- 
augen. Die vier Mittelaugen bilden ein ebenso hohes als breites Viereck, das 
vorn weit schmäler als hinten ist. — Mundtheile und Sternum ebenso ge- 
staltet wie bei den anderen Arten dieser Gattung. Beine mässig lang aber 
kräftig, alle ausser den Stacheln mit ganz feinen weissen Härchen und dunklen 
Borsten bekleidet. Das erste Paar, als das längste, fast 4^/2 mal so lang als 
der Cephalothorax. Die Bestachelung folgendermassen: 

1. Fuss: Femur oben 2, vorn 3, hinten 2; Patella einige stärkere Borsten; 

Tibia unten 2. 1. 2., vorn 1, hinten 2 und oben 1 — 2; Metatarsus unten 
2. 2. 1. 2 und jederseits 1—2. 

2. Fuss ungefähr ebenso, nur einige weniger. 

3. und 4. Fuss haben auch an allen Gliedern Stacheln, die aber weniger regel- 

mässig gestellt sind. 

Der bedeutend längere als breite Hinterleib nimmt nach hinten allmälig 
an Höhe und Breite zu und endet oben in einen runden Höcker. Betrachtet man 
denselben von der Seite, so bemerkt man vorn und in der Mitte auf dem Rücken 
je ein Paar ganz niedriger Höckerchen. Die Spinnwarzen sitzen unten am Ende. 

Peru: Tumbez. In der Sammlung der Universität in Warschau. 



Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 



29 



226 



Eugen Graf Keyserling. Neue Spinnen aus Amerika. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XV. 

Seite 

Fig. 1. Epeira Lechugälensis n. sp., Epigyne 195 

„ 2. „ electa n. sp., männliche Palpe, von oben 196 

„ S. „ erratica n. sp., Epigyne 197 

„ 4. „ elinguis n. sp., Epigyne 198 

„ b. „ lamentaria n. sp., Epigyne 199 

„ 6. „ famulatoria n. sp., Epigyne 201 

„ 7. „ zelotypa n. sp., Epigyne 202 

^ 8. „ simplicissima n. sp., Epigyne 203 

„ 9. Meta monticola n. sp., Epigyne, a männliche Palpe 204 

„ 10. „ minuta n. sp., Epigyne 206 

, 11. „ quadrituberculata n. sp 207 

„ 12. Ulohorus collinus n. sp., Epigyne, a Abdomen, von der Seite . . 212 

„13. „ trilineatus n. sp., männliche Palpe 214 

„ 14. Dictyna vittata n. sp , Epigyne 215 

„ 15. „ foliata n. sp , Epigyne 216 

„ 16. Titanoeca funesta n. sp., Epigyne 217 

„ 17. Oonops planus n. sp., Epigyne 220 

„ 18. „ montanus n. sp., Epigyne 221 

„ 19. Synema latispina n. sp., männliche Palpe . 228 

„ 20. Tmarus decoloratus n. sp., Epigyne 224 



227 



Revision der paläarktischen Psylloden in Hinsicht auf 
Systematik und Synonymie. 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 



(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 5. April 1882.) 

Obgleich zur Aufklärung jener Psylloden -Arten, von welchen nur kurze, 
zu ihrer Wiedererkennung völlig ungenügende Beschreibungen existiren, schon 
durch Flor, Puton, Scott u. A. Vieles beigetragen wurde, und auch ich so- 
wohl durch Züchtung von Psylloden als durch Untersuchung und Vergleichung 
von Typen wiederholt in die Lage kam, genauere Kenntniss über schlecht ge- 
kannte, oder dubiose Arten verbreiten und synonymische Mittheilungen machen 
zu können, so blieben doch fast alle von Hartig und Rudow aufgestellten 
und mehrere der von Zetterstedt, Förster und Meyer-Dür als neu be- 
schriebenen Arten bisher immer noch räthsel- oder zweifelhaft. 

Die richtige Deutung der von Hartig und Rudow aufgestellten Psylloden- 
Arten wird aller Wahrscheinlichkeit nach wohl nie mehr gelingen, weil die Typen 
derselben zu Grunde gegangen sind, und nach den überaus kurzen und mangel- 
haften Beschreibungen, welche diese beiden Autoren von ihren neuen Arten 
geliefert haben, ein sicheres Wiedererkennen derselben ganz unmöglich ist. 

Anders verhält es sich mit den Zetterstedt'schen Arten. Von diesen 
existiren die Typen und werden im naturhistorischen Museum zu Lund, an der 
Stätte, wo Zetterstedt thätig war, aufbewahrt. Da ich es zum Behufe einer 
richtigen Beurtheilung dieser Arten für nothwendig erachtete, die Typen der- 
selben selbst untersuchen und vergleichen zu können, so wandte ich mich 
brieflich an Herrn C. G. Thomson, den Gustos des erwähnten Museums, um 
diese Typen zur Ansicht zu erhalten. Thomson schrieb mir jedoch am 13. No- 
vember 1877, dass er meinem Ansuchen jetzt nicht willfahren könne, weil er 
eben selbst im Begriffe sei, die skandinavischen Psylloden zu bearbeiten. Als 
nun zu Anfang des Jahres 1878 Thomson's bezügliche Publication ') erschien, 



1) C. G. Thomson, öfversigt af Skandinaviens Chermes-arter (Opusc. entom. Fase. VITT, 
p. 820—841). 

29* 



228 



Franz L5w. 



glaubte ich micli der Erwartung hingeben zu können, in ihr die Zetterstedt- 
schen Arten nicht allein richtig gedeutet, sondern auch ausführlich beschrieben 
7,u finden. Ich wurde aber enttäuscht, denn Thomson hat dieser Erwartung 
in keiner Kichtung entsprochen; im Gegentheile er brachte dadurch, dass er 
sich ohne die nöthigen Vorstudien an eine solche Arbeit wagte, auf einzelne, 
oft nur weibliche Exemplare u"nd auf blosse Färbungsunterschiede hin neue 
Speeles aufstellte und mehrere der Arten Linne's, Zetterstedt's, Förster's 
und Flor 's augenscheinlich ganz willkürlich deutete, nur noch mehr Verwirrung 
in die Kenntniss dieser Insectenfamilie. Unter diesen Umständen war es um 
so erfreulicher, dass ein durch seine hemipterologischen Arbeiten bestens be- 
kannter, nordischer Forscher, Dr. 0. M. Eeuter, in seiner jüngsten Publication 
über Psylloden ^) über die meisten der bis dahin noch nicht hinlänglich bekannt 
gewesenen nordischen Arten genügende und verlässliche Aufklärungen gab, so 
dass nunmehr fast alle aus dem Norden Europas beschriebenen Arten richtig 
wiedererkannt werden können. 

Was die F örst er 'sehen und Mey er- Dür' sehen Arten anbelangt, so 
war ich wohl schon früher in der Lage, über mehrere derselben Aufklärungen 
geben zu können.^) Es blieben aber doch noch viele bisher unaufgeklärt, weil 
deren Typen nicht untersucht werden konnten. Durch die eifrigen Bemühungen 
und durch das freundliche Entgegenkommen des Herrn Custos A. Rogenhofer 
wurde mir nun endlich die erfreuliche Gelegenheit geboten, die Typen aller 
von Förster und Meyer-Dür beschriebenen Arten, sowie auch noch einige 
typische Exemplare von Arten anderer Autoren untersuchen und vergleichen zu 
können. 

Die Eesultate, welche ich hiedurch erzielt habe, machen es mir möglich, 
wieder einige weitere Beiträge zur genaueren Kenntniss der Arten zu liefern. 
Da ich aber schon lange die Absicht hatte, alle theils von mir, theils von Andern 
in Bezug auf Synonymie und Systematik gemachten Angaben, welche in der 
Literatur zerstreut und daher nur mit Mühe und Zeitverlust aufzufinden sind, 
in einem Gesammtbilde zu vereinigen, so halte ich es für zweckmässiger, meine 
oberwähnten neuen Untersuchungsresultate , anstatt sie in einer separaten 
Publication zu veröffentlichen, mit dem, was über die Synonymie und Syste- 
matik der verschiedenen Arten bereits bekannt ist, vereint in übersichtlicher 
Weise zusammenzustellen. Ich gebe daher im Folgenden ein alphabetisch ge- 
ordnetes Verzeichniss aller auf die paläarktischen Psylloden bezughabenden 
Namen und füge jedem derselben die ihn betreffenden synonymischen und 

») 0. M. Eeuter, Till kännedomen om Sveriges Psylloder (Ent. Tidskrift 1881, p. 145—172). 
P. Löw, Zur Biologie und Charakteristik der Psylloden netst Beschreibung zweier 
neuer Arten der Gattung Psylla (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in Wien, 1876, p. 187—216, Taf. I 
und II). — On the identity of Trioza abieticola Forst, with Chermes rhamni Schrank. (Ent. M. 
Mag. XIV. 1877, p. 20). — Beiträge zur Kenntniss der Psylloden (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. in 
Wien, 1877, p. 123—152, Taf. VI). - Zur Systematik der Psylloden (ibid. 1878, p. 585—610, Taf. IX). 
— Mittheilungen über Psylloden (ibid. 1879, p. 549—598, Taf. XV). — Beiträge zur Biologie und 
Synonymie der Psylloden (ibid. 1881, p. 157—170). — Zur Charakteristik der Psylloden-Genera 
Aplialara und Ehinocola (ibid. 1882, p. 1—6, Taf. XI). 



Revision der pal&arktischen Psylloden. 



229 



systematischen Angaben und sonstigen Bemerkungen, sowie die nöthigen Citate 
bei. Der Vollständigkeit halber sind in dieses Verzeichniss auch alle diejenigen 
Arten aufgenommen, welche von den älteren Autoren irrthümlich als Blatt- 
sauger oder Springläuse (Psylloden) angesehen und daher von ihnen entweder 
in das Linne 'sehe Genus Chermes oder in das Geoffroy 'sehe Genus Psylla 
in'igerweise eingereiht wurden. 

Ich ergreife gern die sich mir hier darbietende Gelegenheit, um dem 
Herrn Gustos A. Rogenhofe r für die Bereitwilligkeit, mit welcher er mir die 
zur vorliegenden Arbeit nöthigen Behelfe zur Verfügung stellte, zu danken. 

Uebersicht der Arten. 

abdominaliSy Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 502) ist eine Trioza. — 
Wurde bisher bloss im nördlichen Europa gefunden. Reuter (Ent. Tidskr. 1881, 
p. 165) gibt eine Abbildung der Genitalien des und 9- 

abdominalis^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 394) = Psylla amhi- 
gua Fstr. (Sieh diese). 

abieticolay Förster (Psyll. 1848, p. 88) = Trio 2 a rhamni Schrk. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 211 und Ent. M. Mag. XIV, 
1877, p. 20). 

abietiSf Linne (F. suec. 1761, Nr. 1011, Chermes). — Diese Art, welche 
in mehreren Werken, besonders älterer Autoren als eine Psylla aufgeführt er- 
scheint, gehört nicht zu den Psylloden. Sie ist eine Aphide, nämlich die 
bekannte Fichtengallenlaus Chermes abietis L. 

abietiSf Hart ig (Germ. Zeitschr. f. Ent. 1841, p. 375, Psylla) = Rhino- 
cola aceris L. (Flor, Rhyn. Livl. IL 1861, p. 529). 

aceriSf Linne (F. suec. 1761, Nr. 1014, Chermes) ist eine Rhinocola. 
— Mit ihr synonym ist Psylla abietis Htg. (nec L.). 

acetosellae» — Die von Walker (List Homopt. Ins. Suppl. 1858, p. 275) 
aufgeführte Psylla acetosellae Halid. Mss. wurde weder von Haliday noch von 
irgend einem anderen Autor beschrieben. Dieser Name hat daher gar keinen 
wissenschaftlichen Werth. 

aciitipennis, Zetterstedt(F. Ins. Lapp. I, 1828, p. 554 und Ins. Lapp. 
1840, p. 308, Chermes) ist eine Trioza. — Mit ihr synonym ist Trioza femo- 
rdlis Fstr. (Thomson, Opusc. ent. VIII, p. 826 und Reuter, Ent. Tidskr. 
1881, p. 164). 

acutipennis, Förster (Psyll. 1848, p. 87) = Trioza angulipennis 
Put. — Die Förster'sche Tr. acutipennis ist wohl eine eigene Art, ihr Name 
konnte aber nicht beibehalten werden, weil er schon von Zetterstedt an die 
vorhergehende Trioza -Art vergeben war. Puton (Catal. 1875, p. 80) änderte 
ihn deshalb (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 140). 

acutipennis, Flor (Rhyn. Livl II. 1861, p. 516) nec Zett., nec Fstr. = 
Trioza Saundersi M.-D. — Die von Flor unter dem Namen Tr. acuti- 
pennis Zett. beschriebene Art ist nicht die oben angeführte Zetterstedt' sehe 



230 



Franz Löw. 



(Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 163), sondern diejenige, welche von Meyer-Dür 
(Psyll. 1871, p. 390) als Tr. Saundersi beschrieben wurde (Scott, Tr. Ent. Soc. 
Lond. 1876, p. 556 und F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 140). 
Da der Speciesname „acutipennis'^ im Genus Trioza schon vergeben ist, so muss 
diese Art unter dem Mey er-Dür'schen Namen aufgeführt werden. 

adenocarpi, F. Low (Verh. d. k.k. zool.-botan. Ges. 1879, p.552, Taf.XV, 
Fig. 5) ist eine Arytaina. 

adusta, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 260, Taf. XV, 
Fig. 9) ist eine Floria. 

aegopodii, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 584, Taf. XV, 
Fig. 23 und Ent. M. Mag. XIV, 1878, p. 229) ist eine Trioza. 

aeruginosa , Förster (Psyll. 1848, p. 97) = Psylla mali Schdbg. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 134). 

affiniSy Zetterstedt (F. Ins. Lapp. I, 1828, p. 554 und Ins. Lapp. 1840, 
p. 308, Chermes) ist eine Aphalara (Flor, Rhyn. Livl. IL 1861, p. 536). 

af-ßnis, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 551, Taf. XV, 
Fig. 3—4) ist eine Psylla. 

alacriSf Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 398) ist eine Trioza. — Mit dieser 
Art ist Tr. lauri Targ. identisch. 

alaterni, Förster (Psyll. 1848, p. 97) ist eine Psylla. — Diese Art 
wurde von Meyer-Dür und Puton als eine Varietät von Ps. hippophaes Fstr. 
angesehen. Ich habe mich aber durch die Untersuchung der Typen überzeugt, 
dass sie eine eigene Art ist, zu welcher Flor's Ps. flavopunctata als Synonym 
gehört (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 576). 

alhipes, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 364) ist eine Psylla. 

albiventris, Förster (Psyll. 1848, p. 84) ist eine Trioza. — Mit ihr 
synonym sind Tr. sanguinosa Fstr., vitripennis Fstr. und hypoleuca Thoms. 

aliena, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 255, Taf. XV, 
Fig. 1 — 2) ist eine Aphalara. 

alnif Linnö (F. suec. 1761, Nr. 1008, Chermes) ist eine Psylla. — 
Mit ihr synonym sind Ps. fuscinervis Fstr., Heydeni Fstr. und Clethropsylla Am. 

alni, Serville (Encycl. meth. X. 1825, p. 229) und Förster (Psyll. 1848, 
p. 70) ist nicht die gleichnamige Linnö'sche Art, sondern diejenige, welche 
Flor unter dem Namen Ps. Foersteri beschrieben hat (Flor, Rhyn. Livl. II. 
1861, p. 459). 

alpestris, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 266, Taf.XV, 
Fig. 16 — 17) ist eine Trioza. 

alpigena, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 402) = Aphalara picta Zett. 
(F. Löw, Verh. d. k. k, zool.-botan. Ges. 1877, p. 124). 

alpinaf Förster (Psyll. 1848, p. 81) ist eine Psylla. — Diese Art 
wurde von Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 830) als Synonym zu Ch. fusca Zeit.*) 
gestellt. Es ist dieser Vorgang ganz unerklärlich, nachdem die Ps. alpina Fstr. 



*) Ist (1, c ) irrthümlich als Ch. fttscula Zett. aufgeführt. 



Eeviaion der paläarktischon Psylloden. 



231 



sich doch in Diehreren wesentlichen Merkmalen von der genannten Zetterstedt- 
schen Art unterscheidet. 

mnhigiia, Förster (Psyll. 1848, p. 74) ist eine Psylla. — Da Förster 
in der Beschreibung dieser Art bloss die Färbung, aber weder die Grösse noch 
andere plastische Merkmale derselben angibt, so passt diese Beschreibung in 
Folge der grossen Farbenvariabilität, welche unter den Arten der Gattung Psylla 
herrscht, nicht allein auf die Ps. amhigua, sondern auch auf die mit dieser 
gleichgefärbten Individuen anderer Arten. Es ist daher die von Flor (Rhyn. 
Livl. II. 1861, p. 463) am Schlüsse der Beschreibung von Ps. hetulae L. ge- 
machte Bemerkung „vielleicht gehört Förster's Ps. amhigua hieher" dadurch 
vollkommen gerechtfertigt, denn die lichtgefärbten Individuen von Ps hetulae L. 
zeigen in der That mitunter eine Färbung, welche derjenigen sehr ähnlich ist, 
die Förster von seiner Ps. amhigua angibt. Flor drückte indessen durch 
diese Bemerkung nur eine Vermuthung aus. Erst Put on stellte diese Art wahr- 
scheinlich auf Flor's Vermuthung hin in seinem Catalogue des Hern. 1875, p. 78 
als ein Synonym zu Ps. hetulae L., und seither wurde sie als ein solches aufgeführt. 

Ich habe mich nun durch die Untersuchung der Förster'schen Typen 
überzeugt, dass die Ps. amhigua Fstr. von Linn d 's Ps. hetulae sehr verschieden 
ist, indem sie nicht nur eine viel geringere Grösse als diese hat, sondern auch 
noch in den meisten anderen plastischen Merkmalen von ihr abweicht, und 
überdies noch gefunden, dass Ps. insignis Ystr. nec Fl., ahdominalis M..-D. und 
meine Ps. stenolahis identisch mit Ps. amhigua Fstr. sind und zugleich die 
verschiedenen Färbungen repräsentiren, welche diese Art vom Anfange des 
Sommers bis zum Spätherbste nach und nach annimmt. Es wird nämlich jene 
Färbung, welche sie bei ihrem ersten Erscheinen im Beginne des Sommers zeigt, 
durch Ps. stenolahis F. Lw., die im Sommer und Hochsommer auftretende durch 
Ps. amhigua und insignis Fstr. und jene prächtige, welche sie im Spätherbste 
annimmt, durch Ps. abdominalis M.-D. vertreten. 

Hätte ich damals, als ich meine Ps. stenolahis aufstellte, schon die Typen 
der Förster'schen Ps. amhigua und insignis gesehen, so würde ich sofort 
deren Identität mit meiner Art erkannt haben ; da dies aber nicht der Fall war, 
so habe ich aus demselben Grunde, welcher, wie oben bemerkt, es Flor un- 
möglich machte, die Ps. amhigua Fstr. richtig zu beurtheilen. meine obgenannte 
Art für eine neue gehalten. Hat ja doch Förster selbst die Ps. amhigua nach 
seiner eigenen Beschreibung nicht wieder zu erkennen vermocht, und sie daher 
unter dem Namen Ps. insignis noch einmal beschrieben, was darin seine Er- 
klärung findet, dass er in allen seinen Artbeschreibungen fast nur die Färbung 
berücksichtigte und jeden geringen Unterschied in derselben zur Aufstellung 
von neuen Arten benützte. Ich glaube den Namen Ps. amhigua für die in 
Rede stehende Art beibehalten zu sollen, weil der Name insignis von Flor für 
eine andere Psylla-Art verwendet wurde und deshalb zu Verwechslungen Anlass 
geben könnte. Nach Reuter (Ent. Tidskr. 1880, p. 206 und 1881, p. 157) ist 
Chermes annellata Thoms. identisch mit Ps. stenolahis F. Lw., folglich auch 
mit Ps. amhigua Fstr. 



232 



Franz Low. 



anffulipennis, — Diesen Speciesuamen hat Puton (Catal. Hdm. 1875, 
p. 80) der Forst er'schen Trioza acutipennis gegeben, um diese von der gleich- 
namigen Z e tter st edt' sehen Trioza -Art zu unterscheiden. 

annellata, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 836, Chermes) = Fsylla 
ambigua Fstr. (Sieh diese.) 

aftnulicornis, Boheman (K. Vet. Ak. Hdl. 1851, p. 124, Chermes) = 
Psylla crataegi Schrk., nec Scop., nec Fstr. (Sieh bei Ps. costatopunctata 
Fstr. und crataegi Schrk.) 

a2)halaroides , Puton (Bull. soc. ent. Fr. 1878, p. 223, Psylla) = 
JDiaphorina Putonii F. Lw. (F. Low, Verh. d. k. k. zool. -botan. Ges. in 
Wien, 1879, p. 567). 

apicalis , Förster (Psyll. 1848, p. 82) = Trioza viridula Zett. 
(Flor, Ehyn. Livl. II. 1861, p. 500). — Ich habe mich durch die Vergleichung 
der Typen von der Identität dieser beiden Arten nunmehr selbst überzeugt. 

apiophila, Förster (Psyll. 1848, p. 78) = Psylla pyricola Fstr. — 
Förster sagt von dieser Art weiter nichts als: „Etwas kleiner als Ps. pyricola, 
sonst in der Färbung ziemlich übereinstimmend. Kopf und Thorax wie bei 
pyricola, Hinterleib ebenfalls mit braunen Binden, die Ränder sind aber zinnober- 
roth. Durch die Stirnkegel unterscheidet sich diese Art aber leicht von der 
vorigen (Ps. pyricola), denn diese sind hier noch kürzer, in derselben Weise 
zwar zugespitzt, aber nur an der Spitze blass. Flügel mehr wasserhell und der 
braune Fleck am Innenrande viel dunkler und schärfer." Er unterscheidet sie 
demnach von Ps. pyricola nur durch sehr geringfügige Merkmale, welche bei 
der bekannten Variabilität der Psylla -Arten in Bezug auf Färbung fast ganz 
ohne Bedeutung sind, und ich hielt daher schon längst beide Arten für iden- 
tisch. Durch die mir jetzt möglich gewordene Untersuchung der Typen von 
Ps. apiophila und pyricola Fstr. und die Vergleichung derselben mit einer 
grösseren Anzahl gezogener und gefangener Exemplare, habe ich mir die üeber- 
zeugung verschafft, dass sich diese beiden Arten durch die von Förster ange- 
gebenen Unterschiede nicht trennen lassen, indem sie in der Färbung, Grösse etc. 
zahlreiche Uebergänge zeigen, und es unterliegt daher für mich keinem Zweifel 
mehr^ dass Ps. apiophila und pyricola Fstr. identisch sind. 

Apiopsylla, Amyot (Ann. soc. ent. Fr. 1847, p. 459) = Psylla pyriL. 

argyrea, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 390) = Trioza rhamni Schrk. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 211 und Ent. M. Mag. XIV. 
1877, p. 20). 

argyrostiffma, Förster (Psyll. 1848, p. 97) = Psylla simulansFstv. 
— Ich habe die noch vorhandene Type dieser Art untersucht und gefunden, 
dass sie nichts Anderes als ein etwas dunkler gefärbtes Exemplar von Ps. simu- 
lans Fstr. ist. Die Erscheinung, dass das Pterostigma, in gewisser Eichtung 
betrachtet, silberglänzend aussieht, kann man bei den meisten überwinterten 
und in Folge dessen dunkel gefärbten Individuen vieler Psylla -Arten beobachten. 

artemisiae^ Förster (Psyll. 1848, p. 96) ist eine Aphalara. — Mit 
dieser Art ist Ps. malachitica Dahlb. synonym. 



Üevisiou der puläarktiechen Pöyllorten. 



233 



assimilis^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 408) ist eine Trio 2a. 

atripliciSj Lichtenstein (Ent. M. Mag. XVI. 1879, p. 82—84) = 
Trioza chenopodii Reut. — Diese Art, von welcher Lichtenstein zuerst 
das Männchen und Scott später (ibid. p. 114—115) das Weibchen beschrieben 
hat, ist ohne Zweifel identisch mit Tr. chenopodii Reut., denn sowohl diese 
Beschreibungen, als das eine Männchen, welches mir von Herrn J. Lichten- 
stein freundlichst zugesandt wurde, stimmen mit den typischen Exemplaren 
der Tr. chenopodii Reut., *welche ich von Herrn 0. M. Reuter erhalten habe, 
in jeder Hinsicht überein. 

aurantiaca, Goureau (Ins. nuis. 1862, p. 34) \ — Psyllapyrisuga 

austriaca^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 372) j Fstr. 
(F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 567). 

betulae, Linne (F. suec. 1761, Nr. 1007, Chermes) ist eine Psylla 
(Flor, Rhyn. Livl. II. 1861, p. 461). — Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ch. 
Zetterstedti Thoms. als Synonym zu dieser Art gehört. 

bicolor^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 400, Psylla) = Psylla ulmi Fstr., 
nec L. — Die Typen dieser Meyer-Dür' sehen Art, welche ich zu sehen Ge- 
legenheit hatte, sind nichts Anderes als solche Individuen von Ps. ulmi Fstr. 
(nec L.), welche die schöne herbstliche Färbung dieser Art zeigen. 

hicolor^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 891, Trioza) = Trioza urticaeL. 
(Puton, Catal. 1875, p. 80). — Ich habe mich selbst durch die Vergleichung 
der Typen von dieser Identität überzeugt. 

bicolor^ Scott (Ent. M. Mag. XVI. 1880, p. 251, Aphalara) gehört zum 
Genus Rhinocola (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1882, p. 4). 

breviantennata, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 375) ist eine Psylla. — 
Mit dieser Art ist Ps. terminalis M.-D. synonym. 

buxi, Linne (Syst. Nat. I. P. 2, p. 788, Chermes) ist eine Psylla. 

callunae^ Boheman (K. Vet. Akad. Hdl. 1849, p. 266, Chermes) = 
Rhinocola ericae Gurt. (Thomson, Opusc. ent. VIII, p. 841 und F. Löw, 
Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 560). 

callunae ^ Rudow (Psyll. 1875, p. 7) = Livilla ulicis Curt. — 
Diese Rudow 'sehe Art ist, so weit sich dies aus der kurzen Beschreibung ent- 
nehmen lässt, wahrscheinlich identisch mit Livilla ulicis Curt., denn die noch 
nicht völlig ausgefärbten Individuen dieser letzteren zeigen gewöhnlich die von 
Rudow angegebene Färbung. 

caWiae, Linne (F. suec. 1761, Nr. 1005, Chermes) ist eine Aphalara 
(Reuter, Meddel. soc. p. F. et Fl. fenn. 1876, p. 72 und Ent. Tidskr. 1881, p. 149). 
— Mit dieser Art sind Äph. polygoni und ulicis Fstr. synonym. 

carpini, Förster (Psyll. 1848, p. 72) = Psylla peregrina Fstr. — 
Ich habe schon einmal (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 574) die Ver- 
muthung ausgesprochen, dass diese beiden Forst er'schen Arten identisch seien ; 
die Untersuchung der Typen hat nun ergeben, dass meine Vermuthung eine 
richtige war. 

Z. B. Ges. B. X.>^XII. Abh. 30 



234 



Franz Low. 



castanea, — Mit dem Namen Chermes castanea wurde von Gmelin 
(Syst. Nat. 13. Edit. T. L pt. 4, 1789, p. 2214) dasjenige Insect bezeichnet, welches 
Geoffroy in seiner Hist. abr. Ins. I. 1762, p. 489 „la psylle brune ä antennes 
setacees et aües nei'veuses'' und später inFourcroy's Ent. paris. I. 1785, p. 224 
Psylla fusca genannt hat. ^) Der Beschreibung nach scheint dieses Insect nicht 
zu den Psylloden, sondern zur Farn. Psocidae zu gehören. 

cenfranthij Vallot (Mem. acad. sc. Dijon 1828—1829, p. 106, Psylla) 
ist eine Trioza (Andre, Ann. soc. ent. Fr. 1878, p. 77—86, pl. 1). — Mit dieser 
Art sind Tr. Neilreichii Frfld. und Ps. fediae Kit. identisch. 

cerastU, H. Loew (Stett. ent. Ztg. VIII. 1847, p. 344, Taf. I, Fig. 1-5, 
Psylla) ist eine Trioza. — Da Linne (F. suec. 1761, Nr. 1003) von seiner 
Chermes cerastii keine Beschreibung gibt, sondern nur die Deformation anführt, 
welche diese Art an Cerastium, viscosum L. verursacht, so kann er auch nicht 
als Autor bei derselben aufgeführt werden (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. 
Ges. 1879, p. 589). — Mit dieser Art ist Tr. ßavescens M.- D. synonym. 

chenopodii, Keuter (Meddel. soc. p. F. et Fl. fenn. 1876, p. 76 und Ent. 
Tidskr. 1881, p. 162) ist eine Trioza. — Mit ihr sind Tr. Dalei Scott und 
Tr. atriplicis Licht, identisch. (Sieh diese.) 

chloroffeneSy Meyer -Dür (Psyll. 1871, p. 399) — Psyllopsis fraxi- 
nicola Fstr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877. p. 138 und 1878, p. 588). 

Chrysanth ewii^ F. Low (Verh. d. k. k. zooL-botan. Ges. 1877, p. 151, 
Taf. VI, Fig. 15a— c) ist eine Trioza. 

cinnaharina^ Förster (Psyll. 1848, p. 85) = Trioza remota 
(F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 139). 

cirsii^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 264, Taf. XV, 
Fig. 14 — 15) ist eine Trioza. 

claripennis^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 400) = Psylla mali Schdbg. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zooL-botan. Ges. 1877, p. 135). 

CletJiTopsylla^ Amyot (Ann. soc. ent. Fr. 1847, p. 459) = Psylla 
alni L. 

Cnidopsylla ^ Amyot (Ann. soc. ent. Fr. 1847, p. 459) = Trioza 
Urticas L. 

cognata^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 258, Taf. XV, 
Fig. 5 — 6) ist eine Amhlyrhina. 

coleoptrata Klug. — Sowohl der Name dieser Art, welche meines 
Wissens von Klug nirgends beschrieben wurde, als die Angabe Waltl's (Isis 18-37, 
p. 277 und Germ. Zeitschr. f. d. Ent. I. 1839, p. 365) „Psylla coleoptrata Klug 



5) Ich mache hier darauf aufmerlcfiara, dans Geoffroy in seiner „Histoiro abregee dos 
insectes" 1762 den Arten keine wissenschaftlichen Namen gegeben hat. Die Arten sind daselbst 
nur mit französischen Namen bezeichnet, denen eine kurze lateinische Diagnose und eine franzö- 
sische Beschreibung beigegeben ist. Erst in F our cro y ' s „Entomologia parisiensis" 1785, welches 
Werk, wie aus der Vorrede desselben ersichtlich ist, eigentlich von Geoffroy verfasst, von 
Fourcroy aber bloss herausgegeben wurde, hat Geoffroy die Arten nach der Linne'schen 
Nomenclatur benannt. 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



235 



lebt an Genista tüictoria hier (Passau in Baieru) auf trockenen Waldhügeln 
sehr häufig und hüpft", sprechen für die Identität dieser Art mit Livilla 
ulicis Curt. , und Puton hat sie auch schon in seinem Catal. d. Hemipt. 
1875 als Synonym zu letzterer gestellt. 

costalis^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 373) ist eine Psylla. — Mit dieser 
Art ist Ps. nobilis M.-D. synonym. 

cosfatopmictata, Förster (Psyll. 1848, p. 76) = Psylla Cratae gi 
Schrk. (nec Scop., nec Fstr.). — Ich habe (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, 
p. 132) mitgetheilt, dass diese Art schon von Schrank aufgefunden, aber irr- 
thümlicherweise unter dem Namen „Chermes crataegi Scop.", welcher von 
Scopoli einer Blattlaus gegeben wurde, beschrieben worden ist. (Sieh bei 
crataegi.) Da ich damals die Lebensweise dieser Art noch nicht kannte, so war 
ich nicht sicher, ob Schrank's Angabe „an den jungen Zweigen des Hage- 
dorns" (d. i. Crataegus oxyacantha L.) richtig sei, und ich behielt daher für 
dieselbe den Namen Ps. costatopunctata Fstr. bei, weil der Speciesname „crataegi"^ 
von Förster ohnehin schon an eine andere Psylla -Art vergeben war, von der 
man sicher wusste, dass sie auf Crataegus lebt. Nach den seither von mir 
über die Lebensweise der Ps. costatopunctata Fstr. gemachten Beobachtungen 
(cf. Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 570—572) ist aber Schrank's ob- 
citirte Angabe richtig, und ich halte es deshalb für gerechtfertigt, diese Art 
in Hinkunft Psylla crataegi Schrk. (nec Fstr.) zu nennen, weil dieser Name 
die Priorität hat. 

crassinervis^ Förster (Psyll. 1848, p. 83) = Trioza urticae L. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zooL-botan. Ges. 1877, p. 141). 

crassinervis^ Rudow (Psyll. 1875, p. 13, Aphalara). — Diese Art 
scheint, so viel man aus der kurzen und mangelhaften Beschreibung, welche 
der Autor von ihr gegeben hat, beurtheilen kann, nichts Anderes als Aphalara 
nervosa Fstr. zu sein. 

crataegi^ Scopoli (Ent. carn. 1763, p. 139, Chermes). — Unter diesem 
Namen hat Scopoli die Larve eines Insectes beschrieben, welches gewiss keine 
Psyllode ist, sondern zur Farn. Äphidae gehört (F. Löw, Verh. d. k, k. zool.- 
botan. Ges. 1876, p. 206, Anm.). 

crataegi^ Schrank (F. boic. II. 1801, p. 142, Chermes) nec Scop. gehört 
zum Genus Psylla. — Mit ihr identisch sm^L Ps. costatopunctata ferru- 
ginea Fstr., annulicornis Boh., triozoides Leth., Cherm. quercus Thorris. nec 
L. nnd puncticosta Thoms. (Sieh das bei Ps. costatopunctata Gesagte.) 

crataegi^ Förster (Psyll. 1848, p. 75, Psylla) = Psylla melano- 
neura Fstr. — Diese Art, welche, wie ich mich durch Untersuchung der 
Förster 'sehen Typen überzeugt habe, identisch mit Ps. melanoneura Fstr. ist, 
iiiuss von nun an diesen letzteren Namen führen, weil der Speciesname „crataegi"' 
schon von Schrank für die vorhergehende Art verwendet wurde. Ps. crataegi 
Fstr. nec Schrk. ist daher als Synonym zu Ps. melanoneura Fstr. zu setzen. 

crafaegicola^ Förster (Psyll. 1848, p. 72) = Psylla mali Schdbg. 
- Ich habe (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 135) mitgetheilt, dass die 

30* 



236 



Franz L5w. 



in C. G. V. Heyden's Sammlung befindlichen, von Förster als Ps. crataegi- 
cöla ettiquetirten Exemplare zu Ps. mali Schdbg. gehören und kann dies nun 
auch von den in Forst er 's eigener Sammlung vorhandenen Typen seiner 
Ps. crataegicola sagen. 

crataegicola^ Flor, (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 474) nec Fstr. = Psylla 
peregrina Fstr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 135—136). 

crefeldensis^ Mink (Stett. ent. Ztg. XVI. 1855, p. 371) = Livia Um- 
hat a Waga. — Unter den von G. v. Frauenfeld hinterlassenen Schriften 
befindet sich eine von Förster nach typischen Exemplaren verfasste, ausführ- 
liche Beschreibung \on Livia limbata W&ga.. Ich habe die in derFörster- 
schen Sammlung befindlichen, aus Crefeld stammenden Exemplare der Livia 
crefeldensis Mk. mit dieser Beschreibung verglichen und sie mit derselben völlig 
übereinstimmend gefunden. 

crithmiy F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 556, Taf. XV, 
Fig. 7) ist eine Trioza. 

curvatinervis, Förster (Psyll. 1848, p. 83) ist eine Trioza. — Mit 
ihr identisch sind Tr. pallipes Fstr. und unifasciata F. Lw. (Sieh diese.) 

cytisi^ Becker (Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, T. 40, pt. 1, 1867, p. 113, 
Psyllodes) = Älloeoneura radiata Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. 
Ges. 1878, p. 594). 

cytisi^ Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1876, p. 284) ist eine Psylla. 

Dalei^ Scott (Ent. M. Mag. XIV. 1877, p. 31, Trioza) = Trioza 
chenopodii Reut. — Ich habe die von Herrn J. Scott erhaltene Type dieser 
Art mit typischen Exemplaren von Tr. chenopodii Reut, verglichen und ersehen, 
dass diese beiden identisch sind. 

Delarhrei^ Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1873, p. 21) ist eine Psylla. 

dichroa, Scott (Ent. M. Mag. XV, 1879, p. 265) ist eine Trioza. 

discrepans, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 376, Psylla) ist eine Psyl- 
lopsis. — Zu dieser Art gehört als Synonym Ch. sorhi Thoms. nec. L. partim 
(Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 153). 

dispar^ F. Löw (Ent. M. Mag. XIV. 1878, p. 229 und Verh. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. 1879, p. 592, Taf. XV, Fig. 29) ist eine Trioza. 

distincta^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 401) ist eine Trioza. 

distincta^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 391) = Trioza munda Fstr. 
nec Flor. — Ich habe die Typen dieser beiden Arten untersucht und gefunden, 
dass sie miteinander vollständig übereinstimmen. 

dryobia, Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 522) = Trioza reniota Fstr. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 139). 

duhia^ Förster (Psyll. 1848, p. 73) = Psylla mali Schdbg. — Durch 
die Vergleichung der Typen habe ich mich überzeugt, dass diese zwei Arten 
identisch sind. Die im Verhältniss zur ersten Zinke lange erste Randzelle der 
Vorderflügel, welche Förster als Merkmal seiner Ps. dubia hervorhebt, ist 
eben ein Hauptmerkmal von Ps. mali Schdbg. 



Revision der paläarktiachen Psylloden. 



237 



elaeagni^ Scott (Ent. M. Mag. XVI. 1880, p. 252) ist eine Trioza. 

elegantula, Zetterstedt (las. Lapp. 1840, p. 310, Chermes) ist eine 
Psylla (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 159, Fig.). — Da sowohl Zetterstedt's 
Beschreibung als Reuter 's Abbildung der männlichen Genitalien dieser Art 
sehr gut auf Ps. ornata M.-D. passen, so halte ich diese letztere für identisch 
mit Ps. elegant lila Zett. 

ericae^ Curtis (Brit. Ent. XII. 1835, Nr. 565, Psylla) ist eine Rhino- 
cola. — Mit ihr synonym ist Cherm. callunae Boh. 

euchlora, F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 259, Taf. XV, 
Fig. 7 — 8) gehört zum Genus Psylla. 

eupoda^ Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 374, Psylla) und 
Förster (Psyll. 1848, p. 82, Trioza) = Trioza urticae L. (Flor, Rhyn. 
Livl. II. 1861, p. 508). 

evonymi^ Scopoli (Ent. carn. 1763, p. 139, Chermes). — Dieses Insect 
gehört nicht zu den Psylloden, sondern zur Farn. Aphidae und ist die bekannte 
Aphis evonymi Fabr., Kaltb. Da aber Scopoli schon vor Fabricius diese 
Art beschrieb, so ist Scopoli und nicht Fabricius zu ihr als Autor zu setzen. 

exilis, Weber et Mohr (Naturhist. Reise 1804, p. 65, Taf. I, Fig. 2, 
Tettigonia) gehört zum Genus Aphalara. 

fagi^ Linne (F. suec. 1761, Nr. 1010, Chermes). — Diese Art ist keine 
Psyllode, sondern eine Aphide, nämlich die Phyllaphis fagi L., Koch. 

fasciata^ F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 259, Taf. VI, 
Fig. 6a— &) ist eine Psylla. 

fediae, — Die von Walker (List Homopt. Ins. Suppl. 1858, p. 275) unter 
dem Namen Psylla fediae Kltb. Mss. und von Kaltenbach (Pflanz. Feinde 
1874, p. 314) als Psylla (Trioza) fediae Fstr. aufgeführte Art wurde weder 
von Kaltenbach, noch von Förster, noch von irgend einem anderen Autor 
unter diesem Namen beschrieben. Es hat daher der Speciesname „fediae^ gar 
keinen wissenschaftlichen Werth. Obwohl Kaltenbach die Trioza Neil- 
reichii Frfld. bloss als fragliches Synonym zu dieser Art stellt, so geht doch 
aus der von ihm angegebenen Lebensweise schon zur Genüge hervor, dass diese 
beiden Arten wirklich identisch sind. 

FedtscJienkoi, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 252, 
Taf. VI, Fig. la—b) ist eine Bhinocola. 

femoralis^ Förster (Psyll. 1848, p. 86) = Trioza acutipennis 
Zett., nec Fstr., nec Flor (Thomson, Opusc. ent. VIII, p. 826 und Reuter, 
Ent. Tidskr. 1881, p. 164). 

ferruginea^ Förster (Psyll. 1848, p. Id) = Psylla crataegi Schrk., 
nec Fstr. — Ich habe (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 131 und 1879, 
p. 572) nachgewiesen, dass Ps. ferruginea Fstr. mit Ps. costatopunctata Fstr. 
identisch ist; da nun diese Art schon 1801 von Schrank unter dem Namen 
Cherm. crataegi beschrieben wurde, so hat dieser letztere Name die Priorität. 
(Sieh bei Ps. costatopunctata Fstr.) 



238 



Franz Low. 



ficus^ Linne (Syst. Nat. T. I, pt. 2, 1767, p. 739, Ghermes) gehört zum 
Genus Homotoma (Guerin, Iconogr. (Insectes) 1844, p. 376. — G. v. Frauen- 
feld, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1868, p. 896). 

flavescens^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 386) = Trioza cerastii H. 
Lw. — Ich habe die Typen dieser Art mit Individuen von Tr. cerastii H. Lw., 
die von mir aufgezogen wurden, verglichen und gefunden, dass sie nichts Anderes 
als unausgefärbte Exemplare dieser letzteren Art sind. 

flavipennis^ Förster (Psyll. 1848, p. 89) = Aphalara picta Zett. 
(Flor, Rhyn. Livl. II. 1861, p. 540). 

flavipennis^ Förster (Psyll. 1848, p. 98) ist eine Trioza. — Mit 
dieser Art ist Tr. Foersteri M.-D. synonym. 

flavopunctata, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 367) = Psylla alaterni 
Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 576). 

Flori, — Diesen Namen hat Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1871, p. 437) 
der von Flor Psylla insignis benannten Art gegeben, um sie von der gleich- 
namigen Förster 'sehen zu unterscheiden. 

Foersteri^ Flor (Rhyn. Livl. IL 1861, p. 458) ist eine Psylla. — Mit 
ihr ist Ps. alni Serv., Fstr. (nec L.) identisch. 

Foersteri^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 390) = Trioza flavipennis 
Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 213). 

Fonscolombei, Förster (Psyll. 1848, p. 94) gehört zum Genus Spanio- 
neur a. 

forcipata^ Förster (Psyll. 1848, p. 84) == Trioza urticae L. (Flor, 
Rhyn. Livl. IL 1861, p. 508). 

fraxiniy Linne (F. suec. 1761, Nr. 1013, Ghermes) gehört zum Genus 
Psyllopsis. — Mit ihr synonym ist Gh. sorhi Thoms. nec L. partim. 

fraocinicola^ Förster (Psyll. 1848, p. 73, Psylla) gehört zum Genus 
Psyllopsis. — Mit dieser Art sind Ps. viridula Fstr., unicolor Flor und 
chlor ogenes M.-D. synonnym. 

frontalis^ Rudow (Psyll. 1875, p. 8, Psylla). — Da von Ps. frontalis 
Rud. keine Type mehr existirt und Rudow in der Beschreibung bloss die 
Färbung angibt, diese bei den Psylla -Arten aber, wie bekannt, sehr variabel 
ist, so wird es wohl nie mehr möglich sein, diese Art sicher wieder zu erkennen. 

fumipennis^ Förster (Psyll. 1848, p. 76) = Psylla pruni Scop. 
(F. Löw, Verh. d. k. k zool.-botan. Ges. 1876, p. 205-206). 

furcata, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 265, Taf. VI, 
Fig. 10a— h) ist eine Trioza. 

fusca, Geoffroy (in Fourcroy's Ent. paris. 1. 1785, p. 224, Psylla) 
ist diejenige Art, welche Geoffroy (Hist. abre'g. Ins. I. 1762, p. 489) unter dem 
Namen „la psylle hrune ä antennes setacees et ailes nerveuses"' und Gmelin 
(Syst. Nat. 13. edit. T. I. pt. 4, 1789, p. 2214) als „Ghermes castanea" aufführt.^) 
Sie gehört jedenfalls nicht zu den Psylloden, sondern wahrscheinlich zur Fain. 
Psocidae. 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



239 



fusca^ Zetter stedt (F. Ins. Lapp. I, 1828, p. 552 und Ins. Lapp. 1810, 
p. 307, Chermes) gehört zum Genus Psylla. — Mit ihr identisch sind Ps. per- 
spicillata Flor und Ch. fascida Thoms. (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 160). 

fuscinervis, Förster (Psyll. 1848, p. 70) ^ Psylla alni L. (Flor, 
Rhyn. Livl. II. 1861, p. 461). 

fuscipes, Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 374, Psißla). 
— Die Beschreibung, welche Hartig von dieser Art gegeben hat, ist sehr 
kurz und enthält nur einige Angaben über die Färbung. Da es aber mehrere 
Arten gibt, welche zu einer gewissen Zeit eine ganz ähnliche Färbung haben, 
so lässt sich nicht einmal vermuthen , auf welche von diesen Arten der Name 
Ps. fuscipes Htg. zu beziehen wäre. 

fuscula. — Der Name Chermes fuscula Zett., welchen Thomson (Opusc. 
ent. VIII, p,830) aufführt, findet sich in keiner der Publicationen von Zetterstedt. 
Da dieser Autor aber eine Cherm. fusca beschrieb, so dürfte der obige Name 
durch einen Schreibfehler entstanden sein (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 160). 

galii, Förster (Psyll. 1848, p. 87) ist eine Trioza. — Es wäre ganz 
und gar unrichtig diese Art für identisch mit Tr. velutina Fstr. zu halten, 
denn, wie ich mich durch Vergleichung der Typen überzeugt habe, weicht sie, 
sowohl in der Form und Färbung der Vorderflügel als in der Gestalt der Stirn- 
kegel und der männlichen Zange von der letzteren Art auffallend ab. 

geniciilata» — Die Beschreibung, welche Rudow (Psyll. 1875, p. 9) 
von seiner Psylla geniculata gegeben hat , ist, wie alle Beschreibungen dieses 
Autors, sehr kurz und beschränkt sich fast ausschliesslich auf die Färbung. 
Da diese aber, wie bekannt, für die Erkennung der Psylloden -Arten in den 
meisten Fällen allein nicht ausreicht, so wird auch diese Art nach der Be- 
schreibung nicht wieder zu erkennen sein, und da auch keine Typen von ihr 
mehr existireu, für immer dubios bleiben. Eine Angabe in der Beschreibung, 
nämlich: „Fühler bis zum vierten Gliede weissgelb, von da ab schwarzbraun" 
lässt sogar vermuthen, dass diese Art nicht zum Genus Psylla, sondern zu 
Trioza gehört. Sehr auffällig und kaum glaublich ist Rudow's Angabe über 
die Färbung der Flügel, welche er als „glänzend hellroth" beschreibt. 

genistae^ Latreille (Hist. nat. gän. et part. Crust. et Ins. XII. 1804, 
p. 382, Psylla) gehört zum Genus Arytaina. — Mit dieser Art sind Ps. ulicis 
Gurt, und spartii Htg. (nec Gue'r.) synonym. 

glycyrrhizae^ Becker (Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou T. 37, 1864, p. 486, 
Psyllodes) gehört zum Genus Psylla (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botau. Ges. 

1880, p. 262, Taf. VI, Fig. 8a-h). 

graminis^ Linnä (F. suec. 1761, Nr. 1001, Chermes) ist keine Psyllode, 
sondern gehört zu einer anderen Insectenfamilie, welche sich aber aus Linne 's 
Beschreibung nicht ermitteln lässt (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botau. Ges. 1879, 
p. 571, Anm.). 

graminis, Hoy (Trans. Linn. Soc. London 1794, II. p. 354, Chermes) 
nec Linne = Livia j uncorum Latr. (F. Löw, Verh d. k. k. zool.-botan. Ges. 

1881, p. 158). 



240 



Franz Low. 



graminis, Thomson (Opusc. ent. VIII. p. 841, Äphatara) nec Linne 
= Äphalara nehulosa Zett. (F. Low, Verh.d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p.566). 

haematodes^ Förster (Psyll. 1848, p. 85) = Trio 2 a remota Fstr. 
(F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 139). 

halimocnemis ^ Becker (Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, T. 37, 1864, 
p. 485, Psyllodes). — Diese Art wurde von Lethierry (Ann. soc. ent. Fr. 1876, 
p. 55) ausführlicher beschrieben und in das Genus Äphalara gestellt. Nach 
meinen jüngst verölfentlichten Untersuchungen (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 
1882, p. 4) ist sie aber eine Rhinocola. 

Hartigii, Flor (Rhyn. Livl. IL 1861, p. 469) ist eine Psylla. — Mit 
dieser Art ist Ps. sylvicola Leth. identisch. 

helvetina^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 391) = Trioza maura Fstr. 
— Durch die Vergleichung der Typen habe ich mir die üeberzeugung verschafft, 
dass diese zwei Arten identisch sind. 

Hei/deni, Förster (Psyll. 1848, p. 81) = Psylla alniL. (Flor, Rhyn. 
Livl. IL 1861, p. 461). 

Jiippophaes, Förster (Psyll. 1848, p. 73) ist eine Psylla (F. Löw, 
Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 129). 

Horvathi^ Scott (Ent. M. Mag. XVI. 1879, p. 84—85) ist eine Floria. 

Horvathii^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 263, Taf. XV, 
Fig. 12 — 13) gehört zum Genus Trioza. 

humuU, — Unter diesem Namen wurde von Schrank (F. boic. II. 
1801, p. 141) eine Chermes-Art mit folgenden Worten beschrieben: „Das voll- 
endete Insect braungrau; die Unterflügel weisslich, Wasserfarben; die Oberflügel 
bräunlich, durchscheinig. An Hopfenranken". Da bis jetzt noch nicht constatirt 
werden konnte, dass Humulus Lupulus L. einer Psylloden-Art als Nährpflanze 
dient, und daher Schrank 's Cherm. humuli wahrscheinlich nur durch Zufall 
auf diese Pflanze gerathen war, so lässt sich aus den obigen spärlichen Angaben 
nicht erkennen, ob diese Art eine selbstständige, oder ob sie nicht etwa mit 
einer anderen Art identisch ist. 

hypoleuca^ Thomson (Opusc. ent.VTII, p.828) = Trioza albiventris 
Fstr. (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 164—165). 

innoxiUy Förster (Psyll. 1848, p. 90) ist eine Äphalara. — Bei der 
Durchsicht der G. v. Frauenf eld'schen Sammlung fand ich in derselben ein 
unausgefärbtes, grünliches Exemplar von Äph. picta Zett., welches mit dem 
Namen Äph. innoxia Fstr. bezeichnet war. Da ich voraussetzte, dass v. Frauen- 
feld dieses Exemplar nach den Förster 'sehen Typen, welche sich in seinen 
Händen befanden, bestimmt hatte, so zweifelte ich nicht an der Richtigkeit 
seiner Determinirung und stellte daher (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, 
p. 124) den Namen Äph. innoxia Fstr. als Synonym zu Äph. picta Zett. Durch 
die Untersuchung der Type habe ich mir nun die Üeberzeugung verschafft, dass 
Förster's Äph. innoxia eine selbstständige Art und daher mit Äph. picta Zett. 
nicht identisch ist. 



tteTision der paläarktischen Psyllodea. 



241 



insignis^ Förster (Psyll. 1848, p. 74) = Psylla amhigua Fstr. 
(Sieh diese.) 

insigfiis, Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 465) = Psylla Flori Put. 
— Dieser Art wurde von Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1871, p. 437) der Name 
ihres Autors beigelegt, um sie von Förster's Ps. insignis zu unterscheiden. 

iteopliila, F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 196, Taf. I, 
Fig. 4—5) ist eine Psylla. 

ixopJiila, F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1862, p. 108, Taf. XA, 
Fig. 1, 4—8) = Psylla visci Curt. (F. Low, ibid. 1879, p. 574). 

Jalwwleffi^ Scott (Ent. M. Mag. XV. 1879, p. 266) ist eine Aphalara. 

Junci, Schrank (F. boic. II. 1801, p. 142, Chermes) = Livia junco- 
rum Latr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 158). 

juncorum^ Latreille (Bull. Soc. Philom. I 1798, Nr. 15, p. 113, Psylla) 
gehört zum Genus X^ via. — Mit dieser Art sind Cherm. graminis Hoy (nec L.) 
und jumci Schrk. identisch. 

Juniperi, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p, 392) = Trioza proxiwa Flor 
(Scott, Ent. M. Mag. XIII. 1877, p. 283 und F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. 
Ges. 1877, p. 141). 

lactea, A. Costa (Nuovi studii s. Ent. della Calab. ult. 1863, p. 47, 
Taf. IV, Fig. 9, Psylla) = Alloeoneura radiata Fstr. (F. Low, Verh. d. 
k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 125). 

lapidarius, — Das von Fabricius (Syst. Rhyn. 1803, p. 305) unter 
dem Namen Chermes lapidarius beschriebene Insect ist keine Psyllode, und 
Fabricius selbst vermuthete schon, dass es ein Psocus sei. Burmeister, 
welcher dieses Insect Lachnus lapidarius nennt, sagt (Handb. d. Ent. II. 1835, 
p. 92) von demselben: „Fabricius beschreibt diese Art kenntlich, doch ist 
seine Vermuthung, es sei ein Psocus, ganz unpassend. Nach den von Megerle 
selbst überschickten Exemplaren im königl. Museum ist es eine Blattlaus und der 
Aufenthalt unter Steinen wohl nur zufällig". C. G. v. Heyden (Mus. Senkenbg. 
II. 1837, p. 295) stellt diese Art als Synonym zu Eriosoma humeliae Schrk. 

lapidum (seu lichenis) Geoffroy (in Fourcroy's Ent. paris. I. 1785, 
p. 224, Psylla) ist dasjenige Insect, welches derselbe Autor in seiner Hist. 
abräg. Ins. I. 1762, p. 488 Ja psylle des pierres" und Gmelin (Syst. Nat. 13. 
edit. 1. pt. 4, 1789, p. 2214) Chermes lichenis genannt hat. Es ist keine Psyllode, 
sondern gehört wahrscheinlich zur Farn. Psocidae.^) 

laricis^ Macquart (Sdance publ. Soc. d'amat. sc. Lille 1819, Cah. 5, 
p. 81—86, Psylla) ist keine Psyllode, sondern die unter dem Namen Chermes 
(Adelges) laricis Mcq. bekannte Blattlausart (Vallot, Mem. acad. Dijon 
1836, p. 224). 

lauri, — Die von Targioni-Tozzetti (Resoconti Soc. ent. ital. 1879, 
p. 19) in Bezug auf Biologie und Anatomie unter dem Namen Trioza lauri 
besprochene Art ist Trioza alacris, welche Flor schon 1861 (K. d. Rhyn. 
p. 898) beschrieben hat. Da in der entomologischen Literatur bis jetzt noch 

Z. B. Ges. B. XXXJI. Abb. 31 



242 



Pranz LöW. 



nirgends eine Psylloden-Art unter dem Namen „lauri" beschrieben wurde, so 
hat dieser Name selbstverständlich gar keinen wissenschaftlichen Werth. 

ledi, Flor (ßhyn. Livl. IL 1861, p. 473) ist eine Psylla. — Mit dieser 
Art ist Cherm. lutea Thoms. synonym. 

lepidoptera, — Die Beschreibung, welche Rudow (Psyll. 1875, p. 11) 
von seiner Trioza lepidoptera gibt, ist wie alle Beschreibungen dieses Autors 
sehr kurz und beschränkt sich ausschliesslich auf die Färbung. Da diese aber, 
wie bekannt, für die Erkennung der Psylloden -Arten in den meisten Fällen 
Nebensache, die plastischen Merkmale hingegen die Hauptsache sind, so wird 
auch diese Art nach der Beschreibung allein nicht wieder zu erkennen sein 
und, da auch Typen von ihr nicht mehr existiren, für immer dubios bleiben. 
Rudow's Angabe: „Flügel grünlich, mit unregelmässig zerstreuten, federigen, 
braunen und rothen Schuppen bedeckt", lässt sogar der Vermuthung Baum, 
dass dieses Insect gar nicht zu den Psylloden gehört. 

lichenis. — Das von Gmelin (Syst. Nat. 13. edit. 1789, I. pt. 4, p. 2214) 
als Chermes lichenis aufgeführte Insect ist dasjenige, welches von Geoffroy 
(Hist. abreg. Ins. L 1762, p. 488) „la psylle des pierres'^ und (in Fourcroy's 
Ent, paris. I. 1785, p. 224) Psylla lapidum (seu lichenis) genannt wurde.^) Es 
gehört nicht zu den Psylloden, sondern wahrscheinlich zur Fam. Psocidae. 

limbata^ Waga (Ann. soc. ent. Fr. 1842, p. 275, Diraphia) ist eine 
Livia. — Mit dieser Art ist Liv. crefeldensis Mink identisch. 

limbata, Meyer- Dür (Psyll. 1871, p. 392) ist eine Psylla. 

Loewii^ Scott (Trans. Ent. Soc. London 1876, p. 541, pl. VIII, Fig. 9) 
ist eine Psylla. 

lurida, Scott (Ent. M. Mag. XVL 1880, p. 250) ist eine Äphalara. 

lutea^ Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 833, Chermes) = Psylla ledi 
Flor (Eeuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 158). 

maculosa^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 256, Taf. VI, 
Fig. 4a— fe) gehört zum Genus Äphalara. 

malacldtica^ Dahlbom (KgL Vet. Akad. Handl. L 1850, p. 177, Psylla) 
= Äphalara artemisiae Fstr. (Flor, Rhyn, Livl. II. 1861, p. 538). 

mall, Schmidberger (Beitr. z. Nat. schädl. Ins. IV. 1836, p. 186—199, 
Chermes) ist eine Psylla. — Mit dieser Art sind Ps. mali Fstr., Flor, aerugi- 
nosa Fstr., occulta Fstr,, crataegicola Fstr. (nee Flor), dubia Fstr., rubida M.-D., 
claripennis M.-D. und viridissima Scott synonym (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. 1877, p. 135). 

marginata^ Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 374, Psylla) 
gehört nach Hartig 's Angaben über die Nervation der Flügel zum Gen. Trioza. 
Diese Art wird aber nach der dürftigen Beschreibung, welche Hartig von ihr 
gibt, wohl nie mehr wieder zu erkennen sein. 

marginepunctata^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 396) ist eine Trioza. 

TYimira^ Förster (Psyll. 1848, p. 94) ist eine Trioza. — Mit dieserj 
Art ist Tr. helvetina M.-D. synonym. j 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



243 



melanonetira^ Förster (Psyll. 1848, p. 75) ist eine PsyZZa. — Diese 
Art ist, wie ich mich durch Vergleichung der Typen überzeugte, identisch mit 
Ps. crataegi Fstr. (nec Schrk.), zu welcher Ps. piti/ophila Flor, oxyacanthae 
M.-D. und pro parte sirnüis M.-D. als Synonyma gehören (F. Low, Verh. d. 
k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 206). Da der Name „crataegi^'' schon früher von 
Schrank für diejenige Art benützt wurde, welche Förster Ps. costatopunctata 
genannt hat, so muss die Förster 'sehe Ps. crataegi von nun an Ps. melano- 
neura Fstr. heissen. (Sieh bei crataegi Fstr.) 

melina^ Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 477) ist eine Psylla. 

meliphila^ F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 257, Taf. XV, 
Fig. 3— 4) gehört zum Genus Psyllopsis. 

mesomela^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 395) ist eine Trioza. 

Meyer-Dürii, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 595, 
Taf. XV, Fig. 31) = Trioza munda Fstr. (nec Flor). — Der Name Trioza 
Meyer-Bürii wurde von mir derjenigen Art gegeben, welche Meyer-Dür 
Trioza distincta nannte, weil der Speciesname „distincta" von Flor schon 
früher für eine andere Trioza -Art verwendet wurde und zwei gleichnamige Arten 
in einem Genus nicht zulässig sind. Bei der Vergleichung der Forst er 'sehen 
und Meyer-Dür 'sehen Typen hat es sich nun gezeigt, dass die Tr. distincta 
M.-D. keine selbststäudige Art, sondern identisch mit Tr. munda Fstr. (nec 
Flor) ist. Es kommt ihr daher der letztere Name zu, weil dieser die Priorität hat. 

microjytera^ Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 838, Chermes) = Psylla 
parvipennis F. Lw. (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 158). 

modesta, Förster (Psyll. 1848, p. 84) ist eine Trioza. 

mollugini.s. — Die von Walker (List Homopt. Ins. Suppl. 1858, p. 275) 
aufgeführte Psylla woZ?w^mi9 Halid. Mss. wurde weder von Haliday noch von 
irgend einem anderen Autor beschrieben. Dieser Name hat daher gar keinen 
wissenschaftlichen Werth. 

munda ^ Förster (Psyll. 1848, p. 88) ist eine Trioza. — Zu dieser 
Art gehören Tr. distincta M.-D. und Meyer-Bürii F. Lw. als Synonyma. 

munda ^ Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 515) nec Fstr. = Trioza 
silaceaM.-T>. — Ich habe mich durch die Vergleichung der Typen überzeugt, 
dass Flor unter dem Namen Tr. munda eine von der gleichnamigen Förster- 
schen Art ganz verschiedene Trioza beschrieben hat, und dass diese mit Meyer- 
Dür's Tr. silacea identisch ist. 

myrti, Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1876, p. 285) ist eine Psylla. 

nebulosa, Zetterstedt (F. Ins. Lapp. I. 1828, p. 551 und Ins. Lapp. 
1840, p. 307, Chermes) gehört zum Genus Aphalara (Reuter, Meddel. Soc. 
pro F. et Fl. fenn. 1876, p. 77). — Zu dieser Art gehören Aph. radiata Scott 
und graminis Thoms. (nec L.) als Synonyma. 

nehulosa^ Mink (Stett. ent. Ztg. 1859, p. 430, Psylla) = Aphalara 
tamaricis Put. — Das im kaiserl. Hofcabinete in Wien vorhandene typische 
Exemplar von Mink 's Ps. nehulosa ist ein Weibchen von Aph. tamaricis Tut. 

31* 



244 



Franz Löw. 



Neilreichii^ G. v. Frauenfeld (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1864, 
p. 689) = Trioza centr anthiYül (Andr^, Ann. soc. ent. Fr. 1878, p. 77). 

nervosa^ Förster (Psyll. 1848, p. 90) gehört zum Genus Aphalara. 
— Mit dieser Art ist Aph. subfasciata Fstr. und wahrscheinlich auch Aph. 
crassinervis Rud. identisch. 

nervosa^ Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 840, Aphalara) ist nicht die 
Forst er 'sehe Art gleichen Namens, sondern nach Reuter (Ent. Tidskr. 1881, 
p. 151) identisch mit Aphalara picta Zett. 

nigricornis, Förster (Psyll. 1848, p. 86) ist eine Trioza. 

nigricornis^ Rudow (Psyll. 1875, p. 9, Psylla). Von dieser Art muss 
ich dasselbe sagen, was ich schon bei Rudow' s Ps. frontalis gesagt habe. 
(Sieh diese.) 

nigrita, Z Otterstedt (F. Ins. Lapp. I. 1828, p. 556 und Ins. Lapp. 1840, 
p. 309, Chermes) gehört zum Genus Psylla. — Mit dieser Art sind Cherm. 
pulchra Zett., Ps. pinetiFlor und pro parte Ps. similis M.-D. synonym (Reuter, 
Ent. Tidskr. 1881, p. 156 und F. Löw, Verh.d.k.k. zool.-botan. Ges. 1879, p.576). 

nigrita^ Reuter (Meddel. Soc. pro F. et Fl. fenn. 1876, p. 74) nec. Zett. 
gehört auch zum Genus Psylla, ist aber von der vorhergehenden Zetterstedt- 
schen Ps. nigrita verschieden und höchst wahrscheinlich eine selbstständige 
Art. Herr Reuter hat mir mitgetheilt, dass er sich soeben mit der Unter- 
suchung und Beobachtung dieser Art beschäftigt, und dass er die hiebei er- 
zielten Resultate seiner Zeit veröffentlichen wird. (Sieh Nachtrag.) 

nohilis, Meyer-D ür (Psyll. 1871, p. 394) = Psylla costalis Flor 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 572). 

notata^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 865) ist synonym mit Ps. apiophila 
Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 137) und diese ist wieder 
identisch mit Psylla pyricola Fstr. 

oMiqua, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 825, Trioza) ist eine Trioza. 

obliqua, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 837, Chermes). Ob diese Art 
eine selbstständige oder ob sie mit einer anderen identisch ist, lässt sich aus 
der von Thomson gegebenen ungenügenden Beschreibung nicht beurtheilen. 
Sie wurde auf ein einzelnes Weibchen hin aufgestellt und wird, falls diese Type 
zu Grunde geht, wohl nie wieder erkannt werden können. 

occulta^ Förster (Psyll. 1848, p. 98) = Psylla mali Schdbg. — 
Die noch vorhandenen drei typischen Exemplare von Ps. occulta Fstr. sind 
nichts Anderes als Ps. mali Schdbg. in herbstlicher Färbung. 

oleae^ Boy er de Fonscolombe (Ann. soc. ent. Fr. 1840, p. 101, Psylla) 
= Euphyllura olivina 0. G. Costa. — Das von Boyer de Fonscolombe 
unter dem Namen Psylla oleae beschriebene Insect wurde schon früher von 
0. G. Costa (Monografia degl' insetti ospitanti sull' ulivo e nelle olive. 2*** ediz. 
Napoli 1839, p. 23—25, taf. I, fig. A, h, c, x) als Thrips olivinus beschrieben 
und gut erkennbar abgebildet. Es gehört zum Genus Euphyllura Fstr. und 
muss mit dem Costa'schen Speciesnamen , welcher die Priorität hat, be- 
zeichnet werden. 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



245 



olivacea^ Rudow (Psjll. 1875, p. 8, Psylla). Diese Art wird nach der 
kurzen Beschreibung, in welcher nur einige Färbungsmerkmale angegeben sind, 
nicht wieder zu erkennen sein, und, da von ihr keine Typen mehr existiren, 
wohl für immer dubios bleiben. 

olivina, 0. G. Costa (Monogr. ins. ospit. s. ulivo, 1839, p. 23, taf. I, 
fig. A, by c, X, Thrips) gehört zum Genus Euphyllura. — Mit dieser Art ist 
Ps. oleae B. de Fonsc. synonym. (Sieh diese.) 

ornata, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 393) = Psylla elegantula Zett. 

— Von dieser Psylla -Art kannte ich lange Zeit bloss die Weibchen, und da diese 
den Weibchen von Ps. nigrita Zett. ausserordentlich ähnlich sind und sich von 
denselben fast nur durch bedeutendere Grösse unterscheiden, so konnte ich bisher 
nicht beurtheilen, ob die Ps. ornata M.-D. eine eigene Art oder bloss eine Varietät 
von Ps. nigrita Zett. ist. Nachdem ich aber nunmehr Gelegenheit hatte, auch 
die Männchen von Ps. ornata M.-D. kennen zu lernen, bin ich der Ansicht, 
dass diese Art identisch mit Psylla elegantula Zett. ist, weil nicht nur Zetter- 
stedt's und Thomson's Beschreibung der Ps. elegantula auf sie passt, son- 
dern auch ihre Genitalien mit der Abbildung übereinstimmen, welche Reuter 
(Ent. Tidskr. 1881, p. 159) von dem männlichen Genitalapparate dieser Art ge- 
geben hat. 

oxyacanthae^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 393) = Psylla melano- 
neura Fstr. (Sieh diese.) 

pallida, Lethierry (Catal. d. Hem. 1874, p. 95) = Aphalara sub- 
punctata Fstr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 124). 

2>aWi/?e«, Förster (Psyll. 1848, p. 84) = Trioza curvatinervis Fstr. 

— Das noch vorhandene typische Exemplar von Tr. pallipes Fstr. ist ein unaus- 
gefärbtes Weibchen der Tr. curvatinervis Fstr. 

paludufn, Fstr. Mss. — Unter diesem Namen führt Walker (List 
Homopt. Ins. pt. IV. 1852, p. 910) in dem Genus Livia eine Art auf, welche er 
als eine fragliche Varietät von Livia juncorum Latr. bezeichnet. Da Förster 
keine Livia paludum beschrieben hat, so ist dieser Name ganz werthlos. 

parvipennis^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 132—134, 
Taf. VI, Fig. ha—b) ist eine Psylla. — Diesen Namen habe ich derjenigen Art 
gegeben, welche von Flor irrthümlich als Ps. saliceti Fstr. beschrieben wurde. 
Förster's Ps. saliceti ist eine andere Art. (Sieh diese.) Mit Ps. parvipennis m. 
ist ausser Ps. saliceti Flor (nec Fstr.) auch die von Thomson (Opusc. ent. VIII, 
p. 838) beschriebene Cherm. microptera synonym. (Sieh hierüber Reuter, Ent. 
Tidskr. 1881, p. 158.) 

peregrina, Förster (Psyll. 1848, p. 74) ist eine Psylla. — Zu dieser 
Art gehören Ps. carpini Fstr. und crataegicola Flor (nec Fstr.) als Synonyma. 

Perrisii^ Puton (Pet. nouv. ent. II. 1876, p. 15 und Ann. Soc. ent. Fr. 
1876, p. 286—287) gehört zum Genus Bactericera. 

perslcae, — Die von Fabricius (Gen. Ins. 1777, p. 304) im Linnö- 
Bchen Genus Chermes aufgeführte Ch. persicae ist keine Psyllode, sondern eine 
Art aus der Farn. Coccidae. 



246 



Franz Low. 



perspicillata^ Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 457) = Psylla fusca 
Zett. (Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 160). 

phaeoptera^ F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 549, Taf. XV, 
Fig. 1—2) gehört zum Genus Psylla. 

phillyreae^ Förster (Psyll. 1848, p. 93) gehört zum Genus Euphyllura. 

picta^ Zetterstedt (F. Ins. Lapp. I. 1828, p. 553 und Ins. Lapp. 1840, 
p. 308, Chermes) gehört zum Genus Aphalara. — Zu dieser Art gehören Aph. 
flavipennis Fstr., sonchi Fstr., alpigena M.-D. und nervosa Thoms. (nec Fstr.) 
als Synonyma. 

picta^ Förster (Psyll. 1848, p. 81, Psylla). Das von dieser Art noch 
vorhandene typische Exemplar (1 9) ist in einem so defecten Zustande, dass 
die Species darnach nicht beurtheilt werden kann; da aber auch Förster's 
Beschreibung hiezu nicht genügt, so wird diese Art kaum mehr wieder zu er- 
kennen sein. 

pilosa, Oschanin (Nachr. Ges. Liebh. Naturk. Moskau VI. pt. 8, 1870, 
p. 46) gehört zum Genus Aphalara. 

pinefi^ Flor (Rhyn. Livl. IL 1861, p. 471) = Psylla nigrita Zett. 
(Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 156). 

pini, Linne (F. suec. 1. edit. 1746, Nr. 699, Chermes) und 

pini, Geoffroy (in Four er oy ' s Ent. paris. I. 1785, p. 224, Psylla) sind 
keine Psylloden, sondern gehören zur Farn. Aphidae. 

pinicola* Förster (Psyll. 1848, p. 86) ist eine Trioza. (F. Low, Verh. 
d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 139, Taf. VI, Fig. 7). 

pityophila^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 369) = Psylla melano- 
neura Fstr. (Sieh diese.) 

Pityopsylla^ Amyot(Ann. soc. ent. Fr. 1847, p. 461) ist die Linne'sche 
Chermes pini und folglich keine Psyllode, sondern eine Aph i de. 

polygoni, Förster (Psyll. 1848, p. 90) = Aphalara calthae L. 
(Reuter, Meddel. Soc. pro F. et Fl. fenn. 1876, p. 72 und Ent. Tidskr. 1881, p. 149). 

propinqiiä, F. Lö w (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 257, Taf. VI, 
Fig. 5a — h) gehört zum Genus Diaphorina. 

protensa^ Förster (Psyll. 1848, p. 82) = Trioza urticae L. (Flor, 
Rhyn. Livl. IL 1861, p. 507). 

proxima, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 404) ist eine Trioza. — Mit 
dieser Art ist Tr. juniperi M.-D. synonym. 

pruni^ Scopoli (Ent. carn. 1763, p. 140, Chermes) ist eine Psylla. 
— Zu dieser Art gehört Ps. fumipennis Fstr. als Synonym. 

puIcJiella, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 143, Taf. VI, 
Fig. 9a — d) gehört zum Genus Psylla. 

pulchra^ Zetterstedt (Ins. Lapp. 1840, p. 309, Chermes) = Psylla 
nigrita Zett. (Thomson, Opusc. ent. VIII, p. 836 und Reuter, Ent. Tidskr. 
1881, p. 156). 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



247 



pulsatoria, — Die von Billberg (Enum. Ins. in Mus. Billberg. 1820, 
p. 94) unter dem Namen Psylla pulsatoria aufgeführte Art ist keine Psyllode, 
sondern die bekannte Psocide Atropos pulsatoria L. 

puncticosta, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 834, Chermes) ist iden- 
tisch mit Psylla costatopunctata Fstr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 
1879, p. 570 und Reuter, Ent. Tidskr. 1881, p. 154), welche, wie oben bei dieser 
Art angegeben wurde, = Psylla crataegi Schrk. (nec Fstr.) ist. 

pmictiventris, Rudow (Psyll. 1875, p. 11, Trioza). Diese Art wird 
nach der Beschreibung allein, welche ausser einigen Angaben über die Färbung 
nur die Merkmale der Stirnkegel enthält, nie wieder zu erkennen sein und, da 
auch keine Typen von ihr mehr existiren, für immer dubios bleiben. 

purpurascens , Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 375, 
Psylla). — Diese Art wird sich wohl nie wieder erkennen lassen, weil sie von 
Hartig viel zu ungenügend beschrieben wurde und von ihr ebenso wie von 
allen übrigen Hartig'schen Arten auch keine Typen mehr existiren. Da Hartig 
von dieser Art angibt, dass an der Unterseite ihres Kopfes ein dicker nach vorn 
gerichteter Zapfen vorspringt und dass die Stirnkegel bei ihr nur angedeutet 
sind, so könnte man sie für eine Aphalara halten. 

PiitoiiU, F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 604—605, 
Taf. IX, Fig. 22—25, Diaphora) gehört zum Genus Diaphorina (F. Low, 
ibid. 1879, p. 567). — Mit dieser Art ist Psylla aphalaroides Put. identisch. 

pyrastri^ F. Löw (Pet. nouv. ent. II. 1876, p. 65 und Verh. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. 1877, p. 146, Taf. VI, Fig. IIa— c) gehört zum Genus Psylla. 

pyrenaea, Mink (Stett. ent. Ztg. 1859, p. 430, Psylla) ist eine Floria 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 592). 

pyri, Linnd (F. suec. 1761, Nr. 1004, Chermes) ist eine Psylla. — 
Diese Art wurde schon öfter mit anderen auf Pyrus lebenden Psylloden ver- 
wechselt. So ist die Psyllode, welche Schmidberger (Beitr. z. Nat. schädl. 
Ins. L 1827, p. 179—195 und Ratzeburg (Forstins. IIL 1844, p. 187, Anm., 
Taf. XI, Fig. 2) unter dem Namen Chermes, respective Psylla pyri L. beschrieben 
haben, nicht diese Art, sondern Ps. pyrisuga Fstr., ferner die, welche Curtis 
(Gard. Chronicle 1842, p. 156) Ps. pyri nennt, wahrscheinlich Ps. pyricola Fstr. 
und die, welche Scott (Trans. Ent. Soc. London 1876, p. 536) als Ps. pyri L. 
beschrieben hat, die Ps. simulans Fstr. — Hieher gehört Apiopsylla Am. als 
Synonym. 

pyii^cola^ Förster (Psyll. 1848, p. 77) ist eine Psylla. — Mit dieser 
Art sind Ps. apiophila Fstr. und notata Flor und wahrscheinlich auch die von 
Curtis (Gard. Chron. 1842, p. 156) als Ps. _2?2/^i beschriebene Psyllode identisch, 
(Sieh das bei apiophila Gesagte.) 

pyrisuga, Förster (Psyll. 1848, p. 78) ist eine Psylla. — Mit dieser 
Art sind Ps. austriaca Flor, aurantiaca Gour., rutila M.-D. und rufitarsis M.-D. 
identisch. Da sie von Schmidberger und Ratzeburg irrthümlich als Ps. 
pyri L. beschrieben wurde, so ist auch noch Ps. pyri Schdbg., Ratzeb. (nec L.) 
als Synonym zu ihr zu stellen. (Sieh bei pyri). 



248 



Franz Löw. 



quercus^ Linne (P. suec. 1761, Nr. 1009, Chermes). Diese Art ist noch 
immer eine dubiose, denn bis heute wurde noch nie auf Quercus eine Psyllode 
gefunden, auf welche die Beschreibung, die Linn^ von seiner Cherm. quercus 
gegeben hat, bezogen werden könnte. Die von Thoms o n (Opusc. ent, VIII, p. 834) 
vorgenommene Identificirung derselben mit Ps. costatopunctata Fstr. ist ganz 
unrichtig (F. Löw, Verb. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 570). 

quercus, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 834, Chermes) nec Linnä = 
Psylla crataegi Schrk., necPstr, (Sieh oben bei costatopunctata und crataegi.) 

racliata, Förster (Ps3dl. 1848, p. 70, Arytaina) gehört zum Genus 
AUoeoneura (F. Löw, Verh. d. k. k. zooL-botan. Ges. 1878, p. 594—596, Taf. IX, 
Fig. 6, 7, 10). — Zu dieser Art gehören Ps. lactea A. Costa und cytisi Beck, 
(nec Put.) als Synonyma. 

racUata, Scott (Trans. Ent. Soc. London 1876, p. 562, pl. IX, Fig. 12) 
= Aphalara nehulosa Zett. (Thomson, Opusc, ent. VIII, p. 841 und 
F. Löw, Verh, d. k, k. zool,-botan. Ges. 1879, p. 566). 

recondita, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p, 400) ist eine Trioza. 

remota, Förster (Psyll. 1848, p. 88) ist eine Trioza. — Zu dieser 
Art gehören Tr. cinndbarina Fstr., haematodes Fstr. und dryobia Flor als 
Synonyma. 

retamae, Puton (Bull. soc. ent. Fr, 1878, p. 180, Psylla) gehört zum 
Genus Floria. — Bolivar et Chicote (An. soc, esp. bist, nat, 1879, p. 184, 
Läm. II, Fig. 6—6 a) haben Abbildungen des Kopfes und der Flügel dieser Art 
gegeben. 

Heuterii, F, Löw (Verh, d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p, 261, Taf. VI, 
Fig. 7a— b) gehört zum Genus Psylla. 

rhamni, Schrank (F. boic. II. 1801, p. 141, Chermes) ist eine Trioza. 
— Mit dieser Art sind Tr. abieticola Fstr. und argyrea M.-D. synonym (F. Löw, 
Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 211, Taf.'l, Fig. 17—18 und Ent. M. 
Mag. XIV. 1877, p. 20). — G. v. Frauenfeld hat (Verh. d. k. k. zooh-botan. 
Ges. 1861, p. 169) irrthümlich die Tr. Walkeri Fstr. mit dem Namen Tr. rhamni 
Schrk. bezeichnet. 

rhamnicola, Scott (Trans. Ent. Soc. London 1876, p. 548) ist eine 
Psylla. 

rhododendrij Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1871, p. 436) ist eine Psylla. 

rhois, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 148, Taf. VI, 
Fig. 13a~d, Psylla und 1878, p. 598, Taf. IX, Fig. 13—14) gehört zum Genus 
Calophya. 

rotundata, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 406) ist eine Trioza. 

rubida, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 393) = Psylla mali Schdbg. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 135). 

rubra, — Die Psyllode, welche Geoffroy (Hist. abreg. Ins. I. 1762, 
p. 489) „la psylle rouge" nannte und (in Fourcroy's Ent. paris. I. 1785, p. 224) 
unter dem Namen Psylla rubra beschrieb,^) ohne die Nährpflanze derselben 
anzugeben, wurde von Goureau (Ins. nuis, 1862, p. 33) als wahrscheinlich 



Revision der paläarktischen Psyllodeu. 



249 



identisch mit PsyJla pyri L. gedeutet. Da os mehrere rothf^efärbte Psylloden- 
Arten gibt, die Fs. pyri L. aber nie in so auffallend rother Färbung, wie sie 
Geoffroy von seiner Ps. rubra angibt, vorkommt, so ist die Deutung Goureau's 
jedenfalls eine irrige, und die Ps. rubra Geolf. eine ganz andere Art, als 
Goureau meint. Nach der dürftigen Beschreibung, welche Geoffroy von 
dieser Art gegeben hat, ist es überhaupt nicht möglich, diese wieder zu erkennen, 
und sie wird daher wahrscheinlich für immer zweifelhaft bleiben. — Aber auch 
die von Goureau (1. c.) als Ps. rubra Fourc. beschriebene Art, kann die Ps. 
pyri L. nicht sein, weil in der Beschreibung der an der Clavusspitze befind- 
liche, schwarze Fleck nicht erwähnt ist, welcher diese letztere Art auszeichnet. 
Es ist somit auch Goureau's Ps. rubra eine dubiose Species. 

rufitarsis, Meyer-D ür (Psyll. 1871, p. 394) = Psylla pyristigaFstr. 
(F. Low, Verh. d, k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 567). 

rufula^ Förster (Psyll. 1848, p. 76) = Psylla salicicola Fstr, 
(F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 198). 

rumieis^ F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. 1879, p. 557, Taf. XV, 
Fig. 8 — 9) gehört zum Genus Trioza. 

rtitila^ Meyer- Dür (Psyll. 1871, p. 394) = Psylla pyrisuga Fstr. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 568). 

saliceti, Förster (Psyll. 1848, p. 79) ist eine Psylla (F. Löw, Verh. 
d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 133, Taf. VI, Fig. 4a— b). 

saliceti, Flor (Rhyn. Livl. IL 1861, p. 478) = Psylla parvip ennis 
F. Lw. Da die von Flor (1. c.) beschriebene Ps. saliceti nicht die Förster'sche 
Art gleichen Namens ist, so habe ich für sie den Namen „parvipennis" gewählt 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 132—134, Taf. VI, Fig. 5a— b). 

.salicicola, Förster (Psyll. 1848, p. 72) ht eine Psylla. — Mit dieser 
Art sind Ps. rufula Fstr. und subgranulata Fstr. synonym. 

Salicis, Linne' (F. suec. 1761, Nr. 1012, Chermes) wurde von Linne 
wie folgt beschrieben: „Alba est. Abdomen supra maculis obsoletis. Thorax 
linea transversa nigra. Antennae infra medium albae, extra medium nigrae. 
— Hdb. in Salice varia"'. Aus den in dieser Beschreibung enthaltenen An- 
gaben über die Fühler ist wohl zu entnehmen, dass diese Art eine Trioza sein 
muss; aber welcher von den fünf Trioza -Arten , die bis jetzt, als auf Salices 
lebend, bekannt sind, sie angehört, lässt sich nach der obigen Beschreibung 
allein nicht beurtheilen. Diese Art ist demnach dubios und wird es wahrschein- 
lich für immer bleiben. 

salicivora, Renter (Meddel. Soc. pro F. et Fl. fenn. I. 1876, p. 75) gehört 
zum Genus Trioza. 

salsolae, Lethierry (Pet. nouv. ent. 1874, p. 449 und Ann. soc. ent. 
Fr. 1876, p. 54, Aphalara) gehört zum Genus Rhinocola (F. Löw, Verh. d. 
k. k. zool.-botan. Ges. 1882, p. 4). 

sanguinosa, Förster (Psyll. 1848, p. 85) — Trioza alb iv ent ris Fstr. 
(F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 138). 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 32 



250 



Franz Low. 



sarmatica, F. Low (Wien. ent. Ztg. 1882, p. 92—94, Fig.) ist eine 
Fsylla. — Diese Art ist diejenige, welche von Becker in Sarepta als Ps. 
spiraeae an Museen und Entomologen versendet, aber nicht beschrieben wurde. 

Saundersi, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 390) ist eine Trioza. — Zu 
dieser Art gehört Tr. acutipennis Flor (nec Zett., nec Fstr.) als Synonym. (Sieh 
bei acutipennis.) 

Schrankii, Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 403) ist eine Trioza. 
Scottii^ F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 554, Taf. XV, 
Fig. 6) ist eine Trioza. 

senecionis, Scopol! (Ent. carn. 1763, p. 140, Chermes) ist eine Trioza. 
— Mit dieser Art ist Tr. sylvicola Frfld. synonym (F. Low, Verh. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. 1879, p. 586, Taf. XV, Fig. 24—25). 

signata, F. Low (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 254, Taf. VI, 
Fig. Sa—h) gehört zum Genus Aphalara. 

silacea, Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 389) ist eine Trioza. — Mit 
dieser Art ist Tr. munda Flor (nec Fstr.) identisch. (Sieh bei munda.) 

similis^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 393, Psylla). Nach den Typen, 
welche ich von dieser Art gesehen habe, ist sie zum Theile mit Ps. melano- 
neura Fstr. und zum Theile mit Ps. nigrita Zett. identisch. Sie muss daher 
bei diesen beiden Arten als Synonym pro parte aufgeführt werden (F. Low, 
Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 576). 

sijnpfex, Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 374, Psylla). 
Da diese Art von Hartig zu denjenigen Psylloden gestellt wurde, deren Cubital- 
zelle ungestielt ist, so gehört sie wahrscheinlich zum Genus Trioza. Mehr lässt 
sich aber von ihr nicht sagen, denn ihre überaus kurze Beschreibung, welche 
folgendermassen lautet: „Grün; äussere Fühlerhälfte und Klauen braun", 
reicht nicht hin, sie wieder zu erkennen. Wollte man irgend eine der jetzt 
bekannten, grünen Trioza -Arten als die Tr. simplex Htg. deuten, so wäre diess 
doch immer nur eine Vermuthung. 

simulans, Förster (Psyll. 1848, p. 80) ist eine Psylla. — Diese Art 
wurde mir schon mehrere Male als Ps. pyri L. zugesendet, was bei der grossen 
Aehnlichkeit beider Arten nicht befremdlich ist. Auch die von J. Scott (Trans. 
Ent. Soc, London 1876, p. 536) als Ps. pyri beschriebene Art ist nichts Anderes 
als die Ps. simulans Fstr., wie ich aus englischen Exemplaren ersehen habe, 
welche Scott mir damals unter dem Namen Ps. pyri sandte. Mit Ps. simulans 
Fstr. sind Ps. argyrostigma Fstr. und Ps. pyri Scott (nec Lin.) identisch. 

solani-tuberosi^ Schneider (Sitzgbr. Akad. Wiss. Wien 1852, p. 8—27, 
Psylla). Das Insect, welches unter diesem Namen beschrieben wurde, ist keine 
Psyllode, sondern eine Jasside der Gattung Chlorita (Kollar, ibid.). 

sonchi, Förster (Psyll. 1848, p. 96) = Aphalara picta Zett. (Flor, 
Rhyn. Livl. IL 1861, p. 540). 

.sorb?, Linne (Syst. Nat. T. I, pt. 2, 1767, p. 738, Chermes). Diese Art 
hat Linn^ mit folgenden wenigen Worten beschrieben: „Corpus supra lituris 
lineisque variis nigris; suMus virens. Thorax flavescens, antice punctis 2, 



Kevidou der paläarktiscben Psylloden. 



251 



postice lifieis 4 nigris. — Hdb. in Sorbo aucuparia." Da bis heute noch keine 
Psyllode aufgefunden wurde, welche Sorbus ancuparia L. zur Nährpflanze hat, 
so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Anwesenheit von Linn^'s Ch. sorbi auf 
dieser Pflanze nur eine zufällige war. Dieser Umstand sowohl als die Unzu- 
länglichkeit der oben citirten Beschreibung lassen das Wiedererkennen dieser 
Art als sehr zweifelhaft erscheinen. 

sorbi ^ Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 829, Chermes) nec Linne = 
Ps i/llopsis fraxini L. pro parte und auch = Psyllop. discrepans Flor pro 
parte (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 589 und Reuter, Ent. 
Tidskr, 1881, p. 153). — Thomson hat nämlich ein Weibchen von Ps. fraxini L. 
mit uLgefleckten Flügeln für Linne 's Ch. sorbi gehalten und (1. c.) als diese 
Art beschrieben und nach Reuter auch ein im Reichsmuseum zu Stockholm 
befindliches Männchen von Ps. discrepans, dessen Flügel ebenfalls ungefleckt 
sind, als Ch. sorbi L. determinirt. 

sparfii, Hartig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III 1841, p. 375, Psylla) = 
Arytaina genistae Latr. (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 125 
und 1878, p. 597). 

spartii^ Guerin (Iconogr. pt. VII. 1843, p. 370, pl. 59, Fig. lla—d) 
gehört zum Genus Psylla. — Zu dieser Art gehört Ps. spartiophila Fstr. als 
Synonym. 

spartiisuga^ Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1876, p. 283, Psylla) gehört 
zum Genus Floria (F. Low, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 593). 

spartiophila^ Förster (Psyll. 1848, p. 75) = Psylla spartii Guör. 
nec Htg. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 126). 

speciosa^ Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 526) ist eine Phinocola. 

spectahilis^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 362, Psylla) gehört zum Genus 
Floria (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 594). 

spiraeae (Becker). — Mit diesem Namen ist in Museen und Samm- 
lungen eine Psylla-Art bezeichnet, welche von Becker bei Sarepta gesammelt, 
aber nicht beschrieben wurde. Diese Art habe ich nun (Wien. ent. Ztg. 1882, 
p. 92—94, Fig.) unter dem Namen Psylla sarmatica beschrieben. 

stenolahis F. Löw (Pet. nouv. ent. II. 1876, p. 65 und Verh. d. k. k. zool.- 
botan. Ges. 1877, p. 144, Taf. VI, Fig. 10a— 6) = Psylla ambig ua Fstr. 
(Sieh diese.) 

striola, Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 508) ist eine Trioza. 

subfasciata^ Förster (Psyll. 1848, p. 90) == Aphalara nervosa Fstr. 
— Das noch vorhandene, typische Exemplar dieser Art ist ein bleiches, unreifes 
Männchen von Aph. nervosa Fstr. 

siibgranulata^ Förster (Psyll. 1848, p. 94) = Psylla salicicola 
Fstr. — Von dieser Art existirt noch das typische Exemplar, welches nichts 
Anderes als ein ziemlich dunkel gefärbtes Individium von Ps. salicicola Fstr. ist. 

suhpunctata^ Förster (Psyll. 1848, p. 91) ist eine Aphalara. — Zu 
dieser Art gehört Ajph. pallida Leth. als Synonym. 

32* 



252 



F r a ü z Low. 



subrubesce7is^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 411) gehört zum Genus 
Ehinocola. 

succincta, Eeeger (Sitzbr. Akad. Wiss. Wien 1855, p. 43, Taf. IV, 
Psylla) gehört zum Genus BJiinocola. — Mit dieser Art ist wahrscheinlich 
Äph. Targionii Licht, identisch (F. Löw, Verh, d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, 
p. 561 und 1881, p. 164), 

sulfurea, Rudow (Psyll. 1875, p. 9, Psylla). — Diese Art wird ebenso 
wie alle anderen von diesem Autor aufgestellten , neuen Psylloden - Arten nie 
wieder erkannt werden können, weil einerseits die äusserst dürftige Beschreibung 
derselben hiezu nicht ausreicht, anderseits keine Typen von ihr mehr existiren. 

sylvicola^ G. v. Frauenfeld (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1861, p. 170, 
Taf. III), Fig. 9) = Trioza senecionis Scop. (F. Löw, ibid. 1879, p. 586). 

sylvicola^ Lethierry (Cat. Hem. 1874, p. 90) = Psylla Hartigii 
Flor (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 577). 

syriaca, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 262, Taf. XV, 
Fig. 11) gehört zum Genus Floria. 

tamaricis, Puton (Ann. soc. ent. Fr. 1871, p. 436, Ehinocola) gehört 
zum Genus Äphalara (F. Löw, Verh. d. k. k. zooL-botan. Ges. 1882, p. 4). — 
Mit dieser Art ist Ps. nebiilosa Mink (nec Zett.) identisch, 

Targionii^ Lichtenstein (Bull. soc. ent. Fr. 1874, p. 228, Äphalara) 
ist wahrscheinlich identisch mit Ehinocola succincta Heeg. (F. Löw, Verh. 
d. k. k. zool.-botan. Ges. 1879, p. 561 und 1881, p. 164). 

terminalis^ Meyer-Dür (Psyll. 1871, p. 392) = Psylla hrevi- 
antennata Flor (Puton, Ann. soc. ent. Fr. 1871, p. 437). 

torifrons^ Flor (K. d. Rhyn. 1861, p. 360, Psylla) gehört zum Genus 
Ämhlyrhina (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 600). 

triozoides, Lethierry (Cat. Hem. 1874, p. 89) = Psylla crataegi 
Schrk. nec Fstr. (Sieh bei costatopunctata und crataegi.) 

tripunctata, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 150, Taf. VI, 
Fig. 14a— b) gehört zum Genus Trioza. 

tiirkestanica, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1880, p. 253, 
Taf. VI, Fig. 2a— b) ist eine Ehinocola. 

ulicis, Curtis (Brit. Ent. XII. 1835, Nr. 565, Psylla) = Ärytaina 
genistae Latr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 125.) 

ulicis, Curtis (Guide 1829, g. 1049b, 1 und Brit. Ent. XIII. 1836, 
Nr. 625) gehört zum Genus Livilla. — Zu dieser Art sind Ps. coleoptrata (Klug) 
Waltl und L. callunae Rud. als Synonyma zu stellen. 

ulicis^ Förster (Psyll. 1848, p. 96) = Äphalara calthaeL. — Das 
von Haliday an Förster aus Irland gesandte, typische Exemplar dieser Art 
ist ein unausgefärbtes Weibchen von Äph. calthae L. 

ulmi, Förster (Psyll. 1848, p. 71) ist eine Psylla. — Ich habe (Verh. 
d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 135) diese Art als Synonym zu Ps. mali Schdbg. 
gezogen, weil die in der Sammlung des verstorbenen Senators v. Heyden be- 
findlichen, von Förster selbst als Ps. ulmi determinirten Exemplare that- 



Revision der paläarktischen Psylloden. 



253 



sächlich zu Ps. malt gehören. In Försters eigener Sammlung befindet sich 
dagegen unter dem Namen Ps. ulmi eine ganz andere Art, welche sowohl von 
Ps. mali als auch von allen anderen mit dieser verwandten Arten verschieden 
ist. Diese Förster'sche Ps. ulmi wurde von mir nun auch in Niederösterreich, 
besonders häufig in den Auen längs der Donau auf Ulmus campestris L. und 
eff'usa W. aufgefunden. Sie ist ein wenig grösser als Ps. mali und unterscheidet 
sich von dieser auch noch durch etwas längere Fühler und durch die grössere, 
erste Randzelle in den Vorderflügeln. — Ob diese Art mit der von Linnd 
(F. suec. 17Ö1, Nr. 1002) beschriebenen Chermes ulmi identisch ist oder nicht, 
lässt sich vorläufig noch nicht beurth eilen, weil Linne' von seiner Art nur die 
Larve beschrieben hat, die Ps. ulmi Fstr. aber im Larvenstadium noch nicht 
bekannt ist. Nach Linne 's Beschreibung, welche folgendermassen lautet: 
„Chermes ulmi. — Hah. intra revoluta folia Ulmi campestris cum Aphidibus 
ejiisdem. — Larva subrotunda, cinerea, punctis elevatis nigris; obtecta lanugine 
alba copiosa", ist es übrigens nicht unmöglich, dass diese Chermes -Art keine 
Psyllode, sondern eine Aphide ist. — Mit Ps. ulmi Fstr. ist Ps. bicolor M.-D. 
identisch. 

unicolot', Flor (Rhyn. Livl. II. 1861, p. 479, Psylla) = Psyllopsis 
fraxinicola Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 138 und 
1878, p. 588). 

unicolor^ Scott (Ent. M. Mag. XVI. 1880, p. 251, Aphalara) gehört zum 
Genus Bhinocola (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1882, p. 4). 

unifasciata, F. Löw (Ent. M. Mag. XIV. 1878, p. 229 und Verh. d. k. k. 
zool.-botan. Ges. 1879, p. 580, Taf. XV, Fig. 22) = Trioza curvatinervis Fstr. 
(Sieh diese.) 

urticae, Linne (F. suec. 1761, Nr. 1006, Chermes) ist eine Trioza. — 
Zu dieser Art gehören Ps. eupoda Htg., Tr. forcipata Fstr., protensa Fstr., 
crassinervis Fstr., bicolor M.-D. und Cnidopsylla Am. als Synonyma. 

variegata^ F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1881, p. 261, Taf. XV, 
Fig. 10) gehört zum Genus Floria. 

velutina, Förster (Psyll. 1848, p. 87) ist eine Trioza. — Diese Art 
wurde von Hardy (Zoologist 1853, p. 3876) für identisch mit Tr. galii Fstr. 
gehalten. Nach meinen neueren Untersuchungen weichen diese zwei Arten in 
Hinsicht auf die Merkmale der Flügel und Genitalien sehr auffällig von ein- 
ander ab und können folglich nicht als identisch angesehen werden. 

viburni, F. Löw (Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1876, p. 194, Taf. I, 
Fig. 1—3) gehört zum Genus Psylla. 

viHdis, Hart ig (Germ. Zeitschr. f. d. Ent. III. 1841, p. 374, Psylla). 
Die Wiedererkennung dieser Art wird wohl nie mehr möglich sein, weil die 
äusserst kurze Beschreibung, welche H artig von ihr gegeben hat, hiezu nicht 
ausreicht und Typen derselben nicht mehr existiren, 

viridissima^ Scott (Trans. Ent. Soc. London 1876, p. 543) = Psylla 
mali Schdbg. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1878, p. 602). 



254 



Franz Low. Revision der paläarktiechen Psylloden. 



viridula^ Zetterstedt (F. Iiis.Lapp. I. 1828, p. 555 und Ins. Lapp. 1840, 
p. 308, Chermes) ist eine Trioza. (Flor, Rhyn. Livl. II. 1861, p. 499). - Mit 
dieser Art ist Tr. apicalis Fstr. synonym. 

viridula^ Förster (Psyll. 1848, p. 74) = Psyllopsis fraxinicola 
Fstr. (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 1877, p. 138 und 1878, p. 588). 

visci^ Curtis (Brit. Ent. XII. 1835, Nr. 565) ist eine Psylla. — Zu 
dieser Art gehören Ps. visci Fstr. und ixophila F. Lw. als Synonyma. 

vitripennis^ Förster (Psyll. 1848, p. 98) = Trioza alhiventrisFstr. 
— Das typische Exemplar dieser Art, welches von Förster in der Gegend von 
Aachen gesammelt wurde, ist ein unreifes, sehr bleiches Männchen von Tr. albi- 
ventris Fstr. 

vittipennella, Reuter (Notis. Sällsk. pro F.etFl. fenn. Förh. 1875, p. 333, 
Psylla) gehört zum Genus Floria (F. Löw, Verh. d. k. k. zool.-botan. Ges. 
1878, p. 593). 

Walkeri^ Förster (Psyll. 1848, p. 88) ist eine Trioza. — Zu dieser 
Art gehört Tr. rhamni Frfld. (nec Schrk.) als Synonym. 

Zetterstedti, Thomson (Opusc. ent. VIII, p. 832, Chermes) ist sehr 
wahrscheinlich mit Psylla hetulae L. identisch (Reuter, Ent. Tidskr. 
1881, p. 160). 

Nachtrag. 

JPalmetii ^ Reuter. — Die genaue Untersuchung der von Reuter 
(Meddel. Soc. p. F. et Fl. fenn. 1876, p. 74) unter dem Namen Ps. nigrita Z. 
beschriebenen Art hat ergeben, dass diese nicht nur von Zetterstedt 's Ps. 
nigrita verschieden, sondern auch mit keiner anderen bekannten Psylla -Art 
identisch ist. Um einer Verwechslung derselben mit der gleichnamigen Zetter- 
stedt 'sehen Art vorzubeugen, ändert nun Herr Dr. 0. M. Reuter, wie er mir 
brieflich mittheilt, den Namen seiner Ps. nigrita und nennt sie Psylla 
Palmeni, zu welchem Namen Ps. nigrita Reut, nec Zett. als Synonym zu 
setzen ist. — Diese Art kommt nicht bloss in Lappland vor, wo sie von 
Palmen entdeckt wurde, sondern findet sich auch in Sibirien, wie ich aus 
Exemplaren ersehe, welche von Gebler gesammelt und im k. k. zoolog. Hof- 
cabinete in Wien aufbewahrt sind. 



255 



Fundorte und Tiefenvorkommen einiger adriatischer 

Conchylien. 

Von 

August Wiramer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1882.) 

Im Laufe der letzten Jahre untersuchte ich das Materiale, welches Herr 
Baron v. Liechtenstern theils in Rovigno sammelte, theils in Dalmatien bei 
Gelegenheit einer Reise im Jahre 1881 fischte. Ich schreite zur Veröffentlichung 
der Resultate meiner Bestimmungen ausschliesslich aus dem Grunde, weil den 
einzelnen Exemplaren sehr genaue Angaben des Fundortes und der Tiefe, in 
der sie gefunden wurden, beigeschlossen waren; Tiefenangaben aus der Adria 
aber bis jetzt sehr spärlich vorkommen. 

In der Anordnung des Stoffes folgte ich Weinkauff: Conchylien des 
Mittelmeeres. Cassel 1867—1868 und dem Supplemento in Bulletino Malaco- 
logico Italiano. Vol. III. 1870, p. 14, 74, 128 sqq. 

Mollusca cephala, 

Ovula adriatiea Sow. Wkff. II. 2. — Canale di Leme, nördlich von Rovigno; 
im Schlamme, 28 M. i); September. 

Trivia europaea Mont. Wkff. II. 7. — Rovigno; im Schlamme, 28 M.; das 
ganze Jahr. 

Marginella clandestina Brocchi. Wkff. IL 22. — Rovigno; Hafen, 2 bis 
4 M.; April. 

Mitra ebenus Lam. var. plicata. Wkflf. IL 25. — Scoglio Mandoler;^) 22 M. 
Rovigno; im Schlamme, 28 M. ; das ganze Jahr. 

Mitra tricolor Gmel. (Sandri Brus.). Wkflf. IL 32. — Rovigno; Hafen, an 
Algen, 2-4 M. 

Columhella rustica L. Wkflf. H. 34. — Rovigno ; an Algen, 1—3 M. und 28 M. 
Columbella scripta L. Wkflf. IL 36. — Scoglio Mandoler, 66 M.; Ro- 
vigno; 28 M. 



1) M. bedentet Meter. 

*) Dalmatien : zwischen Canale di Zirona und Canale di Spalato. 



256 



August Wimmer". 



Columbella minor Scacchi. WklF. IL 38. — Mitte des Canals von Spa- 
lato; 64 M. 

Cassidaria echinophora L. Wkff. 11.47. — Roviguo; 28 M. 

Cyclope neritea L. Wkff. IL 54. — Eovigno; 28 M.; das ganze Jahr und 
im Hafen an Algen, 4—6 M, 

Nassa lineata Chem. Wkjff. II. 56. — Scoglio Malta; i) 72 M. Rovigno; 28 M. 

Nassa reticulata L. Wkff. IL 58. — Rovigno; 28 M. 

Nassa incrassata Mll. Wkff. IL 61. — Scoglio Kakan;^) 80 M. Rovigno; 
Hafen, 2—4 M., April. Rovigno; im Sande, 28 M. 

Nassa costulata Renier. Wkff. IL 64. — Rovigno; im Schlamme und 
Sande, 28 M. 

Nassa corniculum Olivi. Wkff. II. 67. — Valle Artic;^) 76 M. Scoglio 
Gruizza;^) 118 M. Rovigno; an Algen, 2—4 M.; das ganze Jahr. Rovigno; 
an Schwäramen und im Schlamme, 28 M. ; das ganze Jahr. 

var. plicata. — Rovigno; Hafen, an Algen, 2 — 4 M. 

Tiphys tetrapterus Bronn. Wkff. IL 82. ~ Scoglio Malta; 72 M. 

Murex hrandaris L. Wkff'. II. 83. — Rovigno; im Sande, 28 M. 

3iurex trunculus L. Wkff. II. 85. — Rovigno; 8—29 M. 

Murex Edtvardsi Payr. Wkff. II. 87. — Trünke ; ^) längs der Küste, 1 M. 
Rovigno; 28 M. 

Murex cristatus Brocchi. Wkff. II. 89. — Rovigno; überall längs der Küste 
und im Hafen an Algen, Y2 — 4 M. Triluke; längs der Küste, 1 M. 

Murex corallinus Scacchi. Wkff. IL 90. — Quarnero; 50 M. 

Murex erinaceusL. Wkff". II. 93. — Rovigno; Hafen, an Algen, 2- 4 M. 
Rovigno; 28 M. 

CoralliopJiila Meyendorffii Calcara^) zu p. 98. — Scoglio Malta; 72 M. 
Scoglio Komorica;'') 64 M. Punta Ploc auf der Ostseite der Insel Ulbo, ^) 24 M. 

Fusus craticulatus Brocchi. Wkff. II. 100. — Mitte des Quarnero; 50 M. 
Scoglio Komorica; 64 M. Valle Artic; 76 M. Scoglio Gruizza; 118 M. 

Fusus syracusanus L. Wkff. II. 102. — Rovigno; 28 M. 

Fusus rostratus Olivi. Wkff. II. 104. — Rovigno; 28 M. Punta Ploc auf 
der Insel ülbo; 24-58 M. Scoglio Canidol grande;^) 50 M. Punta Sotile; 'O) 52 M. 

1) Dalmatien ; zwischen Zirona grande uucl piccola, westlich von Spalato. 

^) Dalmatien; südsüdwestlich von der Insel Morter; letztere südöstlich von Zara. 

•^) Dalmatien; auf dem Festlande, nördlich von Capocesto. 

*) Letzter und südlichster Leuchtthurra von Istrien ; südlich von der Insel Lussin, nördlich 
von der Insel Premuda, nordwestlich von der Insel Selve gelegen. 

Dalmatien; Triluke ist der südlichste Punkt auf der Insel Pazman, gegenüber von 
Zara vecchia. 

«) Vide: Kobelt in Jahrb. deutsch, malak. Ges. 1874, p. 222, Taf. XI, Fig. 1: am üfer 
in der Ebbelinie überall, wo sich Kalktüffe finden, welche von Ciavagella und Gastrochaena be- 
wohnt bind. 

') Dalmatien ; gegenüber der südlichsten Spitze der Insel Zlarin, südwestlich von Sebenico. 
«) Dalmatien; südöstlich von der Insel Lussin, östlich von der Insel Selve. 
') Istrien; südlich von der Insel ünic, im Quarnero. 
>o) Istrien; nördlichster Punkt auf der Insel Unic, westlich von Lussin. 



Fondoite und Tiefenvorkonimen einiger adriiitischer Conchylien. 



257 



Trophon miiricatus Mout. WkfF. II. 105. — ßovigno; an Schwämmen und 
im Schlamme, 28 M.; Februar. 

Euthria Cornea L. Wklf. II. 109. — Rovigno; 28 M. 

Pisania wmc?/7osa Lam. Wkff. II. 112. — Zara vecchia; 10—16 M. Rovigno j 
Hafen, an Algen, 2—4 M. Insel Punta dura^) gegen Scoglio Marghiritta 76—80 M. 

Pollia d'Orhignyi Payr. Wkff. II. 114. — Mitte des Quarnero; 50 M. 

Pollia leucozona Phil. Wkff. II. 115. — Rovigno; im Sande und im 
Schlamme, 28 M. Scoglio Malta; 72 M. 

Mangüia Vauquelini Payr. Wkff. II. 126. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 

MangiUa taeniata Dsh. Wkff. IL 127. — Rovigno; im Sande und an 
Schwämmen, 28 M. 

Mangüia attenuata Mont. Wkff. II. 136. — Punta dura; 76 M. 

Mangüia costulata Blain. Wkff. II. 138. — Punta dura; 76 M 

Defrancia reticulata Ren. Wkff. II. 128. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. ; 
das ganze Jahr. 

Defrancia purpurea Mont. {Philberti Mich.) Wkff. II. 130. — Valle Artic; 
76 M. Rovigno; im Sande und an Schwämmen 28 M. Scoglio Mandoler; 50 M. 

Defrancia Leufroyi Mich. Wkff. II. 132. — Scoglio Mandoler; 50 M. 
Rovigno; im Schlamme und Sande, 28 M. 

Baphitoma qracilis Mont. Wkff. II. 135. — Rovigno; im Schlamme, 
28 M.; das ganze Jahr. Scoglio Eufemia^) bei der Insel Bua; 70 M. 

Baphitoma nana Scacchi. Wkff. II. 142. — Valle Manera;^) 52 M. 

Conus mediterraneus Brug. Wkff. II. 146. — Rovigno; an Algen, 2 bis 
4 M.; März. 

Chenopus pes-pelecani L. Wkff. II. 148. — Rovigno; 28 M. 

Cerithium vulgatum Brug. Wkff. II. 154. — Rovigno; überall längs der 
Küste, an Algen, V2— 2 M., 28 M. 

Cerithium mediterraneum Dsh. Wkff. II. 443. — Rovigno; überall längs 
der Küste, V2— 2 M.; 28 M. 

Cerithium scdbrum Olivi. (Cerithiopsis afra Danilo et Sandri.) Wkff. II. 161. 
— Rovigno ; an Algen und im Sande, 1 — 7 M. ; im Schlamme, 28 M. ; das ganze Jahr. 

Triforis perversa L. Wkff. II. 167. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. ; 
December. 

Gadinia Garnoti Payr. Wkff. II. 175. — Rovigno; im Schlamme, 28 M.; 
das ganze Jahr. 

Phüine aperta L. Wkff. II. 181. — Scoglio Komorica; 64 M. 
Bulla hydatis L. Wkff. II. 187. — Rovigno; an Algen, 2—3 M.: April, 
im Schlamme, 8—30 M. 

Scaphander lignarius L. Wkff. II. 192. — Scoglio Canidol grande; 50 M. 



Dalmatien ; Scoglio Marghiritta ist in der Nähe der Insel TJlho ; Insel Punta dura 
Rüdöstlich Ton Ulbo, westlich vom Canale di Pogliana nuova. 

Dalmatien; Scoglio Eufemia südwestliche Spitze der Insel Bua, zwischen der Insel 
Zirona grande und Spalato. 

*) Dalmatien; zwischen Pnnto Manera auf dem Festlande und dem Canale di Zirona. 
Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 33 



258 



August Wiinmer, 



Äctaeon tornatilis L. Wkff. II. 202. — Scoglio Komorica; 64 M. 
Turbonilla Humboldti Risso. WklF. II. 214. — Scoglio Komorica; 64 M. 
Eulima Philippii Wkfl. II. 228. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. ; März. 
Eulima subulata Donov. Wkff. II. 229. — Rovigno; Canale di Lerne, im 
Sande, 28 M. 

Scalaria communis Lam. WkflP. II. 232. — Scoglio Mandoler; 50 M. 

Scalaria tenuicostata ^) Mich. {Turtonis Turton). Wkff. II. 234. — Rovigno ; 
im Schlamme, 28 M. 

?Mesalia hreviaUs^) Lam. Wkff. IL 322. — Rovigno; 38 M. 

Natica millepunctata Lam. Wkff. IL 242. — Rovigno; 28 M. 

Natica Billwyni Payr. Wkff. IL 248. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. ; 
das ganze Jahr. 

Natica macilenta Phil. WkflF. II. 252. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. ; 
das ganze Jahr. 

Littorina neritoides L. Wkff. II. 273. — Rovigno; an Kalkfelsen ober 
der Fluthgrenze. 

? Cingula striata Mont. Wkff. U. 284. — Scoglio Malta; 72 M. 

Rissoa variabilis Mh\f. {costata Desm.) Wkff. 11.298. — Rovigno; Hafen, 
an Algen, 2—4 M.; December. 

Rissoa ventricosa Desm. Wkff. II. 299. — S. Pietro della Brazza;^) 24 M. 
Rovigno; an Algen, 2—4 M.; December. 

Alvania cimex L. [calathiscus Brus.) Wkff. II. 303. — Rovigno; Hafen, 
an Algen, 2—4 M. 

Alvania MontaguiF&jr. Wkff. U. 306. — Rovigno; Hafen, an Algen, 2— 4M. 

Bissoina Bruguieri Payr. Wkff. IL 316. — Scoglio Komorica; 64 M. 
Scoglio Malta; 72 M. Punta Cook;*) auf der Insel Isto, 72 M. 

Turritella communis Risso. Wkff. 11.318. — Rovigno; im Schlamme, 
28 M.; das ganze Jahr. 

Calyptraea chinensis L. Wkff. II. 332. — Rovigno; an Muscheln, 28 M. 

Crepidula Moulinsi Mich. Wkff. IL 336. — Rovigno; an Muscheln und 
Schwämmen, 18—40 M. 

Capulus hungaricus L. Wkff. II. 337. — Rovigno ; an Schwämmen, 28 M. 

Phasianella pulla L. Wkff. II. 342. — Valle Kublin auf der Insel 
Pazman,^) 60 M. Scoglio Eufemia bei der Insel Bua; 70 M. Valle Dumboka 



^) In BuUetino Malacologico Italiano. III. p. 99. führt Weinkauff die Gründe für diese 
Namengebung an; schon früher, im Journal de Conchyliologie XVI. p. 114, weist Crosse auf die 
Mängel des Turton 'sehen Namens hin. 

^) Nach Weinkauff nicht in der Adria; da das Exemplar nicht gut erhalten war, lasse 
ich die Bestimmung nur als fraglich gelten. 

^) Dalmatien; nordwestlich auf der Insel Brazza; südlich von Spalato. 

♦) Dalmatien ; nördlicher Punkt auf der Insel Isto, südlich von der Insel Selve, südwestlich 
Ton der Insel Ulbo, südöstlich von der Insel Premuda. 

*) Dalmatien; auf der Seite des Canale di Mezzo gelegen. Insel Pazman liegt zwischen 
Canale di Mezzo und Canale di Zara. 



Fundorte und Tiefenvorkommeu einiger adriatischer Cönchylien. 



259 



auf der Insel Morter, ') 72 M. Punta dura; 76 M. Rovigno; Hafen, an Algen, 
2—4 M.; April. 

Phasianella speciosa Mhlf. Wkff. II. 345. — Rovigno; Hafen, an Algen, 
2-4 M.; April. 

Turbo rugosus L. Wkff. II. 347. — Rovigno; 28 M. 

Clanculus corallinus Gmel. Wkff. II. 349. — Rovigno; im Schlamme, 
12-20 M. 

Clanculus cruciatus L. Wkff. II. 350. — Rovigno; im Schlamme, 28 M.; 
Jänner. 

Clanculus Jussieui Payr. Wkff. II. 352. — Zara vecchia; 10—16 M. 

Trochus turbinatus"^) {tesseJatus Born). Wkff. II. 253. — Rovigno; an 
Schwämmen, 28 M. Trünke, längs der Küste, 1 M. 

Trochus articulatus Lam. {turbinatus Born.) Wkff. II. 354. — Anker- 
platz in der Nähe von Triluke, nächst der Küste, 1 M. Rovigno, längs der 
Küste, an Algen, 1—3 M. 

Trochus zizyphinus L. Wkff. II. 358. — Rovigno; an Algen, 3—6 M.; 
an Schwämmen, 28 M. ; das ganze Jahr. 

Trochus Laugieri Payr, (violaceus Brus.) Wkff. II. 361. — Rovigno; 
Hafen, an Algen, 2—4 M., April; an Schwämmen, 28 M.; das ganze Jahr. 

Trochus striatus L. {exasperatus Penn.) Wkff. II. 363. — Rovigno; im 
Schlamme, 28 M.; December. Rovigno; Hafen, an Algen, 3—4 M.; April. 

Trochus exiguus Pult. Wkff. II. 365. — Ankerplatz, Valle Triluke, an 
Algen, 3 — 4 M.; Rovigno; Hafen, an Algen, 2—4 M., April; im Schlamme 28 M.; 
December. 

Trochus Ädansoni Payr. Wkff. II. 372. — Rovigno; Hafen, an Algen, 
2—4 M. ; März und April. 

Trochus umbilicaris L. Wkff. II. 376. — Rovigno; an Algen, 2—5 M, 

Trochus Fermoni Payr. Wkff. II. 377. — Ankerplatz; Valle Triluke, an 
Algen, 3—4 M.; Valle Kaino,^) 16 M.; Scoglio Mandoler, 66 M. 

Trochus albidus Gmel. Wkff. II. 379. -- Rovigno; 28 M. 

Trochus magus Gmel. Wkff. II. 380. — Rovigno; 28 M. 

Trochus fanulum Gmel. Wkff. II. 381. — Scoglio Malta; 72 M. 

Trochus Guttadauri Phil. Wkff'. II. 382. — Rovigno ; im Schlamme, 12—20 M. 

Trochus divaricatus L. Wkff. II. 382. — Rovigno; längs der Küste, an 
Algen, 1—3 M. 

Haliotis tuberculata L. Wkff. IL 387. — Rovigno; an Felsen, 1—5 M.; 
an Schwäramen, 28 M. 

Fissurella costariaBsksterot Wkff. IL 390. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 



1) Dalmatien; südlichste Valle auf der Insel Morter, südöstlich von Zara. 

*) Vide: Dr. Fr. Brauer: Bemerkungen über die im kaiserl. zoolog. Museum aufgefundenen 
Exemplare zu Ignaz von Born 's Testaceis Musei Caesarei Vindob. Sitzungsbericht der kaiserl. 
Akad. d. Wias. Wien 1878, Vol. 77. p. 56, wo nachgewiesen ist, dass der in Weinkau ff angeführte 
Tr. turiinatus = tesselaius Born, und Tr. articulatiis Lam. = turbinatus Born ist. 

Dalmatien^ auf dem Festlande in der Nähe der Insel Morter gelegen. 

33* 



260 



August Wimmer. 



Fissurella graeca L. Wkff. IL 392. — ßovigno; an Schwämmen, 28 M. 
Fissurella gihberula Lam. Wkff. II. 394. — Scoglio Manera; 52 M. 
Emarginula cancellata. Wkff. II. 399. ~ Valle Dumboka auf der Insel 
Morter, 72 M. 

Patella caerulea L. var. 1. Wkff. II. 404. — ßovigno; an Felsen, ^'2— 2 M. 
var. d. — Insel Pazman; auf Felsen, 3 M. 

Dentalium novemcostatum. Wkff. II. 420. — Rovigno; im Schlamme, 
28 M.; das ganze Jahr. 

Chiton laevis Penn. Wkff. II. 411. — Rovigno; an Muscheln und 
Schwämmen, 28 M.; das ganze Jahr. 

Chiton Caietanus Poli. Wkff. II. 412. — Rovigno; an Muscheln und 
Schwämmen, 28 M.; das ganze Jahr. 

Chiton discrepans Brown. Wkff. II. 413. — Rovigno; an Muscheln 
und Schwämmen, 28 M.; das ganze Jahr. 

Acephala, 

Gastrochaena dubia Fenn. Wkff. I. 2. -- Rovigno; in Steinen, 18— 40 M 

Solen ensis L. Wkff. I. 12. — Rovigno ; im Sande, Schlamme, 28 M. 

Solecurtus Candidus Ren. Wkff. I. 18. — Rovigno ; 28 M. 

Solecurtus coarctatus Gmel. Wkff. I. 19. — Rovigno; an Schwämmen. 

Saxicava arctica L. Wkff. I. 20. — Rovigno; in Schwämmen, 28 M. 

Corbula gibba Olivi. Wkff. I. 25. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. 

Neaera cuspidata Olivi. Wkff. I. 27. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. 

Lyonsia corruscans ')Scacchi. Wkff. 1.35. — Rada diBrevilacqua;^) 38—48 M. 

Thracia papyracea Poli {phaseolina Kiener). Wkff. I. 86. — Rovigno; 
im Schlamme, 28 M. 

Thracia pubescens Pult. Wkff. I. 36. — Rovigno; 28 M. 

Thracia corbuloides Desh. Wkff. I. 38. — Mitte des Quarnero; 50 M. 

Thracia distorta Mont. Wkff. I. 40. ~ Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Mesodesma cornea Poli. Wkff. I. 50. — Rovigno; 28 M. 

Syndosmya alba Wood. Wkff. I. 51. — Rada di Brevilacqua; 38—48 M. 

Donax trunculus L. {venustus Poli, 3) Cattanianus Brusina). Wkff. I. 63. 
Rovigno; im Schlamme, 28 M. 



') Nach Weinkauff nicht in der Adria. 

Dalmatien; Ankerplatz auf der Insel Punta dura. 
3) Weinkauff in Bull. Malacol. Ital. 1870. III. p. 18 zieht die Art: venustus Poli ein 
und als Form zu trunculus L. 



Fundorte und Tiefenvorkommen einiger adriatischer Conchylien. 



261 



Tellina nitida Poli. Wkff. I. 75. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Tellina fabula Gronov. Wkff. L 82. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. 

Tellina donacia L. Wkff. I. 84. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. 

Tellina serrata Ren. Wkff. I. 86. - Rovigno ; 28 M. 

Venerupis irus L. Wkff. I. 91. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Venerupis substriata Moni Wkff. I. 93. — Dumboka; 40—72 M. 

Tapes decussata L. Wkff. I. 97. — Rovigno; im Sande, bis 1 M. Ro- 
vigno; im Schlamme, 28 M. 

Tapes laeta Poli. Wkff. I. 99. — Scoglio Komorica; 64 M. 

Venus fasciata Donov. Wkff. I. 109. — Dalmatien; 22-80 M. 

Venus verrucosa L. Wkff. I. 110. — Rovigno; 28 M. Valle Chiavei) auf 
der Insel Pazman; 20—24 M. 

Venus gallina L. Wkff. I. 112. — Rovigno; im Sande und unter Steinen, 
V2-2 M. 

Cytherea rudis Poli. Wkff. I. 117. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 
Zara vecchia; 8—16 M. Beim Hafen San Antonio^) auf der Insel Selve, 22—44 M. 

Artemis exoleta L. Wkff. I. 120. — Zara vecchia; 8—16 M. 

Circe minima Mont. Wkff. I. 122. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 
Valle Chiave auf der Insel Pazman; 20—24 M. 

Ästarte fusca Poli. Wkff. I. 124. — Dumboka; 40—72 M. 

Cardium erinaceum Lam. Wkff. 1. 132. — Leuchtthurm Gruizza; 24—34 M. 

Cardium aculeatum L. {ciliare Penn.) Wkff. I. 133. — Rovigno; 28 M. 

Cardium paucicostatum^) Sow, Wkff. 1. 134. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Cardium papillosum Poli. Wkff. I. 138. — Scoglio Lutostrak*); 96-118 M. 

Cardium nodosum^) Turt. Wkff. I. 139. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Cardium exiguum Gmel. {stellatum Reeve.). Wkff. I. 141. — Rovigno; im 
Schlamme und Sande, 28 M. 

Cardium edule L. {rusticum Lam.). Wkff. I. 144. — Zara vecchia; 8 — 16 M. 

Chama gryphoides Lam. Wkff. I. 150. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 



') Dalmatien ; entgegengesftzt der Valle Triluke, vide oben. 
') Dalmatien; zwischen der Insel Premuda und der Insel Ulbo. 

') Weinkauff in Bull. Malacol. Ital. 1870. III. p. 21 erklärt es als gute Art; in Con- 
chylien des Mittelraeeres 1867. I. p. 134 als junge Schale von C- echinatum L. 

♦) Dalmatien; südlich von Scoglio Gruizza, nordwestlich von der Insel Premuda, westlich 
von der Insel Selve. 

•■•) Weinkauff: Conchylien des Mittelmeeres. I. p. 139; rosmm Lara. Bull. Malacol. Ital. 
1870. III. p. 22 schlägt nodosum als Name der Art vor. 



262 



August Wimtne r. 



Cardita sulcata Brug. Wkflf. I. 152. — Mitte des Quarnero; 50 M. Ro- 
vigno; 28 M. 

Cardita trapezia L. Wkff. I. 154. — Rovigno; im Sande, 28 M. 

Cardita calyculata L. Wkff. 1. 155. — Rovigno; im Sande, 28 M. 

Lueina spinifera Mont. Wkff. I. 164. — Scoglio Lutostrak; 96— 118 M. 

Lucina lactea L. Wkff. I. 165. — Scoglio Kakan; 80 M. Rovigno; im 
Schlamme, 28 M. 

Pectunculus glycimeris^) L. Wkff. I. 183. — Rovigno; 28 M. 

Area lactea L. Wkff. I. 196. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Nucula sulcata Bronn. Wkff. I. 202. — Dumboka; 40—72 M. 

Nucula nitida Sow. Wkff. I. 203. — Punta Ploö auf der Insel ülbo; 
24-58 M. 

Leda commutata Phil. Wkff. I. 207. — Rovigno ; im Schlamme, 28 M. 

Leda pella L. Wkff. 1. 209. — Rovigno; im Schlamme, 28 M. 

Modiola barhata L. Wkff. I. 217. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 

Lithodomus lithophagus L. Wkff. I. 221. — Rovigno; an Steinen, 1 — 4 M. 

Mytilus edulis L. [sagittatus Poli). Wkff. I. 226. — Rovigno; an Holz, 
Steinen, Eisen, 1—2 M. 

Lima squamosa Lam. Wkff. I. 240. — Rovigno; an Steinen, 4—6 M. 
Rovigno; an Schwämmen, 28 M, 

Lima inflata Chem. Wkff. I. 241. — Rovigno; eingeschlossen in Algen, 
Steinchen, 28 M. 

Pecten pusio L. Wkff. I. 246. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 

Pecten varius L. Wkff. I. 248. — Rovigno ; im Schlamme , an Schwäm- 
men, 28 M. 

Pecten opercularisli. Wkff. I. 252. — Rovigno; an Schwämmen, 28— 40M. 
Rada di Brevilacqua; 38—48 M. Zara vecchia; 8—16 M. 

Pecten glaher L. Wkff. I. 255. — Rovigno; an Schwämmen, 28—40 M. 

var. sulcatus Born. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 
var. Proteus Soland, — Von Punta dura gegen Scoglio 
Marghiritta; 76—80 M. Punta Ploc auf der Insel Ulbo; 24—58 M. 

Pecten flexuosus Poli. Wkff. I. 257. — Rovigno; an Schwämmen, 40 M. 
Scoglio Lutostrak; 118 M. 

Pecten hyalinus Poli. Wkff. I. 262. — Rovigno; an Schwämmen, 28 M. 

Pecten Jacobaeus L. Wkff. I. 268. — Rovigno, 28 M. 



Vide: Dr. Fr. Brauer 1. c. p. 18, Unterschied zwischen glycimeris L. und bimaculatua Poll. 



Fundorte and Tiefeiivorkommen einiger adriatiscber Conchyiien 



263 



Spondylus gaederopus L. Wkff. I. 269. — Rovigno ; 28 M. 
Ostrea cristata Born. var. depressa. Wkff. I. 273. — Rovigno; au Stei- 
nen, 28 M. 

Änomia ephippium L. Wkff. I. 278. — Rovigno; an Schvrämmen, 28 M. 

var. squaniula L. Wkff. I. 279. — Rovigno ; an 
Schnecken, Muscheln, 18—40 M. 



Obigen Sendungen waren noch folgende Land- und Süssv^asser-Schnecken 
angeschlossen : 

Hydrobia consociella v. Frfld. — Dalmatien; Lago Boklian bei Sebenico 
im Brackwasser an Steinen. 

Bythinia Majewskyi Parr. — Dalmatien; Spalato in einer Quelle an 
Steinen; September. 

Neritina fluviatilis ^) L. forma Dalmatica Partsch. — Dalmatien; Spalato, 
Flnss Salona an Steinen und Lago Boklian bei Sebenico im Brackwasser an Steinen. 

Bulimus quinguedentatus Mhlf. — Rovigno; an Mauern, December. 

Bulimus acutus Müll. — Dalmatien; Spalato, im Grase, Juli; an Felsen 
längs der Küste, das ganze Jahr. 

Pupa frumentum Drap. — Rovigno; an Felsen. Canale di Leme, unter 
Steinen, das ganze Jahr. 

Clausilia exarata Zgl. — Dalmatien; Narentathal. 

Clausüia Almissana Küst. — Dalmatien; Monte Mosor. 

Clausilia Istriana F. J. Schm. — Rovigno ; Canale di Leme, an Felsen, 

Clausilia laevissima Zgl. — Dalmatien; Muö, 

Clausilia semirugata Zgl. — Rovigno; unter Steinen, das ganze Jahr. 
Clausilia magniventris Küster. — Rovigno; an Felsen, das ganze Jahr. 
Clausilia Biosolettiana Charp, — Rovigno; Canale di Leme, an Felsen. 
Helix cellaria Müll. — Rovigno; an Steinen, Februar. 
Helix Olivieri F6t. — Rovigno; im Grase, December. 
Helix carthusiana Müll. — Rovigno; an Gestrüpp und Felsen, das 
ganze Jahr. 

Helix variahilis Drap. — Dalmatien; Spalato, unter Laub. Rovigno; an 
Mauern, November. 



1) Vide- TOD Martens in Küster: Neritina, p. 219, 283. 



264 AugustWimmer. Fundorte u . Tiefenvorkomraen einiger adriatischer Oonchylien. 



Helix profuga A. Schm. — Eovigno; Insel St. Andrea, an Gebüsch. 
Dalmatien; Spalato, Mai, unter Laub und in Gebüschen, Juli, an Bäumen. 

Helix trochoides Poir. — Dalmatien; Spalato, an Felsen, das ganze Jahr. 

Helix cincta M.ü\l. — Dalmatien; Spalato, in Eichenwaldungen, Frühjahr. 

Helix cinctella Drap. — Rovigno; unter Steinen, Jänner. 

Helix aspersa Müll. — Dalmatien; Spalato, in Weingärten, unter Laub, 
Mai und Juni. 

Helix vermiculata Müll. — Dalmatien; Spalato, im Gebüsch und an 
Mauern, Juni. 

Helix nemoralis L, — Rovigno; an Obstbäumen und Weinstöcken, Juni 
und Juli. 

Limnaea ovata Drap. — Rovigno; Süsswasser, im Schlamme. 
Planorbis? crista^) L. forma Nautileus L. — Rovigno; an Pflanzen im 
Süsswasser, Mai. 

Pomatias septemspiralis Razumov. — Rovigno; an Felsen. Canale di 
Leme, unter Steinen, das ganze Jahr. 

Musculinum fontinale Drap. — Rovigno; Süsswasser, Mai. 



1) Vide Clessin: Excursions-Mollusken, p. 416. 



265 



üeber eine Sendung von Vögeln aus Borneo. 

Von 

August V. Pelzeln. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1882.) 

Der Munificenz Sr. kais. und konigl. Hoheit des durchlauchtigsten Erz- 
herzog Kronprinzen Rudolf verdankt die kais. Sammlung eine schöne Reihe 
von Vögeln aus Borneo, welche auf den Reisen der Herren Dr. Platen und 
F. J. Grabowsky gesammelt worden sind. Ich übergebe hiemit der geehrten 
Gesellschaft die Liste dieser Collection mit den Bemerkungen, welche die ge- 
nannten Reisenden den Bälgen beigegeben haben: 

Corydon sumatranus (Raffl.). 

Männchen. Localname: Tankabaju. Fundort: Tumbang - Hiang. — 
Borneo, 6. September 1881 (Nr. 166). Augen 9 mm., Iris braun, Beine 
fleischfarbig, Flügel zu Schwanz 6 cm., nackte Haut um die Augen rosa- 
farbig, Hals 3*5 cm. lang. Körper 7-5 cm. lang, 4'5, 3*5 cm. breit, 4 cm. 
hoch. F. J. G. 
Eurylaemus ochromelas Raffl. 

Männchen. Localname: Tagali. Fundort: Tumbang- Hiang. — Borneo, 
26. August 1881 (Nr. 133). Augen 6 mm., Iris gelb, Beine fleischfarbig, 
Flügel zu Schwanz 3 cm., Schnabelwurzel blau, Oberschnabelspitze grün 
mit schwarzer Randeinfassung, Hals 3 cm. lang. Körper 5 cm. lang, 3 cm. 
breit, 2*5 cm. hoch. Mageninhalt: Insecten. F. J. G. 

Weibchen. Localname: Tagali. Fundort: Tumbang-Hiang, 27. August 
1881 (Nr. 149). Augen 6 mm., Iris gelb, Beine rosafarbig, Flügel zu 
Schwanz 3 cm., Schnabelwurzel dunkelblau, Oberschnabelspitze grün, 
Nagel und Schnabelrand schwarz. Körper 4-5 cm. lang, 2'5 cm. breit 
und hoch, Hals 2 cm. lang. F. J. G. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abh. 84 



266 



August V. Pelzein. 



Pyrotrogon Duvaucelii (Temm.). 

Männchen. Localname: Salehai. Fundort: Tumbang-Hiang, 5. August 
1881 (Nr. 116). Augen 6 mm., Beine blau, Flügel zu Schwanz 8'5 cm., 
Haut um die Augen tiefblau. Körper 6 cm. lang, 3-5 breit, 3 hoch. Magen- 
inhalt: mehlreiche Früchte. F. J. G. 
Pyrotrogon Kasumha (Raffl.). 

Männchen. Iris braun, Schnabel und Augenring dunkelblau, Schnabel- 
spitze schwarz, Füsse grau. L. 30, D. 12 cm. Ort Gunong-Gilly. ~ 
Sarawak, 22. November 1880. Dr. PI. 
Pelargopsis leucocephala (Gmel.). 

Weibchen. Localname: Bakaka. Fundort: Tumbang-Hiang, 11. Septem- 
ber 1881 (Nr. 173). Augen 10 mm., Iris braun, Beine zinnoberroth, Flügel 
zu Schwanz 6 5 cm., Schnabel zinnoberroth mit bräunlicher Spitze. Körper 
9'5 cm. lang, 5*4 cm. breit und 5 4 cm. hoch, Hals 5 5 cm. lang. F. J. G. 
Äethopyga eupogon Gab. 

Männchen. Iris braun , Schnabel und Füsse dunkelbraun. L. 9*5, 
D. 2 cm. Ort Gunong-Gilly. — Sarawak, 28. November 1880. Dr. PI. 
Anthreptes malaccensis (Scop.). 

Männchen. Localname: Uhit. Fundort: Tumbang-Hiang, 29. August 
1881 (Nr. 159). Augen 4 mm., Iris braun, Beine hellbraun, Flügel zu 
Schwanz 2*5 cm. Körper 3 5 cm. lang, 2 cm. breit und hoch, Hals 2 cm. 
lang. F. J. G. 
Copsychus amoenus (Horsf,). 

Männchen. Localname: Kadjadjan. Fundoi-t: Tumbang-Hiang, 30. Juli 
1881 (Nr. 116). Augen 4 mm., Iris braun, Beine schwarz, Flügel zu 
Schwanz 7 cm., Länge des Halses 3*5 cm., Körper 5'5 cm. lang, 3*5 cm. 
breit, 3 cm. hoch. Mageninhalt: Käfer. F. J. G. 
Jole olivacea Blyth. 

Männchen. Localname : Pampulu. Fundort: Tumbang-Hiang, 26. August 
1881 (Nr. 139). Augen 4 mm., Iris gelblichweiss, Beine hellgrau, Flügel 
zu Schwanz 4 cm., Hals 3 cm. lang. Körper 5*5 cm. lang, 3 cm. breit 
und 2-5 cm. hoch. F. J. G. 
Dissemurus brachyphorus (Temm.). 

Männchen. Localname: Patankasiang. Fundort: Tumbang-Hiang, 
29. Juli 1881 (Nr. 102). Augen 8 mm., Iris schwarz, Beine schwarz, Flügel 

Differenz zwischen Schwanz und Flügelspitzo. 



Ueber eine Sendung von Vögeln aus Borneo. 



267 



zu Schwanz 8'5 cm. Länge des Körpers 7 cm., Breite 4 cm., Höhe 
3'5 cm., Länge des Halses 4 cm. Mageninhalt: Insecten. F. J. G. 
Mittornis borneensis Bonap. 

Männchen. Localname: Sakutan. Fundort: Tumbang-Hiang, 23. August 
1881 (Nr. 128). Augen 4 mm., Iris gelblichweiss, Beine hellbraun, Flügel 
zu Schwanz 3'5 cm., Haut um die Augen blau. Körper 3 5 cm. lang, 
2 cm. breit und hoch, Hals 2 5 cm. lang. F. J. G. 

Jora viridissima Bonap. 

Männchen. Localname : Punei-hara. Fundort : Tumbang-Hiang, 29. August 
1881 (Nr. 158). Augen 3-5 mm., Beine hellblau, Flügel zu Schwanz 

2 5 cm. Körper 3*5 cm. lang, 2 cm. breit und hoch, Hals 2 cm. lang. 
F. J. G. 

Weibchen (von Salvadori u. a. Autoren als scapularis Horsf. angesehen). 
Localname: Punei-hara. Fundort: Tumbang-Hiang, 27. August 1881 
(Nr. 146). Augen 3 mm., Beine stahlblau, Hals 2 cm. lang. Körper 

3 5 cm. lang, 2 cm. breit und hoch. F. J. G. 

Malacopteron rostratum Blyth. [Setaria affinis Bl. Salvad. Annal. Mus. Genova 
V. 1874, 231). 

Männchen. Localname : Asun-bakai. Fundort : Tnmbang-Hiang, 26. August 
1881 (Nr. 134) Augen 5 mm., Iris braun, Beine hellgrau, Flügel zu 
Schwanz 4 cm. Körper 4 cm. lang, 2*5 cm. breit, 2 hoch, Hals 2 cm. 
lang. Mageninhalt: Insecten. F. J. G. 

Weibchen. Localname : Asun - bakai. Fundort : Tumbang - Hiang, 
28. August 1881 (Nr. 154). Augen 4 mm., Beine hellgrau, Flügel zu 
Schwanz 3*5 cm. Körper 4 cm. lang, 2 3 cm. breit und 2 cm. hoch. 
F. J. G. 

Maerona ptilosus Jard. et Selby. 

Männchen. Localname: Sangkowok. Fundort: Tumbang-Hiang, 
26. August 1881 (Nr. 141). Augen 6 mm., Iris braun, Beine schwarz, 
Flügel zu Schwanz 4"5 cm., Haut um die Augen blau, Hals 3 cm. 
lang. Körper 4 cm. lang, 25 cm. breit, 2*3 cm. hoch. Mageninhalt: 
Insecten. 

Weibchen. Localname : Sangkowok. Fundort : Tumbang - Hiang, 
26. August 1881 (Nr. 142). Augen 6 mm., Iris braun, Beine schwarz, 
Flügel zu Schwanz 3*5 cm., Haut um die Augen blau. Körper 4 cra. 
lang, 2 4 cm. breit, 2*2 hoch. Mageninhalt: Insecten. F. J. G. 

34* 



268 



August V. Pelzeln. 



Hypothymis asurea (Bodd.). 

Männchen. Localname: Bamban. Fundort: Tumbang-Hiang, 26. August 
1881 (Nr. 136). Augen 4 mm., Beine schwarz, Flügel zu Schwanz 4 cm. 
Körper 3-5 cm. lang, 2 cm. breit und hoch. F. J. G. 
Erythrura prasina (Sparrm.). 

Weibchen. Iris braun, Schnabel schwarz, Füsse fleischfarbig. L. 11, 
D. 2-5 cm. Ort Gunong-Gilly, Sarawak, 22. November 1880. Dr. PI. 
Anorrhinus galeritus (Temm.). 

Männchen. Localname: Beliaug ahas. Fundort: Tumbang-Hiang, 
6. September 1881 (Nr. 165). Augen 12 mm., Iris röthlichbraun, Beine 
schmutzig grau, Flügel zu Schwanz 20 cm., Haut um Augen und Schnabel 
weiss. Körper 19 cm. lang, 11*7 cm. breit, 8 cm. hoch, Hals 12 cm. lang. 
F. J. G. 
Hydrocissa älbirostris (Shaw). 

Männchen. Localname: Beliang - hara. Fundort: Tumbang-Hiang, 
11. September 1881 (Nr. 172). Augen 1-2 cm., Iris braun, Beine schmutzig 
grau, Flügel zu Schwanz 22 cm., nackte Hauttheile um Augen und 
Schnabel weiss, Schnabel gelblichweiss mit schwarzbrauner Wurzel, Spitze 
des Höckers ebenso. Körper 19 cm. lang, 10, 5, 8 cm. breit und 7 cm. 
hoch, Hals 14 cm. F. J. G. 
Loriculus gdlgulus (Linne). 

Männchen (erwachsen). Iris braun, Schnabel schwarz, Füsse hellbraun. 
L. 11, D. 8-5 cm. Ort Gunong-Gilly. Sarawak, 14. November 1880. Dr. PI. 

Männchen (jung). Localname: Talisuk. Fundort: Kwala - Kapuas 
(Borneo), 17. Juli 1881 (Nr. 99). Augen 4 mm., Iris schwarz, Beine hell- 
braun, Flügel zu Schwanz = 0. F. J. G. 
Chotorea versicolor (Raffl.). 

Weibchen. Localname : B. Kukuh. Fundort : Tumbang-Hiang, 23. August 
1881 (Nr. 126). Augen 7 mm., Iris braun, Beine grau, Flügel zu Schwanz 
5 cm. Körper 8'5 cm. lang, 4'5 cm. breit, 3*5 cm. hoch. F. J. G. 

Weibchen. Localname: B. Kukuh. Fundort: AmSwengei-Hiang (Borneo), 
2. August 1881 (Nr. 114). Augen 7 mm., Beine braun, Flügel zu Schwanz 
5'5 cm. Körper 8*5 cm., 4*5 cm. breit, 3*5 hoch, Hals 3*5 cm. lang. F. J. G. 

Chotorea mystacophanes (Temm.). 

Männchen. Iris braun, Schnabel schwarz, Füsse graugrün. L. 21, 
D. 4-5 cm. Ort Gunong-Gilly, Sarawak, 12. November 1880. Dr. PI. 



Ueber eine Sendung von Vögeln aus Borneo. 



269 



Xantholaema Duvaucelii (Less.). 

Mäuuchen. Iris braun, Schnabel schwarz, Füsse graugrün. L. 14'5, 
D. 3-5 cm. Ort Gunong-Gilly, Sarawak, 30. November 1880. Dr. PI. 

Thriponax javensis (Horsf.). 

Männchen? (jung). Localname: Blatok-gabak. Fundort: Tumbang- 
Hiang, 9. September 1881 (Nr. 171). Augen 8 mm., Iris bläulich, Beine 
grau, Flügel zu Schwanz 8 cm. Körper 13*5 cm. lang, 7, 5*5 cm. breit 
und 6-5 cm. hoch, Hals 7 cm. lang. F. J. G. 

CaUolophus puniceus (Horsf.). 

Weibchen. Iris braun, Schnabel oben schwarz, unten und Füsse gelb- 
grün. L. 21, D. 5 cm. Gunong-Gilly, 22. November 1880. Dr. PI. 
Lepocestes porphyromelas (Boie). 

Männchen? Iris roth, Schnabel gelb, Füsse dunkelbraun. L. 20, 
D. 3-5 cm. Gunong-Gilly, 25. November 1880. Dr. PI. 
Meiglyptes tukki (Less.). 

Männchen? (jung). Localname: Blatokbunjer. Fundort: Tumbang- 
Hiang, 6. September 1881 (Nr. 164). Augen 5 mm., Iris aschgrau, Beine 
fleischfarbig, Flügel zu Schwanz 3 cm. Körper 6 cm. lang, 3 cm. breit 
und hoch. F. J. G. 
Rhinortha chlorophaea (Raffl.). 

Männchen. Iris braun, Schnabel und Augenring hellgrün, Füsse blau- 
grau. L. 29, D. 11 cm. Gunong-Gilly, 8. November 1880. Dr. PI. 

Weibchen (M. j.?). Iris braun, Schnabel und Augenring hellgrün, 
Füsse blaugrau. L. 29, D. 11 cm. Gunong-Gilly, 26. November 1880. 
Dr. PI. 

Bhopodytes borneensis (Bonap.). 

Weibchen. Iris hellblau, Schnabel hellgrün, Augenringe roth, Füsse 
blaugrau. L. 34, D. 14-5 cm. Gunong-Gilly, 26. November 1880. D. PI. 

Weibchen. Localname: Talatak-bohuang. Fundort: Tumbang-Hiang, 
8. September 1881 (Nr. 168). Augen 7 mm., Iris dunkelblau, Beine 
schmutzig grün, Flügel zu Schwanz 12 cm., nackte Haut um die Augen 
dunkelroth. Körper 7 cm. lang, 3'5 cm. breit und hoch, Hals 3*5 cm. 
lang. F. J. G. 
Bhopodytes sumatranus (Raffl.). 

Männchen. Localname: Talatak-bahuang. Fundort: Tumbang-Hiang, 
1. August 1881 (Nr. 109). Augen 8 mm. mit hellblauer Iris, Beine hell- 



270 Au.n^tv. P elzeln. üeber eine Sendung von Vögeln aus Borneo. 



blau, Flügel zu Schwanz 16 cm., nackte Haut um die Augen dunkel ziegel- 
roth, Schnabel hell aschgrau. Körper 6'5 cm. lang, 3*5 cm. breit, 3 cm. 
hoch. Mageninhalt: Coleopteren. F. J. G. 
Rhamphococcyx erythrognathus (Hartl.). 

Weibchen. Iris orange, Augenring braunroth, Schnabel grün und 
braunroth, Füsse blaugrau. L. 41, D. 17-5 cm. Gunong- Gilly, 11. No- 
vember 1880. Dr. PI. 
Gentrococeyx eurycercus (Hay). 

Männchen. Iris blutroth, Schnabel und Füsse schwarz. L. 54, D. 21 cm. 
Gunong-Gilly, 22. November 1880. Dr. PI. 
Carpophaga aenea (Linne). 

Männchen. Localname: Pragam. Fundort: Tumbang-Hiang, 29. August 
1881 (Nr. 157). Augen 9 mm., Iris braun, Beine rosafarbig, Flügel zu 
Schwanz 6 cm. Körper 12 cm. lang, breit oben 6*8 unten 4'5 cm., hoch 
oben 7 cm., unten 5*5 cm., Hals 7 cm. lang. F. J. G. 
Glareöla orientdlis Leach. 

Männchen. Iris dunkelbraun, Schnabel und Füsse dunkelbraun. L. 24, 
D. 2 cm. Gunong- Gilly, 30. November 1880. Dr. PI. 
Melanopelargus episcopus (Bodd.). 

Männchen im Dunenkleide. F. J. G. 
Tringoides hypoleucus (Linne). 

Weibchen. Localname: Sansulit. Fundort: Tumbang-Hiang, 5. Sep- 
tember 1881 (Nr. 160). Augen 3 mm., Iris braun, Beine fleischfarbig, 
Flügel zu Schwanz 1 cm. Körper 6 cm. lang, 3 cm. breit, 3"5 cm. hoch. 
F. J. G. 



271 



Eine neue Coeeiden-Art fXylococcus filiferus). 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 
(Mit Tafel XVI.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1882.) 

Im April des Jahres 1878 übergab mir unser Secretär Herr A. Rogen- 
hof er eine Anzahl junger Lindenzweige zur Untersuchung, welche der Gartenbau- 
verein in Baden (Nieder-Oesterreich) an die k. k. zool.-botan. Gesellschaft mit dem 
Ersuchen eingesendet hatte, ihm über das Auftreten, die Schädlichkeit etc. des 
in diesen Zweigen verborgenen Insectes Auskunft zu ertheilen. Bei aufmerk- 
samer Betrachtung konnte man an verschiedenen Stellen dieser Lindenzweige, 
vorwiegend aber in den Achseln derselben, zwischen den Rauhheiten der Rinde 
kleine, weisse, anscheinend wollige Schöpfchen bemerken, aus welchen je ein 
langer, weisslich-hyaliner, wellenförmig gebogener Faden von der Dicke eines 
starken Menschenhaares herausragte. Ich untersuchte diese Stellen und fand 
an jeder derselben im Zweige verborgen ein purpurrothes, eiförmiges, fussloses 
Insect, welches vollständig eingehüllt in eine weisslich - hyaline , wachsartige 
Substanz, in einer nach aussen mündenden, sowohl vom Rinden- als vom Holz- 
körper gebildeten und in der Regel bis zur Markröhre reichenden Höhlung ein- 
gebettet war. 

Da dieses Insect, welches allen seinen Merkmalen nach unzweifelhaft zur 
Familie der Schildläuse (Coccidae) gehört, bisher gänzlich unbekannt gewesen 
ist, so konnte dem Ansuchen des obgenannten Vereines nicht entsprochen 
werden, weil diese neue Cocciden-Art erst näher beobachtet und studirt werden 
musste. 

Durch fortgesetzte Beobachtung derselben an den von ihr befallenen 
Lindenbäumen in Baden, sowie an Zweigen, welche diesen Bäumen von Zeit 
zu Zeit entnommen und durch mehrere Tage frisch erhalten wurden, haupt- 
sächlich aber dadurch, dass mir neuestens auch deren Zucht auf einem kleineu, 
in einem Topfe gezogenen Bäumchen von Tilia grandifoUa Ehrh. gelungen ist, 
bin ich nun in der Lage, nähere Mittheilungen über diese Coccide machen zu 
können. 



272 



Franz Low. 



Die jungen Larven (Signoret's larves embryonaires), welche nur V-i min. 
lang sind und kurze, sechsgliederige Fühler und ziemlich lange, kräftige Beine 
haben (Fig. 2), suchen gleich nach ihrem Ausschlüpfen aus den Eiern passende 
Stellen an den Zweigen auf, um sich festzusetzen. Sie verstecken sich zu 
diesem Behufe so viel als möglich entweder in den Achseln der Verzweigungen 
oder an der Basis der Knospen. Schon wenige Stunden nachdem sie sich fest- 
gesaugt haben, beginnen sie aus den an den Seiten ihres Abdomen in Reihen 
angeordneten Secretionsorganen ein weisses Secret in Form von äusserst feinen, 
gekräuselten Fäden auszuscheiden (Fig. 1), welche sich fortwährend verlängern 
und zusammen eine zarte Flocke bilden, unter der die jungen Larven verborgen 
sind. Gleichzeitig kommt aus ihrem After jener schon oben erwähnte, weisslich- 
hyaline Faden hervor, welcher von besonderen, im Innern des Körpers in der 
Nähe des Afters befindlichen Secretionsorganen gebildet wird und daher all- 
mälig an Länge zunimmt. Durch diesen Faden, welcher aus einer Menge 
äusserst feiner Fädchen zusammengesetzt, cylindrisch und hohl ist, dringen die 
Excremente nach aussen und erscheinen an der Spitze desselben als ein Tröpfchen 
einer wasserhellen, süss schmeckenden, klebrigen Flüssigkeit (Honigthau), welches 
allmälig grösser wird und dann entweder herabtropft oder an dem Faden zurück- 
fliesst (Fig. 1 und 8). 

Bald nach dem Festsetzen einer solchen Larve beginnt an der Stelle, wo 
diese sitzt, sich ein ganz merkwürdiger Process zu vollziehen, durch welchen 
die Larve allmälig immer tiefer in den Zweig und zwar bis in den Holzkörper 
desselben gelangt. Dieses Eindringen in die Zweige ist eine der interessantesten 
Eigenthümlichkeiten dieser Cocciden - Art. Da sie, wie alle anderen Cocciden, 
keine beissenden, sondern nur saugende Mundtheile und einen weichen Leib 
besitzt, so kann sie selbstverständlich nicht gewaltsam und plötzlich in den 
Zweig eindringen, sondern muss auf andere Weise in denselben gelangen. Man 
kann diesen Vorgang überhaupt weniger ein Eindringen als vielmehr ein Ein- 
sinken nennen, welches wahrscheinlich durch eine ganz besondere Art des Saugens 
und ausserdem durch einen gewissen Einfluss bewirkt wird, welchen diese 
Insecten auf das Pflanzengewebe ausüben, und wodurch dieses unter ihrem 
Leibe stetig schwindet, während es um sie herum sich weiter entwickelt. Es 
findet hiebei nicht dasjenige statt, was man Gallenbildung nennt, das heisst 
es wird diese Coccide nicht durch eine Wucherung des Pflanzengewebes, welche 
um sie herum eintritt, nach und nach eingeschlossen, wie dies bei den meisten 
gallenbildenden Insecten der Fall ist, sondern gelangt durch allmäligen Schwund 
dieses Gewebes immer tiefer in den Zweig, in der Regel durch den Rinden- 
und Holzkörper bis zur Markröhre. Kaum einen Monat nach dem Festsetzen 
ist sie schon vollständig in den Zweig versenkt, so dass aussen am Zweige nur 
mehr ein kleines Schöpfchen ihres weissen Secretes und der erwähnte After- 
faden sichtbar sind (Fig. 8). 

Sobald ein solches Insect in den Zweig eingesenkt ist, erleidet das weisse 
Secret, welches von demselben fortwährend ausgeschieden wird, insofern eine 
Veränderung als es sein flockiges Aussehen verliert. Da nämlich dieses Secret 



Eine neue Cocciden-Art (Xylococeua filifenis). 



273 



den engen Raum zwischen dem Körper des Thieres und der Wand der Höhlung, 
in welcher dieses steckt, nach und nach ganz ausfüllt, verdichtet es sich schliesslich 
zu einer homogenen Kruste, welche das Insect fortan vollständig einhüllt. Nur 
an der Abdominalspitze desselben bleibt es mehr fädig-flockig und bildet ein 
Schöpfchen, welches aus der Mündung der Höhle, in der die Coccide steckt, ein 
wenig herausragt. 

Ungefähr drei Wochen nach dem Festsetzen häutet sich die Larve und 
verliert dabei ihre Beine, von denen nur Rudimente, anscheinend nur die Hüften 
übrig bleiben (Fig. 5). Die abgeworfene Haut findet man in dem vorerwähnten 
Secrete der Larve eingeschlossen. Der anfänglich nahezu linsenförmige Leib 
erhält nach dieser Häutung eine eiförmige Gestalt und wird nicht nur grösser, 
sondern auch glatter. Bei den späteren Häutungen gehen dann auch die Rudi- 
mente der Beine, die Fühler und zum Theile auch die Augen verloren, die 
Behaarung des Abdomen wird spärlicher und kürzer und von der Segmentation 
verwischt sich beinahe jede Spur, so dass ein solches Insect schliesslich nichts 
anderes ist, als ein glatter, ei- oder birnförmiger Körper, an welchem äusserlich 
bloss der Saugrüssel, der oben erwähnte Afterfaden und ein kleines Schöpfchen 
weissen Secretes am hinteren Leibesende zu bemerken sind (Fig. 6). Wenn ein 
Individuum einmal diesen Zustand erreicht hat, ist es zum vollkommenen, fort- 
pflanzungsfähigen Weibchen geworden. Es hat dann in der Regel eine Länge 
von 3 mm. bei fast 2 mm. Breite und lebt nur noch so lange bis die Eianlagen, 
welche in seinen Eierstöcken vorhanden sind, sich zu vollkommenen Eiern aus- 
gebildet haben. 

Die Eier werden von dem Weibchen nicht gelegt, sondern bleiben, ebenso 
wie bei den meisten Arten der schildtragenden Cocciden (Diaspidae), in dem 
abgestorbenen Leibe desselben eingeschlossen. Im Frühlinge schlüpfen die 
jungen Larven aus den Eiern, jedoch nicht gleichzeitig, sondern innerhalb 
eines Zeitraumes von fünf bis sechs Wochen. Aus diesem ungleichzeitigen 
Auskriechen der Larven erklärt sich die Thatsache, dass die in den Zweigen 
eines Baumes vorhandenen Individuen dieser Coccide nicht zu gleicher Zeit auf 
derselben Stufe der Entwicklung stehen. 

Sobald eine solche Coccide abgestorben ist, hört die Einwirkung auf, 
welche sie auf die sie umgebende Rinden- und Holzsubstanz ausgeübt hat. Die 
kleine Wunde, welche sie dem Zweige beibrachte, beginnt allmälig zu vernarben, 
das heisst, es wird die Höhlung, in welcher das abgestorbene Insect steckt, 
dadurch dass sich um die Basis derselben neue Holz- und Rindentheile ansetzen, 
immer mehr nach aussen gedrängt und infolge dessen klaff'end. Wenn sich 
nun die Jungen im Innern des abgestorbenen Mutterthieres aus den Eiern ent- 
wickeln, so platzt durch den von ihnen gemeinsam ausgeübten Druck die Haut 
desselben, und da sich zu dieser Zeit stets auch schon die nach aussen führende 
Mündung der Höhlung, in welcher dieses Mutterthier steckt, etwas erweitert 
hat, so vermögen die jungen Larven ungehindert auszuwandern, um sich eine 
passende Stelle zum Festsetzen an den Zweigen aufzusuchen. Hiebei sind sie 
bezüglich des Alters der Zweige nicht wählerisch, indem sie nicht nur einjährige, 

Z. B. Ges. Bd. XXXII. Abb. 35 



274 



Franz Low. 



sondern auch zwei- und dreijährige und manchmal auch die frischen, grünen 
Triebe besetzen. An den vierjährigen und noch älteren Zweigen fand ich wohl 
noch die Spuren früherer Occupation, aber keine neue. Setzt sich eine solche 
Coccide an einem der dünneren, ein- oder zweijährigen Zweige fest, dann gelangt 
sie in der weiter oben geschilderten Weise durch allmäliges Einsinken bis zur 
Markröhre; erfolgt ihre Festsetzung aber an einem dickeren, etwa dreijährigen 
Zweige, dann reicht die Höhlung, welche durch ihren Einfluss im Zweige ent- 
steht, nur mässig tief oder gar nicht in den Holzkörper hinein. 

Die hier in Kede stehende Coccide unterscheidet sich durch die im Vor- 
stehenden geschilderte Lebensweise sowohl als durch einige wesentliche körperliche 
Merkmale von den übrigen bekannten Cocciden -Arten, Sie ist aber nicht bloss 
eine neue Art, sondern repräsentirt auch zugleich «in neues Genus, weil unter 
den bestehenden Gattungen keine ist, in welche sie eingereiht werden könnte. 
Ich errichte daher für sie das nachstehend beschriebene Genus Xylococcus und 
nenne die Art mit Rücksicht auf den eigenthümlichen Faden, welcher aus ihrem 
Anus hervorkommt, X. ßiferus. Da das Männchen derselben noch nicht be- 
kannt ist, so bezieht sich die folgende Beschreibung, sowie alles im Vorstehenden 
über dieses Insect bereits Gesagte selbstverständlich nur auf das Weibchen. 

Xylococcus noT. gen. 

Femina adulta. — Corpore ovi- vel pyriformi, non depresso, involucro 
ceroideo induto; antennis pedihusque nullis; rostro brevissimo, conico, inarti- 
culato; segmento anali semiglohoso, reliquo corpore duriore et cono anali 
chitinoso, ßum longum, cavum, e secreto formatum emittente instructo. 

Larva. — Corpore depresso, antennis sexarticulatis pedihusque in- 
structo. 

Q. Der Leib allseits gleichmässig gerundet, ei- oder birnförmig, nicht 
depress, ohne Fühler und Beine, in eine wachsartige Hülle eingeschlossen. Der 
Schnabel sehr kurz, konisch, ungegliedert; die Saugborsten sehr lang. Das 
Analsegment halbkugelförmig, viel derber als der übrige Leib, am Ende mit 
einer kurzen, konischen, abgestutzten Eöhre, aus welcher ein langer, cylindri- 
scher, hohler, aus Secret gebildeter Faden zum Vorschein kommt. Im ersten 
Jugendstadium hat das Weibchen vollkommene Beine und sechsgliedrige Fühler. 

Xylococcus filiferus n. sp. 

Femina adulta. — Corpore ovi- vel pyriformi, glahro, nitido, pur- 
pureo; segmentatione obsoleta; antennis pedihusque nullis; oculis rudimentariis ; 
segmento anali semiglöboso, rufo, lanugine alba, filamentosa, e secreto ceroideo 
formata induto; filo anali longissimo, alho-hydlino, undulato; involucro ceroi- 
deo suhpellucido. — Long. corp. 3 — 3'5 mm., latid. 2 mm. 

Mas. ignotus. 

Habitat in ligno ramulorum Tiliae grandifoliae. 
Baden in Äustria inferiore. 



Eine neue Cocciden -Art (Xylococcu» filiftrus). 



275 



Weibliche Larve (Fig. 2) 5 mm. lang und fast Va so breit als lang, 
elliptisch, unten fast flach, oben mässig gewölbt, purpurroth, vorn viel lichter 
als hinten. Der Kopf und Thorax sehr fein punktirt; das Abdomen vorn etwas 
runzlig, nach hinten zu mehr und mehr körnig uneben. Die Fühler und Beine 
schmutziggelb. Die ersteren (Fig. 3) sitzen vorn am Rande des Kopfes vonein- 
ander so weit entfernt als sie lang sind und bestehen aus sechs fast gleich- 
dicken Gliedern; das erste Glied derselben ist etwas konisch und so lang als 
die zwei folgenden zusammengenommen, die Glieder 2 — 5 sind cylindrisch und 
gleichlang, das Endglied ist so lang als das erste, eiförmig und mit zahlreichen, 
geschlängelten Haaren besetzt, von welchen die längsten so lang oder etwas 
länger als die Fühler sind, deren Länge Vg der Körperlänge beträgt. Die Beine 
(Fig. 4) fast gleichlang und beinahe ebenso lang als der Leib breit ist; die 
Schienen ebenso lang als die Tarsen, erstere an der Basis dünner als die 
Schenkel und etwas gekrümmt, nach ihrem Ende hin ein wenig erweitert, um 
die Einlenkungsstelle des Tarsus herum mit einigen kurzen Haaren besetzt; der 
eingliedrige Tarsus, welcher fast so dick als die Schiene und oben mit einem, 
unten mit drei kurzen Haaren besetzt ist, trägt an seiner Spitze zwei längere, 
geknöpfte und etwas gebogene Haare und zwischen diesen eine ziemlich starke 
Klaue. Auf jedem Trochanter steht unten eine nach aussen gekrümmte Borste, 
welche so lang als der Schenkel ist. 

Das Abdomen ist weniger flach als der Vorderleib und nicht kahl wie 
dieser, sondern an den Rändern der Segmente mit kurzen, hyalinen Härchen 
besetzt, welche in mehrere Längsreihen geordnet sind. An den Seiten desselben 
liegen die kreisrunden Mündungen von Secretionsorganen in zwei Längsreihen, 
zwischen welchen sich die Stigmen befinden. An der Spitze des halbkugelig 
abgerundeten Analsegmentes erhebt sich ein kleiner, hohler, abgestutzter Conus, 
welcher den After einschliesst und von mehreren stärkeren, gegeneinander ge- 
neigten Börstchen im Kreise umgeben ist. Aus diesem Conus entspringt ein 
aus Secret gebildeter Faden, den das Thier während seines ganzen Lebens 
behält und welcher weiter unten in der Beschreibung des Weibchens näher 
besprochen ist. Rechts und links, aber etwas entfernt von demselben steht eine 
längere'^ Borste. 

Bei den Häutungen, welche diese Larve durchzumachen hat, bis sie zum 
fortpflanzungsfähigen Weibchen wird, gehen mehrere Veränderungen an ihrem 
Körper vor sich. Sie verliert zuerst ihre Beine bis auf kurze Stummel (Fig. 5) 
und später auch diese, sowie die Fühler und zum Theile auch die Augen. Ihr 
Körper wird zuerst eiförmig, dann birnförmig, das heisst vorn viel dicker als 
hinten, verliert fast jede Spur von Segmentation und erhält eine grössere Zahl 
von Secretionsorganen, deren Mündungen nicht mehr in Längsreihen liegen, 
sondern über den ganzen Körper zerstreut, an den Seiten des Abdomen um die 
Stigmen herum aber mehr gehäuft sind. 

Reifes Weibchen (Fig. 6) 3— 35 mm. lang, 2 oder fast 2 mm. breit, 
birnförmig, vorn viel dicker als hinten, ohne wahrnehmbare Segmentation, 
glänzend, mikroskopisch fein punktirt, purpurroth, vorn viel lichter als hinten, 

85* 



276 



Franz Low. 



ohne Fühler und Beine, bloss mit Spuren der Augen. Der Schnabel ausser- 
ordentlich kurz, nur ein kleines ungegliedertes, kegelförmiges Zäpfchen dar- 
stellend; die Saugborsten dagegen sehr lang, beinahe dreimal so lang als der 
Leib. Die ganze Körperoberfläche mit zahlreichen Mündungen von Secretions- 
organen bestreut, welche um die an beiden Seiten des Abdomen befindlichen 
Stigmen (Fig. 7 a) in grösserer Menge zusammengedrängt sind. Das letzte 
Abdominalsegment halbkugelig, viel derber und dunkler als der übrige Leib. 
Am Ende desselben befindet sich der oben bei der Larve schon beschriebene 
Afterkegel (Fig. 7 c) und ober demselben ein grösseres Secretionsorgan (Fig. 76), 
wölches die Form einer etwas höckerigen, siebartig durchlöcherten, runden 
Scheibe hat. Aus dem Afterkegel entspringt ein aus zahlreichen, äusserst feinen 
Fädchen eines beinahe hyalinen Secretes zusammengesetzter, cylindrischer Faden 
von der Dicke eines menschlichen Kopfhaares (Fig. 1 d), welcher zuweilen ab- 
bricht und sich wieder erneuert, manchmal aber eine Länge von 6 — 7 cm. 
erreicht, wellenförmig geschlängelt, ziemlich elastisch und hohl ist und gewisser- 
massen eine Verlängerung des Darmcanales bildet. Das siebartige Secretions- 
organ producirt dagegen ein fädiges Secret, welches sich mit den zahlreichen, 
gekräuselten Fädchen, die aus den über das Analsegment zerstreuten Mündungen 
einzelner Secretionsorgane zum Vorschein kommen, an der Abdominalspitze zu 
einem weissen Schöpfchen vereinigt (Fig. 6). Das Secret der übrigen über das 
Abdomen und den Vorderleib zerstreuten Secretionsorgane verschmilzt zu einer 
weisslich-hyalinen Kruste, welche das ganze Insect, mit Ausnahme seiner Ab- 
dominalspitze, einhüllt. Die Behaarung des Abdomens ist eine sehr spärliche 
und kurze; nur um den Afterkegel herum stehen die Börstchen zahlreicher 
(Fig. 7); die bei der Larve vorhandenen zwei längeren Analborsten fehlen. 

Diese Cocciden-Art wurde bisher nur in Baden (Nieder-Oesterreich) und 
bloss in den Zweigen von Tilia grandifoUa Ehr. angetroffen. Sie ist in ihren 
körperlichen Merkmalen von den übrigen bekannten Cocciden so sehr verschieden, 
dass sie in keine der bestehenden Subfamilien gestellt werden kann. Von den 
echten Cocciden unterscheidet sie sich durch den ungegliederten Schnabel und 
durch das ungetheilte Analsegment; von den Lecaniden durch dieses letztere 
Merkmal sowohl als durch den vollständigen Mangel sämmtlicher Extremitäten 
beim reifen Weibchen, sowie auch noch dadurch, dass sie ihre Eier nicht ab- 
legt. Am nächsten dürfte sie wohl den Diaspiden stehen; sie weicht aber auch 
von diesen durch die halbkugelige Form des Analsegmentes, durch die Lage 
und Beschafi'enheit des Afters und durch den Mangel eines Schildes wesentlich 
ab und scheint eine Uebergangsform zwischen den Diaspiden und den sogenannten 
Lecanodiaspiden zu sein. 

Wenn man die alten Lindenbäume in Baden betrachtet, welche von dieser 
Coccide wahrscheinlich schon viele Decennien hindurch befallen sind, so gewinnt 
man aus ihrem Aussehen die Ueberzeugung, dass die Anwesenheit dieses Insectes 
in den Zweigen wohl nie von erheblichem Einflüsse auf das Gedeihen derselben 



Eine nene Cocciden -Art (Xylococcus filiferusj. 



277 



gewesen ist. Es kann daher bis jetzt von einer nennenswerthen Schädlichkeit 
dieser Cocciden -Art nicht gesprochen werden. Da die kleinen Wunden, welche 
die Individuen derselben an den Stellen, wo sie sich im Gezweige festsetzen, 
hervorrufen, keine bleibenden sind, sondern, wie man aus der Untersuchung 
älterer, von ihnen besetzt gewesener Zweige ersieht, durch die Thätigkeit der 
Pflanze grösstentheils wieder fast vollständig ausgeglichen und verwischt werden, 
so könnte nur eine die Säfte der Pflanze erschöpfende Anzahl saugender Indivi- 
duen dieser Coccide von anhaltend nachtheiligem Einflüsse auf die Lindenbäume 
sein und grössere Complexe ihres Gezweiges zum Absterben bringen. Einer so 
bedeutenden Vermehrung der Individuenzahl treten jedoch zahlreiche Hinder- 
nisse entgegen, unter denen vor Allem die vielen die Zweige überziehenden 
Spinnenfäden, sowie Wind und Regen Erwähnung verdienen, welche den grössten 
Theil der sich entwickelnden Brut vernichten. 



278 



Franz Low. Eine neue Cocciden-Art (Xylococcus fili/erus). 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XVI. 

Fig. 1. Ein Stück eines Lindenzweiges mit einer Knospe, hinter welcher sich 
eine junge Larve von Xylococcus ßiferus F. Lw. festgesetzt hat 
(6 mal vergrössert). 

„ 2. Eine solche junge Larve, von unten gesehen (60 mal vergrössert). 

„ 3. Ein Fühler derselben 1 , v , , ^ , .. 

„ 4. Ein Bein derselben / vergrössert). 

„ 5. Eine Larve derselben Art in einem weiter vorgeschrittenen Stadium, 
in welchem die Beine auf kurze Stummel reducirt sind und der 
Körper schon eine andere Form angenommen hat, mit dem After- 
faden (20 mal vergrössert). 

„ 6. Ein reifes Weibchen von Xylococcus ßiferus F. Lw., von der Seite ge- 
sehen, mit einem Schöpfchen weissen Secretes und dem Afterfaden 
an der Abdominalspitze (5 mal vergrössert). 

„ 7. Die Abdominalspitze des Weibchens, von der Seite gesehen (sehr be- 
deutend vergrössert) ; a Stigmen, h ein siebförmiges Secretionsorgan, 
c der den After einschliessende Afterkegel, aus welchem d der aus 
Secret gebildete Afterfaden entspringt. — Die um die Stigmen ge- 
häuften und auf der übrigen Körperfläche zerstreuten, runden Löcher 
sind die Mündungen von Secretionsorganen. 

y, 8. Ein Lindenzweig (2 mal vergrössert), welcher mit mehreren Weibchen 
von Xylococcus fiUferus F. Lw. besetzt ist. Der rechts befindliche 
Theil dieses Zweiges veranschaulicht, wie sich die Anwesenheit dieser 
Coccide im Innern desselben äusserlich verräth. Der links befindliche 
Theil desselben ist aufgeschnitten und zeigt in welcher Weise diese 
Insecten in die Rinde und in das Holz eingebettet sind. Das in 
der Zweigachsel a eingebettete Weibchen ist in seiner weissen, wachs- 
artigen Hülle eingeschlossen; bei den in den Zweigachseln h und c 
befindlichen ist diese Hülle zum Theile entfernt. 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen GesellschaFt; 

in Wien. 



Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Jahrgang Xmm9. 

XXXII. Band. — II. Halbjahr. 

(Vei'sammlung am 7. Juni, 5. Juli, 4. Octdber, 8. November, 6. Decemher.) 
Mit 7 Tafeln. (T. XVII— XXIII.) 



Wien, 1883. 

Im Inlande besorgt dnrch A. Hölder, k. k. Hof- und üniversitäts - Bflchhändler. 
Für das Anstand in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzliausen, 

k. k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen GesellschaFt 

in Wien. 

Ueransgegeben Ton der Oesellschaft. 
XXXII. Band. 

(Mit S3 Tafeln.) 



Wien, 1883. 

Im inlande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- und Üniversitäts-Bnchhändler. 
Für das Ausland in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 

k. k. Hof- und Universitäts-Buchdriicker in Wiea. 



Inhalt- 



Seite 

Stand der Gesellschaft VII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellscbaftsschriftenheziehen XXXIX 
Wissenschaftliche Anstalten, mit welchen Schriftentausch stattfindet . XLI 
Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft augekauft werden . XLVIII 



Sitzungsbericlite. 



Versammlung am 4. Jänner 3 

„ „1. Februar 5 

„ 1. März 7 

Jahresversammlung am 5. April 17 

Versammlung am 3. Mai 29 

„ 7. Juni 31 

„ 5. Juli 32 

„ „ 4. October 33 

„ „8. November . 35 

„ „6. December 40 



Wissenschaftliche Abhandlungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Beling Th : Beitrag zur Biologie einiger Käfer aus den ¥d.m\\\Q\iDascyllidae 

und Parnidae Abh. 435 

B e r g h Dr. R. : Beitr . zur Kenntniss der Aeolidiaden VII. (Mit Tafel I— VI.) Abh. 7 
Blasius W. und Nehrkorn: Dr. Platen's ornithologische Sammlungen 

aus Arnboina Abh. 411 

Brauer Dr. F.: Symjjycna paedisca m. Zur Richtigstellung dieser 

neuen Art Abh. 75 

Dräsche Dr. R. v.: Revision der Nematoden Diesing's und Molin's. 

<Mit Tafel VII~X.) Abh. 117 

— Helminthologische Notizen. (Mit Tafel XII.) Abh. 139 

a* 



IV 



Inhalt. 



Seite 

Dräsche Dr. E. v.: Oxycorynia, eine neue Synascidien - Gattung. (Mit 

Tafel XIII.) Abb. 175 

Puchs Dr. Th.: Der Einfluss des Lichtes auf die bathymetrische Ver- 

theilung der Meeresorganismen Sitzb. 24 

Grobben Dr. C: lieber die Spermogonie oder die Fortpflanzung durch 

Keimkörner im Thierreiche Sitzb. 7 

Hanf P. Bl.: Ornithologische Beobachtungen am Furterteiche . Sitzb. 39 

Hornig J. v.: Eudemis Kreithneriana, ein neuer Kleinschmetterling . Abb. 279 

— Ueber die ersten Stände von Eudemis Kreithneriana Horn. Sitzb. 41 
Keferstein A. : Ueber die Tagschmetterlingsgattung Colias . . . Abh. 449 
Keyserling E. Graf v. : Neue Spinnen aus Amerika IV. (Mit Tafel XV.) Abh. 195 
Klemensiewicz Dr. St.: Zur näheren Kenntniss der Hautdrüsen bei den 

Eaupen und bei Malachius. (Mit Tafel XXI und XXII.) . . Abh. 459 
Kohl Fr.: Neue Hymenopteren aus dem k. k. zoologischen Hofcabiuete in 

Wien. (Mit Tafel XXIII.) Abh. 475 

Latze 1 Dr. R.: Beitrag zur Myriopoden-Kenntniss Oesterreich-Ungarns und 

Serbiens Abh. 281 

Low Dr. Fr. : Zur Charakteristik der Psylloden-Genera Aphalara und Bhino- 

cola. (Mit Tafel XL) Abh. 1 

— Revision der paläarktischen Psylloden in Hinsicht auf Systematik und 
Synonymie Abh. 227 

— Eine neue Cocciden-Art ('X^/Zococcws (Mit Tafel XVI.) Abh. 271 

— Der Schild der Diaspiden Abh. 513 

Mik J.: Ueber Osten-Sacken's: „An essay of comperative chaetotaxy 

of Diptera." (Mit Holzschnitt.) " Sitzb. 8 

Möschler H. B.: Beitrag zur Schmetterlings-Fauna von Surinam V. (Mit 

Tafel XVII und XVIII.) Abh. 803 

Nehrkorn A. Siehe Blasius W. 

Nörner Dr. C: Anaiges minor, eine neue Milbe im Innern der Feder- 
spulen der Hühner. (Mit Tafel XIX und XX.) Abh. 387 

Osten- Sacken C. R.: Bemerkungen zu Prof. Weyenbergh's Arbeit 

über Trypeta Scuderi Abh. 369 

Peck Dr. R.: Ueber einen geweihlosen Hirsch, Sitzb. 33 

Pelzeln A. v. : Ueber eine Sendung von Vögeln aus Borneo . . . Abh. 265 

— Ueber eine Sendung von Säugethieren und Vögeln aus Ecuador V. Abh. 443 

— Ueber Dr. Emin Bey's dritte Sendung von Vögeln aus Centrai- 
Afrika Abh. 499 

Reitter E.: Beitrag zur Pselaphiden- und Scydmaeniden-Fauna von Java 

und Borneo Abh. 283 

— Neue Pselaphiden und Scydmaeniden aus Central- u. Südamerika Abh. 371 
Ro ge n h f e r A. : Der Frass des Sinoxylon muricatum an Wein stocken Sitzb. 30 

— Ueber fünfflügelige Schmetterlinge. (Mit Holzschnitt.) . . Sitzb. 34 
~ Ein australischer Bockkäfer (PÄomcaw^Äaj lebend in Wien . Sitzb, 40 



Inhalt. 



V 



Seite 

Weyenbergh Dr. H.: Trypeta (Icaria) «Sew^^m und ihre eigenthümliche 

Lebensweise. (Mit 3 Holzschnitten.) Abh. 363 

Wimmer A.: Fundorte und Tiefenvorkommen einiger adriatischer Con- 

chylien Abh. 255 



Botanischen Inhaltes: 



Arnold Dr. F.: Zur Erinnerung an F. X. Freiherrn v. Wulfen . Abh. 143 

Beck Dr. G.: Neue Pflanzen Oesterreichs. (Mit Tafel XIV.) . . . Abh. 179 
— lieber das massenhafte Auftreten von Orohanche major L. in Nieder- 

Oesterreicli Sitzb. 32 

Bubela J.: Nachtrag zum Vevzeichniss der um Bisenz in Mähren wild- 
wachsenden Pflanzen Sitzb. 42 

Fehluer C: Campamda latifolia L. neu für Nieder- Oesterreich . Sitzb. 41 

Heimerl A. : üeber Zusammenvorkommen von Primulabastarten Sitzb. 28 

Palacky Dr. J. : üeber die Westgrenze unserer Pflanzen . . . Sitzb. 36 

Voss W. : Materialien zur Pilzkunde Krains III Abh. 77 



VI 



Inhalt. 



Verzeichniss der Tafeln. 

Seit© 

Tafel I— VI. Bergh Rud.: Beiträge zur Keimtniss der AeolidiadeD VII. 69—74 
„ VII — X. Dräsche Dr. Eichard v.; Eevision der in der Nematoden- 

Sammluug des k. k. zoologischen Hofcabinets befindlichen 

Original-Exemplare Diesing's und Molin's . . . 136—138 
„ XL Low Dr. Fr: Zur Charakteristik der Psylloden- Genera Aphalara 

und Rhinocola G 

„ XII. Dräsche Dr. Richard v.: Helminthologische Notizen . . . 142 
„ XIII. Dräsche Dr. Richard v.: Ooji/corz/ma, eine neue Synascidien- 

Gattung 178 

„ XIV. Beck Dr. Günther: Neue Pflanzen Oesterreichs 194 

„ XV. Kayserling Graf Eugen: Neue Spinnen aus Amerika IV. . 226 
„ XVI. L ö w Dr. Franz : Eine neue Cocciden-Art ('Xi/Zococcws ^/i/isms^ 278 
„ XVII— XVIII. Möschler H. B.: Beiträge zur Schmetterlings-Fauna 

von Surinam V 362 

„ XIX — XX. Nörner Dr. C: Anaiges minor, eine neue Milbe im 

Innern der Federspulen der Hühner 409-410 

„ XXI — XXII. Klemensiewicz Dr. Stanislaus: Zur näheren Kenntniss 

der Hautdrüsen bei den Raupen und bei Malachius . 472—473 
„ XXIII. Kohl F. F.: Neue Hymenopteren in den Sammlungen des k. k. 

zoologischen Hofcabinets zu Wien 497 



Stand der Gesellschaft 



am Ende des 



Jahres 188S. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1883. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1885.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Vicepräsidenten: (Gewählt bis Ende 1883.) 

P. T. Herr Brunner v. Wattenwyl Karl (Präsid.-Stellvertreter), 
„ „ Claus Dr. Karl. 
„ „ Hauer Franz Ritter v. 
„ „ Mayr Dr. Gustav. 
„ „ Pokorny Dr. Alois 
„ Reichardt Dr. H. W. 

Secret'äre : 

P. T. Herr Rogenhof er Alois Friedr, (Gewählt bis Ende 1883.) 
„ Beck Dr. Günther. „ „ „ 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1883.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussräthe : 

P. T. Herr Bartsch Franz. (Gewählt bis Eude 1883.) 

„ „ Fuchs Theodor. „ „ 

„ „ Kolazy Josef. „ „ 

„ „ Künstler Gustav. „ „ 

„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton. „ „ 

„ „ Steindachner Dr. Franz. „ „ 

„ „ Wachtl Friedrich. „ „ 

Z. B. Ges. B. XXXII. b 



X 



Mitglieder. 



P. T. Herr Braun Heinrich. (Gewählt his Ende 1884.) 







Brauer Dr. Friedrich. 




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Brunner v. Wattenwyl Karl. 


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Burgerstein Dr. Alfred. 


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Claus Dr. Karl. 


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Csokor Dr. Johann. 


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Dräsche Dr. Eichard Eitter v. 


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Hauer Franz Eitter v. 


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Kern er Dr. Anton Eitter v. 


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Kornhuber Dr. Andreas 




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Latzel Dr. Eobert. 


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Low Dr. Franz. 


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Löw Paul. 


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Mik Josef. 


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» 


Pokorny Dr. Alois. 


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Stur Dionys. 


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Türk Eudolf. 


» 


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Vogl Dr. August. 




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Wiesner Dr. Julius. 




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Bergenstamm Julius v. 


(Gewählt bis 


Ende 






Haimhoffen Gustav Eitter v. 


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Jeitteles L. H. 


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Mayr Dr. Gustav. 


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Ostermeyer Dr. Franz. 




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Pelz ein August v. 






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Eeichardt Dr. Heinrich. 




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Eeuss Dr. A. Eitter v. 






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Thümen Felix Freiherr v. 




» 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Kaufmann Josef, Kolazy 

Josef, Kreithner Eduard, Marenzeller Emil v. 
Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Ostermayer Dr. 

Franz, Witting Eduard, Zukal Hugo. 
Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 
Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 
Das Archiv hält Herr Paul Löw im Stande. 



Amtsdieiier : 

Herr Frank Cornelius, VIU., Florianigasse 31. HL 



Mitglieder. 



XI 



Die Druckschriften der ßesellschaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apo5?tolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen und Erzherzoge Rudolf. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwig 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrecht. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvator. 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen zu Sachsen-Coburg. 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Ihrer Majestät der Königin von England. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



Subventionen für 1883. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



XII 



Mitglieder. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedrQckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ Ag a s s i z Dr. Alexander, Director d. Museums N. A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ Allman Dr. George James, Prof., 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andre Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cote d'or Beaume. 

„ An gas Georg Fr London. 

„ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ Ardissone Fr., Prof. d. Bot. d. höh. Agric.-Schule Mailand. 

„ „ Arnold Dr. F., k. Appellationsrath, Sonnenstr. 7 München. 

„ „ Artzt A,, k. Vermess. -Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ Asbjörnsen P. Christian, k. Forstmeister . . Christiania. 

„ „ Ascherson Dr. Paul, Professor d. Bot. an der 

Univers., Custos am k. Herbar, Friedrichstr. 217 Berlin (SW.). 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

„ „ Bail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ „ Bai Hon Ernst, Prof. an d. k. Forst- Akademie . St. Petersburg, 

„ Baillon H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ „ Bain Dr. Mac, Marine -Arzt Edinburgh. 

20 „ Baird Spencer. Prof., Secr. der Smitsh.-Instit. Washington. 

„ „ Balfour Dr. Hutton, Prof., 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

„ „ Ball Valentin, Geolog, Trinity College . . , Dublin. 

„ Bamberger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

„ „ Barbey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Barboza J. Rodriguez •. . Rio-Janeiro. 

„ „ BarbozaduBocage, Direct. des zool, Mus. . Lissabon. 

„ „ Bark er Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ „ Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

„ „ Bates H. W., Esq., 40 Bartholomew-Road (NW.) London. 

30 .. „ Beling Theodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

„ „ Bellardi Dr. Luigi, Professor Turin. 



Mitglieder. 



XIII 



P. T. Herr Beneden Eduard v., Univ.-Prof., Rue Nysten 26 Lüttich. 

„ „ Bennet Dr. G., Esq Sidney. 

„ „ BerchonDr. Emest, Director (Gironde) . . . Pouillac. 

„ „ Berdau Felix, Prof. am Polytech. G. Lublin . Pu^a^vy. 

„ y, Berg Dr. Carl, Universitäts-Professor .... Buenos-Ayres. 

„ Berggren Sven, Professor an der Universität . Upsala. 

„ Bergh Dr. Rudolf, Oberarzt, Snaregade 10 . . Kopenhagen. 

„ „ Betta Edoardo, Nobile de Palermo. 

Beuthiu Dr. Hein., Steindamm 144 III. St. Georg Hamburg. 

„ „ Bignone Felix, Apotheker ........ Genua. 

„ Bigot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus.-Director Paris. 

„ Blanchet Ch Lausanne, 

„ „ Blasius Dr. Wilhelm, Director am zool. Museum Braun schweig. 

„ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Pctrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ „ Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

r „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Custos . Brüssel. 

„ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bon Orden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

„ „ Bonvouloir Comte Henri, Rue de rUniversite' 15 Paris. 

„ „ BoutelouD.Esteb., Berg-Ingen., Pl.d.S.Annal? Madrid. 

„ .. Bo wring John j., Esq London. 

„ .. Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med.-chir. Lehranst. St. Petersburg, 

„ ^ Branzda Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest, 

„ „ Brehm Dr. Alfred Berlin. 

Brendegani Vinc, Rect. d. Kirche St. Rochus Verona. 

Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

B ruh in P. Th., Rev. Ohio, U.-St Columbus. 

Bruyn Arie Johannes de, Regiraentsthierarzt . Zütphen. 

Buchenau Dr. Fr,, Director u, Prof, d, Realsch. Bremen. 

Buchinger Dr. F,, Director des Waisenhauses Strassburg. 

Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

Burmeister Dr. Herrn., Dir, d, naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

Buse L. H., bei Arnheira, Niederlande. . . . Renkom, 

Busk Dr, George, Burlington-house , . . , London. 

CabanisDr. Joh. Lud,, erster Custos am k. Museum Berlin, 

Canestrini Dr. Johann, Prof, an d.Universität Padua. 

CarpenterDr.Will., 8, Queens-Rd., Primrose hill. London. 

Cartier Robert, Hochw., Pfarrer, Cant. Solothurn Oberbuchsiten. 

Carte Dr, Alex,, Dir, of the Mus. R. Society . Dublin. 



XIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 

„ „ Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Franc. Conte . Rom, 

„ „ Cesati Baron Vincenz, Dir., Prof. d. Botanik . Neapel. 

80 „ „ Chiari Gerhard Ritter V., k. u. k. General- Consul Trapezunt. 

„ „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau, 

„ „ Cogniaux Dr. A,, Prof. b. Brüssel Jodoigne, 

„ „ Coldham James G., Dir. of Christch. school. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Robert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

„ „ Colosanti Dr. Josef, Assist, d. Pathologie . . Rom. 

„ „ Conrad Paul, Schiffscapitän a. D Bremen. 

„ „ Conwentz Dr, H,, Dir, d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

„ „ Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museum . . . Sidney. 

„ „ Crepin Francois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

90 „ „ Crosse H,, Rue Tronchet 25 Paris, 

„ „ Cunhada Dr. Gerson, Director of asiat. soc. . Bombay. 

„ „ Dana James (Connecticut) New-Haven. 

„ „ Davidson Dr. George, W., 13. Union-Place . Edinburgh. 

„ „ Davidson Thomas London. 

„ „ De Candolle Alphon?, e. Professor der Botanik Genf. 

„ „ J)egenkolI> Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

„ „ Desnoyers Johann, Bibliothecaire du Mus. . Paris. 

„ „ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

100 „ „ Dingler Dr, Herrn,, Custos d, k. Herbars . . München. 

„ „ Doderlein Dr. Pietro, Prof, an der Universität Palermo. 

„ „ Doenitz Dr, Wilh„ Assist, am naturhist, Mus. Berlin. 

„ „ Dohm Dr. Antoiä, Prof., Vorstand d. zool. Station Neapel. 

„ „ Dohm Dr, Heinrich, Stadtrath Stettin. 

„ „ Dohrn Dr. Carl A,, Präs. des entom. Vereines Stettin. 

„ „ Douglas J.W., Esq., 8 Beaufort gard., Lewisham London (SE.) 

„ Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

„ „ Diu de Dr. Oscar, Prof u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

„ „Du Rieu W. N., Conserv, an d. Bibliothek . . Leyden. 

110 „ „ Eden F. W. van Harlern, 

„ „ Edwards Harry Wra., West-Virginien .... Coalburgh. 

„ Eich 1er Dr. A. W., Prof. d. Bot, a, d. Univers. Berlin. 

„ „ Eidam Dr. Eduard, Assist, a. d. Lehrkanzel f. Bot. Breslau. 

„ Eliot Karl W., Prof. Boston, 

„ „ Ellenrieder Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg, 

„ Elliot Walter, Hawik N. B., Schottland . . Wolfelee. 

„ „ Ellis J, B., Esq., New Jersey U.-St Newfield. 

„ „ Emery Med, Dr, Carl, Univ,-Professor . . . Bologna. 

„ „ Engelmann Dr. Georg, Prof,, Nordamerika. . St. Louis. 



Mitglieder. 



XV 



Herr Engler Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Kiel. 

„ Erschoff Nikol., Wassili OstrofF 12. Lin. 15. Haus St. Petersburg. 

„ Es mark Lauritz, Vorstand d. naturh. Museum . Christiania. 

„ Eulenstein Dr. Theodor Dresden. 

„ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München, 

„ Fairmaire Leon, Directeur de rhöpital St. Louis Paris. 

„ Falk Dr. Alfred, an der Universität .... Lund. 

„ Famintzin Dr. A., Professor St. Petersburg, 

„ Fanzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

„ Farie James, Secr. geol. Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

„ Fatio Dr. Victor, Rue Massot 4 (N.) . . . . Genf. 

„ FerreiraMan.Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog.Inst. Rio Janeiro. 

„ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

„ Fischer v. Waldheini Dr. Alex., Prof. d. Botan. Warschau. 

„ Fischer Dr. Karl, pr. Arzt Sidney. 

„ Flor Dr. Gustav, Prof. an d. Universität . . . Dorpat. 

„ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ Förster Dr. Arnold, Prof. a. d. höh. Bürgerscb. Aachen. 

„ Folin F. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et artes Bayonne. 

„ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ Fontaine Julius de la, Göns, du Musee belg. Univ. Gent. 

„ Forel Dr. August, Irrenarzt im Burghölzle bei Zürich. 

„ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ Fournier Dr. Eug., Gen. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ Frey Dr. Heinrich, Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

„ Frey- Gessn er Emil, Mus.- Cust^RueDecandolle Genf. 

„ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ Friestadt R. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ Frietze R., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. Herbar Berlin. 

„ Geraminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ Gernet Karl, R.v.,k.r. Geheimrath, Haus Lissitzin St. Petersburg. 

„ Gerstäcker Dr. Adolf, Prof. a. d. Universität . Greifswalde. 

„ Goebel Dr. Carl Strassburg. 

„ Göppert Dr. Heinr. Rob., geh. Med.-Rath u. Prof. Breslau. 

„ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

„ Gonzenbach J. Guido, Professor ..... Smyrna. 

„ Graells, D. Mariano de la Paz. Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ Grathwohl Wilhelm Fidelis, Grosshändler . . München. 

„ Gray Asa, Prof. a. Haward College, N.-Ara. . Cambridge. 

„ Grönland Dr. J., b. Jüterbock, landw. Akademie Dahme. 

„ Grote RadclifFe A. Curat, of nat. sc, N.-Am. . Buffalo. 

„ Günther Dr. Aibert, Direct. am brit. Museum London, 



XVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Guillaud Dr. A., Prof. agrege ä la fac. de med. Montpellier. 

„ „ Guirao Don Angel., Direct. del Istituto . . . Murcia. 

„ „ Haast Dr. Julius, Director des Canterbury Mus. Christ Church. 

„ „ Haeckel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ „ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 

„ „ Hai fern Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

170 „ „ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 

„ „ Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Eise . London. 

„ „ Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

„ „ Harold Edgar Freiherr v., Barrerstrasse . . . München. 

„ „ Hartmann Karl, Schweden Oerebro. 

„ „ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

„ „ Ha sk ins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

„ „ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ „ Ha US er F., k. Lieut. i. I.Fuss- Artill.-Reg. Bothmer Ingolstadt. 

„ „ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

180 „ „ Heaphy Ch. D., Ingenieur Aukland. 

„ „ Hedemann Wilhelm v., Galernaja 46, Kwoit 5 St. Petersburg. 

„ „ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ „ Heer Dr. Oswald, Prof. an der Universität . . Zürich, 

„ „ Held reich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

„ „ Heller V. Hell wald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

„ „ Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

„ „ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ „ Heuser Dr. P., Diaconissenhaus-Arzt, Westphal. Bielefeld. 

„ „ Heyden Dr. Luc. v., Schlossstr.54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

190 „ „ Heynemann F Frankfurt a. M. 

„ „ Hie n dlm ay r Ani, Kaufm., Schwanthalerstr. 10/3 München. 

„ „ Hieronymus Georg E., Prof. der Univers. Arg. Cordova. 

„ „ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik, Breisgau Freiburg. 

„ „ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ „ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

„ „ Ho ff mann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Glessen. 

„ „ Holmgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

„ „ Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising . . . Weihenstephan. 

„ „ Homeyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

200 „ „ Hop ff garten Georg Max Bar. V., b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Humbert Alois v., 11 rue de FHötel de Ville . Genf. 

„ „ Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

„ „ Irigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ „ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

„ „ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ „ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wilhelmshütte. 

„ „ Janni Josef, k. u. k. Consular-Agent .... Bombay. 



Mitglieder. 



XVII 



P. T. Herr Jeffreys J. Gwyn, 25 Devonsh. Porti. Place . London. 

, „ Jessen Dr. Karl, Prof. d. Bot. an der Universität Berlin. 

y, „ Jonsson Joh., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antonienstr. 6 Breslau. 

r, „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechnikum . . Karlsruhe. 

„ Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul. . Damiette. 

y, „ Keferstein Adolf, p. k. Gerichtsrath .... Erfurt. 

„ „ Keyserling Graf Eugen Gross-Glogau. 

„ „ KinbergJoh. Gustav, Prof. Stockholm. 

» „ KirchenpauerDr., Senats-Präsidentu.Bürgerm. Hamburg. 

» „ Kirchner Dr. Oskar Hohenheim. 

n „ Kirsch Th., entom. Gustos d. zool. Museum . Dresden. 

» „ Koch Dr. Ludwig, prakt, Arzt ...... Nürnberg. 

» „ Koch Dr. Ludwig, Vorstd. d. pflzphysiol. Inst. . Proskau. 

„ „ Kock J. v., k. Major, Gelderland bei Nym wegen Hess. 

„ „ Koerber Dr. G. W., Prof. a. d. Universität . Breslau. 

„ „ Kölliker Dr. Albert v., Prof. an der Universität Würzburg. 

„ „ Körnicke D. Friedr., Prof., bei Bonn .... Popelsdorf. 

„ „ Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkstr. 28 (W.) Berlin. 

r, „ Krauss Dr. Ferd., Prof., Directord.k.z. Museums Stuttgart. 

„ „ Krau SS Dr. Hermann, prakt. Arzt Tübingen. 

„ „ Kraus Dr. M. C., Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ „ Kriechbaumer Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ „ Krüper Dr. Theobald, Gustos am Museum . . Athen. 

„ „ Kubary Johann C Hamburg. 

„ „ KühnDr. Julius, Dir. d.landw. Institut, Geh.-ßath Halle a/S. 

» „ Kuhn Dr. Max, Luisenstrasse 67 (NW.) , . . Berlin. 

„ „ Kuntze Dr. Otto, Eutritsch 197 bei .... Leipzig. 

„ „ Laboulbene Alexander, Prof., Eue de Lille 11 Paris. 

„ „ Lancia Fried., Duca di Castel Brolo .... Palermo. 

„ „ Landerer Fr. X., Apotheker Athen. 

„ „ Lange V., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

„ „ LangeJ. Carl, k. und k. öst. Gesandt.-Secretär Athen. 

» „ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Korn. 

„ „ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

» „ Lea Isaac, Präsid. d. Acad. of nat. scienc. . . Philadelphia. 

„ » Le Comte Theophil, Belgien Lesines. 

» « Le Conte Dr. John, cor. Secr. d. Ac. of nat. sc. Philadelphia. 

„ „ Leder Hans, Naturalist, Elisabetpol, H. Hammer, 

Russland Helenendorf. 

„ „ Lefevre Theodor, Ingenieur, Eue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ „ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker .... Santiago. 

„ „ Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

„ y, LeJolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

Z. B. Ges. B. XXm. q 



Mitglieder. 



Herr L etzner K., Hauptlehrer, Nicolaistrasse . . . Breslau. 

„ Leuckart Dr. Rudolf, Prof. a. d. Universität . Leipzig. 

„ Leuthner Dr. Franz, Lehrer der Natur w. . . Basel. 

„ L ichten st ein J., Montpellier, Coursd.casernes29 La Lironde. 

„ Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ Lindeman Dr. Eduard R. v,, Hofrath, Professor Odessa. 

„ Linhart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ Lischke Dr. C. E., geh. Ob.-Regier.-Rath . . Elberfeld. 

„ Lobscheid Dr. W. S., b. Bunzlau, pr. Schlesien Gnadenberg. 

„ Logan M. Thoraas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ Loscosy Bernal, Senor Don, Spanien . . . Castel Serao. 

„ Love'n Dr. S., Professor Stockholm, 

„ Low Dr. Ernst, Dessauerstr. 5 Berlin. 

„ Lütken Dr. Chr. Friedr., am k. Museum . . . Kopenhagen. 

„ Mac Lachlan Rob,, 39 Limes Grove, Lewisiiam London (SE.). 

„ Magnus Dr. Paul, Professor, Bellevuestr. 8 . . Berlin. 

„ Malinovsky v., kais. türk. General .... Constantinopel. 

„ Malz ine F. de, Rue de Moulin 11 Brüssel. 

„ Manderstjerna Alex, v., k. General, b. Warschau Radom. 

„ Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ Marcusen Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

„ Marion A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ Marno Ernst Chartum. 

„ Marsson Dr. Th Greifswalde. 

„ Martens Dr. Ed. V., Gustos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ Maximowicz Carl, Collegien-Rath St. Petersburg. 

„ Mazarredo D. Carlo de, Ing., Calle d. Almiranta2 Madrid. 

„ Modem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ Meneghini Dr. Jos. Corn., Professor d. Botanik Pisa. 

„ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ Merian-Thurneisen Dr. Pet, Rathsh., Prof. Basel. 

„ Merk Carl München. 

„ Meves W., am königl. Museum Stockholm. 

„ Meyer Dr. Adolf Beruh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

„ Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

„ Mieg Don Fernando, Prof. de bist, natur. . . Bilbao. 

„ Milne-Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ Möbius Dr. Karl, Prof. an der Universität . . Kiel. 

„ Moeschier Heinr. B., Bes. d. Kronförstchen b. Bautzen. 



Mitglieder. 



XIX 



P. T. Herr Moesta Dr. Friedr., an d. Sternwarte, Chile . Santiago. 

„ „ Möhl Dr. H., Director d. Ver. f. Naturkunde . Cassel. 

„ „ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffic, Java . Surabaja. 

„ „ Möller J. D., bei Hamburg Wedel. 

„ More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

300 „ „ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 

„ Moquin-Tandon Dr. G., Prof. a. d. faculte d. sc. Besanfon. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

„ „ Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director d. belg. hört. . Lüttich. 

„ „ Mosling Svend, Adjunct an der Eealschule . . Trondhjem. 

„ „ Motta Dr. Maia, Prof. der med. Facultät . . . Rio Janeiro. 

„ „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 

„ „ Müller Ernst, pr. Schlesien, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

„ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. Melbourne. 

310 „ „ Müller Dr. Hermann, Oberlehrer, Westphalen . Lippstadt. 

„ „ Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle a/S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

„ „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst.- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Nägeli Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

„ „ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

„ „ Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

„ „ Nietschke Dr. Theod., Westphalen Münster. 

„ „ Noerdlinger D.H., p. Ob. -Forstrath, Professor Hohenheim. 

320 „ „ Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Fridrichstadt. 

„ „ Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

„ „ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghislieri . Pavia. 

„ „ Ornstein Dr. Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

„ „ Osten-Sacken Karl Robert, Freih. v., Wredeplatz Heidelberg. 

„ „ Onlianini B., Soc. des amis d. nat. (p.H.L. Kittler) Moskau. 

„ „ Owen Richard, Esq., Prof., brit. Museum . . . London. 

„ „ Packard Dr. A. S., Prof., Brown Univers., N.-A. Salem. 

„ „ Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d, Hochschule Belgrad. 

„ „ Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

330 y, „ Pasqual e Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ „ Passerini Dr. Giovan., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

„ „ Patze C. A., Stadtrath und Apotheker .... Königsberg. 

„ „ Paulsen Don Ferd., Chile Santiago. 

„ „ Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

„ „ Peck Ch.H., Esq., State Botanist, New York U.-St. Albany. 

„ „ Pereira Dr. Jose Rego Filho, Generalsecretär der 

k. Akademie der medic. Facultät Rio Janeiro. 

„ „ PerezArcas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

c* 



XX 



Mitglieder. 



P. T. Herr Perty Dr. Max, Professor Bern. 

„ „ Peters Dr. Carl W., Prof. u. Dir. a. zool. Mus. Berlin. 

340 ^ „ Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . . Berlin. 

„ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

„ „ P fitz er Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ „ Philippi Dr. E. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

„ „ Pirazzoli Eduard, k. Major a. D Imola. 

„ „ Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Forstlehranst. Aschaffenburg. 

„ „ Preudhomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

„ „ Pringsheim Dr. N., Prof., Bendlestr. 13 (W.) . Berlin. 

„ „ Pullich Dr. Georg, Hochw Rom. 

„ „ Purchas Arth,, G. Rever Aukland. 

350 „ „ P'uton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

„ „ Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ „ Radde Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

„ „ Radlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d. Univ. München. 

„ „ Ransonnet Eug. Freih., k. k. Leg.- Secr. a. D. München. 

„ „ Rasch Halvor H., Professor Christiania. 

„ „ Raskovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

„ „ Reess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ „ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

„ „ Rehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Regensburg. 

360 ^ Reinhard Dr. H., g.Ob.-Med.-Rath,Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Ob. -Lehr., Oranienstrasse 45 Berlin. 

„ „ RenardDr. Carl v., Vicepräsident d. nat. Gesellsch. Moskau. 

„ „ Reuter Dr. Otto Moranal, Univ.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

„ . „ Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ „ Richiardi Dr. Sebast., Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

„ „ Roberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ „ Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

„ „ Roffiaen Francois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

„ „ Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

„ „ Römer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

„ „ Roretz Dr. Alb. v., Hospital-Director, (Horn) . . Japan. 

„ „ Rösler Dr. Carl Friedr. Herm Japan. 

„ „ Ross D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

„ „ Rüppel Dr. M. Ed Frankfurt a. M, 

5, „ Rütimeyer-Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

„ „ Rutot A., p. Staatsbahn-Ingenieur Brüssel. 

„ „ Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

„ „ SaccardoPier Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

„ „ Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... PhillipopeL 

„ „ SadebeckDr. Rieh., Prof., Ober-Bergfelde 16a Hamburg. 



Mitglieder. 



XXI 



P. T. Herr Saudberger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

y, p Sander Dr. Julius, Arzt a. der Charite . . . Berlin. 

„ „ Sars Dr. G. Ossian, Professor Christiania. 

„ „ Saunders Sidney Smith Sir, Gatstone . . London (SE.). 

r, Saussure Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ „ Scb äffer Ignaz Ritter v., k. u. k. Gesandter. . Washington. 

„ „ Schaufuss Dr. L. W., Naturalist, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

390 ^ ^ Schenk Dr. A., p. Hofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 

„ „ Schieferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

„ „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

„ „ Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ „ Schiödte J. C, Prof. u. Gustos am k. Museum Kopenhagen. 

„ „ Schlegel Hermann, Direct. des zool. Museums Leyden. 

„ S c h 1 i e p h a k e Dr. K., Fab.-Dir., Thür. b. Osterfeld Waldau. 

„ „ Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

„ „ Schmid Anton, Privat Regensburg. 

^ ^ Schmid Dr. J. F. Julius, Dir. d. Sternwarte . Athen. 

„ „ Schmitz Dr. Friedrich, Docent d. Botanik Univ. Halle a/S. 

r, „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63 . Warschau. 

„ Schneider W. G., Dr. Phil Breslau. 

\ p „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

„ „ Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Rastatt. 

„ „ Schübler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

„ y, Schüch Dr. G. de Capanema, Professor, geh. Rath Rio Janeiro. 

r, r) Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

„ „ Schweinfurt Dr. Georg, Professor Cairo. 

410 „ ^ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hannov. Sq. London. 

„ „ Scott John, 37, Manor Grove Lee London (SE.). 

„ „ Scott Robert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ „ Seebold Th., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

i „ „ Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

„ r, Seidel C. F., Seminarstrasse 6 Dresden. 

„ „ Seidlitz Dr. Georg, Docent d. Anat. a. der Univ. Königsberg. 

„ „ Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege. 

„ „ Semper Georg, van der Schmissen-Allee 5 . . Altona, 

r r, Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ „ Seoane de Lopez Dr. Vict., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

„ Sharp ey Will., 33 Woburn PI.. Rüssel Sq. 80 London. 

„ Siebold Dr. Theod. v., k. Hofr., Prof., Karlstr. 1 München. 

„ „ SignoretDr. Victor, Rue de Rennes 46 . . . Paris. 

„ „ Simonsen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

„ „ Sigueira Dr. M. de, Arzt Rio Janeiro. 

T n Skinner Maj., Grosvenor Place England . . . Bath. 



XXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Smirnoff Michael, Schulrath, Hahnstr. 24 . . Tiflis. 

„ Frau Smith Anna Maria, ßoad Clifton Bristol. 

„ Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito. 

„ „ Sohst C. G., Fabriksbes., grüner Deich 77 . . Hamburg. 

430 « « Solms -Laub ach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

„ „ Sorauer Dr. Paul, Dirig.d. pflanz. -phys.Versuchsst. Proskau. 

„ „ Sousa Jose' Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

„ Frau Soutzo Marie Fürstin, Durchl, Moldau . . . Henzeschti. 

„ Herr Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sundsvall. 

» n Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürstenth. Waldeck Rhoden. 

„ „ Speyer August, Fürstenthum Waldeck . . . Arolsen. 

„ „ Staes Cölestin D., Eue de deux dglises, 28 . . Brüssel. 

„ „ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham bei. . London (SE.). 

„ „ Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

440 „ „ Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

„ „ Stearns Robert E. C S. Francisco. 

„ „ Steeustrup Dr. J. Japetus Sm., Museal-Director Kopenhagen. 

„ „ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

„ „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med Schaffhausen. 

„ „ Strassburger Dr., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Bonn. 

„ „ Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma. 

„ „ S tu der Dr. Bernhard, Professor, Inselg. 132 . Bern. 

„ „ Sullivant William S., Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

„ „ Suringar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 

450 r « TaczanowskyL., Conservator am Museum . Warschau. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz, 

„ „ Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio Janeiro. 

„ „ Terracciano Dr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 

„ „ Thomson Allen, Prof., 3 College Court., High Str. Glasgow. 

„ „ Thor eil Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

„ „ Tischbein, k. Ober-Forstmeister Eutin. 

„ „ Todaro Agostino, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

„ Trail Dr. Jam. H.W., Univ.-Prof. d. Bot., Schottld. Aberdeen. 

460 „ „ Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . Edinburgh. 

„ „ Tyermann John S., England Falmouth. 

„ „ Uechtritz R. v., Klostergasse 1. e Breslau. 

„ „ Ungern-SternbergDr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ „ UrbanDr.J., 1. Assist, a. bot, Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

„ „ Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota. 

„ „ Verrall Cr. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

„ „ Veth Moritz, Fabriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

„ „ Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

p „ Vitorchiano P. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 



Mitglieder. 



XXIII 



470 P. T. Herr Vogt Karl, Professor Genf. 

„ „ Vo lg er Dr. Otto, Professor Frankfurt a. M. 

„ „ Vullers Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Glessen. 

„ „ Wallace Alfr., RusselEsq., St.Petersroad, Croydon London. 

„ „ Waltl Dr., Professor Passau. 

„ Warraing Dr. Eugen, Universitäts-Professor . Kopenhagen. 

„ „ Weddel Hektor A Poitiers. 

„ „ Weinland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

„ „ Weisbach Dr. August, k. k. Regimentsarzt und 

Director des österr.-nngar. National- Spitals . Constantinopel. 

„ „ Weiss flog Eugen, Strehlener-Strasse 7. . . . Dresden. 

480 ». V Wenzel Hugo, k. Schulinspect. Kröben, Posen . Rawitsch. 

„ „ West Tuffen London. 

„ „ WesterlundDr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

„ „ We s t wo od John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

„ „ Weyers Josef Leopold, Rue Laeken 51 . . . Brüssel. 

„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

n V Winkler Moriz, bei Neisse Giesmannsdorf. 

„ „ Winnertz Johann Crefeld. 

„ „ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b. . . . Breslau. 

„ „ Wood-MasonJ. Esq., Curator Ind. Museum . Calcutta. 

490 r, r Woronin Dr. M., Professor St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

„ r, Zeller P. C, Professor, Grünhof nächst . . . Stettin. 

^ „ „ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki b. Moskau. 

„ „ Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a/L. 

r, V Zirigovich Jakob, k. u. k. Vice-Consul . . . Adrianopel. 

496 n r Z wiedinek-Südenhorst Jul., Freiherr von, 

k. k. Minist.-Rath Constantinopel. 



XXIV 



Mitgflieder. 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Eath, Bäckerstr. 8 . Wien. 

„ „ Adamovic Vincenz, Bürgerschul-Director . . Ragusa. 

„ „ Alscher Alois, städt. Lehrer, II., Webergasse 12 Wien. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Anker Rudolf, bei Buda-Pest Mönor. 

„ „ Antoine Franz, k. k. Hofgarten-Director . . . Wien. 

„ „ Arenstein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

„ „ Arne t h Alfr. V., k. k. Dir. d. geh. Staatsarch., Exc. Wien. 

10 „ „ Arnhart Ludwig, Volksschul-Lehrer, Steiermark Mürzsteg. 

„ „ Äusserer Dr. Anton, Prof. a. I. k. k. Staatsgymn. Graz. 

„ „ Äusserer Carl, e. Professor, Steiermark . . . Lichtenwald. 

„ „ Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Zell am See. 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land. -Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Prof., IX., Währingerstr. 66 . Wien. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

„ „ Badini Graf Frz. Jos., k. k. Telegraphenbmt., Dal. S.Pietrod.Brazza. 

r „ Baeumler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg. 

„ „ BannwarthTheod.,Lithogr.,VII., Schottenfeldg.78 Wien. 

20 « « Barbieux August, Fabriksbes., VI., Stumperg. 51 Wien. 

„ „ Barisani Alfred von Unter - Sievring. 

„ „ Bartsch Franz, k.k.Fin.-Ob.-Comm., III. Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bartscht Ambros, k. k. Offic, Hauptstr. 40. II. Hernais. 

„ „ Beer Berthold, Stud. med., IX., Pelikangasse . . Wien. 

„ „ BeckDr. Günther,Assist.a.bot.Hofcab.,Herreng.l4 Währing. 

j, „ Benda Franz, Hochw., P. Provincial, VIII. . . Wien. 

„ „ Berger Dr. Emil, Privat-Docent a. d. Univ. . . Graz. 

„ „ Bergenstamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien. 

„ r B ermann Josef, Kunsthändl., Gartenbauges.-Geb. Wien. 

30 » n B etzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrasse 17. II. Wien. 

„ „ Biasioli Dr. Carl, Com.-Real-Lehrer .... Dornbirn. 

„ „ Biesok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Strassnitz. 

„ „ Bilimek Dominik, Custos des k. k. Museum . Miramare. 

„ „ Biro Ludwig, Entomolog, k. Phylloxera-Institut Tasnäd. 

, „ BischingDr. Ant., Com.-Ob.-Realschul-Prof., IV. Wien. 

„ „ Bittner Dr. Alex., III.,Ob.Weissgärberstr. 14. IL Wien. 

„ Blasig Josef, Professor, Küstenland . . . Roncho. 



Mitglieder. 



XXV 



P. T. Herr Boehm Dr. Josef, k. k. Prof., VIIL, Reiterg. 17 Wifen. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 

„ „ Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 

„ „ Bonetta Ferdinand, supl. Prof. a. d. Universität Agram. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. Hof- 

cab. u. Prof. d. Zool. an d. Univ., I., Wollzeile 23 Wien. 

„ „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . . . Wien. 

„ „ Brei dl er J., Architekt, III., Ob. Weissgärberstr. 15 Wien. 

„ „ Breindl Alfred, Stationschef der Südbahn . . Nabresina. 

„ „ BreitenlohnerDr. J., Prof. d.Hochsch. f. Bdcltr. Wien. 

„ „ Brosche Eduard, Sparcassebeamter Prag. 

„ „ Bruck Otto, Freih. v., b. österr.-ungar. Lloyd . Triest. 

„ „ B runu er V. Watte nwyl Carl, k. k. Minist.-Rath 

im Handelsminist., IV., Theresianumg. 25 . . Wien. 

„ Brunner Franz, Südbahn-Beamter Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof, u. Dir. d. zool. Museums Agram. 

„ „ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

„ „ Buchmüller Ferdinand, Privat, VII., Burgg. 108 Wien. 

„ „ Bunz Franz, Hochw., k. k. Feldcapl., p. Nabresina Comen. 

„ „ BurgersteinDr.Alfred,Gymn.-Prof.,IX.,Hörlg.l5 Wien. 

„ „ Buric Friedr., Curat.- Caplan nächst Ragusa . . Brgat. 

„ „ Car Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ „ Cassian Job. Ritt, v., Dir. d. Dampfschilf-Ges. Wien. 

„ Celerin Dominik, Mag. Pharm., IV., Hauptstr. Wien. 

„ „ Cidlinsky Carl Guido, k. k. Postofficial . . . Wien. 

„ „ C him an i Dr. Ernst v.,k.k. Stabsarzt, in., Rennweg Wien. 

„ „ Chimani Carl, Exped.-Dir. k. k. Obersthof.- Amt Wien. 

„ „ Christen Severin, P.Hoch w., Gym.-Prof., Kämt. St. PauL 

„ „ Chy zer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. S. a. Ujhely. 

„ Claus Dr. Carl, k. k.Prof. d. Zool., I., Schottrg. 24 Wien. 

„ „ Colloredo-Mansfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

„ „ C onr ad Sigmund, Hochw., IV,, Technikerstrasse 9 Wien. 

„ „ Csatö Job. V., Gutsbes. u. Vicegespann, Siebenb. Nagy-Enyed. 

„ „ Cserey Lucas Adolf, Gymn.-Professor .... Stuhlweissenburg. 

„ „ C s er n i Adalb., Prof. a. kath. Ob.-Gymn., Siebenb. Karlsburg. 

„ C s k r Dr. Johann, Prof. a. k. k. Thierarznei-Inst. Wien. 

» » Cypers Victor Landrecy von, bei Hohenelbe . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Theod. V., Dr. d. M., Ungarn, Cm. Szolnok Tasnäd Szant6 

Czermak Johann, Hochw., Gym.-Director, VIIL Wien. 

y, „ CzermakWenzel^techn.Offic.a.k.k.mil.-geog.Inst. Wien. 

„ „ Czoernig Carl, Freih. V., k. k. Ober-Finanz-Rath Triest. 

„ „ D all a Torr e Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 

„ „ Damianitsch Martin, p. k. k. Gen.- Auditor, 

L, Elisabethstr. 9 1 Wien. 

Z. ß. Ges. E. XXXII. d 



XXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Dautwitz Friedrich, k. k. Hofbau -Verwalter . . Schönbruiin. 

80 „ „ De decek Josef, Prof. d. Realschule, Karolinenthal Prag. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hauptstrasse 3 . . . Hietzing. 

y, „ Deschmann Carl v., Gustos am Landes-Museum Laibacli. 

„ „ Deschmann Dr. Georg, VIII., Scblösselgasse 20 Wien. 

„ „ Dewoletzky Rudolf, Stud. pbil., IX., Wasag. 26 Wien. 

„ „ Doli Eduard, Eealschul-Direct., I., Ballgasse 6 . Wien. 

j, „ Dörfler Ignaz, k. k. Revid. d. F.- u. Dom.-Direct. Gmunden. 

„ „ Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 ... . Salmannsdorf. 

„ ^ Dorfmeister Vincenz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ Dräsche Dr. Rieh. Ritt. v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

öO ^ ^ Dürr Julius, Handelsgärtner Laibach. 

^ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ Eberstaller Josef, g. Kaufmann Kremsmünster. 

„ „ Eckhel Georg v., Grosshändler, Via di Vienna 2 Triest. 

„ „ Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Läagsee . . . Treibach. 

„ „ Egger Graf Gustay, Kärnten, P. Launsdorf . . St. Georgen. 

„ „ Eggerth Carl, Badeinhaber, VI., Dürerg. 14 . . Wien. 

„ „ Eggerth Carl, Stud. med., Gumpendorferstr. 59 Wien. 

„ „ Ehrenberg Herrn., Buchh,, III., Apostelgasse 12 Wien. 

100 ^ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 

„ „ EmichGust.Rit.v.Emöke,k.Truchs., Sebastianipl.7 Buda-Pest. 

„ „ EichenfeldDr.Mich.R.v.,Vin.,Josefstädterstr.ll Wien. 

„ Frau Ende res Aglaja v., VIIL, Florianigasse 46 . . Wien. 

„ Herr Engerth Wilh. Freiherr v., k. k. Hofrath . . . Wien. 

„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klausenburg. 

„ r, Erb Leop., Cand. phiL, Michaelerplatz, Ob.-Oe. Steyr. 

„ „ Er dinger Carl, Hochw., Domherr und Canonicus St. Pölten. 

„ „ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ „ Eysank V., Marienfels M., Apoth., Rothenthurmstr. Wien. 

^ ^ FarmadyP. Martiniau, Hochw., Provincial . . Pressburg. 

„ „ Fehlner Carl, IV., Mostgasse 6/1 Wien. 

„ „ Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Phys. . Gran. 

„ „ Feilier Franz v., Privat, VIL, Sigmundsg. 13. 3 Wien. 

„ „ Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ordens-Quardian . Totis. 

„ „ Felder Dr. Cajetan Freih. v., I., Schottengassel Wien. 

„ „ Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ „ Figdor Gustay, Grosshändler, IL, Praterstr. 8 Wien. 

„ „ Fiedler Leo, Cand. phiL, bei Salzburg . . . Mauterndorf. 

„ „ Finger Julius, Sparcassebeamter, Hptstr. Nr. 68 Ünter-Meidling. 

120 „ „ Finger Dr. Josef, e. Professor, VIIL, Laudong. 31 Wien. 

„ „ Fischbacher Alois, Cooperator, III., Weissgärber Wien. 

„ „ Fitzner, fürsÜ. Reuss'scher Obergärtner, N.-Oe. Ernstbrunn. 



Bffit^liedpr. 



XXTO 



P. T, Herr Forster Dr.Leop.. Prof. a. k. k. Thierarz.-Institute Wien. 

Förster J. B., Chemiker, X., Laaerstrasse 20 . Wijn. 

„ Frank Dr. Johann, Advocat, L, Operngasse 8 . Wien. 

Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 

Frey n Josef, Civil-Ingenieur. III., Karmeliter^. 21 Prag. 

Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

Friesach Dr. Carl von, k.k.Prof.,Strassoldostr,900 Graz. 

Fritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz, 

Frivaldszky Johann V., 1. Castos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P, Lilienfeld , Freiland. 

„ Fruwirth Carl, IV., Technik erst. 9 Wien. 

Fruwirth Eduard, Eisenb.-Ingenieur Linz. 

,. Fuchs Franz, Lehrer, N -Oe., an d. March . . Angern. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 

„ Fuchs Theodor, 1. Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. Wien. 

„ „ Fug g er Eberh., Professor d. Ob. -Realschule . . Salzburg. 

^ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olmütz. 

„ Fuss Michael, Superintendent b. Hermannstadt Gross-Scheuern. 

„ „ GanderHieronym., Hchw., Pfarrer, P.Sillian, Tirol Inner- Vielgraten. 

„ „ Gangibauer Ludwig, Assist, a. k. k. zool. Hofe. Wien. 

„ „ G all Eduard V., erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

„ „ Gaunersdorf er Johann, Prof. d. Franc. -Joseph. Mödling. 

„ Gebauer Jul., k. k. Kriegscomm.i.P., Kircheng. 80 Breitensee. 

„ Gerlach Benjamin, Hochw., Dir. d. Gyran. . . Stuhlweissenburg. 

Glowacki Julius, Prof. a. Land. -Real-Gymnasium Pettau. 

Gob an z Alois, k. k. Forstverwalt., Fleimthal, Tirol Cavalese. 

Godeffroy Dr. Richard, Chera. des Apoth -Ver. Wien. 

Goldschmidt Moriz, Ritt, v., L, Opernring 6 . Wien. 

„ „ Gör lieh Cajetan, Ober-Lehrer d. Volksschule . Hainburg a/D. 

„ Göth Friedrich, Mag. Pharmac, L, Am Hof 5 Wien. 

„ „ Grabacher Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . . Krems. 

„ „ Grave Heinr., Civil-Ingen.. Fünfhaus, Blütheng. 7. Wien. 

„ „ Gr äffe Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

„ „ G redl er Vincenz, Hochw., Gymn. -Prof. u. Direct. Bozen. 

„ Gremblicb Julius, Hochw., Gymn. -Prof., Tirol Hall. 

y, ,, G r im US Carl R.V.Grimburg, k.k.Realsch.-Profess. Bozen. 

, „ Grob ben Dr. Carl, Doc.d. Zool., Vin.,Laudong. 10 Wien. 

„ Grunow Albert, Chemik. d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorf. 

„ Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Probst . . . Bochnia. 

„ „ GsanglerAnt., Hochw., Rect. d. Piaristen-CoUeg. Krems. 

„ „ Gugler Josef, k. k, Gymn -Prof., VIIL, Ledererg. 8 Wien. 

„ „ Haberhauer Josef, Naturalist, Ärpädg. 26 . . Fünfkirchen. 

„ „ Haberler Frz. Ritter v., Dr.jur., L, Bauernmarkt 1 Wien. 

d* 



XXVIII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Hab ich Otto, Stiftsgasse 64 Hernais. 

„ „ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ Hacker P. Leopold, Hchw., Pfarrer, bei Rottes, 

Nieder-Oesterreich Purk. 

170 „ „ Hack spiel Dr. Jos., k. k. Gyra.-Dir., Altstadt . Prag. 

„ „ Hagenauer Franz, I., Bäckerstr. 4 Wien. 

„ „ Haider Dr. Job., k. k. Stabs- Arzt a. D. . . . Znaim. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritt. v.Haim, k.k. Reg.-Eath 
u. Dir. d. Minist.-Zahlamtes, VH., Breiteg. 4 . 

„ „ Haläcsy Eugen von, Dr. med., VII., Spindlerg. 1 

^ „ Haller Carl, Dr. med., k. k. Regierungsrath 

„ „ Hampe Clemens, Dr. d. Med., I., Herrengasse 6 

„ „ Handtke Robert, Prof. des Landes-Proseminars 

„ ri Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

„ „ Hanf Blasius, Hchw., Pfarrer, P. Neumarkt, Ob.-St. Mariahof. 

180 „ „ Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. 

„ „ Hardegg Carl, p. k. k. Militär-Arzt, Neug. 169 

„ „ Harner Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i. .P 

„ „ Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 

„ „ Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . 

„ „ Hatschek Dr. Berthold, Docent a. d. Universität 

„ „ Hauer Franz R. v., b k. Minist.-Rath, Dir. d. 

geolog. Reichsanstalt, III., Canovagasse 7 . . 

„ „ Hauck F., k. k. Telegraphenbmt., Via Rosetti 229 

„ „ Hayek Gustav v., Gym.-Prof., III., Marokkanerg. 3 

„ „ Hayuald Dr. Ludwig, Cardinal-Erzbischof, Excell. 

190 „ „ Heeg Moriz, Bankbeamter, II., Circusg. 35a . . 

„ „ Heger Rudolf, Apotheker, Galizien, P. Przeworsk 

„ „ Heiden Leopold, Armenrath, VII., Kandelg. 30 . 

„ „ Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes 

„ „ Heimerl Anton, Assistent a. d. techn. Hochschule 

„ „ HeinDr.Isid.,k.k.Prim.-Arzt,IX.,Nussdorferstr.39 

„ „ Heinze Hermann, k. k. Corvetten-Capitän , . 

„ „ Heinz^l Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 

„ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. 

„ „ Reifert Dr. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. 

200 „ „ Heller Dr. Caraill, k. k. Prof. d. Zool., Universität 

„ „ Helm Dr. Jos. R. v., k. k. Hofrath, I., Schottenhof 13 

„ „ Helm Dr. Vincenz, Ritter V., k. k. Ministerialrath 

„ „ Hepperger Dr. Carl v Bozen. 

„ „ Her man Otto v., Reichstags-Abgeordneter . . Buda-Pest. 

„ „ Hetschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 

„ „ Hibs ch Josef E., Prof. d. h. landw. Lehranstalt Tetschen-Liebwerda. 

„ „ Hinterwaldner J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp., 71 Ober-Sievring. 



Wien. 
Wien. 
Wien. 
Wien. 
St. Pölten. 



Buda-Pest. 

Graz. 

Agram. 

Wien. 

Eperies. 

Wien. 

Wien. 

Triest. 

Wien. 

Kalocsa. 

Wien. 

Kanczuga. 

Wien. 

Lilienfeld. 

Wien. 

Wien. 

Pola. 

Wien. 

Gaming. 

Wien. 

Innsbruck. 

Wien. 

Wien. 



Mitglieder. 



XXIX 



P. T. Herr Hirc Carl, Volksschullehrer, Croatien .... Buccari. 

r V Hirn er Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 3 . Wien. 

„ Hitschmann Hugo, Redact., Dominik.-Bastei 4 Wien. 

„ „ Hizdeu B. V., Realitäten-Besitzer b. Wien . . Hacking. 

„ „ Ho dek Eduard, Präparator, Mariahilferstrasse 51 Wien. 

„ „ Hoefer Franz, Oberlehrer d. Bürgerschule . . Bruck a/L. 

„ „ Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, ünivers. Graz. 

„ „ Hoffmann A.v.Vestenhof,k.k.Hauptm. 14.I.-Reg. Cattaro. 

„ „ Hoffmann Julius, Suppl., I., Schottenbastei 7 . Wien. 

„ Hofmeister Wenz.,Contr.d. k.k.Punz. -Amt. 930/1. Prag. 

„ Hohenbühel Lud. Frh. , p. k. k Sect.-Chef, Tirol Hall. 

„ Holl Dr. Moriz, Prof. d. Anatomie a. d. Univ. Innsbruck. 

„ Holzhausen Adolf, Buchdr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 

„ HolzingerDr. jur. Josef B., Advocat, Realschlg. 6 Graz. 

„ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 

„ Hormuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

„ Hornung Carl, Apotheker, Siebenbürgen , Marktpl. Kronstadt. 

,, Horväth Dr. Geyza v., Elisabethplatz 19 . . . Buda-Pest. 

„ Hub er Eduard, Dr. Med Wien. 

„ Huemer Dr. Ignaz, k. k. Reg.-Arzt, 10. Feldj.-Bat. Hainburg a/D. 

Hu SS Armin, Professor am evang. Lyceum . . Eperies. 
„ Huter Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . Sterzing. 
,, Hutten-Klingenstein, Moriz v., k. k. Ritt- 
meister a. D., P. Lassing b. Göstling . . . Glatzhof. 
., Hy rtl Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 
„ Jablonsky Vincenz, Gymnas. -Professor . . . Krakau. 

„ Jermy Gust., Prof. (Maurerhof) Kaschau. 

,, Junovicz Rudolf, k. k. Gymnasial-Professor . . Czernowitz. 

„ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

„ Jurinac Adolf E., Prof. a. Gymu., Croatien . Warasdin. 

„ Just Benedict, L.-Gymn.-Professor Baden. 

Kalchbrenner Carl, Pastor, i. d. Zips . . . Wallendorf. 

Kapelle r Ludwig, Mechaniker, IV., Freihaus . Wien. 
„ Karny Hugo, k. k. Militär - Rechnungs - Official, 

VIII., Josefstädterstrasse 27 . Wien. 

„ Kaspar Rudolf, Hochw. Dechant, b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

„ Kaufmann Josef, IV., Neumanngasse 5 . . . Wien. 

Keller AI., Bürgerschullehrer, V., Pilgramg. 15 Wien. 

Kempf Heinrich, Lehrer, Alleegasse 8, bei Wien Ober-Dolling. 

Kempny Peter, Cand. d. Med., VII., Neubaug. 76 Wien. 

Kerne r Dr. Ant, Ritter v. Marilaun, Prof. der Bot. Wien. 

Kern er Josef, k. k. Kreisgerichts-Präsident . . Wiener-Neustadt. 

„ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht .... Wien. 

„ Kimakowicz Mauritius von, Siebenbürgen . . Hermannstadt. 



XXX 



Mitglieder. 



250 P. T. Herr Kissling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . 

„ „ Kittel August, prakt. Arzt, N.-Oe 

Kittel Dr. Med. Franz, Börgermeist., b. Wittingau 
Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. 
Klemensiewicz Dr. Stanislaus, Prof. a. Gymn. 
Knapp .Tosef Arm., Custos d. Apothekervereines 
Knau er Dr. Blasius, k. k. Gymn. -Prof., Albertg. 23 
Knöpf 1er Dr. Wilhelm, k. Kreisarzt .... 
Koch Dr. Ad., Gym.-Prof., L, Johannesgasse 18 
Kodermann Cölestin, Hochw., St.-Hofmeister . 
Koelbel Carl, Assist, a. zool. Hofe, IX., Wasag.28 
K 1 1 a r A. J., Lehrer a. d. Acker- u.Weinbauschule in 
Kolazy Josef, k. k. Min.-Official, VI., Kaunitzg.6/b 
Kolbe Carl, k. k. Auscult, IV., Margarethenstr. 31 
Kolorabatoviö Georg, k.k.Prof.d. Ob.-Realschule 
Komers Carl, Kastner, Ungv. Com., P. Csap . 
Königswarter Moriz, Freiherr von .... 
Kopecky Josef, k. k. Gymn as. -Professor . . . 
Kor 1 e wie Anton, Professor am croat. Ober-Gymn. 
Kornhuber Dr. Andr. v., k. k. Prof. d. Technik 
Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Geraeindeg. 6 . 
Kowäcs Adalbert, Prof. d. Naturw. a. Gymnasium 
Kowacs Friedrich, Stud. med., VIII., Laudong. 41 
Kowarz Ferd., k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen 
Krahulec Dr. Samuel, I. See. -Arzt am Rud.- 

Kinderspitale, Kleingasse 7 

Kr äff t Dr. Guido, k.k.Prof. d.Techn., IIL, Seidelg. 12 
Krasan Franz, k. k. Gymn.-Prof., Kroisbachg. 12 
Kraus-Elislago Ptudolf v., Josefstädterstr. 21 
Kreithner Eduard, Apoth., Sperrg. 16, b. Wien 
Krem er Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 
am orientalischen Museum, I., Börsegasse 3 . 
Krenberge r Jos., Hochw., Caplan, I., Singerstr. 20 
Kriesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicum 
Kr ist Dr. Josef, k. k. Cust. d. phys. Cab., Lagerg. 1 
Kr öl Ignaz, k. k. Prof. am Gymn., Galizien . . 
Krone Wilh., k. k. Prof. d. St.-Realsch., b. Wien 
Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien .... 
Kun dr at Jos., Leibkammerdiener Sr. Maj. d. Kais. 
Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 
Langer Dr. Carl, k. k. Hofrath, Prof. a. d. Univ. 
L a j er Ferdinand, Prof. der Naturw. am Obergymn. 
Latzel Dr. Robert, k. k. Gym.-Prof., Hegelg. 3 
Lazar Matthäus, k. k. Gymn.-Professor . . . 



Kottes. 

Atzenbruck. 

Platz. 

Buda-Pest. 

Neu-Sandez. 

Wien. 

Wien. 

Maros-Väsärhely. 
Wien. 

St. Lambrecht. 

Wien. 

Znaim. 

Wien. 

Wien. 

Spalato. 

Salamon. 

Wien. 

Pisek. 

Fiume. 

Wien. 

Fünf haus. 

Marmaros Sziget. 

Wien. 

Franzensbad. 

Wien. 
Wien. 
Graz. 
Wien. 
Fünf haus. 

Wien. 

Wien. 

Buda-Pest. 

Wien. 

Jaslö. 

Fünfhaus. 

Döbling. 

Wien. 

Wien. 

Wien. 

Fünfkirchen. 

Wien. 

Görz. 



Mitglieder. 



XXXI 



T. Herr Leinkauf Dr. Johann, k. k. Prof., IV. Alleeg. 30 Wien. 

Le isser Johann, Lehrer, IV., Neumanng. 5 . . Wien. 

Leitenberger Heinr., k. k. Realschul-Professor Trautonau. 

Leitgeb Ludwig, P,, Capitular des Stiftes . . Göttweih. 

Leithner Dr. Franz, Advocat Krems. 

Lencesch Johann, Lachische Gasse 67 . . . Agram. 

Lenhossek Dr. Josef v., Universitäts-Professor Buda-Pest. 

Lenk Dr. Joh., Arzt d. öst.-ung. Lloyd, Via carinthia 5 Triest. 

Leonhard! Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau Platz. 
Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Milit.-Mädch.-Pensionat, Karlsg. 40 . Hernais. 

Liechtenstein Joh., reg, Fürst von und zu . Wien. 

Liechtenstern Franz Frh., k. k. Hptm. a. D., Istr. Pirano. 

L i h 1 z k y Moriz, Magistratsbeamter, Martiustr. 60 Wähiing. 

Lindpointner Anton, Hochw., regul. Chorherr St. Florian. 

Lippert Christ., Ob.-Forstrth. i. k.k. Ackerb.-Min. Wien. 

Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien .... Heiligenstadt. 

Low Franz, Dr. d. Med., IV., Hauptstr. 47 II. . Wien. 

Low Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

Lomnicki Marian, k. k. Prof. a. 4. Staats-Gymn. Lemberg. 

Lorenz Dr. Lud. v. L i b u r n a u, III. , Linke Bahng. 7. Wien. 

Lostorfer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . Wien. 

Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . Wien. 

Lukätsy P. Thomas, Hochw., Franc.-Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

Majer Mauritius, Pfarrer, Veszp. Cm., P.Värosled Polany. 

Maly Franz, k. k. Hof-Gärtner, Belvedere . . Wien. 

Mandl Dr. Ferdinand, IL, Asperngasse 1 . . . Wien. 

Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., IIL, am Canal 17 Wien. 

Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museum Triest. 
Marenz eller Dr. Emil v., Custos am k. k. zoolog. 

Hofcabiuete, L, Donnergasse 1 Wien. 

Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 

Marschall Gf. Aug., Schönbrunner Hauptstr. 152 Ob. Meidling. 

Maschek Adalbert, fstl. Rohan. Gartendirector Sichrow. 

Massapust Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. Triest. 

Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oesterr. . Stammersdorf. 

Maupas Peter Doimus, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

Mayerhofer Carl, k. k. Hof-Operns., Friedrichstr. 4 Wien. 

Mayr Dr. Gustav, Professor, III., Hauptstr. 75 . Wien. 

Mendel Gregor, Hochw., Prälat d. Augustiner . Altbrünn. 

Metzger Ant., Sparc.-Beamt., IIL, Geusaug. 9/11 Wien. 

Mich Dr. Josef, Dir. d, k. k. Lehrerbildungsanst. Troppau. 

Mi Chi Anton, Realsch.-Prof., VIL, Neubaug. 21 Wien. 

Miebes Ernest, Hochw., Rector am Piar.-Colleg. Prag. 



XXXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Mihailo vic Vict, Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

M ik Jos., Prof. a. akad. Gymn., Marokkanerg. 3, II. 50 Wien. 

Miko s ch Dr.Carl,Real.-Prof.,IX.,Währmgerstr. 66 Wien. 

Miller Ludwig, Adjunct im k. k. Ackerbau-Minist. Wien. 

Mitis Heinr. v., k. k. Mil.-Offic, Poststrasse 94 Penzing. 
Mojsisovics Dr. August v. Mojsvar, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d. technischen Hochschiule . . . Graz. 

Möller Dr. M. Jos,, Adjunct a. d. forstl. Vers.-Stat. Mariabrunn. 

Moser Dr. L., k. k. Professor d. Staats- Gymn. . Triest. 

Much Dr. Matthäus, VIIL, Josefsgasse 6 . . . Wien. 

Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

Müller Hugo, Grünangergasse 1 Wien. 

Müller Jos., Smichov, Karlsgasse 418 .... Prag. 

Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 

M ü r 1 e Karl v., k. k. Professor u. Milit.- Pfarrer i. P. Krems. 

Nader Dr. Josef, emer. Primararzt, Göthestr. 42 Graz. 

Nedwed Carl, Ingenieur, I., Weihburgg. 26 . Wien. 

Nem ethy Ludwig v., Caplan, II., Bombenplatz 26 Buda-Pest. 

Netuschill Frz., k.k. Oberlieut., mil.-geogr. Inst. Wien. 

Neufellner Carl, k. k. Res.-Lieut., V., Rüdigerg. 6 Wien. 

Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Mar.-Realsch. Pola. 

Neu mann Dr. Philipp, prakt. Ard Lugos. 

N e u m a y r Dr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 

Nickerl Ottokar, Dr. d. M., Wenzelsplatz 16 . Prag. 

Noerner Dr. Carl, III., Hetzgasse 33 ... . Wien. 

Noestelberger Frz., Hochw., Pfarrer, Nied.- Oest. Ober- Absdorf. 

Novotny Dr. Steph.,Herrschafts-Arzt,Neutr.Com, Komjath. 

Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

Nürnberger Clemens, Heil. Geistgasse 12 . . Troppau. 

Nycklicek Expeditus P., Gymnasial-Professor . Trautenau. 

Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., P. Dirnbach St. Pankraz. 

Obermann Dr. Johann, Prof., IL, Taborstr. 24 Wien. 

Oertzen Eberhardt v., IX., Petrarcagasse 4 . . Wien, 

Ofenheim Victor Ritter v. Ponteuxin .... Wien. 

Ofenheimer Anton, Slavonien Nasice. 

Oster meyer Dr .Frz.,Hof-u.Ger.-Ad v.,Bräunerstr. 1 1 Wien. 

Fächer David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

Palm Josef, Prof. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

Palmai Emil, Stud. agr., IL, Roberthof . . . Wien. 

Pantocze k Dr. Jos., P. Gr.-Tapolcsan, Neutr. Com. Tawornak. 

Papi-Balogh Peter v., Com. Csanad .... Mezöhegyes. 

Paul in Alfons, Supplent a. k. k. Obergymn. . Laibach. 

Paulinyi Paulin, Hochw., Seelsorger, Siebenb. Maros -Väsärhely. 



Mitglieder. 



xxxni 



P. T. Herr Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

P eitler Anton Josef v., Hochw., Bischof, Exc. . Waitzen. 
Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr von, k. k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

Pelzein Aug. v., 1. Custos a. k. k. zqoI. Hofcab. Wien. 

Pesta Aug., k. k. Finanz-Minist.-Vice-Secretär Wien. 

Petrino Otto, Freih. v., Gutsbesitzer .... Czernowitz. 

Petter Dr. Alexander, g. Hofapotheker . . . Salzburg. 

Peyritsch Dr. Joh., Univ. -Prof. der Botanik . Innsbruck. 

Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsraünster. 

Pfurtscheller Paul, Dr. phil., III., Hetzg. 26 Wien. 

Pichler Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

P i 1 a f Dr. Georg, Prof. u. Dir. a. miner.-geolog. Mus. Agram. 

Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Göthestrasse 7 Graz. 

Plason Dr. Adolf v., k, k. Min.-Sect., Postg. 22 Wien. 

Platz Josef, Graf, I., Kölnerhofgasse 3. I. 9 . Wien. 

Plenker GeorgFrh.v., k.k.Min.-Ptath, I., Seilerst. 1 Wien. 

Poetsch Dr. Ignaz Sig., b. Gresten, N.-Oest. . Randegg. 
Pokorny Dr. Alois, Dir. d. Leopoldst. Realg., 

k. k. Regierungsrath, kleine Sperlg. 2 . . . Wien. 

„ Pokorny Eman., Präfect a. k. k. Theresianum Wien. 

„ Polak Dr. J. E., I., Teinfaltstr. 6 Wien. 

„ Polifka Simon, Suppi., VII., Burggasse 44 . . Wien. 

„ Porm Dr. Adolf, Bürgerschuldirector .... Zwittau. 

„ Pospi Schill Joh., k.k.M.-B.-Pfar., Kleinseiterg. 29 Prag. 

„ Poszvek Gustav, Gymnasial-Professor .... Oedenburg. 

„ Prandtstetter Dr. Franz v., Apotheker, N.-Oe. Pöchlarn. 

„ Preissmann Ernest, k.k.Aich-Insp., Burgring 16 Graz. 

„ Prinzl August, Oekonomiebes. d. Karlhof. . . Burgstall a/E. 

„ PfihodaMor.,k.k.Mil.-Beamt.i.P.,Schikanederg.2 Wien. 

„ ProchaskaLeop.,grfi.Zichy.Schlossgtner., N.-Oe. Hainburg a/D. 

, „ Raimann Leopold, N.-Oe. Ld.-Beamt.Johanng. 29 Währing. 

„ Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

„ Rath Paul, Hochw., III., Rennweg 27 ... . Wien. 

, „ Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . Klosterneuburg. 

, „ Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . Linz. 

, „ Rebel Hans, Jurist, I., Helferstorferstrasse 9 . Wien. 
, „ ReichardtDr.Heinr. Wilh., Custosu.Leiterd.k.k. 

bot. Hofcab., Univ.-Professor, III., Traung. 4 . Wien. 

, „ Reinisch Oscar, Fabrikant, Böhmen .... Warnsdorf. 

, „ Reisinger Alexand., p. Director, Ottakringstr. 82 Hernais. 

, „ Reiss Franz, prakt. Arzt Kierling. 

, „ Reitter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . Mödling. 

Z. B. Ges. B. XXXIi. e 



XXXIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Ressmann Dr. juris F., Kärnten Malborgeth. 

„ „ Reuss Dr. Äug. Leop. Ritt, v., Mariahilferstr. 5 "Wien. 

420 „ „ Reuth P. Emerich L., Hochw., b. Oedenburg . . Kis-Märton. 

„ „ Rheindt Albert, Professor Kronstadt. 

„ „ Richter Ludw. (Adr. L.Thiering)., Mar. Valeriag. 1 Buda-Pest. 

„ „ Richter Dr. Vincenz, Gutsbesitz., Taborstr. 17 Wien. 

„ „ Richter Dr. phil. Carl, IL, Taborstrasse 17 . . Wien. 

„ „ Rimmer Franz, Wienerstrasse 40 Währing. 

„ „ Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . Simmering. 

„ „ Robert Franz v., L, Zedlitzgasse 4 .... . Wien. 

„ „ Robic Sim., Hchw., Administr., Krain, P. Zirklach Ulrichsberg. 

„ Rock Dr. Wilhelm, III, Reisnerstr. 28/1 . . . Wien. 

430 „ „ Rösler Dr. Leonhardt, Professor und Leiter der 

k. k. chem.-phys. Versuchs-Station, N.-Oe. . . Klosterneuburg. 

„ „ Rogalski Dr. Anton Ritter von, Szlakgasse 170 Krakau, 

„ „ Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

zool. Hofcabinete, VIH., Josefstädterstrasse 19 Wien. 

„ „ Rollet Emil, Dr. d. Med., L, Opernring 7 . . Wien. 

» „ Römer Julius, Professor, Siebenbürgen . . . Kronstadt. 

„ Ronniger Ferd., Buchh., HL, Strohgasse 1 . . Wien. 

„ „ Rosenthal Ludwig Ritter v., I., Bäckerstr. 14 . Wien. 

„ „ Rossi Ludwig, k. k. Landw.-Lieutenant . . . Agram. 

„ „ Rossmanit Dr. Theodor Ritter V., k. k. Gen. -Secr. 

d. Börsekammer, I., Börseplatz 3 Wien. 

„ „ Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

440 „ „ Rotten stein erFranz,Wirtschfts.-Dir.,P.Weitersf. Fronsburg. 

„ „ RupertsbergerMth.,Hw.,Pf.,P.Micheld.,N.-Oe. Nied.-Ranna. 

„ „ Saga Dr. Carl, Graben 395, 1 Prag. 

„ „ Sajö Carl, Gymnasial-Professor, Ungarn . . . Unghvär. 

„ „ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ „ Schaarschmidt Dr. Julius, am botan. Garten Klausenburg. 

„ „ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

„ „ Schaub Robert Ritt, v., I., Fleischmarkt 6 . . Wien. 

„ „ Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ „ Scheffler Carl, Sparcasse-Beamter Wien. 

450 „ „ Scherfei Aurel, Apotheker, Post Poprad . . . Felka. 

„ „ Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

„ „ SchiedermayrDr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ „ Schieferer Michael, VIIL, Ledererg. 6 . . . Wien. 

„ „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., II., Ferdinandstr. 29 Wien. 

„ „ Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ „ Schlereth Max, Freih. v., ak. Maler, Kirch eng. 39 Hernais. 

„ „ Schlesinger Ed., Dr. Med., Praterstrasse 51 . Wien. 

„ Frau Schloss Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . Wien. 



Mitglieder. 



XXXV 



'. Herr Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

Fräul. Schmid v. Schmidsfelden Caroline, Hagenau Braunau Ob.-Oe« 
Herr Schmölz Leopold, k. k. Forstmeister .... Mürzzuschlag. 

„ Schreiber Dr. Egid, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

„ Schroff Dr. D. Carl Ritt, v., Carl-Ludwigs-Rg. 8, II Graz. 

„ Schulze Dr. Franz Eilh., Prof. d. Zool. Univers. Graz. 

„ Schulzer v. Müggenburg Stef., p. k. k. Hptm. Vinkovce. 

„ Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

„ Schütz Dr. Jak., Privat-Doc. an der Universität Prag. 

„ Schwab Adolf, g. Apotheker, Mähren .... Mistek. 

„ Schwab Michael, Hochw., Domscholaster . . . Triest. 

„ S chwaigh of er Anton, Doct. d. Phil., Heumarkt 9 Wien. 

„ Schwarz Gust. E. V. Mohrenstern, Praterstr. 23 Wien. 

„ Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

„ Schwarze! Felix, Oek. b. Böhm.-Deutschbrod . Bastin. 

„ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

„ Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Eibenschütz. 

„ Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule . Semlin. 

Sedlitzky Dr. Wenzel, Apothek., Westbahnstr. 19 Wien. 

„ Seckendorf Arthur, Frh. v., k. k. Reg. -Rath, Prof. 

U.Vorst, d. k.k. forstl.Versuchsl., VIII., Florianig.l Wien. 

„ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ Setari Franz, Dr. d. Med Meran. 

„ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V., Hundsthurmstr. 68 Wien. 

Sigl üdiskalk, P. Hochw., Gymnas.-Director . . Seitenstetten. 

Sigmund Wilhelm j., Böhmen Reichenberg. 

„ Simony Dr. Friedr., k. k. Prof., Salesianerg. 13 Wien. 

„ S imony Dr. Oscar, a. Prof. d. Hochschule f.Bodenc. Wien. 

„ Sinei ch Joh., Hochw., Domh. a. d. Kathedrale Triest. 

„ Skofitz Dr. Alexander, V., Mühig. 1 . . . . Wien. 

„ Solla Dr. Rüdiger Felix, Via Muda vecchia 10 Triest. 

„ SpreitzenhoferG. C, Sparc.-Beamt., Postg. 20 Wien. 

„ Stäche Dr. Guido, k.k. Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien. 

„ Stauf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 

„ Stanz 1 Vincenz, k. k. Bez.-Schulinspector, Mähren Zlabings. 

„ Stapf Otto, Dr. phil., II., Praterstr. 38 . . . Wien. 

„ Steindachner Dr. Fr., Dir. d. k. k. zool. Hofe. Wien. 

„ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats- Gymnas. . Klagenfurt. 

„ Steinhaus erAnt.,k.Reg.-Rath, IX., Beethoveng.3 Wien. 

„ St eil wag Dr. Carl v. Carion, k. k. Univ. -Prof. Wien. 

„ Stenzl Anton, Dr. Med., IX., Nussdorferstr. 25 Wien. 

„ Sternbach Otto, Freiherr v Kremsier. 

„ Stieglitz Franz, Hochw., Pfarrer, P. Ried, Innk. Tumelsham. 

„ Stöger Wilh., erzh. Forstmeister bei Berndorf . Hernstein. 



XXXVl 



Mitglieder. 



P. T. Herr Stöger Franz, Lehrer, b. Wien Mauer. 

„ „ Stöhr Dr. Adolf, phil., IX., Marianneng. 12 . . Wien. 

„ „ St oh 1 Dr. Lukas, fürstl. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

„ „ Stoitzner Johann N., Oberlehrer, N.-Oe. . . Weikertschlag. 

„ „ Storch Dr. Franz, k. k. Bezirksarzt, Pongau . St. Johann. 

„ „ S trän sky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapeuz. 

„ „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 

„ „ Streinsberg Christ. Edler V., niederöst. Landes- 

Eevident, VIII., Laudongasse 12 Wien. 

510 „ „ S tr ob 1 Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Mölk. 

„ „ Ströbitzer Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Frankenfels. 

„ „ StudnizkaCarl,k.k.Art.-Hptm. Z.-Dep.,Kleinseite Prag. 

„ „ Stummer Jos. E. v., Präs. d. pr. K. Fd.-Ndbahu. Wien. 

„ „ Stur Dionys, k.k.Ob.-Bergrath d.geol.Reichsanst. Wien. 

„ „ Stussiner Josef, k. k. Postofficial, Neugasse 5 . Laibach. 

„ „ S u e s s Dr. Eduard, k. k. Univ.-Prof., Novarag. 49 Wien. 

„ „ S van da Stefan, Punzg.-Beamt., Gumpendstr. 63 Wien. 

„ „ SzyszyJowicz Ignaz Eitt. v., Assist, a. bot. Inst. Krakau. 

„ „ Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

520 „ „ Then Franz, Präfect a. d. k. k. Theres. Akademie Wien. 

„ „ Thümen Felix, Freiherr von, k. k. Adjunct der 

forstlichen Versuchs- Station, Schulgasse 1 . . Währing. 



„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

„ „ Tomaschek Dr. Ignaz, k. k. Univ. -Bibliothekar Graz. 

„ „ T omek Josef, Dr. d. Med., fürstl. Leibarzt, Böhm. Kammerburg. 

„ „ Torri Bruno Agram. 

„ „ ToulaDr.Frz.,k.k.Prof.d.techn.Hochsch.,Kirchg.l9 Wien. 

„ „ Traxl er Rudolf, Böhmen Josefstadt. 

„ „ Treuinfels Leo, Hochw., Gymnas.-Prof., B. O.-P. Merau. 

„ „ Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

530 „ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Trstenjak Davorin, Schul-Director, Croatien . Karlsstadt. 

„ „ Tscherniki Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official . Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 

„ Türk Rudolf, k. k. Sect.-Eath i. P., Lagerg. 1 . Wien. 

„ r. Unterhuber Dr. Alois, Prof. am Real-Gymnas. Leoben. 

„ „ Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

„ „ Valenta Dr. Alois, k. k. Prof. u. Spitalsdirector Laibach. 

„ „ Valle Antonio, Via d'Acquedotto 25 Triest. 

540 ^ Vieh aus Claudius, Hochw., Stifts capitular . . Kremsmünster. 

„ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

„ „ Viertl Adalbert, k. k. Hauptm. i. P., Franziskpl. 9 Fünfkirchen. 

^ ^ Vodopich Mathias, Bischof Em., Dalmat. . , Eagusa. 



Mitglieder. 



XI XVII 



P. T. Herr Vogel F. A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

„ VoglDr.Aiig.,k.k.Univ.-Prof.,IX.,Maxiniilianpl.l2 Wien. 

„ „ Vojtek Rieh., dipl. Apoth., VI., Eszterhazyg. 18 B 

„ r Voss Wilh., k. k. Professor d. Staats- Ob.-Realsch. 

„ „ WagnerFrz.R. v.Kremsthal, Cand.phil., Lenaug.2 

„ WachtlFriedr.,k. k. Oberförster, VIII., Tulpeng. 3 

n » Wajgiel Leopold, Prof. am k. k, Gymnasium . 

„ r, Wal In er Dr. Ignaz, k. Professor Oedenburg. 

„ Walter Julian, Hehw. P. 0. P., Gym.-Prof , 892 II Prag. 

„ „ Watzel Dr. Cajetan, Director d. Ober-ßealsch. . 

„ „ WawraDr.Hein.R.v.Fernsee,e.k.k.Mar. -Stabsarzt 

„ „ Wei gels berger Fr., Heb w., Pfarr., P.Atzenbruck 

„ „ Weinke Franz Carl, Dr. d. Med., Tuchlauben 7 

„ „ WeinzierlDr. Theodor Ritter v., Assistent a. d. 

Hochschule für Bodencultur, VIII., Reiterg. 17 

„ „ Weiser Franz, k. k. Raths-Secret.b.Haudelsger. 

„ „ Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ. -Prof. 

„ „ Wesselovsky Dr. Carl, Arvaer Coraitat . . . 

„ „ Wierer Lud. v.Wierersberg, Bz.-Ger.-Adjunct 

„ „ Wierzejski Dr. Ant., Prof. d. k. k. Ob.-Realsch. 

„ „ Wiesbaur Job., Hchw. S. J., Professor a. Colleg. 

„ „ Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot. 

„ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . 

„ „ Wilhelm Dr. Gustav, Prof. a. d. tech. Hochschule 

„ Wittin g Eduard, VIL, Zieglerg. 27 

„ „ Woloszczak Dr. Eustach, Ass. d. Lehrk. f. Bot. 

„ r, Wüllersdorf-Urbair Bernh. Freih. v., Exc. . 

„ „ Wyplel Martin, Dct. phil., IV., Trappelgasse 2 

„ „ Zab^o Alfons Graf, im Couvict Kalksburg. 

„ „ Zapalowicz Dr. Hugo v., IV., Schikanederg. 6 Wien. 

„ „ Zareczny Dr. Stan., Prof. a. St. Hyacinth-Gymn. Krakau. 

„ „ Zebrawsky Theophil, Ingenieur, Grodgasse . . Krakau. 

„ „ Zelebor Josef, k. k. Beamter, Johannesg. 18 . Meidling. 

„ „ Zinnern Joh. Edler v. Burgthal, k. Sections- 

Eisenbahn-Ingenieur Kalocsa. 

„ „ Zivotsky Josef, ev. Katechet, I, Weihburggasse 9 Wien. 

„ „ Zuk al Hugo, Bürgerschullehrer, II , Waschhausg.lb Wien. 

„ „ Zwiflhofer Frz., Ob.-Buchhalt. d.böhm.Sparcasse Prag. 

Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



Wien. 

Laibach. 

Wien. 

Wien. 

Kolomea. 



Böhm.-Leipa. 
Wien. 

Michelhausen. 
Wien. 

Wien. 
Wien. 
Prag. 

Arva Värallja. 

Hallein. 

Krakau. 

Kalksburg 

Wien. 

Wien. 

Graz. 

Wien. 

Wien. 

Graz. 

Wien. 



XXXVIII 



Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 
1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Benkovic Ignaz, Hochw. 

„ „ Boschan Dr. Friedrich. 

„ „ Breunig Dr. Ferd., Hchw. 

„ „ Cornalia Dr. Emil. 

„ „ Darwin Charles. 

„ „ Er her Josef. 

„ „ Fieber Dr. Friedrich. 

„ „ Fl atz Ernst. 

„ „ Friedländer Dr. Julius. 

„ „ Gassenbauer Mich. v. 

„ „ Javet Carl. 

„ „ Klemm Josef. 

„ „ Krefft Gerard. 

„ „ Krempelhuber Dr. A. V. 



P. T. Herr Malm Dr. A. W. 
„ „ Mniczeck Graf Georg. 
„ „ Mühlich Alois. 
„ „ Putz Josef, Hochw. 
„ Eeinhardt Job. T. 

„ „ Schlosser Dr. Jos. R. v. 

Klekowski. 
„ „ Schmidt-GoebelDr.Hm. 
„ „ Schröckinger-Neuden- 

berg J. Baron von. 
„ „ Stefanovics Dr. Thomas. 
„ „ St oll Dr. Franz. 

„ TroschelDr. F. W., Prof. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Becke Friedr. 

„ „ Braun Dr. Ernst. 

„ „ Csellei Gustav. 

„ „ Filiczky Dr. Theodor. 

„ „ Fischer Ant. R. v. Ankern. 

„ „ Fleischer Gottiieb. 

„ „ Guckler Josef. 

„ „ GuppenbergerL.,Hchw. 



P. T. Herr Hoyos Graf Ludwig. 

„ „ Pick Dr. Adolf Josef. 

„ „ Stadler Dr. Anton. 

„ Teuffen Carl. 

„ „ Weidenholzer J., Hchw. 

„ „ Wilckens Dr. M. 

„ „ Zanchi Franz Edl. v. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme : 



T. Herr Enderes Dr. Carl Ritt. v. 
, „ Kristof Dr. Lor. 
Prausek Vinc. 



P. T. Herr Rostafinski Dr. Jos. 
„ „ Schuler Job. 
„ „ Suschka Richard. 



Lehranstalten nnd Bibliotheken. 



XXXIX 



Lehranstalteu und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 

Gegen Jahresbeitrag. 

Bielitz in Schlesien: Evang. Lehrerbildungsanstalt. 

Bozen: K. k. Staats-Gymnasium. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nchn.) 

Burghausen (Baiern) : Unterrichts- u. Erziehungs-Austalt der englischen Fräulein. 
Dornbirn (Vorarlberg): Communal-Unter-Realschule. 
Götz: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober-Eealschule. 

„ K. k. Ober-Gymnasium. 
10 Graz: K. k. 1. Staats-Gymnasium. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kalkshurg: Convict der P. P. Jesuiten. 
KJagenfurt: K. k. Ober-Gymnasium. 

Klausenburg: Landwirthschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrätz (Böhmen): K. k. Staats-Gymuasium. 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Lemberg: Zoolog. Museum der k. k. Universität. (Nchn.) 
Leoben: Landes-Mittelschule. 
20 Linz: Oeffentl. Bibliothek. 

„ Bisch öfl. Knaben- Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfl. Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Nassod: Griech.-kath. Ob'^r-Gymnasium. 

Ober-Hollabrunn: Landes-Realgymnasium. 

Oedenburg: Evang. Lyceum. 

„ K. kath. Ober-Gymnasium. 
Olmittz: K. k. Studien-Bibliothek. 
30 „ K. k. Ober-Realschule. 
JPettau: Landes-Realgymnasium. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 
Prag: K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 

„ K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt, Franzensquai 8. (Nchn.) 

„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 
Przibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 



XL 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Beichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 

Bied (Ob.-Oesterr.): K. k. Staats-Ober-Gymnasium. 

Boveredo: Stadt. Museal-Bibliothek. (M. cittadino.) 
40 Bzeszow: K. k. Ober-Gymnasium. 

Salzburg: K. k. Gymnasium. 
„ K. k. Ober-Realschule. 

Schässburg: Evang. Gymnasium. 

Stockerau: Landes -Realgymnasium. 

Szepes-Iglo: K. Ober- Gymnasium. 

Tdbor: Höh. landwirthsch.-industrielle Landes-Anstalt. 

Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 

Teschen: K. k. Staats-Realschule. 

Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 
50 K. k. Staats -Gymnasium. (Buchh. Gollmann.) 

„ K. k. Ober-Realschule. 

Villach: K. k. Real-Obergymnasiura. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, L, Christinengasse 1. 

„ Oesterr. Apotheker -Verein. 

„ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 

„ K. k. Franz Josefs-Gymnasium der innern Stadt, Hegelgasse. 

„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 21. 

„ Museum botan. der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 

„ Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 
60 „ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Landes-Lehrer- Pro -Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Graz: Akademischer Leseverein. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Triest: K. k. zoologische Station. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hof bibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 
70 „ „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gurapendorf, VI., March ettigasse, 

„ ■ V „ „ Rossau. 

Wieden. 

„ Universitäts-Bibliothek. 

„ Landesausschuss-Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLI 



Wissenschaftliche Anstalten, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich -Ungarn. 

Agram: K. croat.-slavon. Landwirthschaftsgesellschaft. 
Aussig a/Elbe: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Bregenz: Landes-Museum -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ V n geologische Anstalt. 

„ V n geologische Gesellschaft. 

„ Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
10 » Redaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museums, 
Czernowitz: Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 
, „ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

I Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 
„ Ferdinandeum. 

„ Akademischer Verein der Naturhistoriker. 
Kesmark: Ungarischer Karpathen -Verein. 
20 Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft z. Beförderung des Ackerbaues und der Industrie 

in Kärnten. 
Lin^: Museum Francisco-Carolinum. 

„ Verein für Naturkunde. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Pressburg: Verein für Naturkunde. 
Reichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
30 Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitata. 
Triest: Societa adriatica di scienze naturali. 

„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. ^ 
„ Akademischer Verein der Naturhistoriker. 
„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 
„ K. k. geographische Gesellschaft. 
„ K. k. geologische Reichsanstalt. 

Z. B. Ges. B. XXXII. f 



XLII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wien: K. k. Gesellschaft der Aerzte. 
„ Oest. Eeichs-Forstverein. 
40 „ Redaction der österr. bot. Zeitschrift. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

„ Naturw. Verein an der k. k. technischen Hochschule. 

Deutschland. 

ÄUenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 
Augsburg: Naturhistorischer Verein. 
Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
50 „ Berliner entomologischer Verein. 

„ Deutsche entomologische Gesellschaft. 
„ Redaction der Linnaea. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Rügen. 

„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai'sche Buchhandlung.) 

„ Redaction des Naturforscher. 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Rheinlande und Westphalens. 
Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. 
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
60 Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Msass: Society d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau- JEschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft Isis. 

„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
70 Dürkheim: Pollichia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction des Zoologischen Gartens. 

Freiburg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Richter.) 



WiBsenschaftliclid Anstalten. 



XLin 



80 Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 
Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Ealle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Redaction der Natur. 

Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsch. Akad. d. Naturforscher. 
Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 
Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
90 Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 

Heidelberg: Naturhistorisch -medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Redaction der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, 
Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 
Redaction d. Botan. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix, Königsstr. 18, b). 
Redaction d. zoologischen Anzeigers (W. Engelmann). 
00 „ Mittheilungen der zoologischen Station in Neapel (Dr. Dohrn). 

Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 

Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Mannheim: Verein für Naturkunde. 

Mü7ichen: '^ Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
Münster: Westfälischer Provinz.-Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Neisse: Philomathie. 

Neu-Brandenburg : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
10 Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 

Putbus: Redaction der entomologischen Nachrichten von Dr. Katter. 
Regensburg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

Königl. bairische botanische Gesellschaft. 
Sondershausen : Irmischia. 
Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

20 Aigle: Societe botanique Murithienne. 
Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

f* 



XLIV 



Wiesenschaftliche Anstalten. 



Bern: Allgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. (M. Müller.) 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 
Genf: Socie'te de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Sociöte vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchatel: Society des sciences naturelles. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
130 Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vedenskabs Sällskapet. 

„ Üniversitäts-Bibliothek. 
Gothenburg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 

Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. ß. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 

140 Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
üpsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 
Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Harlem: Musöe Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Rotterdam: Nederlandsche Dierkandige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

150 Brüssel: Acad^mie Royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationeaux.) 
„ Revue coleoptörologique par C. v. d. Branden. 
„ Societe Royale de Botanique de Belgique. 
„ „ entoraologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Liege: Redaction de la Belgique Horticole. (Morren, a la Boverie 1.) 
„ Societe Royale des Sciences. 



WisseoBOliaftUche Aubtaltea. 



XLV 



Luxembourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxerabourg. 
„ »de Botanique du Grand-Duchö de Luxembourg. 

Grossbritannien. 

160 Dublin: Royal Irish Acaderay. 

Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

Glasgow: Natural history society. 
London: Entomological Society. 
The Entomologist. 
Entomologist's Monthly Magazine. 
170 „ Geological Society. 
„ Linnean Society. 
„ Nature. 

„ Record of zoological Literature. 
„ Royal Society. 

„ Royal microscopical society. (Kings College.) 

„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society, 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 
Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 

Russland. 

180 Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforscher-Gesellschaft. 

Ekatherinenburg : Societe' ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors: Finska Vetenskaps Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica (Brockhaus). 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 
„ Kaiserlicher botanischer Garten. 
„ Societas entomologica rossica. 
L90 Riga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Bologna: Accademia delle scienze. 
Florenz: Societa entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 



XL VI 



Wissenecliaftliche Anstalten. 



Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä crittogamologica italiana. 
Modena: Societä dei naturalisti. 
200 „ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 
Padua: Societä veneto-trentina di s ienze naturali. 

Palermo: Real' Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. (via Ruggiero). 

„ Giornale e Atti di Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
„ Societä malacologica italiana. 
„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 
Eom: Real' Accademia dei Lincei. 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
210 Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Ämiens: Societö Linneenne du Nord de la France. 
Bordeaux: Societe Linneenne (2 rue Jean Jacques bei.). 
Caen: Societe Linneenne de Normandie. 
Cherhourg: Societe des sciences naturelles. 
Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
„ Societe d'agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (palais des arts, place des terreaux). 
220 Societe Linneenne de Lyon. 

Nancy: Societe des sciences. 

„ Academie de Stanislas. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 

„ Societe botanique de France. 

„ Societe entomologique de France. 

„ Societe zoologique de France (7 rue des grands Augustin). 
Bouen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Academia real das sciencias. 

Spanien. 

230 Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLVII 



Asien. 

JBatavia: Bataviaasch Genotschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Cdlcutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China branch. 

Afrika. 

Alexandrien: L'Institut Egyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Boston: Society of Natural History. 

„ American Academy. 
BuffaJo: Society of Natural Sciences. 

Cainbridge: American Association for the advancement of science. 
40 „ Museum of comparative Zoology. 

„ Entomological Club. (Psyche, Organ of the.) 
Columbus: Geological Survey of Ohio. 

„ Ohio State Board of Agriculture. 
St. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 

Madison: Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 
New-Orleans: Academy of Sciences. 
50 Newport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 
New -York: Society of Natural History (olim Lyceum). 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 
Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 
„ American Entomological Society. 

„ American Philosophical Society. 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

Quebec: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
Salem: American Naturalist. 
„ Essex Institute. 
60 Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Smithsonian Institution. 

„ United States Geological Survey. 

b) Südamerika. 
Buenos 'Ayres: Museo publico. 

„ Sociedad cientifica argentina. 



XLVIII 



Von der Gesellschaft angekaufte Schriften. 



Cordova: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 

Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 

Rio Janeiro: Commission geologique de Tempire de Bresil. 

Australien. 

Adelaide: Philosophical society, (South austral. Institute.) 
270 Sidney: Entomological society of Sidney. 

„ Linnean society of New South Wales. 
„ Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Italia per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien 

und der zoologischen Station in Triest. 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausgegeben von der zoologischen Station 
in Neapel durch J. V. Carus. 



Wiener entomologische Zeitung. 

Botanischer Jahresbericht. Herausgegeben von Dr. L. Just. 
Botanisches Centralblatt. Herausgegeben von Dr. Oscar Uhlworm. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausgegeben von A. Engler. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXII. Sitz.-Ber. 



E 



.a .eeO .a .s 



Tersammlung am 7. Juni 1882. 

Vorsitzender: Herr Ausschussrath Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Birö Ludwig, am Phylloxera - Institut in 
Tasnad 



Dr. C. Chyzer, Dr. G. Horwath. 



Gsangler Anton Hochw., Rector und Pro- 
fessor des Piaristen-Collegiums Krems L. Gangibauer, Prof. C. Mürle- 
Pfeiffer Anselm Hochw., Professor in Krems- C. Viehaus, P. Lamb. Guppen- 



1 Partie Meeresconchylien von Herrn Fr. v. Liechtenstern. 
40 Fascikel des Putterlik'scheu Herbars von Prof. Reichardt. 
1 Partie Insecten von J, v. Bergenstamm. 



Herr H. Mö seh 1er übersendet Beiträge zur Schmetterlings- 
Fauna von Surinam j V. (Siehe Abhandlungen, Seite 303.) 



Herr Custos A. Rogenhofer legte vor eine Arbeit von 
Herrn J. v. Hornig: Ueber einen neuen Kleinschmetterling 
Eudemis Kreithneriana. (Siehe Abhandlungen, Seite 279.) Ferner 
einen Beitrag zur Pselaphiden- und Scydmaeniden-Fauna von Java 
und Borneo, verfasst von Edmund Reitter. (Siehe Abhandlungen, 



münster . . . . 
Torri Bruno. Agram 



berger. 

Spir. Brusina, Dr. G. Pilaf. 



Eingesendete Gegenstände : 



Seite 283.) 



E* 



32 



YersammluDg am 5. Juli 1882. 



Herr Dr. Latzel erläuterte seinen unter Einem vorgelegten 
Beitrag zur Myriopodenkenntniss Oesterreich- Ungarns und Ser- 
biens. (Siehe Abhandlungen^ Seite 281.) 



Versammlung am 5. Juli 1882. 

Vorsitzender: Herr Ausschussrath Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

G a n d e r Hieronymus Hochw,, Pfarrer in Inner- 

Villgraten, Tirol Dr. Ritt. v. Eichenfeld, J.Breidler. 

KlemensiewiczDr. Stanislaus, Professor am 

Gymnasium zu Neu-Sandez Dr. M. Nowicki, A. Grzegorzek. 

Rhein dt Albert, Professor am evangel. Gym- j 

nasium zu Kronstadt > Kaufmann, G. v. Hopffgarten. 

Römer Julius, Professor in Kronstadt . . j 
Sabatier, Dr. med. Armand, Professeur de "j 

la Zoologie Montpellier (France) . . . l Dr. F. Brauer, Dr. F. Leuthner. 
Valery-Meyet, Prof. Montpellier (France) j 



Eingesendete Gegenstände: 
Von Herrn Fruwirth in Freiland eine Anzahl Reptilien, Cocons etc. 



Herr Dr. C. Nörner sprach über eine neue Milbe (Anaiges 
minor) im Innern der Federspulen bei den Hühnern. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 387.) 

Nach Erläuterung einer neuen Cecidomydengalle aus der 
Wiener Gegend legte Herr Prof. Mik eine Arbeit von Dr. H. 
Weyenbergh vor: Ueber Trypeta (Icaria) Scudderi. (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 363.) 

Herr Secretär Dr. G. Beck berichtete über das massen- 
hafte Auftreten der echten Orobanche major L., 0. elatior Sutton, 
non Neiireich ; 0. stigmatodes Wimmer- Grab., auf Brachen 



August V. Pelzel 



33 



zwischen Rodaun und Liesing, schmarotzend auf den Wurzeln 
von Centaurea ScaUosa h., und legte eine Arbeit von E. Reiter 
vor, betitelt: Neue Pselaphiden und Scydmaeniden aus Central- 
und Süd -Amerika. (Siehe Abhandlungen, Seite 371.) 



Versammlung am 4. October 1882. 

Vorsitzender: Herr Gustos August v. Pelzein. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Heiden Leopold, Armenrath und Schulleiter. 

Wien F. Tschörch, F. Buchmüller. 

Husz Armin, Professor in Eperies ... A. Rogenhofer, 0. Bohatsch. 
Streinsberg Christian, Edler von, nieder- 

österr. Landesrevident. Wien .... A. Heimerl, L. Raimann. 



Eingesendete Gegenstände. 

300 Phanerogamen für Schulen von Herrn M. Pfihoda. 

1 Partie Insecten von Herrn A. Rogenhofer, und eine weitere von 
Herrn Prochaska. 

Der Herr Vorsitzende legte seinen Aufsatz: Ueber eine Sen- 
dung von Säugethieren und Vögeln aus Ecuador (siehe Abhand- 
lungen, Seite 443), sovs^ie eine von den Herren W. Blasius und 
A. Nehrkorn ausgeführte Arbeit vor: Ueber die von Dr. Platen 
in Amboina angelegten ornithologischen Sammlungen (siehe Ab- 
handlungen, Seite 471), und berichtete über den Inhalt eines 
Schreibens des Herrn Dr. R. Peck, Custoden der Sammlungen 
der naturforschenden Gesellschaft zu Görlitz, dessen Wortlaut folgt: 

Görlitz, den 23. September 1882. 

Erst heute lese ich im XXX. Bande der Verhandlungen der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien Ihre Mittheilung: „Ueber einen geweihloseu 
Hirsch.* Ich hoffe, es wird für Sie interessant sein, zu erfahren, dass auch in 
der Sammlung der hiesigen naturforschenden Gesellschaft der Kopf nebst dem 
daraus gelösten Stirnbeine eines männlichen Hirsches ohne Geweih aufbewahrt wird. 

Der betreffende Hirsch wurde am 4. October 1881 im Jagen 23 des 
Brandreviers des Görlitzer Stadtforstes von dem Jagdpächter Herrn Grafen 



34 



Versammlung am 4. October 1882. 



Schimmelmann erlegt, der Kopf in Dresden präparirt und dem Magistrate in 
Görlitz zum Geschenke gemacht, welch' letzterer das Präparat der naturforschenden 
Gesellschaft zur Aufbewahrung anvertraute. 

lieber die näheren Umstände, unter denen der Hirsch erlegt wurde, erlaube 
ich mir Folgendes aus einem darauf bezüglichen Briefe des Herrn Grafen Schim- 
melmann an den städtischen Forstmeister Herrn Gutt Ihnen mitzutheilen : 

„Der Hirsch wog, nachdem er aufgebrochen und sehr abgebrunstet war, 
immerhin noch 264 Pfund. Am Kurzwildpret oder sonstigem Aufbruch habe 
ich nicht die geringste Abnormität gefunden. Die anderen Hirsche haben ihm 
schwere Wunden beigebracht, die er aber nicht weiter zu beachten schien, denn 
von 10 Uhr bis IV2 Uhr lag ich in einem Graben keine hundert Schritte von 
ihm und seinem Gegner, die sich fortwährend anschrieen; keiner der Hirsche 
hat während dieser 3V2 Stunden einen Lauf gerührt, bis endlich dieser als 
Respectsperson sich die Freiheit nahm, mit einem Thiere einen Tanz zu wagen 
und beim üeberspringen eines schmalen Grabens sich für eine Secunde meinem 
Auge zeigte. Bis dahin konnte ich während der langen Zeit nichts von den 
beiden Hirschen sehen, trotz der grossen Nähe. 

Penzig, den 7. October 1881. Gez. Graf Schimmelmann." 

Ich füge noch hinzu, dass der Kopf in Bezug auf Stirnzapfen etc. ganz 
mit der von Ihnen gegebenen Beschreibung des im k. k. zoologischen Cabinete 
aufbewahrten Hirsches übereinstimmt. 



Der Secretär^ Custos A. Rogenhofer, berichtete unter gleich- 
zeitiger Vorlage über einen Beitrag zur Biologie einiger Käfer 
aus den Familien der Dascyllidae und Parnidae von Herrn Th. 
Beling (siehe Abhandlungen, Seite 435), über eine von Herrn 
A. Keferstein ausgeführte Arbeit über die Tagfaltergattung Colias 
(siehe Abhandlungen, Seite 449), sowie über eine von Dr. Stanis- 
laus Klemensiewicz eingesendete Abhandlung: Zur näheren 
Kenntniss der Hautdrüsen bei den Raupen und bei Malachius. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 459.) 

Zum Schlüsse demonstrirte derselbe eine iüniüvigelige Zyg aena Minos 
S. V. {pilosellae Esp.), welche Herr Otto Bohatsch heuer im Juli bei Gräfen- 
^ berg fing; dieselbe hat linkerseits zwischen 

den beiden normal entwickelten Flügeln, 
gerade vor der Haftborste, einen etwa nur 



Ii y ^^^^ZJJ//^^^ so grossen dritten Flügel, der, an 

I I der Wurzel etwas verkrüppelt, die Form 

^ des Hinterflügels, aber die Färbung des 

Vorderflügels zeigt. Das Eoth ist auf die Wurzelhälfte beschränkt, der übrige 
Theil schwärzlich. 



A. Freiherr Pelikan v. Plauenwald 



35 



Das Geäder ist eigenthümlich, die beiden Stämme sind an der Wurzel 
blasig aufgetrieben, verlaufen gesondert und bilden keine Mittelzelle, die Mediana 
sendet gleichmässig nach vorne und hinten je zwei Adern und gabelt sich kurz 
vor dem Flügelrande; die Subdorsalis und Inuenrandsader verlaufen mehr ge- 
bogen in die Mitte des Innenrandes. 

Von fünfflügeligen Schmetterlingen erwähnt Treitschke im VI. Bd., 
II. Abth., S. 407 einer Orthosia laevis, die auch linksseitig einen zweiten aus- 
gebildeten Hinterflügel besitzt; das Exemplar ist noch in Treitschke 's Samm- 
lung im Pester Museum vorhanden. In der ebendaselbst befindlichen ch Sen- 
heim er'schen Sammlung ist ein Pygaera anastomosis mit einem flügelartigen 
Anhängsel am linken Oberflügel. In der Sammlung Herrn Neustädt's zu 
Breslau sah derselbe seinerzeit eine Naenia typica mit einem dritten Hinterflügel. 
Herr Wiskott zu Breslau besitzt einen fünfflügeligen Bombyx quercus und 
Crateronyx dumi L. 



Derselbe zeigte auch eine Penthma salicella L. vor, welche Herr Jos. Mann 
heuer im Juni im Prater fing, deren linker Vorderflügel eine Verbreiterung um 
ein Viertel mehr als der rechte zeigt; in der Mitte ist der Saum stark ein- 
gezogen, der Spiegel ist durch diese Einziehung in zwei Theile getrennt und 
in je drei rundliche Flecken aufgelöst; das Weiss nimmt die halbe Flügelfläche 
ein. Im Geäder zeigt sich kein wesentlicher Unterschied gegen den normalen 
rechten Flügel, nur dass die Zellen zwischen den Aesten der Innenrandsrippe 
weiter sind; das Stück befindet sich in der kaiserlichen Sammlung. 



Versammlung am 8. Noyember 1882. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter A. Freiherr 
Pelikan v. Plauenwald. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

fi^mpny Peter, Cand. med. Wien ... Dr. E. v. Haläcsy, Fr. Müllner. 
^'ö^MfäfßlAviJli'üiehrer der Oenologie und Pomo- 
logie an der Acker- und Weinbauschule 
mi 9ni7 ^ijj^iai f;-4i79xnA-i:ovzJno'/l. rii . . Dr. G.Beck, A. F. Rogenhofer. 
ßidi b)tf ofcqJöädf/C).^ />Bf ivatl i/iSi»to«iiilBgMib .hii;^^ M. Heeg. 

Z-^lmi^Tjbsii, ^iBfeaIttt0^o^eaill^^i^.^I^amießHy^^ü7/ o 

bne-iiämissitawmkinpl'^ .ojjsiqoj^ öib.goD/xsM. oJiiBaf/i'JF^Öteihdachiierp'iD. mihi ,, 
leb liedT a'i'A .nerr^e^ed n9-i9gfi u nah nenno^ /ismshno öih tnit ^rnsiT i^b ni 



36 



VerBammlung am 8. November 1882. 



Eingesendete Gegenstände : 

10 Centm-ien Pflanzen für Schulen durch Herrn Glatz in Waidhofen a. Y. 
5V2 » von Herrn E. Wittin g. 
Eine Anzahl von Pilzen durch Herrn Fr. v. Thümen. 

1 Paquet Flechten von Herrn Dr. Arnold in München. 
500 Insecten und 400 Conchylien für Schulen, sowie 200 Kopfskelete 
von Herrn Kolazy. 

100 Kleinschmetterlinge von Herrn Jos. Mann. 

Diverse Fische und Krabben in Weingeist von HerrnC.G. Spreitzenhofer. 



Nach der in der letzten Versammlung ausgeschriebenen, nun 
von den Herren J. Kolazy, Dr. Lorenz und Siegel als Seru- 
tatoren geprüften Wahl gehen folgende P. T. Herren als Aus- 
schussräthe durch Wahl hervor: 

Bergenstamm J. v. Pelzeln A. v. 

Haimhoffen G. v. Reichardt Dr. H. 

Jeitteles L. Eeuss Dr. A. v. 

Mayr Dr. G. Thümen F. v. 

Ostermeyer Dr. F. 



Herr P. Leopold Hacker hat den Mitgliedsbeitrag auf 
Lebensdauer erlegt. 

Herr Dr. J. Palacky sprach über: 

Die Westgrenze unserer Pflanzen. 

Während die Ostgrenze unserer Pflanzen imHimalaya, Thianschan, Abäschan, 
Japan und Ostsibirien, die Südgrenze im Atlas und Libanon ziemlich bekannt 
sind, ist die Westgrenze unserer Flora jenseits der Felsenberge erst in der Neu- 
zeit genauer bekannt geworden. Seit der Flora horeali americana war keine 
umfassendere Sammlung bekannt geworden. Jetzt haben die Flora Californiens 
(Sereno Watson), Oregon's (Zowell), die Arbeiten A. Gray's, die Botany of 
the 40. parallel, die Flora Colorado's (Coulton) die Biologia central! americana 
eine solche Menge neuer Daten gebracht, dass ein kurzer üeberblick lehrreich 
erscheint. 

Die Flora des Waldgebietes stösst in Nordwest -Amerika nicht wie im 
Osten der Vereinigten Staaten auf die allmälig auftretende subtropische Flora, 
sondern auf eine prononcirte Wüstenflora mit Anklängen an die Mediterranflora, 
jenseits der in der Tierra caliente Mexicos die tropische Flora beginnt, während 
in der Tierra fria die endemen Formen den unseren begegnen. Ein Theil der 



Dr. J. Palacky. 



37 



endemen Formen reicht bis Californien. Die Rokymountains, sowie die Sierra 
Nevada behalten arktische Formen auf ihren Gipfeln. 

Die Aehnlichkeit mit Ostasien tritt mehr zurück, Einzelne tropische 
Formen erreichen Californien. 2) Diese Flora hat geologisch ein sehr altes Aus- 
sehen und seheint, wie selbst Wallace schon bemerkte, von der Eiszeit, die 
hier Marcou mit dem Pliocen^) vereinigt, nicht so sehr betroffen worden zu sein 
(z. B. die Erhaltung von Sequoia, Myrica, Libocedrus, Smüax, Diospyros, 
Coriaria u. s. w.). Von der Hypothese Lesquereux, die amerikanische Pflanzen- 
welt sei älter, will hier nur eine Erwähnung gemacht werden. Die mediterranen 
Formen haben ähnliche Genera, seltener gemeinsame Speeles.'*) 

Auffällig ist, dass von Bäumen wohl die meisten Genera bei uns wieder- 
kehren, nicht aber die Speeles, während von Kräutern und Unterholz eine grosse 
Menge nach Westen die Rokymountains überschreitet und nach Californien und 
bis Mexiko, einzelne alpine Formen (wie aus der Engler'schen Tabelle im 
zweiten Theile seines Werkes bekannt) bis Central -Amerika reichen. Es scheint 
eine geringere Variation hiebei stattzufinden als bei den Bäumen. 

Wir geben zuerst eine kleine Uebersicht über die wichtigsten unserer 
Dicotyledonenfamilien in diesem Gebiete und dann die Aufzählung einzelner 
Speeles in Mexico, Californien und den westlichen Rokymountains. 

Mexico u. Centrai- 
Amerika Colorado Californien 40 parallel Oregon Fl.bor. amer. 
(Biol. centr. am.) (Howell) (Hooker) 

Ranunculaceen 70 43 55 37 47 75 

Cruciferen 65 35 103 58 55 109 

Caryophylleen 67 27 51 29 44 65 

Leguminosen — 95 193 93 102 123 

Rosaceen 107 44 77 42 55 135 

Saxifrageen 25 32 47 27 49 84 

Onagrarieen 121 23 66 28 44 41 

ümbelliferen 101 22 62 33 44 46 

Rubiaceen 368 5 16 7 7 14 

Compositen lo^^"' 197 494 207 237 310 

^ 1374Biol.c.aiii. 



1) Z. B. Achlys, Trautvetteria, Sophora, Datisca, Eleagnus, Lespedeza (Mexico), Hydrangta, 
Deutzia, Abelia (Mexico), Clerodendron, Lysichiton camischafkense (Californien). 

*) Z.B. Brasenia peltata (Indien, Australien, Cuba), Elatine, Fremontia californica, Parkin- 
sonia, Acacia, Umiellularia (Laurin.), Pilostyles, Azolla, Chilopsis (Bignon.), Croton, Balis, Schollera, 
Dichondra repens, Lobeliaceen etc. 

') Ueber die californiscbe pliocene Flora sprach der Vortragende schon am 24. Februar 1882 
in der königl. böhmischen Gelehrten-Gesellschaft. — Ihr Typus ist der gegenwärtige, Wallnüsse, 
Ähorne, Ulmen, Cornus, Zizyphus neben Magnolien und Palmen (jetzt Süd-Californien). 

*) Z. B. Capparideen, Oligomeris, Helianfhemum, Frankenia, Fagonia, Zicyphus, Aesculus, 
Pistacia, Rhus, Arhutus, Mesembryanthemum crystallinum L., Liquidambar (Mexico), Vitex, Cressa 
cretica, Platanus, luglans, Efedra, immergrüne Eichen, Smüax, Tritillaria, Erythronium, Adiantum 
capillus veneris L., viele Gräser (bei vielen allerdings eine Verschleppung möglich) : Polypogon 
monsptlitnais , Cynodon dactylon, Bekmanniae rucaeformis, Poa pratensis, Festuca ovina etc. 
Z. B. Ges. B. XXXII. Sitz.-Ber. F 



38 



Versammlung am 8. November 1882. 



Mexico u. Central- 



Amerika Colorado 


Californien 


40 parallel 


Oregon 


Fl. bor. amer. 


(Biol. centr. am.) 






(Howell) 


(Hooker) 


Ericaceen 60 8 


31 


10 


35 


55 


Scrophularineen 162 48 


142 


57 


82 


95 


Polygoneen 22 Mex. Prodr. 32 


121 


52 


58 


44 


Euphorbiaceen 116 Sttdcaliforn. 14 


26 


7 


6 


8 


Cupuliferen (85) 3 


16 


2 


7 


14 


Coniferen 160 ~ 11 


34 


14 


27 


29 



(mit tropischem Element) (mehr Wüstenflora) 



Da die Biologia centrali americana noch nicht abgeschlossen, lassen sich 
keine Proportionalzahlen aufstellen. Die Parallelen mit der alten Welt ergeben 
sich dem kundigen Auge von selbst. 

Zum endemen Element dieser Flora gehören Polemoniaceen, Hydrophyllaceen, 
Cacteen (ihr Maximum in Mexico, 577 Spec. in der Biologia centrali americana), 
Loasaceen (alle bis Californien), JDrimys, Cdlceolaria, Fuchsia (14, Mexico), 
Nester a, Bacch%iris (47 — bis Oregon), Petunia, Gudltheria, Pernettya, Mimullus, 
Mutisiaceen (Mexico 6 Gen., 42 Spec), Gunnera,Acaenau. s.w. Wir nehmen im Fol- 
genden keine Rücksicht auf die offenbar eingewanderten Pflanzen, wie Cuscuta, 
Taraxacum dens leonis, Sonehus asper, Verbascum thapsus, Nepeta cataria, 
Solanum nigrum L., Datura stramonium (4 Chenopodien bei Ling. 40 parallel), 
Ämarathus (3), Bumex, Polygonum (5), Urtica dioica L., Avena fatua L., 
ebensowenig wie auf die in Europa heimisch gewordenen: Gaura hiennis, 
Erigeron canadense etc. 

Bis Mexico reichen von unseren Speeles z. B. Myosurus minimus, Nastur- 
tium pälustre, Cardamine hirsuta (Orizaba), Portulaca oleracea, Montia fontana, 
Linum perenne, Erodium cicutarium, moschatum, Sium angustifolium (Orizaba, 
Oasaca), Ächillea millefoUum L., Taraxacum officinale De, Xanthium stru- 
marium L., Campanula rotundifoUa L,, Pyrdla secunda, umbellata, rotundi- 
folia, Monotropa hypopitys (auch Florida, China, Himalaya), Centunculus 
minimus (wenn er nicht eingeführt, wie AnagaUis arvensis), Gentiana amareüa, 
Scrofularia nodosa, Veronica peregrina, serpyllifolia, Limosella aquatica, Pru- 
nella vulgaris, Plantago major u. s. w. 

Californien erreichen z. B. Anemone nemorosa L. (Oregon, Washington), 
4 Ranunculus (aquatilis, flammula, repens, muricatus L.), Actea spicata L., 
Barharea vulgaris, Thlaspi alpestre L., Viola canina L., Spiraea aruncus L., 
Potentilla anserina L., AlcJiemilla arvensis, Agrim,onia eupatorium L., San- 
guisorba officinalis L., Saxifraga nivalis L., Parnassia palustris L., Sedum 
Phodiola De, Hippuris vulgaris L., Epilohium latifolium L., Cicuta maculata, 
Linnea horealis, Galium a^mrine, Solidago virga aurea L,, Antennaria alpina, 
Artemisia norvegica, Arctostaphylos uva ursi (Oregon, Nevada), 4 Pyrola, An- 
drosace septentrionalis, Armeria vulgaris, Trientalis europaea, Samolus Valerandi, 
Glaux maritima, Convolvulus soldanella, Menyanthes trifoliata, Polemonium 
caeruleum L., Veronica alpina L., Scutellaria galericiäaia, Mumex acetosella, 



Dr. J. Palacky. 



39 



Oxf/ria digyna, Collitriche verna, Ceratophyllum deiner sum, Ähius incana Willd., 
Majaniliemum hifdlium, Typha, Lemna (3), Potamogeton, ZannichelUa, Scheuch- 
zeria palustris, Alisma pJantago L., Luzula campestris, vor Allen Scirpus 
lacustris, der die Seen füllt. Tule span.), Juncus, Carex, viele Gräser, Pteris 
aquiUna, Polypodium vulgare, Equisetum arvense L. etc. 

Von jenen Pflanzen, die den Meeresstrand nicht erreichen und in den 
westlichen Rokymountains bleiben, nennen wir: Arabis Jiirsuta Scop., Draba 
nemorosa L. (Wahsac, Uentaberge), Spirea opulifolia L., Dryas octopetala, 
Fragaria vesca (üenta), Potentilla norvegica, mehrere Speeles Saxifraga, 
Epilohium angustifolium L. (Wahsac), Circea alpina L. (Wahsac, wenn C. pacifica 
Ascherson mit weniger gezähnten Blättern in Californien wirklich eine selbst- 
ständige Art ist), Samhucus racemosa L., Galium horeale L., Valeriana dioica L., 
Gnaphalium luteoaTbum, Taraxacum palustre, Vaccinium uliginosum L., myr- 
tillus, Lysimachia ciliata, Veronica anagallis, 2 Pedicularis, Satureia hortensis, 
Marruhiuvi vulgare (in Californien eingeführt), Stachys palustris h., sp. Eritri- 
cJiium, Calystegia sepinm, Gentiana frigida, Swertia perennis L,, Humulus 
lupulus (Wahsac, TJenta), 2 Salix, Veratrum aTbum L. (Nevada, Colorado), 
Phragmites communis etc. 

Es zeigt sich, dass mit Ausnahme der Weisserle kein Baum, wenige 
Sträucher, und da meist ünterwuchs, dagegen viele alpin-arktische Formen 
gemeinsam sind. Die Wasserpflanzen, die eine weite Verbreitung haben, sowie 
Gräser und Seggen, haben wir wegen Eaumersparniss kaum erwähnt. Auch in 
der Tertiärzeit war die Flora Californiens und des Westens schon in den Ge- 
schlechtern der unseren ziemlich ähnlich, man nehme z. B. die Menge Eichen 
(17 von 50 Speeles des californischen Pliozens). Nur sind hier vom Süden mehr 
Pflanzen eingewandert, z. B. Cacteen, oder haben sich trotz der Eiszeit besser 
erhalten (wie dies bei Sequoia entschieden der Fall ist). 



Herr Dr. B. Hatschek erläuterte seine Studien über die 
Vererbung im Thierreiche. 



Der Secretär, Custos A. Rogenhofer, theilte den Inhalt eines 
Schreibens des Hochw. Herrn P. Blasius Hanf mit^ das sich auf 
einige ornithologische Beobachtungen am Furtteiche bezieht und 
folgendermassen lautet : 

Obschon der diesjährige Frühjahrs Vogelzug nichts Seltenes brachte, so 
war ich doch im Sommer wieder so glücklich, meine Sammlung mit einer Novität 
zu vermehren. Sterna angliea cT, gut genährt, hielt am 20. Juni Raststation 
am Furtteiche, gelegenheitlich ihrer Sommerrundreise. Da der Teich abgelassen 
war, bot das Gewürm, kleine Krebse etc. auch manchen anderen Wanderern, 
welche sich aus unbekannten Ursachen dem Brutgeschäfte entziehen und auf 

F* 



40 



Versammlung am 6. December 1882. 



Rundreisen sich befinden, eine reichliclie Nahrung. So waren Larus ridibundus, 
Tringa pugnax 9 in grösseren oder kleineren Flügen fast täglich im Juni am 
Teiche, wo sie im Schlamme einen reich gedeckten Tisch fanden, was sich bei 
vollem Teiche nicht ereignet. 

Seit meiner letzten Mittheilung habe ich meine locale Sammlung mit zwar 
unansehnlichen, aber seltenen Vögleins vermehrt: Sylvia luscinioides et locustella, 
Änthus Michardi, Älauda hrachidactyla, Emheriza pyrhuloides, Parus pendu- 
linus, Limicola pygmea. Auch einen Polartaucher (Colymhus articus) habe ich 
schon am 9. October 1882 im Jugendkleide erlegt; das Geschlecht kann ich noch 
nicht angeben, da ich ihn noch nicht präparirt habe. Eine frühe Zeit seines 
Erscheinens bei uns, da er sonst gewöhnlich erst Ende October oder Anfangs 
November den Furtteich zur Raststation wählt. 



Weiter legte derselbe die Beschreibungen neuer Hymenop- 
teren von F. Kohl vor (siehe Abhandlungen, Seite 475) und 
zeigte den im Veilchenholze vorkommenden, aus der Larve in 
Wien gezogenen australischen Bockkäfer Phoracantha sp. lebend vor. 



Herr P. Wiesbaur in Kalksburg übersendete der Gesell- 
schaft Belegexemplare von Taraxacum leptocephalum Reich, von dem 
Standorte „Steinbruchschuttboden von Kaltenleutgeben", welcher 
in dem von der Gesellschaft herausgegebenen letzten Nachtrage 
zur Flora von Niederösterreich angezweifelt worden war. 



Versammlung am 6. December 1882. 

Vorsitzender: Herr Gustos August v. Pelzeln. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

P. T. Herr Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 

Huemer Dr. Ignaz, k. k. Regimentsarzt. Hain- 
burg a. d. Donau L. Prochaska, A. Rogenhofer. 

Paulin Alfons, Supplent am k. k. Obergym- 
nasium in Laibach Prof. W. Voss, Dr. A. Valenta. 

Vojtek Richard, Apotheker. Wien ... K. Schuster, Dr. A. v. Reuss. 

Ellis J. B. Esqr. Newfield, New-Yersey, U. St. j 

Peck Ch. H. Esqr. State botaniste in AI- > Den Ausschuss. 
bany, New- York, U. St I 



J. V. Hornig. 



41 



Eingesendete Gegenstände : 
2 Centurien Pflanzen von Herrn Scherffel. 
1 Centurie „ n d Rauscher. 
1 „ „ „ „ Ressmann. 

1/2 „ „ „ „ H. Braun. 

100 Mikrolepidopteren „ „ Jos. Mann. 
200 Insecten „ „ K. Kolbe. 

1 Partie Conchylien und Insecten von Herrn Ressmann. 



Herr C. Fehlner überreichte ein von Herrn Franz v. 
Grimburg bei Lilienfeld aufgefundenes Exemplar der Campanula 
latifolia L. als eine für Niederösterreich neue Pflanze. 



Herr Dr. F. Low erläuterte seine Untersuchungen über den 
Schild der Aspiden. (Siehe Abhandlungen, Seite 513.) 



Der Vorsitzende berichtete über eine dritte Sendung Vögel 
Dr. Emin Bey's aus Lado (siehe Abhandlungen, Seite 499), sowie 
über eine Abhandlung des Herrn Blasius in Braunschweig über 
die Vögel Borneos. (Siehe Verhandlungen 1883.) 



Der Vorsitzende verkündet die einstimmige Wahl Sr. Durch- 
laucht des Fürsten Colloredo-Mansfeld als Präsidenten, sowie 
der P. T. Herren v. Brunner, v. Hauer, Mayr, Pokorny, 
Reichardt und Claus als Vicepräsidenten der Gesellschaft für 
das Jahr 1883. ______ 

Secretär Gustos A. Rogenhofer legte folgende Arbeiten vor: 
Ueber die ersten Stände yonEudemis KreithnerianaBiOrn. ^) 

Von J. V. Hornig in Wien. 
Die Raupe ist erwachsen beiläufig 10 Mm. lang, gegen die Mitte walzen- 
förmig, nach vorne und besonders gegen das Körperende verdünnt. — Der kleine 
Kopf ist ziemlich flach, glänzend, dunkelrothbraun. Der scharf abgegrenzte 
Nackenschild etwas convex und bildet mit dem kleinen Kopfe einen auffallenden 
Gegensatz zu den wulstigen Leibesringen. — Die Grundfarbe ist dunkelviolett 
und, wie bei den meisten im Innern von Pflanzen lebenden Raupen, eigenthümlich 
fettglänzend. Die Rückenlinie dunkler. Die einzelnen Ringe überall, und namentlich 



1) Siehe diese Verhandlungen Bd. XXXII, S. 279. 



42 



Versammlung am 6. December 1882. 



seitlich, tief abgegrenzt und deshalb wulstig vortretend. Subdorsal eine Längs- 
reihe von Punktwärzchen, je zwei auf einem Segmente. Bauchfläche abgegrenzt, 
in den Furchen, sowie oberhalb der Füsse die Stigmata deutlich hervortretend 
und deren Färbung von der Grundfarbe wenig verschieden. Am Kopfe, seitlich 
auf dem Nackenschilde und oberhalb der Füsse auf jedem Segmente ein kurzes, 
sehr feines weissliches Börstchen, und auf dem Analsegmente über dem After 
nach rückwärts zwei kurze, divergirende weisse Börstchen. — Bauch selten etwas 
dunkler gefärbt. — Brustfüsse schwarz, Bauchfüsse und Nachschieber von der 
Grundfarbe nicht verschieden. — Die Eaupe lebt Ende August in den Samen- 
kapseln von Dianthus Carthusianorum, indem sie durch eine kleine Oeffnung 
eindringt und die reifen Samen verzehrt. Zur Verwandlung verlässt sie durch 
ein rundes Loch die leere Kapsel und begibt sich zur Erde, wo sie in einer 
pergamentartigen Hülle verbleibt. — Die etwas später vorkommende Raupe von 
Eudemis euphorhiana Frr. lebt zwischen zusammengesponnenen Gipfelblättern 
von Euphorbia amygäaloides und unterscheidet sich durch die schmutziggrüne 
Grundfarbe und die anscheinend zahlreicheren Punktwärzchen und Härchen. 
Ausserdem liebt sie schattige, feuchte Orte, während die Raupe von Kreithneriana 
der Sonnenhitze ausgesetzte Plätze bevorzugt. 

Nachtrag zum Verzeichniss der um Bisenz in Mähren wild- 
wachsenden Pflanzen. 

Von Johann Bubela. 

In den ersten Monaten des heurigen Frühlings, bevor ich noch meinen 
Aufenthalt gewechselt, war ich bemüht, die kurze Dauer meines Aufenthaltes 
in Bisenz in botanischer Hinsicht möglichst auszunützen, um noch einige Lücken 
in meiner vorjährigen Aufzählung ausfüllen zu können. Der Erfolg war ein 
sehr befriedigender, nachdem ich in der kurzen Zeit (März bis Mai) viele neue 
Standorte von bereits angeführten selteneren Pflanzen entdeckt und nahe an 
40 für die dortige Gegend neue Arten und Formen beobachtet habe. Alle diese 
Funde, nebst einigen Berichtigungen und neuen Entdeckungen, die sich bei 
genauer Revision des gesammelten Materiales nachträglich herausstellten, lasse 
ich hier folgen und bedaure nur, dass es mir nicht vergönnt war, in Bisenz 
länger zu verweilen, um die interessante Flora dieser pflanzenreichen Gegend 
genauer und gründlicher durchforschen zu können. 

W setin (Mähren), im November 1882. 

"^Arum maculatum L.^) Im Gebüsch bei den Altstädter Kellern am Wege 
nach Vehlerad mit Viola lilacina Rossm. 

Poa bulbosa L. Marchufer bei der Hradischer Zuckerfabrik. Um Bisenz 
ziemlich häufig. 

1) Verh. der t. k. zool.-bot. Gesellschaft, Jahrgang 1881, p. 775—800. 
Die mit einem * bezeichneten sind für das Gebiet neu. 



Johann Bub ela. 



43 



*Festuca ovina L. a) vtilgaris Koch, a) genuina, Hack. In einer sehr 
feinblättrigen Form auf Wiesen im Walde Bzinek. 

"^Bronms racemosus L. (Von Uechtritz agnoscirt!) Häufig auf Wiesen 
links der Strecke gegen Rohatec zu. 

"^Nardus stricta L. Häufig auf Waldwiesen im Walde Bzinek. 

"^Carex stenophylla Whlbg. Massenhaft an einer Stelle am Wege durch 
den Wald „Häj" nach Pisek. 

Carex supina Whlbg. Häufig auf kurzgrasigen Waldlehnen um Ofechau 

Carex Michelii Host. In Wäldern um Ofechau. 

'^Luzula multiflora Lej.; f. pallescens Hoppe (nicht Bess.). Im Walde 
Bzinek mit der Grundform. 

Gagea stenopetala Rchb. Zerstreut auf der Dübrava und auf Sandfeldern. 

* Salix purpurea L.; f. androgyna Koch. Ein Strauch im Eisenbahn- 
graben mit Equis. hiemdle. 

Salix daphnoides Vill. Mehrere Bäume am Syrovi'ner Bache in Olsovec. 
Salix aurita X repens Wimm, und * Salix cinerea X repens Wimm. (?) 
mit den Eltern im Eisenbahngraben. 

^ülmus gldbra Mill. In einigen Strauch ern am Rande einer Schlucht in 
den Weinbergen und auf dem Florianiberge mit Qu. pubescens. Einzelne Bäume 
am Waldrande Häj. 

*Schizotheca öblongifolia Gel. In Gebüschen und an Zäunen beim Wil- 
helmshofe. 

*Amarantus sihestris Desf. Die zu Älhersia blitum Kunth. citirten Stand- 
orte: Weinberge und Ung.-Ostra gehören zu dieser Art. 

*Loranthus emopaeus Jcq. Auf Eichen im Walde Häj. 

"^Hieracium stoloniflorum W. Kit. An einem Feldrande links der Bahn 
nach Pisek, hier häufig. 

^Hieracium Äuricula L. Im Eisenbahngraben mit Equis. hiemale. 

"^Hieracium hracliiatum Bert.; f. minor üechtr. Mit dem vorigen. 

*Hieracium, praealtum Vill. ; f. Bauhini Bess. v. multiglandulosum üechtr. 
ad Interim. („Forma robusta, pedunculis et anthodiis valde glanduliferis." U. in 
litt.) An einem Feldrande zwischen Pisek und dem Bahnhofe häufig. 

^Hieracium cöllinum Gochn. Sehr selten mit H. brachiatum. 

Taraxaeum corniculatum Kit. Häufig auf Sandboden an Wald- und Feld- 
rändern; auf dem Florianiberge sehr häufig in schönen Exemplaren. 

Ächillea setacea W. K. Auf dem Florianiberge. 

Gnaphalium dioicum L. Häufig in Wäldern um Orechau. 

* Carlina acaulis L. Auf mageren Triften um Ofechau. 

^Äsperugo procumbens L. Gebüsche des Hohlweges auf dem Florianiberge. 

Myosotis sparsiflora Mik. Im Walde Häj beim Wilhelmshofe. 

'^Piilmonaria officinalis X angustifolia. Mit den Stammeltern im Walde 
Häj, an der Stelle, wo sich beide Arten begegnen; selten. 

Veronica prostrata L. Häufig auf Feldrändern oberhalb Domanm bis 
Ofechau; auf dem Florianiberge. 



44 



Versammlung am 6. December 1882. 



"^Veronica Teucrium L. Häufig um Ofechau. 

Veronica verna L. Im Walde Bzinek und auf kurzgrasigen Waldlehnen 
um Ofechau. 

Veronica praecox All. Selten auf Peldrändern beim Wilhelmshofe. 
"^Calluna vulgaris Salisb. Auf mageren Bergtriften um Ofechau. 
Pulsatilla pratensis Mill. Einzeln am Feldwege vor dem Walde Häj. 
Anemone ranunculoides L. Im Walde Plechovec. 
Anemone sylvestris L. Ein Exemplar im Walde Häj mit Cineraria 
campestris. 

Banunculus divaricatus Schrk. Massenhaft in Eisenbahnausstichen bei 
Polesovic. 

^Jtanunculus Ficaria L. ; f. calthaefolia Rchb. Mit der Stammform in Häj. 

*Ranunculus lanuginosusL. Im Walde Bzinek mit R.cassubicus nicht häufig. 

Thlaspi perfoliatum L. Auf Feldrändern beim Walde Plechovec. 

*Drdba verna lt.; f. majuscula Jord. Auf Grasplätzen um Ofechau. 

"^Cardamine amara L. An einem Wiesengraben unweit des Bahnhofes 
an der Strasse nach Bisenz. 

*Gardamine impatiens L. In einer auffallend schlanken Form auf Wiesen 
im Walde Bzinek, sehr selten. 

Viola odorataL. Y. albiflora von den Altstädter Kellern ist nach Wies- 
baur die f. lilacina Eossm. 

* Viola permixta Jord. (odorata X hirta). Im Walde Plechovec und auf 
dem Eisenbahndamme bei der Haltscheibe südlich vom Bahnhofe häufig. 

Viola mirdbilis L. Zerstreut auch im Walde Häj. 
Viola arenaria D. C. Um Domani'n und Ofechau. 
Viola canina L. Im Häj die f. flavicornis Sm. 

* Viola montana L. Im Walde Bzinek mit Saxifr. bulbifera und im 
Walde Plechovec. 

Viola elatior Fr. An einer Stelle auf Eisenbahndämmen bei Pi'sek. 

^Arenaria leptoclados Guss. Massenhaft auf Sandfeldern bei Pisek und 
auf der Dübrava. 

"^Malva pusilla Sm. Auf Feldern beim Wilhelmshofe, 

Tilia platyphylla Scop. Im Bisenzer Schlossgarten zwei berühmte sieben- 
hundertjährige Stämme. 

Evonymus verrucosa Scp. Häufig im Walde Plechovec. 

Seseli glaucum L. In trockenen Kieferwäldern um Ofechau. 

^Heracleum Sphondylium L. Selten im Walde Häj. 

"^Rihes rubrum L. Wild in Gebüschen des Waldes Bzinek mit B. nigrum. 

^Saxifraga bulbifera L. Massenhaft auf einer Wiese zwischen Bzinek 
und der Stadt; f. ochroleuca m. (mit ockergelben, grünlichen Blüthen) nur im 
Walde Häj mit der Grundform. 

'^Saxifraga tridactylites L. Selten auf dem Florianiberge mit Euphr. lutea. 

*Sorbus torminalis Crtz. In einigen nicht blühenden Sträuchern im 
Walde Plechovec. 



Anhang. 



45 



*Potentilla canescens Bess. Der zu P. öbscura citirte Standort „Plechovec" 
gehört zu dieser Art. 

*Fragaria viridis Duchs. Häufig um Domanin und Ofechau. 
*Rubus Idaeus L. Stellenweise im Walde Bzinek. 
Lathyrus niger Brnh. In Wäldern um Ofechau. 



Die zoologisch-botanische Gesellschaft ist in der Lage, ihren Mitgliedern 
den „Prodromus der europäischen Orthopteren von Brunner v. Wattenwyl" 
gegen Einsendung von fl. 9.50 ö. W. oder Mark 16 zu überlassen, so lange 
die vorhandenen Exemplare ausreichen. 



Anhang. 



TV^erke, 

welche der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1882 

geschenkt wurden. 

1. Rohon Josef. Das Centraiorgan des Nervensystems der Selachier. Wien 1877. 

Von J. A. Knapp. 

2. Koppen Fr. Th. Ueber einige in Russland vorkommende giftige und ver- 

meintlich giftige Arachniden. Petersburg 1881. Vom Verfasser. 

3. Berg Dr. Carlos. Sinonimia y descripcion de algunas Hemipteros de Chile 

del Brasil y de Bolivia. Buenos- Ayres 1881. Vom Verfasser. 

4. Preudhomme deBorreA. Description d'une nouvelle espece de Buprestide 

du genre Sternocera. 

— Sur une excursion entomologique en AUemagne ; sur les metamorphoses 
des Mhagium. 

— Du peu de valeur du caractere sur lequel a 4t6 etabli le genre ou sous- 
genre Bhombonyx. Vom Verfasser. 

5. Wachtl Fritz. Die Weisstannen Trieb wickler Tortrix murinana Hübn. und 

Steganoptycha rufimitrana H. S. und ihr Auftreten in den Forsten in 
Niederösterreich, Mähren und Schlesien während des letzt abgelaufenen 
Decenniums. Wien 1882. Vom Verfasser. 

6. Becker M. A. Hernstein in Niederösterreich. I. Theil. Geologische Ver- 

hältnisse. 

— Album von Hernstein. 

Von Sr. kais. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Leopold. 

Z. B. Ges. B. XXIII. Sitz. -Ber. G 



46 



Anhang. 



7. B e c k Dr. Günther. Inulae europaeae. Die europäischen Inula- Arten, mono- 

graphisch bearbeitet. Wien 1881. Vom Verfasser. 

8. Brusina S. Orygoceras, eine neue Gasteropodengattung der Melanopsiden- 

mergel Dalmatiens. Wien 1882. Vom Verfasser. 

9. Lanzi Dr. Matteo. Le Diatomee fossili di Tor di Quinto. Vom Verfasser. 

10. Kempf Heinrich. Die Flora des Schneeberges in Niederösterreich. Wien 1882. 

Vom Verfasser. 

11. Stelzner Dr. Alfred. Zur Erinnerung an Dr. Paul Günther Lorentz. 

Kassel 1882. Vom Verfasser. 

12. Lindberg S. 0. Monographia Metzgeriae. Helsingfors 1877. 

— Monographia praecursoria Peltolepidis Sauteriae et Cleveae. Hel- 
singfors 1882. Vom Verfasser. 

13. Hackel Ed. Monographia festucarum europaearum. Kassel und Berlin 1882. 

Vom Verfasser. 

14. Dali W. H. List of Papers. Vom Verfasser. 

15. Kolombatovic Prof. Georg. Fische, welche in den Gewässern von Spalato 

beobachtet und überhaupt im adriatischen Meere registrirt wurden. 
Spalato 1882. Vom Verfasser. 

16. Hackel Prof. E. Catalogue raisonne des graminees du Portugal. Coimbre 1880. 

— Ueber das Aufblühen der Gräser. 

— Spirachne, ein neues Subgenus der Gattung Vulpia. 

— Agrostologische Mittheilungen. 

— Ueber ein Gras mit mehrgestaltiger Deckspelze. 

— Diagnoses graminum novorum vel minus cognitorum, quae in itinere 
hispanico-lusitanico legit et descripsit. 

— Zwei neue Gräser der griechischen Flora. 

— Festuca austriaca n. sp. Vom Verfasser. 

17. Novicki Prof. Dr. M. Das Weichselgebiet und der Lachs. Vom Verfasser. 

18. Preudhomme de Borre A. Sur le Carabus cancellatus et sa varietö 

Fussii. 

— Analyse et r^sume d'un memoire de Mr. le Dr. G. H. Horn (on the 
Genera of Carabidae with special reference to the Fauna of Boreal 
America, Philadelphia, aoüt 1881). Vom Verfasser. 

19. Voss Prof. Wilhelm. Ueber Hacquet's Clathrus Hydriensis. Vom Verfasser. 

20. Hof er Karoly. System der Gefässkryptogamen. Vom Verfasser. 

21. Hagen Dr. H. A. The Devonian Insects of New-Brunswick. 1881. 

Vom Verfasser. 

22. Packard A. S., Ir. Is Limulus an Arachnid. Vom Verfasser. 

23. Chyzer Dr. Cornel. Die Fische des Zempliner Comitates. 1882. 

Vom Verfasser. 

24. Csokor Prof. Dr. J. Gnatosthoma hispidum suis s. Cheiracanthus Diesing. 

Vom Verfasser. 



Anhang. 



47 



25. Frais se Dr. med. Paul. Beiträge zur Anatomie von Pleurodeles Waltlii. 1880. 

Von der Universität in Würzburg. 
Darapsky Ludwig. Zur Geschichte der Zelleutheorie. 1880. 

26. Voss Prof. Wilhelm. Mykologische Notiz. 

— Mittheilungen über die Ausbreitung der Peronospora viticola. 

— Entwicklungsgeschichte einiger Rostpilze. 

— JReliquiae Plemelianae. 

— Die Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend. 

— Puccinia Thümeniana. 

— Le Puccinie. 

— Mykologisches aus Krain. (2 Hefte.) 

— Ueber die niederösterreichischen Blumenwespen. Vom Verfasser. 

27. Cope E. D. On the Extinct Cats of America. 

— On some new Batrachia and Reptilia from the Permian Beds of Texas. 

— Systematic Arrangement of the Order Perissodactyla. 

— Second contribution to the history of the Vertebrata. 

— Mammalia of the Lower Eocene Beds. Vom Verfasser. 

28. Regel E. Supplementum ad fasciculum VIL Descriptionum Plantarum. 

Petropoli 1880. Vom Verfasser. 

29. Ruggero Cobelli. Intorno al colore primitivo del Bozzolo nel Bombice 

del Gelso. Bologna 1881. Vom Verfasser. 

30. Tscherning Fried. August. Untersuchung über die Entwicklung einiger 

Embryonen bei der Keimung. Tübingen 1872. Vom Verfasser. 

31. Drude Prof. Dr. Oscar. Anleitung zu phytophänologischen Beobachtungen 

in der Flora von Sachsen. (Naturwissensch. Gesellsch. „Isis" in 
Dresden 1881.) Vom Verfasser. 

32. Herder F. ab. Fontes florae Rossicae. (Botanisches Centralblatt 1881.) 

Vom Verfasser. 

33. Agassiz A. Nekrolog über Louis Fran^ois de Pourtales. (American 

Journal of Science 1880.) Vom Verfasser. 

34. Brusina S. Biographische Skizze über J. E. Kuzmic. Zagrebu 1881. 

Vom Verfasser. 

35. Lindberg S. 0. Europas und Nord-Amerikas Hoitmossor (Sphagna). Hel- 

singfors 1882. Vom Verfasser. 

36. Ami Bou^. Autobiographie (aus seinem Nachlasse). 

37. Fuchs Josef in Wien. Ueber Castoreum. (Archiv der Pharmacie.) 

Geschenk von Herrn J. A. Knapp. 

38. Ha s well William A. Catalogue of the Australian Stalk and sessile eyed 

Crustacea. Sidney 1882. 

Geschenk des australischen Museums in Sidney. 

39. Hansen H. J. Faunula Insectorum Faeroeensis. Kopenhagen 1881. 

Vom Verfasser. 
G* 



48 



Anhang. 



40. Liversidge Archibald. List of Scientific Papers and Reports. Sidney. 

41. Blasius W. und Nehrkorn A. Beiträge zur Kenntniss der Vogelfauna 

von Borneo. Braunschweig 1881. 
Blasius W. Neuer Beitrag zur Kenntniss der Vogelfauna von Borneo. 
Braunschweig 1882. Geschenk von Herrn W. Blasius. 

42. Kulczynski Wlad. Neue Spinnen in den Bergen der Tatra, der Babia 

Gora und der schlesischen Karpathen. Krakau 1882. 

43. Müller Ferdinand Freiherr v. Fragmenta Phytographiae Australiae. Mel- 

bourne 1878—1881. Vom Verfasser. 

44. Fruwirth Karl. Die Flora des Lunzer Dürrenstein. 1882. 

Von Heinrich Ritter v. Kurz. 

45. Berg Carlos. Farrago Lepidopterologica. Buenos-Ayres 1882. Vom Verfasser. 

46. ülicny Josef. Systematicky seznam mekkysü okoli Brnenskeho. VBrne 1882. 

Vom Verfasser. 

47. Nörner Dr. C. Syringophilus bipectinatus. Wien 1882. Vom Verfasser. 

48. Brunner v. Wattenwyl C. Prodromus der europäischen Orthopteren. 

Leipzig 1882. Vom Verfasser. 

49. Nevil Geoffroy. Hand List of Mollusca in the Indian Museum. Cal- 

cutta 1878. 

— Catalogue of Mollusca in the Indian Museum, fasciculus E. Cal- 
cutta 1877. 

Anderson John. Catalogue of Mammalia in the Indian Museum, Part. 1, 1881. 
Dobson G. E. Monograph of the Asiatic Chiroptera. London 1876. 

By the Trustees of the Indian Museum. 

50. Fatio Dr. Victor. Faune des Vertebrös de la Suisse. Vol. IV. Histoire 

naturelle des Poissons. I^e Partie. Geneve 1882. Vom Verfasser. 

51. Braithwaite R. The British Mossfiora. Part. VL 1882. Vom Verfasser. 

52. The Norwegian North-Atlantic Expedition 1876—1878. Part. IV— VIL 

Von dem Herausgebercomite. 

53. Thümen Felix v. Ueber den Wurzelschimmel der Weinreben. 

— Die Blattfleckenkrankheit der Zuckerrüben {Cercospora heticola Sacc). 
Wien 1882. Vom Verfasser. 

54. Reut t er 0. M. Monographia generis Oncocephalus Klug. 

— Ad cognitionem Heteropterorum Africae occidentalis. Vom Verfasser. 

55. Mayr Dr. Gustav. Die europäischen Arten der gallenbewohnenden Cynipiden. 

Wien 1882. Vom Verfasser. 

56. Burnat Emile & Barbey William. Notes sur un voyage botanique dans 

les lies Baleares et dans la province de Valence (Espagne). 1882. 

Von Herrn Pfihoda. 

57. Berg Carlos. Contribuciones al estudio de las Cicadidae de la republica 

argentina y paises limitrofes. Buenos-Ayres 1882. Vom Verfasser. 

58. Ha ekel Prof. E. Zwei kritische Gräser der griechischen Flora. St.-Pölten 1878. 

Vom Verfasser. 



Anhang. 



49 



59. Palacky Dr. Job. Ueber die geograpbische Verbreitung der Süsswasser- 

fische. 1876. 

— Ueber die Flora von Neu-Caledonien. 

— Ueber die Fauna von Madagaskar. Wien 1882, 

— Zur Fauna Palästinas. Wien 1881. 

— Ueber Entstehung der australischen Flora. 1882. 

— Ueber Wechselseitigkeit der fossilen Floren Amerikas und Europas. 1882. 

— Ueber Fauna und Flora der Oase Kufra. 1882. 

— Ueber die Gesetze des Endemismus. 1881. Vom Verfasser. 

60. Blasius Dr. Wilh. Spermophilus rufescens Keys, et Blas, (der Orenburger 

Ziesel) fossil in Deutschland. Braunschweig 1882. 

— Naturwissenschaftliche Vereine und Institute der civilisirten Welt. 

— Zwecke und Ziele des botanischen Gartens in Braunschweig. Braun- 
schweig 1880. Vom Verfasser. 

61. Schwippel Dr. Karl. Uebersicht über die geologischen Verhältnisse der 

Umgebungen von Brünn. Brünn 1882. Vom Verfasser. 

62. Garbini Dr. Adrian. Apparechio della digestione nel Palaemonetes varians. 

Verona 1882. Vom Verfasser. 

63. Roffiaen Fran^ois. Rapport präsente ä la societ^ royale malacologique 

de Belgique. Brüssel 1882. Vom Verfasser. 

64. Preudhomme de Borre. Les vingt-cinq premieres anne'es de la soci^tä 

entomologique de Belgique. Brüssel 1880. 

— Sur la femelle du Rhagiosoma madagascariense Chapuis. Brüssel 1880. 

— Etüde sur les especes de la tribu des F^ronides, qui se rencontrent 
en Belgique. Brüssel 1879. Vom Verfasser. 

65. Koppen Fr. Th. Das Fehlen des Eichhörnchens und das Vorhandensein 

des Rehes und des Edelhirsches in der Krim. St. -Petersburg 1882. 

Vom Verfasser. 

66. Horväth Dr. G. de. Rapport annuel de la Station Phylloxerique hongroise. 

Budapest 1882. Vom Verfasser. 

67. — Rapport sur le Phylloxera en Hongrie. 1872—1880. Ministerium des 

Ackerbaues und der Industrie in Ungarn. Vom Verfasser. 

68. Australian Museum. (Report of the Trustees for 1881.) New South Wales. 1881. 

Vom Verfasser. 

69. Todaro Augustino. Hortus Botanicus Panormitanus sive Plantae novae vel 

criticae quae in horto botanico panormitano coluntur. Panormi 1879. 

Vom Verfasser. 

70. Howard Johann Eliot. Die Nueva Quinölogia von Pavon. London 1862. 

Geschenk von Herrn Knapp. 

71. Fuchs Josef. Catalog der Hölzersammlung des allgem. österr. Apotheker- 

vereines. Wien 1866. Geschenk von Herrn Knapp. 



50 



Anhang. 



72. Marchesetti Dr. Carlo. Cenni geologici sulP isola di Sansego. Triest 1882. 

Geschenk von Herrn Pfihoda. 

73. Hauck F. Eine neue Floridee (Marchesettia Hauch). 1882. 

Geschenk von Herrn Pfihoda. 

74. Marchesetti Dr. C. Alcuni casi di Teratologia vegetale (Möhringia 

Tommasini). Triest 1882. Geschenk von Herrn Pfihoda. 

— • La pesca lungo le coste orientali dell' Adria. Triest 1882. 

Geschenk von Herrn Pfihoda. 

75. — Due nuove specie di Muscari. 

— Florula del Campo Marzo. 

— Sulla natura della cosidetta Pelagosite. Vom Verfasser. 




Abhandlungen. 



279 



Eudemis Kreithneriana n, sp. 
Ein neuer Kleinschmetterling aus der Familie der Tortriciden. 

Von 

J. Y. Hornig in Wien. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Jnni 1882.) 

E. eapite et thorace fulveseente squamatis; alis anticis ferrugineis cum 
fasciis duohus pallide flavescentibus , marginem anteriorum versus coeruleo 
squamatis, ut in area basali; alis postieis nigröbrunneis, Tinea limbali öbscu- 
riore, ciliis pallidioribus. Magn. 12—15 mm. 

Kopf rothgelb; Palpen blassgelb und kurz vorstehend; Fühler unterseits 
schmutzigweiss, oberseits fein dunkel geringelt; Thorax rothgelb; Mesonotum 
durch eine dunkle Schuppenlinie abgegrenzt, welche sich auf den Schulterdecken 
fortsetzt und dieselben dunkel begrenzt; Rückenschopf deutlich abstehend und 
dunkel beschuppt; Hinterleib dunkelbraun; Vorderfüsse weisslich, schwarz ge- 
ringelt ; Mittelschienen schwärzlich , gelblichweiss geringelt ; Hinterschenkel 
schwärzlich, anliegend behaart; Hinterschienen schmutziggelb ; Sporen gelblich; 
Tarsen dunkel, hell geringelt. 

Vorder flügel rostgelb, mehr oder weniger mit bläulichen Schuppen 
und dunklen Atomen bedeckt, Vorderrand leicht gebogen, mit sieben weisslichen 
Häkchenpaaren, das Wurzelfeld bläulich, mit einzelnen schwarzen abstehenden 
Schuppen und durch eine deutliche, in die Mittelzelle vorspringende, bräunlich 
gefärbte Querbinde vom Discus scharf getrennt, innerhalb welchem Vorsprunge 
ein deutlicher schwarzer Punktfleck hervortritt. Mittelbinde in der ersten Hälfte, 
dem Innenrande zunächst, blassgelb, gegen den Vorderrand bläulich beschuppt, 
die zweite Hälfte rostbraun, in der Mitte saumwärts zahnartig vortretend. Das 
hintere Querband entspringt aus zwei neben dem dritten und vierten Häkchen- 
paare gelegenen schwarzen Punkten in zwei Aesten, welche in der Flügelmitte 
zusammenstossen und in divergirender Richtung in den Innenrand und Hinter- 
winkel verlaufen. Der obere Theil dieser Binde ist wie bei der Mittelbinde 
bläulich, der untere Theil zunächst dem Hinterwinkel rostbraun beschuppt. 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 36 



280 



J. V. Hornig. Eudemis Kreifhneriana n. sp. 



Saumfeld rostgelb, durch die hintere Quorlinie deutlich abgegrenzt. Die Flügel- 
spitze abgerundet, darin ein deutlicher schwarzer Punkt. Die Fransen bis nahe 
dem Hinterwinkel schwärzlich, mit einem die feine Saumlinie überschreitenden 
gelblichen Flecke unterhalb der Flügelspitze und durch eine schwarze Linie 
getheilt, welche sich ebenfalls über die Saumlinie fortsetzt und in einem schwarzen 
Punkte endet, am Hinterwinkel sind dieselben gleich wie in der ersten Hälfte 
des Mittelfeldes blassgelb, welche Färbung der Fransen sich noch etwas über 
die dunkle, sehr feine Saumlinie in den Hinterwinkel fortsetzt. 

Auf der Unterseite sind die Vorderflügel glänzend grau, am Innen- 
rande bis zum Hinterwinkel weisslich, die Fransen wie oben, nur ist die gelbe 
Farbe hier mehr rostfarben, und setzt sich diese weder unterhalb der Flügel- 
spitze, noch um den Hinterwinkel über die feine Saumlinie hinaus fort. 

Hinterflügel schwarzbraun, die Spitze etwas vorgezogen, die feine 
Saumlinie schwärzlich, nach Innen sehr schmal heller gesäumt, Fransen grau. 

Unterseite glänzend grau. 

Afterklappen des (j^ vorstehend. 

Von Eudemis euphorhiana Tr. unterscheidet sich die vorstehend be- 
schriebene Art durch ihre constant grössere Spannweite, das bläulich bestäubte 
Wurzelfeld, die Färbung und Gestalt der Mittelbinde, des Saumfeldes, der 
Fransen, und durch die oben angeführten Verschiedenheiten der Zeichnung und 
Färbung. 

Diese Eudemis habe ich schon vor Jahren, März 1872, in einem Stücke 
erzogen, und vermuthete bisher irrthümlich die Eaupe auf Silene Gallica. 
Mein junger entomologischer Freund, der Herr Apotheker Eduard Kreithner 
in Wien, mit welchem ich im August 1881 einen Ausflug in das Gebirge bei 
Gutenstein (Niederösterreich) machte, woher das im Jahre 1872 erzogene Stück 
stammt, entdeckte bewohnte Samen der Steinnelke, Dianthus Carthusianor'um, 
welche zerstreut, oft aber ganz nahe bei Silene Gallica wuchs. Wir trugen 
eine Partie dieser Samen ein, und es entwickelte sich Ende März 1882 die 
neue Art. 

üebrigens muss diese Art verbreitet sein, weil ich auch ein erkauftes 
Stück besitze, welches der bekannte Reisende Herr Jos. Haberhauer im Jahre 
1872 im cilic. Taurus fing. 



281 



Beitrag 

zur 

Myriopoden-Kenntniss Oesterreich-Ungarns und Serbiens. 

Von 

Dr. R. Latzel in Wien. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Juni 1882.) 

1. Glomeris carpathica u. sp. 

Glabra et nitida, subtiliter impresso-punctata, colore Glomeri connexae 
C. Koch subsimilis, nigra, segmento primo et ultimo bimaculato, maculis Semper 
bene distinctis, luteis, segmentis ceteris quadrimaculatis, maculis dorsalibus sat 
parvis, marginem posticum segmenti longo spatio non attingentibus, lateralibus 
transverse - ovalibus ; venter cum pedibus pallide - fuscescens. Oculi utrimque 
ocellis 8 — 11 (1 -\- 7 — 1 -{-10). Segmentum primum sulcis transversis 1—2 
integris, saepe praeterea 1 — 2 abbreviatis instructum. Segmentum secundum 
sidcis 4 — lOtenuibus (i.e.l — 2 integris, ceteris abbreviatis) in lateribus exaratum. 
Segmenta cetera sulcis 2 — 6 lateralibus abbreviatis impressa. Segmentum ulti- 
mum et feminae et maris non emarginatum. Mas.: Coxae coalitae pedum 
paris 18. profunde et semicirculariter emarginatae. Pedes copulativi pedibus 
Gl. connexae subsimiles. Longitudo maris 7 — 10 mm., latit. 4 — 5 5 mm.; long, 
feminae 11 — 15 mm., lat. 5 — 7 mm. 

Patria: Galiciae et Hungariae superioris montes. 

2. Polydesmus tatranus n. sp. 

P. collari C. Koch similis, sed midto minor atque gracilior, nitidus, 
brunneus, lateribus segmenti 2., 3., 4., 6., 8., 11., 14. luteis. Vertex sulco pro- 
fundiore, frons subglabra. Antennae latitudine corporis longiores (3 : 2). 
Segmentum primum subreniforme , sulco transversali exaratum. Segmenta 
omnia supra distincte tuberculata, tuberculis vix setigeris, angulis anticis valde 
rotundatis, posticis obtusis vel parum productis, marginibus lateralibus ubique 
integris vel subtilissime de^iticulatis. Pedes copulativi maris sat breves, sat 
incrassati, formam calceoli imitantes, bidentati, dente minore proximo crinito. 
Longit. 11 — 15 mm., latit. 15 — 2 mm. 

Patria: Galiciae et Hungariae superioris montes. 

36* 



282 R. Latzel. Beitrag zur Myriopoden-Kenntniss Oesterreich-Ungarns und Serbiens. 



3. Craspedosoma carpathicum n. sp. 

Corpus valde deplanatum, polydesmoideum (Megälosoma Fedrizzi), antice 
et postice paululum angustatum, hrunneum. Äntennae pertenues, latitudine 
corporis multo longiores (1'6:1). Oeuli trianguläres vel suhtrapezoidei, ocello- 
rum numerus utrimque 23—27. Segmenta praeter 4 ultima laterihus mlde 
productis, angulis posticis suhobtusis, omnia utrimque setis ternis sat subtili- 
hus instructa. Pedes longi atque tenues, in maribus paria 48, in feminis 50. 
Mas.: Margines ventrales segmenti septimi in dentes hinos longos, sat tenues 
incisi. Pedes copulativi anteriores sat magni, in forfices duos parallelos vel 
hrachia transformati, posteriores parvi, forcipiformes, distantes; hic femur in- 
ternum dente sat parvo, ibi femur externum dente longissimo, modice curvato 
armatum. Longit. 15 — 20 mm., lat. 2 — 2'2 mm. 

Patria: Galiciae et JSungariae superioris montes. 

4. Lysiopetalum fasciatiim n, sp. 

Subcylindrieum, paululum compressum, postice manifeste acuminatum, 
nigro-fuscum, dorso fascia ochracea vel fulva longitudinali ornatum. Caput 
maris fronte semicirculariter impressa. Äntennae longae et tenues. Oculi 
trianguläres, ocellorum numerus utrimque 45. Numerus segmentorum 42. 
Praeter 5—6 anteriora et ultimum segmenta omnia supra manifeste longitudina- 
liter sulcata, spatiis interjectis subdepressis, postice angustatis alternatimque 
abbreviatis et setigeris. Foramina repugnatoria manifesta, initio sulci sita. 
Pedum paria maris 74, feminae 75. Pedes sat longi et tenues. Pedes copu- 
lativi maris nigrescentes , spinosissimi et ramosi, apice cochleiformes , ramis 
binis externis valde distantibus, laminis intermediis evanidis. Long. 30 — 34 mm., 
lat. 2'5 — 2'8 mm., altit. 2'8 — 3 mm. 

Patria: Hungaria meridion.-australis et Serbia. 

5. Julus strictus n. sp. 

Subtenuis et elongatus, pallidus vel luridus, lateraliter subfusco-punctatus. 
Vertex sulco tenui, foveis duabus setigeris proximatis. Äntennae vix claviformes, 
graciles. Oculi nulli, imo vero pigmentum nigrum nullum. Numerus 
segmentorum 60 — 64. Segmentum primum lateribus productis et breviter sul- 
catis; segmenta cetera dense et profunde sulcata, margine postico ciliis longis et 
numerosis. Foramina repugnatoria parva, in segmentis anticis haud procul 
pone suturam emarginatam, in ceteris procul pone suturam integram sita. Seg- 
mentum ultimum longe crinitum, in spinam longam leviter inflexam productum ; 
squama analis obtusa. Pedum numerus 106—117. Pedes longi et tenues. Pedes 
copulativi maris: Par anterius breve, obtusum, apice pellucente; par posterius 
anteriore longius eique adjacens, apice dentibus binis validis; flagellum mani- 
festum. Longit. corporis 35 — 45 mm., lat. 17 — 2 mm. 

Patria: Hungaria meridion.-australis et Serbia. 



283 



Beitrag zur Pselaphiclen- und Scydmaeniclen- Fauna 
von Java und Borneo. 

Von 

Edmund Reitter 

in Mödling bei Wien, 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Juni 1882.) 

Herr Professor Fr. Grabowsky aus Königsberg hat von seinen Reisen 
in Ostindien Herrn Hans Simon in Stuttgart eine ansehnliche Partie Psela- 
phiden und Scydmaeniden eingesandt, welche mir der Letztere in liberalster 
Weise zu wissenschaftlicher Verwerthung überliess und wofür ich ihm auch an 
dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank öffentlich bekunde. 

Sämmtliche im Nachstehenden aufgeführte Arten wurden von Professor 
Grabowsky an zwei Localitäten: in Java, bei Batavia, in Borneo, bei 
Tumbang-Hiang erbeutet; alle sind demselben an das ausgestellte Licht an- 
geflogen. Viele Thiere zeigen demgemäss verkohlte Extremitäten. Redten- 
b ach er 's Angabe, in Faun. Austr. HL Aufl. I, p. LXXIX, dass den Scydmae- 
niden die Flügel fehlen, wird auch dadurch widerlegt. Es gibt nur wenige 
Gattungen und Arten^ denen sie fehlen. 

Pselaphidae. 

1. Ctenistes mitis Schauf. Tijdsch. voor Entom, Leyde, 1882, p. 74. — Batavia. 

2. Ctenistes {Sognorus Rttr.) gihhiventris n. sp. 

Bufo ferrugineus, nitidulus, flavo-alhido subsquamulosus, capite cum 
oculis grandibus longitudine fere latiore , inier antennas bifoveolato, 
antennis feminae articuUs duobus basalibus sat incrassatis, primo ob- 
longo, secundo stibquadrato , 3 — 6 angustioribus , subquadratis, ceteris 
sensim latioribus, 7 — 10 subquadratis, articulo ultimo magno, elongato- 
obovato, basi praecedente vix latiore; prothorace longitudine fere latiore, 
subtiliter punctato , basi medio foveola magna subrotundata impresso; 
elytris thorace vix duplo longioribus, subtilissime punctulatis, Stria su- 
turali discoidalique integra, his basin versus magis impressa; abdomine 



284 



Edmund Reitter. 



nitido, vix perspicue punctulato , segmentis dorsalibus primis tribus 
conspicuis subaequalibus, in medio apicem versis subgibbosis; tibiis an- 
ticis sat robustis, latitudine subaequalibus, posterioribus basi tenuibus. 
Long. 15 mm. 
Batavia. 

Es liegt mir nur ein einzelnes Q vor, das durch die in der Mitte gegen 
den Spitzenrand zu schwach beulenförmig angeschwollenen drei ersten sicht- 
baren Rückensegmente, dann durch den kurzen Kopf recht ausgezeichnet ist. 
Das cf dürfte, wie die ferneren Vertreter der Untergattung Sognorus, einen 
Sporn auf der Innenseite des Hinterschienenendes aufweisen. 

3. Centrophthalmus femoralis n. sp. 

Mufo-castaneus, fusco-hirtus, capite trifovedlato, foveolis sat parvis, 
rostro canaliculato, spina oculari recta, elongata, antennis valde elon- 
gatis, articulis 2 — 7 oblongo-subquadratis, 8 — 10 latioribus, parallelis, 
elongatis, subaequalibus, latitudine fere duplo longioribus, articulo ultimo 
maximo, latiore, elongatim obovato, subacuminato ; prothorace subqua- 
drato , foveola media basali fulvo-tomentosa magna, fere rotundata; 
elytris vix perspicue punctulatis, Stria basali integra, discoidali dimi- 
diata, sat profunde impressa, abdomine segmentis tribus primis con- 
spicuis subaequalibus, femoribus posticis vix magis dilatatis, extus in 
medio late leviterque emarginatis, tibiis apice subcurvatis. Long. 2'6 mm. 

Batavia. 

Ein einzelnes cT. — Durch die Grösse mit C. forticornis Schauf. ver- 
wandt, aber durch längere Fühlerglieder verschieden. Die Behaarung ist lang 
und braun, der Kopf um die Augen, der Hinterrand der Flügeldecken und der 
einzelnen Rückensegmente ist etwas kürzer gelb behaart; die Basalgrübchen 
des Halsschildes mit gelbem, kurzem Toment ausgefüllt. Die Hinterschenkel — 
vielleicht nur beim — sind in der Mitte ihrer oberen Aussenseite schwach 
ausgerandet, die Verdickung erscheint daselbst dadurch plötzlicher als auf der 
Unterseite. 

4. Centrophthalmus punctipennis Schauf. Psel. Slams, Dresd. 1877, p. 21. 

— Ein einzelnes Stück von Batavia. 

5. Batrisus (Batrisocles) batavianus n. sp. 

Ruf US, convexus, subtilissime pubescens, capite magno, subtriangulari, 
antice transversim impresso, inter oculos magnos bifoveolato ; antennis 
gracilibus, articulis intermediis suboblongis, duobus penultimis paululum 
majoribus, ovalibus, ultimo latiore, elongato-ovato, apice acuminato; 
prothorace cordato, latitudine vix longiore, extus haud dentato, subtiliter 
trisidcato, sulcis antice integris, ante basin trifoveolato, foveolis cum 
stdculum tenuam connexis, foveola intermedia minuta, utrinque ante 
sulcam transversam denticulo minimo minus perspicuo instructo; elytris 



Beitrag zur Pselaphiden- und Scydmaeniden-Fauna von Java und Borneo. 



285 



thorace valde latiorihus et sesqui longiorihiis, laterihus rotundatis, Stria 
sutiirdli Integra, discoidali paulo ante apicem abbreviata, ahdomine seg- 
mento primo perspicuo basi hreviter hiplicato trifoveolatoque , foveola 
intermedia partim latiore; femorihus clavatis, tibiis subrectis. Long. 
15 mm. 

Mas. Trochanteribus intermediis spinosis, tibiis posticis subrectis 
apicem versus valde inflatis, subcompressis. 
Batavia. — Zwei ^ und ein 9- 

6. Batrisus (Batrisodes) abbreviatus n. sp. 

Rufo ferrugineus, siibpubescens, convexus, nitidulus, capite magno, 
ocidis grandibus, fronte subquadrata, antice transvershn impresso, inter 
oculos bifoveolato, foveolis sulcam obsolete subconnexis; antennis elongatis, 
gracilibus , articulis intermediis oblongis , duobus pemdtimis parum 
majoribus, ovalibus, ultimo latiore, elongato-ovato, apice acuminato; 
prothorace cordato, latitudine parum longiore, lateribus inermis, dorso 
longitudinaliter trisulcato, sulco intermedio antice ante medium 
abbreviato, foveolis tribus antebasalibus cum sulcam transversam con- 
nexis, utrinque denticulo minutissimo, minus perspicuo munito; elytris 
Stria suturali integra, discoidali ante apicem abbreviata, abdomen seg- 
mento primo majore basi brevissime biplicatulo, subtrifoveolatoque, foveola 
transversa obsolet a media latiore; femoribus valde clavatis, tibiis sub- 
rectis. Long. 16 mm. 

Mas. Trochanteribus intermediis acute spinosis. 
Ein einzelnes cT von Borneo: Tumbang-Hiang. 

7. Batrisus (Bafrisodes) fundaebraccatus Schauf. Tijdsch. voor Entom. 

Leyde, Tom. XXV, 1882, p. 71. — Batavia. 

Mit B. bicolor Raffray verwandt, aber einfarbig rostroth. Der Name 
B. bicolor Raffr. Rev. Ent. Caen, 1882, p. 63, im Märzhefte beschrieben, collidirt 
wegen B. bicolor Rttr. Deutsch, ent. Zeitschr. 1882, I. Heft, p. 139, ausgegeben 
im Februar, weshalb ich die Raffray'sche Art in B. Raffrayi umtaufe. 

8. Batrisus {Syrbatus Rttr.) morulus n. sp. 

Nigro-fuscus, breviter einer eo pubescens, nitidulus, antennis pedibus- 
que rufo-testaceis, pdlpis dilutioribus, capite latitudine quam thorace, 
ocidis grandibus, prominulis, fronte subquadrata, fere plana, magis dense 
pidyescens et opaca, tuberciüo antennari parum prominulo, inter an- 
tennas bifoveolato, foveolis parvis, levius impressis, sulcis longitudinali- 
bus vix perspicuis; antennis dimidio corpore superantibus, tenuis, arti- 
culo primo incrassato, oblongo, 2—8 angustioribus, subelongatis, 5 — 7 
paulo longioribus, clava triarticulata minus abrupta, subparallela, arti- 
culis duobus penultimis oblongo-ovalibus, ultimo elongato-ovato, acumi- 
nato; prothorace globosim subcordato, vix perspicue punctulato, linea 



286 



Edmund Reitter. 



longitudinali intermedia nulla, sulcis lateralihus suhtilissime impressis, 
sulca transversa in medio suhinterrupta, fovedla intermedia valde öbsöleta, 
elytris cum abdomen oblongo-ovatis, Ulis subtilissime punctulatis, extus 
rotundatis, Stria suturali integra, discoidali dimidiata, callo humerali 
breviter subacuto, tibiis posticis vix calcaratis. Long, fere 2 mm. 

Mas. Adomine segmento primo maximo, apicem versus angustato, 
ante apicem late profundeque excavato, utrinque plicato, margine excava- 
tionem antice multi-sinuata, fulvo-tomentosa, in medio breviter lobato 
producta, margine postice multo tuberculata, segmentis sequentibus sub- 
obtectis. 

Batavia. 

Durch die braunschwarze Färbung und die Auszeichnung des am 
Abdomen mit JB. Lecontei Mötsch, verwandt; der letztere ist jedoch mit venus- 
tus verglichen, der ein JBatrisodes ist und mithin eine ganz andere Sculptur 
des Halsschildes haben soll; die Abdominalgrube scheint hei Lecontei, nach den 
Paar dürren Worten der Beschreibung zu urtheilen, einfach zu sein. Ich betrachte 
ihn, sowie eine grosse Reihe von Motschulsky erwähnter Arten aus Ostindien, 
für nur benannt, aber durchaus nicht beschrieben. 

Mir liegt ein einzelnes cT vor. 

Berlara bot. gen. 

Corpus inter gen. Batriso etBryaxidem intermedium, convexum. Caput 
magnum, cum oculis grandioribus thorace haud angustior, fronte sub- 
quadrata, inter oculos bifoveolata. Antennae ut in gen. Bryaxidem. Palpi 
maxülares quadriarticulati , articulo primo minimo, secundo oblongo, 
basi tenui, apicem versus sensim latiore, subrecto, tertio parvo, sub- 
triangulare, ultimo magno, fortiter incrassato, latitudine longiore, valde 
inaequali, margine introrsum profunde exciso, subdentato, extrorsum 
leviter emarginato. Prothorax subcordatus, lateribus ante basin foveo- 
latus. JElytra fere ut in gen. Bryaxide, Stria suturali integra, discoidali 
abbreviata. Abdomine marginato, segmento primo dorsali conspicuo 
elongato, striolis basalibus postice abbreviatis insculpto, segmentis ven- 
tralibus, coxis, femoribus tibiisque ut in gen. Bryaxide, unguiculo tarsorum 
singulo. 

Der Kopf ist ganz wie bei Batrisus, der Rest des Körpers wie bei Bryaxis 
geformt, jedoch merklich schlanker. Von Batrisomorpha Rafifray (Rev. Ent. I. 
1882, p. 30) durch die gerandeten Rückensegmente, von allen durch die merk- 
würdigen Taster abweichend, dessen letztes Glied gross und dick ist, länger 
als breit, sehr unregelmässig und abwechselnd gefaltet, an der Aussenseite mit 
einem kleinen, an der Innenseite mit einem grossen Ausschnitte, der unten einen 
scharfen Zahn bildet. 

Kommt zwischen Tribatus Mötsch, und Berdura Rttr. zu stellen. 



Beitrag zur Pfiolapliiden- und Scydmaonitlon-Faniia von Java und Borneo. 287 



9. Berlara crassipalpis ii. sp. 

B^ifa, convexa, suhpuhcscens, capitc magno, thorace liaud angusUore, 
fronte fere quadrata, antice suhimpresso, inter oculos grandiores suh- 
tiliter bifovcolato, foveolis punctiformihus; antennis thoracis hasin super- 
antibus, gracüibus, articulis duobus basalibus oblongis, primo latiore, 
3, 4, 6, 7 subquadratis, 5 levissime oblongo, 8 subtransverso, 9—11 sen- 
sim latioribus, 9, 10 transversis, ultimo ovato; protliorace subcordato, 
longitudine fere latiore, convcxo, laevi, laterihus supra basin foveolato, 
hast ante scutellum brcvissinie subplicatulo, elytris thorace latioribus et 
plus quam sesqui longioribus, subtilissime vix perspicue punctulatis, 
Stria suturali integra, discoidali fere dimidiata, dbdomine sensim an- 
gustiore, siibovato, segmento primo conspicuo dorsali elongato, striolis 
basalibus parallelis, longitudine dimidia7n segmenti partem aequantibus, 
quintam partem disci includentibus ; femoribus tibiisque simplicibus. 
Long. 13 mm. 

Mas. Metasterno apice late subsemicirculariter impresso, impressione 
albotomentosa, abdomine ventrali medio late longitudinaliter excavato. 
Batavia. — Es liegt mir nur ein einzelnes vor. 

Bryaoßis Laach. 

Nachfolgende sieben beschriebene Eeichenbachia- (Bryaxis-) Arten, die 
sich sehr ähnlich sehen, lassen sich in folgender Weise übersehen: 

A) Elytra basi inter strias haud punctato- foveolato; Stria dorsali integra. 

a) Stria dorsali in angulo suturali attingente J5. rufa. 

b) Stria dorsali ab angulo suturali distante expanda, 

B) Elytra basi foveolatim tripunctata, punctis duobus in striis antice sitis; 

Stria dorsali, ante apicem abbreviata. 

a) ProtJiorax sublaevus. 

a) Striolis abdominalibus segmenti vix tertiam partem disci includentibus. 

B, invalida, 

ß) Striolis abdominalibus segmenti plus quam tertiam partem disci inclu- 
dentibus. 

*) Antennarum articulis 3—6 in utroque sexu oblongis. 

B. Schaufussif B. Grabowskyi. 
**) Antennarum articulis 4, 6 suhtransverso-quadratis. B, lamellicornis. 

b) Prothorax distincte dense punctatus B, punctitJiorax, 

10. Bryaxis (Reichenbachia) rufa. 

Brunneo - testacea aut rufo-testacea, nitidula, suhpuhcscens, capite 
trifoveolato, antennis gracilibus, clava parva, articulis duobus pemdtimis 
suhquadratis , prothorace fere laevi, elytris vix perspicue punctulatis, 
striis intcgris, Stria dorsali apice curvata, angulo suturali attingente, 
abdomine vix perspicue punctulato, striolis divergentibus , longitudine 

Z. B, Ges. B XXXII. Abh. 37 



288 



Edmund Re i 1 1 er. 



segmenti fere tertiam partem aequantibus, plus quartam partem disci 
indudentibus. Long. 15 mm. 

Mas. Coxis intermediis apice siibspinosis, femoribus leviter inflatis, 
tihiis paulo magis düatatis, intermediis apice intus hrcviter calcaratis, 
posticis suhrectis, apice suhcalcaratis; metasierno plus minusve impresso. 
Schmidt, Beitr. z. Mon. d. Psel. Prag 1838, p. G. 
Br. Baumeisteri Schauf. Psel. Siams. Dresden 1877, p. 7, cT. 

— cordata Schauf. 1. c. p. 9. 

— mamilla Schauf. 1. c. p. 9, Q. 

lieber ganz Ostindien verbreitet und nicht selten. 

11. Bryaxls (Meicheribachia) expanda ii. sp. 

Bilute rufa, nitidula, suhpuliescens , capite trifoveolato , antennis 
gracilihus, articulis 3 — 10 tenuis, 9—10 sensim minus latiorihus, 3—6 
siibquadratis, 7 — 10 hreviter transversis, articulo ultimo majore, ovato, 
protlioraee transversim subrotundato , capite minime latiore, siihlaevi, 
foveola intermedia minore profunde impressa, elytris vix perspicue suh- 
tilissime puncfulatis, hasi hipunctatis, punctis in striis antice sitis, Stria 
suturali discoidalique integra, Ms apice introrsum partim curvatis sed 
angulo suturali haud attingente; ahdomine suhlaevi, striolis hasalihus 
leviter divergentibus, longitudine segmenti tertiam ptoL'^'tem aequantibus, 
plus dimidiam partem disci indudentibus. Long. 12 mm. 
Batavia, 

Zwei 9» wovon ein Stück vom Feuer versengte Extremitäten besitzt. 

Diese Art ist durch die sehr weit von einander gestellten Abdorainal- 
strichelchen , das kleine, aber sehr tiefe Mittelgrübchen des Halsschildes, den 
ganzen Discoidaistreifen der Flügeldecken, welcher in den Nahtwinkel nicht ein- 
mündet und durch die Fühler hinlänglich begründet. Letztere sind dünn, 
Glied 1 und 2 ist dicker, 9 und 10 sind nur sehr undeutlich allmälig breiter, 
das letzte Glied allein deutlich keulenförmig abgesetzt. 

12. Bryaocis (Reichenhachia) invalida ii. sp. 

JRufo-testacca, nitidula, subpubescens , capite trifoveolato , thorace 
parum angustiore, antennis gracilibus, elongatis, articulis intermediis 
oblongis, 7 subquadrato, 8 — 10 subtransverso, 9 — 11 sensim latioribus, 
articulo ultimo elongato-ovato, majore, apice acuminato; protlioraee sub- 
laevi, elytris minutissime dense punctulatis, basi tripunctatis, punctis 
duobus in striis antice sitis, Stria suturali integra, dorsali apice minus 
abbreviata, parum sinuaia, abdomine minutissime punctulato, striolis 
basalibus divergentibus, longitudine segmenti tertiam partem aequanti- 
bus, vix tertiam partem disci indudentibus. Jjong. 11 mm. 

Mas. Metasterno, segmento ventrali ultimo pamm impresso, coxis femo- 
ribusque simplicibus, tibiis intermediis apice intus brevissime calcaratis. 
Borneo: Tumbang-Hiang. 



Beitrug zur Pselaphideii- und Scydniiieiiideu-Fauna vou Java und Borneo. 



289 



Der B. rufu sehr ahnlich, der Discoidalstreif der B'lügeldeckeii ist aber 
dicht vor der Spitze abgekürzt, und mündet nicht iu den Nahtwinkel ein und 
ausser den punktförmig vertieften Streifen an der Basis befindet sich noch 
dazwischen ein drittes freistehendes Punktgrübchen. 

Ein Pärchen. 

13. BryaTts (ReiehenbacJiia) Schaufassi n, sp. 

liufo-testacca mit rufa, dense fulvo-piibescens , capite thorace an- 
gustiore, trifoveolato, antennis gracilibus, articulis intermediis oblongis, 
clava sensim latiore, ohlomja, articulis duobus penuUimis in mare ob- 
conico-qaadratis, in femina sat transversis; prothorace sublaevi, in mare 
basi subtilissime vix perspicue punctulato, elytris minutissime punctu- 
latis, basi tripunctatis, punctis duobus in striis antice sitis, Stria dorsali 
integra, discoidali paulo ante apicem abrupte abbreviata, abdomine sub- 
tilissime, vix perspicue punctulato, striolis abdominalibus leviter diver- 
gentibus, longitudine segmenti tertiam partem aequantibus, plus tertiam 
partem disci includentibus. Long. 15 mm. 

Mas. Coxis anticis subangidatis, intermediis breviter spinosis, femori- 
bus parum inflatis, tibiis intermediis paulo magis robustis, apice intus 
breviter calcaratis , posticis apice introrsum sinuatis , subcalcaratis ; 
metasterno plus minusve impresso. 

Der B. rufa Schm. höchst ähnlich, der Dorsalstreifen der Flügeldecken 
ist aber vor der Spitze plötzlich abgekürzt, die Abdominalstrichelchen weiter 
auseinander gerückt, und durch die winkeligen Vorderhüften des cT von ihr 
hauptsächlich verschieden. Die Behaarung ist etwas länger und dichter, nament- 
lich bei grossen frischen Exemplaren, wodurch das Thier weniger glänzend 
erscheint. Zwischen dem grübchenförmig vertieften Streifen der Flügeldecken 
an der Basis steht noch ein dritter Punkt, der bei rufa fehlt. 

Java: Batavia, und Borneo: Tumbang-Hiang, häufig. 

Ich widme diese Art meinem Collegen Dr. L. W. Schaufuss, der zahl- 
reiche Beiträge zur Kenntniss der Pselaphiden von Ostindien geliefert hat. 

14. Bvyaxis (Reichenbachia) Grabotvskiji ii. sp. 

Dilute rufa, sat dense puberula, nitidula, capite thorace indistincte 
angustiore, trifoveolato; antennis gracilibus, articulis intermediis sub- 
oblongis, 7—10 transversis, 0—11 sensim latioribus, duobus penul- 
timis in utroque sexu globoso transversis, ultimo sat magno, 
latiore, ovato, apice acuminato; prothorace sublaevi, elytris minutissime 
punctulatis, basi tripunctatis, punctis duobus in striis antice sitis, Stria 
dorsali integra, discoidali ante apicem abrupte abbreviata, abdomine 
minutissime punctidato , striolis abdominalibus minus diver gentibus, 
longitudine segmenti dimidio aequantibus, plus quam tertiam partem 
disci includentibus. Long. 12 — l'S mm. 

37* 



290 



Edmund Reitter. 



Mas. Coxis intermediis vix perspicue tenuiterque spinulosis, pedibus 
paululum robustioribus, tibiis intermediis intus apice distincte calcaratis, 
metasterno leviter impresso, segmento ventrdli ultimo foveolato. 
Borneo: Tumbang-Hiang. 

B. Schaufussi täuschend ähnlich, den kleinsten Stücken derselben in 
Grösse gleich, die beiden vorletzten Fühlerglieder sind hier jedoch quer-kugelig, 
die Abdominalstricheln viel länger und weniger divergirend, das Dörnchen der 
Mittelhüften beim ist kaum wahrnehmbar, klein, äusserst spitzig, die Mittel- 
schienen haben einen schrägen viel längeren Endsporn auf der Innenseite und 
das Änalsegment hat ein deutliches Grübchen. 

9 Exemplare. 

15. Bryaocis (JReichenbacJda) lamellicornis n. sp. 

BufO'testacea, nitidula, subpubescens, capite trifoveolato, thorace vix 
angustiore, hoc subtransverso, fere impunctato, elytris abdomineque sub- 
tilissime dense punctulatis, Ulis basi tripunctato, punctis duobus in striis 
antice sitis, Stria suturali integra, dorsali apice minus abbreviata, strio- 
lis abdominalibus divergentibus , longitudine segmenti tertiam partem 
aequantibus, plus tertiam partem disci includentibus. Long. 13 mm. 

Mas. Coxis femoribusque simplicibus , tibiis intermediis apice intus 
distincte calcaratis; antennis brevibus, articulis 1, 2 subincrassatis, ob- 
longis, 3 lutitudine parum longiore, 5, 6 quadratis, 5 paululum majore, 
4, 7 subtransversis, 7, 8 valde transversis, minutis, tribus ultimis clavam 
maximam formantibus, sensim latioribus, articulo nono tenuissimo, valde 
transverso, decimo majore, transverso, ultimo maximo, ovato, intus basi 
angulato, ante basin exciso. 

Fem. Antennis sat brevibus, articulis: 1, 2 subincrassatis, oblongis, 
3, 5 latitudine parum longioribus, 4, 6 subquadratis, 7, 8 parvis, sub- 
transversis, 9—11 sensis latioribus, clavam parum abruptam formanti- 
bus 9, 10 globoso- transversis, idtimo magno, ovato, apice acuminato. 
Borneo: Tumbang-Hiang. — Ein einzelnes Pärchen. 

16. Bryaoßis (Reichenhachia) punctithorax n. sp. 

Bufa, nitidula, brevissime griseo pubescens, palpis flavis, capite magno, 
thorace haud angustiore, grosse trifoveolato, prothorace transversim sub- 
cordato, dense subtiliter punctulato, elytris subtilissime punctatis, basi 
bipunctatis, punctis in striis antice sitis, Stria suturali integra, discoi- 
dali ante apicem evanescens, abdomine minutissime punctulato, striolis 
abdominalibus divergentibus, longitudine segmenti dimidio superantibusi 
tertiam partem disci includentibus, antennis crassiusciäis, articulis duo- 
bus basalibus oblongis magis dilatatis, 3, 5 oblongo, 4, 6, 7 subquadratis, 
8 transverso, 9—11 parum abrupte clavatis, sensim latioribus, duobus 



Beitrag zur Pselapbiden- .und Scydmaeuideu-Fauua von Java uud Borneo. 



pemdtimis globoso-transversis , ultimo majore, sat magno, ovato, apice 
acuminato. Long. 13 mm. 

Von Java: Batavia und Borneo: Tumbang-Hiang, je ein weibliches Exemplar. 

Durch den grossen Kopf, das quere, deutlich und dicht punktirte Hals- 
schild, uud die dickeren, kürzeren Fühler mit stcärkerer Keule von B. rufa, 
Schaufussi, Grdbowskyi und Verwandten verschieden. 

17. Bt^yaxis sphaerica Mötsch. Bull. Mose. 1851. IV, p. 492. Borneo und 
Java, hcäufig. 

Diese Art ist zwar nur durch wenige Angaben begründet; da letztere 
jedoch vollständig zutreffen und das gemeinte, sehr charakteristische Thier gar 
nicht verkennen lassen; da ferner in Ostindien ähnliche Formen, die einen 
Zweifel an der Bestimmung hervorrufen könnten, nicht vorzukommen scheinen, 
so halte ich diese Art als ausreichend charakterisirt. 

Mit ihr ist zu verbinden: B. Siamensis Schauf. Psel. Slams, p. 9. — 
Ich erhielt von Dr. Gestro ein von Schaufuss revidirtes Exemplar. Der 
Autor hatte bei Beschreibung dieser Art ein schlechtes, gewiss ausgerecktes 
Stück vor sich, weshalb die angegebene Grösse von l'/3 mm. zu bedeutend ist. 
Ebenso ist die Angabe ihrer Breite 1*6 mm.! ! eine falsche; das Thier wäre dann 
breiter als es lang ist! Sie soll wahrscheinlich 6 heissen. In: Tijdsch. voor 
Ent. XXV. 1882, p. 68 erwähnt Dr. Schaufuss mehrmals diese Art und spricht 
ihr am Kopfe, ober der Fühlereinlenkungsstelle, ein kleines Höckerchen zu, das 
übrigens die meisten Brijaxis-ähnlichen Pselapbiden besitzen. 

Weiters gehört hieher: B. Fonensis Schauf. 1. c. p. 10. Die Beschreibung 
stimmt bis auf die Angabe der Färbung: „rufotestacea" , womit ich ein blasseres 
Thier bezeichnen würde. In der Leydener Tijdschr. 1. c. p. 69 erwähnt derselbe, 
dass das Thier ganz ausgefärbt, helkre Fühler, Palpen und Beine habe, 
woraus geschlossen werden kann, dass B. Fonensis, wie ich vermuthete, nach 
unausgefärbten Individuen beschrieben wurde. Die kleinen Punktgrübchen er- 
löschen manchmal fast ganz, was den Autor wohl veranlasst hat, in ihr zwei 
besondere Arten zu erblicken. 

Herr Dr. Schaufuss berichtet 1. c. p. 68 über das : Das Metasternum 
ist breit und tief, der vierte Hinterleibsring tief eingedrückt, der breite erste 
ist in der Mitte ausgeschnitten. Diese Angaben sind nicht vollständig; es soll 
heissen: Hinterbrust eingedrückt, der Spitzenrand des zweiten grossen (ersten 
sichtbaren) Bauchsegmentes in der Mitte ausgeschnitten, der ausgeschnittene 
Rand schwach plattenförmig gehoben, das vierte Segment in der Mitte des 
Spitzenrandes durch eine grosse, fast halbkreisförmige, furchenartige Vertiefung 
des Analsegmentes, ausgerandet, das vorletzte in der Mitte gar nicht und nur 
an den Seiten sichtbar; Vorderschienen innen unter der Mitte mit einem kleinen 
Zähnchen. 

Diese Art ist in Folge nicht als Bryaxis, sondern als Eupines King 
aufzuführen. Diese Gattung, mit welcher Byraxis Rttr. zusammenfällt, unter- 
scheidet sich durch das viel feiner geraudete, gewölbtere Abdomen, wovon das 



292 



Edmund Reitter. 



erste sichtbare Rückensegment nicht wesentlich Länger ist, als das nächste und 
an der Basis keine Abdominalstrichelcheu besitzt. Die Flügeldecken haben 
keinen Dorsalstreifen, die Fühler des sind häufig scheinbar zehngliederig, 
indem das letzte mit dem zehnten Gliede verwachsen ist; der Körper ist mehr 
glänzend, gewölbt und durch die Form und Sculptur des Halsschildes verschieden. 

Herr Raffray war geneigt, die Bryaxis ovalipennis Schauf. aus Neu- 
seeland^ die ebenfalls eine Eupines -Avt ist, wegen den zehngliederigen Fühlern, zu 
Decarthron zu stellen (Rev. Ent. Soc. Ent. Caen, 1882, p. 30), was ich jedoch 
nicht befürworten könnte. Decarthron hat einen ganz anderen Habitus, breit 
gerandetes Abdomen, plattenförmig verlängertes erstes Rückensegment, mit 
langen Basalstrichelchen, also Charaktere, welche auf Bryaxis ovalipennis nicht 
zutreflFen. 

18. Hybaxis nubila u. sp. 

Fusco-castanea, nitidula, subpubescens, antennarum articulis duobus 
basalibus et articulo apicali pedibusque brunneo-rußs; fronte trifoveo- 
lata, antennis gracilibus, articulis 3 — 7 oblongis, 8 subquadrato, tribus 
ultimis pauhdum latioribus, duobus penultimis obconicis, latitudine 
parum longioribus, ultimo elongato- ovato , apice acuminato; prothorace 
laevi, foveola intermedia minuta, elytris subtilissime, vix perspicue 
punctulatis , Stria suturali integra, discoidali ante apicem abbreviata, 
striolis abdominalibusdivergentibus, longitudine qiiartam partem aequanti- 
bus, vix quartam partem disci includentibus. Long. 1'5 mm. 

Mas. Metasterno deplanato, in medio lamina recta dentiformi, apice 
emarginata, elevata; abdomine segmento secundo ventrali apice in medio 
laminis duobus retrorsum curvatis armatis, coxis femoribusque simplici- 
bus, tibiis anticis paulo ante medium intus dentatis, pone dentem apicem 
versus late emarginatis. 
Borneo: Tumbang-Hiang. — 1 cT und 2 9- 

19. Ryhaxis cymhiilaria n. sp. 

JRufa, nitida, subpubescens , fronte profunde trifoveolata, antennis 
articulo 3 — 7 oblongis, articido 8 quadrato, tribus ultimis sensim majori- 
bus, duobus penuUimis obconicis, latitudine parum longioribus, ultimo 
majore, ovato, apice acuminato; prothorace foveola tnedia minuta, elytris 
minutissime vix perspicue punctulatis, Stria suturali integra, discoidali 
ante apicem abbreviata, striolis abdominalibus divergentibus, longitudine 
tertiam segmenti partem aequantibus, dimidiam partem disci includenti- 
bus, inter striolas basi transversim bifoveolata, foveolis tomentosis. Ab- 
domine segmento quarto dorsali majore, basi medio utrinque late bi- 
fossulato et triplicato, fossuUs apicem versus evanescentibus , pliculis 
lateralibus brevissimis, plica intermedia longiore; segmentis ventralibus 
in femina valde convexis. Long. 1'5 mm. 
Batavia. 



Beitrag zur Pselaphidon- nncl Scydmaeniden-Fauna von Java und Borneo. 



293 



Nur 1 9 (?). Motsclnilskj erwiilint aucli B. pilifcj'a aus Ostindien, 
bei der das „troisieme segment de Tabdomen presente deux enfoncements po-es 
de 1a hosfie du deuxieme segment'', was auf vorliegende Art nicht zutrifft. 

20. l^selajiJtHS hifox^eolafus Schauf. Psel. Siam. p. G. — Batavia. 

21. Pselaphus pilicollis n. sp. 

Angustus, nitidus, ferrugineus, antennarum clava pedibusque dilu- 
tioribus, palpis tenuis, longissimis, flavo-testaceis, capite oblongo, canali- 
cidato, inter ocuJos iransversim impresso, occipite laevi; prothoraee capite 
vix angustiore, oblongo, obovato, laevi, lateribus ante basin parce flavo 
pilosis, ehjtris thorace duplo longioribus, bistriatis, parce subseriatim,, 
apice magis dense püosulis, humeris obtusis, abdomine segmento primo 
conspicuo maximo, apice latissimo, antennis sat robustis, articulis ■ 
1 clongato, 2 quadrato, ceteris angustioribus , 3 suboblongo, 4—8 fere 
quadratis, iribus clavam formatibns, latioribus, 9, 10 subglobosis, ultiino 
ovato; palporum ariiculo ultimo longo, tenui, tertia parte apicali clava- 
iim incrassato, clava ovali, apice subfisso. Long. 14 mm. 
Batavia, ein einzelnes 9- 

Unterscheidet sich von P. canaliculatus Schauf. durch kürzere Fühler- 
keule und den Mangel einer Querlinie vor der Basis des Halsschildes. Die Hüften 
und Trochanteren sind beim 9 ungezähnt, die Schienen gegen die Spitze etwas 
verbreitert und ziemlich gerade. 

22. Pselaphus lativentris u. sp. 

Bufo-ferrugineus, nitidus, p>arce pilosulus, subglaher, palpis flavo- 
testaceis, longis, articulo idtimo a medio ad apicem sensim clavatim in- 
crassato, s^d)imbescens ; capite elongato, fronte canaliciüata, inter oculos 
iransversim subimpressa, occipite laevi, antennis elongatis, articulis: 
1 elongato, 2 subquadrato, ceteris angustioribus, latitudine parum longi- 
oribus, 9—11 clavam parum incrassatam formantihus , 9, 10 oblongo- 
ovalibus, ultimo paido latiore, ovato; prothoraee oblongo, obovato, nitido, 
laevi, lateribus ante basin bi-aut tripilosis, elytris apice abdomineque 
latissimis, Ulis bistriatis, apice tomentoso-pubescens, humeris valde obtusis, 
abdomine segmento primo parallelo, maximo. Long. 1'5—16 mm. 

Mas. Trochanteribus anticis spina tenui, sat longa armatis, meta- 
sterno in medio fortissime longitudinaliter carinato, carina acutissima 
cultriformi, antice sensim elevata, apice abrupte abbreviata. 
Batavia, zwei cf. 

Von der Form des P. Heisei, die Flügeldecken sammt Abdomen jedoch 
auffallend breit, der Körper heller gefärbt, das Endglied der Palpen von der 
Mitte zur Spitze allraälig keulenförmig abgesetzt, nicht raspelartig sculptirt. 



294 



E dmti n d Roitter. 



23. PselapJms parvipalpis ii. sp. 

Rufus, nitidus, subgläber, parce pilosulus, pälpis flavis, Iiis toto tenuis 
et hrevibus, articulo primo elongato, recto, aequali, tenuissimo, secundo 
primo longitudine paululum crassiore, recto, tertio latitudine minus 
longiore, vix crassiore, ultimo recto, trihus conjunctis longitudine, fusi- 
formi, hasi sensim magis angustato, ante medium articulo tertio minus 
latiore, apice suhacuminato ; capite ohlongo, profunde canaliculato, sulca 
fere integra, in fundo plana, nitida, inter oculos latiore, antennis elon- 
gatis, articulis: 1 elongato, suhcylindrico , 2 oblongo-quadrato , 3—8 
minime angustioribus , latitudine paululum longioribus, subaequalibus, 
trihus ultimis clavam subpar allelam formantihus , duobus 
2yemdtimis oblong o - ovalibus , ultimo parum latiore, ovato; prothorace 
ohlongo -ovale, hasi apiceque aequaliter angustato, truncato, convexo, 
laevigato; elytris sensim ampliatis, ut in gen. Pselapho constructis, 
histriatis, striis integris, stria-discoidaliangulo suturali attingente, margine 
apicali dense pubescens, abdomine segmento primo maximo, piano, lateri- 
hus late marginato-reflexo, ceteris angustis, deflexis, pedibus longis, sat 
robustis, femoribus in medio clavatis, tibiis apicem versus paiäo dila- 
tatis, anterioribus quatuor suhsinuatis, trochanterihus intermediis apice 
subfasciculatim pilosis; metasterno medio valde gihhoso, apice in medio 
carinula minima hrevi instructo. Long. 2 mm. 
Batavia. 

Durch die dünnen und verhältnissmässig kurzen, einfachen Palpen, deren 
Endglied über der Mitte nicht viel dicker ist als das dritte, mehr mit Curcu- 
lionellus als Pselaphus verwandt, jedoch wegen der dreigliederigen Fühlerkeule 
wohl zur letzteren Gattung zu zählen. Für die letztere Stellung spricht auch 
das ovale, einfache, nicht herzförmige Halsschild. 

Nur ein einzelnes Individuum, welches ich für ein $ halte. 

24. Curculionellus rugitliorax n. sp. 

Ohlongus, antice angustatus, parce pilosus, ferrugineus, palpis hrevi- 
bus vix dilutioribus, articulo ultimo fusiforme, antennis robustis, opacis, 
articulis: primo suhcylindrico, latitudine plus quam duplo longiore, ru- 
guloso, secundo suhquadrato , primo minime angustiore, 3—7 fere qua- 
dratis, xmululum angustioribus, aequalibus, ceteris quatuor vix clavatis, 
apicem versus sensim minus crassioribus, 8 — 10 quadratis, ultimo haud 
latiore, parallelo, ohlongo, apice rotundato ; capite ohlongo, alutaceo, suh- 
opaco, oculis magnis pone medium sitis, fronte canaliculata, sulca in- 
tegra, inter oculos foveolatim dilatata, in fundo postice laevi, nitida, 
prothorace suhcordato, latitudine haud longiore, alutaceo et suhtiliter 
minus profunde punctato, suhopaco, lateribus ante medio angulatim 
rotundato, ante scutellum foveolato; elytris fere ut in gen. Pselapho 
formantihus et ^sculpturatis, nitidis, laevis, parce suhseriatim pilosis, 



Beitrag zur Pselapbiden- und Scydmaeniden-Fauna von Java und Borneo. 



295 



Stria sutnrali dorsalique infegris, hoc apice intus sinuata sed haud an- 
gulo sutnrali attingente, striola abhreviata inter strias sutnrali discoidali- 
que prope basin insculpta, margine apicali flavo-tomentosis ; abdomine 
late marginato-reflexo, nitido, segmento primo maximo, parallelo, coleopte- 
ris haud latiore, ceteris angustis, sensis deflexis; pedibus robustis, f^mori- 
bus clavatis, tibiis paulo dilatatis. Long. 16 mm. 
Batavia. 

Von allen bekannten Arten durch Kleinheit, matten Kopf und matt 
punktirtes Halsschild, letzteres mit einfachem Basalgrübchen, ausgezeichnet. 
Mir liegt ein einzelnes 9 vor. 

Pselaphns articulatus Schauf. von Siam, scheint wegen der viergliederigen 
Fühlerkeule und der Form des Halsschildes in diese Gattung zu gehören. Aus 
der Beschreibung der Kiefertaster, die der Autor irrthümlich für dreigliederig 
hält, lässt sich nicht deutlich entnehmen, ob diese Annahme richtig ist, da 
über deren Länge im Ganzen nichts gesagt wird. 

Apliarina noY. gen. 

Corpus parvum, Desim iae simile, brevissime subsquamoso puberulum. 
Caput subdeflexum, inter oculos bifoveolatum, fronte antice constricta, 
angusta. Antennae valde approximatae, sub tuberculis frontalibus insertae, 
breves, crassae, articulo primo cylindrico, seeundo subquadrato, 3 — 9, 
paululum angustioribus, transversis, 8, 9 maxime transversis, praece- 
dentibus vix latioribus, duobus ultimis clavam obovatam formantibus, 
articulo penultimo transverso, ultimo maximo, ovato. Palpis maxillari- 
bus minimis, tenuibus, vix perspicuis, ut in gen. Mestogatro formantibus, 
articulo ultimo fusiforme. Frothorax prope basin parallelus, a medio ad 
apicem angustatus, vix foveolatus, margine basali magis dense sub- 
squamoso puberulus. Elytra ut in Ctenisti formata, bistriata, Stria 
dorsali integra, fere recta. Abdomen convexum, segmentis dorsalibus 
ventralibusque subaequalibus, dorsalibus tenuiter sed distincte marginato- 
reflexis, ventralibus apice dense subsquamoso tomentosis. Coxae posticae 
late distantes, trochanteribus quatuor posticis grandioribus , pedibus 
longis, femoribus parum incrassatis, haud clavatis, tibiis simplicibus, 
tarsis triarculatis, articulo primo minimo, tertio seeundo duplo longiore, 
uniunguiculato. 

Mit Mestogaster zunächst verwandt, von derselben Körperform, mit ganz 
analogen Maxillartastern, welche äusserst klein und schwer sichtbar sind, was 
Schmidt verleitet hat dieselben bei Beschreibung Non Mestogaster als fehlend 
anzunehmen, jedoch durch gerandetes Abdomen dessen Rücken- und Bauch- 
segmente von gleicher Länge sind, endlich durch etwas andere Construction 
der Fühler abweichend. 

Das Thierchen hat das Aussehen eines gedrungenen Sognorus (Ctenistes) 
oder einer klein gedachten Dmmm (Tetrocis); gehört aber wegen der Bildung 

Z. B. Ges. B. XXXII. Abb. 38 



296 



Edmund Reitter. 



des Kopfes, des Hinterleibes und wegen der einzelnen Klaue an den Fusstarsen 
zu den echten Pselaphinen. 

25. Apharina Simonis n. sp, 

Ferruginea, convexa, nitidula, hrevissime subsquamoso puberula, 
capite pone et ante oculos, marginihus prothoracis, elytrisque apice et 
abdomine segmentis singulis apice magis dense suhsqiiamosis , capite 
thoraceque minutissime punctatis, fronte inter oculos obsolete bifoveolata, 
antennis brevibus crassis, opacis; prothorace longitudine latiore, a medio 
ad apicem angustato, a medio ad basin subparallelo , ante basin vix 
foveolato, elytris sat nitidis, thorace fere duplo longioribus, apicem versus 
sensim latioribus, parcissime, vix perspicue, inter striam suturalem et 
suturam uniseriatim punctulatis, Stria dorsali integra, subrecta, abdomine 
supra subtusque valde convexa, nitidtdo, obsolete punctulato ; tibiis anteriori- 
bus quatuor subrectis, posticis levissime bisinuatis. Long. 11—1-2 mm. 

Mas. Metasterno excarato. 
Batavia, einige Exemplare. 

Meinem Freunde Hans Simon in Stuttgart, der mir das vorliegende 
Material in liberalster Weise zur Verfügung stellte, als kleines Zeichen meines 
Dankes gewidmet. 

In diese Gattung gehört ohne Zweifel der Panaphantus squamiceps Schauf. 
Tijdsch. voor Entom. Haag, 1882, p. 66; dieser ist nach der Beschreibung 
grösser, hat andere Stirneindrücke, ein grosses Basalgrübchen , welches bei 
obiger Art angedeutet ist, und die Mittelschenkel haben einen Dorn an ihren 
Trochanteren. 

26. Mestogaster nitidicollis n. sp. 

Brunneo-testaceus, nitidus, convexus, antennis pedibusque ferrugineis 
opacisque; capite cum oculos thorace fere latiore, minutissime ruguloso, 
fronte inter tuberculos antennariis breviter canaliculata, inter oculos 
bifoveolata , antennis crassis, dimidio corporis fere longiore, articulis 
1 — 8 cylindricis, aequilatis, articulo primo elongato, secundo latitudine 
longiore, tertio quadrato, 4—8 aequalibus, transversis , 9 — 11 sensim 
latioribus, clavam minus abruptam formantibus, 9, 10 leviter transversis, 
ultimo magno ovato, intus sinuato; prothorace latitudine sublongiore, 
gldbro, nitido, antrorsum magis, basin versus minus angustato, supra 
convexo, elytris thorace fere duplo longioribus, apicem versus sensim 
latioribus, glabris, nitidus, convexis, bistriatis, striis integris, margine 
apicdli dense flavo tomentosis, humeris non productis; abdomine valde 
convexo, immarginato, nitido, glabro, segmento primo conspicuo dorsali 
elongato, secundo tertioque angustis, quarto, quintoque parum longiori- 
bus; palpis minutissimis, minus perspicuis, flavis. Long, l'l mm. 
Batavia. 

Ein Unicum. Unterscheidet sich von M. crassicornis durch kleineren 
Körper und das glatte glänzende Halsschild. 



Beitrag zur Pselaphiden- und Scydiuaeuideu-Fauna von Java und Borneo. 



297 



27. Zethopsus (Zethiis) Batavianus Schauf. Tijdsch. voor Eut. Haag, 1882, 

p. 67. — Ein Stück von Batavia, 

Apliilia iiov. gen. 

Gen. Trimio valde similis, sed Caput thorace paululum angustior, 
antennis tenuibiis, articulo ultimo modice incrassato, elongato, apice 
acuminato, prothorax haud sculpturatus , elytra prope suturam uni- 
striata, basi utrinque haud impressa, ahdomine segmento primo con- 
spicuo dorsali longissimo, hasi hreviter bistriolato, ceteris angustis, seg- 
mento secundo ventrali valde elongato. 

Der abweichende Bau der Fühler, der kleine Kopf, das völlig glatte, 
sculpturlose Halsschild und die glatten Flügeldecken, welche nur einen der Naht 
sehr genäherten Nahtstreif besitzen, der leicht zu übersehen ist, unterscheiden 
diese Gattung hinreichend von Trimium. Die Körperform hat Aehnlichkeit mit 
Philus und Zibus. 

28. Aphilia femorata n. sp. 

Elongata, convexa, nitida, subtilissime tenuiter puberula, testacea, 
elytris apice sensim fuscis; capite thorace parum angustior e, int er oculos 
mediocribus bifoveolato, antennis tenuibus, thoracis basin haud attin- 
gentibus, articulis: duobus primis parum incrassatis, 1 subquadrato, 
2 ovali, 3 — 9 angustis, 3 subquadrato, 4—9 transversis, 10 paulo latiore, 
fortiter transversa, ultimo praecedente majore, elongatim ovato, apice 
acuminato; prothorace ovato, basin versus magis attenuato, latitudine 
longiore, laevi; elytris thorace latioribus et sesqui longioribus, extrorsum 
parum rotundatis, laevibus, Stria suturali suturam valde approximata, 
tenui; abdominis segmento primo conspicuo dorsali magno basi coleopte- 
ris parum angustiore , apice sensim latiore , late marginato reflexo, 
striolis basalibus valde abbreviatis, latitudine dimidiam segmenti partem 
includentibus ; segmentis sequentibus sensim fortiter angustatis. Long. 1 mm. 

Mas. Metasterno longitudinaliter impresso, femoribus quatuor ante- 
rioribus apice sensim valde clavatis, intermediis curvatis, subtus dente 
valido triangulari armatis. 

Borneo. — Nur ein einzelnes von Tumbang-Hiang. 

29. Pseudoplectus fuscipennis n. sp. 

JElongatus, subdepressus, brevissime griseo subpubeseens, rufo-testaceus, 
elytris fuscis; antennis thoracis basin minus superantibus, articulis inter- 
mediis (4—8) parvis, transversis, tribus ultimis sensim latioribus, clavam 
minus abruptam formantibus, duobus penultimis fortiter transversis, 
articulo ultimo magno, ovato; capite thorace minus angustiore, antror- 
sum sulcis duobus convergentibus , antice connexis, postice in foveam 
excurrentibus insculptis, margine occipitali in medio subexciso ; pro- 
thorace subrotundato , vix transversa, basin versus paululum magis 

38* 



298 



Edmund Keitter. 



angustato, trifoveolato, foveoUs cum sulcam transversam connexis, dorso 
laevi; elytris thorace parum latioribus et sesqui longioribus, laterihus 
minus rotunäatis, Stria suturali integra, discoidali fere dimidiata, inter 
strias hasi unipunctatis, colore suturali dilutiore; ahdomine subparallelo, 
coleopteris parum angustiore, segmento primo conspicuo dorsali bistrio- 
lato , striolis basalibus divergentibus , longitudine segmenti dimidiam 
superantibus , tertiam disci partem includentibus ; segmentis duobus 
primis ventralibus paulo majoribus. Long. 0'8 mm. 
Borneo: Tumbang-Hiang. 

Viel kleiner als P. perplexus, gelbroth mit braunen Flügeldecken, die 
Naht innerhalb der Nahtstreifen ist wieder heller; letztere haben einen fast bis 
zur Mitte reichenden Dorsalstreifen und wie gewöhnlich zwischen Dorsal- und 
Nahtstreif an der Basis ein Punktgrübchen. Geschlechtsunterschiede kann ich 
nicht wahrnehmen. 

30. Euplectus (Bibloplectus) pumilio n. sp, 

Leviter depressus, suhparallelus , fusco-brunneus, antennis palpis 
pedibusque testaceis, subpubescens, capife thorace vix latiore, subopaco, 
antrorsum bisulcato, sulcis leviter convergentibus, antice connexis, postice 
in foveis magnis excurrentibus ; antennarum articulis duobus basalibus 
parum incrassatis, ceteris parvis, transversis, tribus ultimis clavam db- 
ruptam formantibus, articulis duobus penultimis transversis, ultimo 
oblongo-ovato ; prothorace subrötundato, basin versus paulo magis an- 
gustato, ante basin profunde trifoveolato, foveolis cum sulcam trans- 
versam indistincte connexis; elytris thorace minus latioribus, sat 
elongatis, subparallelis, stria suturali integra, discoidali nulla, basi 
medio foveolatis; abdomine nitido, parum obscuriore. Long. 0'75 mm. 
Batavia, 

Ein einzelnes Stück, das sich von E. minutissimus hauptsächlich durch 
noch kleinere Körperform unterscheidet. Von E. Solskyi Schauf. aus Siam, der 
Beschreibung nach, durch dunklere Färbung namentlich des Abdomens, deut- 
liche Kopffurchen und durch einfache Sculptur der Flügeldeckenbasis, wie sie 
bei Bibloplectus immer auftritt, verschieden. 

Scydmaenidae. 

Gen. Euconnus Thoms. 

Die nachfolgend aufgezählten Arten lassen sich folgendermassen übersehen : 

I. Halsschild konisch, nach vorn stark verengt; Fühler mit viergliederiger, sehr 

stark abgesetzter Keule (Napochus). 
Klein, einfarbig roth, glänzend, sehr lang behaart . . . E. longipilis* 

II. Halsschild mehr oder minder kugelig, oder schwach konisch; im letzteren 

Falle nur mit dreigliederiger Keule {Euconnus in sp.). 



Beitrag zur Pselapbideu- und Scydinaeniden-Fauiia von Java und Borneo. 



299 



A) Fühler mit viergliedriger Keule. 

a) Halsschild ohne Basalgrübchen, Flügeldecken mit imdeutlichem Basaleindruck. 
Fühler, mit Ausnahme der Basis, gebräunt, alle Glieder länglich. 

E. hatavianus, 

Fühler einfarbig gelbroth und mindestens die drei vorletzten Glieder kugelig. 

E. glohiceps, 

b) Halsschild mit Basalgrübchen, Flügeldecken mit deutlicher Basalimpression. 
Einfarbig lebhaft rostroth, Fühlerkeule lang und ziemlich schmal, ihre drei 



vorletzten Glieder kugelig E. dolosus. 

Sehr klein, rostroth, Flügeldecken schwärzlichbraun, Fühlerkeule sehr gross 
und breit, das erste Glied derselben quadratisch, die zwei vorletzten stark 
quer E, tetratoma, 

B) Fühler mit dreigliederiger Keule. 

a) Kopf wenig schmäler als das Halsschild. 

a) Halsschild konisch, Fühlerkeule schwach gebräunt . . E. pyriformis, 
ß) Halsschild ziemlich kugelig. 

Körper rostroth. 

Fühler dunkelbraun mit heller Wurzel E. falsatus. 

Fühler einfarbig gelbroth E, crassiceps, 

Körper klein, Flügeldecken schwärzlich, Fühlerkeule braun. E. dichrous. 

b) Kopf viel schmäler als das Halsschild. 

Fühler, mit Ausnahme der Wurzelglieder, dunkel, die Glieder der Keule 
länglich E, Simulator, 



Fühler einfarbig gelbroth, die vorletzten zwei Glieder der Keule kugelig. 

E. fallaoc, 

31. Euconnus (Napocims) longipilis n. sp. 

Ferrugineus , rufus, longissime dense fulvo-griseo pilosus, antennis 
pedibusque rufo-testaceis, antennis pilosis, thoracis basin vix superanti- 
bus, articulis 3 — 7 parvis, transversis, clava quadriarticulata maxima, 
välde abrupta, articulis tribus penultimis globoso-transversis, prothorace 
conico, a basin ad apicem fortiter angustato, latitudine vix longiore, 
ante basin transversim impresso, utrinque prope lateribus subplicatulo ; 
elytris ovatis, sensim ampliatis, vix perspicue pnincttdatis, basi fortiter 
oblongo-impressis, foveolis apicem versus divergentibus; tibiis posteriori- 
bus sensim paulo latioribus, ante apicem late leviterque subconstrietis. 
Long, l'l mm. 
Batavia. 

Zwei Exemplare. Mit unserem Napoch. claviger verwandt; kleiner, ein- 
farbig rostroth, sehr lang und dicht gelbweiss behaart, Fühler mit ganz ähn- 
licher Keule, aber die vorletzten Glieder weniger quer. 

32. Euconnus (in sp.) hatavianus n. sp. 

Castaneo-rufus, nitidissimus, haud punctatus, indistincte, prothorace 
dense pubescens, antennis, basi exeeptis, infuscatis, prothoracis basin 



300 



Edmund Keitter. 



superantibus, articutis Omnibus oblongo-ovalibus, clava quadriarticulata, 
latitudine quam articulis intermediis duplo latiore , articulo septiino 
praecedente paululum latiore, antecedente angustiore ; capite subgloboso, 
thorace parum aut vix angustiore, oculis distinctis, prothorace subgloboso, 
basi haud impresso aut foveolato; elytris ovatis, ampliatis, laevibus, basi 
obsoletissime subdepressis. Long. 16 mm. 

Mas. Femoribus anticis magis incrassatis, tibiis anticis apice 
extus sat fortiter calcaratis. 
Batavia. Scheint nicht selten zu sein. 

33. Euconnus (in sp.) glohiceps n. sp. 

Castaneo-rufus, nitidissimus, haud punctatus, indistincte, thorace dense 
pubescens, antennis pedibusque dilutioribus, Ulis thoracis basin super^ 
antibus, articulis 3 — 7 subquadratis, clava quadriarticulata, sat lata, 
articulis tribus penultimis fere globosis; capite subrotundato, thorace vix 
angustiore, oculis sat magnis , haud prominulis, prothorace subgloboso, 
basi haud impresso aut foveolato, elytris subovatis, ampliatis, laevibus, 
basi obsoletissime subdepressis. Long. T3 mm. 

Mas. Femoribus intermediis sat, anticis fortiter incrassatis, tibiis 
anticis extus apice calcaratis. 
Borneo: Tumbang-Hiang. 

Kleiner als F. batavianus, mit etwas stärkeren Fühlern und breiterer 
Fühlerkeule, deren Glieder, mit Ausnahme des letzten, kugelig sind. 

34. Euconnus (in sp.) dolosus n. sp. 

Ferrugineo-rufus, nitidus, subaequaliter fulvo-pubescens, palpis pedi- 
busque testaceis, antennis gracilibus, thoracis basin parum superantibus, 
articulis 3 — 7 oblongis, clava quadriarticidata, funiculi vix duplo latiore, 
articulis tribus penultimis subglobosis, latitudine fere parum longioribus; 
capite thorace minus angustiore, prothorace subgloboso, suboblongo, basi 
bi foveolato; elytris latioribus, subovatis, ampliatis, vix perspicue punctw 
latis, basi oblongo-impressis, foveolis apicem versus diver gentibus , im- 
pressione secunda obsoleta prope suturam pone scutellum parum per- 
spicua. Long. 13 mm. 

Mas. Femoribus anticis magis clavatis. 
Batavia. 

35. Euconnus (in sp.) tetratoma n. sp. 

Parvulus, convexus, dense fulvo pubescens, rufus, elytris humeris 
exceptis obscure fuscis, antennis thoracis basin parum superantibus, 
articulis 3 — 7 parvis, subquadratis, clava maxima quadriarticulata, valde 
abrupta, articulo octavo quadrato, nono decimoque transverso, ultimo 
ovato; capite thorace valde angustiore, hoc subgloboso, vix transverso, 
antrorsum paululum magis angustato, basi profunde 4-foveolato, foveolis 
intermediis parum majoribus, elytris breviter ovalibus, latis, vix perspicue 



Beitrag znr Pselaphiden- nnd Scydmaenideu-Fauna von Java und Borneo. 



301 



I 



punctuJatis, basi impressis, foveolis apicem versus divergentibus, extus 
obtuse subpUcatis; tibiis fere rectis. Long. 0'8 mm. 

Mas. Femoribus anticis magis clavatis. 
Borneo: Tumbang-Hiang. — Ein Exemplar. 

36. Enconnus (in sp.) pi/riformis Nietuer. Ann. Nat. Hist. XX. 1857, p. 188. 

— Schauf. Tijdscb. voor Entomolog. XXV. 1882, p. 75. — Batavia. — 
Sechs Exemplare. 

37. JEuconuus (in sp.) falsatus u. sp. 

Ferrugineus, nitidus, aequalitei' fulvo-pubescens, palpis pedibusque 
dilutioribus, antennis, articulis duobus primis exceptis, fuscis, art. 3 — 8 
suboblongo- quadratis , clava triarticulata , funiculi fere duplo latiore, 
art. duobus penuUimis subglobosis ; capite thorace minus a\it vix an- 
gustiore, subrotundato, prothorace globoso, antice apiceque subtruncato, 
convexo, vix transversa, basi transversim sulcato, subtilissime bifoveolato 
et utrinque prope lateribus subplicatulo; elytris breviter subovatis, am- 
pliatis, subtilissime punctulatis , basi impressis, foveolis apicem versus 
diver gentibus, callo humerali perspicuo. Long. 1 mm. 
Batavia. 

Ein weibliches Stück. Dem E. intrusus sehr ähnlich, aber hell rostroth, 
die Fühler dunkel mit lichterer Basis, ihre Keule schmäler. 

38. Enconnus (in sp.) crassicejjs n. sp. 

Dilute ferrugineus, nitidus, subaequaliter fulvo-pilosus, palpis, an- 
tennarum clava, pedibusque testaceis, antennis thoracis basin minus 
superantibus, articulis 4 — 8 subquadratis, clava triarticula, funiculi fere 
duplo latiore, articulis duobus peyiultimis quadratim globosis, ultimo 
ovato; capite magno, thorace vix angustiore, subrotundato, oculis dictinctis; 
prothorace globosim quadrato, convexo, antrorsum paululum magis an- 
gustato, obsolete transversim impresso, bifoveolato ; elytris breviter sub- 
ovatis, subtilissime punctatis, basi impressis, foveolis apicem versus 
diver gentibus. Long. 12 mm. 

Mas. Femoribus anticis magis clavatis, tibiis anticis apice extus 
bre